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dieBasis | historische Chance ist implodiert | Ist die Partei am Ende? | Interview09.05.2023

dieBASIS - BLOCKADE

Abschrift

Abschrift des Videos vom 09.05.202337 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Uwe

hallo liebe zuschauer willkommen auf meinem kanal die welt klar sehen heute habe ich ein politisches thema und zwar mal wieder ich glaube zum 18 19 mal die partei die basis da möchte ich mal mit dem einem gast den ich eingeladen habe nämlich den jörg gastmann von der partei neo über das thema sprechen dass er selber ja auf seinem kanal angesprochen hat nämlich die historische Chance ist implodiert, die historische Chance von der Partei die Basis, ja bei der Bundestagswahl 21 erfolgreich zu sein. Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Gast

Hallo Jörg, wie geht es dir? Hallo Uwe, mir geht es bestens, vielen Dank für die Einladung.

Uwe

Ja, wir haben ja in partei die basis die haben wir ja schon ab und zu mal hier auf dem kanal gehabt haben wir beiden auch schon mehrfach darüber gesprochen was die zielsetzung sind und was ja auch einiges an konstruktiven ideen da rein gemacht aber heute geht es nicht um die partei neo sondern heute geht es um die partei die basis und ich möchte mal dass du vielleicht mal ganz kurz das wieso du glaubst dass es überhaupt eine historische chance war

Gast

Ja, da muss man einfach mal sich die Historie der Bundesrepublik anschauen und die Wahlen, die Wahlergebnisse und wie viele Parteien haben es eigentlich geschafft, in diesem politischen Wettbewerb überhaupt mal Erfolg zu haben. Das ist ja, wenn man so will, ein politischer Markt und dieser Markt ist komplett abgeschottet. Das sieht man ja empirisch. Wie viele Parteien waren das? Das waren nämlich genau zwei. Seit 1949 haben es nur zwei neue Parteien geschafft, nämlich die Grünen und die AfD und sonst niemand. Wir betrachten mal die Volkskammer der DDR und die SED, besonders danach die Linke, auch mal so als, sagen wir mal, Gründungspartei der deutschen Parlamente. Aber wirklich neue Parteien seit dem Zweiten Weltkrieg, nur zwei Stück. Das muss man sich mal vorstellen. Also sieben Jahrzehnte lang erfolgreich abgeschottet. Und wenn da mal eine neue Partei kommt, dann wird die aber bekämpft bis aufs Messer, auch von den Medien. Und das macht es so irre schwer. Und diese Chance hatte jetzt die Basis als vierte Partei. Wer ist die dritte? Das waren die Piraten, die hatten die Chance, haben sie versemmelt. Und die Basis hatte diese Chance als vierte Partei und haben das auch aus den gleichen Gründen versemmelt. Und das ist tragisch und das ist von historischer Bedeutung.

Uwe

Ja, und ich sage mal so, sicherlich ist es interessant, dass überhaupt mal neue Parteien auf den Markt kommen und eine Chance haben. Aber es gibt ja immer wieder neue Parteien, die auch was probieren. Was ist jetzt gerade an der Basis so besonders nach deiner Meinung, dass sie eine historische Chance hätte haben können? Denn ich sage mal, die Rentnerpartei und die Tierschutzpartei, die probieren das auch immer wieder und die haben ja auch keine Chance.

Gast

Da kommen verschiedene Dinge zusammen. Ich nenne das mal ein politisches Momentum. Das gab es zum Beispiel Ende der 70er. Da gab es also die Anti-Atom-Bewegung, die Abrüstungsbewegung, Friedensbewegung. Da gab es also das Thema Umwelt und das hatten die Grünen damals ganz neu sich auf die Fahnen geschrieben. Das war damals sehr populär. Das wurde auch von den Medien und der Politik bekämpft. Aber die haben es aufgrund dieses Momentums geschafft. Das war die einzige Partei, die wirklich ein Momentum nutzen konnte. Die zweiten, die AfD, die wurden, weil sie von 327 neoliberalen VWL- und BWL-Professoren gegründet wurde, von den Medien, also mit massivster Medienberichterstattung hochgeschrieben, bevor sie sich dann anders ausgerichtet haben, wieder niedergeschrieben wurden. Aber das war auch im Grunde genommen die Starthilfe, die sie bekommen haben. Und ansonsten, was war denn mal ein richtig gutes Momentum? Und das hatten wir eben seit 2020, seit der Corona-Politik. seitdem also dieses totalitäre Regime über Deutschland herrscht, seitdem die uns zu gehorsamen Untertanen gemacht haben oder machen wollen. Es gab also bei der Bundestagswahl 2021 einen Rekordunzufriedenheit der Wähler, ähnlich vielleicht wie heute. Aber damals war es vielleicht noch größer. weil eben diese drangsalierenden Maßnahmen noch galten. Und die Bereitschaft, mal was Neues zu versuchen, war sehr hoch. Und nun war die Basis im Grunde genommen das Sprachrohr der Anti-Corona-Parteien. Es gab ja drei Anti-Corona-Parteien und das war die einzige, die Öffentlichkeit hatte. Das ist das Wichtigste. Das heißt, Berichterstattung durch die Massenmedien, aber auch in den alternativen Medien, da haben sie also einen privilegierten Zugang gehabt. Bei den Demos, die es damals gab, da wurden die geduldet und auch sogar gefördert. Und dann ist das ganz schnell explodiert, auch durch die vielen Promis, die sie in der Szene hatten, die alle ihre Fans mitgebracht hatten. Hier sehen wir zum Beispiel mal auch noch der Devise, any publicity is good publicity. Berichterstattung im Spiegel, also das hätte ich gerne gehabt für unsere Partei, aber normalerweise werden Kleinparteien komplett totgeschwiegen, es sei denn, sie hätten eine Chance. Und alleine an der Quantität und Qualität der Medienberichte, hier haben wir sogar Printartikel, die hier mit dem roten Pfeil gekennzeichnet waren im Spiegel, aber ob ich jetzt Zeit nehme, ob ich jetzt, was weiß ich, die Berliner Zeitung nehme, Tagesspiegel, Süddeutsche, FAZ, Alle haben sie die Basis niedergeschrieben, aber auch ganz heftig und das zeigt, man hat die ernst genommen. Das hätte man nicht gemacht, wenn diese Partei keine Chance gehabt hätte. Alle anderen Parteien wurden ignoriert und daran kann man schon sehen, diese Partei war für einen kurzen Moment der Geschichte gefährlich für das Establishment.

Uwe

Ja, und du erwähntest ja eben die Prominenten und wir sehen ja hier auf der Liste, die du in deinem Skript hast, das waren ja doch so einige, die sich mit dieser Partei, ja ich sag mal, assoziiert haben und trotzdem ist es ja nichts geworden.

Gast

Ja, weil es nicht gereicht hat. Also die Leute haben natürlich auch mehr erwartet. Und es hat auch viel damit zu tun, dass die Medien dann aufgehört haben, über sie zu berichten. Die haben also das Momentum nicht genutzt. Und wenn ich mir mal diesen berühmten Spruch angucke von Bill Clintons Wahlkampfmanager, der sagte ja, the economy is stupid. Also ihr Blödmänner, es geht um die Ökonomie, es geht um Einkommen, um Rente und Arbeitsplätze, um Geld. Um Gehälter. Und damit gewinnt man Wahlen. Jeder dritte Wähler ist Rentner. Und da würde ich sagen, was habt ihr den Rentnern zu bieten? Gar nichts. Was habt ihr Arbeitnehmern zu bieten? Gar nichts. Was habt ihr beim Thema Finanzsystem, Steuersystem? Nichts. Komplettes Vakuum. Und das ist einfach zu wenig. Das heißt, die haben sich ja dann... Oder sagen wir mal, die Partei wurde ja von Reiner Fuellmich groß gemacht und der hat es dann klein gehalten. Oder auch der Vorstand, der vorher dran war, Baum und Osterhage, wie heißt die, Osterhage hieß die, glaube ich, die haben sich ja geweigert, mal andere Themen auch auf die Partei-Webseite zu setzen, also die wirklich mal ernsthaft mit Leben gefüllt wurden. Das waren also immer nur die Kernthemen gegen die Corona-Maßnahmen, gegen die Impfpflicht, Und die Grundrechte durchsetzen im Grundgesetz. Punkt. Aus. Ende. Das ist einfach zu wenig. Da haben die Bürger zu Recht mehr erwartet und wurden enttäuscht.

