DWKS-Kompass-SiegelDie Welt Klar Sehen

Warum dumme Menschen oft sehr erfolgreich sind | der Dunning-Kruger-Effekt03.06.2023

MENSCH & MASSE

Abschrift

Abschrift des Videos vom 03.06.202313 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Hallo liebe Zuschauer, willkommen auf meinem Kanal, die Welt klar sehen. Zuletzt hatten wir zum Themenbereich der Dummheit mehrere Videos uns angeguckt bzw. besprochen, nämlich einmal die fünf Gesetze von Cipolla und dann eben die Theorie der Dummheit von Bonhoeffer. Und da hatte ich ja die Frage aufgerufen, okay, wir sehen also, dass es mit den Dummen gar nicht so gut ist, also relativ dumm ausgehen kann für die Nicht-Dummen. Ja, woran erkennt man denn nun einen Dumm? Und vor allen Dingen ist die Frage, warum merkt der Dumme eigentlich selbst nicht, dass er dumm ist? Und dazu haben wir jetzt ein drittes Video, was ich von Sprouts besprechen möchte, nämlich Dumme sind oft Sieger. Und ja, worum es da geht, werden wir dann gleich sehen. Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Als Quelle verwende ich natürlich wie vorher schon eben die Tattoos von Sprouts, aber die beziehe ich nun auf, wiederum nämlich auf die Originalverfasser, nämlich Dunning und Kruger. Und da gibt es eben den sogenannten Dunning-Kruger-Effekt, der 1999 von denen erforscht wurde. Worum geht es da eigentlich? Zwei Sozialpsychologen stellten fest, insbesondere beim Erfassen von Texten, Schachspielen und Autofahren, dass Unwissenheit oft zu mehr Selbstvertrauen führt als Wissen und so weiter. Das heißt also, ganz klarer Fall, dass eben Dumme ihre Wissen und ihre Selbstvertrauen Kompetenz überschätzen. Und das hat natürlich fatale Auswirkungen, allerdings nicht für die Dummen, sondern für die Nicht-Dummen, weil die ja dann unter den Fehlern der Dummen zu leiden haben. Am 19. April 1995 raubte MacArthur Wheeler eine Bank aus. Sein Gesicht mit Zitronensaft eingerieben, weil er glaubte, der Saft würde sein Gesicht für die Überwachungskameras unsichtbar machen. Zitronensaft funktioniert ja schließlich auch als unsichtbare Tinte auf einem Stück Papier.

Die Polizei strahlte die Aufnahmen der Überwachungskameras in den lokalen 11 Uhr Nachrichten aus und kurz nach Mitternacht wurde er verhaftet. Ungläubig sagte er, aber ich habe den Saft benutzt. Verblüfft von dieser Argumentation beschäftigten sich die beiden Psychologen David Dunning und Justin Kruger mit Mr. Wheeler und anderen, die wie er sind. Sie kamen zu dem Schluss, dass Menschen mit geringen Fähigkeiten bei einer Aufgabe paradoxerweise dazu neigen, sich selbst zu überschätzen. Diese kognitive Verzerrung ist als Dunning-Kruger-Effekt bekannt. Ja, sich selbst überschätzen, also das hätten wir doch, glaube ich, alle, haben wir das nicht alle schon hundertmal im Leben gemacht, dass wir sagten, wir können etwas, wir wissen etwas und dann stellte sich im Nachhinein heraus, wir konnten es doch nicht und wussten es doch nicht und dann waren einfach nur einer Illusion unterlegen, eben was hier heißt kognitive Verzerrung. Sehen wir uns das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gegenüber dem tatsächlichen Wissen auf einem Gebiet an.

