Großoffensive 🚀Ukraine gegen Russland | Ein tieferer Blick auf Kriegsführung, Strategie und Erfolge03.10.2023
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Abschrift des Videos vom 03.10.2023197 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Wie steht es um den Erfolg der ukrainischen Großoffensive im Konflikt Russland gegen Ukraine? Wir hören von beiden Seiten große Erfolgsmeldungen. Was ist die Wahrheit? Oberst des Generalstabes vom österreichischen Bundesheer, Dr. Markus Reisner, hat in einem Interview sich dazu ausführlich geäußert. Das wird interessant werden. Bleiben Sie dran.
Hallo liebe Zuschauer, willkommen auf meinem Kanal, Die Welt Klar Sehen. Heute möchte ich meiner Playlist zum Russland- und Ukraine-Krieg mal einen Schritt weiter gehen. Dort finden Sie ja übrigens schon zwei Dutzend Videos, heute eins mehr. Das letzte Mal, dass ich mir Gedanken gemacht habe oder kommentiert habe zur strategischen Lage in diesem bewaffneten militärischen Konflikt, ist schon wieder einige Monate her. Daher heute mal was Neues, denn die Regenzeit und damit quasi die Winterzeit steht an.
Und die Frage ist, was ist jetzt aus der mehrmonatigen Großoffensive geworden? Konnte die Ukraine ihre Ziele erreichen, beziehungsweise in welchem Umfang hat sie die erreicht? Ja, und da ist mir aufgefallen, dass in der letzten Woche der Dr. Markus Reisner einen Vortrag gehalten hat vor einer politischen Gesellschaft. Das war jetzt eine Zoom-Konferenz. Welche das genau war, schauen Sie einfach bitte unten in den Kommentarbereich rein. Dort habe ich dorthin verlinkt.
Die ganze Veranstaltung war mit Fragen anderthalb Stunden. Ich habe mal die ganzen Moderationen und so weiter mal rausgeschnitten, damit auch ich noch ein bisschen Freiraum habe, die Aussagen von Dr. Reisner zu kommentieren, soweit es denn mir möglich ist und sinnvoll erscheint. Ja, das wird ganz interessant, denn hier sind wir jetzt im Grunde genommen in der Abschlusserkenntnis. Was hat jetzt das Jahr 2023 für beide Kriegsparteien gebracht und worauf müssen wir uns demnächst einstellen?
Schauen wir uns einfach mal an, wie der gute Herr Dr. Reisner argumentiert. So, wir gehen direkt ins Video rein. Wobei ich dazu noch im Vorwege sagen muss, es ist im Grunde genommen ein dreiteiliger Vortrag. Zum einen wiederholt er das, was er schon mal in anderen Bereichen gesagt hat. Und davon finden Sie auch im dritten oder vierten Video in dieser Playlist die Grundzüge des militärisch-strategischen Begrifflichen. Allerdings ein bisschen abgedatet. Insofern habe ich es nicht rausgeschnitten, sondern drin gelassen, damit Sie hier auf den neuesten Stand kommen.
Dann macht er nochmal eine neue Zusammenfassung über die Phasen des Krieges, wie der gelaufen ist, wer welche Vor- und Nachteile hatte. So und dann kommt zum Schluss, das ist ganz interessant für Sie, es werden aus dem Publikum zwölf Fragen gestellt, die er dann nochmal persönlich beantwortet. Also ich persönlich halte das fast noch für den interessantesten Teil, aber auch Teil 2 ist ganz interessant und Teil 1. Für diejenigen, die hier diese Videos noch nicht gesehen haben, bitte unbedingt reingucken. Ansonsten würde ich sagen, legen wir direkt mal los.
Ich habe hier auf der ersten Slide drei Zahlen hingeschrieben. 580, 3480 und 115. Was wollen uns diese Zahlen sagen? Erstens, wir haben seit Beginn des Angriffes von Russland auf die Ukraine den Tag 580. Ist das tatsächlich so? Oder ist es eigentlich nicht bereits der Tag 3480, wenn wir daran denken, dass der Konflikt 2014 begonnen hat?
Wenn Sie sich erinnern können, nach der Inbesitznahme der Krim, auch der Einmarsch in der Ukraine am ukrainischen Nationalfeiertag im August 2014. Das war uns damals in Europa noch mehr oder weniger egal. Aber in Wirklichkeit hat der Krieg ja im Wesentlichen damals bereits begonnen. Und, und das ist das Wesentliche, die Ukraine hat auch Zeit gehabt, sich auf diesen Konflikt vorzubereiten, von dem sie angehört hat. Ja, das betrifft natürlich beide Seiten. Beide Seiten hatten Zeit, sich vorzubereiten. Schauen Sie meiner Playlist nach zu den drei Videos, die ich zum Thema MINX-Verträge gemacht habe. Dort geht ja auch deutlich hervor, dass keine der beteiligten Parteien bei diesen Friedensverhandlungen ernsthaft Interesse hatte, dass dieser Vertrag hier erfüllt wird.
Das heißt, beide Parteien haben von Anfang an quasi einen Waffenstillstand vereinbart, um sich Zeit zu verschaffen, groß zu werden für den richtigen Krieg. Das betrifft also beide, nicht nur die bösen Russen, sondern hier sagt es ja der Dr. Reisner, auch die Ukrainer. ...genommen hat, dass er kommen wird, nur wir wollten es nicht glauben. Und die dritte Zahl, die Zahl 115, soll Ihnen ein Indikator dafür sein, dass die Offensive, über die wir so viel reden, bereits seit 115 Tagen läuft, nämlich seit dem 4. Juni, mit mehr oder weniger Fortschritten.
Auf das werden wir dann kurz noch zu sprechen kommen. Das Zweite, was ich Ihnen zeigen möchte, ist diese Karte. Ich habe also hier mir erlaubt, Österreich hineinzulegen in die Ukraine. Warum habe ich das getan? Um Ihnen noch einmal vor Augen zu führen, wie groß dieses Land eigentlich ist. Wir haben oft nicht das Verständnis im Sinne von Kraft, Raum, Zeit und auch Information, weil wir uns oft nicht bewusst sind, wie groß diese Ausdehnungen sind. Und wenn Sie sich die Ukraine im Vergleich zu Österreich ansehen, dann bekommen Sie eine Idee, welche Forderungen tatsächlich am Tisch liegen, wenn wir zum Beispiel über eine umfassende
integrierte Luftverteidigung sprechen und alle anderen Dinge, die hier relevant sind. Österreich und die Ukraine verbindet eine Gemeinsamkeit. Beide Länder sind durch einen Fluss getrennt. Bei uns ist es die Donau, dort ist es der Tnebra. Und dieser Fluss ist natürlich ganz wesentlich, auch den Kriegsverlauf betrachten, wenn es darum geht, den Westen oder den Osten nach Kontur hinzukommen. Wenn wir uns die Frontlinie ansehen, so darf man auch hier nicht vergessen, dass wir fast 1200 Kilometer Front haben. Das bedeutet, Sie würden, um das nachzuvollziehen, in Berlin ins Auto steigen
und dann mit dem Auto nach London fahren, wo Sie wieder aussteigen. Damit haben Sie eine Idee, wie groß und wie lange sich diese Front befindet. Und auch hier, um das in Relationen zu setzen, wenn Sie sich überlegen, wo setze ich dann meine 18 Stück Panzer BZ2000 oder Ähnliches ein im Wesentlichen. Sie dürfen auch nicht vergessen, dass die Ukraine von vielen Flüssen durchzogen ist, So wie also der Dnepr, den ich schon genannt habe, auch zum Beispiel der Bug, der südliche Bug bei Mikulajew, das sie wäre es getan jetzt im Osten und auch das hat natürlich einen Einfluss auf die Verläufe der Kämpfe. Und auch hier auch vorweg gesagt, dass die Ukraine, wenn sie als Staat eigenständig überleben möchte, vor allem auch jene Gebiete braucht, die sie jetzt verloren hat.
Denken Sie alleine nur an die Situation der Getreidewirtschaft. 98 Prozent des Getreides der Ukraine verlässt dieses Land auf dem Seeweg. Zurzeit ist nur ein einziger Hafen noch nutzbar, nämlich Odessa. Und diese 98 Prozent der Getreideexporte haben im Prinzip zur Folge, dass 35 Prozent des BIPs der Ukraine davon bestritten wird. Also einfach zu sagen, naja, man könnte sich ja jetzt mit dem zufrieden gehen, ist also sehr kurz gegriffen, abgesehen natürlich von dem absoluten völkerrechtlichen Verstoß, den Russland hier begonnen hat. Auch am Beginn möchte ich ganz kurz erwähnen etwas.
Ja, dazu muss man natürlich sagen, der völkerrechtliche Verstoß, das ist ja doch die rein westliche Lesart. Wir sehen ja in den letzten Monaten, dass also etliche Länder, die nicht USA und England oder EU oder NATO sind, das anscheinend ganz anders beurteilen. Denn die BRIC-Staaten sind quasi zumindest Sympathisanten für Russland, wobei Russland natürlich auch ein Teil der BRIC-Staaten ist. Demnächst zum 1. Januar 2024 werden die Mitglieder entsprechend vergrößert, die Mitgliederanzahl.
