'Heißer Herbst' doch eher nur heiße Luft? - finale Bilanz.25.11.2022
Abschrift
Abschrift des Videos vom 25.11.2022104 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Uwe
Der heiße Herbst war eine Luftnummer. Dass immer weniger Leute an immer weniger Orten demonstrieren, ist ein Schwund innerhalb der Protestbewegung. Und dass eben eine Form von Winterdepression jetzt eintritt. Warum gelingt es der Protestbewegung trotz aller Bekundungen nicht, den Anschluss zu erreichen? Aber sie sind nicht das Volk, sondern sie sind nur eine winzig kleine Gruppe von weniger als ein Prozent des Volkes. Sie haben es geschafft, in zweieinhalb Jahren sich so zu positionieren, dass der Rest der Bevölkerung mit ihnen nichts zu tun haben will. Dass die Protestbewegung auf der Straße gescheitert ist und zwar fundamental. Klar sehen, clever denken, frei handeln.
Eli
Wir reden über den heißen Herbst. Er ist uns von langer Hand und von vielen Menschen, unter anderem eben auch den Mainstream-Medien, versprochen worden. Er ist in Anführungszeichen herbeigesehnt worden. Manche Leute sind Sturm gelaufen, um ihn zu ermöglichen. Doch hat das alles gereicht? Heute gucken wir mit dem Uwe auf die klaren Zahlen, die eine sehr eindeutige, würde ich mal sagen, trotzdem eben Sprache sprechen. Auch wenn sie eventuell Zahlen, so wie sie sind, entsprechend für uns natürlich nicht alle vorliegend waren und wir unseren eigenen Interpretationsspielraum in dieser ganzen Debatte haben. So gut wir können, wollen wir uns eben auf die Zahlen stützen und niemand kann das besser machen, als mein Klardenker Uwe, Analyst ohnehin von Beruf, mit Zahlen von morgens bis abends eben zu tun und deshalb auch heute uns eben zugeschaltet, um uns zuerst seinen subjektiven Eindruck mitzuteilen und danach eben auf die Zahlen ganz konkret einzugehen, die uns zeigen werden, wohin eben der Weg geht. Geht er in einen kalten Winter oder dauert der heiße Herbst noch etwas länger an? Wir werden es jetzt zusammen erfahren. Doch wir können es nicht alleine erfahren, wir können es erfahren mit den Besten der Besten und zu denen gehört der liebe Uwe. Vielen herzlichen Dank, dass du uns nochmal zugeschaltet bist. Ich habe es eingangs schon gerade erwähnt, wie ist denn erstmal, bevor wir uns wirklich auf die Zahlen konzentrieren, lieber Uwe, wie ist dein subjektiver Eindruck, angesichts dessen, dass du ja laut eigener Aussage wirklich einer dieser Sesselpuper bist, glaube ich, sagst du mir wieder selbst, der das Ganze aus einer ganz weiten Ferne betrachtet.
Uwe
Ja, also wir hatten ja vor einigen Wochen doch eine deutliche Steigerung gehabt und konnten ja sehen, dass irgendwie ein Aufwärtstrend war. Ja, und nach diesem Hoch ging es eigentlich steil bergab mit den Zahlen, die ich jedenfalls ausgewertet habe. Und dabei blieb es dann auch. Das heißt, ich würde sagen, im Moment ist gemäß unserem Index, den wir hatten oder gebaut haben, so simpel er ist und so ungenau er ist, aber trotzdem kann er uns doch sagen, ob es hoch oder runter geht, würde ich sagen, wir sind auf dem Level, wo wir vor acht oder neun Wochen schon mal angefangen haben, nicht viel weiter. Das heißt, ich würde sagen, der heiße Herbst war eine Luftnummer.
Eli
Machst du das jetzt fest, unter anderem zum Beispiel auch an der Anzahl der Hunderten von Videos, die du in den vergangenen Wochen auszuwerten hattest? Hast du also zum Beispiel jetzt bemerkt, dass du weniger auszuwerten hattest?
Uwe
Ja und nein. Also es ist im Grunde genommen so, dass ich habe jetzt alleine, was jetzt den Zeitpunkt von dem letzten Mittwoch oder Donnerstag, wo ich mal eine Teilauswertung schon mal gemacht hatte, Bis heute Nachmittag habe ich noch mal 1.600 Videos durchforstet. So mit den besagten Einschränkungen, dass ich ja mir nur solche Videos angucke, wo überhaupt eine Zahl drunter steht und nicht in die Videos selber rein. Und es ist festzustellen, dass in den letzten drei Wochen die anzahl der videos durchaus ja ich sag mal vergleichbar ist man dem was wir vorher auch hatten wobei dann aber teilweise in den hochzeiten waren das dann in der woche zweieinhalb tausend videos oder so jetzt sind es ungefähr 1600 frei maximal 1800 also an der von der anzahl der videos her ist es weniger und was markant ist dass auch von der anzahl der der zahlen die im jetzt die Teilnehmerzahlen betreffen, es deutlich weniger ist. Das heißt, es gibt weniger Videos, unter denen Zahlen stehen und die Zahlen, die da stehen, sind im Durchschnitt kleiner. So, jetzt kann man sich die Frage stellen, was bedeutet das? Bedeutet das, dass der Herbst heißer geworden ist und die Videoproduzenten einfach so viele Videos produzieren, dass sie keine Zeit haben zum Zählen? Oder geben Sie keine Zahlen an, weil es so wenig sind, dass Sie sich nicht einen psychologisch unwünschenswerten Eindruck vermitteln wollen. Ein Indikator zum Beispiel ist die Seite von Ignaz Börs, der ja sehr aktiv ist.
Eli
Ganz kurz, Uwe, er heißt Ignaz Beard. Nur, dass wir es geklärt haben, Beard.
Uwe
Ja, okay, meinetwegen soll er Bears heißen.
Eli
Hartes T, hinten.
Uwe
Beard. Beard, okay.
Eli
Also das ist ein Indiz. Genau, seine Seite ist ein Indiz. Und in der Tat hat er ja auch teilweise Grafiken zum Beispiel erstellt. Ich weiß nicht, ob man sich auf die beziehen konnte, aber die gab es ja.
Uwe
Genau, wir hatten ja auch darüber gesprochen, weil du sagtest, Mensch, der macht doch so schöne Zahlen. Da habe ich gesagt, ja, aber wir wissen ja nicht, wie er zu diesen Zahlen kommt, wie er die gezählt hat. Und da ich ja nun selber schon mal im Schnell durchblättern sehe, wie viele Stunden und Stunden es dauert, um nur einfache Zahlen zu generieren, dann ist diese Arbeit in Videos noch reinzugucken und sei es mit einem Algorithmus, den man vielleicht programmiert, zu zählen, da bist du ja Dutzende von Stunden dabei. Das heißt, da habe ich mich schon gefragt, wie lange will der Ignaz Berth das denn noch machen. Tatsache ist, dass also kaum, dass wir den Höhepunkt hatten vor drei, vier Wochen, er dann auch jetzt, ich glaube, seit 14 Tagen keine Zahlen mehr veröffentlicht hat. Sei es entweder, weil ihm die Arbeit zu viel ist oder aber, weil die Zahlen, weil auch aus seiner Sicht die Zahlen sinken. Ich persönlich hatte dir ja sogar vorgeschlagen, dass man vielleicht weggeht von diesen zehn Top-Städten und dann eben so wie Ignaz Beert, dann sagt, ja, wir nehmen eben die 16 Bundesländer und machen da eine Ranking-Liste draus. Auch wenn wir nicht wissen, wie er zu seinen Zahlen kommt, dann könnte man immer noch sagen, okay, selbst wenn er immer denselben Fehler macht, haben wir trotzdem dieselbe Datenkonsistenz. Und die Tendenz wäre erkennbar. Es wäre auch eine Tendenz erkennbar und es wäre dann eben nicht nur zehn Städte und insbesondere in Sachsen und Sachsen-Anhalt, sondern eben bundesweit. Insofern wäre das vielleicht sogar noch aussagekräftiger als das, was wir bisher gemacht haben. Nur wenn er diese Daten nicht mehr erhebt, dann gibt es diese Möglichkeit gar nicht mehr.
Eli
Richtig, was wir stattdessen haben, ist eben die Möglichkeit, die du angewandt hast mit deiner Methodik, von der du eben nicht abgewichen bist. Du hast hunderte, tausende Videos Woche für Woche gesichtet. Insbesondere hast du dich natürlich stark auch auf den Montag konzentriert. Du hast in deiner Tabelle auch dieses Mal weiterhin fortgeführt, dass du gesagt hast, du hast eine Betrachtung unmittelbar nach dem Montag, dem Protestmontag auf der Straße und eben der vollen Kalenderwoche. Also diese Zweiteilung werden wir auch gleich eben in den Daten nochmal erkennen. Aber nichtsdestotrotz, die Daten, die wir eben erhoben haben, sie zeigen eine eindeutige Sprache oder sie zeigen ein eindeutiges Bild und auch das immer mehr auffallende Fehlen von Daten, diese Abwesenheit einer Euphorie, das spielt auch mit rein in diese ganze Sache.
