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Deutschland flieht vor der Realität? | Cocooning-Schock26.08.2023

Deutschland allgemein

Abschrift

Abschrift des Videos vom 26.08.202339 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Liebe Zuschauer, willkommen auf meinem Kanal, die Welt klar sehen. Heute möchte ich mit Ihnen über ein Thema sprechen, das ist ein Fachbegriff, der heißt Cocooning. Was damit genau gemeint ist und warum das ein Trend ist, den es zwar schon lange gibt, aber der jetzt vielleicht von besonderer Bedeutung wird und was der für Sie bedeutet und Ihnen vielleicht noch manches erklären kann, was jetzt in der Welt passiert, in der Gesellschaft, das gleich im Anschluss. Klar sehen, clever denken. Ja, bevor wir jetzt anfangen, fangen wir erst mal mit dem Begriff an und schauen mal in der allseits bekannten Wikipedia, was die eigentlich dazu zu sagen haben. So, und da lesen wir also Cocooning, kommt aus Englisch verpuppen, sich einspinnen, wird besonders von Trendforschern als eine Tendenz bezeichnet. sich vermehrt aus der Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit in das häusliche Privatleben zurückzuziehen. Davon haben wir doch alle schon mal gehört. Von Leuten kennen wir doch bestimmt auch. Der Begriff wird auch in Abgrenzung zum sogenannten Clanning, das ist die Suche nach Gruppenzugehörigkeit, verwendet. Also Clanning kommt dann wohl von Clan. Schauen wir mal, was wir hier sonst noch finden.

Eigentlich stammt er aus dem Englischen für die Verpuppung von Insekten, die sich für das Übergangsstadium zwischen der Larve und der geschlechtsreifen Imago in ein Kokon einspinnen. Also ein Einspinnungsprozess ist das jetzt quasi. Er wurde zuerst in den späten 1980er Jahren von der US-amerikanischen Trendforscherin Faith Popcorn, das ist auch ein netter Name, Zuvor war ein solches Lebensgefühl schon unter dem Begriff Cozy Home thematisiert worden, also quasi das süße Zuhause. Also auch in den 80ern ist das quasi nur eine Neuauflage eines Trendes, den es schon vorher gab. So, dann erklärte Soziologe Rust 1995 kritisch, Kokoning wurde zu Beginn der 80er Jahre erfunden und avancierte zu einem der erfolgreichsten Begriffe der publizistischen Gebetsmühlendreher. Ja, die Frage ist nur, ist das wirklich nur ein Werbetrick, ein Gag, ein Marketinggag, ein Trendbegriff oder was? Besonders in der unübersichtlichen, als bedrohlich empfundenen Welt, wie in Krisenzeiten,

So nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 oder in der Corona-Krise 2020 sei eine solche Tendenz im Mainstream verstärkt anzutreffen. Das kennen wir ja. Die Leute blieben ja alle zu Hause. Das hatten wir gerade in den Corona-Lockdown-Zeiten. Während die, die nicht Mainstream waren, die haben ja offensichtlich das Gegenteil gemacht mit Clanning und sind auf die Straße gegangen und haben gesagt, wir sind viele, wir vereinigen uns. Also genau das Gegenteil. Wirtschaft und Handel bieten eine Vielzahl von Produkten an, die den Konsumenten beim Cocooning unterstützen sollen. So melden Baumärkte und der Online-Möbelhandel 2020 besonders hohe Umsatzzahlen. Ja, das bedeutet aber, dass wir im Grunde genommen hier nicht nur einen Modebegriff haben, so eine Art Sommermode, sondern wir haben etwas, was also historisch quasi schon vor 1980 existierte, was irgendwann mal einen Namen bekam, einen eigenen oder einen neuen. Und dann lässt es sich eben an den Umsätzen der Einzelhändler zwingen.

darstellt insbesondere derjenigen, die für ein bequemes, schönes Zuhause sorgen. Das heißt, der Trend ist also messbar. Und wie sich das also seit den 80er Jahren oder zumindest in den letzten Jahren entwickelt hat, das schauen wir uns mal an. Ich habe mal eine kleine Presseschau versucht zu machen, um für uns alle die Möglichkeit zu bieten, dass wir mal ein Gefühl dafür kriegen, was es mit diesem Cocooning auf sich hat. Ja, wir schauen einfach mal in eine kleine Zeitungssammlung rein, die ich gemacht habe, wobei wir jetzt nicht jeden Artikel reingucken. Uns reicht uns eigentlich, wenn wir mal die Überschriften aus den letzten zehn Jahren uns anschauen, Schweizer Tagblatt schreibt 2013, im öffentlichen Leben verziehen sich immer mehr Menschen in ihren Korken. 2017 der Deutschlandfunk, Rückzug ins Private, Flucht vor den Problemen der Welt. Springer schreibt 2018, Cocooning unser Zuhause als digitale Lifestyle-Drehkreuz.

Dann haben wir noch eine Hausarbeit, die 2019 von einem Studenten gemacht wurde. Lifestyle-orientierte Nachhaltigkeit in der Konsumgesellschaft. Im Sommer 2020 schreibt das Handelsjournal zwischen Cocooning und Outdoor-Boom Kaufverhalten in der Corona-Krise. Sechs Wochen später die Welt. Corona-Cocooning bewahrt die Möbelbranche vor dem Absturz. Herzlichen Glückwunsch. Und MotorLine hat eine Studie gemacht, Cocooning trennt im Auto. Das heißt, das Auto, ich habe den Artikel gelesen, wird also auch zu einer Art fahrendes Wohnzimmer. Vielleicht kennen Sie jemanden, der sein Auto gerne fährt, weil es dort so gemütlich ist, weil man seine eigene Musik hat, man hat seine bequemen Sitze, man hat allen Luxus, allen Schickimicki, hat seine kleine Kommunikationszentrale. Warum sollte man noch mit irgendjemandem Kontakt aufnehmen, persönlich? Ja, dann 2021 in einer psychologischen Zeitung, Psychologiker heißt sie, Social Cocooning,

