DWKS-Kompass-SiegelDie Welt Klar Sehen

Blenderei entlarvt | Der psychologische Blick auf 'Des Kaisers neue Kleider'07.04.2021

MENSCH & MASSE

Abschrift

Abschrift des Videos vom 07.04.202122 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Hallo liebe Zuschauer, willkommen auf meinem Kanal, Die Welt Klar Sehen. Heute möchte ich mich mal kurz mit einem Phänomen psychologischer Art beschäftigen, das nach meiner Ansicht auch in der modernen Zeit sehr weit verbreitet ist. Nämlich, dass wir Menschen, charismatischen Führern, ja alles glauben, was sie sagen, ihnen blind hinterherrennen und gar nicht merken, dass sie Blender sind und das in Wirklichkeit auch gar nicht wissen wollen. wie kommt das um was kann man dagegen machen bis gleich klar sehen clever denken bei handeln ja

wir sehen also ich habe ich hier auf meinem sogenannten thumbnail also meinem titelbildchen so eine kleine grafik worum handelt es sich denn da überhaupt ja das ist eine ja eine illustration Illustration eines Märchens von Hans Christian Andersen, also einem dänischen Autor, der eben, ich glaube, 150 oder 160 Märchen verfasst hat. Und hier geht es also um des Kaisers neue Kleider.

Das heißt, wir sehen hier auch, dass der gute Mann, der hat ja, er rennt ja quasi in Unterwäscher rum. Aber worum es da genau geht, das möchte ich gleich mal in einem anderen Text erklären. Ja, dieses Märchen wurde ja in vielen verschiedenen Sprachfassungen nacherzählt und ich möchte mal die kürzere Fassung einer modernen, sprachangepassten Variante kurz vorlesen, damit all diejenigen, die das Märchen nicht kennen, eine Vorstellung haben, worum es geht, was Hans Christian Andersen 1837 verfasst hat.

Also los geht's! Ja, ich lese dann mal kurz das Märchen vor. Es war einmal ein Kaiser, der sich nur um seine Garderobe sorgte. Eines Tages kamen zwei Betrüger in sein Reich. Sie gaben sich als Weber aus und behaupteten, die schönsten Kleider anfertigen zu können. Diese sollten zudem die Eigenschaft besitzen, für jeden unsichtbar zu sein, der seines Amtes nicht würdig oder dumm sei. Der Kaiser beauftragte die vermeintlichen Weber mit der Fertigung einer neuen Garderobe.

Diese stellten also ihre Webstühle auf und taten, als ob sie weben würden. Zunächst schickte der Kaiser einen Minister, um sich nach dem Fortschritt der Kleider zu erkundigen. Dieser sah zu seinem eigenen Schrecken rein gar nichts auf dem Webstuhl liegen. Das bedeutete gemäß den Betrügern, dass er entweder seines Amtes nicht tauge oder dumm sei. Da er um die vermeintliche Eigenschaft des Stoffes wußte, lobte der Minister die wunderschönen Stoffe. Einem zweiten kaiserlichen Gesandten erging es nicht anders, und so lobte auch er des Kaisers neue Kleider.

Nun wollte sich der Kaiser selbst die Webereien ansehen. Als er nichts auf dem Webstuhl sah, erschrak er und fragte sich, ob er dumm sei oder gar nicht dazu tauge, Kaiser zu sein. Darum lobte auch er die Stoffe, und sein gesamtes versammeltes Gefolge stimmte in das Lob ein. Bei einem öffentlichen Festmarsch stellte der Kaiser seine neuen Kleider, das erste Mal öffentlich zur Schau. Die Kammerherren taten so, als trügen sie die unsichtbare Schleppe, und niemand aus dem Volke wagte es, sich anmerken zu lassen, daß er keine Kleider sah.

Alle jubelten dem Kaiser zu und bewunderten seine neuen Kleider, bis ein kleines Kind sagte, »Aber er hat ja gar nichts an!« Diese Aussage verbreitete sich in der Menge, bis schließlich das ganze Volk den Ausruf des Kindes wiederholte. Ja, solche Märchen, die sind ja schon vielfältig von Psychologen untersucht worden, weil sie eben doch kollektive Prozesse repräsentieren und wir heutzutage dazu in der Lage sind, das auch begrifflich ganz gut zu erfassen.