Uwe
Erinnere dich, dass wir ganz am Anfang darüber gesprochen hatten, wie aussagefähig kann es sein, wenn man nur Top Ten Städte nimmt und die vermutlich noch nicht mal diese Daten, selbst diese zehn Datensätze nicht vollständig sind, weil es ja in anderen Bundesländern auch noch was gibt, nur wo keine Zahlen genannt werden. Aber da habe ich immer gesagt, ja, auch wenn das so ist, wenn diese Datenmenge so beschränkt ist und die Zahlen unsicher sind, ist es aber trotzdem immer dieselbe quasi Unschärfe oder die Unschärfe Datenbasis. Und wenn da sich was verändert, dann verändert sich auch eben der Vektor, ob es nach oben oder nach unten geht. Und wir haben ja die Grenze angesetzt und haben gesagt, okay, damit das für mich jetzt nicht so viel Arbeit ist, machen wir nur die Städte über 500 gemeldeten Teilnehmern.
Eli
Genau. Das eliminiert ja schon mal ganz viele, liebe Freunde. Genau. wenn sie zugucken und sagen, aber ich komme da aus Klitsche X oder Klitsche Y. Das mag ja durchaus sein und das ist sehr löblich, dass ihr lauft, aber irgendwann müssen Freiwillige, ehrenamtlich Arbeitende, auch ansonsten hauptberuflich arbeitende Menschen wie wir, sagen, okay, wir machen mal einen Cut. Das heißt nicht, dass ihr nicht gelaufen seid, das heißt nur, dass ihr in unserer vielleicht fehlerhaften, vielleicht nicht vollständigen Berechnung eben keinen Anklang findet. Aber wir zollen euch dennoch Tribut, wenn es euch wirklich gibt und wenn ihr auf den Straßen seid.
Uwe
Ja, die Leute gibt es sicherlich, denn es gibt ja genügend Daten, aus denen man sieht, lange Tabellen von Dutzenden, Hunderten von Orten nach dem Motto, in dem Ort sind 23 gelaufen, da sind 75 gelaufen, da sind 140 gelaufen, da sind 350 gelaufen. Also diese Daten gibt es ja, aber für uns war ja nicht die Frage, wie kriegen wir ein möglichst vollständiges Bild von Demonstrantenzahlen, sondern wie kriegen wir ein Bild davon, ob es mit der Protestbewegung auf der Straße aufwärts oder abwärts geht. Wenn wir dann sagen, wir nehmen die Top-Ten-Städte, selbst wenn die schon in ihrem regionalen Bereich eingeschränkt sind, und wenn wir dann eben noch die Grenze haben, mindestens 500, ist eins klar, wenn die Bewegung stärker wird, dann werden auch die Anzahl der 500er-Städte mehr. Erinnere dich, wir haben ja schon Wochen gehabt, wo man unter 2000 oder unter 1000 gar nicht erst in die Top-Ten kam.
Gast
Ja.
Uwe
Und jetzt in den letzten Wochen sieht das aber doch ein bisschen anders aus.
Eli
Gut, dann lass uns jetzt endgültig halt darüber reden, wie es denn entsprechend aussieht. Ich gebe mir Mühe, deine Tabellen hier nochmal für das Publikum zu vergrößern, auch für dich zu vergrößern, damit du das alles ein bisschen besser lesen kannst. Da ist noch mehr Spielraum nach oben, wenn ich das hier so groß ziehe mal. Hier sehen wir also die Städte und auf der linken Seite entsprechend die Skala. von der du gerade gesprochen hast. Dass man also im Prinzip mit 1000 Menschen in der Vergangenheit nicht mal eben in die Top 10 gekommen ist. Jetzt muss ich gleich fragen, lieber Uwe, ist das wieder ein Dateneintragungsfehler oder wo ist denn hier eigentlich quasi Platz Nummer 10, 9, 8 und 7?
Uwe
Da gab es keine mehr, die über 500 waren. Die sind alle unter 500.
Eli
Ah! Wie hast du dann ausgewählt, dass hier noch Görlitz... Nee, die habe ich nie ausgewählt.
Uwe
Die musste man eigentlich raus-Xen.
Eli
Ja, okay.
Uwe
Weil es sind in der Excel-Tabelle die zehn höchsten, das siehst du ja links. Und dann sind dann eben nach dem Platz 10 noch ein paar Orte da, aber eigentlich haben die keine Bedeutung. Sprich, in dieser Top-Ten-Liste von dieser Woche sind eigentlich nur sechs Top-Ten.
Eli
Genau, also du sprichst von dieser Woche, aber die Woche ist ja noch nicht komplett, sondern wir gucken uns hier an dieser Stelle erstmal nur den Montag an. Fairerweise sollten wir dann auch sagen, wenn man Montage vergleicht, sieht man aber auch dieselbe Tendenz, dass zum Beispiel die Vorwoche, also die letzte Woche, die ein Bild gezeigt hat, wo es noch aber klar mehr Städte gab, die über 500 eben gekommen sind. Und diese Woche, wenn man allein jetzt isoliert nur den Montag betrachtet, sieht man, es gab schon also einen sehr, sehr starken Abfall, was das angeht. So sehr, dass eigentlich mit Hermsdorf, die ist die letzte Stadt offensichtlich, hier dokumentiert werden konnte, von der wir zumindest Videos gefunden haben, wo Menschen behauptet haben, 500 plus, genau 500 sein.
Uwe
Genau, und hier ist übrigens auch ganz interessant, dass auf Platz 5, das ist hier, was ist das, 9, Heißt das Nauenhof? Nauenhof, ja. Also Nauenhof war bisher noch nie vertreten und Nauenhof ist ein kleiner Ort und dort hat man eine Demo gemacht gegen Asylanten.
Eli
Ah, okay. Und die haben demonstriert und sind jetzt also im Rahmen deiner Auffassungen hier quasi oder deiner Analysen mitverzeichnet?
Uwe
Also ich sag mal so, wir haben ja auch, als die AfD demonstriert hat, die haben wir auch mit aufgenommen. Also warum sollen wir nicht Nauenhof mit aufnehmen? Aber ich will nur sagen, jetzt haben wir hier quasi an diesem Montag lediglich sechs Städte, wo mehr als 500... klassifiziert worden sind. Wenn man sagt, wir nehmen Nauenhof raus, weil das ja eigentlich nur Asylpolitik ist, das ist vielleicht ein bisschen noch anderes Thema, dann haben wir bloß noch fünf Städte. Und wenn wir dann auf die Prozentzahlen gucken, das ist ja immer das Thema, wie viel Prozent Also wir sitzen, ich habe ja immer die Zahlen der Demonstranten.
Eli
Das machen wir nachher.
Uwe
Für die Bevölkerung.
Eli
Ja, ja, aber das machen wir nachher. Wichtig ist jetzt erstmal, dass wir uns das wirklich isoliert mit den Zahlen betrachten. Also die Lage ist desolat, das muss man sagen. Die Zahlen-Datenlage Ja, stellt sich so dar, dass da eben immer weniger für dich halt eben Rohmaterial da ist, mit dem du arbeiten kannst. Noch dazu sagst du, hast du jetzt hier keine etwa Tricks, sondern einfach nur, hast du richtigerweise klargestellt, Nauenhof zählt sich in Anführungszeichen gar nicht zu irgendeiner Wahrheitsaufklärung, das hast du nicht gehört, Bewegung, ist aber fairerweise natürlich trotzdem Teil eines Demonstranten heißen Herbsts. Und im krassen Gegenzug dazu, ich will das einfach den Leuten nochmal optisch im Prinzip vorhalten, sah so zum Beispiel der letzte Montag aus, als man mit Kamenz allein schon gut eben in der Top 10 vertreten war mit den 800 Leuten, die dort waren. Nochmal eine Woche weiter zurück sieht man auch hier, Entschuldigung, ich ziehe das gerade mal für euch groß. So, noch eine Woche zurück sieht man, da waren noch Städte wie Nürnberg mit dabei, Leipzig, Bitterfeld, Saalfeld haben da im Prinzip in der Top Ten um die Vorherrschaft gerungen. Wir sehen vor allen Dingen hier an der höheren Spitze, da war im Prinzip bei 4.000 Schluss, vor einer Woche war schon bei 3.500 Schluss und diese Woche ist sogar wirklich beim Spitzenreiter bei 3.000 Schluss. Also nicht nur haben wir weniger Städte mit mehr als 500 Teilnehmern, die es in der Liste schaffen könnten, selbst die, die übrig geblieben sind, sind am oberen Ende gefallen. Das heißt, es ist nicht so, dass wir eine Konzentration gerade erleben, dass man deswegen alle aus irgendwelchen kleinen Gemeinden jetzt in einer großen Stadt sich konzentrieren, sondern selbst da, wo man sich früher mal konzentriert hat, konzentriert man sich inzwischen weniger und es sind auch weniger Leute. Das ist ja eigentlich die klare Analyse daraus, oder?
