Revolutionen Teil 1 - Die englische Revolution von 1688-1689 - Von Heinrich VIII. bis Wilhelm III.14.01.2022
Abschrift
Abschrift des Videos vom 14.01.202246 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Klar sehen, clever denken, frei handeln. Hallo und willkommen, liebe Freunde, mit einiger Verspätung, aber erstens seid ihr das bei uns sowieso gewohnt und zweitens lohnt sich das in der Regel auf uns zu warten. Sind wir also heute wieder hier gestartet. Wenn ich sage wir, dann meine ich meinen wunderbaren Gast, der heute als erstes erwähnt wird. Der Uwe, Klardenker Uwe, ist heute wieder mit am Start. Wer gestern schon dabei gewesen ist, hat schon erlebt, wie wir über Gott und die Welt unterhalten haben. Und heute reden wir über etwas anderes. Heute reden wir nämlich über die französische Revolution.
Die französische Revolution, Andi? Hallo, da bin ich, genau. So, wir haben heute, ihr seht das, ich habe heute kein Tablet mehr in der Hand. Wir versuchen so ein bisschen die neuen Leute anzulernen, einzuarbeiten, dass die im Hintergrund hoffentlich in Zukunft solide bald die Regie im Hintergrund halt übernehmen können, damit ich und Uwe sie halt eben nicht machen müssen. und seht es denen also bitte heute ein bisschen nach, falls ich zum Beispiel mal in die falsche Kamera gucke, weil ich denke, ja, wir sind immer noch da und dabei sind wir inzwischen dort, ja, ich werde mir da Mühe geben,
im Gespräch wird es dann weniger auffallen, weil dann rede ich natürlich mit Uwe, aber falls ihr euch fragt, warum heute vielleicht nicht alles so perfekt koordiniert funktioniert, weil jeder sein erstes Mal hat und heute ist einer der Regisseure das erste Mal am Pult, ja, drückt ihm also mit uns bitte alle die Daumen und das weiß ich schon, die Schuhe sind mir auch schon wieder aufgefallen, genau Genau. Und wir werden aber trotzdem durch das Thema durchkommen, denn es wird ein spannendes sein. Kriegen wir das hin? Ja, haben wir hingekriegt. Wunderbar. Es soll nämlich heute gehen, liebe Leute, um die Revolutionen dieser Welt. Nicht alle, dafür sind sie zu zahlreich, sondern wir haben uns eigentlich zwei rausgepickt.
Die dritte erwähnen wir nur so am Rande. Es soll gehen um, lieber Uwe, die englische, die französische. Der werden wir sehr viel Zeit mitbringen heute. Und dann auch die sowjetische Revolution. Du hast eine sehr gute Vorarbeit geleistet. Wir werden heute unser Geschichtswissen nicht nur aus der Schulzeit, sondern auch aus der jüngeren Recherche nochmal reaktivieren. Warum machen wir das alles? Weil wir alle zusammen uns danach die Frage stellen wollen, inwieweit denn eventuell Parallelen aus der Geschichte auch für die heutige Zeit Anwendung finden. Denn manch einer ruft ja immer lautstark nach Revolution, möchte schon die Forke aus irgendeinem Keller rausholen und Herrn Scholz aus dem Bundestag jagen oder wo auch immer der gerade zugangen ist.
Und ob sich das überhaupt lohnt und wie das in der Vergangenheit so abgegangen ist, das werden wir uns heute anschauen. Gut, lieber Uwe, da die Zeit heute knapp ist, weil wir ja später gestartet haben, möchte ich dir eigentlich sofort das Wort überlassen. Wir stellen dich heute nicht mehr vor, du bist Klardenker, du bist den Leuten ein Begriff, du bist auf YouTube zu finden und Die Welt Klar Sehen und du möchtest uns heute einen Exkurs mitgeben über die Revolution. Leg los, ich freue mich drauf. Ja, also Revolution ist ja ein Wort, was immer mal wieder vorkommt. Ich bin immer so ein Typ, der sagt, ja, was bedeuten Wörter eigentlich? Was heißt eigentlich Revolution? Ja, und das kommt eigentlich vom Lateinischen und heißt so viel, also Revolutio und bedeutet eigentlich zurückwälzen, Umdrehung.
