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Was kann man von der Pfingst-Demo in Berlin erhoffen + Auswandern Pro und Contra? - Meine Meinung09.05.2021

PROTEST - ANALYSE

Abschrift

Abschrift des Videos vom 09.05.202160 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Ja, also jetzt sind wir dann gleich soweit. Der Uwe ist Gott sei Dank schon bereit und wir werden heute ganz gespannt sein, was uns der Uwe erzählen wird, weil er hat immer einen sehr interessanten Ansatz und ich habe alles, glaube ich, ziemlich gut verfolgt, was Uwe gemacht hat.

In dem letzten Jahr, zusammen mit dem Elia, hat er sich exponiert, er hat einen Standpunkt eingenommen und das denke ich ist immer wichtig, dass man einen Standpunkt einnimmt und ihn dann vertritt. Das ist übrigens auch das große, was Dante Alighieri mal gesagt hat, ein Mensch soll in jungen Jahren alle Wissenschaften nach der Wahrheit durchforsten, ohne Annahme der christlichen Dogmen, der Dogmen der katholischen Kirche.

Und dann, wenn er diese Wahrheit gefunden hat, dann soll er sie wie ein Liebender, Leidender und Lernender vor der Gesellschaft verteidigen. Also in diesem Sinne ist Uwe Loose ein, wie soll man das sagen, ein vorbildlicher Schüler, kann man das sagen, vielleicht werde ich immer gleich fragen, von Dante Alighieri, der eben genau das gefordert hat.

Nimm dir einen Standpunkt und vertrete ihn. Also, jetzt schauen wir mal, ob unsere Verbindung klappt. Uwe, hörst du mich? Klar sehen, clever denken, reihandeln. Ja, ich höre dich. Hörst du mich? Ja, wunderbar. Es klappt. ja danke dass du einen standpunkt vertritt und diesen auch verteidigt und deswegen schon mal

gleich so die frage wie erst mal wie geht's dir und was machst du so ja also mir geht es nach wie vor gut also ich bin von der krise nicht so sehr beeinflusst weil berufsbedingt bin ich da da relativ unabhängig. Ich bin Sachverständiger für Immobilienbewertung und habe viel mit Ehestreitigkeiten, mit Erbschaften, mit steuerlichen Angelegenheiten zu tun. Das sind konjunkturell unabhängige Sachen. Gestorben wird immer, geschieden

wird immer, besteuert wird immer. Und insofern habe ich im letzten Jahr sogar mehr Umsatz gemacht als im vorletzten Jahr, weil ich schlichtweg nicht in Urlaub gefahren bin und stattdessen gearbeitet habe das heißt jetzt wird gerade vielleicht wird jetzt gerade mehr gestorben nein also das kann ich jetzt so statistisch nicht feststellen soweit ich kann ja nur die aufträge annehmen die ich kriege ja so und da ich in einem betrieb denn wir sind meine kapazitäten begrenzt ja und wenn meine

kapazitäten überlastet sind dann nämlich keine neuen aufträge an also insofern das kann ich jetzt weder positiv noch negativ beurteilen, also aus Berufspraxis heraus. Ja, oder wird jetzt mehr geschieden, oder kannst du auch nicht sagen, weil da ist wahrscheinlich die Antwort die gleiche dann, oder? Ja, so ist es. Okay, also dann gehen wir doch mal gleich in medias res.

Pfingsten und Berlin. Was würdest du dazu sagen jetzt? Ja, also bei Pfingsten und Berlin, das ist ja, ich muss dazu sagen, ich bin ein bekennender Nicht-Demonstrant. Das war ich schon immer gewesen, obwohl ich im letzten Jahr zweimal sogar eine Rede auf Demonstrationen gehalten habe, zum Thema eben, dass die Menschenwürde höher ist als die Gesundheitsfürsorge, ja, gemäß Grundgesetz, und dass eben die Menschenwürde unantastbar ist, um was man daraus, wie man das verstehen kann, ja,

Woran man erkennt, dass sie doch angetastet wird. Ansonsten bin ich aber auf Demonstrationen nicht gewesen, nicht weil ich gegen Demonstrationen wäre, sondern weil es einfach nicht mein Naturell ist. Ich bin ein Individuum, ein Einzelmensch. Ich habe nur wenige ausgewählte Freunde und ich fühle mich in Massenveranstaltungen überhaupt nicht wohl. Da gehöre ich gar nicht hin. Und deswegen habe ich keine Veranlassung, mich irgendwo hinzustellen und mit dem Körper zu argumentieren. Meine Sprache oder meine Argumentation ist die Sprache des Geistes, um es mal so ein bisschen akademisch zu sagen.