Dann gab es vor einigen Zeiten bei der UNO eine Versammlung von 77 Drittweltländern, die fünf oder sechs Milliarden Menschen vertreten und die sich ausdrücklich gegen Sanktionen von westlichen Ländern ausgesprochen haben, und zwar grundsätzlicher Art, die sich gegen Einmischung des Westens in die Länderpolitik geäußert haben. Das heißt, wir sehen an solchen Ereignissen, dass die Mehrheit der Weltbevölkerung, zumindest deren politische Vertreter, nicht ganz so kritisch auf die russische Offensive oder den Krieg guckt, sondern die haben eine andere Interessenlage als die Europäer. Welche das ist, sei jetzt mal dahingestellt.
Was die Rahmenbedingungen betrifft, um auch eine Einordnung zu treffen. Ich denke, es ist Ihnen alle klar, dass ein Staat verschiedene Möglichkeiten hat, Macht zu projizieren. Es sind der Diplomatie, das Militär und natürlich die Ökonomie. Und er braucht ein sehr gutes Lagebild, ein realistisches Lagebild, um diese Einordnung durchzuführen. Und wenn wir uns das ein bisschen vorstellen wie ein Kartenspiel zwischen Russland und dem Westen und Europa und alle diese Begriffe in einer Karte verpacken, so kann man erkennen, dass Russland dieses teuflische Spiel eröffnet hat, indem es die Militärkarte gezogen hat.
Und das war ein absoluter Schock für uns. Ja, hier sehen wir, dass also der Militärstratege eben völlig unemotional oder fast unemotional redet. Nämlich ist es ein Spiel, ein Kartenspiel. Das eine Land spielt diese Karte auf, das andere spielt jene Karte auf. Das heißt, es ist eine andere Betrachtungsweise auf den Verbrauch von Gerätschaften und auch Menschen und Geld, als der Zivilist es so macht.
Also das sollten wir uns immer vergegenwärtigen, dass diejenigen, die sich gegen Krieg äußern, nicht so ganz verstehen, warum diejenigen, die für Kriege sind oder an sich an Kriegen beteiligen, wie eben Soldaten, dass die eine ganz andere Denkart darüber haben. Denken Sie an Herrn Friedmünkler, der uns ganz klar vor Augen geführt hat, dass wir eine sogenannte postheroische Gesellschaft sind. Keine heroische Gesellschaft, wie das die russische oder auch die ukrainische nach wie vor ist. Und das bedeutet, dass wir natürlich absolut geschockt waren von dem Umstand,
dass Putin hier die Militärkarte ausgespielt hat. Und wir waren sehr, sehr zufrieden. Also da muss ich ganz ehrlich sagen, das finde ich ein bisschen unglaubwürdig. Also bevor hier der Krieg stattfand, fanden ein Jahr lang riesengroße Manöver von allen Beteiligten rund um die Ukraine herum statt. Und in der Ukraine, so Russland hat mehrfach gedroht, dass wenn die Ukraine sich nicht zur Verhandlung begibt und wenn die NATO sich nicht von der Idee löst, die Ukraine in die NATO aufzunehmen, dann Russland eben die letzte Karte ausspielen wird.
Also was er hier sagt, ist ja schlichtweg Unfug. Also was soll denn noch passieren, als dass eben in den Vorzeiten des Krieges die eine Partei sagt, irgendwann mal ist meine rote Linie überschritten und dann schlage ich zu. Also das ist schlichtweg Fake News. Das ist keine korrekte Information. Wir sind zurückhaltend im Einsatz unserer Mittel und haben uns gedacht, dass vor allem die Wirtschaftskarte im Wesentlichen dazu führen wird, dass Russland über kurz oder lang in die Knie gehen wird. Und diese Wirtschaftskarte hat natürlich bedeutet, dass wir begonnen haben, versucht haben, zumindest diese 42 Prozent der Rohstoffe, die man unisono von Russland in Europa konsumiert hat, quasi zurückzuschrauben.
Aber das Dilemma ist, dass jetzt mittlerweile nach 19 Jahren, nach 19 Monaten und nach fast eineinhalb Jahren Krieg wir immer mehr feststellen, dass offensichtlich diese Sanktionen nicht ausgereicht haben. Ja, aber das hätte man auch vorher wissen können. Also Russland wird seit, ich weiß nicht, mindestens seit 2014 mit Sanktionen belegt und es hat Russland überhaupt nicht darum gehindert, seine Wirtschaft aufzubauen. Das heißt also auch hier ist ja eine unglaubliche Naivität, die der Herr Reisner ja kundtut oder schlichtweg eine bewusste Falschinformation, dass man das nicht hätte ahnen können. Also dass Sanktionen auf denjenigen, der sanktioniert, unter Umständen zurückschlagen können, ist keine neue Information, sondern als Historiker sollte er das doch eigentlich wissen.
Putins Militärkarte mit unserer Karte zu schlagen. Und wir sehen sogar, dass Putin jetzt seine ökonomische Karte ausspielt und über sehr hinterlistige Art und Weise uns entsprechend Schaden zuführen kann. Denken Sie nur daran, dass zum Beispiel Öl oder auch Gas zum Teil in Indien verkauft wird, das dann von uns zu einem Doppel- oder Dreifachenpreis zurückgekauft wird. Das ist aber hinterlistig. Es ist hinterlistig, dass Russland vom Westen boykottiert wird
auch mit Sanktionen unterlegt wird, dass die sich den Sanktionen nicht beugen, sondern einfach an jemanden verkaufen, der sich nicht an die Sanktionen hält. Und wir kaufen dann die überteuerten Rohstoffe, die wir eigentlich offiziell gar nicht haben wollen, von Indien. Also ich bitte, ja, wir müssen doch nicht von Indien was kaufen, oder? So, was nützt das denn? Ja, warum machen wir das denn? Ja, damit wir hier nicht im Winter frieren müssen, damit unsere Industrie läuft. Aber müssen müssten wir das auch nicht. Und wenn eben die Sanktionen nicht funktionieren und der sanktionierte Russland sich dem entzieht, ja, da muss man sagen, dann sind die Sanktionen eben Käse. Also jetzt auch, was den eigentlich angedachten Zweck betrifft.
Ich darf auch nicht vergessen, dass das Lagebild entscheidend ist und dass Russland hier versucht, ganz gezielt dieses Lagebild zu beeinflussen. Wir werden das noch dann kurz besprechen, wenn wir über die Domäne des Krieges reden. Und hier sind es also drei Ängste, die Russland ganz gezielt versucht hier entsprechend anzufeuern. Das eine ist natürlich, was passiert, wenn dieses Getreide die Ukraine nicht verlässt. Stichwort Hunger, Massenmigration. Migration ist also ein Wort, das ist seit 2015 für Sorge in Europa immer wieder sorgt. Das zweite ist natürlich die sogenannte mögliche nukleare Eskalation, auf die werden wir dann auch noch kurz zu sprechen kommen.
Vor allem wenn man dann denkt, was ist da los in Saporoschia, was ist mit dieser möglichen Drohung des Einsatzes von taktischen Atomwaffen und natürlich das alles überlagern, die sogenannte ökonomische Situation im Sinne von, wenn dieser Krieg länger dauert, dann werdet ihr alle dafür büßen, denn es wird zu eurem Schaden sein. Denken Sie daran, deutsche Wirtschaft stottert vermeintlich und ähnliche Dinge. und Russland versucht... Ja, also auch hier muss ich Dr. Reis da widersprechen. Also erstens ist es ja so, dass Russland Getreide ja nach Afrika
liefert. Russland ist ja selber ein großer Exporter von Weizen und hat ja gerade neulich erklärt, dass sie gegebenenfalls das auch verschenken oder zu Discountpreisen machen. Und die Afrikaner nehmen es ja auch gerne an. So, zweitens ist ja schon nachgewiesen worden, dass ein Großteil des ukrainischen Weizens von den Europäern zu Höchstpreisen aufgekauft wird. Das heißt also, wenn ukrainischer Weizen nicht in Afrika ankommt, dann liegt es unter anderem auch daran, dass
die Europäer den Afrikanern quasi den Weizen vor der Nase wegverkaufen oder wegkaufen. Und insofern ist das auch hier keine korrekte Information. Dann haben wir das Thema Nuklearkatastrophe. Was sind denn die Aussagen? Schauen Sie sich das doch bitte mal an, was der Putin Putin tatsächlich gesagt hat, so immer wieder haben er und seine Leute gesagt, wenn wir mit Atomwaffen angegriffen werden, dann schlagen wir zurück. Ja, aber wir müssen doch nicht mit Atomwaffen angreifen, also schlägt er auch nicht zurück. Also insofern ist diese Drohung, die ist doch eine Reaktion auf die zuvor vom Westen erfolgte nukleare Drohung.