Wenn wir jetzt mal überlegen, wir verbinden ja Revolution immer mit was Neuem, es möchte was Neues sein, aber vom lateinischen Wortbegriff heißt es, was zurückdrehen. So und das erste Mal ist das verwendet worden im engeren Sinne 1543 von dem berühmten Astronomen Kopernikus. So und er hatte ein Buch geschrieben über die Umlaufbahnen der Himmelssphären, der Revolutionibus Orbium Coelesticum, ja auf Lateinisch.
Das heißt dort taucht das auf. So und auch dort meint er eben, weil die Planetenbahnen, die umdrehen sich immer. Und eine solche Umdrehung ist eine Revolution. Wir kennen ja auch den Revolver, der dreht sich auch um sich selbst, der kommt aber nicht voran, der dreht sich nur um sich selbst. Früher war es rein astronomisch verstanden und dann gab es eine Revolution, nämlich in England, zu der wir gleich kommen. Und da hieß es dann, dass Revolution meint ein Zurückwälzen, ein Zurückdrehen der gesellschaftlichen Verhältnisse. Also einen Zustand, den man früher mal hatte, den hätte man gern jetzt wieder. Das verstanden die unter Revolution.
Und unser moderner Revolutionsbegriff, der ist mehr davon geprägt von der französischen Revolution. Brüderlichkeit, Freiheit, Gleichheit. Und das war aber eben ein gewaltsamer politischer Umsturz. Nun kann man sagen, ja, die französische Revolution ist ja viel bekannter als die englische, ja, aber es ist eben nicht die erste Revolution in Europa, die diesen Namen verdient. So hat insofern Vorläufer anderthalb genau genommen und wir befassen uns mal mit dem ersten, nämlich der englischen Revolution.
So, die nennt man auch die glorreiche Revolution, die Glorious Revolution. So glorreich werden wir noch herausfinden, ob wir das dann auch so glorreich finden. Möchtest du die kurz zeitlich einordnen, lieber Uwe, weil die Leute gerade gefragt haben, wann war das denn, ins 100 nach 1889? Das war 1688, 89. Also gut 100 Jahre vor der französischen Revolution. Gut 100 Jahre früher, genau so ist es. Und in dieser Glorious Revolution, wo ging es darum, dass das Könighaus, damals waren die Stewards an der Macht, die verloren ihre absolutistische Macht und es wurden auf einmal im Parlament Rechte eingeräumt, die die Rechte des Königs wiederum einschränkten.
Und das hatte dann auch mit Religionspolitik zu tun, nämlich die Katholiken waren diskriminiert. Und da sagen wir, okay, kann man ja noch verstehen, so ausgehendes Mittelalter, Neuzeit, da haben die noch irgendwie was mit Religion zu tun gehabt. Aber um diese Revolution zu verstehen, da muss man bedenken, dass was im Hintergrund ist, also die wichtigste Hintergrundstimmung dieser ganzen Revolution ist eine Glaubensfrage. So und diese Glaubensfrage fing an, nicht mit dem Hause der Stewards, sondern mit dem Hause der Tudors und zwar mit dem zweiten der Tudors, dem Heinrich VIII. So der hat gelebt 1491 bis 1547 und war der Sohn von Heinrich VII. So weit okay. Dann hat er mal geheiratet, nämlich eine Spanierin, die Katharina von Aragon. So und diese Ehe blieb aber kinderlos. So zum damaligen Zeitpunkt.
Ganz kurz, lieber Uwe, wir werden das nicht vertiefen, aber damit die Leute vielleicht auch ein reichhaltigeres Erlebnis haben, haben wir davon mehr Bilder vielleicht, als dass wir den Text mit einblenden? Weil du scheinst sehr schnell da durchzuspringen. Wir brauchen nur die Bilder, die ich hier vorbereitet habe, weil die dann auf die wichtigsten Personen mal da sind. Genau, ich glaube, dass es praktischer ist, wenn die Leute das alles nachlesen müssen. Also die Texte sind für die Zuschauer jetzt nicht so interessant, sondern ausschließlich die Bilder. Also es reicht aus, wenn ich ein bisschen was erzähle und wir die Bilder als Hintergrund. Er war nach Kinder losgeblieben und es hat ihm nicht so gefallen.
