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Für die Gruppe freiwillig zum Realitätsleugner werden | Soloman Ash's Konformitätsexperiment16.05.2023

MENSCH & MASSE

Abschrift

Abschrift des Videos vom 16.05.202314 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

hallo liebe zuschauer willkommen auf meinem kanal die welt klar sehen heute möchte ich mal in meiner playlist selbstdenker weitermachen den habe ich mal vor ungefähr zwei jahren angefangen und dann gab es immer nur ganz sporadisch mal das ein oder andere video bisher erst vier stück heute kommt dann jetzt das fünfte danach kommen noch ein paar ich Und das Thema, was ich heute behandeln möchte, ist, wie man Realitätsleugner wird. Und das machen wir anhand eines Experimentes, das mal jemand 1951 gemacht hat. Ja, und das wollen wir uns dann gleich mal genauer besprechen. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Ja, konkret geht es darum, dass 1951 mal ein amerikanischer Psychologe Solomon Asch, der hat ein Experiment gemacht, um eben zu zeigen, wie Gruppenzwang eine Person dazu bringen kann, eine offensichtlich falsche Aussage als wahr zu betrachten. Und ich habe dazu eine nette Illustration in einem Video gefunden von einem, ich sag mal, pädagogischen Kanal. So, und das schauen wir uns jetzt mal im Detail an.

Schau dir mal diese Linie an. Und jetzt schau dir diese drei Linien an. Kannst du sagen, welche von ihnen mit der ersten Zeile übereinstimmt? Ich glaube, das scheint uns doch durchaus leicht zu erkennbar zu sein. Wer bist du dir? Behalte diesen Gedanken im Hinterkopf und höre dir die Geschichte an. Denn die meisten Leute können die Frage falsch beantworten. Es war einmal ein siebenjähriger Junge. Am Vorabend eines großen religiösen Feiertags beobachtete er seine Großmutter, die ein zusätzliches Glas Wein einschenkte. Als der Junge fragte, für wen das Glas sei, sagte sie, es sei für den Propheten. Der Junge glaubte ihr nicht und sein Onkel sagte ihm, er solle das Glas nur genau beobachten. Voller Erwartung beobachtete der Junge das Glas und plötzlich glaubte er, es wurde weniger Wein.

Ja, und das ist doch genau die Geschichte, die ich in meinem allerersten Video in Denker Playlist gemacht habe, nämlich wo es um des Kaisers neue Kleider ging. Wo also der Kaiser, das kennen wir doch, im Märchen lang geht und der ist ja nackt und alle sagen, oh, der sieht aber so toll aus, der sieht aber so toll aus. Nun war es dann die umgekehrte Situation, dass ein kleines Kind dann sagte, aber der hat doch gar nichts an. Und erst danach fingen die anderen an, sich darüber Gedanken zu machen. Insofern, das Thema ist ja nicht neu. 1951, Jahrzehnte nach dem Vorfall, wurde unser Junge zu einem Pionier der Sozialpsychologie. Er war entschlossen zu erklären, was an jenem denkwürdigen Abend wirklich geschehen war. Ist ein Teil des Weins wirklich verschwunden? Oder hatte er sich das nur einreden lassen? Um die Wahrheit herauszufinden, entwickelte er ein Experiment. Es sollte zeigen, ob der Gruppenzwang stark genug sein kann, um unsere Wahrnehmung zu verändern und uns an Dinge glauben lässt, die nicht wahr sind. Das Konformitätsexperiment von Solomon Asch wurde mit 123 männlichen College-Studenten durchgeführt. Ihnen wurde gesagt, dass sie an einer Studie zur visuellen Wahrnehmung teilnehmen sollten.

Jeder Student wurde einer Gruppe von sechs bis acht anderen Studenten vorgestellt, bei denen es sich in Wirklichkeit um Schauspieler handelte, die bereits wussten, worum es bei dem Experiment ging. Die Gruppe wurde dann in einem Klassenzimmer versammelt und bekam zwei Karten gezeigt. Die erste mit einer Linie, die zweite mit drei Linien darauf. Jeder Schüler sollte nun laut sagen, welche Linie auf der zweiten Karte mit der ersten übereinstimmt. Die Gruppe saß so, dass die Schauspieler zuerst antworten konnten. Das ist natürlich ein fieser Trick. Das heißt, bevor jetzt also der echte Mensch, der echte Proband dort antwortet, kriegt er jetzt von anderen schon deren Meinung. Das heißt, hier wird ja schon unterstellt, dass die Meinung der anderen maßgeblich dafür sein könnte oder vermutet wird, dass sie die eigene Meinung beeinflusst. Na, schauen wir mal weiter. Während der echte Teilnehmer als letzter antwortete.

