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Cleverer Widerstand 3 Teil 4 - In welchem Verhältnis stehen Innenwelt und Außenwelt zueinander?07.02.2021

BEWUSST DENKEN

Abschrift

Abschrift des Videos vom 07.02.202147 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Gast

Klar sehen, clever denken, frei handeln. Aber inwieweit ist denn überhaupt irgendetwas, jetzt komme ich zurück zur digitalen Welt, was wir dort vorfinden, inwieweit können wir sagen, das führt, kann in irgendeiner Form zu irgendeinem originalen Gedanken führen, wenn wir tatsächlich überall nur den Output von irgendjemand anderem konsumieren, konsumieren, konsumieren, konsumieren und nie wissen können, wie sehr der manipuliert worden ist? Ja, du hast die Antwort ja schon gegeben. Deshalb sage ich, ich hatte recht und Uwe zu... Nein, nein, nein, du hast quasi schon die Antwort vorweggenommen in deiner Frage. Wahrscheinlich. Du kannst die Dinge nur vorstellen, die du kennst. Das ist halt der Punkt. Also ein Ritter hätte sich nie ein Gewehr vorstellen können, weil ihm die Voraussetzung dazu fehlt. Das heißt, wir entwickeln Voraussetzungen für den nächsten Gedanken. Und das machen wir in unserem sozialen Umfeld, das machen wir kulturell. Nehmen wir das böse Wort des großen Zurücksetzens. Darf man das auf YouTube auch nicht mehr sagen? Warum hast du das da so schön umschrieben? Ist das ein heißer Top-Deck? Ich will dir da eine Vermarktung nicht kaputt machen. Aber mal unabhängig davon ist ja glaube ich klar, was gemeint ist. Diese Gedankenwelt, das müssen wir unterstellen, hat ja auch einen Ursprung. Die ist nicht initiativ aus dem Nichts heraus entstanden. Das heißt, wenn wir uns beschäftigen mit den augenblicklichen Situationen, mit den momentanen Entwicklungen, dann müssten wir uns, wenn wir uns die Zeit nehmen, ich meine, vielleicht hat ja der eine oder andere Zeit im Homeoffice, sich mal Gedanken darüber machen, inwieweit er seine Gedankenwelt, seine eigene, die Uwe gerade geschildert hat, als unsere ureigenste Gedankenwelt, wodurch die geprägt ist. In dem Moment, wo ich mir meiner eigenen Prägung bewusst werde, kann ich natürlich an dieser Prägung auch etwas ändern. Also nehmen wir mal folgendes Beispiel. Meine Mutter war Kindergärtnerin, mein Vater war Lehrer, meine Tante war Lehrer, mein Onkel war Professor. Also ich komme aus so einem Umfeld, wo sehr viele Lehrer unterwegs waren, in irgendeiner Form pädagogisch unterwegs. Auf der anderen Seite hatte ich Bergarbeiter und hatte einen Kfz-Mechaniker, der mit 14 einen Kfz-Mechaniker gelernt hat, mein Opa. Das heißt, meine Gedankenwelt speist sich im Wesentlichen erst einmal aus dem, was ich aus diesen beiden Welten kennengelernt habe. Ich kann mir gar nichts anderes vorstellen. Ich kann mir keinen Prinzen vorstellen, der nichts anderes kennt als goldene Löffel. Ja, ich kann mir nicht vorstellen, wie es sein kann ohne Rat, weil ich das Rat kenne. Alles, was ich jetzt schon kenne, kann ich mir nicht mehr wegdenken. Also wir sind gefangen in unserer eigenen Gedankenwelt. Und das ist übrigens auch die große Gefahr, wenn man sich quasi in seiner Bubble immer weiter reinstürzt. Ich sage jetzt nicht den Nachfolgebuchstaben von P, sonst haben wir gleich hier wieder Trouble auf dem Schirm. Aber wenn ich lang genug... mich damit beschäftige, mit solchen Themen, mit solchen Fiktionen, in irgendeiner Form ist die Realität auch eine Fiktion, weil es ist ein Konstrukt. Ich konstruiere mir meine Realität in dem, was ich verstehe. Wenn ich mir dessen nicht bewusst werde und klar bin, dann kann ich dem nie entkommen. Und damit bin ich im Grunde genommen geprägt, nicht durch mein Innerstes, sondern ganz im Gegenteil. Und da widerspreche ich jetzt dem Uwe. Ich bin eigentlich im Großen und Ganzen durch meine äußeren Umstände geprägt. Und durch meinen Charakter. Der kann sich vielleicht noch ein bisschen in die eine oder andere Richtung entwickeln. Aber ansonsten, ich kann mir nur auch mit dem goldensten Charakter, wenn ich in irgendwelchen Slums groß geworden bin oder in Krieg groß geworden bin, dann ist mein Vorstellungsvermögen eingeschränkt. Selbst wenn ich der edelste Charakter wäre, wenn ich nur Krieg und Terror und Mord und Totschlag kenne, dann kann ich mir auch nichts anderes vorstellen als Krieg, Mord und Totschlag, außer ich habe mal vielleicht ein Märchen gehört. Dann ist es aber für mich auch ein Märchen. Wenn mir dann einer was erzählt von wegen, Entschuldigung, wenn mir dann einer was erzählt von wegen, ja in Europa, die schlagen sich gar nicht und die erschießen sich auch gar nicht, dann sage ich, du spinnst doch. Das kann doch gar nicht sein. Hier wird rumgeballert ohne Ende. So und jetzt kommt der große Rücksetzer und sagt, wir machen einfach alles neu. Was heißt denn das? Was heißt das für jeden Einzelnen? So und jetzt frag mal jeden Einzelnen. Jeder Einzelne hat eine Vorstellung. aus seiner Erfahrung heraus, aus seinem Erfahrungshorizont und versteht etwas völlig anderes darunter. So, und jetzt kriegen wir eine Presse mitgegeben. Dieser Journalist hat a entweder abgeschrieben in großen Teilen und b aus seiner Prägung heraus etwas hineininterpretiert in das Gesagte, was der Sagende gar nicht selber verstanden hat. Ja, also Entschuldigung, wenn ich mal einen Gesundheitsminister, zitiere, sowas würden wir nie nochmal machen, Lockdown. Würden wir nie machen, genau. Entschuldigung, das ist sein Erlebnis-, Erfahrungs-, Gedankenhorizont und wir interpretieren aus dem, was er sagt, deswegen macht ja der Empfänger die Nachricht. interpretieren in dem was wir mitbringen das was wir verstehen wollen und können ja so und das ist die große gefahr und oder gefahr das ist die die komplexität an der ganzen geschichte und ich glaube die einzige möglichkeit aus dieser nummer rauszukommen ist nicht mit dem knüppel gegen irgendwelche wände zu laufen weil du sagtest die großen revolutionen wurden von Nicht nur Revolution, Fortschritt. Fortschritt im weitesten Sinne wirklich ein Paradigmenwechsel. Da muss ich dir widersprechen. Da muss ich dir in einigen Punkten widersprechen. Und zwar gerade, wenn du dir die technischen Fortschritte anschaust. Die Umsetzung Des revolutionären Gedankens fand nicht durch den, der die Gedanken hatte, statt, sondern erst eine oder eine halbe Generation später durch Menschen, die diesen Gedanken aufgegriffen haben, um ihn weiterzudenken. Sie konnten ihn aber erst aufgreifen, weil er ihnen bekannt wurde. Das heißt, wenn wir jetzt im Grunde genommen eine, ich sage es mal ganz konkret, wenn wir uns jetzt zum Beispiel eine Basisdemokratie vorstellen, ja, dann ist das super. Aber ehrlich, aus meiner Sicht werden wir nicht diejenigen sein, die es erleben. Wir bereiten nur den Hof. um es dann weiterzudenken und zu entwickeln. Aber wir sind nicht diejenigen, die jetzt auf den Knopf drücken und sagen, ab morgen machen wir das so. Sondern wir müssen dieses Gedankengut so weit, wenn wir das überhaupt als zielführend halten, also ich persönlich habe da so meine Schwierigkeiten, aber ist egal, lassen wir es einfach mal im Raum. Wenn das unser Ziel sein sollte, dann muss das erst einmal ankommen. Ich habe einen blinden Bruder, ich weiß nicht, ob ich schon mal erzählt habe. Versuch mal einem Blinden die Farbe grün zu erklären. Versuch es mal. Versuch es mal wirklich jemandem die Farbe, oder der muss auch nicht mal blind sein, der kann auch grün schon kennen. Mach mal die Augen zu und versuch mir mal grün zu erklären. Wenn ich keine Vorstellung von grün habe, wirst du... Ja, dann wirst du anfangen mit Gras. Ja, wie riecht Gras? Gras riecht nicht grün. Gras riecht wie Gras. Ja, aber es ist nicht die Farbe grün. Das ist halt das, was viele jetzt so in ihrem Frust, das kann ich auch alles nachvollziehen, in ihrer Anspannung gerne raushauen und sagen, das war jetzt zum Beispiel gestern dein Call, den du da hattest, wo ich dann echt so zwischendurch fast ausgestiegen bin. Aber war Marc-André, hoffe ich doch, nicht bei dem, was ich gesagt habe, oder? Nein, ist alles gut. Aber so in Summe, weißt du, dieses Gedanken, gut, jetzt gehen wir da hin und reißen alles um. Nein. Dann stehst du alleine und hast um dich herum umgerissen, aber hast nichts davon. Es muss ja getragen werden durch irgendwen. Und die, die es mittragen und selbst wenn es nur dadurch ist, dass sie dir nicht in den Rücken fallen, dass sie auch wieder nur stillschweigend daneben stehen, das kriegst du nicht im Prinzip, indem du sagst, okay, das ist jetzt so, zack. Die Leute müssen sich erst mal vorstellen können, was du meinst. Und alle dürfen mitreden. Gestern, ich habe es mir verkniffen dann, aber nur mal so an euch beide. Wie viele Bundesbeamte und Angestellte haben wir? Das hast du mir schon mal gesagt, 700 oder sowas. Oder? War das nicht? Nee, 700 war im Parlament, oder? Das sind im Parlament. Eine Million ungefähr. Nein. Nächste bitte. Ich weiß es echt nicht. Also du hast ja gesagt, wir sind 4,9 Millionen. Wir haben 4,9 Millionen im öffentlichen Dienst. Ich hätte auch viel mehr gesagt. Wisst ihr warum? Weil du ja gesagt hast, also Deutschland ist ja so ein Bürokratenland. Wir können die gar nicht wegrationalisieren, weil die Bürokratie ist ja systemisch. Arbeitgeber. Wenn du jetzt sagst, wir kappen einfach mal 3 Millionen, was sollen die dann machen? Die führen wir dem Arbeitsmarkt dann wieder zu. Okay, aber was machst du denn mit so einem Verwaltungsfachangestellten? Genau, der ist ja gar nicht kompetent in irgendeiner Form. Deshalb ist er so ein guter Verwaltungsfachangestellter. Der ist auch gar nicht gewohnt, sich umzustellen. Also das heißt, wir haben hier ein systemisches Problem. Und deswegen bin ich eher der Meinung, und da kommen wir jetzt wieder zurück zu dem Ursprung unserer Reihe hier, dass wir uns selber härten müssen, dass wir uns selber überlegen müssen, mit wem umgeben wir uns, mit wem führen wir Diskussionen, heiß und innig und überhaupt. Die sind nicht in luftleerem Raum. Die sind dazu da, um Gedanken zu formen. Und zwar so zu formen, dass ich sie dem Nächsten, der bis jetzt gar nichts kapiert hat, auch erklären kann. Und jetzt bin ich fertig. Entschuldigung. Ich fand interessant an deinem Punkt, also dir stimme ich in dem Punkt viel mehr zu, als ich Uwe vorhin zustimmen konnte zu seinem Redebeitrag. Weil ich fand das Beispiel, diese Illustration fand ich super toll.

