DWKS-Kompass-SiegelDie Welt Klar Sehen

Konformismus | freiwilliger blinder Gehorsam | Ist Japan das Modell für unsere Zukunft in Europa?08.06.2023

MENSCH & MASSE

Abschrift

Abschrift des Videos vom 08.06.202326 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Hallo liebe Zuschauer, willkommen auf meinem Kanal, die Welt klar sehen. Heute geht es in Weiterführung des Themas Dummheit um den Konformismus. Ich möchte die These wagen, dass Konformismus nichts anderes ist als freiwilliger blinder Gehorsam. Das werde ich versuchen an einem praktischen Lebensbeispiel zu erläutern. Bis gleich nach dem Intro. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Ja, zuletzt waren wir ja bei dem Thema gewesen, dass die Dummen oftmals die Sieger sind. Und irgendwie hängt das aber doch damit zusammen, dass manche Menschen eben so denken, wie die Gruppe denkt. Und dann sind sie auch bereit, die Realität zu deuteln. Das hatten wir im Asch-Konformitätsexperiment gesehen. Und tatsächlich sind sie ja sogar bereit, unter bestimmten Voraussetzungen zu foltern. Haben wir auch schon alles gesehen. Und deswegen ist die Frage, was genau ist denn eigentlich Konformismus? Und da möchte ich, bevor wir da ins Detail gehen, ja mal mir allgemeine Gedanken dazu machen.

Ja, Konformismus im Allgemeinen ist im Grunde genommen ein Verhalten, das den sozialen Normen oder Erwartungen einer Gruppe oder Gesellschaft entspricht. Wobei Verhalten meint ist, dass der Einzelne sich an die Gruppe anpasst. Jetzt kann man die Frage stellen, ja, ist das denn überhaupt von Bedeutung, ja oder nein? Und ich denke, wir wissen alle, dass Konformismus sehr wohl ein ganz wichtiger Aspekt ist im sozialen Miteinanderleben, dass da auch Dynamiken drin sind. und dass unser Verhalten dadurch ganz wesentlich beeinflusst wird. Es gibt verschiedene Theorien. Wir hatten schon über das Konformitätsexperiment von Solomon Asch gesprochen, der zeigt, wie Menschen reagieren, wenn sie unter einen Druck gestellt werden. Und wir hatten auch über das Gehorsamkeitsexperiment von Stanley Milgram gesprochen. Da geht es darum, was man tut, wenn man Befehle bekommt, ob man diesen dann gehorcht oder nicht. So, und wenn man sich fragt, ja, jetzt abgesehen von diesen Sonderbeispielen, was genau ist denn Konformismus? Da kann man sagen, okay, sowas gibt es in der Mode. Ja, jedes Frühjahr kommt eine völlig neue Mode und alle sind ganz wild, zumindest die, die Modebewusstsein sagen, da muss ich unbedingt mitmachen. So, und das Gleiche gilt natürlich auch in sozialen Medien, ja, dass man sich über bestimmte Trends informiert, bestimmte Dinge, die sind aktuell, darüber muss man gerade reden, ja. So, und ja, aber noch...

drei tagen redet man schon wieder etwas ganz anderes das heißt die dinge die uns im kopf bewegen die uns im herz bewegen die werden teilweise durch gruppen eben dargestellt und wir passen uns einfach diesen gruppen verhalten an und denken dass das ganz normal ist und natürlich geht gibt es auch Konformismus in der Politik. Das heißt, auch dort gibt es bestimmte Trends, was gerade richtig ist, was gerade gut ist, was auf keinen Fall gemacht werden soll, was ganz, ganz, ganz böse ist. Also bewahre uns vor dem Bösen. Und Dementsprechend wird auch im äußeren Leben, also auch da, wo es um Politik geht und letztendlich dann auch in der Wirtschaft nach Gruppenregeln gearbeitet, wobei aber kaum jemand die Frage stellt, wo denn diese Gruppenregeln herkommen. So, und welche Auswirkungen hat denn jetzt dieser Konformismus? Da kann man sagen, okay, das Positive ist, dass es eben zu Harmonie führt. Die Leute sind alle zueinander ausgewogen. Also zum Beispiel sind alle Gesetze, alle Verordnungen, die sind ja konform.