Und dass man den dritten Punkt, den ökonomischen Kollaps versucht, das ist doch auch nichts Neues. Es ist doch das Wesen von großen kriegerischen Konflikten, dass sie auf dem logistischen Prinzip beruhen, wer den längsten Atem hat, wer die beste Logistik hat, der gewinnt letztendlich den Krieg, wenn er die Schlacht nicht alternativ auf dem Schlachtfeld gewinnen kann. natürlich hier ganz gezielt das anzuspielen. Die diplomatische Karte ist nicht unwesentlich, auch hier darf man nicht vergessen, dass Russland es geschafft hat, doch im globalen Süden viele
Verbündete zu finden. Denken Sie an diesen Besuch von Xi Jinping in Moskau und auch an die Verabschiedung beider Staatsmänner in der Art und Weise, wie sie passiert ist. Auch hier darf man nicht unterschätzen, welche Möglichkeiten China hier in dieser Situation sieht. Wir reden uns hier oft die Situation schön, indem wir uns einreden, dass China ja kein Interesse daran daran haben können, Russland in dieser Form zu unterstützen. Ich denke, oft das Gegenteil ist der Fall. Ja, wir reden und die Situation schön. Das ist jetzt mal einer der ersten klaren und nach meiner Meinung auch korrekten Sätze von dem Dr. Reisner,
wo ich zumindest ich jedenfalls keine Einwände habe. Warum sollte China, eines der größten Länder der Welt, kein Interesse an so einem Konflikt haben, wo ganz Europa sich daran beteiligt, wo Amerika daran beteiligt. Da sollte China einfach auch das interessiert und jetzt nicht. Und das noch vor dem Hintergrund, das ist doch noch gar nicht so lange her, erst vor ein paar Wochen, dass amerikanische Militärs der amerikanischen Regierung erklärt haben, sie möchten sich doch bitte mal darauf einstellen, dass sie ab 2025 einen Krieg mit China führen möchten.
Und das sollen die Chinesen alles nicht zur Kenntnis nehmen oder wie? Also das ist ja schlichtweg lachhaft. Das soll man hier nicht vergessen. Damit sind wir schon auch bei den verschiedenen Domänen der Kriegsführung, die ganz wichtig sind. Auch hier ist es so, dass wir, wenn wir in den Medien sehen, dann sehen wir natürlich sehr viele Dinge, die mit der Landkriegsführung als solches verbunden sind. Der eine oder andere vielleicht auch noch im Detail, wenn es um maritime Kriegsführung geht. Denken Sie zum Beispiel an die Schlangeninsel, an den sogenannten Getreide-Deal, Seeblockaden und so weiter und so fort.
Oft wird diskutiert über die Luftkomponente, wo wir ja hören, dass die russische Luftwaffe bei weitem nicht erfolgreich ist. Und da es tatsächlich aber so ist, dass die Russen sehr wohl in der Lage sind, hier Kraft zu projizieren. Weltraum, auch hier ist nicht unwesentlich, denken Sie an Elon Musk und Starlink. Wir haben den ersten Konflikt, wo ein Privatier an einer Seite oder auch nicht immer wieder quasi sich einmischt, um das so zu sagen, was bedeutet das auch für die Zukunft des Krieges. Und dann haben wir noch zwei wesentliche Domäne, die auch immer oft unterschätzt werden. Das eine ist das Cyberdomain, das bei weitem nicht diesen entscheidenden Effekt am Anfang hatte. Aber das Cyberdomain ist vor allem der Zauberteppich, so nenne ich das immer, auf dem die Information zum Bedarfsträger kommt und das ist das Informationsdomain.
Und hier ist natürlich ganz klar, dass wir einen Informationskrieg von Beginn an haben, was auch völlig verständlich ist. Das Dilemma besteht nur darin, wenn wir dann den Moment verpassen, wo wir uns die Dinge wirklich zu sehr schönreden und eigentlich nicht realistisch bewerten können, was die Unterstützung der Ukraine wirklich bedarf. Und das ist eine Situation. Ja, und da möchte ich mal kurz eingreifen. Also zu dem Thema habe ich ja auch schon mal ein Video gemacht, nämlich zum Thema Propaganda. Da habe ich genau diese Grafik dargestellt, die ja eben von dem Dr. Reisner stammt, oder zumindest er hat von dem ein bisschen übernommen.
So, und diese Informationsgeschichte, dieser Informationskrieg, was ist denn das? Das ist doch nichts anderes als das neutrale Wort für Propaganda. Propaganda meint, wer ist denn die Zielgruppe von Propaganda? Natürlich zunächst einmal die andere Seite, aber bevor man die andere Seite propagandistisch aufbereitet, muss doch zuerst mal das eigene Volk aufbereitet werden. Und das machen wir uns doch oftmals gar nicht bewusst. Propaganda ist vorrangig die Meinungsbildung, die gezielte Meinungsmanipulation der eigenen Bevölkerung.
Stellen Sie sich mal vor, es wäre andersrum, dass Propaganda sich nur auf das feindliche Land beziehen würde. Dann würden dort irgendwelche Social-Media-Agenten, irgendwelche Trollfabriken, die würden dort in den sozialen Medien des anderen Landes sein. Ja, aber wenn im Heimatland keine Propaganda gemacht wird, dann würde es unter Umständen dazu führen, dass die eigene Bevölkerung sagt, ich möchte ja gar keinen Krieg führen. Das heißt, die Hauptfunktion der Propaganda des Informationskrieges ist, die eigene Bevölkerung zu manipulieren, damit sie genau auf diese Schiene springen. Dieser Krieg ist gut, dieser Krieg ist gerecht. Wir sind die Guten und die anderen sind die Bösen. Das möchte ich mal wirklich hier ganz klar zum Ausdruck bringen.
Aus meiner Sicht, in die wir seit einigen Monaten eingetreten sind, wo wir so feststellen, dass die Ukraine doch mehr gebraucht hätte, als wir das eigentlich gedacht haben und dass wir uns hier die Dinge oft schön geredet haben. Dazu wäre aber noch ganz kurz im Detail darauf zu sprechen kommen. Ja, dass die Ukraine doch mehr brauchen könnte. Ja, man hat ja auch ganz übersehen, dass Russland eine drei- oder viermal größere Bevölkerung hat, eine x-mal größere Armee, x-mal mehr Soldaten und dass es bisher noch nie in der Geschichte gelungen ist, dass irgendein Land Russland tatsächlich im größeren Sinne besiegen konnte.
Gut, die sind auch nicht so die großen Offensivkämpfer gewesen. Also alles, was sie jemals offensiv gemacht haben, das war ja hauptsächlich beim östlichen, im asiatischen Reich, ist alles in die Hose gegangen. Und das Einzige, wo sie wirklich erfolgreich waren, das war dann eben im Zurückdrängen der Nazi-Armeen vor 70 Jahren. So, das haben sie gemacht, aber richtige Offensivkämpfer sind die in dem Sinne nie gewesen. So, da kann man auch schon rein historisch sagen, ja hoppla, was ist denn da los? Ja, was machen die denn eigentlich? So, warum machen die das? So, aber das ist ein anderes Thema. Schauen wir mal weiter.
Ich möchte ganz kurz auch noch auf die wesentlichen Ebenen aus militärischer Sicht eingehen, auf die taktische, operative und strategische. Hier auch Zitate aus Berichten Brasil zu der Performance der russischen Streitkräfte. Man kann hier sagen, dass die Russen geschafft haben, tatsächlich zu lernen aus den Erfahrungen, die sie gemacht haben und dass es ihnen gelungen ist, sich immer wieder anzupassen. Ich möchte aber betonen, dass die Ukraine hier Unglaubliches geleistet hat. Denken Sie an das berühmte Interview von General Barriere, also dem Leiter des amerikanischen Militärnachrichtendienstes,
kurz nach Beginn des Konflikts, wo er dem Kongressor Rede und Antwort gestanden ist und er selbst gesagt hat, man hätte nicht gedacht, dass die Ukraine länger als drei Tage aushält. Das Gegenteil war der Fall. Wir wissen, dass es dafür einige Ursachen gibt, aber eine der wesentlichen Ursachen war, dass die Ukraine es geschafft hat, lernend aus den Ereignissen von 2014 sich taktisch im Detail anzupassen. Das wäre auch eine mögliche Frage, die wir später noch ein bisschen im Detail ansprechen können. Es ist so, dass dieser Krieg viele Aspekte zeigt, die man eigentlich... Naja, aber gerade haben Sie doch gesagt, Herr Dr. Reisner, dass Sie sich acht Jahre lang auf den Krieg vorbereitet haben.
Und insofern haben Sie doch sicherlich sich auch darauf vorbereitet, dass Krieg ein ständig wechselndes Geschick ist, dass man Glück haben muss, dass man sich anpassen muss. Also insofern, dass Sie das dann nach acht Jahren der Vorbereitung dann auch anwenden, halte ich jetzt für wenig überraschend, sondern eigentlich für eine logische Konsequenz. ... geglaubt hat, Stichwort zum Beispiel massiver Einsatz von Artillerie und Ähnlichem, aber er zeigt uns auch die Zukunft des Krieges. Denken Sie nur daran, dass wir wirklich tatsächlich Drohnenschwärme haben, die auf dem Gefechtsfeld präsent sind.
sind nicht Drohnenschirme im Sinne einer miteinander kommunizierenden künstlichen Intelligenz, aber Drohnenschirme im Sinne von, dass sie quasi jeden Moment und zu jeder Zeit getroffen werden können. Und einer der Gründe, warum dieser Konflikt so lange dauert, ist, weil das klassische Manöver kaum mehr möglich ist, weil bereits in der Bereitstellung Kräfte erkannt werden und auch durch den Einsatz von Drohnen, wie zum Beispiel diese First-Person-View-Drohnen, zerschlagen werden kann. Auf der operativen Ebene darf man nicht vergessen, dass beide Seiten hohe Flexibilität gezeigt haben, Vor allem auch die ukrainische, die ja doch drei entscheidende Gewinne für sich verzeichnen konnte. Vor allem die Entscheidung bei Kiew war ganz entscheidend, weil die Ukraine das ganz klare Gefühl hatte, dass sie es schaffen kann, das Land zurückzuobern. Daraus hat sich auch der Rest des Momentums genähert.