Nee, Zukunftsinstitut. Social Cocooning als Bestandteil der Megatrend-Map innerhalb der Megatrends-Individualisierung. Das können Sie sich gegebenenfalls selber angucken. Das ist ganz interessant. Also da hat ein Institut, ein Trendforschungsinstitut, die haben ja Megatrends entwickelt, ganz viele. Und da ist Cocooning einer von denen, einer von den Haupttrends. So, und wo der dort angesiedelt ist, können Sie in der Map mal sehen. Natürlich, ich sag mal, sind jetzt solche Grafiken nicht besonders erhellend, aber sie machen trotzdem Spaß, mal reinzuschauen. So, dann schreibt Psychologica im selben Monat Social Cocooning ein Megatrend. Die haben von denen da abgeschrieben. Das gleiche Emotion.de im Oktober 2021, Social Cocooning, der Trend zu Hause zu bleiben. Dann dasselbe bei Desired.de, darum erlebt dieser Trend einen Megaboom. Und dann im Februar 2022, Social Cocooning, wie wichtig ist unser Zuhause, schreibt Utopia.de im Mai 2022, Cocooning, das steckt hinter dem Trend von Fokus.

Im August ist Cocooning in Corona-Zeiten zu Hause. Es ist am schönsten, schreibt Haus.de. Dann gibt es eine neue Studie. Krisen führen zur Revival des Cocooning. Gucken wir jetzt nicht rein, erzähle ich Ihnen ganz allgemein was zu. Dann Brigitte.de im Dezember 2022, was hinter dem Wohntrend Cocooning steckt. Statista.de hat das auch erfasst und zwar im Januar 2023. Möbel und Einrichtungen von Cocooning bis Hygge und es gibt verschiedene Einrichtungsstile. Und dann eben die Rheingold-Studie, eine Marktforschung vom Juli 2023, Deutsche auf der Flucht vor der Wirklichkeit. Und darüber möchte ich mit Ihnen hauptsächlich reden, nämlich über diese Rheingold-Studie. Wir sehen jetzt in diesen zehn Jahren sind quasi jede Menge Informationen, Berichte gefolgt. Aber es sind eigentlich nur zwei oder drei Studien gewesen. Und bei der einen Studie haben gleich vier, fünf Zeitungen aufgesattelt. Und das ist jetzt schon ein paar Jahre her. Und jetzt kommt eine neue Studie von dem Marktforschungsinstitut Rheingold. Und da schauen wir mal rein, was die denn jetzt ganz aktuell, also Juli 23, herausgefunden haben. Rheingold-Institut, um was handelt es sich da? Schauen wir mal auf deren Webseite drauf.

Also hier sehen wir Köln, San Francisco, Shanghai, sind also international tätig. Wir schauen jetzt nicht ins Detail rein, weil das nicht ganz so wichtig ist. Ich sage Ihnen die wichtigsten Positionen, ansonsten können Sie den Rest selber sich dort eben ergründen. Was Sie dort machen, ist im Grunde genommen, Sie sind seit 2008 ein GmbH und CoKG, ist neu gegründet eben. Institut für qualitative Markt- und Medienanalysen mit Hauptsitz in Köln. Da gibt es dann eben fünf Kommanditisten oder sechs, die eben dort das Sagen haben, in einer Verwaltungsgesellschaft sind. Und was ist deren Thema? Thema ist, dass sie sich spezialisiert haben auf national und internationale, tiefenpsychologische Kultur-, Markt- und Medienforschung. Und Sie zählen zu den renommiertesten Adressen der qualitativ-psychologischen Wirkungsforschung. Das heißt, das ist jetzt natürlich deren Eigendarstellung, ob sie tatsächlich denn so toll sind, sei mal jetzt dahingestellt, aber zumindest machen Sie das so.

Das Rheingold-Institut bietet, ich zitiere jetzt wieder aus deren Texten, tiefenpsychologische Marktforschung, digitale Tools, quantitative Methoden, unverfälschte Einblicke in die seelischen Zusammenhänge ihrer Kunden. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung, das heißt, das Institut gibt es erst seit 2008, aber die Betreiber, die sind dann eben schon ein bisschen älter, denn um 30 Jahre Erfahrung zu haben, wird man ja mindestens 50 oder 60 Jahre alt sein. Mit jährlich rund 5.000 geführten Tiefeninterviews und einem hochqualifizierten Team aus Psychologinnen sorgt das Institut für starke Impulse und Lösungen für das Business seiner Kunden. Gut, wollen wir das mal glauben? Die Frage ist jetzt also, was ist eigentlich deren tiefenpsychologischer Ansatz? Nämlich, dass man sich auf die Erforschung unbewusster seelischer Vorgänge konzentriert. Prozesse, die einen maßgeblichen Einfluss auf das menschliche Erleben und Verhalten haben.

Die auf der Tiefenpsychologie basierenden Therapierechtung nennen sich tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapien. Das heißt, wir haben also hier jetzt ein Unternehmen, was nicht einfach nur Leute befragt, sondern eine besondere Art der Befragung macht, um in deren Psyche hineinzugucken und deren tiefsitzenden, tiefenpsychologischen Motive und Beweggründe zu ergründen. Ja, und zu welchen Ergebnissen gekommen sind, das werden wir jetzt gleich Wir schauen jetzt einfach mal in die Studie rein. Das heißt nicht in die gesamte Studie, sondern in den Bereich, der eben die Zusammenfassung von Seiten der Verfasser der Studie selber ist. Und dann werden wir mal schauen, ob wir das für uns analysieren können. Deutschland auf der Flucht vor der Wirklichkeit heißt es hier. Zwei Drittel der Bevölkerung misstrauen der Regierung und ihrer Politik. Zukunftszuversicht scheint nur noch im Privaten möglich. Festgefahren zwischen Klimawandel und Krieg ist ein Großteil der Bevölkerung mit Blick auf Politik und Gesellschaft desillusioniert und reagiert auf die gespürte Aussichtslosigkeit mit einer Flucht ins private Glück.