Uwe
Ja, also egal, wie man es betrachtet, ja, auch selbst mit den ganzen Unschärfen, die wir haben, würde ich sagen, der Trend ist abnehmend und zwar deutlich.
Eli
Okay, gut, an dieser Stelle sollten wir mal vielleicht gucken auf den Gegensatz dazu. Erinnerst du dich, welche Kalenderwoche die gewesen ist, wo du von einem Höhepunkt sprechen kannst?
Uwe
Das war vor, in der 45. oder 44.
Eli
44. Okay, dann gucken wir mal in die 44. rein. Ich habe sie hier gerade aufgeschlagen. Sieht in der Tat halt schon vom optischen Bild her sehr viel beeindruckender aus. Rudolstadt, Pöstneck war da dabei, Görlitz, Straße und Leinefelde, Plauen, Sonneberg, Bautzen, Altenburg und Chemnitz. Ja, ja, in der Tat war Chemnitz immer so eine Hochburg des Protests. Und ja, da waren also Zahlen nicht jenseits der 5.000, aber immerhin bis zu 5.000 eben erreicht. Und wenn wir noch weiter zurückgehen, schau mal hier, kann das stimmen? Ich bin jetzt in die 43 gegangen, ich mache es dir mal groß.
Uwe
Ja, das war glaube ich die Woche, wo die AfD in Berlin demonstriert hat. Die hatten alleine schon mehrere Tausend.
Eli
Das glaube ich jetzt an dieser Stelle nicht. Ganz der Spitzenreiter ist hier Dresden. Ach, Dresden, guck an, ja. Ach, nee, Moment, entschuldige. Mein Fehler, das ist die ganze Woche. Ja, ja, das kann natürlich nicht stimmen. Wir haben jetzt erst mal nur individuell Montage verglichen. Ich wollte wirklich, liebe Freunde, diese Zweiteilung auch mit dem Uwe hier noch weiterfahren. Wir gucken erst mal wirklich nur auf die Montage. Und hier seht ihr zum Beispiel die Woche 43. Wo nichtsdestotrotz also Chemnitz und damit also sächsische und thüringische Städte halt wirklich den Vorreiter gemacht haben. Die 5000er-Grenze, darauf wollte ich hinaus, ist also auch geknackt worden. Und wie ihr hier erkennen könnt, muss das Ende dritter Oktoberwoche gewesen sein. 24. Oktober, als es halt noch heiß herging auf den Straßen. Da konnte man wahrscheinlich zu Recht von einem heißen Herbst sprechen. Jetzt gucken wir uns mal die ganze Woche an. Das ist die Kalenderwoche 43. Da siehst du ja in der Tat, Ende Oktober hat Dresden demonstriert und hat es ja ordentlich vorgelegt. Ja, aber unmittelbar schon in der nächsten Woche ist man also von Zahlen, die hier jenseits von Gut und Böse sind, hier sieht man das, in Dresden waren 17.500 Mann ungefähr, sieht man also schon unmittelbar in der nächsten Woche und das ist die Woche gewesen vom 31.10. bis zum 6.11., sind wir sehr, sehr stark gefallen. Und auch wenn Chemnitz natürlich immer noch stark vertreten war, sind die wahrscheinlich nur am Montag auf die Straße gegangen, haben dort an diesem Montag ihre 5.000 Menschen eben auf die Straße gebracht. Und ansonsten ist es größtenteils die Woche über ruhig geblieben. Wenn man da den Montag mit der Woche vergleicht, sehe ich da jetzt keine riesengroßen Sprünge in dieser Top Ten.
Uwe
Ja, also die Tendenz haben wir, glaube ich, zunehmend. Das würde ich jedenfalls nach meinem Zahlenwerk sehen. dass sich die Demonstrationen auf den Montag stürzen und die Rest der Woche ist mehr oder minder ruhig.
Eli
Genau, also es ist nicht so, dass du dich guckst, dass du nicht suchst, sondern du sagst einfach, so gestaltet sich das halt und das müssen wir uns eingestehen, dass wir, sag ich mal, keinen heißen Herbst haben, sondern einfach nur eine heiße, wenn überhaupt, eine heiße Abfolge von Montagen. Also die ganze Saison wird da größtenteils also noch ausgeklammert. Okay, genug in der Vergangenheit gekramt, dann lass uns doch jetzt direkt also mal gucken, das ist die aktuellsten Zahlen, die wir jetzt also haben, die sind nur von Montag, aber wir müssen ja, wie wir gerade gesagt haben, davon ausgehen, diese Zahlen werden größtenteils stabil bleiben und wir warten jetzt nicht, dass da jetzt irgendwie im Laufe der Woche noch irgendetwas nachziehen wird.
Uwe
Doch, es könnte durchaus sein, weil für den 26. hat ja Kompakt TV Abi Go Home Großdemo angesetzt.
Eli
Richtig, nach Leipzig.
Uwe
Genau, also insofern könnte da natürlich schon... noch im Laufe der Woche was passieren.
Eli
Ja, ich sehe jetzt hier gerade in einer Tabelle an dieser Stelle hier, da ist Leipzig, aber die sind nicht in der Top 10, das heißt, die haben unter 500 Mann auf die Straße gemacht an diesem Montag.
Uwe
Vielleicht haben sie auch mehr als 500, nur ich habe keine Zahlen dazu. Also wenn es heißt, in Leipzig ist was, hier voller Demo-Zucht, ja, das nützt mir nichts. Ich habe keine Zeit, mit den Demo-Zucht zu analysieren, sondern wenn da drunter steht Leipzig 3000, ja, dann schreibe ich 3000 rein. Anders geht es ja nicht.
Eli
Wäre es irgendeine imposante Zahl, wo man auch nicht nur Mutmaßungen, sondern mehr oder weniger konkrete Zählungen eben online stellen könnte, dann würden die Leute wahrscheinlich das...
Uwe
Es gibt ja Formulierungen, also zum Beispiel... heißt es dann mehrere tausend. Also mehrere tausend kann jetzt viel sein, aber ich schreibe dann mindestens schon mal 2000 rein. So lange, bis ich ein anderes Video finde, wo eine höhere Zahl kommt, die auch sich auf diese Demo bezieht. Wenn aber kein anderes Video kommt und es auch nur heißt mehrere Tausend, dann bleibe ich bei 2.000, weil ich habe keine objektive Veranlassung, da jetzt 3, 4, 5 oder 7.000 reinzuschreiben. Wie sollte ich das tun?
Eli
Ja, kann ich natürlich nachvollziehen. Und ich möchte dazu auch noch sagen, es gibt so eine, sage ich mal, bewusste, absichtliche, auch von unserer Seite manipulativ eingesetzte Verklausulierung. Dass man zum Beispiel schreibt, ich habe das nicht nur bei den Freien Sachsen gesehen, aber das ist jetzt mal ein Beispiel, wo es mir ganz besonders präsent im Kopf ist. Wo man zum Beispiel schreibt, hunderte Bürger, sind auf der Straße und man unterstreicht das Hunderte. Oder man macht das fett oder sowas. Und man benutzt halt eben diese verklausulierte Sprache, weil Hunderte im Kopf sieht man da also sofort, was weiß ich, 700, 800, 900 Leute spazieren. Wenn man tatsächlich hinguckt, sind es vielleicht 150. Wo man eigentlich schon sagen müsste, ist das überhaupt schon Hunderte oder ist das eigentlich 100?
Uwe
Genau das sehe ich auch so. Also in dem Moment, wo jemand eben sagt Hunderte, ist die Frage, ob es überhaupt 200 sind.
Eli
Ja, richtig. Okay, gut. Dann lass uns jetzt mal gucken auf die Meta-Analyse, den Vergleich eben aus der Ferne. When in doubt, zoom out, sagt man auch an der Börse. Also wir schauen uns das jetzt mal an und zwar über entsprechend alle Wochen hinweg. Jetzt nicht mehr in der individuellen Ansicht, die wir gerade gesehen haben, sondern eben in einer, die das alles hier eben auf einen Punkt bringt. Und, naja, was soll ich sagen, das Bild hat sich nicht groß verändert, aber es wird auf jeden Fall sehr, sehr viel deutlicher und es ist eigentlich sogar noch viel desolater, als wie du es uns eingangs beschrieben hast, weil du hast gesagt, es habe sich stabilisiert auf einem Niveau wie zu Beginn der Demonstration oder zumindest deiner Aufzeichnungen. Dabei waren zu Beginn 15.400 Leute und hier haben wir aktuell gerade mal 10.600. Das ist ja auch schon, wenn man nur diese zwei Felder betrachtet, ein Rückgang von 33%.