Uwe

Ja, also natürlich ist es klar, dass man als reine Protestpartei mit einem bloßen Protestthema oder Zweien logischerweise keine langen Beine haben kann. Ich glaube, das zeigt ja auch die Geschichte, dass im Grunde genommen, wenn man eine große Wählerschaft erreichen will, dann muss man eben auch ein breites politisches Spektrum an Themen anbieten. Also sprich, ein Themenparteien enden ja spätestens dann, wenn dieses Thema aus irgendwelchen Gründen nicht mehr interessant ist. Also insofern kann das ja schlichtweg überhaupt gar keine vernünftige Strategie sein. Also jetzt in heutiger Zeit hätte man ja zum Beispiel, was weiß ich, zum Thema Krieg und Rüstung müsste man ja auch irgendwas in seinem Programm mit aufnehmen. Oder Wirtschaft und internationalen Handel und all solche Sachen oder Migration. Da reicht es doch ja nicht aus zu sagen, ich bin gegen die aktuelle Corona-Politik. Das wäre doch zu dünn. Oder wie siehst du das?

Gast

Es reicht ja nicht immer nur gegen irgendwas zu sein, man muss ja für etwas sein, man muss ja eine Vision haben. Also anders als Kanzler Schmidt, ich bin ja auch ein großer Fan von Helmut Schmidt, aber da hat er Unrecht gehabt, als er sagte, wer Visionen hat, braucht einen Arzt. Natürlich brauchen wir Visionen, aber die müssen auch Hand und Fuß haben. Ich sehe das immer so, dass die Definition eines sinnvollen Konzepts ist, du musst Programme haben, die problemlösend, umsetzbar und mehrheitsfähig sind. Alles drei. Zwei Punkte allein davon reichen nicht. Es reicht ja nicht, wenn es problemlos und umsetzbar ist, aber nicht mehrheitsfähig. Oder wenn es mehrheitsfähig ist, aber es löst überhaupt kein Problem. Also du musst diese drei Kriterien für ein Programm einfach erfüllen. Und das war hier einfach nicht der Fall, wie bei so vielen anderen Parteien auch. Aber gerade als Außenseiter, als Newcomer musst du einfach mehr bieten. Und die Leute sagen sich ja, jetzt suche ich eine Alternative. Was hat dir denn Alternativ zu bieten? Bei Themen, die auch, ja, nehmen wir mal die ganz großen Themen, das war jetzt nicht nur Corona, das ist ja auch das Thema Migration oder das Thema Klima. Na, wo stehen wir denn da? Und das werden wir vielleicht gleich noch sehen, dass die Website, beziehungsweise der Bundesvorstand da ganz was anderes sagt, als das, was die Mitglieder eigentlich wollen. Und wenn ich eine Partei will, die glaubt, CO2 wäre das Schlimmste auf der Welt, dann wähle ich die Grünen. Also da einfach nur mein Pferdchen in den Wind zu hängen oder zu schweigen, das bringt nichts. Da muss ich wirklich Farbe bekennen, da muss ich eine echte Alternative anbieten auf all den Politikfeldern. Genauso wie zum Beispiel Sahra Wagenknecht das ja gemacht hat. bei ihrer Veranstaltung da am Brandenburger Tor, wo sie ganz klar sagt, wir wollen Friedensverhandlungen, den Krieg beenden, wir brauchen eine Perspektive, um das Ganze mal zu beenden und das Ganze nicht immer eskalieren. Wo ist denn eine Partei, die ich da wählen kann, die diesen Weg geht? Das sind ja herzlich wenige, untersuche ich. Damals, 2021, gab es ja diesen Krieg noch nicht. Also das können wir ja ausklammern. Aber all die großen Themen, Rente, Arbeitsmarkt, Steuersystem, Staatsverschuldung, Infrastruktur, Bildungssystem, da war ja gar nichts und da ist auch bis heute noch gar nichts im Programm. Und ich will, wenn ich eine alternative Partei wählen soll, dann will ich doch Alternativen aufgezeigt bekommen und das fehlt.

Uwe

Ja, also das ist sicherlich ein Punkt, der relativ offensichtlich war für jeden, der so ein bisschen in den Bundeswahlkampf und auch vorher reingeguckt hat. So, ich auf meinem Kanal hatte ja indirekt, weil ich über die Schiene Corona-Ausschuss anfing, mich für die Basis ein bisschen mehr zu interessieren. Ja, also Thema Reiner Fuellmich und Viviane Fischer als Doppelspitze und wie da eben diese Doppelbesetzung in zwei, ich sag mal, Widerstandshochburgen drin war. Und aus diesen ganzen Arbeiten und Recherchen stellte sich für mich auch heraus, dass mal abgesehen von der programmatischen Schwäche es ja aber auch strukturelle Probleme gab, die nach meiner Meinung eben einerseits im Tendenz der Partei war, sich immer nur um sich selbst zu kreisen und Personal und sonstige Probleme zu haben intern. Und der andere Aspekt ist eben, das habe ich zwar noch nicht so sehr thematisiert, was ich aber persönlich denke, ist, dass in der Satzung schon erhebliche strukturelle Mängel drin sind. Schon bei der Gründung, meine ich, sind wesentliche Gründungsfehler gemacht worden. Man mag darüber streiten, ob das unabsichtlich oder absichtlich geschehen ist. Aber ich sehe da eben quasi noch zwei weitere Punkte, die bei dieser Partei defizitär sind. Wie denkst du darüber?

Gast

Ich habe in meinem Video anlässlich deines Videos als Reaktion quasi auf dein Video, habe ich mir mal die Satzung angesehen, weil ich diesen Bundesparteitag so sehr merkwürdig fand. Und nun hatten wir in unserem Umfeld ja auch einige Leute, die gleichzeitig bei uns und bei der Basis Mitglied waren. und die uns immer Sachen berichtet haben, was da so alles abläuft und da kamen wir aus dem Staunen nicht mehr raus. Die haben ja nun den Anspruch, dass die eben basisdemokratisch alle Mitglieder beteiligen an allen Entscheidungen, was ich sehr schwierig, vielleicht sogar gar nicht umsetzbar finde, aber das ist ja zumindest der Anspruch. Und nun ist es ja so, dass in der Satzung oder Geschäftsordnung oder Wahlordnung der Partei ganz klar steht, wenn ein Bundesparteitag ist, bei dem gewählt wird, beziehungsweise ob ein Bundesparteitag ist, dann muss den Mitgliedern die Möglichkeit gegeben werden, digital daran teilzunehmen. Warum fand das hier nicht statt? Es muss auch die Möglichkeit zumindest erfragt werden, wollt ihr eine Briefwahl? Das scheint ja auch nicht stattgefunden zu haben. Und dementsprechend waren jetzt hier, du hattest ja diese Zahlen genannt, 559 waren das Mitglieder oder Delegierte. Wo war denn der Rest von den angeblich 34.000? Warum waren die denn nicht dabei? Also da hat der Parteitag schon gar keine Legitimation und das ergibt sich ja aus der Satzung.