Zitat. Zitat. Die Erkenntnisse der Studie kann man als dramatisch bezeichnen. Eine tiefe Resignation gegenüber der Politik und unseren Zukunftsmöglichkeiten, wie sie sich hier zeigt, bedroht unser nationales Zusammenleben. Wir sehen zu, wie ein ganzes Land vor der Wirklichkeit in Deckung geht, während sich die Verantwortlichen in der Berliner Politik in klein, klein verheddern. Ja, das ist natürlich, wenn das jetzt der Tenor ist, dass man sagt, der Bürger flieht vor der Verantwortung, dann kann man das natürlich so sehen. Andererseits kann man es aber auch anders sehen. Denn dieser Tenor, den jetzt hier der Paul J. Kohles, der Vorsitzende des Auftraggebers der Identity Foundation gewählt hat,

geht ja von einer stillschweigenden Voraussetzung aus, nämlich, dass der Bürger, das Volk, sich in der Gesellschaft bewegen müsste. Aber warum sollte es das tun? Wo ist denn da die Norm? Denken wir doch mal in den Parametern, was ist. Was ist das Minimum, was ist das Maximum? Es gibt ja, wenn man sagt, auf der einen Seite haben wir die Gesellschaft, die Außenwelt, und auf der anderen Seite haben wir die Innenwelt, meinetwegen die Familie oder das Heim, dann gibt es ja verschiedene Arten und Maßstäbe des Öffnungsgrades. So, der eine Extremfall ist, dass beide Positionen gleich stark gelebt werden, nach dem Motto, einen Teil meines Lebens verbringe ich dadurch, dass ich gucke, was in der Gesellschaft los ist, und einen Teil verbringe ich dadurch, dass ich mich um mich selbst kümmere. Dann gibt es das andere Extrem, also das wäre jetzt quasi der Mittelweg, und das andere Extrem ist, ich lebe nur in der Gesellschaft,

Das heißt, ich kümmere mich gar nicht um mich selbst, sondern ich versuche nur, die Anforderungen der Gesellschaft zu erfüllen. Die dritte Variante ist nämlich das zweite Extrem. Ich kümmere mich überhaupt nicht um die Gesellschaft, sondern ich kümmere mich nur noch um mich selbst. Und wer jetzt will beschließen oder festlegen, was jetzt richtig sei. Selbst wenn man sagt, in der Mitte, das sei ja die Norm, dann gibt es doch zu den Rändern immer noch Dinge, die dann zwar von der Norm abweichen, aber die Norm ist doch nur ein Mittelmaß. Und ist es nicht immer so im Leben, dass wenn die Außenwelt angenehm und schön ist, dann gehen die Menschen nach draußen? Gucken Sie doch mal, wenn zum Beispiel... In warmen Ländern. Warum macht man am Mittag zu, weil es unangenehm ist? Dann macht man die Läden zu, dann geht man nach innen in sein Haus, dann macht man Siesta. Und abends, wenn es angenehm warm ist, aber nicht mehr so brütend heiß, dann geht man nach draußen, sitzt bis nachts auf der Straße. Das ist doch ganz normal. Und insofern gibt es doch gar keine Norm, die sagt, du musst nur genau so und so machen. Sonja, stellen wir uns das doch bitte mal vor in einer

Ja, Wettersituation. Was machen wir denn im Sommer? Da ist es schön, dann gehen wir nach draußen zum Schwimmen. Was machen wir im Winter? Ja, wer Skisportler ist, geht auch nach draußen. Aber alle, die nicht Schneefans sind, die ziehen sich warme Jacken an und bleiben zu Hause. Was machen wir, wenn der Sturm kommt? Rolle hinunter, wir schließen uns ein. Und was bitte soll daran falsch sein? Was ist es, wenn viele Menschen zum Beispiel auf den Gedanken kommen, dass was jetzt in der Welt läuft, ist wie so eine Art globaler oder nationaler Sturm? Was ist falsch daran, frage ich jetzt solche Studienexperten, dass Menschen sagen, solange der Sturm wütet, ziehe ich mich zurück, ich sichere mich, ich kümmere mich um meine eigenen Angelegenheiten und irgendwann mal hoffe ich, ist der Sturm vorbei und dann gehe ich wieder nach draußen. Was bitte soll daran sein? Doch schauen wir einfach mal weiter an. Auch noch Vertrauen in die Politik. Zwischen persönlicher Zuversicht der Deutschen und dem Vertrauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft herrscht eine große Diskrepanz. Drei Viertel

Wir 18- bis 65-Jährigen haben das Gefühl, dass unsere Politiker keine Ahnung haben von dem, was sie tun. 86 Prozent sind der Meinung, dass die politikübergreifende Lösung für all die bestehenden Herausforderungen Die Klimakrise, Inflation, gesellschaftliche Ungleichheiten entwickeln muss, weil diese Krisen nicht individuell von den Bürgern und Bürgerinnen bewältigt werden können. Ja, also, was jetzt mal ganz von der Logik her betrachtet, im normalen Leben ist das auch so. Wenn man selber den Eindruck hat, ich kann doch gar nichts tun. Warum um Himmels Wellen soll man sich mit Problemen beschäftigen, an denen man nichts tun kann? Das einzige, was man dadurch bekommt, sind Kopfschmerzen und Depressionen. Weil man immer wieder sagt, ich stehe vor einer dunklen Wand, ich stehe vor einem Sturm, ich stehe vor einer Katastrophe, aber tun kann ich nichts. Ja, was soll das? Das heißt, das ist doch eine ganz natürliche Reaktion. So, weiter im Text.