Was ich zu sagen habe, das rede ich und das demonstriere ich nicht mit dem Körper, aber das ist eben Geschmacksfrage. Aber gerade daraus, dass ich Distanz habe und trotzdem eben doch einiges an Geschehen mitverfolge, stelle ich auch fest oder habe es wiederholt auch in Livestreams festgestellt, dass nach meiner Meinung einiges in der Protestbewegung im Argen ist. Und heute, wo du mich interviewst, werde ich wahrscheinlich nicht zu einem anderen Ergebnis kommen.

Und du fragst mich ja, was ist denn mit der Pfingstdemo? Jetzt muss ich mal gucken, ob ich das hier darstellen kann. Genau, das geht ja, wobei das jetzt vom Fenster her ein bisschen ungünstig ist. Mal gucken, ob ich das ein bisschen verkleinern kann. Also wenn man sich anguckt, was der Anbieter oder der Veranstalter schreibt, so Manifest in Pfingsten und dann wird gefordert, ganz oben drüber steht, unsere Grundrechte sind nicht verhandelbar.

Also da muss ich mal sagen, das stimmt ja schon mal nicht, weil Grundrechte sehr wohl verhandelbar sind. Sie werden nämlich im Parlament eingeschränkt. Das ist gerade das Wesen des Grundgesetzes, dass Grundrechte sehr wohl verhandelbar sind. Nur ist die Frage, was man unter verhandeln versteht. Dann heißt es unter 1 Rücknahme sämtlicher Änderungen des Infektionsschutzgesetzes. verstehe ich nicht, warum nur auf die dritte Änderung Bezug genommen wird, nämlich Einführung von

§ 28a. Eigentlich sind auch schon die vorherigen beiden Änderungen nach meiner Meinung verfassungsrechtlich bedenklich gewesen. Vollständige Wiederherstellung aller Grundrechte. Okay, und es kommen verschiedene Punkte, die ein bisschen konkreter sind, wobei Weil ich aber sagen muss, na ja, eigentlich gibt es noch diese Punkte da drin, das heißt ja, wir sind gegen die Corona-Maßnahmen.

Und an der Stelle frage ich mich, ja und? Wir sind gegen die Corona-Maßnahmen. So, worin sind die Corona-Maßnahmen bestehen? Die bestehen nicht da drin, dass einzelne Punkte dort sind, sondern dass wir bis zur Einführung des Paragraf 28b und mittlerweile ja auch c, hatten wir ja noch Länderverordnung. Das heißt, wir haben im Grunde genommen genau 18 Stellschrauben gehabt, an denen die gesamte gesetzliche Pandemie aufgehängt war in Deutschland.

Das war einmal die parlamentarische Erklärung, dass wir in einer pandemischen Notlage sind oder wie auch immer die Formulierung heißt. Dann haben wir die 16-Länder-Verordnung und dann haben wir die besondere Ermächtigung der Regierung. Das sind 18 Punkte. Und seit einem Jahr sind Tausende von Demonstrationen gefühlt gewesen. Und die haben alle das Ziel gehabt, irgendetwas zu ändern.

Aber keine von diesen 18 Stellschrauben ist tatsächlich geändert worden. Nach einem Jahr Demonstrieren mit Großdemonstrationen in Berlin, wo Hunderttausende bis X waren, mit vielen kleineren Demonstrationen an vielen Orten. Das Bruttoergebnis ist, es ist unheimlich viel bewegt worden. Das Nettoergebnis ist, es ist aber nichts passiert. Denn weder wurde in einem der 16 Bundesländer auch nur eine Corona-Verordnung abgeschafft, noch wurde die pandemische Notlage abgeschafft, noch wurden die Sonderermächtigungen der Regierung abgeschafft.