Uwe
Ja, das kann man natürlich jetzt so konkret in Zahlen als große Differenz betrachten, aber man darf eben die Unschärfe dieser Zahlen nicht außer Acht lassen. Also, dass die 20, 30 Prozent unscharf sind, Minimum, davon müssen wir ausgehen. Das heißt, man wird hier auf Das Markante ist eigentlich, dass es bis zur 43. KW deutlich nach oben ging. Ja, die Tendenz war steigend. Also da sehen wir so einen Sockel bei 48.000 oder so. Und dann auf einmal ging es aber steil nach unten. Und ob das nun nur an den Daten liegt, weil sie nicht mehr richtig gekennzeichnet werden, oder ob das den tatsächlichen... Ich sage mal, den Lauf der Straße wiedergibt. Das ist die Frage. Wenn ich aber gucke, was ich so in manchen anderen Streams sehe von Leuten, die auch über Straßendemonstrationen reden, zum Beispiel als die Geschichte mit Markus Heinz ging, auch dort wurde schon davon geredet, dass weniger auf der Straße ist. Das heißt, die Frage, also meine... Vermutung oder Interpretation ist, dass nicht nur die Zahlen schlechter geworden sind, sondern dass tatsächlich auch die Bewegung auf der Straße schwächer geworden ist. Und man kann sich natürlich die Frage stellen, was genau ist da schwächer geworden? Hier sehen wir natürlich, dass die Anzahl der gemeldeten Teilnehmer kleiner ist. sodass wir zum Hochzeitpunkt ja, was weiß ich, 40.000, 50.000 gemeldet haben. Und jetzt sind es dann nur noch 10.000. Das ist natürlich schon ein erheblicher Unterschied. Und wir haben ja noch eine zweite Tabelle, wo wir das da mal hochgerechnet hatten, eben linear auf die Bevölkerung. Und da sehen wir dann, ist dann wiederum so ein bisschen anders. Und da sehen wir dann eben einen leichten Aufwärtstrend. Und die Frage ist, wie passen solche Tabellen zusammen? So, und wenn wir jetzt eben diese, ich sage mal, die zweite Tabelle ist ja eigentlich noch ein bisschen verwirrender, weil die aus wenigen Teilnehmern jetzt auf einmal auf 83 Millionen hochrechnet. Hochrechnet, ja. Sondern es wäre ja nur dann der Fall, wenn es in allen Städten so wäre wie in den Top Ten Städten, was ja eben definitiv nicht der Fall sein kann. Es können nicht alle Top Ten Städte sein. Es muss auch Minus Top Ten und Minus 53er Städte und Minus 60er Städte geben. Das heißt, das ist natürlich eine extrem geschönte Rechnung, hat aber auch genauso denselben Punkt, wenn man immer denselben Fehler überall beibehält, bleibt die Tendenz trotzdem als Signifikator oder Anzeiger durchaus noch da. Hier sehen wir, dass wir dann auf einmal doch eine gewisse Steigerung haben in Woche 47.
Eli
Und zwar mit immer weniger Daten, wie du gesagt hast. Objektiv sieht man auf der Straße weniger Leute, die Zahlen werden immer dünner, aber wenn man denselben Fehler weiterzieht, den Folgefehler quasi, den wir uns hier leisten.
Uwe
Das hängt eben damit zusammen, dass diese Zahlen quasi unter der Voraussetzung sind, wie das Verhältnis zwischen Demonstranten zu der Stadt ist, in der sie demonstrieren. Also in dem Moment, wo viele Leute in einer kleinen Stadt demonstrieren, steigt diese Zahl an. Und in dem Moment, wo viele Leute in einer großen Stadt demonstrieren, fällt diese Stadt. Also wenn jetzt zum Beispiel die Leute, die in Nauenburg waren, die Tausend, wenn wir die hier rausrechnen würden, würde diese Tabelle markant sich anders darstellen.
Eli
Okay, jetzt schreiben die Leute im Chat, die paar wenigen, die uns noch zugeschaltet sind, also nicht, weil das nicht spannend ist, sondern weil es kann ja nicht jeder mehr chatten. Das ist dieses Problem, das wir da gerade haben wegen der Trolls. Die schreiben, hier sind einige Städte dir so ein bisschen durch die Lappen gegangen. Halberstadt und zum Beispiel Leipzig sollen beim Start 1100 gewesen sein. Wie bewertest du das denn jetzt, also wenn du hörst, dass sich da Leute so für ihre Städte weiterhin stark machen?
Uwe
Das kann ja durchaus sein, nur ich muss mich auf die Zahlen und die Daten berufen, die ich aus den Quellen generieren kann. Ich kann nicht überprüfen, ob in irgendwo andere Zahlen sind, wenn mir diese Zahlen nicht bekannt werden. Das ist das Problem dieser Datenanalyse. Ohne Daten keine Auswertung. Da mögen sonst wo eine Million Leute demonstrieren, wenn aber keine Nachricht darüber stattfindet, ist das für mich null.
Eli
Richtig. Und an dieser Stelle verweise ich, wie gesagt, auf den zweiten Teil dieser Sendung nicht etwa heute. Heute haben wir schon zur Genüge, denke ich mal, über diese Sache noch nicht endgültig gesprochen, aber nichtsdestotrotz. Aber ich verweise darauf, dass ich morgen eben eine Betrachtung, eine subjektive Betrachtung von Menschen euch anbieten werde, die wirklich auf der Straße sind, die also bis zuletzt unter diese ganzen Menschen eben gegangen sind. Ich sogar mehr, denke ich mal, als Juni, um euch eben zu sagen, wohin dieser Widerstand halt unserer Meinung nach, jetzt analytische Zahlen rausgerechnet, offensichtlich steuert. Aber, Uwe, das muss man schon sagen, die Zahlen, sind die eindeutig oder würdest du sagen, du würdest nicht deine Hand für uns Feuer legen, wenn du das jetzt bewerten müsstest, wenn du das würdigen müsstest? Würdest du sagen können, dass das Hand und Fuß hat?
Uwe
Also ich würde sagen... Die Leute, die die Videos einstellen, sind ja immer dieselben. Logischerweise wie überall im Leben. Ein paar machen die Arbeit für alle anderen. Und die Frage ist, warum hören diese Leute auf Zahlen anzugeben? Es liegt doch in ihrem eigenen Interesse, möglichst gute Zahlen anzugeben. Nur wenn man vorher immer für seine Stadt 1000, 1000, 2000, 2000 gemeldet hat, jetzt kommen nur noch 300 hin. Dann schreibt man dann nicht mehr 300, weil dann würde man ja eine Motivationsbremse sein. Also schreibt man nur viele, viele tapfere Bürger gegen Spazieren. Aber man schreibt nicht, dass es nur 300 waren und die Zahl, die vor Wochen war, um zwei Drittel gesunken ist. Das heißt, die bloße Tatsache... Dass dieselben Autoren jetzt aufhören, Zahlen anzugeben, kann nur zu zwei möglichen Schlussfolgerungen führen. Erstens, sie sind zu faul zum Zählen oder aber das, was sie zählen, gefällt ihnen nicht und deswegen schreiben sie es nicht.
Eli
Ja, da sind wir wieder bei dieser Verklausulierung, dass man halt eben versucht, irgendwelche Adjektive hier zu finden, die das irgendwie beschönigen oder die Raum für eben Interpretationen lassen, aber die lässt du ja bewusst außen vor. Das heißt, die können in dieser Statistik nicht auftauchen, selbst wenn du wild bist. Jetzt könnte man dir aber wiederum vorwerfen, okay, vielleicht ist dann deine Grenze jetzt zu hoch angesetzt. Vielleicht musst du angesichts dessen, dass halt im Prinzip weniger Leute auf der Straße sind, sagen, okay, du beginnst dann bei 250 zu zählen und vielleicht würde sich dann ein ganz anderes Bild zeigen. Was sagst du dem?
Uwe
Ja, das könnte man so sehen, nur wir müssen ja immer betrachten, dass die Protestbewegung auf der Straße immer was von Anschlussfähigkeit erzählt, ja, von Anfang an. Und dass diese Anschlussfähigkeit bedeutet, dass sich Leute anschließen, dass es also mehr werden müssen. Und wenn es mehr werden und wir selbst jetzt bei diesen Zahlen, ich sag mal, selbst im geschönten Fall maximal bei 2% liegen, so ungefähr. Also hochgerechnet aufs Bundesgebiet.
Eli
Auf ganz Deutschland, richtig.
Uwe
Auf ganz Deutschland, ja. Aber ansonsten eher unter 1% liegen. Da muss man sagen, hoppla, wo bitte ist da der tatsächliche Anschluss? Also für mich jetzt als externer Datenanalyst mit all diesen Unschärfen würde ich sagen, dieser Anschluss ist nicht da. Sondern das ist eine, was man jetzt sieht, ist, dass immer weniger Leute an immer weniger Orten demonstrieren, aus welchen Gründen auch immer. Und das war es dann auch. Und jetzt mag es Gründe dafür geben, man mag darüber spekulieren, nach dem Motto, die Leute sind müde, sie sehen vielleicht nicht genügend Erfolge. Aber man könnte auch sagen, gerade jetzt, wo wir die Gaskrise haben, wo wir Krieg haben und ich weiß nicht was, Gerade jetzt wäre doch eigentlich viel mehr Potenzial für Anschluss von nicht, ich sage mal, Blasenteilnehmern sich anzuschließen. Warum tun die das nicht? Das heißt, ich denke, was wir haben, ist ein Schwund innerhalb der Protestbewegung. Und dass eben eine Form von Winterdepression jetzt eintritt. Schockstarre vielleicht auch. Ja, Schockstarre vielleicht auch, weil eben die Hoffnungen sich eben nicht erfüllen.