Wenn wir etwas Neues lernen, sind wir oft sehr zuversichtlich, weil wir so wenig wissen. Wir glauben, alles zu wissen, sobald wir ein kleines bisschen wissen. Wer hier aufhört zu lernen, bleibt der Meinung, er oder sie sei ein Meister. Ja, diese Erfahrung, die kennen wir natürlich auch, dass wir gleich am Anfang die Anfangseuphorie haben, wenn wir irgendwas Neues machen, mit dem wir uns noch gar nicht beschäftigt haben. Da haben wir dann 1, 2, 3, 4, 5 Schritte gemacht und sagen, super, das ist doch ganz einfach. Also ich kann das schon, ich verstehe das schon. Man liest mal drei Bücher über etwas oder guckt sich zwei Filme an oder liest einen interessanten Film. Fachartikel in der Zeitung und schon hält man sich für ein Fachmann. Da kann ich nur sagen, ich bin selber in meinem Beruf ein Experte, nämlich für Immobilienbewertung und mache das seit über 20 Jahren vollzeitmäßig und habe eine hohe fachliche Qualifikation. So, und wenn da irgendein Laie kommt, und mit Laien meine ich ein Laie in meinem Bereich, der kann in seinem anderen Bereich, kann der ein Professor sonst nicht was sein, ein Rechtsanwalt für sonst nicht was. Aber in meinem Gebiet macht er mir kein X für ein U vor, sondern ganz im Gegenteil. Alles, was der mir in Argumenten liefert, kann ich, wenn ich bösartig wäre, dem umdrehe, dem Mund, ohne dass er es merkt. Weil ihm einfach das wirkliche Fachwissen, was ich erst im Laufe von vielen Jahren Berufspraxis ergibt,

Und das Verständnis, was daraus folgt, das kann er zu dem Zeitpunkt schlichtweg noch nicht haben. Außer aber, er wäre super intelligent und ein super Lerner. Und da möchte ich hier direkt auch eine Kritik an diesen Dunning-Kruger-Theorie anbringen. Wir haben zwar erst angefangen, aber hier wird ja ganz klar gesagt, es geht hier um aneignbares Wissen. Das heißt, wer kein Wissen hat, der ist dumm. Das ist was anderes, als was ich unter Dummheit verstehe. dass ungebildete Menschen, die kein Wissen haben, sehr intelligent sein können. Und insofern halte ich diesen Denkansatz, der jetzt hier von Dunning-Kruger gefahren wird, nur für einen Teil der Wirklichkeit oder der Wahrheit. Aber lassen wir uns mal überraschen, wo es hinführt. Diejenigen, die weiter lernen, erkennen, dass die Dinge komplexer sind und verlieren oft die Motivation. Und je größer ihr Wissen wird, desto geringer wird ihr Selbstvertrauen.

Ja, und das ist eben die Erfahrung, die auch jeder macht, der was Neues macht. Der komplizierte, körperliche oder intellektuell aufwendige Arbeiten macht, zum Beispiel eine Sprache lernen, versuchen immer Russisch, Japanisch, Chinesisch zu lernen, Arabisch. dann werden Sie feststellen, das ist eine riesige Arbeit und das ist was anderes, 300 Vokabeln für den Urlaub zu lernen oder eine Sprache fließend sprechen zu können. Wer dann vor dieser Sisyphus-Arbeit steht, gerade beim Wissenserwerb, der muss ja nicht nur das Wissen haben, er muss es sortieren, er muss die Fähigkeit haben, es sich zu merken, also er muss Lerntechniken haben, die er vielleicht am Anfang, als er noch ganz begeistert war, überhaupt gar nicht in seinem Bewusstsein hatte, dass er das brauchen könnte. Wir hören in diesem Stadium auf und denken, sie hätten nichts gelernt. Nur wenn wir jetzt dranbleiben, gewinnen wir unser Selbstvertrauen zurück und werden gleichzeitig besser. Ja, und warum? Weil wir eben am Anfang denken, wir wissen gar nichts und der Berg ist unüberwindbar. Aber je mehr man dann eben doch lernt oder auch bei physischen Tätigkeiten kann, also Fertigkeiten erwirbt, desto größer wird das Selbstvertrauen, weil man zu sich selbst sagen kann, das weiß ich doch und das kann ich schon, das habe ich schon gemacht. Und dadurch wird Schritt für Schritt ja ein...

Selbstvertrauen aufgebaut, was auf Substanz beruht. Natürlich nicht mehr auf dieser euphorischen Basis, die ganz am Anfang war. Und am Ende werden wir viel Wissen und fast so viel Vertrauen in unsere Fähigkeiten haben, wie direkt nach dem Start. Ja, aber eben nur fast so viel, weil wir jetzt schon ein bisschen schlauer sind, dass es eben nicht ganz so einfach ist. Mit anderen Worten, wenn ein Einfallspinsel, eine gute Schülerin und ein weiser Lehrer eine öffentliche Debatte führen würden, könnten die Dinge folgendermaßen ablaufen. Der Einfallspinsel weiß nur wenig über das Thema, ist aber sehr selbstbewusst und äußert seine Meinung laut und ohne Zögern. Die Schülerin weiß mehr, merkt es aber nicht, weil es ihr an Selbstvertrauen fehlt. Sie schweigt. Ja, das heißt also hier sehen wir drei unterschiedliche Grade von Wissen, ich sag mal.