Wir dürfen nicht vergessen die Offensiven bei Kharkiv und Kherson, auf die ich noch kurz zu sprechen kommen werde. Aber auf der anderen Seite auch die Russen, die sehr wohl in der Lage waren, sich immer wieder anzupassen und ihre Taktik verändert haben. Nach dem Versuch des Manövers am Beginn, dann das Zwingen der Ukraine quasi in feste Stellungen, der massive Einsatz von Artillerie, der Krieg, der dann in einen Abnützungskrieg übergegangen ist und dann auf Folge wie Solidar und Bagmut, wo es den Russen zum zweiten Mal gelungen ist, nach der Schlacht bei Lissischansk im Sommer letzten Jahres quasi die ukrainischen Verteidigungsstellungen zu zerbrechen.
Und auch hier vielleicht kurz zur Erwähnung, es ist so, dass die Ukraine das Problem hat, dass die Russen immer mehr sich anpassen. Ich habe hier diesen einen Screenshot genommen von einer ukrainischen MiG-29, die vor wenigen Tagen zerstört worden ist, knapp 90 Kilometer hinter der Frontlinie. Das ist jetzt der dritte Fall, wo das passiert ist und Sie sehen, dass die Russen in der Lage sind, sehr wohl und sehr rasch sich anzupassen. Und wenn die Ukraine hier nicht signifikante Unterstützung bekommt, wird es sehr, sehr schwierig, quasi hier den Russen etwas entgegenzuhalten. Die strategische Ebene ist auch eine Ebene, die wir nicht vergessen dürfen.
Hier geht es vor allem darum, auch zu definieren, was bedeutet es, wenn Russland seit dem 10. Oktober letzten Jahres eine strategische Luftkampagne gegen die Ukraine führt. Dazu muss sie auch nicht unbedingt in den ukrainischen Luftraum einfliegen. Sie kann also bequem durch ihre entsprechenden strategischen Bomber aus dem belarussischen Luftraum zum Beispiel oder durch ihre Schiffe aus dem Schwarzen Meer Marschflugkörper starten. Und diese treffen natürlich ihre Ziele, auch wenn sie zu einem hohen Maß abgeschossen werden. Aber wenn nur eine Rakete einen 750 KVA Transformer trifft, dann hat das natürlich signifikante Auswirkungen auf die kritische Infrastruktur, von der man annehmen kann.
Sagen die Ukrainer selber, dass circa 50 bis 60 Prozent bereits zerstört sind. Und auch hier hatten wir vorletzten Tagen mit einem massiven Auftakt von knapp 50 Marschflugkörpern vermutlich das Intro, das Allegro für die zweite strategische Luftkampagne, die also Russland hier durchführt. Und denken Sie daran, dass Russland vor allem durch den Einsatz iranischer Drohnen es geschafft hat, den Momentum aufrechtzuhalten. Und auch hier ist ganz interessant, wenn Sie vor kurzem in der New York Times gelesen haben. Ja, bevor wir zur New York Times kommen, also was er hier eigentlich sagt, ist, dass Russland die Luftüberlegenheit hat.
Und in Anbetracht der modernen Kriegsführung, insbesondere auch die, wie sie im Westen ja gelehrt wird, speziell in der amerikanischen Schulung, ist es ja eigentlich so, dass bevor man mit seinen motorisierten Verbänden voranrückt, zunächst einmal über die Ferne mit Artillerie und dann später mit Luftwaffe alles zerbombt wird. Und wenn dann schon die erste, ich sag mal, Zerstörungswelle um ist, dann geht es dann an die motorisierten Verbände.
Wenn also jetzt Russland hier die Luftoffensive hat oder die Lufthoheit hat und die Ukraine da im Hintertreffen ist, dann heißt es doch, dass schon rein vom strategischen Denken her die Ukrainer eigentlich unterlegen sind, weil sie gar nicht über die Gerätschaften verfügen, die man in einem modernen offensiv geführten Krieg überhaupt benötigt. Das heißt, was ist denn das für eine Kriegsführung? Und wieso wird ein solcher Krieg weitergeführt, wenn es doch im Grunde genommen an den Voraussetzungen, um überhaupt erfolgreich sein zu können, wenn es daran schon mangelt?
Dass Russland offensichtlich trotz der Sanktionen mittlerweile, was die Produktion von Marschflugkörpern angeht, es geschafft hat, nicht nur das Niveau des Vorkrieges zu erreichen, sondern es hier auch weiter produziert. Die Sanktionen, die dazu dienten, Russland vom Krieg für und abzuhalten, waren also völlig wirkungslos und nicht nur, dass die Produktion der Marschflugkörper und Drohnen da eingehalten wurde, sondern sie wurde sogar noch weiter ausgedehnt.
Sprich, Russland ist quasi in eine Kriegswirtschaft eingetreten, so würde ich das jetzt mal formulieren, und kümmert sich ein Scheiß um irgendwelche Sanktionen. Das Beispiel Iran sollte uns zeigen, wie schwierig es ist, einen Staat trotz einem starken Sanktionsregime dazu zu zwingen, die Dinge im Sinne unserer aller zu verändern. Beginnen wir ganz kurz jetzt noch einmal mit dem Konflikt selber. Ich möchte hier ganz kurz nur eine Slide zu den jeweiligen Phasen verwenden, um Ihnen zu zeigen, warum es so gekommen ist, wie es gekommen ist. Die Phase 1, glaube ich, ist hinreichend bekannt.
Ich glaube, wichtig ist hier zu verstehen, dass es sehr, sehr knapp war. Auch hier, das wäre eine Frage für nachher, können wir im Detail noch darüber reden, warum und wieso. Das Entscheidende war, die Russen haben versucht, da etwas zu tun wie die Amerikaner 2003, Schock and Awe. Man dachte mit einem Enthauptungsschlag in Kiew ein Ereignis auszulösen, das einen Dominoeffekt erzielt. Dem war nicht der Fall. Und es war dann so, dass der Plan schiefgegangen ist in dem Moment, wo die Ukraine sehr überlegt mit ihren Taktiken begonnen hat, vor allem die russische Logistik anzugreifen. Man hat die Russen, ich generalisiere jetzt ein wenig, circa eine Woche in das Land hereingelassen
und hat dann begonnen, die Versorgungslinien abzuschneiden. In Kombination mit der unmittelbaren Übergabe von Intelligence, vor allem von den USA, war es dann möglich, sehr gezielt wirken zu können. Die Waffenlieferungen, die eingetroffen sind am Anfang, diese leichten Waffen, Panzer- und Flieger-Belenkwaffen, war genau das, was die Ukraine gebraucht hat. Und es war tatsächlich so, dass schlussendlich im März für die russische Seite klar war, dass dieser Plan, so wie er eigentlich intentiert war, nicht funktionieren kann. vor allem in Anbetracht dessen, dass nur ca. 190.000 Mann im Einsatz waren,
was natürlich viel zu wenig war im Sinne des Ausmaßes des Landes betrachtet. Das ist eine ganz interessante Interpretation, weil ich habe auch andere Informationen zur Kenntnis genommen, wonach sich der Sachverhalt ein bisschen anders abgespielt hat, als es der Oberst Reisner hier erklärt. Nämlich, dass die Russen im Grunde genommen mit dem Einmarsch in Kiew, oder zumindest, dass sie kurz davor waren, um Stadtteile auch kämpften, eben doch schon Verhandlungen mit Zelensky geführt haben.
Und diese Verhandlungen aber dann durch das Eingreifen des damaligen britischen Premierministers Boris Johnson verhindert wurden. Sprich, es wurde verboten von Seiten von Boris Johnson, der vermutlich im Auftrag von Washington handelte, dass ein Frieden abgeschlossen wird. Sprich, man wollte, dass gekämpft wird. Und dass dann natürlich unter der Maßgabe, dass vielleicht doch Friedensverhandlungen sein könnten, die Russen sich zunächst einmal zurückziehen, das versteht sich ja von selbst.
So, überlegen Sie sich mal, erinnern Sie sich mal daran, wie die Kriegssituation dort war. Also die fuhren dorthin, da steckten sie ein bisschen im Schlamm fest, hatten eigentlich gar keine vernünftige militärische Aufstellung und dann zogen sie wieder ab. So, um es mal kurz gesagt zu formulieren. Das heißt, das ist doch überhaupt gar nicht das, wie man normalerweise einen Städtekampf führt. Und insofern ist die Darstellung, die hier der Oberst Reisner macht, die kann so einfach nicht korrekt sein.