Eli
Sowohl die Kälte als auch die Schockstarre, ob im Prinzip des Nachlassens der Zahlen in Kombination zusammen, führt dazu, dass die Leute sich nicht mehr trauen, selbst wenn sie eigentlich vorhatten zu gehen. Die sitzen vor dem Computer, sehen letzten Montag hat es ja auch nicht gereicht und gehen dann nächsten Montag ebenfalls nicht mehr. Uwe, mal eine ganz konkrete Frage, warte mal, bevor wir jetzt in die Subjektive abrutschen. Was denkst du denn, also dieses Datum ist ja schon sehr signifikant. Ich gucke mir das hier an und ich sehe hier die 43. Kalenderwoche und danach diesen wirklich sehr eindeutigen Absturz. Wenn man vorher von einer steigenden Tendenz sprechen konnte, sind wir hier gefühlt wirklich an eine Wand gefahren in diesem 43. KW. Was ist denn da passiert? Also was kannst du dir auch nur vorstellen, was da dazu geführt hat?
Uwe
Weiß ich jetzt gar nicht mehr. Es gab doch ein Ereignis, wo alle da unbedingt waren. Es war doch hier, was war denn das für ein Jahrestag? Irgendwas war da.
Eli
Der 3. Oktober wird natürlich im Raum gewesen sein. Da wissen wir, dass wir natürlich viele Leute mobilisiert haben. Das war der Tag der Deutschen Einheit hier in Gera.
Uwe
Insbesondere war ich ja auch am Start.
Eli
Ende des Monats hatten wir den 29.10. Das war Dresden. Das war natürlich stark. Ich frage mich, warum hat es danach denn nachgelassen? Das ist die Frage. Ich weiß, warum wir bis zum Ende des Monats dort waren.
Uwe
Also ich glaube, wenn wir den 3. Oktober nehmen, zeig mal auf den 3. Oktober.
Eli
Der 3. Oktober ist das hier.
Uwe
Das ist die Spitze. Und da hat man versucht, nach dieser Spitze das nochmal aufzuwärmen. Und dann sehen wir, dass es da noch zweimal, also da oben, so einen Doppeltopp gegeben hat in der 42. und 43. Woche. Und dann ließ sich das nicht mehr halten. Sprich, dieser Erfolg in der In der 40. KW. Der ist motivierend gewesen, sodass es danach dann mal abfällt, dass die Leute nicht jeden Tag immer oder jede Woche immer voll auf die Straße gehen wollen und können wegen Zeit und vielen anderen Gründen. Das ist völlig klar. Da hat man sich noch zweimal ordentlich dran gemüht, aber dann war die Luft eben draus.
Eli
Aber nach derselben Argumentation, wenn du sagst, die 57.000 haben die Leute so begeistert, dass die Wochen nachher noch rausgekommen sind, dann hätten auch die 48.000 die Leute begeistern können, dass sie hier nochmal irgendwie rauskommen. Und dass es meinetwegen danach abfällt, wenn wir hier wirklich gesehen hätten, dass es meinetwegen langsam nach unten geht. Aber es ist ja wirklich wie gegen eine Wand gefahren. Ab Ende Oktober, ich meine Halloween oder so fällt mir da nur ein, der 31.10. war halt wirklich komplett Schicht im Schacht.
Uwe
Also ich kann mir das nur mit einem psychologischen Grund erklären. Es gibt so, ich weiß nicht genau, wie dieses Experiment heißt, aber wenn jemand ein bestimmtes Problem hat, zum Beispiel er ist irgendwo in einem Raum gefangen und versucht da rauszukommen. und muss dann die Tür aufmachen. Dann versucht er dieses und jenes und dieses und jenes und alles Mögliche und dann schafft er das nicht und dann wird er wieder depressiv und sitzt wieder zwei Stunden in der Ecke und dann sagt er, jetzt probiere ich es nochmal. Und dieses Wechselspiel, ich gehe hin und ich probiere, scheitere, probiere, scheitere, probiere, scheitere, führt dazu, dass man irgendwann mal an eine existenzielle Grenze kommt und sagt, jetzt reißen nehme ich meine ganze Kraft, die ich überhaupt zur Verfügung habe, Und jetzt probiere ich das noch einmal. Und wenn es dann klappt, dann bin ich raus. Und wenn ich es mit der höchsten, maximalen Kraft nicht schaffe, dann gebe ich auf. Weil mehr als die maximale Kraft habe ich ja nicht. Und wenn es mit der nicht klappt, bin ich gescheitert.
Eli
Und das waren unsere unterschiedlichen Anläufe, wo wir immer mehr uns auch bemüht haben, resigniert haben, dann wieder uns stark bemüht haben, nochmal alles zusammengenommen haben und am Ende halt wirklich gescheitert sind.
Uwe
Ja, also das wäre jetzt meine Interpretation, dass es dreimal versucht wurde, eben voranzukommen, aber es wurde nicht mehr und dann hat man gesagt, ja, wenn es dann nicht mehr wird, was soll ich dann da hingehen?
Eli
Andere Interpretation, ist es wirklich einfach nur die zunehmende Kälte? Ich meine, du hast mich vielleicht frieren sehen da draußen in Plauen, diesen Samstag. Das war schon wirklich arschkalt. Wir sind wirklich von heute auf morgen gefühlt. Also ich bin jetzt wirklich vom Regen in die Traufe. Ich hatte zwei Tage zuvor schon mal ein bisschen Vorerfahrung mit einem noch im Plusbereich, aber nichtsdestotrotz unfassbar durchnässten Prag. Und dann keine zwei Tage später bin ich zurück nach Deutschland, war in Plauen und da war dann minus 5 Grad und es war einfach nur noch bitterlich kalt. Ist es wirklich einfach nur wie beim Russland-Feldzug von Napoleon damals, erinnere dich, als wir Clausewitz durchgenommen haben, ist es wirklich nur der Winterfaktor? Kann das sein?
Uwe
Also ich glaube nicht, denn wir sehen ja, dass in den Demo-Hochburgen wie Bautzen oder so, da sind ja konstant immer 3000 Leute, ja. Also sprich, es gibt schon eine gewisse Kerngruppe von Demonstranten, die so wetterfest sind, dass sie immer rausgehen. Also sprich, das Wetter alleine wird es nicht sein. Ich glaube, es sind psychologische Gründe, die vielleicht auch mit der Wirtschaftslage zusammenhängen, dass die Leute jetzt, wo in manchen Gebieten es mit dem Strom problematisch wird, mit den Einkaufspreisen und mit vielen anderen Sachen, dass die auf einmal anfangen, jetzt ihre ganz persönlichen Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen, nach dem Motto, wie komme ich über den Winter? Und dafür dann eben an anderer Stelle Zeit einsparen müssen, unter anderem bei Demonstrationen. Ja, das macht durchaus Sinn.
Eli
Man hat sich aufgeopfert in einer Zeit, in der man halt den Raum dafür hatte, in der man auch weniger riskiert hat, weil man auch immer wieder sagen konnte, naja, der Winter ist ja noch weit genug entfernt, jetzt ist er nicht mehr weit genug entfernt und jetzt hat die Inflationsschraube immer weiter gedrückt und gedreht und noch dazu ist die Kälte dazu gekommen, dann dieser Demotivationseffekt, von dem du gesprochen hast, dass ein fehlender Demonstrant einen weiteren demotiviert, ja, Und in der Summe hat das dann halt eben zu dem Bild geführt, das wir sehen. Ich will einfach nur sagen, als jemand, der wirklich auf der Straße ist, das ist nicht unterzubewerten. Alle, die mir immer wieder kommen mit diesem, ja hast du nicht gehört, die Brasilianer selbst, die jetzt gerade alle demonstrieren oder dieser fick mich den Arsch, echt dieser Mahatma Gandhi, wo ich halt sage, komm mir nicht mit Gandhi. Ja, der Typ in Indien, wo du irgendwie auch nachts bei plus 20 Grad irgendwie auf der Straße pennen kannst und die halbe Bevölkerung wirklich des gesamten Landes das auch so getan hat, ja, da kannst du demonstrieren, da kannst du dich prügeln lassen, da kannst du hungern, da kannst du machen, wie du möchtest, ja, weil du am Ende des Tages von ein paar Reiskördern auf der Straße und dem Wasser aus dem Ganges ohnehin dein halbes Leben gelebt hast, ja, da kannst du auch mal demonstrieren über Jahre hinweg und gegen das britische Empire aufmarschieren. Aber wenn du in Deutschland hier bist oder jetzt gerade die Brasilianer, die halt wirklich Glück haben im Unglück, insofern heißt das, die haben Sommer auf der Südhalbkugel. Aber wenn wir hier in Deutschland bei minus 5 schon anfangen zu bibbern und das ist wirklich bitterlich kalt, Freunde, dann stellt euch mal vor, wenn uns wirklich das Gas ausgeht, der Strom ausgeht oder wir können uns beides meinetwegen auch nicht mehr leisten, selbst wenn es noch da ist, Und wir kommen dann nach Hause nach so einer kalten Demo und da ist immer noch kalt und dann ist von Montag Dienstag geworden, Mittwoch geworden, die ganze Woche ist vorbei und jetzt ist wieder Montag und sieben Tage am Stück war euch kalt und ihr sollt nochmal rausgehen und euch motivieren. Dann fühlen sich minus 5 Grad an wie minus 25. Und das spielt natürlich eine große Rolle. in dieser ganzen Widerstandsbewegung. Das haben die Leute nicht auf dem Schirm gehabt. Ich habe irgendwie das Gefühl, die Leute haben die ganze Zeit irgendwie die Augen davor verschlossen, dass Winter wird. Obwohl wir es dieses Jahr mehr denn je eigentlich präsenter hatten in den Medien. Aber die Leute sind rausgegangen, wie als wenn es kein Morgen gäbe. Jetzt ist morgen heute.