In den ersten beiden Runden gaben die falschen Studenten, auch Verbündete genannt, die richtige Antwort. Der ahnungslose Student, die Versuchsperson, sagte, was er für wahr hielt. In der dritten Runde begannen die Schauspieler, eine eindeutig falsche Antwort zu geben. In den nächsten zwölf Runden, die als die kritischen Prüfungen bezeichnet werden, geben alle Verbündeten eine offensichtlich falsche Antwort. Ja, also das ist ja jetzt quasi Vertrauenserschleichen. Also in den ersten Runden sind die fremden Leute, die er gar nicht kennt, die hinter ihm sitzen oder neben ihm, die Stimmen mit seiner Wirklichkeitssicht überein. Das heißt, er hat jetzt das Gefühl, dass diese Menschen vertrauenswürdig sind. Und nun auf einmal fangen die alle an, absichtlich zu lügen. Das ist doch schon eine harte, unfaire Nuss, nicht wahr? Der ahnungslose Student konnte also entweder die Mehrheit ignorieren oder die Wahrheit ignorieren. Was hat das Experiment den Forschern also gezeigt? Nachdem alle 123 Versuchspersonen 18 Runden absolviert hatten, kam das Experiment zu folgendem Ergebnis. 23% der Schüler gaben immer die richtige Antwort.

72% haben sich mindestens einmal der Mehrheit angeschlossen. Und 5% haben sich dem Gruppenzwang gebeugt und immer die offensichtlich falsche Antwort gegeben. Das heißt also, was wir hier jetzt sehen, ist, dass in diesem Experiment, das hat ja nun eine relativ kleine Kontrollgruppe, ist jetzt nur 70 Jahre alt, über 70 Jahre. Da müsste man natürlich mal schauen, wie das heute wäre, wie wäre das mit größeren Kontrollgruppen. Aber die Tendenz ist ja klar, dass hier gesagt wird, jawohl, es gibt einen Gruppenzwang und da fällt aber wohl nicht jeder drauf rein, zumindest jetzt bis zu der Stelle, sondern nur die 5%, die sich eben leicht beeinflusst war, dort so äußern. Aber die Frage ist natürlich, sind die tatsächlich beeinflusst oder machen die das nur, um sich irgendwelchen Ärger und Unruhe zu ersparen nach dem Motto, eigentlich sehen sie das ganz anders, aber sie... Die Arbeit von Asch zeigte auch, dass die Wirkung des Gruppendrucks erheblich abnahm, wenn nur ein anderer Schüler richtig antwortete.

Das Experiment zeigte auch, dass die Meinung von drei Gleichaltrigen ausreicht, um einen Schüler zum Umdenken zu bewegen. Ist das so? Also kann man sich das ernsthaft vorstellen? Also ich zum Beispiel bin ein Beruf, da habe ich oft andere Meinungen, die mir entgegenstehen. Und das bringt mich aber nicht dazu, meine Meinung zu ändern, nur weil die anderen in der Mehrzahl sind. Also hier würde ich sagen, besteht doch ein gewisses Risiko, dass vielleicht die Untersuchung nicht ganz repräsentativ ist. Denn wir haben ja hier Schüler oder Studenten, das heißt, das sind vielleicht auch Personen, die in ihrer in ihrer Persönlichkeitsbildung noch nicht ganz ausgereift sind und deswegen vielleicht eher auf den Gruppenzwang reagieren. Was ist, wenn man das Experiment jetzt mit Menschen macht, die schon 20 Jahre älter sind, die voll im Leben stehen, die im Beruf sind, würden die jetzt auch so reagieren? Was denken Sie, was hier tatsächlich der Fall ist? Eine Erhöhung der Zahl der Mitschüler über drei hinaus steigerte den Grad der Anpassung der anderen nicht.