Ganz im Gegenteil. Seitdem 28b eingeführt wurde, hat der Staat sogar noch die Länder entmachtet. Das heißt, die juristische Lage ist ja seitdem deutlich schlechter geworden. Das heißt also, obwohl Hunderttausende von Menschen ein Jahr lang demonstriert haben, ist das Ergebnis nicht nur null, sondern es ist sogar weniger als null. Die Situation ist verschlechtert worden. Und da stellt sich für mich die Frage, was soll das? Also ich verstehe zwar, unabhängig davon, dass ich selber kein Gruppenmensch bin und nicht nach draußen mit dem Schild gerne rumrenne, aber ich habe sehr viel Sympathien für die Menschen, die den Mut haben und die Zeit aufwenden und das Geld aufwenden, das immer wieder und wieder zu machen und die auch bereit sind,

sich mit dieser zunehmenden Polizeigewalt und den Ungerechtigkeiten, die an den verschiedensten Stellen so offensichtlich sind, dass es ja schon zum Himmel schreit, die bereit sind, das alles zu ertragen und das für ihre Mitmenschen machen, das ist ganz bewundernswert. Aber ein guter Wille und viel Einsatz ist noch keine Rechtfertigung für Ergebnisse, die nicht erzielt werden. So, und ein weiteres Ergebnis, was auch nicht erzielt wurde, obwohl es immer angestrebt war, war, die Masse der Bevölkerung mitzunehmen.

So, wenn ich mir die Wahlergebnisse jetzt in den letzten beiden Wahlen angucke, in den Landtagswahlen, was die neuen Parteien erbracht haben, ja, das ist genau der Prozentsatz von Protestlern. Ein Prozent hier und noch ein Prozent da und das war's. Das heißt, 98 Prozent der Bevölkerung, wenn wir das mal auf ganz Deutschland übertragen, interessiert das Thema überhaupt gar nicht. So, und da können die zwei Prozent, das muss man jetzt mal ganz sachlich sagen, die zwei Prozent können doch rumschreien, so viel wie sie wollen, sie bleiben doch nur zwei Prozent.

So, in Hamburg alleine, da haben wir 1,9 Millionen Leute im Stadtgebiet, plus noch 200.000 im Umland. So, und wenn Hamburg querdenken 40 auf die Straße geht, dann können die vielleicht 1000 Leute mobilisieren. So, selbst wenn die noch 20 Mal so viele Unterstützer hätten, sprich 20.000 wären, was sind denn 20.000 Sympathisanten bei 1,9 Millionen? Das ist ja noch nicht einmal ein Prozent. Und da sind wir in der zweitgrößten Stadt in Deutschland.

Das heißt, wir sehen, dass auch dieses große zweite Ziel, nämlich wir möchten eben die Masse der Bevölkerung ansprechen, ist nicht erreicht worden. Bis heute nicht. Und wenn ich dann mir jetzt dieses Programm angucke, was der Veranstalter für Pfingsten hat, dann sehe ich auch nicht, dass daran irgendwas sich ändern könnte. Denn die Forderungen sind im Grunde genommen fast identisch mit dem inhaltlich, nur ein bisschen spezifischer formuliert, ein bisschen aktueller formuliert von dem, was die Querdenken-Demos von Anfang an gesagt haben.

So, dann schreibt er weiter unten, ich blende hier nochmal um, in Anlehnung an den Corona-Untersuchungsausschuss wollen wir das und das. Was? So, wir fordern nämlich, dass alle Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. So, ich kenne diese Forderung, ich weiß auch, wo sie herkommt. So, es ist die Frage, ist diese Forderung verständlich?

Ja, natürlich ist sie verständlich, wenn man sagt, das ist ein Rechtsbruch, das sind Anzeichen von faschistischem Verhalten und, und, und. Ist alles nachvollziehbar. Aber jetzt mal abgesehen vom Nachvollziehbaren, was ist denn realistisch? So, und wenn dann jemand sagt, sagt, ja, wir brauchen jetzt was Zweites, wie damals die Nürnberger Prozesse, vielleicht so Brüsseler Prozesse oder sowas. Da muss man doch bitte mal gucken, wie denn damals die Situation war mit den Nürnberger Prozessen. Was war die Ausgangssituation?