Uwe
Ja, also ich denke wirklich, es ist irgendwie eine Melange aus verschiedenen Perspektiven. Also einmal, dass man die Zahl nicht hochkriegt, dass man also nicht genügend Anschlussfähigkeit erlangt, obwohl eigentlich genügend Themen dazu da sind. Also die Frage ist, warum werden es nicht mehr als ein oder zwei Prozent der Bevölkerung, wo doch eigentlich alle betroffen sind, wo man sieht, dass auch in irgendeinem Bundesland, wo war das in Rheinland-Pfalz, 680 Unternehmen irgendeinen Brandbrief an ihren Landespräsidenten geschrieben haben nach dem Motto, Unternehmen gehen pleite.
Eli
Augsburg war das, das war Bayern, ja.
Uwe
Wo auch immer. Also sprich, da sind also verschiedene eigentlich günstige Rahmenbedingungen, wo man sagen könnte, jetzt ist für die Demo-Bewegung eine gute Anschlussfähigkeit da. So Tatsache ist aber, dass dieser Anschluss nicht gelingt. Und die Frage ist, da sind wir natürlich jetzt wieder in der Meta-Analyse, warum ist das so? Warum gelingt es der Protestbewegung trotz aller Bekundungen nicht, den Anschluss zu erreichen?
Eli
Ja, also wie gesagt, es ist natürlich nie eine einzige Sache nur, aber eine einzige Sache wird auf jeden Fall unfassbar unterschätzt, meiner Meinung nach, und das ist halt wirklich das Klima. Das ist halt das, was am ehesten spürbar ist draußen, wenn man eben auf die Straße rinnt, noch bevor einem eventuell die Polizeigewalt entgegenschlägt, noch bevor man da sieht, irgendwie da ist was abgesperrt, noch bevor im Nachgang die Medien über dich herziehen können oder was auch immer man sonst in der Vergangenheit im Widerstand nachher eben erlebt hat. Wenn man rausgegangen ist, trifft einen dieser Tage insbesondere wirklich sehr hart ins Gesicht die Kälte. Und da gibt es immer einen Akklimatisationsmoment, glaube ich, wo wir zeigen werden müssen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind. Die Bauern, äh nicht Bauern, Entschuldigung, die Bautzner sind uns da offensichtlich ein bisschen voraus. Dieses widerspenstige irgendwie erzgebirgische Volk da hinten. Die wissen, was Kälte bedeutet. Der Rest von Deutschland scheint das irgendwie elf Monate im Jahr zu vergessen. Und sind dann immer wieder überrascht, dass es kalt werden kann. Also wie dem auch sei, das ist natürlich nicht ein isolierter und einzelner Grund, der alles jetzt erklärt, aber ich glaube, das ist merklich. Und die Frage ist jetzt, was machen wir zwei? Gucken wir, ob sich Deutschland von diesem Kälteschock, wir haben ja von Schockstarre gesprochen, erholt und dann nächste Woche sagt, naja, mein Gott, kalt ist halt kalt, wir sind nicht aus Zucker gemacht, jetzt gehen wir alle wieder raus. Oder aber würdest du sagen, auch wir sollten an dieser Stelle wirklich halt unsere Recherchen und deine Analyse einstellen?
Uwe
Also ganz ehrlich, äh, Ich glaube, man sollte sie einstellen und nicht wegen der Arbeit, die damit verbunden ist, sondern weil sich eigentlich zeigt, dass der Anschluss nicht gelingt. Das ist eigentlich quasi nachweislich. Also eine noch bessere deutschlandweite Rahmenbedingung, Externe, die bisher nicht auf der Straße waren, dazu zu motivieren, zu demonstrieren, gibt es eigentlich gar nicht. Und das passiert nicht. Sprich, die Demo-Bewegung scheint nach meiner Meinung eine völlig isolierte Gruppe innerhalb der Gesellschaft zu sein, die aus einem Kern von vielleicht, ich sag mal, maximal 100.000 bis 200.000 Klientel besteht. Und diese Klientel beansprucht für sich, dass wir das Volk sind. Aber sie sind nicht das Volk, sondern sie sind nur eine winzig kleine Gruppe von weniger als 1% des Volkes. Und sie haben es geschafft, in zweieinhalb Jahren sich so zu positionieren, dass der Rest Wenn die nicht zu tun haben will. Und selbst in dieser Zeit, wo die andere Mainstream-Bevölkerung eigentlich aufbegehrt gegen die derzeitige Politik, ist die Mainstream-Bevölkerung nicht bereit, sich den vorhandenen Organisationsstrukturen auf der Straße anzuschließen. Und das, denke ich, ist eigentlich ein Zeichen für mich, dass die Protestbewegung auf der Straße gescheitert ist. Und zwar fundamental. Die haben es nicht geschafft, selbst in dieser Zeit Anschluss zu finden.
Eli
Oder Anschluss zu schaffen. Ist das aber vielleicht, lieber Uwe, und das ist ein provokantes Statement, aber ist das nicht vielleicht sogar eine gute Sache? Weil was nützt es, wie oft haben wir uns darüber schon gestritten und unterhalten und so weiter und so fort, was nützt es, an irgendeiner Stelle die nichts mit den Verantwortlichen zu tun hat, wo man selbst von diesen anschlussfähigen Menschen nicht gesehen und nicht gehört wird, was nützt es dort, auch in Millionenstärke aufzumarschieren, wenn man halt eben an der falschen Stelle, vor den falschen Leuten, mit den falschen Themen demonstriert?
Uwe
Ja, also ich stimme dir dazu. Ich habe neulich deinen Stream gesehen, wo du gesagt hast, du willst jetzt nicht mehr kostenlos zu Demos filmen gehen, ja? Ich persönlich fand es zeitlich überfällig, weil du eben doch strategisch ein bisschen weiter denkst als die meisten Menschen und natürlich erkannt hast, dass da irgendwo was nicht rund läuft. Auch Markus Heinz, ich will jetzt gar nicht auf sein spezielles Ereignis am 9.11. zurückkommen, das war vielleicht nur der Tropfen auf wie sagt man, der das Fass zum Überlaufen bringt. Aber eigentlich, wenn ich mir Markus Heinz' Entwicklung in den letzten 12, 15 Monaten angucke, soweit ich sie denn verfolgt habe, ist eins klar gewesen. Er hat sich von dem normalen Denken der klassischen Demo-Demonstranten weit entfernt. Worin besteht diese Entfernung? Nämlich darin, sich zu fragen, wo ist ein Nutzen, wo ist ein Effekt? So, wir haben es gesehen in dem Stream, ich weiß nicht, wie der Kollege hieß, wo der Markus Heinz und sein Kameramann oder Mikrofonmann, der Mick, sich rechtfertigt haben gegenüber drei anderen. Und ich habe mir das genau angeguckt und habe gesagt, ja, beide haben Recht. Also man kann jetzt nicht sagen, dass der eine mehr Recht hat als der andere, sondern man kann nur sagen... Das, was die denken, passt nicht zusammen. Das ist nicht kompatibel. Der eine sagt, ich möchte eine Außenwirkung erreichen außerhalb der Protestbewegung. Und die anderen sagen, wir möchten eine Community haben, die stabil ist und zueinander steht. Und das sind zwei völlig verschiedene Sachen. Das sind zwei Welten, die passen nicht. So, und da ist es natürlich klar, dass dann jemand wie Markus Heinz irgendwann mal, sei es anlässlich eines bestimmten Fehlverhaltens oder eines Ereignisses, sagt, jetzt habe ich die Faxen dicke. Oder auch, dass jemand wie du sagt, ja, ich sehe das nicht ein, warum man da rummarschieren soll, wo keine Leute, keine Unbeteiligten überhaupt was von mitkriegen. Das heißt, das sind unterschiedliche Ansprüche, was man von einer Demonstration erwartet. Ich persönlich habe ja noch eine ganz andere Position zu und würde sagen, Demonstration ist eigentlich nicht das Mittel der Wahl, um Politik zu machen, schon gar nicht in unserem Grundgesetz. In unserem Grundgesetz heißt es, Politik wird durch Wahlen und durch Abstimmung gemacht. Also wenn jetzt zum Beispiel die 100.000 oder 200.000 potenziellen Demonstranten in Deutschland in die Parlamente gehen würden, nämlich in die Parteien, in die Kreise, in die Länder und sonst nicht wo. Und das hätten sie zweieinhalb Jahre lang gemacht. Da kann mir doch keiner sagen, dass das ohne Einfluss geblieben wäre. Das heißt, was wir haben, ist, dass das Dogma der Straßenprotestbewegung einen gewissen Anteil von antidemokratischen Denken in sich hat. Das sage ich jetzt mal klipp und klar. Denn wenn man sagt, ich gehe auf die Straße und will damit eine politische Änderung erzwingen, mache ich auf einer gewissen Ebene nichts anderes als die Klimakleber. Ich will nämlich den Staat unter Druck setzen. Und die Frage ist, Moment mal, aber gemäß meinem Grundgesetz... geht es doch nach dem Mehrheitsprinzip. Und wenn die Mehrheit der Meinung ist, dass diese staatlichen Maßnahmen alle in Ordnung sind, dann habe ich als Minderheit doch eigentlich mich dem anzupassen. Und nicht zu sagen, wir haben aber die Wahrheit, wir sind die Klardenker, wir sind die Wahrheitsdenker. Wir müssen die anderen belehren, die anderen sollen sich uns anschließen. Nein, in einem demokratischen Staatswesen schließt sich die Minderheit der Mehrheit an und nicht umgekehrt. Das heißt, wir sehen, dass ein Dogma dieser Protestbewegung, für sich die Wahrheit zu beanspruchen, das ist schon sehr arrogant, von einer gewissen Weise.