Uwe

Du hast gesagt, wie erklärst du einem Blinden Gras?

Gast

Ja, nicht Gras, sondern die Farbe Grün. Und dabei muss man sich ja eigentlich wirklich vorstellen oder vor Augen halten. Ihr seid absolut dieselbe Spezies. Ihr seid sogar dasselbe Geschlecht. Ihr seid sogar Brüder. Ihr kommt im Prinzip aus der gleiche Sozialisierung. Ihr habt genau die gleiche Sozialisierung. Richtig. Und ihm fehlt jetzt nur ein Sinn. Aber dennoch seid ihr im Prinzip genau in derselben Welt auch unterwegs. Und klar, ihm fehlt jetzt dieser eine Sinn. Ja. Aber nichtsdestotrotz, es gibt ja auch diese Missverständnisse auf so fundamentaler Ebene, dass du einem anderen Menschen etwas nicht erklären kannst. Dazu muss man ja nicht wirklich im physischen Sinne blind sein. Warum reden wir von aufwachen? Aufwachen bedeutet ja in erster Linie, man macht die Augen auf, man sieht die Welt. Wir reden ja davon, weil wir teilweise, ich habe das in meiner eigenen Familie, witzig, dass du von Bruder sprichst. Mein Bruder ist nicht blind. Aber wenn ich mit dem zum Beispiel über die Probleme dieser Welt reden möchte, dann ist es wie als wäre er blind. Weil ihm fehlt da offensichtlich eine Kapazität, auch nur in irgendeiner Form sich darauf einlassen zu können, was ich versuche zu beschreiben. Und wir sind dieselbe Spezies, wir haben dieselbe intellektuelle Vorbildung, wir haben dieselbe Sozialisierung erfahren, wir sind ein Stück weit wirklich eigentlich fast identisch. Und der Sugar on top, das habe ich auch noch nie mit jemandem geteilt, aber wir sind Zwillinge. Ich habe einen Zwillingsbruder. Ja, so und trotz allem ist es so, wie als wenn er, ja, man sagt immer, Frauen sind von der Venus, Männer sind vom Mars, genau so unterschiedlich ist das. Und jetzt stell dir aber vor, wenn es das also geben kann, diese Missverständnisse bei Menschen, die wirklich so identisch sind, untereinander wirklich alle Eigenschaften teilen, die es ihnen eigentlich ermöglichen sollten, ja, den Standpunkt des anderen zu begreifen, ja, wie verrückt ist es dann, wenn du zum Beispiel wirklich, Jemandem, der in irgendeiner Form andersartiger ist als du. Und da können wir zum Beispiel einfach mal sagen, okay, jemand am anderen Ende der Welt, auf einem anderen Kontinent, der hat ja wirklich eine komplett andere Sichtweise. Wie willst du dem in irgendeiner Form etwas klar machen? Ich sage das vor dem Hintergrund, weil wir ja schon vor zwei Tagen darauf eingegangen sind, dass es ein One World Government irgendwann geben soll. Ja, wie soll denn bitte schon irgendeine globale Elite da irgendetwas festlegen können, was 8 Milliarden Menschen irgendwann in irgendeiner Form auch nur im Ansatz glücklich machen kann? Das ist doch überhaupt nicht möglich. Ich gebe dir mal sehr gerne das Beispiel. Wie erklärst du eine Amöbe, die nur im zweidimensionalen Raum existiert? Wie erklärst du jetzt zum Beispiel das Konzept von Dreidimensionalität? Das ist wie bei uns im Monz. Einfaches Beispiel. Erklär du mir mal Zeit. Genau, ist richtig. Da geht es auch schon wieder los. Da könnten wir uns auch schon ewig drüber streiten. Aber wie dem auch sei, ist es unglaublich schwierig, diese Konzepte einander beizubringen. Und dennoch, und jetzt will ich zu Uwe rüberführen, ist es nur durch die gegenseitige Inspiration, nur durch die permanente Kollision mit anderen Meinungen, die vorgeframed ist, die mir im Prinzip digital durch irgendwelche Filter, darauf dachte ich, willst du eigentlich hinaus, lieber Thilo, aber wie dem auch sei, die mir quasi zugeführt wird. Ja, wofür im Prinzip Propaganda Institute ganz viel Werbemillionen in die Hand nehmen, damit mir ich das in irgendeiner Form beeinflusst. Ja, trotz alledem ist das nur die einzige Möglichkeit für uns, unsere Meinungen zu formen. Und jemand hat das richtig hier im Chat gesagt. Die wahren Genies erkennst du dann daran, wie das dennoch schaffen können, wahrlich originelle Gedanken zu formen. Also sich ein Stück weit nur momentär, weil das sind immer so Momente, weißt du, wenn der Funke, der göttliche überspringt, sagen zu können, ich abstrahiere mich von all dem so weit wie möglich und habe in der Tat etwas, was so noch nie da gewesen ist. Und diese Momente gibt es im Kleinen. Das ist übrigens der größte Missbrauch des Begriffes Querdenker, weil genau das sagt er eigentlich aus. Das stimmt, genau. Und was ich sagen wollte ist, weil ich ja vorhin diese hochtrabenden Beispiele gebracht habe, man muss da nicht ein Napoleon sein, um diesen göttlichen Funken zu haben. Das haben wir alle, immer mal wieder diese Momente bei der Arbeit, da kannst du Sachbearbeiter sein, wie wir vorher sie belächelt haben, diese Beamte. Immer mal wieder, bei Beamten super selten, bei anderen Menschen öfter, springt dieser Funke über. Das ist dann wirklich dieser Moment dieser Genialität. Aber nichtsdestotrotz, lieber Uwe, du hast gesagt, wir können uns nur auf uns selbst verlassen und ich sage, zu 99,9% der Zeit sind wir eben ein Produkt unserer Außenwelt. Also wenn du sagst, wir müssen uns im umgekehrten Fall 99,9% der Zeit auf unser Innenleben stützen, dann gehe ich da nicht mit.

Uwe

Ja, Eli, das ist, ich sage auch hier, du hast recht, von einer gewissen Weise und von der anderen Seite ist das leider nicht ganz richtig. Du hast recht, dass die Faktenlage so ist, aber diese Faktenlagenbeschreibung, auch was Thilo gesagt hat, Die vergisst, dass das gerade nicht das Wesen des Menschen ist. Es ist richtig, dass der Mensch ein soziales Wesen ist, in einen sozialen Kontext hineingeboren wird und damit sein Charakter ganz maßgeblich durch die Gesellschaft geprägt wird. Aber dieses Gepräge ist, wie ich ja letztens schon mal sagte, Charakter ist das Geprägte. Und die Persona, die ist die Maske. Das sind Dinge, die entweder von außen oder von innen um den eigentlichen Kern des Menschen herum gebaut werden. Der Mensch selber ist aber keines von beidem, sondern das sind nur Bestandteile, so wie ein Paar Schuhe oder ein Mantel. Das ist nicht der Mensch. Und jeder Mensch muss aber, um in der Gesellschaft leben zu können, in sich drinnen einen ganz, ich sage mal, spirituellen Akt vollziehen. Er muss nämlich die Angebote der Gesellschaft, wie er zu denken und zu fühlen hätte, weil es der gesellschaftlichen Norm entspricht, die muss er tief drinnen annehmen. Er muss Ja dazu sagen. Und wenn er Ja dazu sagt, dann ist es seine Entscheidung, genau diesen Normen gefallen und folgen zu wollen. Wenn er Nein dazu sagt, dann tut er das eben nicht. Und ohne diese Entscheidung kann überhaupt gar kein Mensch lebensfähig sein. Das heißt, wenn Menschen sagen, ja, ich bin doch nur ein Produkt meiner Gesellschaft, dann ist es deswegen so, weil sie vergessen haben, dass sie selbst immer wieder jeden Tag aufs Neue die Angebote der Gesellschaft angenommen und akzeptiert haben. Sie können jederzeit, und zwar genau in diesem Moment, anfangen, die Angebote kritisch zu betrachten. Jeder Mensch hat dieses kreative Potenzial. Jeder Mensch ist eigentlich ein Genie, aber die meisten Menschen sind sehr bescheiden und beschränken sich darauf, einfach nur die Angebote, die ihnen gemacht werden, anzunehmen und denen zu folgen, weil ihnen das von ihrem eigenen persönlichen Empfinden genügend ist. Das heißt, die meisten Menschen wollen ihr Potenzial gar nicht ausleben, Denen reicht es aus, ein normales Leben zu führen. Ein Leben, was langweilig ist, was Probleme hat, wo sie Opfer sind. Das reicht denen aus. Denn würde es ihnen nicht ausreichen, dann würden sie von innen heraus Widerstand entwickeln und würden sagen, das bin ich doch gar nicht. Das will ich doch gar nicht. Denn in Wirklichkeit will ich was ganz anderes. Das heißt, es gibt überhaupt gar keinen Grund, dass sich irgendjemand über irgendetwas in der Gesellschaft beschwert, dass ihm das nicht gefällt, weil er selber akzeptiert es jeden Tag genau auf diese Weise. Und wenn er es nicht akzeptiert, dann fängt er an, sich zu bewegen. Dann wird er zum Revoluzzer, zum Widerständler, zu was auch immer. Und dann muss er natürlich den Preis dafür zahlen, dass er anders ist als die anderen. Und wenn er dann ängstlich ist und sagt, den Preis möchte ich nicht bezahlen, also halte ich die Klappe, dann ist das doch auch wieder seine Entscheidung.