Ja, also drei Personen finde ich nun extrem wenig. Denn man könnte sich da natürlich die Frage stellen, warum gerade drei? Warum reichen zwei nicht aus? Da ist es vielleicht so, weil ich dann als einer von vieren die absolute Minderheit hätte. Bei zwei ist es noch nicht so stark empfunden. Also sprich, es würde auf jeden Fall ein Indiz dafür sein, dass Menschen, sofern diese Studie übertragbar ist, ja relativ leicht beeinflussbar sind, wenn nur ein paar Leute, denen sie vertrauen, ihnen was anderes sagen. Und das wiederum ist ja eigentlich ein Zeichen dafür, dass die Menschen wenig selbstbewusst bezüglich ihres eigenen Denkens, Wahrnehmens und Schlussfolgerndes sind. Und das finde ich persönlich ein bisschen schwach. Oder anders ausgedrückt, wenn drei Leute etwas offensichtlich Falsches sagen und es niemanden gibt, der ihnen widerspricht, stimmen viele von uns der falschen Antwort zu. Wir fangen an zu lügen, weil wir den zutiefst menschlichen Wunsch haben, uns anzupassen. Das heißt also, der Wunsch nach Anpassung

in der Gruppe anerkannt zu sein, aufgehoben zu sein, ist dann nach diesem Testergebnis ja größer und motivierender als der Wunsch, die Wahrheit zum Ausdruck zu bringen. Das finde ich auch ganz interessant, dass man also vielleicht mal überlegt, dass der Begriff der Wahrheit gar nicht so wahr ist, wenn der also schon durch Gruppenzwang sich relativ leicht verbiegen lässt. Seitdem wurde das Experiment von Asch viele Male erfolgreich wiederholt und der Effekt ist nach wie vor signifikant. Insbesondere bei Frauen und in homogenen Gruppen. Ja, warum jetzt bei Frauen? Schnattern die zu viel oder was ist das? Da wäre ich jetzt mal so ein bisschen kritisch. Ich meine, das ist 1951 und andererseits wurde es viele Male wiederholt. Homogene Gruppen, ja, das kann ich mir vorstellen, weil homogene Gruppen, da sind ja alle Leute, die gleich denken und dann ist logischerweise der Gruppenzwang entsprechend größer. Also diesen Teilsatz, den kann ich nachvollziehen. Beim ersten wäre ich mir nicht so ganz sicher, ob das heute noch gelten kann.

Im Jahr 1955 sagte Asch bekanntermaßen, die Tendenz zu Konformität in unserer Gesellschaft ist so stark, dass halbwegs intelligente und wohlmeinende junge Menschen bereit sind, Weiß als Schwarz zu bezeichnen. Das ist ein Grund zur Sorge. Es wirft Fragen über unsere Erziehungsmethoden und über die Werte auf, die unser Verhalten leiten. Ja, und da sind wir genau bei dem Punkt, den ich vorhin erwähnt habe. Es sind eben junge Menschen. Also denken Sie mal daran, dass also Teenager und Schüler, die noch jünger sind als Teenager und auch Studenten, für die ist ja die Gruppe gerade das Wichtige. Was machen die Twins, die zwischen 20 und 30 Freunde, Freunde, Freunde? Ja, die Clique, ja, und dementsprechend sieht man schon, dass in dieser Altersphase, also ich sag mal vielleicht bis zum 30. Lebensjahr etwa, der Gruppenzwang ja einem Bedürfnis der menschlichen Seele entspricht, ja, sich mit Freunden auszutauschen, gefällig zu sein und, und, und. Was ist aber mit den Leuten, die schon älter sind? Was ist mit den 40-, 50-, 60-Jährigen oder vielleicht den ganz Alten?

Wie reagieren die auf solche Gruppenzwänge oder sagen die, interessiert mich alles nicht mehr? Ich denke da zum Beispiel an die letzten paar Jahre bei uns auch in Deutschland, wo wir zumindest diese Einschränkungen mit den jüngeren Altersklassen vielleicht nicht hatten, nämlich in der Corona-Pandemie. Und auch im politischen Bereich. Also denken Sie mal, wie zum Beispiel solche Gruppenzugehörigkeiten maßgeblich waren, ob man jemandem überhaupt zuhört oder nicht. Also wenn jemand zum Beispiel zu der Gruppe der Corona-Leugner gehörte, dann brauchte man dessen Argumente gar nicht erst anzuhören. Zu der Gruppe wollte man nicht gehören, außer wenn man selber Corona-Leugner war. Oder aber wenn man zum Beispiel ein Querdenker war. Wer will denn schon Querdenker sein, außer den Querdenkern? Das heißt, die bloße Tatsache, dass jemand sagt, ich bin Querdenker und ich sage, ich will mit Querdenkern nichts zu tun haben, ist dann für mich schon anders genug.