Da war das böse Deutschland, was den Krieg verloren hatte. Und dann haben die Siegermächte, die haben eine Strafaktion vorgehabt, um Schadensersatz von den Deutschen zu bekommen. Das heißt, da waren auswärtige Siegermächte, die in eigener Regie das deutsche Volk gezwungen haben zu einem Schauprozess. Und wir wissen im Nachhinein historisch, dass da vieles nicht rund gelaufen ist, sodass im Grunde genommen die richtigen Drahtzieher gar nicht gefasst wurden, dass nur irgendwelche Mitläufer oder größtenteils Mitläufer dort angeklagt wurden.

So, aber heute ist die Situation doch eine ganz andere. Heute gibt es doch gar keine Außermacht von außen. Wer soll denn das sein? Soll das Herr Biden in den USA sein? Soll das Herr Putin sein? Soll das Herr Xi Jinping in China sein? Wer soll das sein? Das heißt, es gibt niemanden, der im Moment außerhalb der Corona-Pandemie-Situation steht und auch nur ein Interesse daran haben könnte, alle anderen, vielleicht gerade Deutschland, zu einem Prozess zu zwingen.

Das heißt, diese Vorstellung, die in den protesttheoretischen Kreisen kommuniziert wird, das ist für mich Blödsinn. Das ist Kinderträumerei. Solche externen Kräfte gibt es nicht. Man kann nicht gleichzeitig sagen, unsere Gerichte sind korrupt, weil sie von der Politik die obersten Richter eingesetzt bekommen und werden gesteuert. Und dann erwartet man, dass genau diese Gerichte dann einen Strafprozess gegen die Politiker machen.

Das ist doch Unsinn. Das ist logisch Unsinn. So, und ich möchte mal dann weitergehen hier. Und dann schreibt er dann, alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Darauf wird Bezug genommen. So, und wenn ich dann auf den Link mal draufklicke, ja, was steht denn da? Es ist jetzt ein bisschen verkleinert, weil ich das hier nicht so richtig hinkriege. Er zitiert ja seinen eigenen Text noch nicht mal so richtig.

Er zitiert auf Absatz 2, alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Ja, das ist richtig. Und da steht in Satz 2, diese Staatsgewalt, nämlich sie, wird vom Volke in Wahlen und Abstimmung, bla bla bla, ausgeübt. So geht die Macht vom Volke. Das heißt, wenn man sagt, ich will Macht ausüben als Volk, weil wir das Volk sind, dann gilt nach dieser Bezugsquelle, gilt doch was ganz anderes. Nämlich dann heißt es doch, wir gehen in die Parteien und üben dort unsere Macht aus.

So und dann sind wir schon beim nächsten Punkt. Warum macht man das nicht? So hunderttausende von Menschen gehen auf die Straßen mit Resultaten null. Sie fühlen sich gut und glauben, was Wichtiges zu tun. Aber objektiv hat sich die Rechtssituation verschlechtert und nicht verbessert. Also warum gehen nicht diese 50.000, 500.000, 5 Millionen Menschen, warum gehen die nicht auf einen Schlag in die drei größten Parteien, in die Koalitionsparteien und in die Grünen und haben auf einmal diese Parteien mit Mitgliedern aufgeblasen und sind stimmberechtigt und können parteilich aktiv werden.

Und das alles, was bisher den Parteien vorgeworfen wurde, können sie von innen heraus ändern. So die Grünen haben es mit dem Marsch durch die Institutionen oder wie es hieß, seinerzeit in 20 Jahren geschafft. Heutzutage geht alles viel schneller. Das heißt, warum geht denn der Protest, der ja auf der bürgerlichen Argumentation beruht und sagt, wir wollen ja, dass der Bürger seine Rechte bekommt, warum übt er denn seine Rechte nicht aus als Parlamentarier? Warum geht er denn nicht in die Parteien?

Warum fällt Ihnen nichts anderes ein, außer auf die Straße zu gehen? Das ist schon in der Partei. Ich war schon mal in der Partei. Ich war auch in Verbänden und Organisationen. Ich weiß, wie das dort läuft. Und nichtsdestotrotz, das ist der Weg, wie soziale Gesellschaften bisher funktionieren. Nämlich durch Volksvertretung. Das hat bisher noch keiner geschafft, auch in der Schweiz nicht. irgendwelche Bürgerparlamente oder Volksinitiativen

im größeren Stil umzusetzen, gibt es nicht. Auch das ist bisher historisch eine Utopie. Das muss man ganz klar sehen. Jetzt kann man sagen, wenn wir zum zweiten Thema kommen, was ist jetzt mit dem Reisen und Ausland? Soll man auswandern? Wenn ich mir angucke, was in dem neuen Infektionsschutzgesetz steht, in § 28b, okay, da wissen wir, da sind einiges aufgefordert, was demnächst alles Bußgeld behaftet ist.