Gast

Ja, das ist seine Entscheidung, das ist richtig, aber dennoch ist es... Weißt du, das kollidiert... Tilo ist da... Nö, ist auch ein Argument. Es ist nicht seine Entscheidung. Ich bin da irgendwie heute bei Tilo. Ich weiß es nicht, lieber Uwe. Ich glaube nicht, dass das irgendwie ein Idealismus ist, dass man das als Idealismus beschreiben kann, was du beschreibst. Stell mal Uwes Zeit auf Kurzunterbrechung, weil sonst läuft die uns davon. Der hat ja noch ein paar Minuten. Aber ich möchte kurz einen Einwand einbringen. Ich möchte auch einen einbringen. Lieber Thilo, guck bitte in der Telegram oder in den Chat, den du da bemühst. Ich habe dir da schon vor über einer Stunde was geschrieben. Also hold that thought. Hast du? Ja, sowohl auf Telegram als auch in unserem Zoom-Chat. Lieber Uwe, ich will heute mit dir, ich will ja, du weißt, in vielen Punkten stimmen wir ganz oft überein. Aber heute bin ich mit dir ein bisschen auf Kriegsfuß. Also, weil, was du beschreibst, dieses Permanente, irgendwie die Möglichkeit, ich bin bei dir, dass, ja, die meisten Leute entscheiden sich nicht, ihr Potenzial auszuschöpfen. Und ja, sehr vieles davon ist denen suggeriert, weil sie halt einfach beobachten. Menschen sind ja auch Monkey See, Monkey Do. Wir beobachten, wie es anderen geht. Wir machen daraus unsere eigenen Schlüsse und so weiter und so fort. Aber dann siehst du doch, wie groß diese Bedeutung dieser Außenwelt bei uns ist. Du selbst hast doch hier vor zwei Wochen noch den Kant zitiert, wie der da in den Himmel schaut und meint, der Himmel schaut auf mich zurück. Und jetzt sagst du immer noch, dass wir uns also entscheiden müssen, irgendetwas zu tun. Wohlwissend, wenn wir wiederum einfach auf die puren Zahlen schauen, dass du offensichtlich von einer miniskulen, winzigen, winzigen kleinen Minderheit an Menschen, das sehen wir ja an unseren Demos sprichst, die wirklich in der Tat auch biologisch, ja, in der Lage ist, das zu machen. Und damit meine ich nicht irgendeine physische Stärke, sondern wie Thilo immer wieder sagt, die Menschen wählen immer den Weg des geringsten Widerstandes. Also wie kannst du hier so nobel von irgendwelchen Idealen sprechen, die allein biologisch uns einfach nicht gegeben sind, nicht verpflanzt sind?

Uwe

Das ist schlichtweg falsch, was du sagst, weil du unterschlägst die unterbewussten Prozesse, die dem Denken und Fühlen vorausgehen. Und diese sind eben immer Akzeptanzen von Gegebenheiten oder von Sätzen oder Ablehnung oder irgendwas dazwischen. Also ich sag mal so in der Grauzone. Nun kann man sich die Frage stellen, wie kommt es zu diesen unterbewussten Entscheidungen? Dann wird man wieder rekursiv feststellen, das hängt auch mit der Gesellschaft zusammen, aber es hängt nicht nur damit zusammen. Es sind immer drei Kräfte am Wirken. Es ist einmal das, was mir biologisch mitgegeben ist. Habe ich kein Gehirn, wird es schwierig, vernünftige Gedanken zu denken. Habe ich keine Beine, wird es schwierig, schnell zu laufen. Und dann ist der zweite Aspekt, was ist im sozialen Umfeld? Das sind die beiden Sachen. Und wir sind jetzt in einer materialistischen Welt, wo wir immer nur auf dieser Dualität sehen. Ich bin da und da ist die Welt. Was wir aber nicht erkennen, ist, dass beides Bestandteil unseres Bewusstseinsinhaltes ist, im Sinne von Kant. Denn Kant hat ja nicht nur gesagt, da ist die Welt, sondern hat ja gerade erkannt, in dem Moment, wo er sich wieder klein fühlte, oh, in Wirklichkeit bin ich ja groß. So und diesen Akt, das ist eben Intelligenz. Intelligenz ist nicht Bildung, ist nicht Abitur, ist nicht Studium. Intelligenz heißt der Intellegere zwischen den Zeilen lesen. Zwischen den Zeilen lesen kann ich nur dann, wenn ich oberhalb der Zeilen stehe und die Zeilen auch von oben überblicken kann. Wenn ich aber in der Ebene bin, dann bin ich nur reaktiv, dann kann ich nicht intelligent sein, dann kann ich nur clever sein, kann Gesetze, Naturgesetze, soziale Gesetze anwenden, aber intelligent ist das nicht. Intelligent heißt, sich immer wieder daran zu erinnern, wer bin ich? Und in meiner subjektiven Welt bin ich der König. Ohne mich existiert die Welt für mich nicht. Wenn ich die Augen zumache, ist die Welt tot. Über diese Macht, auch wenn das jetzt ein bisschen sehr egozentrisch klingt, und ich meine es ja nicht so, das ist ja die philosophische Position des Solipsismus, die nicht haltbar ist, aber es steckt trotzdem ein Kern Wahrheit drin. Wenn ich die Welt anders denke, wenn ich mir eine blaue Brille aufsetze, sieht die Welt auf einmal blau aus. Und wenn ich mir eine schwarze Brille aufsetze, sieht sie schwarz aus. Die Welt ändert sich objektiv nicht, aber mein Erleben der Welt, mein Handeln in der Welt, meine Entscheidungen in der Welt sind davon abhängig, welche Brille ich aufsetze. Und ich alleine bestimme, welche Brille ich aufsetze. Und wenn ich morgens aufstehe und sage, wir leben in einer komischen Corona-Zeit, wo sie uns die Bürgerrechte nehmen wollen, mein Gott, was wird denn das schon wieder für einen Tag? Demnächst werde ich noch gegen meinen Willen geimpft. Ja, wenn ich so denke. Was für eine Zukunft erzeuge ich mir denn damit? Eine Zukunft, wo ich nur negative Perspektiven habe. Ich kann aber auch anders denken. Du kannst anders denken, aber lieber Uwe, irgendwann kollidiert das, was du innerlich dir da zusammenfantasierst.

Gast

Das kollidiert doch dann mit der Wirklichkeit. Wasser wird immer nass sein. Eine Ziegelsteinwand, wenn du dagegen fährst mit 50 Kilometer die Stunde, wird dir die Visage deponieren. Das ist immer so. Da kannst du dir noch so sehr vorstellen, dass du dann glücklich bist, zahnlos, wie du da bist.

Uwe

Es hat nichts mit Vorstellen zu tun. Es hat was damit zu tun, ob du zu den Kräften, die in dir sind, bereit bist, die gegen Widerstand durchzusetzen in der Außenwelt, ja oder nein. Du kannst sagen, ich habe eine Vorstellung, wie die Welt sein sollte, damit ich glücklich wäre. Dann müsste das so und so sein. Nun ist die Welt nicht so, wie sie sein sollte, also ändere ich sie. Wenn du nicht in der Position bist, die Welt zu ändern, hast du verschiedene Möglichkeiten. Nämlich entweder du resignierst und sagst, ich kann es ja nicht ändern, dann ziehst du dich auf der Welt zurück. Oder du machst eben nur partielle Änderungen im Rahmen deines Mächtigkeitsbereiches. Aber diese Entscheidung, die hast du doch ständig. Warum immer diese völlig überzogene inflationäre Ansprüche an die Gesamtwelt? Ich fühle mich unglücklich, weil ich eine Maske trage und deswegen muss die ganze Welt ohne Masken rumrennen.

Gast

Und weißt du warum? Weil während den Anfängen. Das wird wirklich einem in der Schule beigebracht. Weil das ist eine Summe von Ungerechtigkeiten, die irgendwann dazu führt, dass du diese Welt dann wirklich nicht mehr erkennst, in der du da bist.