mich nicht mit dessen Aussagen beschäftigen zu müssen. Oder Reichsbürger. Was sind eigentlich Reichsbürger? Hat schon mal irgendjemand einen Reichsbürger getroffen? Aber auf keinen Fall. Die sind ganz schlimm. Die sind rechtsradikal und das geht überhaupt gar nicht. Das heißt also, ich glaube schon, dass eben das Experiment von Asch sich nicht nur auf junge Menschen bezieht, sondern auch auf Erwachsene. Und dass wir eben, wenn wir von Wahrheit reden, tatsächlich, bevor wir die Wahrheit nach außen bringen, erst mal die Frage uns stellen müssen, wer ist denn die Zielgruppe? Und ist denn in dieser Zielgruppe überhaupt ein Bedarf dafür da, eine solche Wahrheit zur Kenntnis zu nehmen und auch intellektuell im Oberstübchen zu verarbeiten? Und wenn dieser Bedarf nicht da ist, wenn diese Bereitschaft nicht da ist, dann macht es ja eigentlich gar keinen Sinn. Dann könnte man ja auch gleich gegen eine Betonwand treten, nicht wahr? Was glaubst du? Hättest du dich angepasst oder wärst du bei der Wahrheit geblieben? Siehst du die Wirkung von Asch in deinem täglichen Leben oder in den sozialen Medien? Und was können wir als Erwachsene oder Erzieher tun, um jungen Menschen heute die Kraft zu geben, aufzustehen und die Wahrheit zu sagen? Teile deine Gedanken in den Kommentaren.

Ja, teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren. Das würde ich auch mal sagen. Schauen Sie einfach unten rein. Die Quelle zum Video habe ich dort auch verlinkt, also zum Original-Video von Sprout, eben diesem pädagogischen Kanal. Da gibt es noch viele andere Videos. Ein paar von denen werde ich demnächst nochmal Schritt für Schritt besprechen, weil ich sie ganz gut gemacht und informativ finde. Und die Frage ist, was ist jetzt eigentlich die Gruppe? Ist die Gruppe, so wie damals, sind das eben Menschen, die man kennt, mit dem man persönlich in Beziehung ist oder zumindest in einem und demselben Raum? Oder sind das vielleicht heutzutage in den Zeiten der Massenmedien auch einfach nur die Nachrichten? Was ist, wenn alle Nachrichten immer dasselbe berichten, obwohl es vielleicht objektiv falsch ist? Das wäre doch auch mal eine ganz interessante Frage. Was an den Nachrichten ist die Wahrheit? Und Erzeugt einen Anlass, die Realität nicht wahrzunehmen. Also zum Beispiel durch Verschweigen. Was passiert, wenn man Medien, denen man vertraut, bestimmte Sachverhalte gar nicht publizieren? Dann können wir doch darüber gar nicht nachdenken.

dann würde das für uns doch überhaupt gar nicht diskutabel sein. Und weil wir das gar nicht im Kopf haben, glauben wir, dass es gar nicht existiert. Nun umgekehrt wäre etwas, was vielleicht ganz unwichtig ist, aber was groß medial aufgemacht wird, das auf einmal würde bei uns den Eindruck erwecken, ja alle reden davon, alle reden davon, also muss es ja wichtig sein. Ja, aber ist es tatsächlich wichtig? Also wo genau ist da bei uns eigentlich die Schaltstelle im Kopf, dass wir sagen, ja, wie beurteile ich, was für mich wirklich wichtiger ist, die Wahrheit, meine eigene Meinung? Oder täusche ich die anderen nur aus Höflichkeit und Freundlichkeit? Ja, ja, wenn du sagst, das ist rot, dann sage ich rot. Wenn du sagst, das ist weiß, dann sage ich weiß. Ist das Höflichkeit? Ist das Angst? Was ist es? Ich denke, dieser Frage werden wir in weiteren Videos Schritt für Schritt noch weiter nachgehen. Für heute also, kommentieren Sie bitte einfach unten und bis zum nächsten Mal. Die Welt klar sehen. Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Für die Gruppe freiwillig zum Realitätsleugner werden | Soloman Ash's Konformitätsexperiment“, Die Welt Klar Sehen, 16.05.2023.

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Anhand des Konformitätsexperiments von Solomon Asch (1951) erklärt Uwe Loose, wie Gruppenzwang Menschen dazu bringt, offensichtlich Falsches als wahr zu bezeichnen. Er überträgt den Befund kritisch auf Erwachsene, Massenmedien und die Debatten der Corona-Zeit.

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