Genau, der ist mit seiner ersten Frau kinderlos geblieben und damals, die sind ja alle Katholiken gewesen, da war das eben auch wichtig, man musste einen Thronfolger haben. Nicht, weil man Katholike war, das brauchte man ja eh als König einen Thronfolger, aber die Katholiken haben eben eine bestimmte Vorstellung von der Ehe. Und es gab ja auch im Prinzip auf dem Kontinentalbereich hauptsächlich noch Katholiken. Natürlich gab es auch die kirchliche, die gab es ja schon die Protestanten, die sind ja schon vorher, haben die sich ja schon etabliert zu einem Teil, aber das war noch nicht so eine große Bewegung.
So und dann hat dann der Heinrich VIII., war ja eben ein richtiger Machertyp, so der ist dann zu dem damaligen Papst gegangen und hat gesagt, er möchte die Scheidung. Also nicht hingegangen, hat einen Antrag gestellt, der Papst hat das rundherum abgelehnt, hat gesagt, mit mir nicht. So und daraufhin hat dann der Heinrich VIII. gesagt, mit mir auch nicht und hat dann schlichtweg erklärt, dass er sich jetzt mit seiner englischen Kirche von der römischen Kirche abspaltet und macht seine eigene Kirche und er, Heinrich VIII., ist ab sofort das Oberhaupt der sogenannten anglikanischen Kirche.
Naja, das war also natürlich ein Eklat von weltpolitischer Bedeutung damals. Jemand wagte es, sich aus dem Katholizismus freiwillig zu trennen und der Papst kann auch nichtmals was gegen machen. So, und dann verstarb der irgendwann mal und hatte einen Sohn, mit dem war aber nicht viel los, der war zu jung, als er an die Macht kam, der wurde vertreten, hat aber doch in seiner kurzen Zeit durch seine Vertreter diesen Gedankengang seines Vaters ein bisschen weiter vorangetrieben, nämlich, dass auf einmal die Gebetsbücher in England in englischer Sprache gemacht wurden.
Das heißt, die Liturgie fand Englisch statt und nicht in Lateinisch, wie es bis dato war. Lieber Uwe, du erzählst das ganze Vorgeplänke, weil die ganze Revolution ist geprägt von einem Glaubenskrieg. Deshalb alle Leute, die jetzt da draußen sich fragen, warum erzählt der Uwe das? Das ist die Vorgeschichte zu dem, was der wirklich unmittelbare Konflikt sein wird, der zu dieser Revolution geführt hat. Also wenn er jetzt Papst, hast du nicht gehört, erwähnt, das hat einen unmittelbaren Bezug, weil wir die englische Revolution so kurz wie möglich abhandeln wollen. aber bitte steigt jetzt nicht aus, denn es wird jetzt gerade spannend. Dann gab es da eben noch
eine Tochter, die dann danach kam, nachdem dieser junge Mann verstarb. Die hatte aber auch nichts zu bedeuten und wurde eh nicht anerkannt. Und dann kam die erste wichtige Königin, die Maria I., Mary Stuart. Und die wiederum war eine Tochter von der Katharina, also von derjenigen, die ja quasi verstoßen wurde. Die Katharina von Aragon, die keine Kinder kriegen konnte. Und was macht Die versucht die Religionsgesetze, die ihr Sohn kurz zuvor gegeben hat, die versucht sie wieder aufzuheben und versucht den Kirchenbann, den der Papst ausgesprochen hat, auch aufzuheben.
Sprich, die will diese Glaubenstrennung, die ihr Mann ausgesprochen hat, zumindest teilweise rückgängig machen. So, nachdem die verstorben war, kommt wieder eine Frau, nämlich Elisabeth Tudor, die jungfräuliche Königin, so auch eine Tochter von Heinrich VIII., aber diesmal von seiner zweiten Frau, von der Anne Boleyn. So, und die wiederum ist auf der Schiene ihres Vaters, Heinrich VIII., ja, und sorgt dafür, dass jetzt gesetzlich wird, dass die Königin Kirchenoberhaupt wird.