Sie konformieren eben die Bevölkerung, sie normieren sie. Zum Beispiel ist es schön, dass wir konform im Straßenverkehr alle rechts fahren und nicht alle links oder kreuz und quer und dass wir nicht auf der Straße ein Picknick machen. Also solche Regeln sind ja schon ganz gut und schaffen Veränderungen. viel Ruhe und Frieden. Aber die Regeln können sich auch verselbstständigen und dann werden sie einfach bloß noch blind befolgt. Der Nachteil ist eben, auch wenn es fürs Gemeinwohl dann gut ist, der individuelle Wille und die individuellen Gefühle, die werden dann stark vernachlässigt. Das heißt, es wird quasi direkt der individuelle nach dem Motto, du darfst doch nicht abweichen, du musst doch so sein wie die Gruppe. Und dementsprechend ist es klar, dass das auch eine kulturelle Angelegenheit ist. Und es gibt bestimmte Länder, wo das also schon seit Jahrhunderten, wenn nicht sogar seit Jahrtausenden, ganz anders geregelt wird als bei uns. Denken wir bei uns in Europa, in Mitteleuropa, in Deutschland, wie die Leute sagen, ich, ich, ich, ich will, ich will,

Ich muss auf meine Gefühle Acht gelegt werden und für mein Kind, das ist das Wichtigste, sprich das, was das Individuum Kind unbedingt benötigt und mein Hund, der muss unbedingt das haben und und und. Das heißt, wir haben einen sehr starken Individualismus, einen sehr starken auch oftmals Egoismus und wenn sie dann aber aus Europa rausgehen in andere Kulturen, Da auf einmal heißt es ja, ich muss tun, was meine Familie sagt. Ich kann doch nicht einfach heiraten, ohne meine Eltern zu fragen. Ich kann doch nicht einfach in die Stadt gehen und ein Studium machen, ohne mit meinem Dorfältesten mich abgesprochen zu haben. Oder aber ich kann doch nicht einfach mir einen Beruf aussuchen, ohne dass mein Chef oder meine Firma oder mein Land mir sagen, wo ich denn hingehen soll. Und das sind also völlig verschiedene Vorstellungen. Und in diesen Ländern, die dann so harmonisch sind, wo Harmonie oftmals ein großer Begriff ist, zum Beispiel in Südostasien, Eine Folge des Konfuzianismus, der eben eine sozialreformerische Tätigkeit ist, die auch schon ewig, Jahrhunderte alt ist, wenn nicht gar Jahrtausende. Und die hat eben für Ordnung gesorgt. Und ich war nun neulich in einem solchen Land.

Da ist mir einiges aufgefallen. Damit Sie aber nicht glauben, dass ich nur als Tourist irgendwelchen Unsinn erzähle, habe ich tatsächlich einen Fachmann, nämlich jemanden, der sich dort vor Ort auskennt. Hallo liebe Zuschauer, wo bin ich denn eigentlich? Ich bin in Japan. Was mache ich in Japan? Mit meiner Frau Heidi mache ich Urlaub. Wir haben eine Japan-Rundreise gemacht und sind jetzt an unserem letzten Tag und da haben wir einen ganz speziellen Reiseführer, nämlich den Follower von meinem Kanal, der dort heißt YesTaboo. Sein Name bleibt aus Diskretionsgründen geheim. Wie geht es dir? Hallo, ja, wunderbar geht es mir. Na, fein. Du wohnst ja schon seit längerer Zeit hier in Osaka. Und wie lange denn eigentlich schon? Ich lebe schon über 15 Jahre in Japan. Über 15 Jahre? Mein Gott, was hat dich denn hierher getrieben? Arbeit oder Liebe?