Holzschnittartig dargestellt, der Ahnungslose, die Teilwissende und der Wissende. Und das geht dann aber mit unterschiedlichem Selbstbewusstsein einher. Und wie wir ja schon im Bilde sehen, der Ahnungslose, der hat das größte Selbstbewusstsein. Am Ende stimmen die meisten dem Einfallspinsel zu, weil er so selbstsicher ist und glaubt, Recht zu haben. Am Ende stimmen die meisten dem Einfallspinsel zu. Also das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen. Also der Einfallspinsel brilliert, weil er wie so ein arrogantes Arschloch da sitzt und große Sprüche macht, aber von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Aber das Publikum, das ist begeistert. Das ist doch eine Perspektive oder Facette, die im Dunning-Kruger-Effekt, soweit ich das sehe, gar nicht erwähnt ist. Da wird ja nur gesagt, dass der Einfallspinsel der Dumme ist. Aber wie dumm muss man eigentlich sein, um diesen Einfallspinsel noch für toll zu halten, ihn zu beklatschen und noch mit den Füßen zu trampeln und ihn zum Sieger, in dem Fall des Gesprächs, zu küren? Das heißt, der Einfallspinsel, der ist schon in der

Gruppe von diesen drei Diskutanten der dümmste, aber die anderen, die sind ja noch viel dümmer. Und das, denke ich, ist auch wirklich mal eine erschreckende Erkenntnis, oder? Die Leute neigen dazu, dieser Selbstsicherheit zu vertrauen. Untersuchungen aus Nordamerika, Europa und Japan legen nahe, dass Kultur eine große Rolle spielt. Werden Menschen gefragt, ihre eigenen Fahrfähigkeiten einzuschätzen? Antworten 93% der Amerikaner, sie seien überdurchschnittlich gute Fahrer. 93%? Also der Durchschnitt ist ja 50%, also die 93% ist ja fast Wunder. Das heißt, nahezu jeder Amerikaner glaubt, dass er ein guter Fahrer ist, was aber rein statistisch gar nicht möglich ist. Außer sie wären alle sehr gleich gut, aber dann wären sie ja keine sehr guten Fahrer. Fahrer. Während nur 69% der Schweden so denken. In Japan hingegen neigen die Menschen im Allgemeinen dazu, ihre Fähigkeiten zu unterschätzen. Dies ist eine Strategie, um ihre unterdurchschnittlichen Leistungen als Chance zur Verbesserung zu sehen.

Ja, also das kann man natürlich auch so sehen als Chance zur Verbesserung. Also ich meine, das ist vielleicht dieses japanische Kaizen-Prinzip, was in den 80er Jahren mal erfunden wurde nach dem Motto, wir können immer besser werden. Aber ob man deswegen jetzt ein schlechtes Selbstwertgefühl haben muss, wage ich zu bezweifeln. Also auch Leistungssportler im Westen wollen immer besser werden und sehen jede Niederlage als Chance, sich zu verbessern. Aber deswegen haben die doch kein... nicht automatisch ein niedrigeres Selbstbewusstsein oder sehe ich das verkehrt? Sich auf eine Reise des Lernens zu begeben, kann eine entmutigende Erfahrung sein. Was als gemütlicher Spaziergang beginnt, verwandelt sich bald in einen intensiven Kampf der Willenskraft zwischen dir und einer furchterregenden Menge an Wissen. Gib nicht auf. Je länger du kämpfst, desto mehr Kraft gewinnst du bis zu dem Punkt, an dem du gewinnst. Und am Ende, wenn du durchhältst, wirst du vielleicht in die Reihen von Sokrates aufsteigen. Er hat uns vor über 2000 Jahren ein weises Zitat hinterlassen. Ich weiß, dass ich intelligent bin, weil ich weiß, dass ich nichts weiß. Ja, ich weiß, dass ich nichts weiß, ist natürlich auch ein bisschen einseitig, sondern er müsste sagen, ich weiß, dass ich nicht genug weiß und es noch viel, viel mehr zu wissen gibt.