So und dass gleichzeitig der Gottesdienst komplett in einer bestimmten britischen Form gemacht wird. Und das führte dazu, dass sich die englische Kirche jetzt anfing in sich zu spalten. Also nicht nur, dass sie im Außenverhältnis zwischen den Anglikanern zu Rom gespalten war, es fingen sie auch noch an sich innerlich zu spalten. So und diese Spaltung, die wurde dann bei den nächsten Königen, ich sag mal, letztendlich immer weiter vorangetrieben, auch wenn sie es teilweise gar nicht wollten, aber das Volk war eben so in diesem Glauben drin, dass es für die unheimlich wichtig war, ist man nun ein Protestant, ein Anglikaner oder ist man ein Katholik.
So und das führte dann zum Beispiel beim übernächsten Kaiser, dem Karl I., jetzt sind wir schon ungefähr im Jahr 1625 bis 1650, also schon knapp über 100 Jahre weiter nach Heinrich VIII., der wiederum zum Beispiel war also so ein richtiger Feger, so ein richtiger arroganter Mensch. Da gab es Beschwerden gegen ihn wegen Amtsmissbrauch, wegen Erpressung von Reichen, dass er den Kriegsanleihen einzog und ihn mit Gefängnis drohte. Er hat Leute willkürlich inhaftiert, hat das Eigentumsrecht verletzt, sprich Leute enteignet, hat Soldaten einfach in Privathäuser einquartieren lassen, also das Hausrecht nicht akzeptiert, hat willkürlich Leute hingerichtet.
Und als dann das Parlament sagte, das soll er alles nicht machen, da hat er einfach mal das Parlament außer Kraft gesetzt und hat dann elf Jahre lang alleine regiert. Das klingt ja auch, spätestens jetzt denke ich mal, sollte den Leuten klar geworden sein, dass es Parallelen gibt, auch bis in die heutige Zeit. Totalitäre, machthaberische, so ein bisschen halt Einzelpersonen, die dann sagen, über eine demokratisch gewählte Institution wie ein Parlament setzt man sich mal ebenso nebenbei hinweg. Warum? Ja, einfach, wenn man es kann. Da gab es bestimmt auch ganz, ganz viel Tumult und Leute,
die gesagt haben, aber das geht doch nicht. Und die haben sich echauffiert, wie wir uns echauffieren würden. Ja, aber dass es halt eben doch geht, das zeigt die Geschichte. Genau. Und das haben die also gemacht. Das heißt, die Regierung war letztendlich elf Jahre lang ohne Parlament. Sprich, der König hat allein regiert. Und danach gab es dann ein Parlament und das hat 20 Jahre lang getagt, weil die mussten jetzt mal alle ihre Probleme lösen, Und das hat eben 20 Jahre gedauert. Das ist das sogenannte lange Parlament, sprich ein Sitzungstag war 20 Jahre lang. Und dann gab es, weil diese Könige, die letzten, die kamen, die aus der Stuartchen-Linie kamen, das waren ja eigentlich Schotten. Die waren ursprünglich König von Schottland und dann wurden sie später eben auch noch König von Irland oder König von England noch dazu.
Dann gab es in Irland Proteste mit den einheimischen Katholiken, die haben gesagt, da gibt es ja so Ansiedler von England und von sonst wo her, die sind alle Protestanten, die wollen wir hier nicht haben. So und dann ging es darum, ob man nun auch Krieg führen soll mit den Protestanten. So dann folgte aus dieser Diskussion, die auch wieder mehrere Jahre dauert, folgte letztendlich ein Bürgerkrieg innerhalb von England. So und dieser Bürgerkrieg mit den Königstreuen, die also auf der Seite des damaligen Königs Karls I. war es glaube ich, genau Karls I. standen.
Karl I., das ist der, von dem ich jetzt gerade rede. Das war eben auch so ein Vertreter von dem sogenannten Gottesgnadentum. Das heißt, diese Herrscher waren der Meinung, sie sind König, weil das Gott gewollt ist. Und was der König will, das ist identisch mit dem Willen von Gott. Und jeder, der irgendeine andere Meinung hat als der König, ist also jemand, der gegen Gott ist. Also ich will es jetzt nicht zu lange austreten, aber du hast jetzt einen Bürgerkrieg erwähnt. So gefühlt nur in einem halben Nebensatz. Der Bürgerkrieg führte dazu, dass eben die Königstreuen kämpften gegen das Parlament, also die haben ihre eigenen Armeen quasi gehabt. Und dann hatte dann der König irgendwann mal die Faxen dicke und hat gesagt, er will jetzt das Parlament quasi entmachten und den Redelsführer des Parlaments, den will er gefangen nehmen und verhaften.