Ja, alles mögliche. Also ja, ich bin auch verheiratet hier, deshalb auch ein bisschen das Amoröse, aber auch so ein bisschen Interesse für das Land und auch die Arbeit, alles zusammen. Das finde ich ja also äußerst interessant und dann beherrscht schon nach so vielen Jahren natürlich auch die Sprache doch vermutlich ganz gut, wenn du hier ja auch arbeitest. Ja, es geht, es reicht. Nicht gut genug, ich würde es eigentlich besser können wollen, aber ich komme ganz gut durch. Und was mich ja gewundert hatte, wir sind ja über meinen Kanal mit dir in Kontakt gekommen. Wieso interessiert dich eigentlich, was in Deutschland passiert? Ja gut, erstmal komme ich ja aus Deutschland, bin dort geboren und aufgewachsen. Und Deutschland ist auch immer, ich sag mal, so ein bisschen das Zentrum von Europa. Also was dort passiert, passiert eben auch in ganz Europa und einfach aus Interesse. Also wenn man weit weg wohnt, interessiert man sich doch immer noch so ein bisschen für das, was in Deutschland passiert. Und ja, so habe ich dann während der vergangenen turbulenten Jahre immer ein bisschen...

mir angeschaut was die sogenannten alternativen Berichterstatter in Deutschland so berichten und ja da ist mir eben dein Kanal aufgefallen und die sachliche Analyse und so habe ich das dann verfolgt und lieb gewonnen und ja, so haben wir uns dann auch irgendwie kennengelernt. Genau, wir korrespondieren also immer allerdings auf Deutsch, nicht auf Japanisch, das kann ich nämlich eben nicht. Was mich noch interessieren würde, wie ist es denn eigentlich mit den Corona-Maßnahmen in Japan gewesen? War das ähnlich wie in Deutschland oder schlimmer oder weniger schlimm? Ja, also insgesamt weniger restriktiv. Also was es sehr früh gab in Japan, weil ja China auch sehr nah ist, da waren dann irgendwelche Kreuzfahrtschiffe hier, lagen in Japan vor Anker und da hat sich das dann irgendwie übertragen. Also am Anfang gab es einige Schulschließungen, sehr früh. Und was die ganze Zeit durchgehalten wurde, war viel Maskentragen. Aber es gab zum Beispiel nie eine Maskenpflicht. Es war immer nur eine Empfehlung, der 99,99 Prozent der Bevölkerung gefolgt sind.

Aber es gab sonst auch keine Impfpflicht oder so etwas, gab es nicht. Aber auf freiwilliger Basis haben eigentlich die Leute hier das alles mitgemacht. Also ähnlich wie in Deutschland auch. Wenig Widerstand, wenig Ablehnung. Aber auf der anderen Seite, was es hier eben nicht gibt oder nicht gab, dieses aggressive Verhalten. Also ich zum Beispiel habe drei Jahre lang eigentlich fast nie eine Maske getragen. War das kein Spießrutenlaufen bei dir in der Firma? Nö, das ging eigentlich, aber es war so, in der Bahn oder so war ich dann wirklich der Einzige. Man sitzt als Einziger ohne. Aber es ist dann nicht so, dass die Leute um einen herum dann irgendwie aggressiv werden oder einem die Maske hinhalten, du musst jetzt hier. Sondern die Japaner sind da gleichgültig. Die haben ein bisschen Abstand zu anderen Leuten, kümmern sich nicht darum, was andere machen. Und von daher war das sehr entspannt für mich. und ich habe dann auf deinem Kanal und bei anderen natürlich gesehen wie es in Deutschland läuft war teilweise schockiert über die radikalen Maßnahmen und auch diese Aggressivität gegenüber Leuten die sich eben ein bisschen anders verhalten also Terroristen wurdet ihr glaube ich genannt und eine Diktatur der Ungeimpften und solche Sprüche also das hat man hier in Japan so nicht erlebt aber Japan hat eine sehr hohe Impfquote