Uwe

Ja, das ist natürlich ganz interessant, dass also quasi erneut diese Vorstandswahl wohl wieder in der Kritik stehen wird. Also ich habe bis dahin aktuell nicht weiter nachgeforscht, aber ich glaube, die wird auch schon wieder angefochten. Sprich, das haben wir jetzt eigentlich, seitdem die Partei von ihrem Gründungsvorstand weg ist, sind die nur... mit ihren Vorstandswahlen am rumfechten. Das heißt, wir haben hier überhaupt nichts von wir sind alle eins und wir sind alle Freunde und Partner, sondern wird hier gefochten mit allen Zähnen und Klauen, die es überhaupt gibt. Kann denn so eine Partei, wo innerlich so starke Zerwürfnisse sind, kann die denn überhaupt dauerhaft existieren oder ist das schon der Wurm im Gebälk sozusagen?

Gast

Das ist nicht der wichtigste Punkt. Also es gibt ja viele Parteien, ja nicht viele, ist auch übertrieben, aber es gibt so einige Parteien, da ist ja auch der Wurm drin, nehmen wir zum Beispiel mal die Linke. Die Linke ist ja auch völlig zerrissen zwischen dem, nennen wir es mal, liberalen Lager um Wagenknecht, das er mittlerweile praktisch aufgegeben hat, und den, wie soll man es nennen, den Radikalsozialisten, den Ökosozialisten. Die Partei wird jetzt untergehen. Also Zerwürfnisse in der Partei sind nicht das Problem, sondern fehlen der Öffentlichkeit. Die Öffentlichkeit ist wirklich der Schlüssel. Wenn du keine Öffentlichkeit hast, dann hast du keine Chance. Und ich finde es auch ein bisschen absurd, wenn auch in Medien oder Parteien es immer heißt, ja, wir müssen Einigkeit zeigen. Das ist ja gerade ein innerparteiliches Demokratieversagen, wenn man Einigkeit hat. Das ist ja nichts anderes als eine Gleichschaltung. Das muss doch das Normalste der Welt sein in einer innerparteiischen Demokratie, dass man auch völlig unterschiedliche Meinungen und Flügel hat. Früher gab es ja auch mal verschiedene Flügel bei der SPD, bei der CDU. Dann gab es jetzt den Seeheimer Kreis in der SPD oder Es gab dann die Werteunion und so weiter, die jetzt mehr oder weniger abserviert wurde. Da wird ja alles gleichgeschaltet mit Demokratie, hat das auch innerhalb der Partei nichts zu tun. Also das finde ich nicht so entscheidend, dass die sich alle einig sind. Entscheidend ist, was dabei rauskommt. Und dann sprach ja dieser neu gewählte Vorsitzende oder Vorsitzende, Ich möchte gerne vorsichtig, ich weiß nicht, wie man das nennen soll. Der hat dann, dieser Sven, ich weiß nicht, wie er mit Nachnamen heißt, der hat dann also erklärt, jetzt müssen wir uns mal an die Strukturen machen. Da hat er recht, das müssten die mal machen, aber ich sehe gar keine Chance, wie das passieren soll. Und meines Erachtens ist es zu spät, es ist vorbei. Das Momentum ist weg, die Öffentlichkeit ist weg und selbst wenn die jetzt was Gescheites auf die Beine stellen sollen, ohne Öffentlichkeit ist das alles nichts mehr.

Uwe

Ja, also wir haben ja, wenn wir mal eben schauen, diese vier Säulen. Und ich persönlich halte die ja auch schon, das sind ja quasi Satzungskonstrukte, die halte ich schon alleine deswegen für bedenklich, weil ja seitdem diese Säulen formuliert wurden, die Säulenbeauftragten überhaupt gar keine Inhalte für diese Säulen hatten. Also was die überhaupt zu tun hätten, was soll denn nun genau mit Achtsamkeit gemeint sein, was soll mit Schwarmintelligenz gemeint sein und, und, und. Also das sind für mich jetzt so, ich sage mal, eigentlich so Worthülsen, so Traumwörter, die solange die keine gesicherte Definition haben, eigentlich völlig wertlos sind. Und dafür gibt es dann ja auch noch Vorstandspositionen. Und wenn ich also gucke, nach dem, was ich als Außenstehender so gesehen habe, was die dort getrieben haben, da haben die eigentlich nichts getrieben. Das heißt, man hätte auf diese vier Positionen auch verzichten können. Oder wie denkst du darüber?

Gast

Ja, die sind immer, die es immer gab, sind durch Passivität aufgefallen, aber ich bin jetzt nicht darüber orientiert, ob es überhaupt eine Stellenbeschreibung gibt oder irgendeine definierte. Nein, die gab es ja eben nicht. Die gab es eben nicht. Das ist ja alles heiße Luft. Also es liest sich natürlich alles nett. Es gibt ja nichts dagegen zu sagen, gegen diese Säulen. Sollte eigentlich jede Partei leben. Also ich meine, Freiheit macht Begrenzung und wer will das nicht. Aber es wurde ja überhaupt nicht gelebt. Was ich aber auch interessant fand, ist, nachdem ich dein Video gesehen habe über den Bundesparteitag, da haben die also 25 Stunden lang da getagt. Dann hatten die 34 Kandidaten ausschließlich für die Bundesvorstandspositionen, aber da hat offenbar niemand kandidiert für die Säulen. Warum denn das? Warum hat denn niemand für die Säulen kandidiert, verstehst du das?

Uwe

Ja, weil die ja auf dem Bundesparteitag ja erstmal die Tagungsordnung festgelegt haben. Also ich hatte das ja auch kritisiert, weil ich sowas noch nie gehört habe. Ich glaube schon alleine deswegen könnte so eine Tagung nach meinem empfinden, wobei ich ja eben kein Parteipolitiker bin und kein Parteirechtler. Bei normalen Veranstaltungen, ich sage mal jetzt zum Beispiel in Eigentumswohnungsversammlungen, Gesellschaftsversammlungen, da müssen noch die wichtigen entscheidungsrelevanten Punkte, die müssen noch vorher bekannt sein, damit ich entscheiden kann, als Betroffener, als Berechtigter, ob ich überhaupt da hingehen will oder nicht. Es kann doch nicht sein, dass ich sage, ich weiß ja nicht, was kommt. Also gehe ich da nicht hin und weil ich denke, dass da nichts Wichtiges ist, dann beschließen die auch immer was Wichtiges. Dann sage ich im Nachhinein, hätte ich das mal gewusst, dann wäre ich aber auch gekommen. Also das alleine halte ich schon persönlich für mangelhaft.