Doch weil die Politik in ihren Augen dabei versagt, vertrauen nur 34 Prozent der Regierung. Das ist zwar noch kein völliger Abgesang auf die Demokratie. Den 83 Prozent stimmen zu, Zitat, auch in diesen Zeiten politischer Herausforderungen bin ich überzeugt, dass unsere Demokratie nach wie vor die beste Lösung ist. Doch die Kluft zwischen der wahrgenommenen Leistungsfähigkeit amtierender Politiker und dem, was die Bevölkerung als politisch notwendig erachtet, ist immens. Zitat Ende. Das führt dazu, dass nur 23% beim Blicke auf die Politik Zuversicht empfinden und 56% der Befragten stimmen der Aussage zu, wenn ich die Entwicklung der Politik und gesellschaftlichen Stimmung in Deutschland so betrachte, würde ich am liebsten auswandern. Zitat. Die große Mehrheit von 87% findet Zuversicht inzwischen vor allem im persönlichen Umfeld, in der Familie, bei Freunden und Bekannten. Also genau, was ich gesagt habe. Man kümmert sich nicht um die Lösung der unlösbaren Probleme, für die man nicht zuständig ist, sondern man kümmert sich um das, was im eigenen mächtigkeitsbereit liegt.

Nächster Abschnitt. Die Politik bietet keine übergreifende Perspektive, die die Gestaltungskraft der Bevölkerung aktiviert. 73% sind zuversichtlich in Feldern, in denen ihre Selbstwirksamkeit Früchte trägt, beispielsweise bei der Arbeit, im Studium oder in der Ausbildung. 60% schöpfen Kraft daraus, aktiver Teil einer sozialen Gemeinschaft zu sein und 43% wären im Ehrenamt wurde ein Verein tätig, engagieren sich politisch für die Umweltbelange, um ihren Beitrag zum Gemeinwesen zu leisten. Eine Mehrheit von 73 Prozent stimmt zu, dass sich vieles ändern muss und sagt, dass der Einsatz von jedem Einzelnen entscheidend ist, um die gesellschaftlichen Herausforderungen zu stemmen. Was zu fehlen scheint, um diese Bereitschaft zum Anpacken zu mobilisieren, ist eine übergreifende Perspektive der Politik, die Wege für ein gemeinsames Handeln aufzeigt. Soweit so klar, wenn die Politik versagt, dann muss der Bürger, zieht er sich eben zurück und kümmert sich um seinen eigenen Scheiß sozusagen.

Krisenverdrängung als Schutzschild. Bereits 59 % fühlen sich von den Krisenlagen der Gegenwart überfordert und 68 % ziehen sich mehr zurück und mögen es, ihre Ruhe zu haben. Nur 39 % sagen von sich, dass sie sich noch ausführlich über das Weltgeschehen informieren, während 11 % die Konzentration auf das eigene Leben als wichtiger empfinden als Politik und Nachrichten. Die fünf Themen, von denen Die von den 18- bis 65-Jährigen als besonders dringlich wahrgenommen werden, sind vor allem jene, die sich am unmittelbarsten auf das persönliche Leben auswirken. Inflation, Altersarmut, Klimawandel, bezahlbarer Wohnraum und die Energiekrise. Viele übergreifende politische Fragen und globale Bedrohungen werden der direkt erlebbaren gegenwärtigen persönlichen Betroffenheit untergeordnet. Ja, dann möchte ich mal sagen, erinnern Sie sich an viele meiner Ausführungen, die ich auf meinem Kanal oder bei Interviews mit Eliath hier gemacht habe, gesagt, die Leute fangen erst dann an, irgendetwas zu ändern, wenn sie persönlich betroffen sind. So, jetzt ist aber die Frage, wenn sie betroffen sind, sprich wenn das Leid, was sie von außen erfahren oder die Ohnmacht entsprechend groß ist,

Was machen sie dann? Wenn sie Handlungsoptionen haben, dann üben sie die aus. Aber wie sich eben laut dieser Studie dattet, haben sie keine Handlungsoptionen, weil die Macht für die gesellschaftliche Veränderung wurde ja durch politische Wahlen nach oben abgegeben. Das heißt, man hat die Macht delegiert und diejenigen, die vertrauensvoll mit dieser Macht umgehen sollten, tun das eben nicht. Das heißt, der Bürger kann dann also nichts tun. Aus seiner subjektiven Wahrnehmung heraus. Das heißt, er zieht sich in sich zurück und bewältigt logischerweise die Außenweltprobleme nicht. Jetzt wird aber hier argumentiert, insgesamt führen Krisenverdrängung und die Hinwendung zu Privaten dazu, dass eine Mehrheit für einen übergreifenden Wandel nicht mehr ansprechbar ist. Nur 47% sagen von sich, mein persönliches Engagement ist entscheidend, um die gesellschaftlichen Herausforderungen zu stemmen. Die durchwachsene Gefühlslage der Deutschen lässt ihre Zukunftszuversicht stark sinken. Zwischen großem privaten Optimismus, 87%, und nahezu gleich ausgeprägten politischen Pessimismus, 77%, blicken lediglich 55% eher zuversichtlich in die Zukunft.

Das bedeutet also, dass wir hier quasi den Ausdruck von Ohnmacht haben. Und natürlich kann man sagen, die sollten nicht ohnmächtig sein. Aber was haben sie denn für eine Wahl? Was genau sollten sie denn tun, wenn sie selber das Gefühl haben, ohnmächtig zu sein? Also die Frage muss man ja solchen Studienanalysten stellen. Vielleicht schauen wir doch noch mal ein bisschen weiter im Text hier. Top-2-Wert, Summe, achso, vertiefende psychologische Erkenntnisse der Studie. Private Zuversicht hat einen gesellschaftlichen Preis. Der Rückzug etwa der Hälfte der Bevölkerung in private Welten geht einher mit einer resignativen Haltung in Bezug auf die eigenen gesellschaftlichen Einwirkungsmöglichkeiten. Zitat, dem Deutschen gelingt die Maximierung ihrer Zuversicht durch die Minimierung ihres Gesichtskreises, Zitat, kommentiert der Psychologe Stefan Grünewald, Grünewald-Studienleiter und Gründer des Rheingold-Instituts. Zitat, auf der Strecke bleiben durch diesen Umgang mit den Krisen gesellschaftliche Verantwortungsübernahme,