Dann kam es zur Phase 2. Man hat sich dann entschieden, im Prinzip zum Plan B überzugehen. Der Plan B, auch ursprünglich geplant, war der Einsatz von allen Kräften im Donbass in einer Zangenbewegung, um dort quasi die 40 Prozent der ukrainischen Landstreitkräfte einzukesseln. Hier war die Ambition am Beginn sehr groß. Das wurde dann immer weiter verringert, bis es dann zu dieser Kesselschlacht bei Severodonetsk und Lysitschansk kam, die dazu geführt hat, dass die Russen es geschafft haben, bei Popasna tatsächlich die ukrainischen Verteidigungsstellungen zu durchbrechen. Vor allem unter dem massiven Einsatz von Artillerie. Wir reden davon, dass zu diesem Zeitpunkt ca. 60.000 bis 90.000 Schuss Artillerie-Munition von russischer Seite pro Tag verbraucht worden ist,
während auf der anderen Seite ca. 20.000 Schuss von der ukrainischen Seite dem entgegengesetzt worden ist. Ja, das heißt, wir haben Artillerie-Gefechte, 60.000 bis 90.000 Geschosse auf der einen Seite, 20.000 auf der anderen Seite. Also nicht nur Überlegenheit in der reinen Luftfahrt, sondern auch Überlegenheit in der Artillerie. Durch diese extreme Übermasse an Artillerie, man nimmt das an, dass die Russen zwischen sieben bis acht Millionen Artilleriegranaten letztes Jahr verschossen haben,
war es dann möglich, diesen Durchbruch zu erzielen, der bei weitem aber kürzer gesetzt war als gedacht. Die Russen wollten dann eigentlich von Issium aus, Sie sehen das auf der Karte im Nordosten, noch einmal einen Stoß Richtung Süden durchführen, haben hier Kräfte begonnen zusammenzuziehen und haben die Fronten ausgedünnt. Und das war der Moment, wo dann die Ukraine versucht hat, dem zuvor zu kommen. Und das hat auch die nächste Phase eingeleitet. Und diese Phase wurde eingeleitet durch den Einsatz eines besonderen Waffensystems, und zwar des Systems HIMARS. Hier wurden 20 Stück an die Ukraine geliefert, 18 weitere für die nächsten Jahre zugesagt.
Und das HIMARS-System war eine böse Überraschung für die Russen, denn die Russen hatten sich natürlich sehr wohl angesehen, die Fähigkeiten der ukrainischen Seite und haben also ihre Logistik aber auch ihre Gefechtsstände so angelegt, dass sie außerhalb der weitreichendsten Waffen der Ukraine sich befunden haben, also zum Beispiel des Systems BM-27 Uragan und der Einsatz des Heimers hat natürlich diesen Plan durcheinander gebracht und es hat für die Russen mehrere Wochen gedauert, bis sie quasi sich wieder erholt hatten und quasi eine Reorganisation durchgeführt haben, die sie in die Lage versetzt hat, die Angriffe wieder aufzunehmen.
Aber diese Zeit hat für die Ukraine dazu geführt, dass das Eintreffen der Waffensysteme der zweiten große Welle an Waffenlieferungen, und zwar nicht mehr leichte Waffen, sondern schwere Waffen, vor allem jene Waffen, die noch aus der Zeit der Sowjetproduktion entstanden, integriert werden konnten, und dass man in die Offensive gehen konnte. Da waren hier zwei wesentliche, von denen Sie gehört haben, und eine dritte, von denen Sie nichts gehört haben, aber die eigentlich auch angewiesen war. Die erste Offensive war die Offensive bei Kharkiv. Sie hat also basiert auf dem Fakt, Überraschung und Täuschung.
Warum? Durch das Ausdünnen der russischen Kräfte und das Sammeln der russischen Kräfte im Raum Issium war es so, dass sich ein günstiger Moment ergab, wo die Ukraine ansetzen konnte. Sie hat es dann getan, indem sie eine kleine Kampfgruppe eingesetzt hat. Diese Kampfgruppe, ich generalisiere jetzt hier wieder ein bisschen, hat dann einen Durchbruch erzielt. Hinter dieser Durchbruchstelle nachfahrens der Spitze sind leichte Kräfte gefolgt. Diese haben ausgeschwärmt und sind rasch Richtung Osten gefahren. Und dort vor allem eines zu tun, sich in den Ortschaften hinzustellen und dort Videos zu machen vor dem Ortsschiff mit der ukrainischen Nationalflagge. Und diese Videos wurden dann zu Dutzenden auf Telegram gestellt.
Telegram ist das wesentliche Kommunikationsmittel, vor allem im Osten. Hier gibt es Telegram-Gruppen mit Millionen von Menschen. Die Russen haben das gesehen, dachten, die Ukrainer sind hinter ihnen und sind davon gelaufen. Das war im Prinzip genau das Ergebnis dieser Offensive. Die Ukrainer ist dann gar nicht nachgekommen mit dem Vormarsch Richtung Osten, musste dann auch aus logistischen Gründen im Prinzip stoppen und die Russen haben es geschafft, die Kräfte quasi noch einmal zurückzunehmen hinter den Oskil, zum Teil in Panik und Flucht. Aber, so wie auch bei Kiew, war dieser Sieg auch ein weiterer entscheidender Sieg, aber war nur ein Punktesieg. Warum nur ein Punktesieg? Denn es ist so wie bei Kiew nicht gelungen, signifikante Mengen von russischen Soldaten gefangen zu nehmen. Und das ist das, was man unbedingt erwarten sollte, um tatsächlich einen Druck vor allem auf die russische Bevölkerung auszunehmen und hier Bilder zu schaffen, die natürlich fatal wären.
Ja, gute Bilderschaften. Also dieser Krieg ist ja gerade gekennzeichnet davon, dass wir gar keine Bilder haben. Also wir haben immer nur irgendwelche einzelnen Erfolgsmeldungen und dann irgendwelche Gefangenen, die mal irgendwas sagen, ob die das freiwillig sagen, ob sie gezwungen werden, das zu sagen, das weiß man nicht. Das gilt übrigens für beide Seiten. Aber ansonsten, richtige Bilder aus dem Krieg haben wir doch gar nicht. Wir haben noch immer nur Interpretationen, irgendwelche Nachrichtensprecher,
irgendwelche Militärstatten, alles erzählen irgendetwas, so wie ja ich jetzt auch. Aber was da genau sich abspielt, das sehen wir doch in unseren Medien jedenfalls nicht. Die Offensive war die Offensive bei Cason. Diese hat eigentlich auch schon früher begonnen. Hier war das große Dilemma der ukrainischen Seite, dass in diesem sehr, sehr flachen Gelände es kaum möglich war, Kräfte bereitzustellen. Man hat drei Angriffsgruppen gebildet, einmal im Südwesten, einmal im Nordosten und einmal im Zentralraum. Die Idee war, zwei Bindungsangriffe durchzuführen und dann im Zentralraum vorzustoßen, die russischen Kräfte zu teilen und dann in Teilen zu schlagen.
Das Dilemma war, dass bereits bei der Bereitstellung sehr hohe Verluste erlitten worden sind und die Ukraine dann schlussendlich losschlagen musste. Man hat aber hier bereits gesehen, was es bedeutet, wenn sich die russische Seite über mehrere Wochen, Monate eingreift. Ich weiß nicht, ob Sie kennen, es gibt ja einige sehr aufschlussreiche Videos, zum Beispiel ein Video, wo Sie sehen, einen einzelnen russischen Panzer, der ein ganzes ukrainisches mechanisiertes Bataillon im Angriff abwehrt, weil er dazu in der Lage ist, quasi gezielt die Spitze einer Kompanie nacheinander einen Panzer nach dem anderen auszuschalten. Der Punkt war, dass natürlich hier sich ein großer Vorteil für die Ukraine ergeben hat und das war natürlich der Fluss Dnieper und drei Übergänge, zwei Brücken und der Staudamm bei Novotschakova, der die Russen getrennt hat von der Südseite und es war klar, dass wenn die Ukraine diese drei Nadelöhre abschneiden kann, dass die Russen ein logistisches Problem haben.
Und tatsächlich war es so, dass diese drei Übergangstellen unter Dauerfeuer des Systems Heimers waren, bis dann plötzlich dieses Feuer eingestellt wird und 30.000 russische Soldaten und 2.500 Fahrzeuge über diese drei Übergangstellen den Raum verlassen und die ukrainische Armee nachzieht. Interessant an dieser Stelle ist, dass gleich am nächsten Tag der US-Generalstabschef Mark Milley von einem glorreichen Sieg der Ukraine gesprochen hat und aufgefordert hat, diesen Moment, nachdem auf beiden Seiten ca. 100.000 Mann gefallen und verwundet worden sind, zu nützen, um in die Verhandlungen überzugehen. Dazu ist es nicht gekommen.
Auf beiden Seiten sind ca. 100.000 Menschen zu Tode gekommen. Es scheint mir ein bisschen eigenartig, denn die Russen haben ja offensichtlich die Artilleriehoheit und die Lufthoheit. Gut, in den einzelnen Gefechten dort, da geht es natürlich immer mal hin und her, hier eben zugunsten der Ukrainer. Aber Faktum muss doch wohl sein, dass wenn eben so eine Fernwaffendominanz da ist, auf der Seite der Ukrainer die Opferzahl eigentlich von der Logik her höher sein muss als bei der Angreiferzahl.
So, also dass sie natürlich im konkreten Kampf Panzer gegen Panzer und vielleicht später Mann gegen Mann, dass sich das dort dann ausgleichen mag, das ist klar. Aber wir wissen auch, der Angreifer braucht mal zwei bis dreimal so viel an Truppen wie der Verteidiger. Also auch dort ist der Angreifer im Grunde genommen in einer schlechteren Ressourcensituation. Also insofern verstehe ich nicht, was der Herr Reisner hier erzählt. Das Entscheidende kommt jetzt aber, was ist passiert? Durch diesen sogenannten Abzug der Russen, den ich als den im Vergleich Abzug der britischen Truppen aus Dünkirchen bezeichne, war es den Russen möglich, etwas zu verhindern, was eigentlich die Intention der Ukraine war, nämlich eine dritte Offensive durchzuführen.