Wenn wir aber genauer gucken, müssen wir in § 73 und in § 74 reingucken. In § 73, da sind die exakten Bußgeldtatbestände zwar ziemlich verklausuliert und entsprechend erweitert, jetzt sind sie im Gesetz drin, geht alles mehr oder minder automatisch. Und in § 74 sind die Straftatbestände. Und wenn man das mal genauer liest, dann stellt man fest, dass unter zwei Voraussetzungen die Sachen, die früher, also bis vor 14 Tagen noch Bußgeldtatbestände waren, die können unter Umständen Straftatbestände mit Haft bis zu fünf Jahren sein.

Und wofür kriegt man Haft bis zu fünf Jahre? Für Betrug kann man das kriegen, für Urkundenfälschung, für Steuerhinterziehung, für Körperverletzung und solche Dinge. Das heißt, für schwere Straftaten, da gibt es bis zu fünf Jahren Haft. Zukünftig aber, das heißt ab sofort, kann es solche Haftstrafen auch geben, wenn man das macht, was man früher ein Bußgeldtatbestand war, was also Ordnungswidrigkeiten war, aber jetzt macht man es mit Vorsatz,

das ist Bedingung eins. Und Bedingung zwei ist, dass man ein ansteckendes Virus oder Bakterium verbreitet. Was heißt das konkret? Ich könnte mir jetzt so ein Szenario vorstellen, dass jemand auf eine Demo geht und dann wird er festgenommen und nun hat er keine Maske auf und dann macht man mit ihm einen positiven PCR-Test und dann ist das Vorsatz. Vorsatz, ja, er hat den Abstand nicht eingehalten, Maske nicht getragen, das ist eine Straftat. Vorher kriegt er 150 Euro Bußgeld und jetzt kriegt er ein Strafverfahren an den Hals.

Und wozu führt das? Das führt dazu, dass jetzt die Exekutive sich, abgesehen davon, dass sie die Länder ausgeschaltet hat und jetzt quasi so machen kann, was sie will, dass sie sich die rechtliche Grundlage geschaffen hat, Die gesamte Protestbewegung Schritt für Schritt ihrer Führer zu berauben, indem sie denen nachweist, dass sie vorsätzlich gegen jeden und jeden Paragrafen verstoßen, gesundheitsgefährdend waren und deswegen Straftäter sind.

Und wenn das der Fall ist, dass wir zunehmend kommen, das heißt, je mehr Demonstrationen jetzt kommen, spätestens wenn der Ballweg im August die Großdemos durchführt, hat die Exekutive eine Steilvorlage, um richtig gegen die Protestbewegung vorzugehen. Also noch bequemer können die es gar nicht haben, ihnen die Bilder und die Anlässe zu liefern, die sie brauchen, um die Schraube noch weiter anzuziehen. Und dann wird sich jeder, der in der Protestbewegung ist,

muss sich Gedanken machen, wie er sich positioniert. Bisher konnte man sagen, ich kriege bloß ein Bußgeld von 150 Euro und dann nehme ich mir meinen Klageanwalt und dann passiert da was oder auch nicht. Aber jetzt geht es auf einmal um Strafanzeigen. Und wie viele von den Menschen, die bisher noch die Klappe groß ausrufen, wir sind das Volk, wie viele von denen werden das noch tun, wenn sie eine Strafanzeige kriegen und womöglich auch verurteilt werden und das in ihrem polizeilichen Führungszeugnis drin steht und sie keine Arbeit mehr deswegen kriegen etc. etc.

Wer will mit diesen Leuten noch zu tun haben? Wer will mit den Hauptanführern und Hauptinfluencern zu tun haben, die dann vermutlich von den Mainstream-Medien als Terroristen dargestellt werden, als Schwerverbrecher, für die vielleicht sogar noch Fahndungen ausgeschrieben werden. Wer will mit denen noch in Verbindung stehen? Das heißt, die müssen sich ja auch entscheiden. Und das sind die Ersten, die dann sagen, ich gehe jetzt ins Exil.