glaube 80 Prozent oder so, was allerdings glaube ich auch für die ersten 1-2 Impfungen, also danach ist es dann auch weniger geworden, weil natürlich auch Leute ein bisschen gemerkt haben, es gibt auch Probleme damit, um es mal sanft auszudrücken. Und gibt es denn hier in Japan auch so was wie eine kritische Bewegung, so wie es in Deutschland gibt? Es gibt so kleinere, versprengelte, auch kritische YouTube-Kanäle. Es gibt auch in der Stadt, wo ich wohne, gab es dann auch einen Anwalt, der auch eine Partei dann gegründet hat. So eine Anti-Impf-Partei sozusagen, aber hat sehr wenig Stimmen bekommen. Und auch mittlerweile, ich bin da neulich bei dem Büro vorbeigegangen, heißt das dann mehr so, der Name hat sich geändert irgendwie, also ein besseres Leben für die Menschen in unserer Präfektur oder so heißt das dann. Also das Thema Corona ist da dann auch so ein bisschen durch. Ja, was man vielleicht sagen kann in Japan mit den Masken, also diese Empfehlung, Masken zu tragen, ist mittlerweile aufgehoben, schon seit zwei Monaten.

Aber noch immer, wenn man jetzt hier rumläuft, ja, ich würde sagen 80, über 80 Prozent mit Maske. Ja, also das ist mir persönlich auch aufgefallen. Wir haben ja eine Rundreise gemacht von Tokio über verschiedene Städte Richtung Süden oder Südwesten und sind ja jetzt eben hier in Osaka, dass in den meisten Städten, würde ich sagen, doch 80 bis 90 Prozent der Japaner Masken tragen, obwohl alle anderen, sprich die ganzen Touristen, keine Masken tragen. Ich werde auf meinem Kanal in den nächsten Tagen noch ein separates Video zum Thema, wie man Masken in Japan trägt. Also Urlaubseindrücke nur zum Thema Masken. Das auch in Verbindung mit meinen letzten Videos zum Thema Dummheit und Konformität. Das passt da eigentlich ganz gut rein. Also schauen Sie sich das einfach mal an. Apropos anschauen. Du hast ja auch einen kleinen YouTube-Kanal. Wie heißt denn der? Ja, einen kleinen. Der heißt YesTaboo. Ich weiß nicht mehr, wie ich auf den Namen gekommen bin. Und da habe ich so ein paar satirische Videos, auch zur Corona-Zeit. Ein paar Japan-Videos. Ja, nicht viel, aber wer Interesse hat... Also ich kenne den Kanal logischerweise, weil wir ja befreundet sind. Und insofern guckt ihr mal bitte hier oben, dann blende ich den Kanal ein. Und dann schauen wir da mal gemeinsam kurz rein.

was auf dem Kanal dort geboten wird. Ein paar Follower kannst du sicherlich auch gebrauchen. Und ist aber alles in Deutsch, ne? Das meiste auf Deutsch, manches ist auf Englisch, nichts auf Japanisch. Also die Videos natürlich, die Lokalitäten sind Japanisch, aber Sprache ist Deutsch oder Englisch. Ja, wunderbar. Ich bedanke mich für das kleine Gespräch und freue mich, dass du uns noch ein bisschen weiter rumführst in Osaka. Ja, und für die Zuschauer, Tschüss aus Japan. Ja, soweit eben der Teilnehmer YesTaboo. Hier schauen wir mal kurz auf seinen YouTube-Kanal. Und da sehen wir 68 Abonnenten mit 36 Videos. Und das ist alles, vom Motto her heißt es eben, auf diesem Kanal gibt es satirische und melancholisch-künstlerische Videos. Da hat er insgesamt 36 Stück von, alles so kleinere Kurzvideos. Also einfach mal reinschauen. Das ist schon ganz witzig und pfiffig, was er dort