Gast

Ja, sehe ich auch so, wobei es ja in der Satzung explizit drinsteht, in dieser Geschäftsordnung, ich weiß nicht, ob wir das mal einblenden können. Und zwar gibt es ja dann einen Paragrafen, der besagt, ganz klar, bei ordentlichen Parteitagen muss sechs Wochen vorher die Tagesordnung schon an die Mitglieder verschickt werden, mitsamt der Einladung. Ich weiß nicht, ob das Paragraf 17 war. Da kannst du jetzt mal rumscrollen. Da steht aber ganz klar drin, sechs Wochen vorher. Wie kann das dann sein, dass erst auf dem Parteitag die Geschäftsordnung im Tauziehen diskutiert wird? Also das ist schon im Vorfeld alles. Soll das Absicht gewesen sein? Also wenn man den sabotieren wollte, diesen Parteitag, dann wäre das eben ein Element dafür. Hier steht es ja von den sechs Wochen. Paragraph 19 war das der Geschäftsordnung. Also war auch das schon wieder satzungswidrig. Da hätte man auch vorher schon sagen müssen, auf der Geschäftsordnung steht die Neuwahl des Bundesvorstands, die Neuwahl der Schwarmbeauftragten oder Schwarmvorstände und so weiter. Das gab es ja gar nicht. Also sehr, sehr seltsam. Und das, was du ja als Folie eingeblendet hattest, das war, glaube ich, eine E-Mail oder was war das, was du da gezeigt hattest? Oder vielleicht irgendeine Messenger-Nachricht. Erst wurde das Budget gekürzt, dann wurde das Komitee beschossen. Du erinnerst dich, was ich da meine. Ja, ja, ja. In deinem letzten Video über den Parteitag. Also, wenn man einen Parteitag sabotieren will, dann passt alles zusammen. Ich verstehe das nicht. Und es ist ja jetzt kein Partei-Bashing, weil ich jetzt sage, ich bin ja praktisch eine Konkurrenzpartei, es ist wirklich eine Cousine unserer Partei. Wir sind ja quasi aus dem gleichen Ursprung entstanden, mit dem gleichen Ziel und wir haben diese Partei bis zur Bundestagswahl ja unterstützt. mit zahlreichen Aktivitäten, da haben wir richtig Zeit und Mühe reingesteckt. Und wir haben ja gewollt, dass die Erfolg haben. Und für mich ist der Grund auch, dass ich dieses Video gemacht habe auf unserem Kanal, mal so diese historische Dimension der verpassten Chance zu behandeln. Ja, da sieht man mal das Verwandtschaftsverhältnis. Fing alles an mit Bodo Schiffmann, der ja eines Tages, ich meine, das war so etwa im Mai, Juni 2020, sagte, man müsste mal eine Partei gründen. Und dann ging es aber los. Da war ich ja auch dabei. Da waren ja unsere Leute auch alle dabei. Ich war, glaube ich, Mitglied Nummer 15.000 irgendwas auf seiner Parteiseite Widerstand 2020. Und dann waren Saboteure dran. Die haben gesagt, ich habe meinen Hund angemeldet. Hahaha, das sind alles nur Fake-Mitglieder. Ja, und weil die das nicht verifiziert haben oder auch keine Bankverbindung verpflichtend waren, haben die das Ganze wieder eingestampft. Und dann hat der Schiffmann hingeschmissen. Dann hat er eine neue Partei gegründet, wir 2020. auch mit dem gleichen Ziel. Und dann hat ja der Ralf Ludwig, sein Kumpel, mit dem er oft auf den Demos, auch mit diesem Tourbus unterwegs war, der hat dann gesagt, ich gehe einen anderen Weg mit der Basis. Und da hat sich das aufgesplittet. Und aus den Wir-2020-Leuten oder Abtrünnigen und Economy for Mankind, daraus entstand dann Neo. Also wir sind quasi verwandt. Wir haben die gleichen Ziele. Und deshalb haben wir denen ehrlich vollen Erfolg gewünscht und haben die unterstützt bis zur Bundestagswahl. Und danach haben wir immer nur Ablehnung erlebt. Dann hieß es also bei neuen Mitgliedern, seid ihr vielleicht bei NEO? Wollt ihr uns unterwandern? Uns wurden dann Vorwürfe gemacht, wir würden die Partei unterwandern. Wobei zu keinem Zeitpunkt mehr als drei von unseren Mitgliedern bei diesen 34.000 Basismitgliedern waren. Also wie wir das unterwandern sollen, es war einfach nur albern. Und dann waren wir einfach, ja es war einfach nur, es war einfach frustrierend. Und wir hätten da ja mitgemacht, wenn das Ganze auch mal Strukturen gehabt hätte, aus denen was hätte werden können. Aber wir haben das gleiche erlebt wie bei der Piratenpartei.

Uwe

Ja, also es sind ja offensichtlich grobe handwerkliche Mängel. An verschiedensten Stellen. Und es ist ja in den letzten Monaten auch immer wieder diskutiert worden, ob das eben nicht vielleicht Absicht ist, sprich ob das nicht kontrollierte Opposition eigentlich ist, ob nicht womöglich die ganze Partei gegründet wurde als eben Auffangbecken für Unzufriedene. Und dann eben mit einer solchen Satzung und mit solchen Personal zu versehen, dass sie eben sich nur im Kreise dreht und überhaupt nichts bewirkt. Und schon gar nicht irgendwie eine Chance hat, ins parlamentarische Gremium vorzudringen. Wie denkst du darüber?

Gast

Es muss ja immer eine Opposition, es gibt immer eine Opposition. Selbst in der Sowjetunion, selbst in Nordkorea, es gibt immer eine Opposition. Die Frage ist nur, wie groß ist die und habe ich die als Regierung unter Kontrolle oder nicht? Und da ist natürlich dann aus Sicht der Kontrolle eine starke Motivation zu sagen, wenn schon Opposition, dann möchte ich aber auch mal einen Daumen drauf halten. Und ich habe ja so eine Checkliste mal entworfen, die habe ich in dem Video auch gezeigt, vielleicht kannst du die mal einblenden. Was sind denn die Merkmale einer gesteuerten Opposition? Und das wesentliche Merkmal ist, ich tue nur so, als wäre ich eine Opposition und alle, die sagen, ich bin unzufrieden mit der Regierung, ich muss irgendwas tun, ich muss mich ja irgendwo jetzt einbringen und engagieren, die gehen dann dahin. Dann sieht das erstmal alles vielversprechend aus. Alle, die oppositionell sind, die stürmen dann alle dahin, wo, ja, wie sagt man so, der Teufel scheißt auf den gleichen Haufen zweimal. Also Masse zieht Masse an. Da kann man dann also vermuten, Bei den Bewegungen, die am größten sind, da macht es am meisten Sinn, mitzumachen. Da fragt man also eher nach Quantität als nach Qualität. So, und dann kann ich das Ganze einhegen. Als Regierung kann ich dann sagen, ich habe auch meine ganzen V-Leute da drin, ich kann diese ganzen False-Flag-Aktionen mit denen auch starten. Und dann habe ich diese Opposition wirklich im Griff. Und gerade Reiner Fuellmich stand dann immer unter dem Verdacht, gesteuerte Opposition zu sein, weil er derjenige ist, der die Partei erst groß gemacht hat, und dann klein gemacht hat. Also das ergibt schon Sinn. Und die Alternative wäre ja gewesen, aus Sicht der Regierung, dass ich eine ungesteuerte Opposition hätte. Da kann ich ja nie wirklich wissen, was fliegt mir da irgendwann um die Ohren. Aber solange die alle jetzt bei der Basis sind, zum Beispiel bei der größten Partei, die eben Corona-Widerstand leistet, und ich diese Partei dann einfach nur im Sande verlaufen lasse und die alle beschäftige und das alles nie irgendwas bringt, Auf diese Weise kann ich weiter dafür sorgen, dass das Kartell der Regierungsparteien dicht bleibt.

Uwe

Ja, nun hast du hier auf deiner Liste als untersten Punkt unter anderem zermürbende Mitglieder mit möglichst langen Debatten über die Tagesordnung, Satzung, Geschäftsordnung, Schiedsgerichtsordnung. Das haben wir nun mal der letzten Vorstandswahl gehabt. Aber das ist ja eigentlich auch das Grundprinzip des Konsensierens, auf das die Partei, oder zumindest einige in der Partei so stolz sind. Ist das Konsensieren eine Methode, die du für empfehlenswert hältst oder siehst du das kritischer?

