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Carl von Clausewitz - Vom Kriege: Krieg ist kein isolierter Akt27.04.2022

CLAUSEWITZ

Abschrift

Abschrift des Videos vom 27.04.202234 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Hallo liebe Zuschauer, willkommen auf meinem Kanal, die Welt klar sehen. Heute zu Teil 2 von 2 der Besprechung des ersten Kapitels im ersten Buch von Herrn Clausewitz vom Kriege. Wir hatten ja beim letzten Mal kurz die theoretischen Grundbegriffe des Krieges uns angeschaut, nämlich dass der Krieg im Grunde genommen nichts ist als ein erweiterter Zweikampf. Und da war ja die Frage aufgetaucht, Ja, wenn das doch immer so ständig eskaliert, naturgemäß, weil es innewohnt im Kriege so drin ist, geht das ewig so? Gibt es da ein Ende oder gibt es kein Ende? Und da hat der Clausewitz selber schon erkannt, nein, das ist ja nur der theoretische abstrakte Begriff, wenn der Krieg beginnt. irgendwie isoliert wäre und keine Fremdeinflüsse wären. Also rein aus sich heraus würde es nie ein Ende geben wegen der Wechselwirkung zwischen den beiden streitenden Kämpfern oder Parteien. Aber in Wirklichkeit gibt es das eben doch. Da gibt es doch Einschränkungen. Und er versucht das jetzt ein bisschen weiter zu klären. Und das wollen wir jetzt in diesem zweiten Teil hier machen. Nämlich, dass wir da mal schauen in den Abschnitten 7 bis 15.

klar sehen, clever denken, frei handeln. Über die Natur des Krieges, was der Krieg denn ist, nämlich fangen wir an mit dem Thema Krieg ist nie ein isolierter Akt. Und er entsteht nicht urplötzlich. Das ist ja auch mal ganz interessant. Und damit meint er ja was, bevor es irgendwo losgeht. Mit dem Krieg überlegt sich ja derjenige, der den Krieg anfängt, ob es für ihn überhaupt was bringen könnte, ob es überhaupt sich rechnet. Also wenn er von vornherein schon sieht, dass der andere viel stärker ist. Also wenn der David gegen den Goliath antritt, das bringt ja gar nichts. Ich werde ja schon, bevor ich auf dem Schlachtfeld bin, werde ich ja schon platt gemacht. Also lässt das ja bleiben. Das heißt, es geht also so, dass man ständig die anderen einschätzt.

Und zwar ist diese Einschätzung, die ist eigentlich schon ausreichend, gut genug aus dem, was der andere für einer ist, um was er tut. Das heißt, man sinnt sich auf die Fakten. Was ist die Realität? Also erinnere sich mal an meinen Kanal, da ist ja die Welt klar sehen, nicht die Welt sich schön träumen, wie die Welt sein sollte. sondern wie ist die Welt? Und im Krieg ist das von besonderer Bedeutung, auch im Zweikampf schon. Was ist der andere für einer? Ist der 1,80m groß oder ist der 2,40m groß? Hat der ein Hinkebein oder sitzt der im Rollstuhl? Oder ist das ein trainierter Einzelkämpfer? Das ist doch wichtig zu wissen, was er für einer ist. Und dann ist die Frage von dem, was er ist, von den Potenzialen, die er hat, welche setzt er tatsächlich wie ein? Und da haben Moralvorstellungen, das muss ich wirklich mal separat ansprechen, da haben Moralvorstellungen, du solltest doch so sein, wie ich dich gerne hätte. Das darfst du doch nicht machen, weil das ist doch nicht nett.

Ja, wenn sie nachts über die Straße gehen und jemand greift sie an, weil er ihnen ihr Portemonnaie rauben will oder weil sie als Frau ihnen ein Vergewaltigungsopfer sind, das sollte der alles nicht tun. Nur was werden sie tun, wenn er es doch tut? Dann werden sie mit einem Gesetzbuch winken und werden sagen, das solltest du nicht tun, das ist doch verboten. Wenn Verbote Gewalttäter, sei es im Zivilen, sei es auf dem Schlachtfeld, an irgendetwas hindern würden, dann wäre das ja schön. Denken Sie mal an das UNO-Gewaltverbot. Ich glaube, in Artikel 2 der UNO-Charta, da steht drin, dass man keine Waffen in Kriegsgebiete liefert und dass man kämpfende Parteien nicht unterstützt. Es soll aber Gegenden geben, wo Kriege gemacht werden und wo Leute, die mit dem Krieg direkt gar nichts zu tun haben, alles Mögliche tun und sich darüber streiten, wer wann wem der Kriegsparteien Geld gibt, wer wann wem Waffen zuschiebt und und und und. Das heißt, da ist ja ganz klar, dass die Leute eine klare Vorstellung haben, wer was tun sollte. Und dieses, was man tun sollte, das ist aber für die konkrete Kriegshandlung,