wie auch eine konstruktive Gesprächskultur. Gut, weiter möchte ich hier in diesem Text jetzt gar nicht gehen, weil ich glaube, wir haben jetzt verstanden, worum es geht. Und dass eben die Menschen ja zu Hause sein wollen. Die Frage ist nur, ist das jetzt wirklich so schlimm, wie jetzt Grünewald und die anderen Studienautoren dort meinen? Denken Sie doch bitte daran, dass dieser Trend ja seit den 80ern existiert. So, jetzt ist er besonders stark aufgetreten. Und wird der überhaupt nennenswert zurückgehen? Jetzt mal ganz von der Logik her. Ich will das mal an einem Beispiel festmachen. Was ist mit dem Auto als fahrendes Wohnzimmer, als fahrendes Zuhause? Das gab es ja früher nicht so. Da waren die Autos nicht ganz so bequem. Die hatten nicht diesen Luxus. Dass man beim Fahren mit der ganzen Welt verbunden ist und eine Quadrophonie, Kopfhörer oder Soundanlage hat und, und, und. Das gibt es doch alles erst seit 10, 15 Jahren mit zunehmendem Maße. So, seit wann haben wir alle so tolle Lieferservices, die einem ja auf Zuruf innerhalb von 24 Stunden was liefern. Und wenn es einem nicht gefällt, geht es am nächsten Tag wieder zurück.

Das heißt, wir haben noch gerade durch diese Digitalisierung den realen Effekt, dass der Mensch immer weniger Notwendigkeit sieht, überhaupt nach draußen gehen zu müssen, durch die Digitalisierung. Die Kommunikation, damit meine ich jetzt nicht nur Videokonferenzen, sondern auch Bildungsmaßnahmen und, und, und. Jeder kann sich sein eigenes Programm auf Lernplattformen und so weiter zusammensuchen. Das heißt, es ist doch mit der Digitalisierung von spätestens der Trend eingetreten, dass die Menschen durch diesen Trend bedingt sowieso immer mehr weiter zu Hause bleiben. Wenn dieser Trend sich jetzt durch Krisen noch zusätzlich verstärkt, dann gibt es natürlich eine stärkere Bewegung nach innen. Sobald die Krise aufhört, geht es wieder nach außen. Wenn die Fußballspiele wieder zulässig sind, dann gehen die Menschen nach draußen und feiern. Wenn die Fernreisen wieder zulässig sind, dann fliegt man wieder halb um den Globus. Taucht die nächste Krise auf, Klima, Pandemie oder sonst nicht was, dann geht das alles wieder rückwärts. Aber der Grundtrend ist doch,

Weil das Leben auf Knopfdruck von jedem Einzelnen immer leichter gemanagt werden kann, er diese Macht als Knopfdrücker in seinem Leben auch weiter ausnutzt. Das heißt, egal ob Krisen oder nicht, ich prognostiziere, dass der Cocooning-Trend ein langfristiger Trend ist, der sich immer mehr verstärken wird, je mehr die Technik sich entwickelt. Und zusätzlich kriegt er noch so einen Booster, wenn eben eine Krise da ist. Was bedeutet das? Das bedeutet, dass all diejenigen Menschen, die glauben, sie müssten Menschen nach außen ziehen in die Gesellschaft, zum Beispiel durch Parteien, zum Beispiel durch Gruppenveranstaltungen, wie zum Beispiel auf der anderen Seite des Mainstreams mit Protestbewegungen. Diese Leute arbeiten gegen einen gesamtgesellschaftlichen Trend. Das heißt, das sind quasi Organisationsmodelle, die gegen den kollektiven, unterbewussten Trend der Bevölkerung läuft. Denn dieses Institut Rheingold, die sind ja Unterbewusstseinsforscher. Die fragen ja nicht die Leute nach einer Meinung, sondern ergründen, warum die zu dieser Meinung kommen.

Gut, schauen wir mal, ob wir hier in diesem Text vielleicht doch noch etwas anderes Interessantes finden. Wir befassen uns also jetzt mit dem nächsten Unterpunkt in der ausführlicheren Analyse, nämlich die Ängste der Deutschen im Detail. Die Angst vor einem Autonomieverlust ist die drängendste Angst. Sie zeigt sich in zunehmenden Ohnmachtsgefühlen und fehlenden Gefühlen der Selbstwirksamkeit. Das heißt, wer den Menschen was Gutes tun will, Er sollte daran arbeiten, deren Selbstwirksamkeit zu erhöhen. Was das ist und wie man das macht, das werde ich übrigens in meinem neuen Kanal in ein, zwei Monaten mal darstellen. Dann werde ich vielleicht ein neuer Trendsetter werden, der sich für diese Dinge als einer der Ersten eingesetzt hat. Dann die Angst vor dem sozialen Klimawandel. Politische Radikalisierung von rechts und links werden mit Sorge beobachtet. Der Wille zu Kompromissen fehlt, wodurch das Gefühl der Spaltung wächst. Vom Gemeinschaftsgefühl um gegenseitige Unterstützung wie in den Anfängen der Corona-Zeit ist kaum etwas geblieben.

Die Angst vor Systemverlust macht sich an einem gefühlten Niedergang Deutschlands fest. Politiker streiten, die Wirtschaft strauchelt, Bildungsdefizite eine marode Infrastruktur vervollständigen. Das desolate Bild. Und die Angst vor dem globalen Klimawandel ist die Angst, die vielen Menschen bislang am wenigsten nahekommt. Am wenigsten. Ja, aber dafür wird doch quasi mit am meisten Marketing gemacht. Die Klimakrise rückt erst, denn... rückt erst in den Blick, wenn Dürre, Brände oder Überflutungen die eigene Welt bedrohen. Viele sehen sich insgesamt insgeheim als Krisenprofiteure, weil beispielsweise der milde Winter dabei hilft, Heizkosten zu sparen, und viele hegen zudem die Hoffnung, die volle Wucht der Klimakrise noch entkommen zu können. Daher polarisiert das Thema Klima stark in der Bevölkerung. Für nur 43 Prozent gehört die Klimakrise zu den fünf derzeitig wichtigsten Krisen. Das heißt, 57 Prozent halten sie nicht für die wichtigste Krise. Es gibt aber nicht nur Negatives, sondern auch Positives, nämlich die drei zentralen Quellen der Zuversicht.