gemacht hat und natürlich hat er auch noch andere Videos, die er dann hier auf seinem Kanal darstellt. Ich möchte aber noch ergänzen für diejenigen, die selber schon bei Osaka waren oder in Japan, da wo wir gesessen haben, das war natürlich nicht Osaka, sondern im Großraum Osaka, genau genommen so Richtung Osten, 35 Kilometer ungefähr entfernt. Da gibt es die Stadt Nara, das ist der Ursprung der japanischen Kultur. Im Jahre 600 so und so viel, also sprich schon fast 1500 Jahre her. Und dort haben wir eine große Tempelanlage besucht, wo der größte Holztempel, der Und im Hintergrund haben Sie ja gesehen, da rennen ja so Rotwildtropfen. Also genauer genommen ist das eigentlich wildes Getier. Das sind eine bestimmte Art von Hirschen und die betteln eben die Zuschauer oder die Besucher an. Ja, und insofern möchte ich jetzt dann zum nächsten Teil übergehen, nämlich zu meiner kleinen Dokumentation zum Thema, wie Japaner mit Masken tragen umgehen. Ja, hier war jetzt noch vor...

Zu bemerken, dass eben in Japan seit zwei Monaten quasi die Maßnahmen für die Innenländer aufgehoben sind, also für die Japaner selbst. Auch wir als Touristen mussten jetzt ab dem 30.04. keinerlei Immunitätsnachweise oder Impfungen oder was auch immer nachweisen. Das heißt, wir waren erst mal davon ausgegangen, dass es in Japan so ist wie in Deutschland, nämlich die Maskenpflicht ist weg. Und alle setzen die Masken ab. Ja, die meisten Deutschen am Flughafen hatten das auch so gemacht. Aber schon im Flugzeug selber sahen wir, dass also die Stewardessen das ganz anders sahen. In Japan angekommen, muss man sagen, okay, könnte man sagen, ja... gab es doch einige Maskenträger, nämlich insbesondere Funktionsträger, wie hier zum Beispiel jemand, der eben auf dem Parkplatz als Parkwächter arbeitet oder in einem Park eben Touristen hilft. Oder aber auch Gärtner hier mitten im Freien mit der Maske, zwar unterm Kinn oder eben hier Einweiser. Das kann man alles verstehen, aber auch in einer Tempelanlage. Jemand, der den Teppich reinigt, der hat seine Maske auf.

Auf den Straßen sieht es dann noch ganz anders aus. Da haben wir dann auch Bedienstete, wie zum Beispiel so ein Paketlieferant. Hier ein Fotograf für Touristen. In Hotels natürlich das gesamte Personal dort mit Masken. Bestimmte Bevölkerungsgruppen, zum Beispiel Schüler, grundsätzlich mindestens zu 50 Prozent mit Masken. Da hat man so den Eindruck. Dass bei einigen Schulen Maskenpflicht besteht, bei anderen eben nicht. Das ist unabhängig von der Altersklasse, ob das eben Mittelschüler sind oder untere Schüler oder größere Schüler. Die machen das eben auch dann, wenn kein Lehrer dabei ist. Dasselbe gilt übrigens auch quasi in den Läden, in den Einkaufspassagen, in Einkaufszentren. Auch dort haben die Verkäufer regelmäßig Masken auf, auch wenn kein Kunde im Laden ist. Hier sehen wir drei Angestellte, die miteinander reden. Da warten zwei auf Kunden. Auch in Restaurants und Schnellgarküchen haben die Köche die Masken auf.

Hier haben wir dann eben auch die Bedienung, die Masken auf hat. Dann haben wir natürlich auch die Tresenbedienung. Selbst die Einlasser in Lokalen haben Masken auf. Nur wir Touristen, wir hatten keine auf. Und das stört aber auch niemand. Es ist also niemand zu uns hingekommen, hat gesagt, ja, setzen Sie die Masken auf. Das macht man so nicht. Anders ist es aber in den Großstädten, wenn Sie hier mal schauen, da sitzen also zwei junge Frauen in einem Café und die eine dattelt auf ihrem Handy rum und die andere sitzt da und hat die Maske auf. Und hier sitzt eine ganz alleine und spielt am Laptop rum und hat auch die Maske auf. Zum Beispiel Schüler, die jetzt bei einer Attraktion, bei einer Sehenswürdigkeit sich da was trinken. zu trinken kaufen wollen stehen also während sie bestellen noch dort und erst nachdem sie das getränk haben ja da fangen sie mal an den strohhalm unter die maske zu schieben oder die maske beiseite In den Verkehrswegen ist es ähnlich. U-Bahnen, die meisten Japaner tragen Masken, auch wenn sie über die Straße gehen. Männer, Frauen, ältere Herren, jüngere Damen, Freundinnen. Auch wenn man einfach nur so dasteht und mit seinem Handy sich beschäftigt und zu anderen gar keinen Kontakt hat. Man hat seine Maske auf, auch wenn man ganz alleine dasteht.