nicht maßgeblich, das ist die Rahmenbedingung, was man tun sollte, sondern um in einer konkreten Situation militärisch bestehen zu können oder sein Ziel zu erreichen, die nächste Etappe des Zieles, muss man auf die Fakten gehen, Fakten, Fakten, Fakten und nicht wünschen, wünschen, wünschen. Dann sagt Herr Clausewitz, die reine Abstraktion des Krieges ist schon alleine deswegen nicht real, weil er eben nicht aus einer einzigen Aktion besteht. Es ist nicht so, dass man sagt, der Krieg ist wie wenn ich eine Mücke totschlage und dann ist der Krieg zu Ende. So ist es doch nicht. heutzutage vielleicht schon, da denken wir dann an den Atomkrieg, wo dann zwei Atommächte sich mit einem gegenseitigen Hage von Atomraketen gegenseitig auslöschen und das dann innerhalb von 20 Minuten. Aber das hat ja bisher auch noch keiner gemacht. Das heißt, wir wissen noch gar nicht, wie die Motivation der Parteien ist, ob die das wirklich so machen würden, wenn es denn darauf ankäme oder ob sie das immer nur androhen. Ich drohe dir damit an. Ja, aber würden sie es tun?

Das ist Einschätzung, Risiko. Jedenfalls zu Clausewitz-Zeiten, da gab es solche Möglichkeiten des absoluten Massenvernichtungsmittels noch nicht. Und zumindest zu dem Zeitpunkt, ich sage mal vielleicht auch heute, für Kriege, die nicht gerade Atom-Entvernichtungs-Szenarien sind, muss man sicherlich dem Clausewitz recht geben. Ein Krieg ist nicht nur eine singuläre Aktion. Das ist nicht nur eine Aktion. Da schieße ich nicht nur einmal hin, da töte ich nicht nur einmal eine Armeeeinheit. Da sind viele, viele einzelne Aktionen, die koordiniert sind und die Schritt für Schritt vorangehen. Mal geht es mal auch mal rückwärts, mal geht es mal vorwärts und mal geht es mal gar nicht. Und da sehen wir schon, da haben wir auch den Zeitfaktor drin. Das heißt, es dauert. Um das Ziel zu erreichen, braucht man eine Zeit. Es gibt bestimmte Dinge, die gehen zu bestimmten Zeiten nicht. Also wenn Sie zum Beispiel ein Land angreifen, in dem es im Winter feucht ist, es ist ungünstig, das mit Kettenfahrzeugen übers offene Feld zu machen. Dann bleiben die Panzer nämlich im Acker.

und können sich nicht mehr bewegen, weil die da schlichtweg drin versinken. Die haben keinen Grund und Boden mehr. Es ist auch ungünstig, wenn sie zu Zeiten der Segelschifffahrt den Gegner angreifen, wenn gerade ein Orkan in der Gegend ist, weil dann gehen ihre Schiffe womöglich unter. Das heißt, sie müssen ja ein Timing haben und sie müssen dieses Timing dann systematisch weiter voranschreiben. Ohne dem wird es nicht funktionieren. Und da kommen wir wieder zu dem ökonomischen Prinzip, das Clausewitz ja schon an anderer Stelle kurz erwähnt hat. Schon bei den Vorbereitungen werden beide Parteien hinter der Linie einer äußersten Anstrengung zurückbleiben und also nicht sogleich alle Kräfte aufgeboten werden. Also man wird am Anfang nicht gleich alle Kräfte machen, das heißt immer diese abgestufte Gewalt. Im praktischen Leben sagen wir, nicht alle Karten gleich auf den Tisch legen, immer noch einen Joker in der Hinterhand haben. Man weiß ja nicht, vielleicht hat der andere ja auch noch was. Das heißt, wenn ich jetzt meine gesamte Power in einen Schlag lege,

der dann in die Hose geht, weil ich ja keine absolute Gewissheit habe, dass es erfolgreich sein wird, dann habe ich ganz mehr. Also, der andere denkt das ja genauso, also wird man zwar sich stark zeigen, überhaupt noch stärker zu sein, aber was man tatsächlich tut, ist mit Sicherheit nicht das Maximum. Also das, was eigentlich im Zweikampf für diese Wechselwirkung zu erwarten wäre, wird in der Praxis insofern nicht geschehen. Und dann kommen wir wieder in den Zeitfaktor. Es liegt auch in der Natur dieser Kräfte und ihrer Anwendung, dass sie nicht zugleich in Wirksamkeit treten können. Das heißt, die Kriegsführenden, die haben ja Mittel und diese Mittel sind die Streitkräfte, das Land mit seiner Oberfläche, die Bevölkerung und die Bundesgenossen. Heutzutage haben wir ja noch das Meer. Also man darf nicht vergessen, Clausewitz war ja ein Preuße. Der hat ja im Heer gekämpft. Der hatte ja mit Marine nichts im Sinne. Insofern hat er in seinen acht Büchern auch nicht allzu viel zu Marine zu sagen gehabt. Aber die Streitkräfte haben wir. Dann haben wir heute noch die Luftwaffe und dann haben wir noch die Social Media, die auch ein wichtiger strategischer Baustein sind.