Die trotz der vielen Krisenerfahrungen überraschend hohe private Zuversicht speist sich aus drei Umgangsformen. Räumliche und zeitliche Wohlfühloasen schaffen. Das eigene Zuhause wird kontinuierlich verschönert oder man organisiert kleine Fluchten in den Urlaub oder in die Natur. 93% geben an, dass sie es sich daheim so schön wie möglich machen, um sich einen sicheren Rückzugsort zu schaffen. 87% gehen in die Natur und finden dort ihre Ruhe. 76% gelingt es, im Urlaub ihre Sorgen zu vergessen und sich mit Zuversicht aufzuladen. Die Fähigkeit, sich im Privaten behaglich zu machen, ist abhängig von individuellen Wohlstandsressourcen, wobei nur jeder Vierte glaubt, dass sich die eigene wirtschaftliche Situation verbessern wird. Also die Wohlfühloase zu Hause, dann die sozialen Bauwerke. Seit der Corona-Pandemie rücken kleine, aber enge soziale Kreise aus Gleichgesinnten immer stärker in den Fokus. Für 84 Prozent hat das soziale Miteinander mit Freunden und Familie an Bedeutung gewonnen und 60 Prozent schöpfen Kraft und Freude daraus, Teil einer sozialen Gemeinschaft zu sein. Die kleinen Gruppen, die sich über Krisen hinweg als stabile Bezugspunkte erwiesen haben, werden gut gepflegt. Allerdings werden die Gemeinschaften immer hermetischer, sprich sie schließen sich immer mehr ab.

und grenzen sich von anders denkenden Menschen, die anstrengend sind, weil sie eine andere Meinung oder Haltung vertreten, werden oft aussortiert. 3. Die Selbstmodellierung. In einer komplexen und krisenhaften Welt wird für viele das eigene Ich zum Drehpunkt der Selbstwirksamkeit und Zuversicht spendende Erfolgserlebnisse. Die Selbstmodellierung kann körperlich über Sport, Fitness oder Schönheitspflege erfolgen. Seelisch stärken sich viele über Yoga, Achtsamkeit und Meditation. Für 79% ist es wesentlich, bewusst für Entspannung zu sorgen, um die Herausforderungen des Lebens besser ertragen zu können. Auch die eigene Intuition und Lebenserfahrung wird für viele zum Wegweiser durch den Alltag. Das ständige Kreisen um sich selbst birgt jedoch die Gefahr, in der Selbstbezüglichkeit steckend zu bleiben. Ja, das ist natürlich klar. Aber wir reden eben hier, dass entgegen dem, was oftmals so in der Öffentlichkeit dargestellt wird, das soll sein, es ist alles hoffnungslos, alles hoffnungslos, alles hoffnungslos. Das ist nicht so.

Hoffnungslos ist es nur draußen, aber drinnen wird es immer besser, sodass da eine Diskrepanz zwischen drinnen und draußen ist. Das ist klar. Aber denken Sie bitte auch mal an all die Monologe, die ich bei Elina T. gehalten habe, wo ich gesagt habe, Im Menschen, da gibt es so ein Kraftzentrum, da gibt es so eine Kraftquelle. Die ist aber verborgen unter tausend Schutzpanzern von Konsum, von Vergnügen, von Äußerlichkeiten, die in der äußeren Welt sind. Und wenn durch äußere Krisen diese Panzer Schritt für Schritt weggenommen werden, dann kommt der innere Kristallkern Schritt für Schritt langsam hervor. Man fängt an, selbst wirksam zu werden. Was kann ich tun? Wenn andere nichts tun, dann kann ich doch nur selber was tun oder ich mache eben gar nichts. Das heißt, wir sehen ganz klar, dass der Druck von außen, dieser gesellschaftliche, dazu führt, dass im Grunde genommen die Gesellschaft zwar schwächer wird, weil der Einzelne sich nicht mehr daran beteiligt,

Aber die Individuen werden für sich selbst stärker, denn sie profitieren jetzt davon, dass sie konkrete Handlungsbereiche haben, wo sie was tun können für ihre Wohnung, für ihr Auto, für ihre Freunde, für ihre Gesellschaft, die sie da noch pflegen, die wenigen. Das heißt, wir sehen, dass es eben nicht ordnungslos ist. Schauen wir noch mal weiter. Hoffnung ist auch hier im Text das nächste Wort, nämlich die Erlösungshoffnung. Die Erlösungshoffnung geht mit dem Wunsch einher, das bisherige Leben ohne großen Verzicht und Umstellung weiterführen zu können. Logisch, das wäre das bequemste. Die größte Hoffnung liegt dabei im Fortschrittsglauben. Nach dem Motto, in der Zukunft wird alles besser werden. Künstliche Intelligenz, die Medizin und neue Technologien sollen die großen Probleme der Zeit lösen. Vertraut und gehofft wird auch auf die menschliche Vernunft oder auf die junge Generation, an die man die Zukunftsaufgaben delegiert.

Eine Variante des Gottvertrauens findet sich auch darin, dass 63 Prozent der Menschen sich damit trösten, dass alles, was wir tun, am Ende einen Sinn hat. Ja, das ist natürlich ganz interessant. Wie heißt es doch so schön? Am Ende wird alles gut. Wenn noch nicht alles gut ist, ist es noch nicht das Ende. Und ich denke, diese Art von Vertrauen in die Zukunft und sich nicht die Zukunft madig machen zu lassen, die ja keiner kennt, von dem, nur weil die Gegenwart nicht so überzeugend ist, das ist doch auch schon was wert, nicht wahr? Ist doch ein positiver Charakterzug. Wenn man sagt, ich glaube daran, dass die Zukunft besser wird und nicht, ich glaube daran, dass die Zukunft noch viel schlimmer wird. Wollen wir mal weiter im Sechsten gucken. Eine zweite Erlösungsform ist der Glaube an eine rettende Instanz, die dafür sorgt, auserkorene Sündenböcke zu stigmatisieren und auf diese Weise Negatives abzuwenden. Diese Form geht mitunter mit einem empörten Aktivismus und der Bildung von Verschwörungserzählungen einher.