Uwe

Eli, aber genau das nennt man Hybris. Hybris heißt, wenn ich den Wert meiner eigenen Person überschätze und wenn ich glaube, dass meine Anschauung und sei es, dass ich gegen Masken bin oder gegen Impfung oder sonst nicht was, wenn ich glaube, dass diese Anschauung alle Menschen der Welt haben sollten und dass alle Politiker sich danach richten sollten, dann mache ich nichts anderes, als mich zum Gott der Außenwelt zu erklären. Dann mache ich nichts anderes als die Leute, die ich bekämpfe, denn die erklären sich ja schon zum Gott der Außenwelt. Und die Frage ist, werde ich mit dieser Art von Selbstanspruch auf die Welt, kann ich da jemals glücklich werden und ich wage zu prognostizieren, ja, in einem einzigen Fall. Wenn man dazu in der Lage ist, so viel äußere Macht anzusammeln, dass man der König der Welt wird, dann ist dieser Anspruch realisierbar. Und in allen anderen Fällen, und das dürften dann etwa alle Menschen minus dem einen sein, also rund acht Milliarden, ist dieser Anspruch nicht realisierbar. Das heißt, wenn wir Ansprüche in dieser Form stellen, was machen wir da? Wir überfordern unsere Psyche. Mit Wünschen, die wir niemals erfüllen können und wo wir ständig für kämpfen und uns schlecht für fühlen, anstatt unsere beschränkte Lebenszeit dafür zu nutzen, für uns und für die Menschen in unserer Umgebung und die, die in unserem Mächtigkeitsbereich sind, das Leben so lebenswert wie möglich zu machen. Wir aber sagen, ja, ich muss dafür sorgen, dass die ganze Welt besser wird. Nein. Wer hat uns denn dazu ernannt, jetzt als Individuen der Retter der Welt zu sein? Wer denn?

Gast

Wir uns selbst. Und zwar nach genau deiner Vorlage, weil du hast gerade meinen Punkt bestätigt. Ich habe ein bisschen gebraucht, ich habe darin gesucht in deiner ganzen Artikulation, aber das führt perfekt zurück zu dem, was ich gesagt habe. Diese Napoleons, diese Cäsars, diese Mozarts, diese Puschkins, die hat auch keiner dazu ernannt. In irgendeiner Form haben sie dann selber gesagt, hier stehe ich, ich kann nicht anders. Und das drängt aus mir heraus, ob ich will oder nicht. Das gehört aber auch dazu. Und deshalb sage ich ja auch, das Konzept der Demokratie, wo die Mehrheit entscheidet und alle müssen sehr glücklich sein, das muss man auch auf den Prüfstand stellen. Weil trotz all dem, ich muss es nochmal zurückbringen, dank dieser Puschkins, dieser Cäsars, dieser ganzen Menschen, diese ganz, ganz lange Liste, und Frauen sind übrigens auch dabei, es gibt eine Frauenquote, Dank derer dreht sich die Welt weiter. Es ist wirklich so, wie du sagst, lieber Uwe, wir sind doch permanent in dieser Bewegung drin. Und du hast es richtigerweise gesagt, 7,9 Milliarden Menschen sind also unglücklich. Und das bestätigt meine Theorie, weil in diesen 7,9 Milliarden sind unter anderem alle diese Querdenker, diese im wahrsten Sinne des Wortes Genies, die die Welt vorangetrieben haben, auch dank deren... Dank deren Erkenntnissen, dank deren Schöpfungen, können wir uns ausruhen und können sagen, wir können jetzt Gespräche führen, während ich hier in Dresden sitze, Thilo in Rosenheim und du in Hamburg. Und trotzdem sagst du jetzt also, nein, davon jetzt also Abstand, ihr seid jetzt also besser, wenn ihr erkennt, dass ihr nur im Kleineren, im Inneren, in irgendeiner Form, im Bescheideren euer Innenleben kontrolliert und darüber glücklicher seid. Ja, lieber Uwe, das kannst du mir aber nicht sagen, wenn du hier eine Zoom-Konferenz mit mir machst. Ja, über mehrere hunderte, tausende von Kilometern hinweg. Weil das würde ja auch funktionieren, wenn ich auf dem Mars sitzen würde. Ja, das ist halt der Punkt, das kollidiert bei mir. Und da muss ich auch wirklich für alle Macher dieser Welt eine Lanze brechen. Die sind unglücklich. Ja, das weiß ich. Und deshalb sage ich ja auch, habe ich eingangs gesagt, es gibt kein Glück. Es gibt nur das Streben nach Glück. Und wenn du unglücklich bist, bedeutet das nicht, dass du auf dem Holzweg bist. Dann heißt das vielleicht, ja, für deine seelische Gesundheit opferst du, dass du eben nicht glücklich bist in diesem Leben. Aber verdammte Scheiße nochmal, vielleicht ist Glück auch einfach überbewertet. Vielleicht gibt es auf dieser Welt etwas, wofür es sich zu kämpfen lohnt. Und es muss nicht unbedingt die Freiheit dieser gesamten Welt sein. Dann erfinde doch Zoom 2, erfinde Zoom 3, mach was auch immer. Lege den Grundstein für den nächsten Menschen, der in drei Generationen dann die mega-gigantische Erfindung hat, wie man Krebs heilen kann. beitrag ja und du kannst es ja auch mehrfach versuchen wenn du wirklich an die reinkarnation glaubst ja dann brauchst du halt mehrere anläufer dafür aber wenn es gibt nur die lehre diesen bericht wenn du so wenn du so anfängst zu argumentieren dann stellst du dir selber ein bein ja so weil ich

Uwe

Du schlichtweg immer mit dem Wohl der Welt argumentierst, aber Faktum ist, dass das Wohl der Welt immer ein Bestandteil des persönlichen Bewusstseins ist, aus Sicht des Subjekts. Das heißt, das Wohl der Welt ist eine Fiktion. Denn wenn der Einzelne sehr glücklich ist und wäre rundum glücklich und die Welt wäre völlig unglücklich oder völlig verquer, was würde denn dieser Heilige in der Welt machen? Der würde sagen, okay, liebe Leute, ich wüsste, wie man glücklich wird, nämlich ihr müsst alle so leben wie ich. Und dann würden die anderen sagen, wollen wir aber nicht, wir halten dich für einen Spinner. So, was würde denn der Heilige sagen? Er würde jetzt auch nicht rumrennen und die gegen ihren Willen zum Glück zwingen. Doch, doch.

Gast

Doch, genau das passiert aber. Und ich sage deshalb auch immer wieder, man kann die Leute zu ihrem Glück nicht zwingen. Das ist der Punkt. Und das heißt auch die menschliche Tragödie, unsere gesamte Existenz. Und ich bin jetzt kein Nihilist und so weiter. Ich bin sehr glücklich in diesem Zustand, in dem ich bin. Ich nehme mich permanent gegen irgendwelche Windräder hier an Kämpfe. Und ich sage nicht, dass mein gesamtes Streben auch das Glück der Welt aus ist. Du siehst es ja selbst. Es gibt wundervolle Wissenschaftler, die haben die Atombombe erfunden. Danach haben sie, weil das immer noch nicht destruktiv genug war, die Wasserstoffbombe erfunden. Und dann gab es das Wettrüsten und sonst was. Das ist doch um Gottes Willen nicht auf das Glück der Welt aus. Aber jeder einzelne für sich hat in dieser Tätigkeit sein eigenes, persönliches Glück erfahren. Innerlich wiederum, so wie du sagst. Es geht also um Sport. Ganz kurz, ganz kurz, stopp, stopp, stopp, stopp, stopp. Also, ich würde gerne auch mal was dazu sagen. Leg los, lieber Thilo. Ja, Dankeschön. Das ist nämlich so sehr... Apropos, liebe Leute, nochmal ein riesen Dankeschön an den Thilo. Er hat hier gerade wieder ein paar Subscriptions in den Chat reingehauen. Ihr müsst nicht immer auf Thilo warten, bis er die spendet. Solange wir monetarisiert sind und ihr seht, das kommt und geht, wie die Ebbe und die Flut. Wenn ihr unseren Kanal unterstützen wollt und meint, so intellektuelle Debatten sind etwas wert, Mach dein Spendenabo, das kostet nicht viel Geld, dann habt ihr uns ein bisschen halt hier Anerkennung gezeigt. Lieber Thilo, leg los. Also, ich fange mal ein Stückchen weiter hinten an, weil Uwe und du, ihr seid schon wieder beim Retten der Welt und beim Travel to Mars. Wir müssen uns eines klar werden. Der Mensch verbraucht ungefähr 500 bis 600 Kalorien am Tag für Denken oder Mitdenken. Das ist ungefähr das, was man mit einem Big Mac aufnimmt. Also ungefähr so wertvoll ist es bei den meisten auch. Der Körper selbst, das Organische im Menschen, ist darauf aus, Energie zu sparen. Immer. Das ist wie bei jedem anderen Tier auf Erden. Wir sind auf Effizienz getrimmt. Das ist der Grund, warum wir als kleine Kinder bis zum sechsten, siebten, achten Lebensjahr noch ein ziemlich unbeformtes Gehirn haben, danach in der Pubertät ausprägen. Und alles das, was danach kommt, bereitet uns viel mehr Mühe, unser Wesen zu verändern, unser Wissen zu erweitern und, und, und. Ganz einfach deswegen, weil wir dann eine Prägung haben. Das liegt unter anderem auch daran, weil wir von Natur aus eigentlich eher darauf aus sind, 30, 40 Jahre alt zu werden und nicht 80. Also das mal vorweg. Warum sind manche Menschen denkfauler als andere? Weil sie früher in diese Prägungsphase reingekommen sind und einfach auch gar nicht mehr so flexibel sind. Sich nicht flexibel gehalten haben. Das ist wie beim Sportler, wenn er aufhört zu trainieren. Fünf Jahre später kann er nicht einfach wieder da anfangen, wo er aufgehört hat. Das ist mal Punkt eins. Punkt zwei. Uwe sagt, du bist quasi Herr deiner eigenen Welt. Du bist Herr deiner eigenen Gedanken. Nein, da widerspreche ich persönlich. Du bist natürlich ein Teil deiner Gedanken, aber die sind ja von irgendwo her geprägt. Die sind ja von irgendwo her gekommen. Du hast nicht aus dem, es sei denn, du hast einen Dachschaden, aus dem Nichts heraus, das ist übrigens auch, warum die genialen Menschen häufig irgendeine psychische Störung haben, Die einfachste davon ist Autismus. Einfachste Form, leichte Form von Autismus. Das findet man recht häufig bei genialen Menschen. Oder Singularitäten in ihren Talenten. Musiker zum Beispiel haben das häufig, die können super mit ihren Fingern, weil sie das ewig trainiert haben, sind konditioniert. Die sind wirklich auf diese Art zu denken, auf diese Art zu funktionieren, konditioniert. Universalgenies gibt es seit Leibniz nicht mehr, haben wir festgestellt. Also wir sind alle in irgendeiner Form spezialisiert. Deswegen mache ich zum Beispiel auch einem etablierten Gesundheitsminister keine Vorwürfe, weil der kommt aus der Pharma-Lobby. Seine Denkweise ist seit früher Jugend oder in jugendlichen Jahren geprägt worden durch politisches Training, Konditionierung, was er erfahren hat. Der kann gar nicht anders denken. Er ist Opfer seiner selbst, wenn man es mal entschuldigend formulieren will. Und jetzt sagst du, Uwe, jeder Mensch hat die Möglichkeit, jederzeit sein Leben zu verändern. Nein, hat er nicht. Er hat im Rahmen seiner Bereitschaft, das zu hinterfragen, was er täglich lebt und erlebt, hat er natürlich grundsätzlich rein physisch, von dem her anlage, technisch gesehen, hat er die Möglichkeit, natürlich. Aber er ist durch seine Prägung, nicht unbedingt nur die psychische Prägung, soziale Prägung, sondern natürlich auch die biologische Prägung, ich nehme nochmal das Beispiel des Blinden, ist er natürlich in seinen Bereichen, die er ausweiten kann, eingeschränkt. Er hat Grenzen. Das ist das, was ich vorhin sagte mit dem Ritter. Du kannst einem Ritter nicht erklären, wie eine Pumpgun funktioniert. Du kannst ihm ein Bild malen und vielleicht versuchen zu beschreiben. Oder erklär einem Eingeborenen im 18. Jahrhundert einen Hubschrauber. Das wird er nicht verstehen. Es sei denn, er hat irgendwie gerade zufällig Da Vinci oder wie der hieß, kennengelernt. Aber das wirst du nicht hinbekommen, weil der Horizont, deswegen hatten wir auch mal eine flache Erde. hatten wir auch mal ein geozentrisches Weltbild, bevor wir quasi in ein universelles Weltbild gekommen sind oder Universum gekommen sind. Das heißt, ich kann immer nur ein Step nach dem anderen machen. Und das ist übrigens auch der größte Kritikpunkt an der Bewegung aktuell. Man stellt sich hin und sagt ja, die Menschen müssen erstens, die Menschen müssen gar nichts. Jeder Mensch kann für sich selber entscheiden, was er meint zu müssen. Und selbst das kann er sich nur so weit entscheiden, wie er es sich vorstellen kann. Wenn die Menschen sich nichts anderes vorstellen können als eine parlamentarische Demokratie, dann habe ich gefälligst dafür zu sorgen, dass die parlamentarische Demokratie so gut wird, wie es nur irgendwie geht, in Richtung einer von mir aus Basisdemokratie. Aber ich schaffe sie nicht ab, weil dann schaffe ich sofort 95 Prozent der Bevölkerung ab beim Mitkommen. Die kommen nicht mit. Die sagen, nee, was ist das denn für eine Schmitterei? An dieser Stelle muss ich wirklich hergehen und die Leute abholen, wo sie sind. Und jeder hat einen unterschiedlichen Abholpunkt. Und natürlich, Uwe, du hast vollkommen recht, ich kann theoretisch jederzeit entscheiden, meinen Weg zu ändern oder meine Art, die Außenwelt wahrzunehmen, zu ändern. Und das ist übrigens auch der Punkt, warum ich hier drin sitze, weil ich sage, ich gebe den Leuten etwas an die Hand, was sie morgen sofort benutzen können, um ihren Horizont, den nächsten Schritt weiterzugehen. Ich gebe ihnen etwas Technisches an die Hand, etwas Pragmatisches, weniger philosophisch, weil Nur über diese Brücke, über das Manifestierte, erreiche ich letzten Endes das Gehirn, um einfach sich das Nächste vorzustellen.