Und dann eben das Land mit seiner Oberfläche. Das heißt, die regionale Beschaffenheit ist doch ein Unterschied. Ob man jetzt einen Krieg in Ostfriesland führt oder in den Alpen, da muss man doch irgendwie anders vorgehen. Und je nachdem, wie das Land beschaffen ist, sei es das Land, aus dem man angreift, sei es das Land, in das man hinein angreifen will, muss man natürlich Vorbereitung treffen. Und was ist mit der Bevölkerung? Die Bevölkerung ist hier auch auf beiden Seiten zu verstehen. Einmal die Bevölkerung des Angreifers. Was ist, wenn der Angreifer angreift, obwohl das gesamte Volk dagegen ist? Was ist denn die Frage? Wir möchten aber nicht, dass unsere Soldaten da Krieg führen. Also muss doch erstmal die Bevölkerung dazu gebracht werden, das für gut zu heißen. Das heißt, irgendwer muss doch jetzt erstmal den ersten Krieg führen, in Anführungsstrichen.

Nämlich im Inland die entsprechende Kriegspropaganda zu machen und der Bevölkerung zu erklären, warum es notwendig ist, den anderen anzugreifen, warum das der Feind ist, warum der so böse ist, warum er in seine Schranken verwiesen werden muss. Das kennen wir doch. Die letzten zehn größeren Kriege im letzten Jahrhundert sind ja alle durch Lügen entstanden und angeblichen Übergriffen der anderen Partei, die es aber, wie dann später die Geschichte gezeigt hat, nie gegeben hat. Und die Bundeskommission, ja wenn ich nicht stark genug bin, sei es in meinem sozialen Auftreten, dass man sagt, ja das kann der doch alleine nie schaffen. Und ich brauche dann eben meine Verbündeten. Ja die Verbündeten müssen doch auch erstmal überzeugt werden und die müssen dann ihre Bevölkerung überzeugen. Und dann müssen die ihre Truppen organisieren, die müssen ihre Waffen organisieren und und und. Für diejenigen, die schon mal von Berufswegen mit Armeen oder Bundeswehr oder Heeren oder was auch immer zu tun hatten, die wissen, es gibt quasi keine größeren logistischen Leistungen als ein Heer von zehntausenden oder von hunderttausenden Menschen, die in Bewegung sind, die quasi

ihre Wohnung mitnehmen, die müssen jeden Tag verseucht werden, die Fahrzeuge, die müssen Benzin haben, die müssen Wasser haben und und und. Das ist eine unheimliche logistische Leistung. Diese Leistung macht jetzt den Krieg moralisch nicht besser, aber sie ist trotzdem für sich eine enorme zivilisatorische Leistung, dass man so etwas überhaupt kann. Und diese Kräfte gehen eben nicht sofort. Das dauert seine Zeit, bis das organisiert ist. Außerdem ist er mit seinem Resultat nie etwas Absolutes. Der Mond ist auch nichts Absolutes. Mal ist er voll, mal ist er weg, mal ist er halb links, mal ist er halb rechts in seiner Anschauung. Und ständige Veränderung ist in Gang. Clausewitz geht sogar so weit und sagt, dass sogar die Totalentscheidung eines ganzen Krieges nicht immer für eine absolute anzusehen ist. Das heißt, selbst wenn der Krieg im Moment als gewonnen erscheint, heißt das noch lange nicht, dass er dauerhaft gewonnen ist. Denn...

Der unterlegene Staat sieht darin oft nur ein vorübergehendes Übel, für welches in den politischen Verhältnissen späterer Zeiten noch eine Abhilfe gewonnen werden kann. Ja, das muss man sich auch mal vorstellen. Wir argumentieren ja immer, wenn wir selber für Kriege votieren, was ja auch zivilisierte Völker die ganze Geschichte über gemacht haben, und wenn der Krieg vorbei ist, dann ist alles gut. Leider ist es eben nicht so. Wenn nicht das andere Volk, gegen das man Krieg geführt hat, komplett da niederliegt, zu Boden geworfen ist und nie wieder hoch kommt, dann kommt es ja doch wieder hoch. Denken wir mal zum Beispiel an das deutsche Volk. Das deutsche Volk steht nun in den Geschichtsbüchern drin, weil es zwei Weltkriege zu verantworten hat. Ist das deutsche Volk noch am Boden liegend? Wohl eher nicht. Wir hatten das Wirtschaftswunder, wir haben Technik-Innovation gehabt, sind die Techniker der Welt geworden und, und, und, und. Das heißt in Deutschland, also wenn wir uns jetzt mal vorstellen, was wäre aus Deutschland geworden, hätten die Nazis den Weltkrieg gewonnen. Dann würde die Welt in Deutschland natürlich anders aussehen, auch bei den Nachbarländern.