Eli
Also mit antidemokratisch kann ich aber nicht mitgehen. Also ich verstehe deine Argumentation völlig, aber es ist ja nicht so, dass man den Anspruch jetzt hat, dass sich irgendetwas verändert. Die Leute verstehen und resignieren ja auch gerade aus diesem Grund. Ja, weil sie wissen, dass sich nichts verändert. Weil sie aber auch verstehen, dass mit der kleinen Zahl, die sie eben mobilisieren können, sich in so einem großen Land und insbesondere so einem trägen und so einem höherigen, wie Deutschland, nichts verändern kann. Ganz kurz nur noch ein Gedanke. Aber wenn man nicht irgendwo mal anfängt, kann man auch gar nicht das Potenzial ausspielen, die Mehrheit zu werden. Eine Minderheit muss auf die Straße gehen, um halt eben zu sehen, ob sie anschlussfähig genug ist, irgendwann mal eine Mehrheit zu mobilisieren.
Uwe
Ich will das auch gar nicht überpro... Ich will das auch gar nicht überpointiert sehen. Ich wollte es nur mal als eine Facette in der ganzen Betrachtung einbringen. Sodass man eben auch sagen muss, am Anfang ist es klar, dass man Unzufriedenheit auf die Straße bringt. Aber es kann doch eigentlich kein Dauerzustand sein, Straßenprotest als politisches Mittel zu verwenden.
Eli
Also nicht ausschließlich auf jeden Fall. Komplementär kann es durchaus sein, aber nicht ausschließlich.
Uwe
Und deswegen stellt sich doch die Frage, warum geht man nicht auf die Straße und in die Parteien? Warum nicht?
Eli
Oder macht mediale Arbeit, wie Markus Heinz das macht.
Uwe
Er wird beschimpft dafür, aber... Und da sehen wir ja diesen Mentalitätsunterschied, dass schon allein dieser Gedanke, ja, wir arbeiten mit dem Mittel der Gegenseite, nämlich mit medialer Manipulation, dass das zum Beispiel in diesem Gespräch da auf dem anderen Kanal die anderen drei ganz anders sahen. Das heißt, da sehen wir also das völlig verschiedene Zielrichtung, was man... unter Protest versteht, da gedacht werden. Und ich wollte eben jetzt noch den dritten neuen Gedanken dazu packen, nämlich warum immer nur auf der Straße sein? Das ist natürlich völlig in Ordnung. Ich habe ja nichts dagegen. Wie sollte ich auch? Aber es als alleiniges Mittel der Wahl zu sehen, das ist ja extrem einseitig. Also sei es, wenn man es ganz scharf pointiert und sagt, das ist ja gar nicht demokratisch, weil Demonstrationen sind nicht vorgesehen als politisches Einflussinstrument in unserem Grundgesetz. Oder wenn man sagt, weil es ist deswegen so einseitig, weil man sich nur darauf beschränkt, anstatt zusätzlich noch Parteiarbeit zu machen. Warum gehen die 100.000 Leute nicht in die Parteien? Wie groß sind die Parteien? Wie viele Mitglieder haben die?
Eli
Ja, aber angesichts des desolaten Bildes, das uns die Basis zum Beispiel abgibt, und das haben wir uns ja heute gerade angeguckt, ist ja mehr oder weniger klar, warum die Leute zu Parteien auf Abstand gehen. Vergiss nicht, dass gerade in der Wahrheitsbewegung viele Leute auch Parteien gegenüber ja so kritisch sind, dass sie sagen, alle Parteien, ungeachtet dessen, welche Ausrichtung sie haben mögen oder wer da die Führungsperson sei, seien alle kritisch zu hinterfragen oder sogar komplett abzulehnen. Also wie man es macht, macht man es falsch, aber irgendwas muss man machen. Das Einzige, was wir mit diesem Stream auf jeden Fall festlegen können und festhalten können, ist, Demos allein bringen es nicht und vor allen Dingen die Demos selbst nehmen ab. Das ist unumstößlich.
Uwe
Also ich glaube, weil du fragtest vorhin, lohnt es sich, die Tabellen weiter fortzuführen?
Eli
Genau. Ja, das war meine ursprüngliche Frage.
Uwe
Bei aller Unschärfe dieser Tabellen würde ich sagen nein, weil eben die Anschlussfähigkeit definitiv nicht darstellbar ist. Mag sein, dass es dann wieder noch ein bisschen höher, ein bisschen tiefer tendelt, aber im Grunde genommen müsste es über die Zahlen aus der 43. KW irgendwann mal hinausgehen. Das sehen wir im Moment nicht. Und insofern tendiere ich eher dazu, dass wir einfach mal das Demo-Geschehen so ein bisschen im Auge behalten und natürlich auch mal durch die Kanäle dann durchgucken. Und wenn wir dann sehen, dass wirklich überall mal größere Zahlen auftauchen, wenn es heißt in Chemnitz 5000 und in Bautzen 4000 und in Leipzig 10.000 oder sonst nicht was, dann wird es vielleicht mal wieder Zeit, mal ein Update zu machen und zu sagen, okay, wie ist denn jetzt der Stand? Aber so im Moment, glaube ich, bringt das nicht viel, weil wenn wir so wenig Zahlen haben, ist die Aussagefähigkeit ja auch noch zusätzlich eingeschränkt, weil es einfach zu wenig Zahlen sind.
Eli
Ja, zu Recht. Okay, gut. Da würde ich sagen, wir wollten ja ursprünglich heute wirklich nur analytisch, sage ich mal, diesen heißen Herbst uns angucken. Aber an sich bin ich heute ein bisschen auf den Geschmack gekommen. Das muss ich schon ehrlich sagen. Diese Zahlenbetrachtung. stößt natürlich einen Gedankenprozess an und den werde ich sehr gerne weiterverfolgen und auch sehr gerne mit dir. Ich werde dazwischen ein Gespräch mit der Juni einschieben, weil sie ist ja mehr auf der Straße als du. Sie kann da aus ihrer subjektiven Objektivität, so bescheuert das jetzt gerade klingt, weil sie halt eben unter anderem in Hamburg und ganz dem Norden von Deutschland viel unterwegs ist, kann sie mir ihren Eindruck halt bestätigen oder halt widerlegen. Und nachdem ich also mit ihr auch das abgesprochen und nochmal durchgesprochen habe, Möchte ich mich gerne gerade in diesem kalten Winter, du hast es ja schon angesprochen, ich werde mehr Studioshows machen, sehr gerne mit dir halt eben in einen Debattenraum begeben, wo wir uns vielleicht überlegen können, ja, was könnte denn möglich sein, zum Beispiel ab nächsten Frühling, selbst wenn wir diesen ganzen kalten Winter aussitzen. Und aber was Produktives schaffen fürs neue Jahr, wird das eben gut gewesen sein, denke ich mal, als wenn wir uns kaputt rennen, aber auch als wenn wir uns kaputt reden. Also was ich damit sagen möchte, ist, ich stimme dir bei. Ich plädiere auch dafür, diese Analysen einzustellen an dieser Stelle. Ich denke mal, sie haben ihren Zweck erfüllt, uns wirklich eindeutig zu zeigen, wohin es geht. Jetzt, da wir wissen, wohin es geht, müssen wir nicht stur immer weitermachen, sondern müssen wir entsprechend Kompromisse treffen. Konsequenzen, Entscheidungen und so weiter und so fort. Und die werden wir natürlich auch hinterfragen. Aber immer stur nur dasselbe weiterzumachen, einfach nur, weil die Tradition das erfordert. Das wäre nicht unser Stil. Von daher, wir haben das öffentlich gemacht und wir haben das heute jetzt im Rahmen erstmal des Bonus-Streams gemacht, aber wir haben uns ja auch schon verständigt, dass wir diese Sendung öffentlich bringen werden. Sie kommt dann auch auf deinem Kanal und auch auf meinem. Die Leute werden dann vielleicht ein bisschen konsterniert sein und wir werden wieder als die Nestbeschmutzer dastehen. Aber es ist ja nicht so, als ob wir nichts machen würden. Erstens kennen wir das schon, genau. Und zweitens, wir werden die Leute mit unseren Taten, denke ich mal, hoffentlich überzeugen und irgendwann auch zurückgewinnen können. Und wir bleiben auf jeden Fall der Sache erhalten. Wir werden sie halt nur versuchen, jetzt ein bisschen aus einer anderen Perspektive, vielleicht einer intellektuelleren, mal auseinanderzunehmen. Und ihr seid eingeladen, im Prinzip, euch eure eigenen Gedanken dazu zu machen. Gut, Uwe, ein letztes Wort von dir und zwar einfach zu diesem ganzen, sag ich mal, Unterfangen. Also das Projekt jetzt an sich, war das jetzt... Rein vom Logistischen her, war das jetzt etwas, was so viel Zeit eingenommen hat, dass du sagen würdest, puh, irgendwie so ein bisschen auch, Gott sei Dank, dass es jetzt weg ist. Also einfach nur ein Wort zum Umfang. War das jetzt wirklich, hat das sehr viel Zeit gekostet?