Aber das Parlament war so selbstbewusst, die ließen sich das nicht gefallen. Und dann konnte der Redelsführer eben entfliehen. Als Folge dieser weiteren Problematik kam es unmittelbar nach zu einem zweiten Bürgerkrieg, der auch nochmal zwei Jahre dauert. So, diesmal war es ein Bürgertrieg, wo eben der König und die Schotten gegen die Kromwellschen Truppen kämpften. Und der Kromwell, da komme ich gleich noch zu, was das für einer ist. Das heißt, wir haben also quasi Aggression und militärische Auseinandersetzung an verschiedenen Fronten, weil alle mit dem König nicht zufrieden sind.
Am Ende dieses zweiten Krieges gibt es einen Friedensvertrag und das Parlament hat mit seinem Heer gesiegt. Der König wird angeklagt, Karl wird angeklagt, er wird gefangen genommen, der zwei Bürgerkriege geführt hat oder an seiner Stadt Bürger hat für ihn diese Kriege führen lassen und er wird angeklagt vom selben Parlament, dass er nicht stürzen konnte, über das er sich nicht hinwegsetzen konnte. Und zwar angeklagt wegen Hochverrat und wird dann letztendlich hingerichtet. So, und aufgrund dieser Maßnahme wird jetzt England eine Republik. Sprich, jetzt ist das Monarchentum abgeschafft und wir haben die erste Republik. Der Oliver Cromwell. Und wer ist der Oliver Cromwell? Der ist ein Cousin 13. Grades von Karl I. Also der König, der jetzt gerade da niedergemacht wurde.
Richtig. So, der war so ein Player, dass er gesagt hat, was er als einen Glaubenskrieg begonnen hat, ob man jetzt protestantisch oder katholik ist, das will er jetzt ausnutzen, um sich über ein unliebsames Parlament hinwegzusetzen. Er führt, lässt zwei Bürgerkriege führen und wird dafür am Ende entmachtet und enthauptet. Ja, wow.
Irgendwann mal ist er Abgeordneter des Unterhauses geworden. Und als mal ein Staatsstreich stattfand, 1642, wo man den König loswerden wollte, was aber nicht geklappt hat, da hat der Cromwell eine Reitertruppe auf die Beine gestellt. Die Eisenharten, die Ironsides, das war eine Kavallerie-Truppe. Und die wurden nachher die Elite-Truppe des Parlamentsheeres. Und die waren der anderen Seite, den Königstreuen, eben überlegen. So und das führte eben 1649 zu dem Sieg des Parlamentsheeres. So und danach war also der Zweck des Parlamentsheeres erreicht, nämlich der König muss weg und dann war er weg und dann hat sich das Parlament selbst aufgelöst.
So, und haben gesagt, wir brauchen jetzt auch keine Monarchie mehr und der siegreiche Herr Cromwell, der quasi der militärische Führer, der wurde jetzt zum Lord Protector von England, Schottland und Irland. Man hat ihn jetzt quasi zum nicht monarchischen König erklärt. Lord Protector heißt eben Beschützer, also der oberste Beschützer sozusagen. zu sagen. Und der hat dann eben in Alleinherrschaft regiert. Und dann kommt als nächster der König
Karl II. So, und der ist ein ganz relativ toleranter, aber nur deswegen, also er ist erstmal tolerant und merkt, dass die Toleranz aber Nachteile hat, dass da zu viel andere Sekten und Religionen auftauchen und das gefällt ihm nicht. Und dann wandelt er sich und wird plötzlich zu einer Art Bekämpfer und schließt jetzt, weil er ja Protestant ist, schließt er alle Katholiken, Von den sämtlichen Staatsämtern aus, sowohl von den Zivilen wie von den Militärischen. Sprich, das ist ein Berufsverbot. Wer nicht Katholik ist, kann nicht Beamter werden. Wer nicht so Katholik ist, kann nicht Offizier werden.