Dann würden wir alle heil rufen und ich weiß nicht was alles machen, vermutlich. Das tun wir alles nicht, sondern wir haben den Krieg verloren. Es haben sich ein Bündnis von mehreren Leuten, mehreren Ländern haben sich gegen die deutsche Wehrmacht und die deutsche Staatsführung verbündet. haben ihre Kräfte organisiert, um was so alles dazugehört und Deutschland hat mit Schimpf und Schande verloren und zahlt Reparationen und und und. Aber ist Deutschland deswegen jetzt zugrunde gegangen? Also wenn Sie uns jetzt mal fragen, wie schlecht geht es uns Deutschen eigentlich? So wirtschaftlich, moralisch, gesundheitlich. gegenüber anderen Gegenden, die nicht solche Vernichtungskriege zu erdulden hatten, die nicht zweimal in Schimpf und Schande niedergeworfen wurden. Das heißt, im Grunde genommen, jetzt mal abgesehen von dem moralischen Makel, das hätte man doch nicht tun dürfen. Wie konnte man irgendwelchen Volksverführern, die einen in große Kriege hineinhetzen, wie konnte man denen bloß glauben?

Und auch noch mitmachen. Also uns geht es doch gut. Selbst die Ärmsten bei uns müssen nicht verhungern. Ich sage jetzt nicht, dass es denen gut geht, aber sie müssen nicht verhungern. Wir haben Anspruch auf Gesundheitsversorgung, wir haben Anspruch auf ein Dach über dem Kopf, wir haben Anspruch auf eine Schulausbildung. Nicht nur Anspruch, sogar eine Pflicht. Sie müssen sogar zur Schule gehen. Es gab es doch in manchen anderen Ländern, die keine Kriege verloren haben, gibt es das bis heute nicht, dass die Leute ein Dach über dem Kopf haben. Gucken Sie sich mal in manchen Gegenden in Afrika an, da wurden auch keine Kriege geführt, aber trotzdem hungern die Leute dort. Das heißt, dieser Satz, Den der Clausewitz sagt, dass der unterlegene Staat nur ein vorübergehendes Öbel dran sieht und sich daran gewöhnt, Den der Clausewitz sagt, dass der unterlegene Staat nur ein vorübergehendes Übel dran sieht und sich daran gewöhnt, aber dass man später da noch eine Abhilfe gewonnen werden kann. Ja, das kennen wir doch. Also erstens geht es nicht jedem, der verliert, schlecht, wie wir an Deutschland sehen.

Und zweitens, dann sind wir ja nicht mehr im Krieg, dann sind wir in der Politik und alles, was dann an Unterwerfungsakten vom Sieger gemacht wird, wird dann Schritt für Schritt zurückgefahren und nach 20, 30, 50, 100 Jahren ist wieder alles im grünen Bereich und es kann sogar sein, dass die Todfeinde von damals heute in derselben Allianz sitzen. Das ist alles denkbar. Ja, das heißt, Clausewitz sagt also, dass diese rein theoretischen dreifachen Steigerungen, die sind im Grunde genommen eben nur abstrakt. In der Wirklichkeit sieht es anders aus. Nämlich in der Wirklichkeit sind das Wahrscheinlichkeitskalküle, die beide Parteien machen. Aber Wahrscheinlichkeit, muss man auch sagen, ist eben kein wissen. Denn wenn jemand sagt, ich habe aber 99% Wahrscheinlichkeit, dass ich an dem und dem erkranken werde oder zu Tode kommen werde, dann heißt das nicht, dass es so gut wie 100 ist. Nein, das ist es eben nicht. Denn Wahrscheinlichkeit ist ja nur ein Massengesetz, eine Massenregelung im Nachhinein, dass man sagt, aus der Erfahrung, da wissen wir, dass es bisher so war. Aber aus der Vergangenheit kann man mit solchen empirischen

Beobachtung kein Zwang für die Zukunft ableiten. Also selbst wenn Sie sechsmal, wir sind jetzt hier beim Roulette, wenn sechsmal, Sie haben also 37 Zahlen drin. Da haben Sie die Zahlen 1 bis 36 und die 0. Das heißt, rein statistisch kommt ja jede Zahl nur ein 37. Mal. Okay, das sagt die Mathematik. Aber wie oft kann jetzt zum Beispiel die 1 oder da liegt die Kugel auf der 30. Wie oft kann die 30 hintereinander kommen? Da gibt es gar kein Verbot, dass das auch zehnmal hintereinander passieren kann. Manche sagen, ja, aber es ist doch die letzten 36 Mal nicht gekommen. Das mag sein, aber jetzt kann sie vielleicht zehnmal hintereinander kommen. Das ist nicht ausgeschlossen. Das heißt, wir wissen es nicht und auch die Kriegsführenden wissen es nicht. Das heißt, es bleibt ein Wahrscheinlichkeitskalkül. Und das machen eben beide Parteien, dass sie aus dem, wie sie den Gegner einschätzen, seine ganzen Mittel, die er hat, die Einrichtung, den Zustand, alle seine ganzen Verhältnisse, wird jeder nach den Wahrscheinlichkeitsgesetzen auf das Handeln des anderen schließen und danach das Seinige bestimmen.