Und hier ist wichtig zu verstehen, dass eigentlich nach Kharkiv und Kherson der Plan gewesen wäre, aus dem Dnipro-Knick bei Saporoschia Richtung Süden vorzustoßen, mit der operativen Idee der Teilung der russischen Kräfte und dem strategischen... Gut, also wir sehen hier schon, dass das, was der amerikanische Generalstabschef Milley als großen Sieg gefeiert hat, in Wirklichkeit eine taktische, strategische Maßnahme der Russen war, war, die eben verhindern sollte, dass das, was jetzt Reisner beschreibt,
nämlich eine Teilung der russischen Angriffsfront. Das heißt, die Russen haben durch den Rückzug sich eben schlau verhalten. Und in diesem leeren Raum, in dem dann die Ukrainer vorgestoßen sind, das war dann der große Sieg der Ukrainer. Im Endeffekt aufgrund der logistischen Situation im Südwesten, die Russen einen Verhandlungstisch zu zwingen. Das Dilemma war aber, dass diese 30.000 Mann von den Russen, Das waren vor allem falsche Megatruppen, die verwendet worden sind, um einerseits quasi zu beginnen, Stellungen zu bauen,
nämlich von Militopol bis Mariupol, aber vor allem massiven Druck im Raum Bakhmut auszuüben. Und dieser Druck hat dazu geführt und auch der Wille des ukrainischen Präsidenten, diesen Raum unbedingt zu halten und keinen Meter Boden herzugeben, dass die Ukraine gezwungen war, ein Bataillon, eine Brigade nach dem anderen aus dem Bereitstellungsraum abzuziehen und hier den russischen Angriffen entgegenzusetzen, die natürlich noch verstärkt durch den Einsatz von Wagner für massive Verluste gesorgt haben. Die für verstärkte massive Verluste gesorgt haben.
Das heißt also, die Netto-Bilanz ist ja negativ. Zugekommen, dass diese dritte Offensive nie stattgefunden hat. Und jetzt kommt das Entscheidende. Die Russen haben also circa sechs bis sieben Monate gewonnen und in diesen sechs bis sieben Monaten haben sie sich quasi eingegraben. Die Russen haben sechs bis sieben Monate gewonnen. Das heißt, es ist doch ein totaler Sieg im Sinne von großartiger Erfolg für die russische Angreiferseite, dass sie sich einen so großen militärischen Vorteil verschafft hat. Also Herr Milley ist ja offensichtlich ein Propagandist ersten Grades, der aus einer strategischen Niederlage dann medial einen Sieg formuliert.
Wenn wir eine kurze Zwischenbilanz ziehen, dann kann man erkennen, dass die Ukraine zwar drei wesentliche Erfolge hatte, nämlich bei Kiew, ganz wichtig für die Moral, bei Kharkiv Überraschung und Täuschung und auch Kherson, aber der Punkt war, nach wie vor war es für die Russen möglich, eine starke Linie zu halten. Damals hat General Sudowikin übernommen und diese Linie hat dann auch die Bezeichnung Sudowikin-Linie bekommen. Und entlang dieser Linie hat man begonnen, sich massiv einzugraben in tiefgestaffelten Verteidigungsstellungen. Die Älteren unter Ihnen werden sicher noch die Handbücher kennen aus der Zeit des Kalten Krieges.
Ich habe mir auch einmal die Mühe gemacht und habe wieder einmal nachgesehen. Das, was Sie dort quasi theoretisch beschrieben sehen, sehen Sie tatsächlich hier ins Gelände gelegt, zum Teil aber noch verstärkt. Und wenn Sie an Schlachten denken, wie zum Beispiel die Platensee-Offensive 1945 oder Kurs 1943, dann sehen Sie genau eine derartige Stellungsstruktur, Verteidigungsbezirke, überlappende Stellungen, Panzerbeherstellungen, natürlich mit modernen Waffensystemen entsprechend ins Gelände gelegt. Und damit war klar, dass es hier sehr schwierig werden wird, für die ukrainische Seite den Angriff durchzuführen. Die Russen haben versucht, selbst in die Offensive zu gehen. Warum ist das wichtig und warum hat diese Offensive anders ausgesehen, als wir das erwartet haben?
weil nach den Erfolgen bei Kharkiv und Kherson im Prinzip die Ukraine neuerlich mit Masse abgenützt war. Das heißt, es war also nicht der Fall, und das glauben wir oft, dass der ukrainische Soldat mit der deutschen Panzerfaust in der Hand die Russen aufgehalten hat von Kiew. Nein, es waren die ukrainischen Landstreitkräfte, die aus meiner Sicht zu den stärksten Landstreitkräften Europas am Beginn des Krieges gezählt haben, die die Russen aufgehalten haben. Die waren verbraucht, dann hat man nach... Sie waren verbraucht, das ist ja ein schönes Wort. Das ist ja ein schönes Wort, was eigentlich nichts anderes heißt, dass Gerätschaften kaputt und die Mannschaften tot waren.
an die eigenen Garagen gehen musste und dort das Gerät herausholen musste, um es quasi für Flipper zu machen. Und dieses Gerät... Zu dem Zeitpunkt, also nach der russischen Winteroffensive, war quasi die Ukraine im Grunde genommen an der Frontlinie besiegt und so bettelte jetzt um weitere Unterstützung, damit sie einen Gegenschlag machen kann. Und wir Europäer waren jetzt für NATO-Länder ganz überrascht und mussten jetzt überlegen, wie wir den Ukrainern
helfen können. Es ist dann auch langsam in das Land gekommen. Niemand hat davon gesprochen, dass nur ein Teil geliefert worden sind von den von Solutione geforderten Zahlen, aber man war sehr stolz darauf, dass man Leopard und anderes in das Land gebracht hat. Die Russen haben versucht, quasi die Ukraine zu zwingen, dieses Gerät einzusetzen und darum war die russische Winteroffensive vor allem der Versuch entlang der gesamten Front, die Ukraine zu zwingen, die Reserven auszuspielen. Die Hoffnung der Russen war, dass bereits diese Reserven jene sind, die quasi bereitgestellt werden für die Offensive. Denken Sie an diese Diese beiden Armeekorps, das 9. und das 10. Armeekorps, ausgestattet mit zwölf Brigade-Äquivalenten, darum neun vom Westen ausgestattet.
Zwölf Brigaden, neun davon vom Westen ausgestattet. So, das heißt also, ohne die westliche Unterstützung hätte die Ukraine jetzt gar nichts mehr machen können. Ukraine hat hier sehr überlegt gehandelt, schwerste Verluste auch in Bakhmut erlitten, hat aber davon abgesehen, die Reserven tatsächlich einzusetzen und hat diese quasi bereitgestellt für die Offensive, die dann in weiterer Folge passiert ist. Das Ergebnis war, dass ein Jahr nach der Eroberung von Mariupol die Russen es geschafft haben, auch Bagmut einzunehmen und das wollten die Russen natürlich groß feiern,
dazu ist es nicht gekommen, weil die Ukraine sehr intelligent am nächsten Tag vorgeführt hat, wie eigentlich wenig die russische Grenze gesichert wird und damit hat niemand mehr von Bagmut gesprochen, sondern nur mehr von den Misserfolgen der Russen bei der Grenzsicherung, aber das Ergebnis war trotzdem, dass diese Stadt quasi gefallen ist. Ja, das war natürlich jetzt, was die russische Seite betrifft, ziemlich dumm, sich siegessicher zu fühlen und zu feiern, anstatt seine Grenzen zu sichern. Gut, aber Hochmut kommt ja immer vor dem Fall. Auch diese Phase, die also auch wieder geprägt war von Abnutzung im Prinzip, beendet und alle haben gewartet auf die nächste Phase.
Und das war die Phase der ukrainischen Frühjahrsoffensive, wo also all dieses Gerät, das geliefert worden ist, quasi zum Einsatz gekommen ist. Auch hier hat die Ukraine sehr gut und überlegt gehandelt. Es war klar, es geht vor allem hier um Täuschung, um Ablenkung, es geht um Geschwindigkeit und um Synchronisation. Man hat versucht, einerseits im Nordosten durch Übertritte auf die russische Seite der Grenze die Russen zu zwingen, kräftig in den Norden zu verschieben. Das haben die Russen auch zum Teil gemacht. Dann hat man versucht, im Süden anzusetzen. Das wurde von den Russen zunichte gemacht durch die Sprengung des Novotschakower Staudammes. Und dann hat man im Prinzip an drei Stoßrichtungen versucht anzusetzen. Einmal bei Bakhmut, das war vor allem der Versuch der Bindung der starken russischen Kräfte dort. Und dann zweimal zentral, einmal nördlich vom Militopol und einmal nördlich vom Mariupol.