Uwe
Es sind schon ungefähr so drei Stunden in der Woche, die ich dafür investieren muss. Also quasi fast ein halber Arbeitstag.
Eli
Ist es harte Arbeit? Also ist es so, dass du danach sagst, boah, also selbst an den drei Stunden bist du durch?
Uwe
Es ist schon ein bisschen ermüdende Arbeit, weil ich ja eben sehr schnell durch viele Videospiele, Texte durchscrollen muss. Wenn du dir das vorstellst, du musst ein Telefonbuch durchblättern und machst das jetzt drei Stunden lang. Du musst aber nicht nur einfach blättern, sondern auch gucken, was du siehst.
Eli
Und die Befüllung dieser Tabelle, ich meine, das ist ja relativ kleinteilig, das vergleichen zu müssen, das aufsetzen zu müssen und so weiter und so fort.
Uwe
Wie war das? Das ist eher das geringste Problem, weil ich lege ja für jede Woche oder jeden Montag ein neues Tabellenblatt an. Das ist dann jeweils leer. Die Städte verändern sich ja kaum noch. Außer so wie jetzt, dass da mal ein Nauenhof oder wie es kam, dazu kam. Also sprich aus den 170 Städtenamen, die ich da irgendwann mal ganz am Anfang angelegt hatte, als ich noch ein bisschen kleinteiliger die Zahlen gemacht hatte. Da ändert sich quasi so gut wie nichts. Also das ist relativ einfach, sondern es ist eben diese monotone Arbeit, die Videos durchzuscrollen. Und man muss das sehr schnell machen, weil es sonst ewig dauert.
Eli
Ja, das kann ich schon nachvollziehen. Und wie gesagt, liebe Freunde, alle, die jetzt irgendwie sagen, ja, aber das hätte man irgendwie besser machen können. Natürlich kann man das alles besser machen, aber Uwe hat das ehrenamtlich gemacht und er hat das gut gemacht. Und ich denke mal, das Allerwichtigste ist, es muss ja gar nicht perfekt sein. Selbst mit unserer imperfekten Analyse hier haben wir gesehen, wohin die Tendenz geht und jeder, der wirklich auf der Straße ist, der kann das bestätigen. Deshalb erwarte ich mir jetzt auch keine Überraschungen morgen zum Beispiel von dem Stream mit Juni. Auch wenn sie ansonsten konträrer Meinung ist, deshalb wird das ja spannend sein, sie ist ja zum Beispiel auf der anderen Seite in dieser Markus-Heinz-Debatte, wird sie wahrscheinlich bestätigen können, dass sich die Demos aktuell zumindest totlaufen. Und von daher, also ich kann dir nur nochmal ein Kompliment sagen, du hast dich da gut reingefuchst in diese Sache und anfänglichen Schwierigkeiten zum Trotz hast du wirklich durchgehalten und was uns diese ganze Reihe eigentlich erst ermöglicht. Also natürlich hätte ich das jetzt im luftklären Raum machen können, nämlich gesagt, hätte das und das ist mein subjektiver Eindruck, wenn ich einfach mal in zehn Minuten durch Telegram scrolle. Aber mit deinen drei Stunden war es halt einfach sehr viel, viel von dir.
Uwe
Ja und vor allen Dingen, man muss ja auch mal sagen, jetzt nicht das als Eigenlob, sondern wir haben ja sonst gar keine Zahlen. Es erhebt doch gar keine vernünftige Zahl.
Eli
Seit vier Wochen nichts mehr. Ignatz Bär hat nichts mehr gemacht. Das ist vom 31.10., Freunde.
Uwe
Genau. Und selbst bei dem wussten wir noch nicht mal, wie er zu seinen Zahlen kommt. Das heißt, er und ich sind ja die Einzigen, die überhaupt Zahlen gesammelt haben. Und wenn jetzt irgendjemand im Stream sagt, man könnte doch, ja man könnte, dann sage ich, mach doch bitte mal. Dann mach doch mal selber. Dann sieh mal zu, ob du das in drei Stunden so schnell kannst wie ich. Oder ob du nicht statt drei Stunden auch einmal sechs Stunden brauchst und ob du das dann gerne jede Woche machen möchtest. Also insofern, gut schnacken können wir alle, aber wir müssen auch mal von der Realität her betrachten, so mangelhaft meine Analyse ist und so undurchschaubar die Zahlen von Ignat Börth waren, Das waren die einzigen, die überhaupt verfügbar waren. Sonst hat niemand irgendwelche Gesamtaufstellungen gemacht.
Eli
Niemand. Und Ignaz Berth hatte übrigens einen großen Zulauf zu Beginn, weil er eben einer der wenigen Kanäle war, der das wirklich so plakativ und so schnell eben statistisch in irgendeiner Form ausgewertet hat. Also der Erfolg in Anführungszeichen hat ihm sogar diesbezüglich recht gegeben. Und bei mir war es dann wiederum so, ich habe es nicht ganz so plakativ gemacht. Wir machen das immer in unserer typischen analytischen Länge, die es halt eben so ein bisschen braucht. Und vor allen Dingen, die Zahlen haben sich ja nicht spektakulär entwickelt. Ich glaube, die Euphorie-Phase hat da auch sehr vieles getragen und zu vielem beigetragen und nachdem die eben abgeabbt ist, haben auch die Leute aufgehört zu abonnieren und sich irgendwie jetzt besonders über unsere Sendung zu freuen. Aber nichtsdestotrotz, wir mussten das analytisch machen, ungeachtet dessen, wie das Ergebnis sein wird, haben wir uns auf dieses Abenteuer eingelassen und Jetzt können wir zumindest sagen, dass wir genau wissen, wovon wir sprechen.
Uwe
Auf jeden Fall wissen wir es besser als vorher. Genau würde ich jetzt nicht sagen, aber wir haben einen Eindruck gewonnen von der Tendenz. Ich denke, die Tendenz ist hinreichend klar. Die Anschlussfähigkeit hat nicht funktioniert. Selbst innerhalb der Bewegung scheint es rückläufig zu sein. Es mag sein, dass sich das nach Weihnachten wieder ändert. So, aber im Moment sehe ich da erst mal nicht, dass eine Besserung wäre. Punkt, Punkt, das lassen wir mal so stehen, Uwe.
Eli
Genau, weil die Meta-Analyse, wie wir das verbessern könnten, woran es wirklich endgültig gelegen hat und so weiter, die müssen wir in einen anderen Stream verlagern. Aber für den Moment, denke ich mal, haben wir zu genügend. Die Frage beantwortet heißer Herbst oder doch nur heiße Luft. Es war heiße Luft, aber heiße Luft hat ja auch manchmal die Tendenz, sich zum Beispiel in einen Tornado zu entwickeln. Mal gucken, ob wir dann also im Winter von irgendwelchen Tornados oder sonst was hier überrollt werden in Deutschland. Gut, lieber Uwe, das soll es gewesen sein. Wir haben es jetzt also gesagt und die Leute haben es mitbekommen. Das war unsere finale Bilanz.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „'Heißer Herbst' doch eher nur heiße Luft? - finale Bilanz.“, Die Welt Klar Sehen, 25.11.2022.
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Uwe Loose und Eli ziehen die finale Bilanz zum angekündigten 'heißen Herbst' 2022: Anhand wochenweise ausgewerteter Demo-Teilnehmerzahlen zeigen sie, dass die Protestbewegung auf der Straße ihren Anschluss nicht erreicht und deutlich abnimmt.