Und da sind wir wieder auch im Wirtschaftsbereich, warum eben solche Lehren auch für Wirtschaftsführer interessant sind, weil man auch nicht weiß, an welchen Patenten arbeitet gerade mein Konkurrent, was hat der für Verträge gerade abgeschlossen oder will demnächst abschließen. Ich schätze den mal so ein, der wird das und das machen und und und. Das heißt also, es ist im Grunde genommen eine Art von qualifizierten Ratespiel, was dort die Parteien betreiben. Und dadurch, dass eben die Wahrscheinlichkeit bestimmte Szenarien übrig lässt, muss ja jetzt entschieden werden, was soll denn jetzt eigentlich sein? Welches Szenario soll denn gelten? Und deswegen sagte der Herr Clausewitz, jetzt tritt der politische Zweck wieder hervor. Warum? Das Gesetz des Äußersten, da das ja eben doch nicht in der Realität in der Form eintritt.

muss der politische Zweck des Krieges wieder hervortreten. Das heißt, was will ich eigentlich? Wozu habe ich eigentlich den Krieg gemacht? Es geht nicht nur darum, den Gegner niederzuwerfen und ihn zu vernichten, dass er nie wieder aufsteht, nur damit er nicht wieder aufsteht, sondern man möge sich daran erinnern, man hat ja einen Grund gehabt, warum man angefangen hat. Nicht weil man wütend auf ihn ist und ihn hasst und ihm Böses will, sondern man will das um, zu. Man ist ja deswegen wütend auf ihn und will ihn zwingen mit physischer Gewalt, damit er etwas tut. Der Krieg ist ja nicht der Endzweck, sondern das Mittel zum Zweck. ist eben nicht der Zweck selbst. Das heißt, der Zweck ist hier das politische Ziel. Und in dem Moment, wo alles in Wahrscheinlichkeiten geht, werden dann die Generäle, die dann sagen, könnte diese Variante gehen, diese Variante, diese Variante, werden dann sagen, okay, aber was ist denn im Sinne dessen, wo wir eigentlich hinwollen, so politisch, was ist dafür eigentlich notwendig?

der bessere Weg und dementsprechend wird das auch das Kriterium sein, wonach man seine Ressourcen dann einsetzt. Das heißt, Der politische Zweck ist also das Eigentliche, sodass man sich darüber natürlich die Frage stellen muss, was ist denn der politische Zweck? Und wann kommt er in den Vordergrund und wann ist er weniger in den Vordergrund? Nun sagt er, der politische Zweck wird umso mehr vorherrschen, je gleichgültiger die Massen sich verhalten. Damit meint er was? Wenn die Bevölkerung, wenn der das egal ist, was die Politiker wollen, dann können die Kriege führen, so viel wie sie wollen. Aber wenn die Massen sagen, das wollen wir nicht. Die einen sagen, weil da müssen wir Geld in die Rüstung stecken, das hätten wir aber lieber gerne in Kindergärten oder in Schulen oder in Krankenhäusern. Und die anderen, die Verteidiger sagen, wir wollen aber nicht angegriffen werden. Wir möchten nicht, dass unsere Häuser zerbombt werden.

dann muss man als kriegsführende Partei und auch als ursächlich Politiker sich Gedanken machen, ja was wollen denn die Massen eigentlich? Das heißt, der politische Zweck muss also ganz klar sich auch danach richten, inwieweit die Massen interessiert sind. Und das Beste ist natürlich, wenn jetzt für den Angreifer die Massen, voll begeistert sind nach dem Motto, das ist ein gerechter Krieg und wir sind auf der guten Seite und anderen die Feinde und wenn die Feinde vernichtet sind, dann wird alles gut, dann ist die Welt gerettet. Wo umgekehrt denken die Verteidiger das natürlich auch so. Wir sind die wahren Verteidiger, wir haben niemandem was getan, wir werden völlig ungerechtfertigt angegriffen. Wir verteidigen uns jetzt so gewaltmäßig stark, dass der Angreifer nie wieder uns angreifen wird. Und dann haben wir bewiesen, dass wir im Recht sind. Ja, das heißt also, wenn die Massen sich nicht interessieren, dann kann man eben Politik treiben, so wie man will. Insbesondere, wenn es eben quasi Friedenszeiten sind. Aber anders ist es eben, wenn die Politik sich nicht mehr so zwischen den Staaten befindet.

Managen lässt. Dann kommen eben die Kriegsdrohungen, dann kommen Boykotte und ähnliche Sachen. Die sind ja meistens noch Vorläufer vor Kriegen. Und dann kann man sagen, okay, an der Stelle wird der politische Einfluss langsam geringer und der militärische wird stärker. Ja, an dieser Stelle möchte ich doch nochmal etwas sagen. betonen. Und zwar, wenn wir nochmal zurückgehen zu Punkt 11, da heißt es ja, nun tritt der politische Zweck wieder hervor. Was er dann an der Stelle meint, ist schon klar. Aber ich möchte mal betonen, dass wir das eigentlich in der heutigen modernen Zeit gar nicht so richtig berücksichtigen. Denn wir denken ja immer, dass der Krieg, der sei ja so gewalttätig und das sei so ein zivilisatorisches Minderbemittlung, das sei ja eben unhuman und unpazifistisch und es würde ja so viel Leid passieren. Und wir sehen ja ständig, wenn Kriege sind, dass jeder der Parteien immer seine Opfer präsentiert, die Frauen, die Kinder und die Schulen und die Krankenhäuser oder die armen Soldaten, die nichts zu essen oder zu trinken haben und die Kriegsversehrten. So spricht der Krieg ist ja ein unendliches Leid.