Gast

Es ist schwierig. Also das Konsensieren ist ja im Grunde genommen das Gegenteil von Zustimmung, sondern am wenigsten Ablehnung. Da sage ich also, mit diesem Problem habe ich, oder mit diesem Programmpunkt habe ich am wenigsten Probleme und dann gibt es einen hohen Konsensierungsfaktor. Oder den lehne ich völlig ab, dann habe ich einen niedrigen Konsensierungsfaktor. Die haben dann mal willkürlich einen Prozentsatz von 70 Prozent als Unterschwelle genannt. Das heißt also Zustimmungsgrad, nicht Ablehnungsgrad ab 70 Prozent, das wären dann Programmpunkte. Kann man machen, aber das Problem geht an anderer Stelle. Ich muss mich ja damit auch beschäftigen. Und jetzt hatten wir ja im Juni 2021 eine große Konsensierung unter über 10.000 Basismitgliedern. Und dann ist natürlich die Frage, wie soll das Ganze denn ablaufen? Jetzt hatten wir also eine riesige Tabelle und wir hatten damals noch einen sehr guten Draht zum Landesvorstand NRW. Die haben sich gesagt, wir setzen ja auf Schwarmintelligenz. Das ist ja nicht auf innen beschränkt, sondern da sind ja auch Leute von außen zugelassen. Und wir wollen also gerade diese Programmpunkte von Economy for Mankind, die gleichzeitig auch Neo-Programmpunkte sind, davon wollen wir mal ein paar einbringen. Das waren zehn Stück an der Zahl von diesen 320. Jetzt gab es also eine Excel-Tabelle, die hatte 320 Zeilen und die erste Spalte dabei hieß dann Titel des Programmvorschlags und das zweite war maximal 100 Worte in Kurzform, worum geht es. Und wo ist denn da die nötige Komplexität? Albert Einstein sagt ja immer so treffend, alles sollte so einfach wie möglich sein, aber nicht einfacher, denn sonst kann es nicht funktionieren. Also eine funktionierende Lösung braucht eine ausreichende Komplexität. Wenn ich jetzt also eine Situation habe, wo die alten Lösungen nicht mehr funktionieren, dann brauche ich ja neue Lösungen. Und wenn ich neue Lösungen habe, dann muss ich die auch erklären. Und wenn ich die erkläre, dann muss auch jemand zuhören. Dann müssen sich also diese 10.000 Leute... 320 Mal mit diesen ganzen Programmpunkten wirklich beschäftigen. Dazu haben die keine Zeit und keine Lust, was übrigens auch zwei von den vier Gründen sind, aus denen Volksentscheide scheitern. Und wir haben ja mal den Versuch gemacht und haben dann noch mal sieben weitere Spalten hinzugefügt. Zum Beispiel, was für Wahlkampfslogans kann man daraus machen? Gibt es Inkompatibilitäten oder Widersprüche zu anderen Programmpunkten, die zur Abstimmung stehen? Wofür nicht weitere Infos? Und solche Sachen. Wurde dann alles wieder gestrichen nach der Devise, das liest eh keiner, das ist dann zu komplex, da haben die Leute keine Lust zu. Ja, wenn ich Leute habe, die keine Lust dazu haben, dann ist das Konsensieren natürlich reichlich sinnlos. Und das führt dann dazu, dass die neuen Ideen, die man erklären muss, scheitern. Die kriegen überhaupt keine Chance, weil sich keiner damit beschäftigt. Aber populäre Ideen, die ausschließlich populär sind, aber überhaupt nicht funktionieren, die haben dann eher eine Chance durchzukommen. Und auf diese Weise entsteht garantiert kein brauchbares Programm.

Uwe

Ja, das ist aber im Grunde genommen noch eher ein Indiz, dass es sich vielleicht doch um eine gesteuerte Opposition handelt. Du kannst doch vielleicht nochmal diese Punkte mal ein bisschen erläutern für unsere Zuschauer, die du dir ausgedacht hast.

Gast

Ja, das ist jetzt allgemeingültig. Das ist jetzt nicht von mir ausgedacht, sondern ich würde mal sagen, einfach beobachtet und zusammengefasst. Also da würde ich mal die Zuschauer bitten, jetzt in die Kommentare zu schreiben, welche weiteren Merkmale seht ihr denn da? Also der Zweck einer gesteuerten Opposition ist erstmal, einer Opposition nur vorzutäuschen. Da glaubt man also, aha, da ist die Opposition, da gehe ich jetzt hinter wirklich mit. Dann dürfen die Forderungen ja nur simpel sein. Also wenn ich jetzt etwas völlig Neues hätte, zum Beispiel greife ich mal raus den Punkt Berufspolitiker abschaffen, indem man ein System macht mit Losen statt Wählen. Das haben wir ja ausführlich dargestellt. Das ist, wenn man es mal ausdrücken würde, sind das 13 DIN A4 Seiten das ganze Konzept, also richtig durchdacht. Wenn das mal Öffentlichkeit gekriegt hätte, dann würde man sich sagen, Mensch, das wäre überhaupt mal die Lösung. Das löst die Probleme der Volksentscheide und das löst die Probleme des nicht repräsentativen Bundestags, beziehungsweise nicht repräsentativer Parlamente. Das wäre mal eine echte, konsequente Basisdemokratie. Also hätte die Partei darauf gesetzt, dann wäre wahrscheinlich dieses Thema auch mal in der Öffentlichkeit breiter diskutiert worden und nichts will das Establishment mehr als Alternativen diskutiert haben. Deshalb muss das Programm einer gesteuerten Opposition sich auf die simplen Sachen beschränken. Ich fordere dies und das und das lehne ich ab. Also in den Medien durch eine Berichterstattung gefördert, selbst wenn es negativ war. Wie gesagt, any publicity is good publicity. Es gibt auch Oppositionen, die werden finanziell unterstützt. Und nehmen wir mal, sagen wir mal so, diese Klima, ich darf das Wort nicht sagen, sonst mache ich mich strafbar, die sich da irgendwo festkleben zum Beispiel, die werden ja finanziell unterstützt. Das ist ja eine scheinbare Opposition, aber es ist ja gar keine Opposition. Das sind ja Beauftragte quasi der Grünen, die sich da auf die Straße kleben. Ja, dann ist ein typisches Merkmal der gesteuerten Opposition, dass diese oppositionelle Energie eingehegt werden soll. Also alle, die meinen, das ist eine Opposition, die gehen dann dahin. In einer dieser oppositionellen Parteien oder Bewegungen. Und dann hat man die da natürlich unter Kontrolle. Und dann lässt man das Ganze da verpuffen, indem man die Leute demotiviert, man hält sie hin und irgendwie wird da nie was draus. Dann läuft das irgendwann im Sande. Die kommen also nie auch nur in die Nähe eines Parlaments. Es gab mal einen gefährlichen Moment, das war 2011, als die Piratenpartei, damals im Berliner Abgeordnetenhaus, also quasi Landtagswahl, 8,9 Prozent erhielt. Das war also eine echte Schrecksekunde für das Establishment und die hatten auch die Chance. Hätten die also ein gescheites Programm gehabt, hätten die sich nicht zerlegt, dann hätten die wahrscheinlich auch den Einzug in den Bundestag schaffen können. Und jetzt drohte das Gleiche wieder mit der Basis und der Verdacht besteht, dass die Basis auch eine gesteuerte Opposition ist und man weiß nicht, ist das jetzt irgendwie einfach nur menschlich, was da passiert? Ist das vielleicht so gar nicht organisierbar? War das Absicht? Ich kann es ja nicht nachweisen. Ich kann also nur sagen, pauschal, ganz generell gilt für eine gesteuerte Opposition das, dieser Kriterienkatalog, den wir gerade gesehen haben.

Uwe

Was würdest du denn nun einerseits realistisch sehen? Was glaubst du, wie die Basis sich jetzt weiterentwickeln wird, auch jetzt nach der neuen Wahl? Wie schätzt du die Chancen ein, dass diese Partei ja nochmal auf die Beine kommt? Oder war das das jetzt?