So, da gibt es gar kein Problem mit. Hier ist, das ist kein unscharfes Foto, sondern eine besonders, ich sag mal, hochgezogene Gesichtsmaske. Ja, hier ähnlich. So, auch hier adrette Kleidung, aber eben die Filtertüte im Gesicht. Hier geht es auch zu einer Sehenswürdigkeit. Da haben die Herrschaften festliche Kleidung an. Ja. Also diese Art von Masken, die so hochgeschlossen sind, die sind in Japan sehr weit verbreitet. Und natürlich gibt es auch die Reihe medizinischen Masken. Auch wenn man alleine sitzt beim Einkaufszentrum irgendwo draußen hier am Baum. Man sitzt einfach so, man kennt sich nicht, man sitzt, man geht mit Maske, mit Paaren natürlich auch, die Geschäftsleute. Auch bei Heiligtümern draußen natürlich die Maske, selbst bei Zeremonien. Hier ist eine Eheschließung, das Ehepaar, das Brautpaar hat keine Masken, die beiden Priester links und rechts sehr wohl. Wie man hier sehen kann, ist eine Shinto-Hochzeit, auch die beisitzenden Priester haben eine solche Maske auf.

Ja, hier dieses Bild ist ganz interessant. Da ist eine Shinto-Zeremonie. Wenn Sie genau hingucken, ist das hier ein Tag, wo es einen Taifun-Ausläufer gegeben hat. Da hat es sehr stark geregnet. Man konnte nur mit dem Schirm draußen sein. Und da unten rechts, da schauen Sie mal dahin. Da ist ein Mannequin, das ist eben einer, der zu diesen Sehenswürdigkeiten gehört, der dort aufpasst. Der steht unterm Regenschirm alleine und hat seine Maske auf. Man trägt die Maske selbstverständlich auch, wenn man alleine Fahrrad fährt. Das ist ganz normal. Manche tragen also die Vollmaskenverkleidung, sodass also quasi nichts mehr rausguckt. Ja, auch wer ein bisschen zügiger unterwegs ist als Kurier oder so, der hat natürlich auch seine Masken dabei. Aber auch wer auf dem Moped sitzt, der hat auch seine Masken. Oder auch wer sein Moped nur schiebt, der trägt seine Maske. Auch wer gerade aus dem Haus kommt, aus seiner Garage, trägt seine Maske. Und natürlich trägt man seine Maske auch im Auto, wenn man zu zweit ist, aber auch wenn man alleine ist. Taxifahrer grundsätzlich sowieso.

Auch hier in einer Luxuskarosse sitzt jemand drin, ganz alleine, steht da und wartet auf seine Frau, die aus dem Einkaufszentrum kommen soll, hat seine Maske brav auf. Ja, wir... Touristen haben das nicht gemacht. Hier ist Tabu und ich posieren hier vor diesem großen Schrein. Und er ist ja dort Deutscher und eben seit 15 Jahren trägt er grundsätzlich auch keine Maske. Touristen machen das eben nicht so. Ganz im Gegenteil. Und dann ist natürlich die Frage, warum die Japaner das eigentlich so machen. Und ich vermute mal, es hat sogar was mit der Konstitution zu tun. Deswegen habe ich hier mal Wir haben eine kleine Japanerin als Reiseführerin dargestellt, die mit zwei amerikanischen Touristen irgendwo langwandelt und denen was erklärt. Und da sehen wir, dass die Japanerin ja mal gerade eine halbe Portion der Amerikaner ist. Und es könnte doch sein, das ist jetzt mal eine Spekulation,