Was aber an der Stelle vergessen wird, und das muss man dem Herrn Klausewitz anrechnen, ist eben, dass der Krieg nicht aus sich heraus entstanden ist. Dass da nicht ein General, der gesagt hat, ich greife jetzt mal den anderen General an, weil der hat einen Hut auf, der mir nicht gefällt und weil ich keinen Zugang zum Zweikampf persönlich habe, deswegen nehme ich meine Truppen und mache ihn platt. So ist es doch nicht. Sondern diese ganze Grausamkeit. Entsteht warum? Weil die Politiker des einen oder gar der anderen beteiligten Länder es genauso wollen. Und ob in dem Kriege dann mehr oder minder Gewalt ausgeübt wird, liegt an den Politikern. Denn die haben ja in modernen Gesellschaften das Primat übernommen. Sie befehlen doch den Kriegseinsatz. Sie haben doch ihre Generäle, ihren Generalstab, die Ihnen berichten. Und wenn die Politiker der Meinung wären, dass das, was ihre eigenen Soldaten machen, zu grausam wäre, dann würden sie doch den Generälen entsprechende Anweisungen geben. Wenn die Politiker der Meinung wären, dass doch keine Menschen sterben sollten, dann würden sie doch nicht den Krieg befähigen. Das heißt, wir sollten uns ganz klar sein.

Dass wenn irgendjemand sich beklagt in einer modernen, pazifistischen, humanistischen Gesellschaft, dass sein Land in einem Kriegskonflikt drin ist, dann hat es nicht nur damit zu tun, dass auf der anderen Seite vielleicht ein böser Aggressor ist. Es hat auch was damit zu tun, was die eigene Politik für Prämissen hat und was die bereit ist, an Verteidigungskraft zu liefern. Also nehmen wir mal als Beispiel, wenn der Angreifer jetzt keinen Genozid macht und sagt, dieses Volk, das will ich komplett ausrotten, dann würde es ihm doch reichen, und das ist auch schon oft genug in der Geschichte vorgekommen, einfach in das Land einzumarschieren, die Politiker, die ihm nicht gefallen, zu beseitigen, die Militärs, die ihm nicht gefallen, zu beseitigen. Und dann ist das Land unter Besatzung und dann geht das Leben weiter. Zwar mit den kulturellen Prägungen des Eroberers, aber es sterben ja nicht so viele Leute wie unmittelbar durch die Kriegshandlung. Das heißt alleine. Die Aussage ist, wir verteidigen uns gegen den Aggressor.

ist ja der Wille von der Politik, der sagt, wir sind bereit zum Äußersten zu gehen. Das ist hier Klausel. Äußerstes. Wir lassen uns das nicht gefallen. Wir lassen uns nicht zwingen. Wir wollen dem Willen des Anderen nicht folgen. Und dafür sind wir bereit, das Blut und das Leben und das Besitztum unserer Bevölkerung als Verfügungsmasse, als Mittel einzusetzen. Also jede Form von Leid ist ohne die entsprechende Beteiligung dem nationalen Politiker in der Form gar nicht denkbar. Und ich glaube, das sollten wir uns mal wirklich ganz klar merken. Und das gilt sowohl für barbarische Gesellschaften als auch für intelligente und für moderne. So, aber selbst wenn das so ist. Dass also die Politik eben die Wahrscheinlichkeitskalküle quasi bestimmt durch ihre Zielsetzung, durch das, was sie erreichen will, ist damit aber immer noch nicht klar. Läuft jetzt ein Krieg immer so voran? Zack, zack, zack, zack, wie so ein Uhrwerk? Oder gibt es da Pausen? Sprich, wann hört ein Krieg eigentlich auf? Wann ist eigentlich Frieden?

Frage, wann ist der Krieg zu Ende? Wann gibt einer auf? So, und jetzt sagt der Clausewitz, ja, ganz so einfach ist es dann eben nicht, denn jede Handlung braucht eine gewisse Zeit, die wir dauern. So, und bei einem kriegerischen Akt ist aber das, was stillstand ist, unsinnig, Weil im Grunde genommen der Krieg immer weiter geht. Also es gibt quasi keinen Stillstand im Krieg. Dieser Gedanke, der ist ein bisschen schwierig. Warum gibt es keinen Stillstand im Krieg? Weil der Krieg ja eigentlich erst dann endet, wenn eine Partei besiegt ist, nach dieser Grunddefinition. Das heißt, solange das nicht der Fall ist, kann es keinen Stillstand geben. Es kann nur eine Phase von mehr oder minder großer Ruhe geben, wo entweder die eine oder andere Partei sich auf die nächsten Schritte vorbereitet. Aber nur weil man jetzt drei Tage Waffenruhe hat,