Gast

Das war es. Ehrlich gesagt, das war es. Ich sehe ja die vielen Parallelen auch zur Piratenpartei. Die haben ihr Momentum gehabt, die haben ihre Chance gehabt, haben sie nicht genutzt und haben wahnsinnig viele Leute frustriert. Die haben also ihre Wähler enttäuscht und die haben die Mitglieder enttäuscht. Ich habe das ja auch zum Beispiel miterlebt hier in NRW bei einem Kreisverband, den wir besonders unterstützt haben nach der Wahl. Da bin ich also, weil wir ja auch selber Wahlplakate abhängen mussten, dann ist mir das natürlich besonders bewusst, dass die Plakate noch ungefähr zwei Monate später immer noch da hingen. Die hatten schon gar keine Lust mehr, ihre Plakate abzuhängen. So frustriert waren die. Die haben alle hingeschmissen und es ist praktisch überhaupt kein Aktiver mehr von den Aktiven, die wir kannten, ist keiner mehr da. Und die, die da sind, die machen nichts mehr. Und jetzt wird das Gleiche passieren wie bei der Piratenpartei. Das ist so ein Zombie. Die sind nicht tot, aber leben auch nicht wirklich. Die werden also in der 0, irgendwas Prozent Hölle bleiben. Die werden jetzt also, jetzt ist ja demnächst die Bremen-Wahl. Da werden sie wahrscheinlich auch im 0, irgendwas Bereich liegen. Und die werden noch viele Jahre existieren und werden immer 0, irgendwas, vielleicht kriegen sie auch mal 1%, aber das war's. Aber eine richtige Chance, mal die 5% Hölle zu knacken, haben die nicht. Hier sehen wir mal die Effizienz.

Uwe

Ja, also das heißt, Basispartei ist für dich erledigt. Das werden natürlich die Basister, sag ich jetzt mal so, nicht so gerne hören wollen. Zumal die dann sagen, okay, wir müssen uns neu aufstellen. Also jetzt gerade mit der neuen Wahl haben ja manche dann kommuniziert, jetzt haben wir das Gefühl, dass endlich die Partei wieder in unserer eigenen Hand ist. Ich persönlich kann jetzt diesen Optimismus nicht so ganz nachvollziehen. Gut, ich bin Außenstehender, ich bin nicht Parteimitglied, bin da nicht so idealistisch, aber ich sehe eben nach wie vor diese strukturellen Probleme in der Satzung. Ich sehe die Probleme mit den Personen immer noch nicht geregelt. Auch die Wahl jetzt, Einladungsthematik und, und, und. Also das sind ja tausend Sachen, wo ich den Eindruck habe, das ist alles nicht professionell, das ist mehr so laienhaft. Die Frage ist also, wenn jetzt wir mal annehmen, Jörg, dass du mit deiner Prognose recht hast und die Partei sich quasi eigentlich selbst beerdigen könnte, was wäre denn eigentlich die Alternative?

Gast

Ja, die Alternative, Eigenlob stinkt, die Alternative ist natürlich Neo, dann scherz beiseite. Das ist natürlich auch halb ernst gemeint. Ich war mal vor, was war denn das, das war Anfang 2022, da war ich zum Beispiel auch mal beim Carsten Jahn zu Hause, als er noch in Remscheid wohnte. Er hat ja einen Kanal, wie heißt der noch? Ich komme jetzt gerade nicht drauf, wie der Kanal heißt. Ja, also jedenfalls Carsten Jahn ist auch einer, der hat also eine sechsstellige Abonnentenzahl. Der hat auch eine recht große Reichweite und der ist AfD-Anhänger. Und dann saß ich also mit einem meiner Freunde bei ihm zu Hause und dann sagten wir ihm, wir hätten mal die Idee. Also die Lösung ist, um auf deine Frage zu antworten, dass die alternativen Medien, einen Schönheitswettbewerb der anderen alternativen Kleinparteien mal veranstalten. Und dann mal ganz neutral gucken, was gibt es denn noch? Es gibt nämlich mehr als die Basis. Und dann gucken wir uns das mal an. Dann gucken wir mal, was hat denn zum Beispiel NEO zu bieten? Was hat denn Volt zu bieten? Also Volt, für mich die schlimmste Partei überhaupt seit 1949. Also wer die Welt brennen sehen will, der wählt Volt. Und was gibt es denn noch außer der AfD? Was gibt es denn da draußen? Ist die ÖDP eine Alternative, die Tierschutzpartei und wie sie alle heißen? Und dann hatten wir nämlich gesagt, lass uns doch mal anfangen, indem wir mal drei Parteien nebeneinander stellen, nämlich die Basis, NEO und damals gab es noch von, wie hieß der Silberjunge, Thorsten Schulte. Weiß nicht mehr, wie hieß denn diese Partei? Kannst du die noch nennen?

Uwe

Team Freiheit oder was war das?

Gast

Ja, irgendwie sowas war das. Da war noch der Clemens Kubi dabei, einer von den grünen Gründern und noch ein, zwei, die man so ein bisschen kennt, wenn man sich in der APO auskennt. Und der ist auch sehr medienfreudig. Also wenn eine Kamera da ist, macht er nicht immer mit, aber der hat abgewunken. Und die von der Basis haben auch alle abgewunken. Die wollten also mit uns nichts zu tun haben, weil sie wissen, weil es bei uns nur ums Programm geht, dann sieht es für die ein bisschen schwierig aus. Also es wollte sich niemand mit uns vergleichen. Aber das ist die Lösung. Das heißt also, ob das jetzt, ich habe ja mal eine Website geschrieben, die haben wir dann später mit einem Siebener-Team immer wieder aktualisiert. Die findest du, wenn du zum Beispiel wichtigste Blogs Googles, müsste ich noch auf Platz 1 stehen. Wichtigste alternative Medien müsste ich ungefähr auf Platz 4 stehen. Das ist eine Unterseite von Economy for Mankind, das ist auch ein Hauptmenüpunkt. Also wenn du auf Economy for Mankind gehst, Dann Hauptmenüpunkt, da siehst du die Liste der wichtigsten alternativen Medien. Und wenn sich die mal zusammentun, das fängt bei Boris Reitschuster an, Tichys Einblick vielleicht, da ist Apollut, KenFM dabei und was weiß ich, ein Milos Matuszek, Milena Preradovic und so weiter, genau. Ab hier, da siehst du hier zum Beispiel Reitschuster, Achgut, wie sie alle heißen. wenn sich die mal zusammentun, oder zumindest einige von denen, dann hätte eine alternative Partei eine Chance. Jetzt sind natürlich alternative Medien wie Tichy oder Achgut, die sind festgelegt auf die AfD, aber es gibt genug andere, die wären vielleicht offen. Und wenn die sich mal zusammentun würden und sagen mal für Öffentlichkeit, für mehrere kleine Parteien und vergleichen mal die Programmpunkte, dann hätten wir eine Chance, das alles mal zu bündeln. Du hattest ja neulich einen Gast hier, der auch bei der Basismitglied ist. Wie hieß der noch? Holger Gräf. Holger Gräf. Und der hat ja vollkommen richtig gesagt, im Grunde genommen müsste man sich mal auf was einigen, denn es gibt ja das alte Konzept Teile und Herrsche. Und wenn jetzt also die APO nicht mehr geteilt wäre, wenn wir mal zusammenhalten würden und würden mal sagen, wir gucken jetzt mal in einem Schönheitswettbewerb der Kleinparteien, wer ist denn der vielversprechendste? Ja, dann bin ich der Erste, der hier zurücktritt, weil der Posten ist mir völlig egal. Da kann gerne jemand anders den Bundesvorsitz machen. Das habe ich ja eh nur, weil alle anderen nicht schnell genug auf den nächsten oder weil ich nicht schnell genug auf den nächsten Baum geklettert bin, als das gewählt wurde. Mir scherzt beiseite, also ich mache das schon gerne, aber ich lasse auch gerne an in den Vortritt. Also ich muss überhaupt keinen Posten haben und keiner bei uns will irgendeinen Posten haben. Wenn also Leute auf den Parteivorsitz Bock haben, macht das gerne. Uns geht es ausschließlich um das Programm. Das heißt, ein Schönheitswettbewerb, in dem es um die Programmpunkte geht, um ein alternatives demokratisches System, was wir ja hier zum Beispiel unter neopartei.de slash Demokratie haben, gleichzusetzen mit Economy for Mankind, org slash Demokratie oder Rentensystem, Steuersystem und so weiter. Dass man einfach das mal vergleicht und dem mal Öffentlichkeit verschafft und dass dann die 40 Prozent Nichtwähler und die anderen, die so widerwillig vielleicht noch die großen Parteien wählen, dass die immer sagen, Mensch, das wäre doch mal alternative. Aber dann sollten die sich zusammentun und dann mal festlegen auf eine Partei, nämlich den Sieger dieses Schönheitswettbewerbs. Und dann sagen, wir pushen jetzt diese eine Partei. Und ich bin überzeugt, mit dieser Öffentlichkeit hätte diese Partei, welche auch immer das sein würde, die hätte dann eine Chance. Aber der Herr Gräf hat recht, wir müssen uns zusammentun und da müssen wir einfach das beste Angebot in den Ring schmeißen.