Und was ist mit denjenigen, die hier im Inland bleiben? Die gehen nicht ins Exil, aber die werden die Klappe dann nicht mehr so groß aufreifen müssen, weil sie keine Strafanzeigen und Strafverfahren haben wollen. Das heißt, was wir jetzt haben, nach meiner Einschätzung, ist quasi die Endphase der Zerschlagung der Protestbewegung. Und die Protestbewegung tut mit ihren Demonstrationen nichts anderes, als Steilvorlagen für die Exekutive zu liefern, dass das Ende schneller kommt, als es sonst kommen würde.

Das ist nach meiner Meinung eine kontraproduktive Vorgehensweise. Und für die Leute, die wirklich was tun wollen und diese Zeitgeiständerung, die durch die Einführung von 28b entstanden ist, die das nicht richtig mental verarbeiten, wenn die wirklich was tun wollen, dann müssen die sich jetzt mal auf die veränderte Situation einstellen. Neue Zeiten verlangen neue Strategien. Und die alte Strategie, die ein Jahr lang gefahren wurde, hat nicht funktioniert.

Denn sonst würden die Gesetze erleichtert werden und nicht verschärft werden. Und was man jetzt noch tun kann, das ist vielleicht noch der letzte legale Weg, ist tatsächlich in die Politik zu gehen. Von der Straße runter rein in die Politik, die Parlamente überschwemmen mit Mitgliedern, die ganz anders denken als die bisherigen Mitglieder. Und da aber die Parteien sich nicht gegenseitig verbieten können. Also nicht in die Basis von dem Jahr 2020.

Die könnten ja noch schnell verboten werden, weil sie irgendwie unpässlich sind und sich unangenehm äußern. Aber wer will denn die CDU verbieten? Wer will die SPD verbieten? Und wer will die Grünen verbieten? Das kann keiner. Da müssen sie sich ja selbst verbieten. Das heißt, in dem Moment, wo man in diese drei Parteien jetzt eintritt, zu Hunderttausenden, dann ist man auch sofort an der Stellschraube, an denen die Politik arbeitet. Da braucht man keinen Marsch durch die Institutionen, sondern kann sofort handeln.

Das heißt, wenn dann im nächsten Jahr das Parlament darüber entscheiden muss, was ist denn eigentlich, ob die pandemische Notlage am 31. März 2022 verlängert werden soll oder nicht, Ja, dann können diese Parlamentarier von innen heraus sagen, nee, wollen wir nicht. Ja, aber du hast ja gesagt, du warst in einer Partei mit drin. Dann hast du es ja auch miterlebt, wie man sich da abarbeitet, wenn man da hochkommen möchte.

Das ist ja ein Prozess, der dauert Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte. Und das heißt, bis man dann rund geschliffen ist, kommt man dann, also man kommt rund geschliffen oben an vielleicht, aber dann hat man auch seine Seele schon so verkauft, dass es auch gar keinen Sinn mehr macht, jetzt zu versuchen, selbst das Ruder rumzureißen. Oder glaubst du, dass sich das irgendjemand anstelle der Anja Baerbock einen Uwe Loose

Also deine These ist ja richtig, Stefan, aber die gilt nur unter der Voraussetzung, die bisher immer galt, nämlich dass Einzelne in einer Partei antreten. Also wenn ich alleine jetzt in die Hamburger CDU, FDP oder sonst etwas eintreten würde, dann hätte ich genau dieses Problem. So, wenn ich aber mir angucke, wie viele Mitglieder zum Beispiel die SPD oder die CDU bundesweit haben und es treten in die CDU nochmal 100.000 Leute ein, so dann sind ja 50 Prozent aller CDU-Parteimitglieder Neumitglieder.

Und es müssen jede Woche, jeden Monat Abstimmungen gemacht werden. Das heißt, es können ab sofort die Neumitglieder voll mit abstimmen, nicht erst in vier Jahren. Und sie können das von innen heraus tun und nicht von außen und nur Forderungen stellen. Ich hätte gerne. Nein, sie können jetzt ganz konkret in ihrem Landkreis, in ihrer Stadt, in ihrem Bundesland, können sie was tun. So, dass vielleicht dort nicht sofort jemand Bundeskanzler wird und die Pandemie sofort abschaffen kann oder die Pandemiegesetze. Das ist eine andere Geschichte. So, die Frage ist nur, was ist denn die Alternative?