So, und ich fasse mal so die wichtigsten Interpretationen zusammen, die mit diesen Märchen verbunden werden. Zunächst einmal geht es darum, dass eben die Menschen hier den sogenannten Zuschauer-Effekt haben, nämlich, dass man, wenn viele Leute zusammen sind, dann möchte man auf keinen Fall, dass von außen eine negative Bewertung bekommt als Einzelner. Das heißt, man passt sich der Meinung der anderen an.

Wenn alle anderen der Meinung sind, dass es in Ordnung ist, dann ist das in Ordnung. Wenn alle anderen der Meinung sind, dass und das gibt es, zum Beispiel eben die Kleider, ja dann gibt es die eben. Denn würde man das leugnen, dann hätte man ja ein Problem und müsste sich gegen die anderen verteidigen. Deswegen, dann ist es auch so, dass man sich in der Masse versteckt und sagt, wenn da irgendwas wäre, dann hätte ja schon jemand anders sich geäußert, dann hätte ja schon jemand anders etwas gemacht.

Also zum Beispiel, wenn ein Autounfall ist und da stehen zehn Leute rum und warten, dass einer kommt und was tut. Aber es kommt eben keiner und so stirbt dann eben der Verunfallte, weil alle der Meinung waren, dass sie persönlich gerade nicht zuständig sind. Ja, und das heißt, manchmal denkt man auch, weil eben keiner was tut, es ist ja nicht so schlimm, oder eben, es müsste jemand anders was tun, aber man selber nicht.

So und hier ist es so, dass die Menschen, das heißt sowohl der Kaiser als auch sein Gefolge und das Volk, die sind ja hier unter einem fremden Einfluss, nämlich von diesen beiden Betrügern, die sich als Weber ausgeben und erklären, dass sie besondere Experten in ihrem Gebiet sind. So, und dadurch haben sie einen psychologischen Vorteil. Sie können nämlich allen anderen erklären, dass wenn die nicht erkennen, was der Experte, was sie beiden als Experten so tolles tun, die anderen offensichtlich zu dumm sind, das zu verstehen, beziehungsweise sie sind vielleicht nicht zu dumm, aber stehen auf dem falschen Platz und können es nicht beurteilen.

Aber so das möchte natürlich keiner so auf sich sitzen lassen. Und deswegen denkt jeder, wenn der sagt, er ist ein Experte, dann ist er auch ein Experte. Egal, was der für einen Unsinn redet, weil wenn der Unsinn redet und ich das feststellen würde, wer bin ich denn? Ich bin doch kein Experte. Und ich selbst habe das ja in etlichen meiner Videos zu hören bekommen. Schuster, bleib bei deinen Leisten. Du bist doch kein Rechtsanwalt, Uwe Loose. Du bist doch kein Mediziner. Wieso kannst du irgendwas über RKI-Zahlen sagen?

Also dieses runterdrücken, weil man kein Experte von irgendwas ist und deswegen darf man keine Meinung äußern, das taucht relativ häufig auf. Ja, man kann also schon sagen, dass im Grunde genommen dieses Märchen ein sehr schönes Beispiel dafür ist von Gruppendenken, nämlich wie man seine eigene Meinung, sein eigenes Denken aufgibt und es dem Kollektiv überlässt, zu entscheiden, was die Wahrheit ist.

Und das Kollektiv wiederum beherrscht wird von einzelnen Experten oder zumindest Leuten, die vorgeben, Experten zu sein und die von vornherein einen schon herunterstupen, wenn man an ihrem Expertenstatus ein bisschen rumkratzt. So, besonders interessant wird es dann natürlich, wenn man sich nochmal genau anguckt, wie hier im Märchen denn die Betrüger argumentiert haben.

Nämlich, sie haben einen eitlen Fatzke, in dem Fall den Kaiser, dem sie tolle Kleider versprechen. Weil für ihn Kleider das Wichtigste sind, versprechen sie ihm quasi den Himmel auf Erden. Er kriegt die tollsten aller Kleider und er kriegt aber am Ende gar nichts. Ganz im Gegenteil, er kriegt weniger als gar nichts, denn er muss ja die Leute bezahlen und die tun ja gar nichts. Die geben ihm keinerlei Gegenleistung, sondern knöpfen ihm sein Geld ab und machen ihn letztendlich vor seinem ganzen Volk noch lächerlich und verdummen ihn und das ganze Volk.