Und das mussten die dann sogar schwören. Und nicht nur das, weil er ein strenger Katholik war, mussten die sogar schwören, im Eid für Staatsbeamte, dass sie an die katholische Lehre der Transsubstantiation glauben. Kamen nicht ins Parlament rein, die konnten gar nichts. Und dann gab es eben eine Verschwörung gegen ihn, die letztendlich zu der Ermordung, das Ziel war eben den Katholizismus einzuführen, den König zu ermorden und London komplett abzubrennen. Das war das Ziel, was die Gegner von König hatten.
So, das gefiel dem natürlich nicht, daraufhin löste der das Parlament auf, machte das neu und dann gab es Parlamentsauflösungen mehrfach. Innerhalb von drei Jahren hat er, glaube ich, fünf oder zehnmal das Parlament aufgelöst und wurde wieder neu konstituiert, aber immer waren Abgeordnete da, die doch nicht so wollten, wie der König wollte. Moral von der Geschichte, ab 1683 regierte er dann von alleine, ohne Parlament. Dann gab es mal wieder Mord komplett und zwei Jahre später verstarb er dann und ist aber dann doch auf dem
Todesbett wieder zum katholischen Glauben konvertiert. Moment, derjenige, der gesagt hat, nur Katholiken dürfen überhaupt Staatsbedienstete werden? Die dürfen es gerade nicht werden. Ach, die dürfen es nicht werden. Die dürfen es nicht werden. Und er ist selber auf dem Sterbeplatz Und sein Bruder, der Oberbefehlshaber der Royal Navy war, der ist dann der nächste König geworden und ist dann auch konvertiert. König Jakob, der ist eigentlich soweit ganz nett, aber letztendlich, also das Parlament unterstützt ihn sogar und dann gibt es eine Rebellion von einem seiner Söhne, der außerhalb der adeligen Linie geboren ist.
Und dann wird er auf einmal misstrauisch und fängt an, wie einer seiner Vorfahren, jetzt harte Bestrafungen im Volk zu machen für alle, die gegen ihn sind. Er fängt an, die Richter zu beeinflussen. Er verbietet ebenfalls den Katholiken wieder den Zugang zu den Staatsämtern. Und später gibt es dann aber doch eine Nachsichtserklärung nach dem Motto, man darf doch solche Gesetze nicht machen, an denen die Katholiken diskriminieren. Also es ist ein bisschen eigenartig, aber letztendlich macht das wie sein Vorfahr, nämlich, dass er das Parlament auch mal wieder außer Kraft setzt.
Also das war in der Zeit da ganz normal. Moral von der Geschichte, letztendlich ist das Volk so unzufrieden und auch der Adel, also es gibt innerhalb des Adels Leute, die gegen den König sind, aber keiner ist stark genug, diesen König loszuwerden. Und was machen die? Die suchen sich jetzt Hilfe aus dem Ausland. Und dann gibt es den Wilhelm III. von Oranien. Das ist ein Holländer quasi, ist aus unserer heutigen Sprachsicht. Und der wollte schon immer global oder europapolitisch, wollte der nach England einheiraten, um eine Allianz zu bilden.