Uwe

Ja, und das ist eben eine Illusion. Das sage ich klipp und klar. Das ist die Illusion des Bildungsbürgers, dass er glaubt, wenn ich nur mein Angebot von außen so attraktiv mache, dass es dem Fisch schmeckt, dann schluckt er das und dann verändert er sich. Und das stimmt nicht.

Gast

Naja, Bildungsbürgertum, stopp, ganz kurz, bevor wir wieder so weit ausholen, dass ich nicht mehr hinterherkomme. Aber das Bildungsbürgertum beinhaltet es schon im Wort. Ich bilde etwas. Nein, ich bilde nicht, sondern ich biete an und zeige, schau her, wenn du ein Interesse, ein intrinsisches Interesse hast, wenn du ein intrinsisches Interesse hast, wenn du das Gefühl hast, du bist an der falschen Stelle, dann biete ich dir etwas an.

Uwe

Ja, Tito, genau das habe ich da vorhin gesagt. Es sind nur Angebote. Es sind alles nur Angebote. Das heißt, egal wie fiffig die Angebote sind, die Entscheidung, ob das Angebot angenommen wird, kommt von innen. Und deswegen sind diese Fragen, was der Einzelne für einen Denkhorizont hat und ob der durch die Gesellschaft programmiert ist oder nicht, das ist sekundär, weil auch dieses Programm ist von innen akzeptiert worden. Wovon wir reden ist die Frage, was genau der Mensch sein soll. Ist er nur die Summe seiner gesellschaftlichen Erziehung? Dann reden wir von Persona.

Gast

Ich frage dich was anderes. Ich frage dich ganz kurz eine Zwischenfrage. Was wäre denn so schlimm daran, wenn der Mensch in dieser Form sich glücklich fühlte?

Uwe

Ich glaube, dass er sich in der Form nicht glücklich fühlen kann.

Gast

Da unterstellst du ihm ja was, aber jeder Einzelne hat ja die Entscheidung.

Uwe

Ja, er hat die Entscheidung. Ich habe ja vorhin gesagt, dass die meisten Menschen mit dem, wie es ist, ja zufrieden sind auf ihre Weise. Und deswegen nehmen sie ja die Angebote nicht an. Das heißt, es besteht ja ein oberflächliches Glücklichsein. Aber wie eben die gesellschaftlichen Verhältnisse, zum Beispiel Selbstmordraten, psychische Erkrankungen, die in Industriestaaten ständig steigen, zeigen, ist eben das, was die Gesellschaft an Angeboten bietet, nicht das, was die Menschen wollen. In Wirklichkeit wollen sie was anderes, aber die Gesellschaft ist durch ihre kulturelle Entwicklung der letzten Jahrhunderte davon abgekommen, herauszufinden, was die Menschen wollen, sondern sie fangen an, wie die Könige, wie die Herrscher von außen zu erklären, du brauchst das, du brauchst das, du brauchst das. Und dadurch vergewaltigen sie im weitesten Sinne die Seelen, die dann erstmal sagen, naja, gegen den Widerstand will ich auch nicht ankämpfen, lass ich das mal so geschehen. Aber die Folge davon sind eben psychische Krankheiten, psychosomatische Krankheiten, Selbstmorde. Das heißt, unsere modernen Gesellschaften mindestens, wie es in den weniger entwickelten Gesellschaften ist, habe ich keine hinreichende Information dazu. Die sind schlichtweg auf einem Weg, der nicht mit dem Seelenwesen der Menschen übereinstimmt. Und wenn wir immer nur argumentieren und sagen, ja, aber die Gesellschaft war die Gesellschaft, dann stützen wir genau dieses Denken. Man muss an dem Punkt, wo diese Angebote vom Individuum akzeptiert oder verworfen werden, da muss man ansetzen. Man muss sich die Frage stellen, Was will das Individuum wirklich? So dass natürlich wir, die das Henne- und Ei-Problem haben, waren nun das bestimmte Individuum, wie die Gesellschaft wird oder bestimmt die Gesellschaft das Individuum. Das sind akademische Fragen, die uns nicht weiterbringen, weil die einzige Entscheidungsinstanz im Leben eines Menschen ist er selbst. Ob er auf Druck reagiert oder nicht reagiert, ob er entscheidet oder nicht entscheidet. Deswegen ist es im Kern unmaßgeblich, wie die gesellschaftlichen Verhältnisse sind. Wenn er anfängt, sein Leben nach den gesellschaftlichen Verhältnissen zu orientieren, dann ist er eigentlich schon in der Falle drin.

Gast

So, jetzt komme ich mal zu einem Punkt, du hast gerade Henne und Ei gesagt. Schönes Beispiel. Ich nehme mal so eine Legebatterie. Also die Henne in so einer Legebatterie macht sich bestimmt keine Gedanken darüber, dass das scheiße ist, in so einer Legebatterie zu sein. Und was die Menschen damit ihr machen. Und dass sie im Grunde genommen gerne lieber auf einer freien Wiese wäre. Punkt A, sie kennt gar keine freie Wiese. Punkt B, sie kennt nichts anderes als diese Legebatterie und die 3000 Hühner, die daneben hier stehen. Denen ja alles, denen es ja allen beschissen geht. Das heißt, sie wird im Grunde genommen, ich übertrage das bitte selber auf den Menschen, sie wird nicht reflektieren, dass es ihr gerade beschissen geht. Was sie aber bekommen wird, ist eine psychische Störung. Da bin ich ja völlig bei dir, dass das zu Deformationen der Psyche und der sozialen Umgebung führt. Aber du kannst von der Henne jetzt nicht erwarten, dass du, wenn du die Tür aufmachst, dass du dann spontan eine Henne hast, die reflektiert, ich gehe jetzt raus und dann bin ich frei und dann lebe ich wie ein freies Wohnen in der Gegend. Also diesen Anspruch habe ich auch gar nicht gestellt. Nein, nein, aber diese Henne, selbst wenn sie ihre Umgebung vollumfänglich wahrnimmt, heißt das noch lange nicht, dass sie eine abweichende Positionierung ihrer Person ja anstrebt.

Uwe

Sie fühlt sich als Bestandteil des Kollektivs.