Ja gut, das bezieht sich jetzt natürlich, also im Grunde genommen die Erlösungshoffnung für den Mainstream, der sagt, es wird irgendwann mal eine Zukunft besser und dann eben die auf der Protestseite, so interpretiere ich das mal, weil hier steht ja Verschwörungserzählung, dass eben Leute sagen, da müssen bestraft werden, die müssen verhaftet werden. Ja, warum müssen die das? Also die Zeit heilt alle Wunden und es gab immer Krieg, es gab immer Gemeinheiten, es gibt immer Herrscher, die das Volk platt gemacht haben, wer von denen wurde bestraft und und und. Ist es überhaupt möglich, solche Leute zu bestrafen? Also jetzt mal angenommen, die Verschwörungstheorie stimmte, nämlich dass die alle miteinander verletzen. Wer bitte soll die denn bestrafen? Das ist doch eine utopische Vorstellung. Die Bestrafen sich doch nicht selbst, oder? Ja, schauen wir mal weiter. Der Ablasshandel. Der Ablasshandel stützt die eigene Passivität durch kleine Opferleistungen. Die basalste Form ist die bürgerliche Pflichterfüllung. Man tut seine Arbeit, zahlt brav seine Steuern und hat damit seine Zukunftsschuldigkeit getan. Ja, logisch, guter Bürger zu sein. Was ist daran falsch, ordentlich zu arbeiten und seine Steuern zu zahlen? Eine zweite Form zollt der krisenhaften Welt Tribut durch kleine Verhaltensanpassungen. Etwa durch den Verzicht auf Fleisch, den Umstieg aufs Fahrrad.

Oder eine Reduktion des Fliegens an die Dritte, jedoch eher seltene Form, ist der aktive politische Einsatz für eine bessere globale Zukunft, die mit größeren persönlichen Opfern oder Einschränkungen einhergeht. Auch hier sehen wir, da sind wir bei dem Thema politische Aktivität, da haben die Leute kein Interesse dran. Warum? Weil es auch nicht der Geschichte der Menschen entspricht. Das menschliche Gehirn, die ganze menschliche Gesellschaft, ist auf Effizienzsteigerung ausgelegt. Das heißt, dasselbe Ergebnis mit weniger Aufwand zu erreichen. Daher haben wir irgendwann mal die Arbeitsteilung in der Gesellschaft entwickelt, sodass nicht jeder alles machen muss. Politik heißt, dass jemand auf einer höheren Ebene sich Gedanken über das Gemeinwohl macht. Dafür ist er bezahlt, dafür ist er gewählt. Wenn man das alles selber machen wollte, dann könnte ja man seine eigene Arbeit nicht machen. Das heißt also, es ist völlig klar, dass der Bürger sagt, das ist nicht meine Verantwortung. Ich kann das auch nicht. Ich will mich auch nicht dafür interessieren. Also insofern alle, die an alternative Parteien denken, egal jetzt welche, ob es ganz kleine sind oder ganz große.

Denken Sie mal daran, die Masse der Bürger interessiert das nicht. Die will allenfalls einmal wählen gehen und dann will die davon nichts mehr wissen. Die will nicht mitbestimmen. Die will nicht basisdemokratisch mitregieren. Die will auch nicht an jedem Parteitag teilnehmen. Denken Sie mal, wie groß die Parteien sind. und wie groß die Parteianzahl der Mitglieder von Parteien ist gegenüber der Gesamtbevölkerung. Das heißt, das sind ja nur ganz, ganz minimal wenig Leute, die über ganz viele Multimillionen, 83, 84 Millionen politisch entscheiden. Und was haben wir denn noch? Gucken wir mal hier noch weiter im Text. Das ästhetisierte Ab- und Eintauchen. Das Eintauchen in Musik oder die Auseinandersetzung mit Kunst eröffnen neue Perspektiven und gesellschaftliche Bewegungsräume. Der Kinoabend, der Besuch einer Ausstellung oder eines Theaterstückes kann den Blick weiten für die Welt da draußen. Die Ästhetik kann daher ein inspirierender Wirkungsraum für die Entstehung neuer Ideen, Zuversichten oder gesellschaftlicher Visionen sein, die über den Horizont des persönlichen Lebenskreises hinausweisen.

Allerdings berichten die Befragten, dass sich vor allem seit der Corona-Zeit zunehmend das kreative Eintauchen durch das selbstbezügliche Abtauchen ersetzen. Vor allem Serien auf Netflix oder soziale Medien wie TikTok haben betäubende, tröstenden Charakter. Man begibt sich in mediale Welten, die eher der Selbstbespiegelung dienen, als den Perspektivwechsel zu fördern. Zudem entwickeln vor allem Medien wie Netflix eine fiktionale Hermetik, da man nicht mehr mit Nachrichten oder Dokumentationen konfrontiert wird, die den Blick auf die Welt da draußen richten. Sie stabilisieren dadurch auf unterhaltsame Art und Weise die Realitätsverdrängung und die Minimierung des Gesichtskreises. Ja, das ist wieder diese negative Bewertung, als ob es das früher nicht auch gegeben hätte. Früher hatten wir nicht die Netflix-Serien. Früher hatten wir Dinge, wie hießen die noch? Bücher, richtig, Bücher hießen die. Oder hatten wir Sportvereine. Ich bitte Sie, jemand, der immer zum Fußballspielen geht und dann noch am besten fünfmal die Woche, also am Wochenende geht er zum Turnier und in der Woche trainiert er jeden Tag zwei Stunden.