Das ist die Alternative. Weiter demonstrieren und nichts bewirken, weiter Videos produzieren wie Dutzende von Menschen, die sich immer nur beklagen und das Leid von neuen Seiten beleuchten. Ja, aber hat das dazu geführt, dass außer den 2%-Fürwörtern sonst noch irgendjemand sich positioniert? Nein. Wir sehen doch, die Leute rennen wie wild zur Impfung hin. Wie wild. Als ob es irgendwo Benzin für 15 billiger gäbe. Da spart man auch eine halbe Stunde, um 1,20 Euro zu sparen.

Und so rennen die Leute jetzt zur Impfung hin. Das heißt, der ganze Wunsch der Aufklärer innerhalb der Protestbewegung, wir möchten die normalen Bürger aufklären, der hat sich doch auch als Art Absurdum geführt. Die Leute wollen noch gar nicht aufgeklärt werden, die wollen nur ihre Impfung haben und dann hoffen sie, dass es dann besser wird. Und wenn es dann nicht besser wird, weil dann auf einmal das nächste Problem auftaucht, eine Mutante oder irgendwelche ökologischen Probleme, dann wird der Bürger sagen, naja, okay, dann machen wir das auch, aber dann wird es besser.

Und dann kommt das nächste, dann machen wir das auch und dann wird es besser. Das heißt, der normale Bürger ist ja ständig in dieser Schleife drin, dass er keine Lust hat nachzudenken und alles tut, was ihm gesagt wird. Und dann denkt er, ja, ich bin ein braver Bürger, zahle mal eine Steuer, mache, was gesagt wird. Es wird dann schon besser. Und wenn es nicht besser wird, dann ist das eben so. Ja, das ist, ja, kannst du was anfangen mit dem Ausspruch von Thomas Jefferson, die Demokratie ist wie ein Baum oder der Baum der Demokratie muss immer wieder mit dem Blut der aufrechten Patrioten gemessert werden.

Das kann durchaus sein, dass also da natürlich immer wieder neu gekämpft werden muss für die Rechte, das ist klar. Ich persönlich bin sogar der Meinung, dass es auch durchaus ganz andere Gesellschaftsentwürfe geben kann, wo Politik und Beamte und sowas überhaupt gar nicht existieren müsste. Ich verweise da auf die leeren Konzepte der alternativen Wirtschaftswissenschaftstheoretiker von den sogenannten Austrian Economics, also die Wiener Schule,

die das also ganz anders denkt, die sogar Nobelpreisträger hervorgebracht haben, die seit 100 Jahren Studien und Forschung machen. Also es gibt sehr wohl andere gesellschaftliche Konzepte, die auch jenseits von solchen Dingen sind. Wir müssen noch Parteien haben, die jenseits von solchen Sachen sind. Wir müssen noch ein Grundgesetz haben und die trotzdem durchaus auch funktionieren können. Das heißt, wir sind da schon, auch wenn hier die Protestbewegung sagt, sagt, wir sind hier liberal und wollen was machen, auch die bewegt sich in einem bestimmten, relativ engen Gedankenkreis.

Ja, verstehe ich alles gut. Ich verstehe deine Argumentation. Für mich ist es trotzdem so, dass ich zu denen gehöre, die du jetzt auch gerade prächtigterweise angegriffen hast. Was hat es euch denn gebracht? Tatsächlich haben wir nichts erreicht von dem, was du gesagt hast. Ich gebe dir da in der Beziehung vollkommen recht.

Es war für mir jedenfalls heraus, auch als Journalist erst einmal sehr interessant zu sehen, wie eine Scheindemokratie sich langsam zu einer Diktatur wandelt, dazu zu schauen und genau zu sehen, welche Prozesse, also wie löst sich gerade was auf, Wie verhält sich der einzelne Polizist? Und welche gesellschaftlichen Gruppen kommen jetzt so langsam hoch? Also die Ärzte für Aufklärung, die Rechtsanwälte für Aufklärung, wie stellen die sich? Was machen sie? Wie altruistisch sind sie? Und wie treten sie nach außen hin in die Öffentlichkeit?