Gast

Das heißt, wenn wir jetzt hingehen und sagen, also wir, ich sage jetzt mal gar nicht wir, weil da gehöre ich definitiv nicht dazu. Wenn Man jetzt hingeht und sagt, ihr müsst doch sehen, dass ihr jetzt falsch behandelt werdet. Ihr müsst noch sehen, dass ihr euch jetzt wehren müsst. Ihr müsst noch sehen, dass euch die Demokratie entzogen wird. Nein, die Demokratie interessiert mich doch sowieso nicht. Ich gehe alle vier Jahre, wenn es jetzt gerade an Sonntag passt und das Wetter gut ist, gehe ich zur Wahl. Ansonsten nicht, bleibe ich zu Hause. Passiert ja nichts. Das heißt, wir haben, ich sage das jetzt böse, ist natürlich nicht so gemeint, aber wir haben 82 Millionen Legehennen. Und solange die gefüttert werden, das ist die Weihnachtspute, die gefüttert wird 100 Tage lang und meint 99 Tage lang, das wäre der Himmel auf Erden. Ja, bis es halt zur Schlachtung kommt. Das ist halt einfach ein Trugschluss jetzt und da kommen wir dann wieder zusammen. Ich will ja auch irgendwann mal eine Brücke bauen zu dir. Ja, so bin ich. Also ich werde da viel von unterschätzt. Nein, aber wenn wir dann im Prinzip da hingehen und sagen, hey, warum geht da keiner mit auf die Demos? Warum macht ihr nicht einfach den Widerstand? Warum legt ihr nicht alle eure Arbeit nieder? Sorry, das Erste, was mir einfällt bei Arbeit niederlegen, ist, ich verliere meinen Job. Das Erste, was mir einfällt, wenn ich nicht mehr zur Arbeit gehe, ist, ich muss das ja irgendeinem erklären. Selbst wenn du sagst, nee, du müsstest nicht, aber im Endeffekt, das ist der erste Gedanke bei dem normalen Menschen, weil das nicht die antrainierte, konditionierte Verhaltensweise ist. Und da gehe ich jetzt im Prinzip, du gehst da vielleicht einen anderen Weg, einen anderen Gedankengang, aber da bin ich im Prinzip, Er der Typ, der sagt, okay, ich zeige gerne mal, was man alles machen kann, wo man sich informieren kann, wo man im Grunde genommen ins Gespräch kommt. Und jetzt habe ich ja versprochen, ich baue die Brücke. Jetzt kommen wir hin, wir sind hier eine kleine Gruppe und wir lernen im Grunde genommen auch den Streit. Wir lernen auch mal darüber zu diskutieren, was den einen oder anderen missfällt oder was der sich vorstellt oder so. Das ist das Wichtige. Wir haben in Deutschland, auch generell in Westeuropa möchte ich behaupten, keine etablierte Streitkultur mehr. Wenn ich mir anschaue, Ich weiß nicht, ob ich es erzählt habe, aber 1992, 1993 habe ich in einer Aussiedlerlage gearbeitet, für das Malteser Hilfswerk und Essen ausgeteilt. Da waren Russen, Deutsch-Russen. Die hatten eine ganz andere Kultur. Die haben sich gestritten und gezofft wie die Kesselflicker. Das war für den Normaldeutschen, der da gearbeitet hat, abstoßend. Der hat überhaupt nicht verstanden, wie man so miteinander leben kann. Warum? Weil wir uns dieses Streit, dieses Streiten, in welcher Form auch immer, Streitkultur, völlig abtrainiert haben. Und das Topic auf alledem, das ist quasi Cancel Culture. Das ist quasi dieses glatt abrasieren aller abweichenden Meinungen. Ob die berechtigt sind oder unberechtigt, solange sie nicht im strafbaren Raum sind, müssen sie erlaubt sein. Wir trainieren es uns immer weiter ab. dass wir als Henne aus unserem Gelege kommen.

Uwe

Ja, also das finde ich ist eine super Erklärung, Thilo. Da habe ich keinerlei Einwände oder Beschränkungen.

Gast

Du hast doch gesagt, ich baue eine Brücke.

Uwe

Ja gut, aber es kommt ja nicht aufs Brückenbauen drauf an. Also jedenfalls mir nicht. Wir sind ja hier, um was zu diskutieren und nicht um Friede, Freude, Eierkuchen zu verkünden. Das können wir keinem anderen machen.

Gast

Das Wort Widerstand ist ja auch im Titel. Wir müssen uns auch selber widerstehen können.

Uwe

Ja, also ich bin unwiderstehlich.

Gast

Reibung erzeugt Wärme.

Uwe

Nein, also ich möchte dazu noch vielleicht ein paar abschließende Worte sagen, jedenfalls aus meiner Sicht. Zunächst einmal ist klar, dass die Aussagen, die ich mache, die sind deswegen ein bisschen nicht so ohne weiteres zu schlucken, weil ich eben ja den Menschen anders definiere und eben nicht mit seiner Persona identifiziere, sondern sage, das ist seine Kleidung. In Wirklichkeit ist der Mensch viel mehr. Und wenn ich sage, er ist viel mehr und er könnte jederzeit was anderes, folgt daraus nicht jetzt dieser Schlussfolgerung, der naheliegt, der verständlich ist. Ja, wenn ich das dann jetzt erkenne, dann mache ich gleich am nächsten Tag alles anders. Nein, so ist es nicht. Das ist wie bei überall im Leben. Wenn ich heute sage, ach eigentlich könnte ich, wenn ich jetzt zehn Jahre alt bin, ich möchte, wenn ich mal groß bin, Arzt werden. Aus der Tatsache, dass ich als Zehnjähriger, Diesen Wunsch aus freiem Willen gefällt habe, folgt ja nicht, dass ich am nächsten Tag schon eine Praxis habe. Sondern es folgt nur, dass ich jetzt immer wieder die nächsten 10 oder 20 Jahre meinen Willen immer wieder neu bekräftigen muss. Und wenn ich vor Wahlen gestellt werde, also willst du dieses oder willst du jenes, werde ich meine Entscheidung an meinem Fernziel ausrichten. Aber die ursprüngliche Entscheidung war, ich will Arzt werden. Ich will Menschen helfen. Und genau so ist das, was ich sage, auch zu verstehen. Wir sind im Kern sowas von frei, haben uns aber angewöhnt, die Freiheit nicht zu nutzen. Und wenn jetzt jemand sagt, du bist doch frei, dann kommen wir auf den völlig absurden Gedanken, dass wir nur, weil wir diesen Gedanken haben, für logisch halten, deswegen sofort alle unsere Ketten los wären. Und das sind wir nicht, sondern wir müssen dann Schritt für Schritt im Laufe von Tagen, Wochen, Monaten und Jahren unsere Ketten lösen. Aber der erste Schritt ist zu erkennen, Ich bin ein freies Individuum. Ich bestimme, was meine Gedanken sind. Das heißt nicht, dass ich, wenn ich diesen Gedanken einmal denke, von nun an die 16 Stunden, die ich am Tag bin, die hundertprozentige Gedanken- und Selbstkontrolle habe. Das folgt daraus nicht, sondern diese Leistung, die hat man dann vielleicht nach 10 oder 20 Jahren des intensiven Übens. Dann beherrscht man sie, aber nicht schon am nächsten Tag.

Gast

Das ist übrigens auch das, was dahinter steckt. Im Grunde genommen, wenn Menschen jetzt auf Demonstrationen gehen, ich meine, ich höre mir ja auch Elie teilweise diese vier Stunden Reports da an, wo dann auch Interviews dabei sind oder mal Leute befragt werden. Wo immer, und das habe ich letztes Jahr, wann ging das los? Im Mai oder so, habe ich schon gesagt, lasst langsam gehen. Also man geht mit der Erwartungshaltung rein. Ich bin jetzt auf der Straße, da muss ich doch was tun. Punkt. Ja? So, und das führt letzten Endes immer, muss zwangsläufig, weil man ist ja der Erste auf der Straße oder auch von mir aus der Hundertstausendste auf der Straße, aber wir haben 82, 83 Millionen hier. Das muss zwangsläufig zu Erschöpfung führen, weil dann bin ich das Zweite, das Dritte, das Vierte, das Fünfte Mal mit diesem Gedankengut, also ich sage nicht, dass was dagegen, auf der Straße zu sein, sondern dieses Gedankengut, dann muss ich was tun. Nein, es muss sich gar nichts tun. Wichtig ist, dass ich auf der Straße sein will. Das ist ein Unterschied. Ich bin da, um da zu sein und nicht, um etwas zu verändern. Wenn sich um mich herum dann alles verändert, dann ist das, dass ich da bin, genau das, was es sein soll. Ich habe den Initial erteilt, ich habe das Initial gegeben. Und der Eli spricht ja gerne davon, so von wegen, ja müssen wir mehr tun, müssen wir mehr tun. Ganz ehrlich, mir wäre es vollkommen zu Genüge, wenn mehr von dem, was jetzt getan wird, getan wird. Wenn mehr Leute sich Gedanken darüber machen, wenn mehr Leute das offene Gespräch suchen, weil, ich hatte ja gesagt am Anfang, man kann sich nur den Gedanken vorstellen, der schon existiert. Wenn wir mit jemandem sprechen, der vorher keinen Zweifel hatte und wir sind in der Lage, dort einen Gedanken zu säen. Dann wächst der Baum von selbst. Gar nicht irgendwie großartig dagegen argumentieren. Nur ein Gedanke, der zündet. Das ist wie Saatgut. Wenn das einmal zündet, dann wächst die Pflanze wie von selbst. Da muss man gar nicht daneben stehen. Den kann man am Rande stehen lassen und geht dann im Prinzip einfach weiter. Zum nächsten. Und das ist das Wichtige. Ich muss niemanden bekehren. Ich muss ihn anregen, diesen Gedanken selber zu entwickeln. Das ist das Einzige.

Uwe

Und dann passiert es von selbst. Und das ist, was ich ja auch schon wiederholt kritisiert habe, dass in dem Moment, wo wir auf andere von außen zwanghaft einwirken, Sind wir Demagogen, sind wir Egomanen, sind wir schlichtweg Aktivisten, die den Willen der anderen vergewaltigen und sie quasi dazu zwingen wollen, dass sie genauso denken und fühlen und handeln wie wir.