Uwe

Ja, also ich sage mal, dieses Argument, wir sind eins, wir sind viele, wir werden immer mehr, das höre ich jetzt seit über drei Jahren. Faktum ist, dass es überhaupt nicht der Fall ist. Mir wird ja auch immer nahegelegt, ich wäre irgendwie Protestler oder mit den Widerständlern verheiratet. Das habe ich schon seit zweieinhalb Jahren gesagt. Also wenn es eine Protestbewegung gäbe, so wie es die gibt, möchte ich auf keinen Fall bei der Mitglied sein, weil das ist mir alles viel zu windig, was dort geboten wird. Das heißt, ich sehe überhaupt gar nicht, dass dieser Wunsch, dass sich alle an einem Strang ziehen würden, auch nur näherungsweise realisieren könnte. Dafür sind einfach viel zu viele Egomanen, ich sag mal, Herrschsüchtige und auch Abzocker unterwegs und Bremser, also all diejenigen, die auch in dem Bereich der gesteuerten Opposition möglicherweise rein zu zählen sind. Das heißt, das halte ich für ein Traum. Also ich glaube nicht, dass das jemals in diesem Land möglich wird. So und gerade jetzt nach diesem, ich sag mal, Selbst-KO der Basis, also ich weiß ja nicht, ob da nicht jetzt eine allgemeine Depression eintritt, was die alternative Wählerschaft betrifft. So, denn immerhin ist das dann jetzt quasi die vierte Partei innerhalb von drei Jahren, die den Geist aufgibt. Also wie oft will man jetzt noch mit dem Kopf gegen die Wand rennen?

Gast

Also ich würde mal sagen, Kapitulation ist keine Option. Also wenn man mal sieht, was hier gerade geplant wird oder schon länger geplant ist mit dieser Gesellschaft, wie man die transformieren will, das ist ja eine Dystopie. Was hier angedroht wird, ich habe letztens was gelesen hier von diesem Professor Helge Peukert von der Uni Siegen. was der für ein Forderungskatalog hat für, wie nennt sich das, Scientist, irgendwie Last Generation Scientist oder sowas, Last Scientist. Das ist sowas von absurd, aber das sind im Grunde genommen so die radikalen Träume von vielen bei der Linken und bei den Grünen und bei der SPD. Das heißt, du hast da nur noch zwei Tonnen CO2, was also etwa ein Fünftel ist von dem, was man jetzt ausscheidet angeblich. Dann geht es also um Zero CO2 sowie Zero Covid, also ein gar nicht erreichbares Ziel. Überhaupt keine Frage, ob CO2 überhaupt ein Problem ist. Also die Debatte ist schon verboten. Autofahren wird komplett verboten. Die Autobahnen werden wieder abgebaut. Fliegen wird verboten. Dann wird Ulrike Herrmann, hat das ja, die kennst du ja vielleicht, Ulrike Herrmann von der TAZ, Grünen-Mitglied, die auch ganz klar sagt, auch in ihrem neuen Buch, wir brauchen eine Kriegswirtschaft. Für den angeblichen Klimaschutz. Und da wird dann also auch rationiert. Also alles wird rationiert. Alle Güter werden rationiert. Wohnraum wird rationiert. Essen wird rationiert. Also wir leben wieder wie im Krieg. Dann die totale Überwachung. Stichwort Überwachungskapitalismus. Dann kommt aus einer ganz anderen Richtung von der künstlichen Intelligenz. Da kommt auch noch viel Lustiges auf uns zu. Es gibt also so viele dystopische Entwicklungen, gegen die müssen wir doch was machen. Da können wir nicht daneben stehen und sagen, wir reagieren wie die drei Affen, nichts hören, nichts sagen, nichts sehen und auf dem Smartphone rumspielen. Das kann es ja wohl nicht sein. Also wenn wir nichts tun, sind wir verloren. Und deshalb ist etwas tun alternativlos. Die Frage ist nur, was tun wir? Die zweite Frage wäre, wer tut das? Also meine Favoritin wäre Sahra Wagenknecht. Idealerweise würde sie eine Partei gründen. Und wenn sie es da schafft, mit einem brauchbaren Programm, Zwinkersmiley, also das heißt mit Elementen aus unserem Programm, an den Start zu gehen, dann kann die abräumen und dann wäre das Problem praktisch schon gelöst. Ich glaube, die ist dann mit der ersten Wahl schon durch.

Uwe

Also Sahra Wagenknecht hat sich ja, glaube ich, finde ich das richtig in Erinnerung, bis zum Jahresende noch festgesetzt, um zu gucken, ob sie es wirklich machen will. Ich persönlich habe meine Zweifel, dass das für sie überhaupt eine ernsthafte Option ist und ob sie nicht einfach nur ein Publicity rund um ihre Person haben will. Ich sehe nicht aus ihrer Biografie, dass sie die große Macherin für irgendwelche Parteiarbeit ist. Ich sehe sie eher als Einzelkämpferin. Aber die Zukunft ist ja immer schwer vorhersehbar. Insofern müssen wir da einfach mal abwarten. Interessant finde ich, dass du eben logisch-politisch argumentierst und sagst, wer nichts tut, dem wird getan, sinngemäß. Man kann natürlich darüber streiten, ob diese Dystopien, die du erwähnst, ob die nur ja Fantasien sind oder ob es vielleicht Utopien sind, die vielleicht geplant sind, aber doch nicht realisierbar sein werden. Wenn wir zum Beispiel ans Metaversum denken, was auch groß gehypt wurde, davon hören wir eigentlich nichts mehr. Von Corona, was uns drei Jahre lang beschäftigt hat, davon hören wir eigentlich nichts mehr. Der Blackout, den wir vor dem Winter erwartet haben, davon hören wir eigentlich nichts mehr. Es könnte doch auch die Möglichkeit bestehen, dass auch diese Dystopien einfach nur Fantasien von technokratischen Entwicklern und vielleicht auch politischen Strategen sind, dass die aber einfach nie umgesetzt werden. Könnte es nicht einfach sein, dass wir uns nur davon in Angst versetzen lassen und es nie dazu kommt?