Das ist sehr gut, dass du das erwähnst, weil ich stimme dem zu, dass alles, was bisher gemacht wurde, das ist zwar im Ergebnis, hat es nicht zu dem geführt, was man sich gewünscht hätte. Aber ich glaube nicht, dass man deswegen hätte darauf verzichten sollen, sondern ganz im Gegenteil. Es ist ein gesellschaftlicher Lernprozess für uns alle. Egal, ob man zu Hause sitzt oder ob man auf der Straße ist. Es ist ein gesellschaftlicher Lernprozess.

Wir können nicht weiter in unserem Lernprozess voranschreiten als Kollektiv, wenn wir nicht bestimmte Schritte machen. Meine Kritik geht also nicht dahin, das Demonstrieren als solches zu verteufeln oder die Menschen, die da viel Schweiß, Geld und Mut reingesetzt haben, irgendwie zu diskreditieren. Das ist nicht meine Absicht, sondern meine Absicht ist zu sagen, das musste so sein, weil das erschien die sinnvollste Möglichkeit. Aber dadurch, dass wir jetzt eine neue Gesetzeslage haben, die abschließend den Beweis erbringt, dass die Politik nicht reagiert hat, so wie man sich das gewünscht hat, da muss man auch diese neue Lage auch sich von seiner Strategie her ändern.

Das heißt, wir dürfen nicht mehr einfach so weitermachen, the same procedure as last year, wenn es im letzten Jahr nicht funktioniert. Das letzte Jahr war das Lehrlingsjahr, sag ich jetzt mal. Da hat man gelernt, wie das Volk langsam in Teilen anfängt, ein Bewusstsein zu entwickeln, dass etwas nicht in Ordnung ist, wie man kommuniziert und, und, und. So und jetzt aber kommen wir in die Stufe 2, nämlich die Etappe 1 hat der Staat mit einem klaren K.O. sich gewonnen und jetzt muss man für die zweite Runde, die jetzt beginnt oder schon begonnen hat, sich neue Sachen ausdenken.

Ja, und ich glaube, eine dieser neuen Sachen ist, dass wenn demonstriert wird, dann nur noch mit Themen, die den normalen Bürger betreffen. Das Ganze, was mit C zu tun hat und mit Grundrecht zu tun hat, das mal ganz rauslassen. Das interessiert nämlich den 99 Prozent aller Bürger überhaupt gar nicht, sondern die haben ganz kleine, normale Probleme, die sie in ihrem Leben betreffen. Und dafür könnte man auf die Straße gehen. Man könnte als Protestveranstalter, wo man so viel Erfahrung hat, wie Demos gehen, von der Organisation her, von der Logistik her, von der Auseinandersetzung mit den Ordnungs- und Polizeibehörden, da kann man als Dienstleister Leute ansprechen, Berufsgruppen, kann sagen, macht doch das und das und das, wir organisieren das für euch.

Und dann gewinnt man auch die Sympathie des Volkes und kann sagen, außerdem haben wir noch das und das Gedankengut. Aber so wie es bisher läuft, da hat sich jetzt eine Parallelgesellschaft entwickelt, wo die Demonstrierenden, die sind da isoliert für sich und bespaßen sich gegenseitig und alle anderen sagen, was habe ich mit denen zu tun. Da ist also keine Kommunikation. Vielen, vielen Dank. Ich versuche jetzt mal den Christian reinzuholen. Super erstmal für die erste halbe Stunde und bis zum nächsten Mal. Würde mich freuen, wenn ich dich mal wieder haben könnte.

Ja, Stefan. Tschüss. Klar sehen, clever denken, high handeln.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Was kann man von der Pfingst-Demo in Berlin erhoffen + Auswandern Pro und Contra? - Meine Meinung“, Die Welt Klar Sehen, 09.05.2021.

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Interview von Stefan Bauer mit Uwe Loose im Mai 2021 zur Frage, was die geplante Pfingst-Demonstration in Berlin bringen kann und ob Auswandern eine Option ist. Kernthese: Ein Jahr Demonstrieren hat die Rechtslage nicht verbessert, sondern verschärft, weshalb der Weg in die Parteien sinnvoller wäre.

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