ist der Krieg noch lange nicht beendet. Das kann man so nicht verstehen. Sondern es gibt nur einen Grund, welcher das Handeln aufhalten kann. Und der ist immer nur auf einer Seite. Hä? Nur auf einer Seite? Was meint der denn damit? Bei beiden, also zu beiden Seiten gilt, dass man nur dann aufhört zu kämpfen, wenn man eigentlich sich vorbereiten will für einen besseren Kampfzeitpunkt. Das heißt, man muss quasi unterscheiden zwischen dem Ende des Krieges, wo der Frieden ist, und innerhalb des Krieges. Und dann gibt es dann auch mal so Ruhephasen, eben Waffenstillstand oder weniger starke Angriffe oder was auch immer. Aber das ist lediglich eine Taktik. Eine Taktik, wo der, der da was macht, der möchte in einen Vorteil geraten, um das langfristige Ziel, den Gegner zu besiegen, zu erreichen. Aber diese Interessen sind eben verschieden. Das heißt, das, was man tut, soll ja für einen selbst zum Vorteil sein und für den anderen zum Nachteil sein.

Das heißt, derjenige, der sich für die Ruhe entscheidet, glaubt dann, dass wenn ich jetzt ruhe, ist dieses Passivsein für den anderen von Nachteil. Und der, der sich für die Aktion entscheidet, der sagt, jetzt greife ich den an. Wenn Sie mal so in Kriegsfilme reingucken, in Hollywood, wann wird angegriffen? Bei Nacht und Nebel. Wenn der Feind schläft, der angegriffen wird, wenn der zu viel Whisky getrunken hat, denken wir mal an das trojanische Pferd. Also der eine sucht die Bedingungen aus, die für den anderen ungünstig sind. Aber das machen ja natürlich beide, sodass sie entgegengesetzte Interessen an der Stelle haben. Aber dadurch, dass sie das beide wieder machen, wären wir jetzt ja quasi wiederum bei einem vierten Maximal, wo es ja doch wieder... kulminiert und immer weiter kommt. Und dann wird es ja doch wieder immer schlimmer werden. Und er sagt, ja, das ist aber in der Praxis nicht so. Und das glauben wir ihm, denn wir wissen ja, dass er in seinen 51 Lebensjahren, und er ist ja ab dem 12. Lebensjahr im Heer gewesen, sprich er hat ja 39 Jahre, war er Soldat und davon hat er, ich glaube, locker 10 Jahre oder so im Krieg verbracht. Und das war doch schon ein Weilchen.

Er weiß also, wie Kriege zumindest damals funktioniert haben. Und er sagte, es gibt eine Menge von Kriegen, wo das Handeln den geringsten Teil der Zeit einnimmt und der Stillstand den ganzen übrigen. Das heißt also, das ist so ein bisschen wie in der Landwirtschaft. Der Bauer geht also irgendwann mal hin und der sät. Und dann macht er erstmal nichts. Und das wäre jetzt nicht so gut für den Bauern, wenn er dann, sobald das erste Helmchen sich da zeigt, anfängt daran rumzuziehen nach dem Motto, je mehr ich ziehe, desto eher ist die Ernte da. Das funktioniert da gerade nicht. Also es muss ja sozusagen reifen und das ist nach Clausewitz' Erfahrung eben im Krieg auch so. Da gibt es Ruhephasen, aber diese Ruhephasen sind die Ruhe vor dem nächsten Sturm. Das ist nicht die Ruhe, die dann in den allgemeinen Frieden übergeht. Sondern das ist die Ruhe, in der derjenige, der die Ruhe macht, der bereitet sich auf den nächsten Angriff oder auf die nächste Verteidigung vor. Aber der sitzt dann nicht und dreht Däumchen und sagt, oh, jetzt habe ich drei Tage ruhig gesessen, dann wird es bestimmt am vierten oder fünften Tag noch ruhiger werden. Und wenn ich noch 40 Tage sitze, dann ist Frieden. So funktioniert das eben nicht. Ja, ja.

Das heißt, wir haben also hier dennoch wieder das Polaritätsprinzip, was wir ja schon an mehrfachen Leiten gesehen haben. Aber das ist jetzt noch ein bisschen anders. Vorher hatten wir dieses Wechselwirkungsprinzip, dass beide eigentlich auf derselben Ebene dasselbe tun, aber in umgekehrter Richtung. Und hier haben wir es jetzt, dass sie aber quasi in vertikaler Ebene das Entgegengesetzte tun. Wenn der eine ruht und es für ihn von Vorteil ist, also zum Beispiel jemand, der jetzt angegriffen hat und sein Angriff war nicht erfolgreich, der braucht ja erstmal eine Ruhezeit, um seine Truppen wieder zu organisieren, von woanders Nachschub zu holen, Soldaten zu holen, sich neu aufzustellen, neue Pläne zu machen. Und das, wo er jetzt Ruhe will, das wäre jetzt für den Verteidiger die ideale Situation, aus einer Verteidigungslage herauszupreschen und einen Gegenangriff zu machen. Nämlich jetzt ist ja der Angreifer gerade geschwächt, jetzt könnte man ihn womöglich besiegen. Und so sind also hier die Interessenlagen nicht nur entgegengesetzt, sondern sie sind diametral entgegengesetzt. Das heißt, wir arbeiten jetzt mit asymmetrischen Mitteln.