Und das hat was damit zu tun, dass die Holländer gegen Frankreich opponierten. Und dann hat er also mit der einen Tochter, mit der Maria II. um die geworben. Das wurde aber abgelehnt von deren Vater. Und einige Jahre später hat er die dann doch geheiratet oder wollte sie heiraten. Und da haben die Adeligen gesagt, das ist doch genau der Richtige. Und haben mit dem Kontakt aufgenommen, also mit einem Ausländer. Und haben ihm gesagt, sie unterstützen ihn, wenn er England erobert. Dieser Oranienburg wird da zugeholt, weil die Engländer ihre eigenen Probleme nicht lösen
können und möchte jetzt aber einheiraten und jemand hat da Einwände. Nein, das war der Vater der Tochter, der Einwände hat. Also der Vater von Maria II., der hatte Einwände, dass die jetzt den William III. da heiratet oder William III. So und dann vergingen eben einige Jahre und die Stimmung im Lande verschlechterte sich und plötzlich waren eben innerhalb der Adelschaft ja und auch der Königstreuen waren immer mehr Leute, die der Meinung waren, dass der König weg muss. Mal
wieder. Genau. Und dann haben die sich einen ausgesucht, zu dem sie eh schon eine Beziehung hatten. Nämlich der wollte ja mal Brautwerber sein. Und dann haben die gesagt, okay, das passt ja ganz gut. So haben den angesprochen. Da hatte der auch nichts gegen. Und dann hat er da seine Truppen aufmarschieren lassen. Als der dann in England landete, konnte der König, der glaubte, dass er er das alles alleine bewerkstelligen könnte nach dem Motto, ich bin stark genug, der kann mir gar nichts. Aber die Hälfte seiner Offiziere haben die Waffen nicht in die Hand genommen. Also eine
Remonstration kann man nicht ganz sagen, er hat einfach nicht das Vertrauen gehabt des Militärs auf das er da gearbeitet hat. Genau, also im Grunde genommen hat er kein Vertrauen mehr gehabt und die Folge davon war, dass dann also der König dann entsprechend abgesetzt wurde und Wilhelm III. dritte, heiratete dann die Maria die zweite und die wurden jetzt gemeinsam König ja, von, nicht König sondern eben, haben jetzt die Monarchie abgesetzt und im Grunde genommen gemeinsam regiert, sie blieb dann in England und hat die täglichen Geschäfte geführt
während der Wilhelm der dritte ja auf dem Kontinent die Kriege führen musste. Königin Maria die dritte, die zweite die zweite, das ist die Mary Stuart genau, und die hat die Monarchie sagst du zusammen mit ihrem Mann aufgelöst Aber sie ist doch selbst eine Königin, sie ist doch selbst eine Monarchin. Man muss das so sagen, dass es diese Art von Königtum, die nicht mehr absolutistische Monarchie ist. Weil einfach am Parlament denen an die Seite gestellt wurde. Also diese konstitutionelle Monarchie, das haben die jetzt quasi begründet. Und das wird jetzt als großer Sieg gefeiert und ist natürlich für England von besonderer Wichtigkeit. Und das war nicht nur für England wichtig, sondern auch für alle anderen Staaten in Europa, weil immer mehr Länder dieses englische Modell versucht haben zu übernehmen.
einen Parlamentarismus einzuführen. Die Engländer waren die Ersten, die eine Verfassung gemacht haben und das war dann der Masterplan für andere Verfassungen nach dem Motto, wie macht man eine Verfassung? Wir gucken erst mal, wie die Engländer das machen und dann können wir noch gucken, ob es national anpasst. Es wird eben diese Revolution auch insofern gelobt, weil eben wirtschaftliche Veränderungen stattgefunden haben. Es wurde der Geldverkehr gesichert, die Münzverschlechterung, also quasi die durch den König verursachte Inflation, Versuchte man durch den Goldstandard einzuführen. Die Ämter wurden nicht mehr nach Erbschaft besetzt, sondern eben nach Qualifikationen. Steuergesetze wurden eingeführt, die für alle galten und nicht nur für den Adel, der Privilegien hatte. Und, und, und, und.
Und vor allen Dingen durften die Katholiken jetzt wieder mitmischen seit 1778, aber im Verhältnis zu Nordirland ist das Problem da mit den Katholiken und Protestanten ja bis heute noch nicht abschließend gelöst. Das heißt also seit 1536 haben die Engländer ein Glaubensproblem und es war immer der Hintergrund auf deren politische Unruhen basierten. Und wenn man sich fragt, was kann man jetzt aus dieser Revolution lernen? Erstmal, dass der Ursprung der Revolution in Heinrich VIII. liegt, in seiner Eitelkeit und Dominanz. Ich will mich alleine mit dem Glauben machen, bloß damit ich mich scheiden lassen kann.
Das heißt, ich muss sagen, das ist ein wichtiges Detail, die Engländer hatten per se erstmal gar nichts dagegen, dass sie lange Zeit regiert worden sind von einem Monarchen. Erst als der Monarch gesagt hat, er geht jetzt auf das religiöse Glatteis und verhängt hier, dass seinem Willen folgend, das ganze Land ihm entsprechend in den, ich weiß es gar nicht mehr, Katholizismus vermutlich, folgen muss, da haben sich die Leute dann erhoben. Die waren ja Katholiken vorher und jetzt wollten die Protestanten. Deshalb sage ich ja genau, egal in welche Richtung, sie sollten ihm dann folgen. Das hat den missfallen und er hat so sehr sich die Finger damit verbrannt, dass er eigentlich angestoßen hat, dass man zumindest die konstitutionelle Monarchie eingeführt hat und er in der Zwischenzeit einige seiner Nachfahren lünchen sogar musste, weil die mit dem Parlament nicht klarkommen, dass sich zunehmend etabliert hat.