dass die Japaner, weil sie so klein und zierlich sind, vielleicht besonders empfindlich sind und deswegen ja Angst haben vor Umwelteinflüssen, dass ihr Körper geschädigt werden könnte und dass sie sich deswegen vor anderen abgrenzen und sagen, ja, meine Gefühle und Gedanken, die soll keiner denken. Also das wäre doch eine Möglichkeit, das zu erklären. Aber die Frage ist, ob das stimmt. Und dazu gibt es natürlich auch noch Überlegungen, inwieweit das jetzt auf uns überhaupt übertragbar ist. Ja, also die Frage ist eben, ob bei den Japanern irgendwas Besonderes ist gegenüber anderen Völkern oder ob sich das eben tatsächlich nur auf Gewohnheit bezieht. Und da habe ich mal mir die Frage gestellt, ja, wie lange tragen die denn eigentlich Masken? Und ich habe mit dem Reiseführer und natürlich auch mit dem YesTaboo gesprochen und die meinten, ja, die haben ja schon immer Masken getragen. Und die Frage ist, was ist denn immer? Und nach meiner Recherche ist es tatsächlich hier schon eine Ja, lange Tradition, dass man eben Masken trägt, insbesondere natürlich während Grippe und Erkältungssaison und auch anderen Krankheitsausbrüchen. Und das hat auch was mit der Kultur zu tun, nämlich als ein Zeichen von Höflichkeit gegenüber anderen, nämlich um die dann zu schützen, so wie wir es ja in der Pandemie hier auch gelernt haben.

Allerdings kann man nicht so ganz genau sagen, wann es angefangen hat. Es gibt verschiedene Meinungen, wonach man glaubt, dass die Japaner schon seit Jahrhunderten Masken verwenden. Zum einen zum Schutz vor Krankheiten, aber spätestens auch nach der spanischen Grippe 1918 und den Folgejahren. Und natürlich hat man eh schon, wie auch in anderen Ländern, Masken aus rituellen Gründen getragen. Und dann hat sich aber, weil Japan ja ein hoch industrialisiertes Land ist und gerade in den Großstädten, dort gibt es ja eine sehr dichte Bebauung. Man könnte sagen, manche Städte sind so eine Art Betonmoloch, wo kaum noch eine Grünfläche ist, zumindest nicht im Bereich der Kernstädte. Und dann gibt es natürlich auch das Risiko von Umweltvergiftung, Umweltschmutz, dann eben Allergien, die sich dann entwickelt haben. Und, und, und. Wesentlich ist aber, dass das Tragen von Masken in Japan ganz anders als bei uns, so wie es ja auch jetzt Tabu gesagt hat, grundsätzlich erst mal freiwillig ist und lediglich empfohlen wird.

Das heißt, wir könnten sagen, ja, es mag sein, dass bei den Japanern tatsächlich kulturelle Gründe oder so wie ich am Anfang spekuliert habe, vielleicht auch genetische Gründe vorliegen, weil sie konstitutionell eben so klein und zart sind. Aber für uns stellt sich natürlich die Frage, ist das auf uns übertragbar. Und da glaube ich, ein Gewohnheitseffekt ist sicherlich vorstellbar. Wenn ich jetzt andere Länder vergleiche, die eine ähnliche asiatische Mentalität haben, also zum Beispiel die Haupttouristengruppen in Japan sind eben nicht die Europäer oder westlichen Länder, sondern es sind Chinesen als größte Gruppe und dann eben Südkoreaner. Die tragen aber keine Masken. Das heißt, die Japaner könnten noch sagen, die Chinesen werden nicht krank, die Koreaner werden nicht krank, warum sollen wir Masken tragen? Da kann man sagen, naja, haben sie sich eben so dran gewöhnt. Aber ich glaube, da gibt es noch einen weiteren Aspekt. Denn ich bin jetzt zwar zum ersten Mal mit meiner Frau in Japan gewesen, aber ich bin schon zweimal in China gewesen. Einmal 1995, das war kurz nach deren Wende sozusagen, nachdem dann Deng Xiaoping eben den China anfing zum Westen hin zu öffnen.