Und das hat also Herr Clausewitz hier mit dem Satz 15 formuliert. Diese Polarität ist eben eine absolute. Er sagt, Polarität ist nicht nur Gegensätzlichkeit, sondern Polarität ist da, wo die Kräfte in ihrer Größe sich gegenseitig exakt vernichten. Es geht nicht darum, einen fairen Ausgleich zu machen. Ich habe ein bisschen gekämpft, du hast ein bisschen gekämpft, wir sind wieder Freunde, lass uns auseinander gehen. Nein, das ist so im Krieg nicht gemeint, sondern in einer Schlacht will jeder siegen, denn der Sieg des einen vernichtet den Sieg des anderen. Also, wenn der eine siegt, verliert der andere. Wenn der eine alles gewinnt, hat der andere alles verloren. Das ist die absolute gegenseitige Vernichtung. Man kann nicht ein bisschen gewinnen, denn dann würde der Gegner ja wieder aufstehen und sich wieder neu organisieren. Das muss dauerhaft niedergemacht werden.

Und das, denke ich, ist für uns als Europäer und auch als Deutsche, die wir seit Jahrzehnten keinen eigenen Krieg im eigenen Land mehr hatten, wo wir also nur noch, ja schon seit zwei Generationen, es wächst jetzt schon die dritte heran, die in Frieden aufgewachsen ist, wo wir uns das einfach nicht vorstellen können. Wir glauben, dass weil wir zwei Generationen Frieden hatten, wir nicht mehr in den Krieg ziehen könnten oder nicht mehr bräuchten oder dass uns das nicht passieren könnte. Weil wir dürfen nicht vergessen, seitdem der Mensch sesshaft geworden ist, seit ungefähr 5000 Jahren, gibt es Kriege und die laufen alle in einer Art und Weise ab, die jemand wie Clausewitz versucht hat, in eine akademische erkenntnistheoretische Form zu bringen und auch empirisch zu sagen, okay, wie ist es wirklich? Das heißt, wenn wir so Vorstellungen haben, wir müssen doch das Kriegsvölkerrecht schützen. Ja, natürlich. Es ist eine tolle Leistung, dass die Völkergemeinschaft das zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte geschafft hat, dass sie sagen, wir verbieten den Krieg als solchen.

Ja, und das Formulieren dieses Grundsatzes ist das eine. Aber wie viel davon wird denn umgesetzt, seitdem das formuliert wurde? Alle Länder der UNO haben das quasi ratifiziert. Wie viele Kriege wurden seitdem geführt? Wenn es heißt, man soll nicht Kriegswaffen in Kriegsgebiete liefern. Welche Länder liefern in welche Kriegsgebiete Waffen? Und wie viele von denen, die da liefern, sind sogenannte pazifistische Länder? Das heißt, wir sehen, dass auch bei den modernen Zivilisationen diese archaischen Gewaltfantasien und nicht nur Fantasien, sondern auch Praktiken, es wird da real umgesetzt, da werden Milliarden für ausgegeben. Die sind nach wie vor Realität. Und da interessiert niemanden, was im Kriegsvölkerrecht irgendwo drinsteht. Da interessiert niemanden, was da in einer konkreten Situation für ein Menschenrecht verletzt wird.

Das mag ja alles, irgendwann mal später können die vielleicht angeklagt werden, machen Kriegsvölkerrecht und und und. Aber wenn Sie nur mal daran denken, der Kriegsvölkergerichtshof, da sind ja zwei große Länder, Russland und USA, die sind da gar nicht Mitglied. Das heißt, die können ja gar nicht angeklagt werden. Man würde jetzt Russland oder USA kriegsvölkerrechtliche Verbrechen machen. Das ist ja ein privater, ich sag mal quasi vertragliche Vereinbarung zwischen den Parteien. Wie kann man jemanden für etwas bestrafen, der gar nicht Vertragspartner ist? Das geht doch gar nicht. Das heißt, man sieht also schon in der bloßen Tatsache, dass bestimmte Länder an bestimmten internationalen Vereinbarungen gar nicht teilnehmen. Warum nehmen die daran nicht teil? Ich vermute mal, weil sie genau wissen, dass sie dann ja für ihr Verhalten, was sie irgendwann machen würden, bestraft würden. Und das wollen die nicht. Also wir sehen, das Prinzip des Krieges ist nach wie vor hochaktuell. Es ist nach wie vor physische Gewalt und nichts anderes. Und wer glaubt, dass man Kriege führen kann mit dem weißen Taschentuch in der Hand, mit Beeten und mit Menschenketten und mit Kerzen, die man irgendwo abstellt, der hat überhaupt noch nicht verstanden, worum es im Krieg geht.

Aber wir werden dann beim nächsten Mal mal weiterschauen. Vielen Dank fürs Zuschauen.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Carl von Clausewitz - Vom Kriege: Krieg ist kein isolierter Akt“, Die Welt Klar Sehen, 27.04.2022.

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