Gast

Das Tückische ist, dass das alles mit der Salami-Taktik umgesetzt wird. Also diese Dystopien kommen. Es gab ja das Event 201, in dem ja diese ganze Corona-Politik praktisch schon vorweg geplant wurde. Es gibt bei der WHO ja auch dieses Stichwort Pandemievertrag, also diese Verträge, wo sich also die Regierung dann dem WHO anschließt. unterwerfen sollen, wo auch viele Länder gesagt haben, machen wir nicht mit, aber die versuchen es ja. Ich sehe also das Thema Great Reset, WEF, das ist also schon eine reale Bedrohung, aber es geht so Schritt für Schritt. Wir haben ja gesehen, was in Kanada passiert ist, was Trudeau mit den Truckern gemacht hat, die gegen ihn protestiert haben. Der hat also nicht nur deren Bankkonten lahmgelegt, was ja quasi Man kann schon fast sagen, Todesurteil ist, wenn du nichts mehr zu essen kaufen kannst, du kannst dir keine Wohnmeister, gar nichts, du bist also finanziell ausgetrocknet. Und selbst diejenigen, die die Trucker unterstützt haben, die einfach nur denen gespendet haben, selbst denen wurden dann die Bankverbindungen schon eingefroren. Also Diktatur lässt grüßen. Dann sehen wir das Social Credit System, das hier auch in der europäischen und in der amerikanischen Politik eine sehr große Anhängerschaft findet. Wir sehen, dass die Mächtigen alles machen, was möglich ist, in Richtung Überwachungsstaat. Wir sehen zum Beispiel auch diesen Migrationspakt. Ja, genau, schöne Folie, Totalitarismus. Wenn wir das mal als Checkliste machen, da könnten wir überall ein Häkchen vormachen. Das haben wir alles. Da sind wir auf dem Weg. Und wenn die Leute erstmal Macht haben, lassen die die nicht mehr los und gucken immer, kann ich noch weitergehen und noch ein bisschen weitergehen. Juncker-Methode, wir werfen was in den Raum und wenn das Geschrei nicht so groß ist, dann machen wir das. Deshalb müssen wir uns wehren. Also ich sehe wirklich handfest das Abgleiten in den wirklich schrecklichen Totalitarismus. Und die grüne Ideologie, auch gerade mit dieser Panikmache um die angebliche Klimakrise, die ist dabei eine Waffe, eine psychologische Waffe, so wie es vorher die Corona-Angstmache war. Und die nächste Pandemie wird kommen und dann werden die wieder die gleichen Dinge machen und Leute haben nichts dazugelernt. Die werden sich wieder impfen lassen, die werden wieder die Ungeimpften ausgrenzen, dann wird vielleicht die Impfpflicht kommen. Und das scheitert noch daran, dass zum Beispiel die Russen und die Chinesen und auch viele andere Länder sich nicht drum scheren, was jetzt die WHO will. Was ja auch ein Grund war, weshalb viele Länder, die auch finanziell abhängig sind, zum Beispiel von den USA oder von der Weltbank, unter Druck gesetzt wurden. Ihr macht das jetzt mit, sonst kürzen wir euch die Mittel. Also es kann dann passieren, dass wir auf der Welt einfach nirgends mehr hinkommen. Und China und Russland sind nun wirklich keine Alternativen. Also es sind Länder, in denen möchte ich jetzt auch nicht leben. Also da müssen wir uns einfach wehren. Die Dystopie kommt.

Uwe

Gut, also deine Position ist an der Stelle ganz klar. Ich möchte nochmal auf unser Grundthema zurückkommen zum Abschluss. Also gut, ich verstehe, dass du jetzt für deine eigene Partei NEO auch Werbung machst. Logisch, das ist ja auch völlig in Ordnung. Aber jetzt nehmen wir mal an, jetzt als rein politisch denkender und nicht parteipolitisch denkender Mensch mit den Kenntnissen, die du hast, Welche Empfehlung würdest du denn den Basismitgliedern jetzt für die nächsten Zeiten geben? Also ich frage deswegen, weil du einerseits ja sagst, die Partei hat sich totgelaufen. Würdest du denen empfehlen, dass sie aus der Partei austreten sollen und in eine andere eintreten sollen, zum Beispiel Neo? Oder aber würdest du denen sagen, löst eure Probleme, schmeißt die faulen Äpfel raus, löst eure Strukturprobleme, eure Satzungsprobleme, Und dann wird das vielleicht irgendwann mal doch noch was werden.

Gast

Also vor einem Jahr hätte ich gesagt, löst eure Probleme, ihr habt die Chance noch. Aber jetzt sind ja auch die ganzen Zugpferde weg. Es ist ja keiner mehr da. Also Bakti ist raus, Wodarg ist raus, Ernst Wolf ist raus. Also alle, die ein bisschen Zugkraft haben, die sind ja alle weg. Die Medienberichterstattung, die gibt es nicht mehr. Die kommen noch nicht mal mehr in den alternativen Medien und noch ganz, ganz selten vor. So wie bei dir zum Beispiel. Du gehörst ja auch zu den alternativen Medien, wenn ich das mal so sagen darf, wo du den Herrn Gräf noch hattest als Basismitglied. Und ansonsten, auch wenn du über die Basis wie auch immer berichtest, any publicity is good publicity. Also wer sich dafür interessiert, guckt sich das mal im Detail an. Und wenn da jetzt was Tolles auf der Website wäre, würde man sagen, Mensch, ist doch gar nicht so schlecht. Also vor einem Jahr hätte ich noch gesagt, kämpft um eure Partei, schmeißt die Leute raus, die wie in deinem Video ja zu sehen war, die in Baden-Württemberg die Partei aktiv sabotiert haben, also die eine Beschlussunfähigkeit des Vorstands ja provoziert haben. Warum hat man die so lange drin gelassen? Aber es ist vorbei, das Momentum ist weg. Und ich empfehle gar nichts, außer denkt mal selber darüber nach, wo könnt ihr am meisten erreichen. Also jeder, der mit der politischen, sagen wir mal mit dem System oder mit der Lage unzufrieden ist, Und wirklich was bewegen will. Der muss sich fragen, was kann ich tun? Ich kann mir eine andere Partei suchen oder ich kann einfach in zum Beispiel Social Media Kommentaren, da kann ich ihm sagen, gibt es doch die Lösung, guck dir das mal an, guck dir das mal an und publiziere einfach die Links und die Lösungen. Also es gibt auch eine Seite, die heißt economyformankant.org.mitmachen. Da stehen zum Beispiel viele Dinge drin, wie man mitmachen kann, wenn man da in der APO irgendwas bewegen will. Aber ich will jetzt nicht so plump einfach nur Mitglieder der Basis abfärben. Ich weiß auch gar nicht, wie es so ein bisschen läuft. Ja, ja, genau. Nein, also ich fände es natürlich schön, wenn ein paar Leute zu uns kommen, aber ich muss auch ganz klar die Erwartungshaltung dämpfen. Wir sind verdammt klein. Wir sind immer noch unter 100 Leute. Also was sollen wir bewegen? Solange wir keine Öffentlichkeit haben, ist NEO auch chancenlos. Das muss ich mal in aller Klarheit so sagen. Wir sind vielleicht ein kleiner Hoffnungsträger als Backup im Hintergrund. Wir haben also ein sensationelles Programm, aber keine Öffentlichkeit und damit sind wir jetzt auch nicht die Lösung, es sei denn, wir kriegen Öffentlichkeit.

Uwe

Okay, ich bedanke mich für deine Einschätzung und das Gespräch. War schön, dass du da warst. Und dann würde ich sagen, bis zum nächsten Mal, Jörg. Und dann wollen wir mal schauen. Ja, meine lieben Zuschauer, ich möchte Sie dann auch langsam verabschieden und sagen erstmal Tschüss, Jörg. Und schreiben Sie Ihre Kommentare unten in die Kommentarbox. Und verhalten sich wie immer fair und offen für andere und gegenteilige Meinungen. Und ansonsten bis zum nächsten Mal. Die Welt klar sehen. Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „dieBasis | historische Chance ist implodiert | Ist die Partei am Ende? | Interview“, Die Welt Klar Sehen, 09.05.2023.

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Interview mit Jörg Gastmann (Bundesvorsitzender der Partei NEO) über die aus seiner Sicht vertane historische Chance der Partei dieBasis. Thema sind programmatische und strukturelle Schwächen, der Verdacht gesteuerter Opposition und die Frage nach Alternativen im außerparlamentarischen Lager.

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