Wann bitte soll der jetzt Zeit haben, sich mit gesellschaftlichen Themen zu beschäftigen? Das ist doch genau so eine Verdrängung. Jemand, der tausend Bücher zu Hause stehen hat und jedes Jahr kommen noch 200 dazu, der vergräbt sich doch auch in geistigen Welten, die mit der Realität da draußen gar nicht so viel zu tun haben. Der schließt sich ab und macht... Gesprächsgemeinschaften mit Leuten, die sich für seine Sachen interessieren. Der Sportfreund hat seine Sportkollegen, der Bücher erworben hat, diejenigen, die in seinem Lesekreis drin sind. Also es ist doch überhaupt gar nichts Neues. Das heißt, wenn ich jetzt also mal zu dem Fazit komme zu dieser Studie, eigentlich sagt sie nichts Neues, aber sie begründet nicht wirklich, warum der Cocooning-Trend sich verstärkt. Ich sage, es liegt nur sekundär an den Krisen. In Krisen gibt es immer, dann öffnet man sich wieder und bis zur nächsten Krise, dann schließt man sich wieder. Das ist so wie irgendwie so eine Blüte. Nachts geht sie zu, tagsüber geht sie auf. So muss das Ganze Wochen, Monate und Jahre dauern, so ein Öffnen- und Schließungsprozess. Aber es ist eben eine Rhythmik drin.

So, mal gibt es harte Winter, mal gibt es keine harten Winter. So, da ist überhaupt nichts Ungewöhnliches dran. Aber was sehr wohl ungewöhnlich ist, ist eben die Technisierung, die uns Schritt für Schritt immer weiter in die Isolation und Vereinsamung drängt, nur weil es eben auch immer bequemer wird. Und genau auf die setzen ja auch die Bürger, dass sie hoffen, die wird dann alles richten. Sprich, die Technik wird die gesellschaftlichen Probleme lösen. Das könnte sein. Es könnte aber auch sein, dass die Technik noch mehr Probleme verursacht. Denken wir mal an solche Horrorszenarien aus den fiktiven Welten wie Terminator mit Arnold Schwarzenegger und ähnliche Filme, wo dann auf einmal die Computer die Welt regieren und die Menschen vernichten wollen. Ja, also insofern denke ich, dass die Kritiken, die hier genannt werden von der Rheingold-Studie, da attestiere ich diesen Autoren nicht genügend Tiefgang, obwohl es ja eigentlich ihr Fachgebiet ist, Tiefenpsychologie. Aber ich glaube, sie sind dann mental zu sehr Gesellschaftsdenker, politische Denker und haben so das Bild im Kopf, der Bürger müsste sich doch irgendwie

an den gesellschaftlichen Prozessen beteiligen. Nee, muss der nicht. Auch ein Aktionär muss sich gar nicht an irgendwelchen Geschäftsführungsprozessen der Aktiengesellschaft beteiligen. Der hat seinen Aktionärschein. Und dann erwartet er einmal im Jahr einen Jahresbericht. Dann geht er vielleicht selber zur Jahresversammlung hin. Ansonsten möchte er seine Rendite haben und das Mastern. Das Gleiche gilt auch in anderen Organisationen, die verwaltungstechnischer Art sind. Zum Beispiel eine Eigentümerversammlung. Von Eigentumswohnungen, da macht man auch nicht mit, da lässt man andere machen. Und wenn der Verwalter scheiße ist, dann wird er eben demnächst mal abgewählt oder spätestens dann, wenn eine Neuwahl da ist. Das heißt also, hier scheint mir ein Menschenbild bei Rheingold zu sein, was so ein bisschen politisch vorgeprägt ist. Da sollten die mal ihren, nach meiner Meinung, verqueren Blick. etwas klarstellen. Ansonsten finde ich die Studie aber ganz gut. Sie hat zwar, wenn man dann genau reinguckt, einen relativ kleinen Kreis, aber das heißt ja nicht, wenn die Stichprobe gut ausgewählt ist, kann die sehr wohl repräsentativ sein. Und ich glaube für uns jetzt als Menschen, die wir in dieser kritischen Zeit leben, ist es wichtig zu verstehen, dass dieser Trend Cocooning ein Zukunftstrend ist, der sich umso mehr verstärken wird, je mehr Technik und Krisen auf uns kommen.

Und dass wir nicht gegen diese Krisen ankönnen, weil es nicht in unserer Macht steht. Das heißt, sparen Sie sich alle unnötigen Aktivitäten, die gegen etwas sind, die andere bestrafen wollen, die angeblich für irgendwas verantwortlich sind. Das bringt alles nichts. Stärken Sie stattdessen sich selbst, Ihre Familie, Ihr Haus, Ihr Heim, Ihr Auto. Dadurch werden Sie Schritt für Schritt ruhiger, Sie werden entspannter, Sie werden glücklicher, Sie strahlen mehr positive Energie auf Ihre Nachbarn und Ihre Umwelt aus und machen ganz im Kleinen das Leben ein bisschen besser. Und das ist mit Sicherheit um Klassen besser und effizienter, als wenn sie rumstrampeln, gegen Windmühlen ankämpfen, die außerhalb ihres Kompetenzbereiches sind. Also in diesem Sinne, das ist mein Fazit. Gucken Sie sich die Studie bitte nochmal genau an und prüfen Sie mal, was sie für Sie selbst bedeutet. Schreiben Sie es auch in die Kommentare. Bis zum nächsten Mal. Die Welt klar sehen.

Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Deutschland flieht vor der Realität? | Cocooning-Schock“, Die Welt Klar Sehen, 26.08.2023.

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Analyse des Megatrends Cocooning anhand der Rheingold-Studie 'Deutsche auf der Flucht vor der Wirklichkeit' (Juli 2023). Uwe Loose widerspricht der wertenden Lesart der Studie und deutet den Rückzug ins Private als rationale, technikgetriebene Dauerentwicklung.

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