Das heißt also, hier ist die Hauptstrategie der Betrüger, die Führer zu manipulieren, die Meinungsbildner, die Anführer, dadurch, dass sie die schon vom selbstständigen Denken abhalten. Dadurch, dass sie denen wie der Ziege eine Karotte vor die Nase halten und sagen, ach du hättest gerne das und das, das können wir dir bieten. Und das kennen wir auch in anderen Bereichen, dass also der Himmel auf Erden versprochen wird, weil die Leute sich genau diesen Himmel so wünschen.

Ja, also die falschen Versprechungen, die sind quasi das besondere, ja, der Antriebsmotor dieser ganzen Scharade und das Mittel, diese Scharade zu verhindern ist, aus Sicht der Betrüger, Kritik zu verbieten. So, und wir sehen aber auch, hier schön dargestellt, ein kleines Kind sagt, der Kaiser hat doch gar nichts an.

Das heißt, wenn man also nicht hier zu der gesellschaftlichen Konvention, was denkt die Masse und was darf ich sagen, bevor ich in schlechtes Licht komme, wenn man da mal einfach hinguckt, was da ist, so wie ich in meinem Kanal sage, Die Welt Klar Sehen. Genau hingucken, was ist denn da? Nicht, was sollte dort sein, was hätte ich gerne dort, sondern was ist dort? Was zeigen die Augen tatsächlich? Was sind die Fakten? Nicht, was würde ich mir wünschen?

Und wenn man dann eben hinguckt, was ist dort und stellt fest, da ist gar nichts. Ja, dann müssen sich alle anderen entscheiden, wie sie mit dieser Information umgehen. Und wenn sie sich dann blamiert fühlen, dass sie so dumm waren, das nicht rechtzeitig gesehen zu haben, weil jemand mit Kinderaugen hingeguckt hat, sie selber als Minister aber nicht. dann kann es sein, dass sie aktiv anfangen, diesen Betrug mitzutragen, weil sie ihre Nommee nicht verlieren wollen.

Ja, das heißt also, letztendlich steht das Kind alleine da. Hier im Märchen hat es ein gutes Ende genommen, nämlich alle anderen haben gesagt, ach ja, das Kind hat ja recht. Aber es gibt sicherlich auch Fallgestaltungen, wo alle anderen sagen, halt doch den Mund, du bist doch nur ein Kind, was hast du denn schon für eine Ahnung? Und dann hätten sie genau diese Argumentation der Betrüger übernommen.

Ja, Moral von der Geschichte, wenn wir das nicht wollen, müssen wir schon anfangen, selber zu denken. Und zwar unabhängig davon, was andere meinen, was wir denken sollten und was andere der Masse erzählen, worüber die nicht denken darf. Ja, das würde ich vielleicht noch später in einem anderen Beitrag noch etwas vertiefen wollen, aber nicht an diesem Märchen. Für heute soll es dann erstmal reichen. Vielen Dank.

Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Blenderei entlarvt | Der psychologische Blick auf 'Des Kaisers neue Kleider'“, Die Welt Klar Sehen, 07.04.2021.

iWas dabei übertragen wird

Erst der Klick startet das Video und baut dabei eine Verbindung zu YouTube auf. Bis dahin wird nichts von dort geladen — auch dieses Vorschaubild liegt auf dem Server von dieweltklarsehen.de. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung

Auch als Podcast: Spotify · Apple Podcasts · Amazon Music · Deezer · podcast.de · Podcast Index

Uwe Loose nutzt das Märchen 'Des Kaisers neue Kleider' von Hans Christian Andersen, um zu erklären, warum Menschen charismatischen Blendern blind folgen. Im Zentrum stehen Zuschauer-Effekt, Gruppendenken und der Missbrauch von Expertenstatus zur Unterdrückung von Kritik.

Alle Videos aus 2021 · Zum Videoportal