Und der Auftakt dieser Angriffe hat am 4. Juni stattgefunden. Und man hat sich gedacht, dass unter anderem der Leopard und alle anderen Kampferzeuge dazu führen werden, dass es die Moral der russischen Truppen betrachtet, dieser Vorstoß relativ rasch passieren wird. Und das Gegenteil war leider der Fall. Warum war das der Fall? Also man hat sich das so gedacht, dass mit ein paar Panzern, waren ja nicht allzu viele, auf einer Front von 1200 Kilometern, man jetzt den großen Durchbruch erreichen kann. Also mal ganz ehrlich, was ist mit diesen westlichen Militärstrategen los? Erzählen die uns nur Märchen oder glauben die wirklich, was sie erzählen?
Auch hier können wir gerne im Detail nachher im Anschluss noch kurz reden. Der Punkt ist, dass auch hier, Sie kennen das alles, es sehr exakte Vorschriften gibt, wie es eine derart komplexe Operation durchzuführen ist. Das Wesentliche ist aber, dass Sie alle Fähigkeiten verfügbar haben müssen, die zum Zusammenwirken gebracht werden müssen. Der Kampf der verbundenen Kräfte, der Kampf der verbundenen Waffen, eine starke Luftkomponente, damit also genau das funktioniert, was Sie sich vorgenommen haben. Und man hat es relativ rasch gesehen, dass diese erste Phase im Prinzip gescheitert ist. Die Ukraine hat dann versucht, umzustrukturieren und ihre Taktik zu verändern. Dann gab es im Prinzip die ersten großen Diskussionen, wer ist denn jetzt eigentlich schuld, dass da nichts weitergeht.
Die Ukraine hat dann sehr verhalten reagiert und auch ausrichten lassen, dass sie sich nicht belehren lassen möchte. Völlig zu Recht aus meiner Sicht, weil sie ja vor Ort stehen und tatsächlich diese Angriffe ertragen und am besten wissen, unter welchen Herausforderungen sie leiden. Aber das Dilemma war natürlich, die Offensive hat nicht das geliefert, was man sich erhofft hat. Ja, aber das konnte ja auch nicht geliefert werden, denn es ist ja schon ein Jahr vorher klar gewesen, dass es an der Luftunterstützung im Grunde genommen fehlt. Also eigentlich ist doch schon seit über einem Jahr, also quasi ist doch schon klar gewesen, dass die Ukraine mit den wesentlichen Mitteln, die sie bräuchten, um eine realistische Chance gegen die Russen zu haben, dass sie damit nicht ausgerüstet sind.
Und trotzdem mit gekämpft und gekämpft und gekämpft. Das heißt also, was genau soll denn hier erreicht werden? Ein bisschen ins Gelände zu leigen. Die Karte ist nicht auf den Tag aktuell, aber es hat sich im Prinzip nicht viel verändert. Bei Rabotine ist man ein paar hundert Meter weiter Richtung Süden vorgestoßen. Sie müssen sich Rabotine vorstellen wie den Angepunkt einer Türe. Die Türe möchte man öffnen über den Osten, also beim Werbowe, da ist man auch ein paar hundert Meter vorgestoßen. Und das Dilemma ist, dass man hier immer noch in dieser ersten Verteidigungslinie liegt. Man hat die sogenannte Gefechtsvorpostenlinie, wie aus dem Lehrbuch von den Russen angelegt, durchbrochen, steht jetzt an der ersten Verteidigungslinie und hat noch mehrere Verteidigungslinien vor sich.
Ich vergleiche das immer ein bisschen mit einem Einfamilienhaus. Sie müssen sich vorstellen, die Russen sind durch den Vorgarten gekommen, haben jetzt quasi die Türe aufgedrückt, die Ukrainer sind durch den Vorgarten gekommen, haben die Türe aufgedrückt, haben einen Fuß in die Türe gestellt. Die Ukraine drückt gegen die Türe, die Russen drücken von innen gegen die Türe. Man weiß nicht, wie viele Innenräume gibt es noch in diesem Haus. Sie müssen aber durch das Haus auf die Terrasse, von dort in den Garten und von dort zum Swimmingpool, das sogenannte Asovsche Meer. Und wenn wir uns das im Gesamtkontext ansehen, dann sieht man hier, dass hier noch einiges zu überwinden ist.
Ja, also diese Grafik ist ja noch nicht ganz interessant. Also wir sehen ja hier oben rechts in Violett, und das sind die Bereiche, die aber schon früher mal von Russland annektiert worden waren. So, dann sehen wir in Orange die Bereiche, die Russland jetzt annektiert hat. Und dann sehen wir da oben an der Grenze zwischen Orange und Gelb, Und dann sehen wir diese drei Bereiche, wo eben blaue Pfeile sind. Das heißt, das sind doch die Bereiche, wo jetzt die ukrainische Gegenoffensive, die groß angekündigte, sich Territorium wieder erobern konnte.
Und jetzt mal rein nur von den Größenverhältnissen her, halten Sie das für relevant? Halten Sie das überhaupt für nennenswert, dass bei dieser großen Fläche, die noch zu erobern ist, diese drei kleinen Fitzelchen, diese drei kleinen Puzzlestücke, dass die jeden Tag wieder neu in unseren Medien als riesengroße Erfolge gefeiert werden und dass die Russen schon so gut wie besiegt sind? Glauben Sie das wirklich?
Teile ändert sich auch das Narrativ. Man sagt, naja, es war ja gar nicht die Absicht, tatsächlich physisch bis hinunter zu den wichtigen Versorgungslinien vorzustoßen, sondern nur einen Raum freizukämpfen, um auch Manöver zu haben für vor allem das Heimatsystem, das von hier aus wirken kann. Natürlich war es der Plan. Es war der Plan, dass nach drei Tagen man im Prinzip Tokmak erreicht hat und 14 Tage später quasi Melitopol überflügelt hat. Ja, also Moral von der Geschichte, das eigentliche Ziel ist in so weiter Ferne,
Es ist völlig unerreichbar. Aber auch das konnte man ja vorher nicht wissen. Man wusste ja nicht, dass die Russen dort mehrere Verteidigungslinien hatten, oder wie? Nicht so gewesen, weil die Ukraine bis heute in diesen Stellungen fest sitzen. Und das Problem ist, wenn sie noch einmal die Faktoren betrachten, Kraft, Raum, Zeit und Information. Das ist der Faktor Zeit, der der Ukraine jetzt große Sorgen bereitet, weil in den nächsten Wochen die ersten Regenfälle zu erwarten sind und dann automatisch die Rasputiza eintritt, die erste Rasputiza, die nächste dann im Frühjahr.
Und damit ist es kaum möglich, mit wirklich massiven Verbänden und schwerem Gerät zu operieren. Sie können zwar natürlich zu Fuß weiter angreifen, aber denken Sie daran, es kommt dann auch die kalte Jahreszeit. Und da hat sich nichts verändert seit den letzten Jahrhunderten, dass es vor allem darum geht, Kampfkraft zu erhalten, aber nicht groß ins Manöver zu gehen im Wesentlichen, außer sie haben also frisch aufgefrierte und gut ausgestattete Truppen. Auch hier nochmal im Detail die Verteidigungslinien, also diese sogenannte Gefechtsverbotslinie durchbrochen, jetzt zur Zeit in der ersten Verteidigungslinie, die eigentlich in diesem Raum sich teilt,
in 1a und 1b, dann die zweite und dann eigentlich schon Doc Mark mit der dritten und dahinter so die Hoffnung, dass das offene Land ein bisschen unter zum Asowschen Meer. Ja, also da sehen wir doch, dass das, was die Ukrainer theoretisch noch zu erobern hätten, um Klassen mehr ist, als das, was sie bisher schon erobert haben. Und das, was sie bisher erobert haben, haben sie mit größtem Aufwand erreicht. Das heißt, um wie viel mehr muss denn jetzt noch an Personal, an Material, an Geld in die ukrainische militärische Unterstützung fließen, damit überhaupt eine realistische Chance für die Ukrainer besteht, ihre Ziele jemals erreichen zu können.
Wenn wir uns ganz kurz mit den wesentlichen Elementen befassen, die also von beiden Seiten so betrachtet sind hinsichtlich der Weiterführung des Krieges, so ist es natürlich das berühmte Center of Gravity und hier ist klar, dass die Ukraine, wenn sie jetzt quasi in eine neuliche Offensive im Frühjahr gehen möchte und alles deutet in diese Richtung hin, dass sie vor allem die Unterstützung des Westens braucht. Auch denn ohne diese Unterstützung kann die Ukraine diesen Krieg nicht weiterführen, vor allem weil sie ja keine eigene industrielle Basis mehr hat. Denken Sie an den Angriff auf die kritische Infrastruktur, um eine große Rüstungsproduktion durchzuführen.
Und darum ist es natürlich wichtig, dass die Ukraine jetzt in den nächsten Monaten Anschlussversorgung bekommen würde, um hier weiter in den Angriff zu gehen. Und auch da darf man nicht vergessen, dass es ganz wesentlich ist, dass die Ukraine auch weitere Soldaten aufbringen muss. Und hier hören wir ja, dass die Moral sehr gut ist. Sehen Sie sich dieses Bild an, das vor kurzem geschossen worden ist. Das ist auch in Erinnerung an ein sehr berühmtes Ereignis von 1676, wo die ukrainischen Konsaken den Sultan Mehmed IV. des Osmanischen Imperiums aufrichten haben lassen.