Gast

Etwas sanfter ausformuliert. Du bist schon wieder natürlich voll im Extrem. Aber jetzt mal ganz ehrlich, wenn ich ein Kind frage, sag mal, hast du den Lolli genommen? Und der hat den Lolli noch in der Hand. Da weiß ich ganz genau, kommt als erstes mal der Versuch daraus wegzukommen aus der Situation. Wenn ich zu jemandem sage, da muss dir doch auffallen, dass das was mit den Zahlen nicht stimmt, dass da irgendwas. Nein, einfach ganz normal darüber reden, seinen Standpunkt lassen, meinen Standpunkt lassen. In dem Moment, wo er mich gehört hat, ist die Pflanze gesetzt.

Uwe

Das ist das alte sokratische Prinzip, dem Menschen nicht die Wahrheit vorzulegen, sondern die Fragen zu stellen und zum Nachdenken anzuregen. Das ist, wie Weisheit erzeugt wird.

Gast

So hat ja auch schon Sokrates seine Dialoge da geführt. Genau.

Uwe

Das sokratische Prinzip. Und das machen wir eben nicht, sondern das ist eben, dass wir genauso aggressiv und aktiv auf die Menschen einwirken, wie die, die bekämpft werden. Und deswegen war ja meine Kritik ja auch letzte Woche schon, wir befinden uns, wenn wir so handeln, auf der reaktiven Ebene. Wir machen genau das, was wir bekämpfen. Und deswegen kann das langfristig nicht zum Erfolg führen, weil selbst wenn wir gewinnen würden,

Gast

Es wäre nicht die erste Konterrevolution, die danach folgt.

Uwe

Genau, es sind ja genau dieselben unvollkommenen Menschen, die genau dieselben Defizite im Denken, Fühlen und Handeln haben, nur dass sie jetzt die Welt von der anderen Seite sehen. Aber die Welt wird dann nicht besser werden. Und deswegen muss der erste Schritt, müsste, nicht muss, sondern müsste sein, könnte, wäre wünschenswert, wenn die Menschen mal anfangen zu überlegen, was sie eigentlich tun. Und solange man aber sein persönliches Glück hat. an dieses kollektive Wohl anhängt, denn die Welt als Ganzes muss doch gerettet werden. So lange läuft man Gefahr, sich selbst zu täuschen. Nämlich jetzt hat man wieder einen Trick gefunden, sich nicht mit sich selbst zu beschäftigen und sich mit allen anderen zu beschäftigen. Dieser Weg ist mühselig. Genau, anstatt jetzt also seine Gedanken und Gefühle zu optimieren, ein harmonischer, erfolgreicher, zielstrebiger Mensch zu werden, fängt man an, an den anderen rumzumäkeln, an der äußeren Welt und die zu optimieren. Ich sage nicht, dass man das gar nicht tun sollte. Also irgendjemand schrieb im Chat, ja was würde ich da machen, wenn ich im Dritten Reich wäre, ob ich dann auch heil rufen würde und so weiter. Da habe ich geantwortet, ich bin nicht im Dritten Reich. Ich rede von der realen Gegenwart hier und jetzt. Und hier und jetzt bin ich als Mensch, muss ich wirtschaftlich handeln, das heißt, was soll ich jetzt zum Beispiel sagen, ja, Wenn ich jetzt zum Beispiel in meinem Beruf darauf bestehen würde, niemals eine Maske zu tragen, dann würde ich wirtschaftliche Nachteile davon haben. Was habe ich davon? Gar nichts. Was stört mich die Maske? Gar nicht. Das heißt, man muss also subjektiv individuell entscheiden, welche Kompromisse geht man ein, welche geht man nicht ein. So und da mit irgendwelchen Ansätzen...

Gast

Darf ich ganz kurz widersprechen? Weil das ist für mich zum Beispiel ein negativer Ansatz. Ich gehe keinen Kompromiss ein. Ich frage mich eher, wo lohnt es sich? Wo habe ich den größten Hebel, um etwas zu verändern? Alles andere ist, es ist. Es ist halt so jetzt die Situation und ich suche mir aber die Stellen aus. Das ist übrigens wieder klassisch militärisch. Ich suche mir den Platz aus, auf dem gekämpft wird. An jeder Ecke, an jedem Supermarkt, wo ich meine Maske nicht trage, um zu zeigen, ich bin ein toller Hecht. Nee, darum geht es nicht. Es geht aber dann darum, wenn einer angeschissen wird, ich sage es mal ganz salopp, der keine Maske trägt und die oder der sagt, ich kann aber nicht, weil ich habe einen Attest. den dann zu verteidigen, weil das hat wesentlich mehr Außenwirkung als noch eine Maske runterzunehmen und ohne Maske durch die Gegend zu laufen.

Uwe

Naja, also jedenfalls möchte ich eben wirklich ein bisschen dafür sensibilisieren, dass wir beim Argumentieren nicht so viel mit den anderen argumentieren. Natürlich muss die Außenwelt verändert werden, weil es das Wesen des Menschen ist, die Welt zu verändern, sich selbst und die Welt. Aber es ist nicht nur die Welt und die Welt ist so riesig groß, dass man schnell vergessen kann, dass es eigentlich viel wichtiger ist, sich selbst zu verändern und die Welt eigentlich nur ein Anhängsel ist.

Gast

Erinnert euch zurück, das habe ich den Spruch habe ich gebracht bei der ersten Ausgabe unseres Talks. Da habe ich den Lateinisch zitiert. Jetzt kriege ich ihn wahrscheinlich nicht mehr zusammen, aber auf Deutsch übersetzt heißt er Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns in ihnen.

Uwe

Genau.

Gast

Liebe Leute, um jetzt einen anderen, kürzeren lateinischen Spruch zu bemühen, tempus fugit, die Zeit, sie entschwindet und entfleucht. Und auch uns ist sie heute entfleucht und entgangen. Aber ich glaube, wir haben sie, soweit es geht, wirklich produktiv genutzt. Und sei es, dass wir uns nur Gedanken gemacht haben, in einer Zeit der globalen Dummheit-Pandemie ist es sehr, sehr wichtig, dem etwas entgegenzusetzen. Ich glaube, das ist ein sehr, sehr weites Feld und wir haben uns heute etwas abseits bewegt von dem, wo wir eigentlich hinwollten. Es ist ein anderes Pingpong geworden, relativ monothematisch, wo ich eigentlich eine Dualität aufbauen wollte. Aber wir haben uns ja auch wie so oft wirklich auf die großen Themen dieser Welt gestützt und nicht irgendwo im Kleinteiligen verloren. Es ist halt, wie ich so oft sage, ich will wirklich nichts anderes als ganz essentiell ein Stück weit die Welt retten. Alles andere interessiert mich nicht. Klar, man kann man dann sagen, individuell, ja, welchen Beitrag leistest du dann? Die Zielrichtung ist genau die, die wir vorgeben und wir steuern alle in dieselbe Richtung. Das macht sowohl der Thilo, wenn er euch praktische Insider-Tipps gibt zum Thema Digitalisierung, aber auch der Uwe, wenn er euch sagt, das und das könnt ihr, solltet ihr, müsstet ihr, könntet ihr, wie auch immer, mit eurem Seelenheil einrichten. Gut, Jungs, also vielen lieben Dank. Ich muss die Sache an dieser Stelle abkürzen. Das war mal wieder unglaublich erhellend, erleuchtend und es war anstrengend. Ja, das weiß ich, das sehe ich an den Zahlen. Ja, die Leute kommen rein, ja, kurz nachdem sie gerade von BittlTV mal wieder irgendwie ein Interview vorgesetzt bekommen haben, schauen hier rein und fühlen sich sofort erschlagen von der schieren, sage ich mal, vom schieren Anspruch hier dieser Debatte. Ja, und es ist genau wie ihr gesagt habt, wenn man mittendrin drin ist, dann steigt man aus. Dann muss man von vornherein dabei gewesen sein und man muss ganz schön hart im Nehmen sein, um hier durchzuhalten in dem Zusammenhang. Also vielen Dank, dass auch ihr zwei durchgehalten habt. Das ist ein unerschöpfliches Thema. Wir wollen hier nicht nur irgendwie palawern, wir wollen irgendwann auch mal wirklich praktischer werden. Ich kann nicht versprechen wann, aber ich kann euch versprechen, dass diese Absicht immer noch bei mir im Hinterkopf ist und ich versuchen werde als Moderator, als ein bisschen maßgebender Ton hier immer wieder die Gäste dahin zurückzudrängen. Werden vermutlich, da bin ich auch ehrlich zu euch, immer so anfangen. dass wir ein bisschen zielgerichteter arbeiten und dann immer wieder abschweifen. Das liegt einfach in der Natur der Sache, aber ich glaube, das macht uns ja auch so ein bisschen so charmant und ich glaube inzwischen jetzt spätestens bei der dritten Ausgabe wissen diejenigen, die dabei sind, auch worauf sie sich eingelassen haben. Falls nicht, schlagt die Definition von Wahnsinn nach, dann werdet ihr wissen. Etwas anderes hier zu erwarten, wäre nicht ganz zieldienlich. Lieber Thilo, kurzer Hinweis an dich. Die zwei Videos, die du mitbringen wolltest, die zeigen wir dann beim nächsten Mal. Weil ich will jetzt nicht noch ein neues Fass aufmachen damit. Aber allen anderen sei gesagt, Thilo hat sich gut vorbereitet und hat noch ein bisschen was für euch im Gepäck. Nicht, dass der Uwe das nicht hätte. Uwe hat sich heute ein bisschen zurückgehalten. Er wollte heute auch ein paar Sachen zeigen. All das kommt ja noch. Wir haben ja noch Gelegenheit, hoffentlich nächste Woche, wenn wir dann Teil 4 rausbringen. Gut, abschließend, jeder kriegt nur noch eine Minute. Bitte noch ein Statement von euch, ob ihr das jetzt konstruktiv fandet. Wir haben uns ja heute ein bisschen in die Haare gekriegt. War das positiv zu werten, negativ zu werten? Soll es mehr davon geben, weniger davon geben? Sind wir auf Harmonie aus? Wie seht ihr das? Ist es für euch inspirierender, wenn wir so eine Debatte führen, die auch mal so ein bisschen, sage ich mal, hitziger wird? Oder sollen wir im Sinne von, was weiß ich, der Harmonie, die wir anstreben müssen, weil wir haben ja Vorbildcharakter für immerhin ein paar hundert Leute, das in irgendeiner Form anders aufziehen? Ich starte nochmal den Timer. Lieber Uwe, go.