Und hier sehen wir aber auch im Schlusssatz dieses Cartoons, dass es eben auf der akademischen, sprich auf der Bildungsseite stehen bleibt. Und was ich eben hier vermisse, ist die Intelligenzseite. Und das möchte ich vielleicht nochmal so kurz in ein, zwei Sätzen zum Ausdruck bringen. Warum glauben wir, dass nur angelerntes Wissen zu vermitteln, Weisheit führen würde. Das ist doch durchaus nicht der Fall. Denn wir haben doch bei Cipolla ja doch schon gesehen, dass Leute so sehr wohlwissend sein können und trotzdem sehr dumm. Das heißt also, hier ist dieser Dunning-Kruger-Effekt, der ist extrem einseitig und bezieht sich auf Wissenserwerb. Oder aber er vermischt eben dieses fehlende Wissen mit fehlender Intelligenz und differenziert das nicht genügend. Und ich finde, das ist ein Defizit zumindest an dieser Darstellung, wenn nicht gar an der ganzen Untersuchung. Für uns bleibt aber übrig, dass der Dumme eben sehr selbstbewusst ist. Und der eigentliche Grund ist, dass ihm die sogenannte Metakognition fehlt. Das heißt, er kann

sich selber nicht mit genügend Abstand beurteilen. Also sein Denkvermögen, sein Urteilsvermögen ist so schwach, dass er nicht von sich abstrahieren kann. Er kann nicht vergleichen, wie er im Verhältnis zu anderen steht. Und das wiederum hat ja die Konsequenz, so wie Bonhoeffer ja schon sagte, Mit Dummen braucht man nicht zu reden, man braucht sie nicht zu überzeugen, solange sie nicht äußerlich befreit sind. Ja, mit dem einzelnen Dummen brauchen sie auch nicht zu reden, weil er selber ja gar nicht glaubte, dass er dumm ist. Sondern ganz im Gegenteil, er fühlt sich ja erhaben, er fühlt sich ja stark. Das heißt also... Da ist jegliche Argumentation, ist ja völlig sinnlos, da ist ja Hopfen und Malz verloren. Um was bleibt also für den Nicht-Dummen, wenn er zum Beispiel jetzt gesellschaftlich gesehen in einer Welt lebt, wo Dumme das Sagen haben? Lohnt es dann, mit Argumenten vorzugehen, zu sagen, gucke hier, ich beweise dir das und das? Nein, weil der Dumme, der wischt es doch einfach weg. Hat auch Bonhoeffer ganz klar gesagt, der leugnet das doch einfach. Das ist doch für den völlig unwichtig. Das interessiert den überhaupt gar nicht. Also dumme Menschen können Sie nicht mit Klugheit von der Dummheit befreien. Das ist nicht möglich. Und diejenigen, die sich für klug halten,

Und diesen Fehler machen, die sind an der Stelle betriebsblind, die sind an der Stelle selber dumm, weil sie nicht erkennen, wie Menschen funktionieren. Dann würden sie nämlich nicht, wenn sie nicht dumm wären, würden sie erstmal gucken, ob der, dem sie ansprechen wollen, dem sie was argumentieren wollen, ob der überhaupt bereit ist für eine Argumentation. Aber einfach zu unterstellen, ich erzähle ihm das und dann akzeptiert er das, das ist selber schon dumm. Also sprich die Mission von dem sogenannten Klugen, von den Erwachten, von den Woken, wie man im Englischen sagt, dass man die Dummen überzeugen müsste, Das ist selber schon ein Ausdruck von einer anderen Dummheit. In diesem Sinne, erklären Sie doch mal bitte in Ihren Kommentaren, was Sie von der Wissensdummheit bzw. der Intelligenz oder der Unfähigkeit, intelligent zu sein, halten. Also, bis zum nächsten Mal. Die Welt klar sehen.

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Uwe Loose bespricht den Dunning-Kruger-Effekt: Warum Menschen mit geringen Fähigkeiten ihr Können überschätzen und durch Selbstsicherheit oft erfolgreich wirken. Er ergänzt eine eigene Kritik, dass die Untersuchung fehlendes Wissen mit fehlender Intelligenz vermische.

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