Rund 2018 habe ich eine dreiwöchige Rundreise dort gemacht, durchs ganze Land. Und eins kann ich sagen, sowohl 1995 als auch 2018, haben die Chinesen einen ganz anderen Eindruck gemacht als die Japaner. Auf den Straßen, in den Geschäften. Wenn man die Chinesen sieht, die sind unheimlich agil, unheimlich beschäftigt, die sind unheimlich bunt in ihrer Kleidung. In den Großstädten tragen sie alle westliche T-Shirts, moderne westliche Turnschuhe und, und, und, und. Das heißt, man sieht, dass die richtig aufdrehen, dass sie farbenfroh sind, dass sie lebendig sind. Und wenn man ins japanische Straßenbild reinguckt, dann hat man gedeckte Farben. Die älteren Frauen sind oftmals in schwarz oder weiß oder eben Brauntönen unterwegs. Die Männer sowieso in Anzug, schwarz-weiß, blau-weiß, solche Farben haben die dort.

So, und nur die jungen Mädchen, ja, die sind ein bisschen flippiger. So, die jungen Männer, ja, ich sag mal, solange die Kinder in der Schule sind, sagen die sowieso alle Uniform. Das heißt, das Straßenbild der Japaner ist konformistisch, also so wie eben hier das Video auch titelt. Konformismus, also bin ich in all den Ländern, ich bin in vielen Ländern schon gewesen im Urlaub, würde ich sagen, Japan ist ganz eindeutig das bei weitem konformistische Land, was ich jemals gesehen habe. Und insofern könnte ich mir vorstellen, wenn es bei denen eben eine langjährige Gewohnheit ist, sich an solche Sachen einzuüben, auch dann, wenn gar keine Gefahr besteht. Das könnte bei uns theoretisch auch sein, sofern wir dem konformistischen Gedankengang folgen. Und das ist natürlich eine interessante Frage, was der Konformismus ja in unserer modernen Welt für eine Funktion hat.

ob er tatsächlich auch in europäischen Kulturen so durchschlagen könnte, wie er es im Extremfall in Japan tut. Sprich, ist Japan auch für uns Europäer die Zukunft, nicht China? Also China sehe ich da überhaupt gar nicht in dem Maße konformistisch, vielleicht von oben herab, dass man sagt, Das Zentrale reagiert, aber die Bevölkerung ist ja viel individueller aufgestellt, als die Japaner es offensichtlich zu sein scheinen. Ja, dabei möchte ich es dann eigentlich auch belassen mit dieser kleinen Besprechung. Äußern Sie doch mal Ihre Meinung in den Kommentaren, sprechen Sie mal untereinander, was Sie glauben, ob meine Einschätzung zutreffend ist. Und es wird ja auch einige geben, die auch Japan und andere östasiatische Länder bereist haben oder vielleicht sogar Japaner sind oder mit Japanern verheiratet oder Japan-Kenner. Falls ich völlig falsch liege, korrigieren Sie mich bitte einfach oder zumindest tragen Sie zum allgemeinen Meinungsbild dabei.

Ich bedanke mich und freue mich, Ihre Kommentare zu lesen. Bis zum nächsten Mal. Die Welt klar sehen. Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Konformismus | freiwilliger blinder Gehorsam | Ist Japan das Modell für unsere Zukunft in Europa?“, Die Welt Klar Sehen, 08.06.2023.

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Uwe Loose untersucht Konformismus als freiwilligen blinden Gehorsam und schildert am Beispiel des weit verbreiteten Maskentragens in Japan, wie stark sich eine Gesellschaft an Gruppennormen anpassen kann. Er fragt, ob Japan ein Modell oder eine Warnung für die Zukunft Europas ist.

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