Uwe

Ganz klarer Fall. Harmonie kann nicht der Sinn einer Gesprächsrunde sein, weil dann, wenn alle dieselbe Meinung haben, dann braucht man nicht sprechen. Dann reicht es aus, wenn einer spricht. Und wenn mehrere da sind, mag es sein, dass man Themen von verschiedenen Seiten aus beleuchtet. Es kann auch zu Kontroversen kommen. So wie Thilo schon vorhin ganz richtig sagte, wir brauchen eine vernünftige Diskussionskultur. Mir persönlich ist es auch nicht wichtig, ob man meine Meinung für richtig oder für falsch hält, sondern maßgeblich ist, ist die Aussage, die ich mache, anregend genug, um mal selber nachzudenken. Wenn ja, hat sie damit ihren Zweck erfüllt, selbst wenn der Betreffende zu der Schlussfolge kommt, dass meine Meinung für ihn persönlich Unsinn ist. Mehr habe ich dazu nicht zu sagen.

Gast

Du hast aber noch 15 Sekunden, lieber Uwe, sowas hatten wir noch nie.

Uwe

Die übergebe ich gerne an den Thilo.

Gast

Alles klar, gut. Lieber Thilo, selbe Frage an dich. Also wir müssen ja realistisch sein. Wir sehen ja auch, das hat auch für mich wirtschaftliche Konsequenzen. Kriegen wir uns hier in die Haare, spalten wir weiter die Leute, was machen wir? Also ist es im Sinne auch unserer Bewegung, nachhaltig auch für mich, so zu wirtschaften, so im Prinzip die Leute zu verprellen mit so, sag ich mal, hochtrabenden intellektuellen Themen, bei denen die Leute keinen Anschluss finden. Wie siehst du das? Und nimm ruhig kein Blatt vor den Mund. Ich weiß, das wird jetzt kritisch sein, aber wenn ich mir jetzt immer nur alleine diese Gedanken irgendwie mache und dann irgendwie den Leuten was von Latz knalle, so rum, dann heißt es wieder, Edi ist in irgendwelche Sphären abgehoben. Teilst du meiner Einschätzung, dass wir uns da auf sehr dünnem Eis begeben? Ist das richtig? Müssen wir dieses Wagnis eingehen? Im Chat schreiben die Leute, verbieg dich nicht, bleib wie du bist. Wo siehst du da den Kompromiss? Weil es ist ja ein sehr feiner Grad. Warte, bis mein Timer läuft. Hau rein. Also, nachdem Uwe ja gesagt hat, er gesteht ein, auch scheitern zu können, kann ich dem nichts mehr hinzufügen. Aber das Format ist anders. Das ist anspruchsvoller. Also man sieht ja auch die verschiedenen Tage, wo es dann bei dir mal hitziger, mal weniger hitzig ist. Ich glaube, das macht es eigentlich aus. Das ist das Interessante. dass wir halt solche Gespräche haben, genauso wie die gestrigen oder vorgestrigen. Du darfst oder wir, wer auch immer, dürfen nicht erwarten, dass das jetzt aber zu einem großen Applauspublikum führt. Ja, das Applauspublikum ist an anderen Kanälen, weil das halt einfach, ja, ich vergleiche das gerne mit diesem Club der klaren Denker zum Beispiel. Ja, die haben keinen Anspruch darauf, 100.000 User zu haben. Sondern die haben Anspruch darauf, was zu vermitteln. Und das findet dann mittelfristig, ja, wenn du kurzfristig ein Auto brauchst, wird es schlecht, aber mittelfristig wird das eher zum Erfolg. Ich sehe so ein bisschen, wenn du jetzt von Kurzfristigkeit und Mittelfristigkeit sprichst, auch wenn die Leute mich wieder für verblendet und Hybris und Gott weiß was halten werden. Ich glaube, in diesen Gesprächen, die wir führen, mir drängt sich da immer diese Illustration auf. Also wir ernähren einen Menschen nicht für einen Tag mit einem Fisch, sondern wir bringen den Menschen das Fischen bei. Wir bringen denen das Denken bei ein Stück weit und wir merken, was das für ein schwieriger Prozess ist. Mir wurde mal in der Gymnasium... Ja, der Zweck des Gymnasiums sei eigentlich die Studierfähigkeit, den Schülern beizubringen. Ich kann jedem nur mal empfehlen, sich zehn Minuten hier anzuschauen, von mir aus auch aus diesem Gespräch, zehn Minuten beim Studieren. Ja, und zehn Minuten bei den anderen. Mit den drei Buchstaben. Ja, genau. Jeder für sich hat ein Publikum, hat im Prinzip eine bestimmte Qualität. Nur was hier definitiv nicht ist, ist, dass einfach drei Leute die gleiche Meinung haben. Ja, also per se schon kann rauskommen, dass man beim Gleichen dann vielleicht endet. Aber es ist nicht so vom Start schon klar, dass wir alle uns nur einfach hier ganz fest umarmen und toll lustig miteinander plaudern. Weil dafür ist es einfach die Sichtweise auch zu unterschieden. Und das ist ja auch das Reizvolle daran, glaube ich zumindest. Das ist meine Sicht. Solche Kanäle gucke ich mir an. Deswegen bin ich ja zum Beispiel auch hier hängen geblieben. nachdem ich ja anfangs auch sehr viel bitte mal geschaut habe aber das ist dann irgendwann auch das ist gar nicht gegen ihn aber ganz ehrlich das ist ein wieder coin ohne dass da was neues bei entsteht also ist kein neuer gedanke dabei ist ja es wird noch mal gesammelt alles was so an informationen da ist das ist auch gut so ja soll es auch geben und ist auch gar keine kritik aber es ist halt nicht mein format mein format ist schleifen ja schärfer werden und dann Irgendwann mal zum Schnitt kommen. Du weißt, ich bin kein Freund der großen Revolution und auch von Utopien. Wir müssen doch jetzt 80 Millionen Menschen zusammenfangen. Nee. Aber dieses kontinuierliche Weiterentwickeln, damit andere es dann an der Hand haben. sich zu entscheiden, mitzugehen. Ich zwinge niemanden was auf. Das ist ein Angebot. Denken ist immer ein Angebot. Das ist wie in der Schule. Gut, in der Schule genauso wie hier, kriegst du am Ende, wenn du nicht aufgepasst hast, nicht mitgemacht hast, eine 6 und wirst nicht versetzt. Ja, dann gehst du halt in die nächste Gesellschaft nicht mit. Das ist dann halt so. Dann bleibst du halt in der Steinzeit, wenn du so möchtest. Es kommt immer anders, wenn du nur denkst. Alles klar, liebe Leute, vielen lieben Dank. Ich kicke euch jetzt mal raus. Ich werde mich noch ein bisschen um die Community kümmern. Ich bedanke mich bei euch. Ich sage gar nicht mehr, es ist unfassbar, dass wir solche Sachen machen, weil inzwischen nach dem dritten Mal ist es offensichtlich, dass wir da allein Interesse daran haben, dass wir auch nochmal gestärkter als zuvor jetzt dieses Format, wie du richtigerweise sagst, lieber Thilo, wirklich schleifen. Wir merken also, wir kriegen auch hitzigen Disput hin, ohne dass wir uns jetzt total in die Haare bekommen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, mich macht das an. Also ich finde das wirklich im wahrsten Sinne des Wortes erregend, inspirierend. Und das gibt mir auch, ja, das Wort Hoffnung ist ja falsch, weil Hoffnung ist ja, das ist ja, das würde ja, das ist ja nicht realitätsbasiert. Das ist einfach nur, ja, es könnte doch sein, dass ich hoffe gar nicht mehr auf ein Wunder. Ich freue mich einfach auf das, was sich bestätigt hat, nämlich, dass wir, ja, das muss man so sagen, uns kontinuierlich aufeinander eingespielt haben, immer besser werden, die Gespräche für mich immer stimulierender werden und ob dann jetzt hier 300 Leute zugucken und irgendwann nur noch 30. Gib dir ein bisschen Zeit einfach. Wir werden auch das Format noch ein bisschen schleifen, dass man neu einsteigen kann auch mittendrin. Ja, aber das ist einfach, es ist eine andere Form der Diskussion. Und wir haben die Bereitwilligkeit, uns zu ändern. Während andere Kanäle, wie du richtigerweise sagst, im selben Trott immer wieder drinstehen. Klar, mit neuem Content, aber die Methode ändert sich nicht. Bei uns, wir haben eine Methode, auch wenn sie nach Wahnsinn aussieht und wir werden an ihr schleifen. Wir werden sie optimieren, solange wir können. Und vor allen Dingen, liebe Leute, das sage ich immer wieder, das Leben ist eine einzige Fortbewegung. Wir werden nie an einem finalen Ziel angekommen sein. Wenn du final meinst, irgendwo eine Lösung gefunden zu haben, dann bist du meistens in einer Sackgasse. Gut, Jungs, vielen lieben Dank. Wir sehen uns nächste Woche wieder. Bleibt, wie ihr seid. Also, tschüss. Ciao.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Cleverer Widerstand 3 Teil 4 - In welchem Verhältnis stehen Innenwelt und Außenwelt zueinander?“, Die Welt Klar Sehen, 07.02.2021.

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Talkrunde von Die Welt Klar Sehen (Säule 4) mit Uwe Loose, Eli und Thilo Klaas über das Verhältnis von Innenwelt und Außenwelt. Streitthema: Ist der Mensch Produkt seiner Prägung oder ein im Kern freies Individuum, das jederzeit neu entscheiden kann?

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