Naja gut, die konstitutionelle Monarchie wurde jetzt eben erst mit der Maria II. und dem Wilhelm III. formell eingeführt. Ja, das ist jetzt eine Teleskopbeschreibung. Genau, teleskopisch betrachtet kann man das so sagen. Hätte er nicht dieses Theater mit der Maria von Aragon gemacht, 200 Jahre vorher oder 150 Jahre vorher, wäre es vielleicht gar nicht so weit gekommen. Und die Revolution, sage ich mal so, die Highlights der Revolution, wie wir sie uns vorstellen, eine gewaltsame Revolution. Also wir reden hier von Hinrichtungen, hier sind Monarchen hingerichtet worden, hier sind Parlamente aufgelöst worden, vermutlich Leute auch, die einem nicht gefallen haben, Abgeordnete, gewaltsam auch aus ihren Positionen entfernt, bestochen, was weiß ich was worden, vermutlich nach allen Regeln der Kunst.
Man hat das Ausland eingeschaltet. Dann gab es auch noch schmutzige Wäsche. Der eine wirbt um die und was auch immer Liebesgeschichten, die da mit drin waren. Familiengeschichten ja sowieso. Du hast heute 13. Karne. Also auf jeden Fall hat man immer den Machtmissbrauch der Monarchen, die Missachtung der Volksinteressen. Und was wir auch haben, das sieht man hier ganz deutlich, das Volk hat mit dem ganzen Thema gar nichts zu tun gehabt. Das Volk hat sich nur wegen der religiösen Probleme beschwert. Ich will jetzt keine Protestanten bei mir im Land haben oder die Katholiken sollen weg oder so. Ja, das war deren Problem. Und alles andere war nachrangig. So verstehe ich es jedenfalls. Und das bedeutet, dass das Volk war zwar immer die Verfügungsmasse, mit der man da was getan hat, aber die Interessen kamen von den Eliten.
Das heißt vom Adel und vom Klerus, also von den Priestern und natürlich eben von dem Königshaus selber. Und letztendlich haben die es quasi unter sich ausgemacht. Das Volk hat mit dieser Revolution nichts zu tun, außer dass natürlich ein Parlament eingerichtet wurde. Aber welchen Wert dieses Parlament zwischenzeitlich hatte, haben wir ja gesehen. Das wurde ja ständig aufgelöst, wenn es Beschlüsse fällte, die dem König nicht gefielen. Oder aber es war ein relativ, sage ich mal, doch subperformantes Parlament, wenn es 20 Tage für einen Sitzungstag braucht. 20 Jahre für einen Sitzungstag braucht.
Naja, also insofern, das ist quasi die Vorgeschichte zur französischen Revolution, damit man mal versteht, warum für die Franzosen das interessant sein konnte, woanders hinzugucken. Man sah nämlich das erste Mal, dass auf dem Kontinent ein Volk es geschafft hat, sein König loszuwerden. Und dass das natürlich mit Problemen zusammenhängt, das war jetzt in der Zeit nicht unbedingt so problematisch. Und wenn wir dann nach Frankreich gucken, dann sieht es natürlich anders aus. Klar sehen, clever denken, high handeln.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Revolutionen Teil 1 - Die englische Revolution von 1688-1689 - Von Heinrich VIII. bis Wilhelm III.“, Die Welt Klar Sehen, 14.01.2022.
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Erster Teil einer Reihe über historische Revolutionen: Uwe Loose und der Moderator zeichnen die englische Glorious Revolution von 1688/89 nach, mit ihrer langen Vorgeschichte vom Bruch Heinrichs VIII. mit Rom bis zur konstitutionellen Monarchie unter Wilhelm III. und Maria II. Leitfrage ist, was Revolutionen historisch wirklich bewirkt haben und welche Parallelen zur Gegenwart bestehen.