Sie waren also nicht bereit, in innerer Art und Weise zu kapitulieren oder zu verhandeln. Und das Dilemma ist natürlich hier, dass wir uns trotzdem auch vor Augen führen müssen, dass wir ein 145 Millionen Volk haben, nämlich Russland, mit einem entsprechenden Wehrpotenzial. das gegen ein 33-Millionen-Volk, wenn man die Geflüchteten wegrechnet, Krieg führt, das sich bereits in der 12. Mobilisierungswelle, 11. oder 12., je nach Lesart, befindet, wo mittlerweile jeder zwischen 18 und 60 zum Teil ohne medizinische Untersuchung eingezogen wird. Und die Frage ist...
Ja, also 11. oder 12. Mobilisierungswelle. Und jetzt werden alle schon Leute ohne medizinische Untersuchung, Hauptsache sie sind zwischen 18 und 60 Jahre alt, eingezogen. Was zu Deutsch heißt, das Volk ist doch quasi ausgeblutet. Ich hatte neulich irgendwo gelesen, dass demnächst jetzt Frauen aus dem ukrainischen Volk rekrutiert werden sollen. Also ich bitte Sie, wir Europäer unterstützen hier mit unserem Engagement zwar den Erhalt des Staatsterritoriums der Ukraine und das aber zu dem Preis, wie sagte es nochmal eine Politikerin, bis zum letzten Kreiner.
Also ich weiß ja nicht, ob das jetzt menschenwürdig ist, zu sagen, damit dort die Staatsinteriorität gewahrt bleibt, müssen wir Tausende, Hunderttausende von Menschen, die müssen dafür ihr Leben geben. Ist denn der Staat, das Staatsgebiet wichtiger als das Leben der Menschen oder welche Moral vertreten wir dort? geht sich das auf lange Sicht aus, wenn der andere nicht bereit ist, hier nachzugeben. Und damit sind wir beim Center of Gravity der russischen Seite.
Und das ist vor allem aus unserer Sicht die russische Bevölkerung. Denn solange die russische Bevölkerung zum Präsidenten und dem Regime steht, wird es zu keiner wesentlichen Veränderung kommen. Viele hoffen auf den Schwarzen Schwan, ein Ereignis ähnlich der Revolution 1917. Das kann passieren. Ich bin überzeugt davon. Die Historiker werden Ihnen dann in der Nachschau erklären, warum das völlig klar war, dass das nur so kommen konnte. Jetzt zur Zeit sehen wir diese Indikatoren nicht. Im Gegensatz, es erscheint so, dass Putin viel fester im Sattel sitzt, dass wir das annehmen und die Russen...
Ja, also, es ist aber aller Liebe. Es heißt ja, dass die russische Propaganda eben so stark ist, dass Putin ein Diktat war. Aber zumindest kann er doch mit seiner Propaganda erreicht er doch im Inland mehr als wir im Westen. Ja, denn so wie ja jetzt Major Reisner ja klar kundtut, steht das Volk zu Putin. Und wie auch immer er das geschafft hat, wenn ich aber sehe, wie unsere Politiker, wenn die irgendwo reden, begrüßt werden, mit Apfel, mit Eierwerfen, mit Geschrei und mit Geschimpfe und Gefeife.
Und wie die Bevölkerung in den Meinungsumfragen immer mehr der Ansicht ist, dass die Politiker völlig unfähig sind, da kann ich nur sagen, was ist denn jetzt besser? Unfähige demokratische Politiker oder geliebte diktatorische Politiker? Das kann ich jetzt nicht beurteilen. Das ist nicht der Sinn dieser Analyse. Aber eigenartig ist es schon, finden Sie nicht? Die russische Propaganda macht es sehr schlau, denn sie superiert der Bevölkerung, sie befindet sich in einem Überlebenskampf, in einem Überlebenskampf wie im großen Vaterländischen Krieg, der große Vaterländische Krieg 2.0, damals gegen den Faschismus, nun gegen den Westen mit den Verbündeten der südlichen Halbkriege.
Ja, Moment mal. Aber genau diese Propaganda haben wir doch auch. Denn uns wird doch auch ständig erzählt, dass wir gegen Russland kämpfen müssen, weil Putin und sein Team wahnsinnig sind und weil sie die Welt in den Atomkrieg versetzen wollen, weil sie ganz Europa erobern wollen. Also dieselbe Propaganda. Jetzt erklären sie aber nicht, bisher haben sie es jedenfalls noch nicht erklärt, warum die eine Propaganda in Russland funktioniert, warum die bei uns nicht funktioniert. Kugeln, um also quasi hier zu bestehen. Und das bedeutet natürlich, dass gerade in der Krise das russische Volk dazu neigt, sich mehr um den Tyrannen zu scharren, egal wie brutal er ist, in der Hoffnung, dass sie quasi hier jemanden haben, der sie durch diesen Konflikt bringt.
Das heißt also, gut, sie scharren sich um den Tyrannen. Wieso ist das ein Tyrann? Wurde der nicht demokratisch gewählt? Also insofern scheint mir die Wortwahl hier ein bisschen eigenartig zu sein. Nein, wir vertrauen ihm auf jeden Fall, wir scharen nicht um ihn. Warum scharen sich unsere Bürger nicht um ihre Präsidenten und Bundeskanzler? Altes Element russischer strategischer Kultur im Wesentlichen.
Das heißt, auch hier kann man nicht erwarten, dass der Krieg weitergeht. Und so wie die Ukraine überzeugt ist, auch aufgrund der Unterstützung des Westens, diesen Krieg gewinnen zu können, ist auch Russland überzeugt davon, diesen Krieg gewinnen zu können. Und das macht ihn zu diesem elenden Krieg, in dem wir jetzt abgeglitten sind. Und wenn wir uns die Verbündeten ansehen, so muss man natürlich auch sich hier eingestehen, dass es dazu kommt, dass wesentliche Player quasi der südlichen Halbkugel, ob das jetzt nur um zwei zu nennen, Indien oder China sind, die also ganz gute Geschäfte auch mit Russland hier machen können.
und wenn Sie sich zum Beispiel den chinesischen Friedensplan ansehen, dann sehen Sie hier zum Beispiel die Fioplastik gar nicht mehr im ukrainischen Besitz, Sie sehen eine demilitarisierte Zone, die bis zum Knebel reicht und das zeigt Ihnen natürlich ganz klar, wie so hier die Unterstützung Chinas aus meiner Sicht auch für die russische Seite sich darstellt. Ja, aber da sehen wir noch genau das, was ich vorhin gesagt habe, dass unsere Einschätzung, wie dieser Konflikt zu bewerten ist, eben unsere europäische westliche Sicht ist und dass andere
Länder das ganz anders sehen. Und da würde ich mir wünschen, dass in unseren Medien diese anderen Sichtweisen auch mal beleuchtet werden und dass wir Bürger mal darüber erfahren, wie in anderen Weltgegenden darüber gedacht wird. So, was ich aber nur sehe und höre, wenn ich die Nachrichten anschalte und die Zeitung lese, dass der böse Putin uns allen das Leben vergrauen will und wir Wir auf jeden Fall aus rein humanistischen Gründen und natürlich auch aus Selbstschutz,
das finde ich erhobert werden im Anschluss. Es ist so, dass nicht nur China, sondern auch Indien und andere ganz gut daran verdienen. Wir sehen, dass es auch hier Amerika enorm unter Druck kommt. Denken Sie an den Besuch von beiden in Saudi-Arabien, wo es darum ging, quasi die Ölpreise entsprechend zu verhandeln. Die Saudis haben gesagt, wir hätten da andere Ideen. Denken Sie an die Türken, die beinhart sind und versuchen das Maximale herauszuholen, egal mit wem auch immer das notwendig ist. Denken Sie an die Inder, die das Öl zu billigen Preisen kaufen und dann um den 2- und 3-fachen Preis an Europa verkaufen, mit Umladung auf offener See von einem Tanker zum anderen.
Und wenn wir uns dann die Situation anschauen, das eigene... Ja, und denken wir mal an die Amerikaner, die uns ihr LNG verkaufen, was wir noch vor Jahren als umweltschädlich verteufelt haben. Hier wollen wir selber LNG-Terminals bauen und kaufen das teure Gas zum 4- oder 5-fachen Preis. Also insofern, auch auf unserer Seite gibt es doch Profiteure an diesem Krieg. Seit Beginn des Krieges war die EU immer noch der größte Abnehmer. Da sieht man, dass wir uns hier auch über die Situation schönreden und bei Weitem den Russen nicht die Grundlage entziehen,
die wir erwartet hätten, diese wirtschaftliche Karte, um tatsächlich nachhaltig wirksam zu werden. An dieser Stelle auch kurz ein Moment hinsichtlich der möglichen weiteren Eskalation. Sie wissen ja auch immer, dass im Raum steht, was machen die Russen, die doch eine atomare Macht sind. Und da möchte ich Ihnen nur ganz kurz aus der Genese des Konflikts folgende Fragen stellen. Stellen Sie sich die Frage, warum ist es der Fall, dass nur 20 Stück Heimars geliefert worden sind für die Ukraine, aber nicht 100 oder 150, wie die Ukrainer gefordert haben. Natürlich kann man sagen, es gibt nicht so viel Munition,
aber stellen Sie sich vor, was 100 Heimars gleichzeitig erreichen könnten im Vergleich zu 20, die über längere Dauer Munition einsetzen. Fragen Sie sich, warum es sein kann, dass bis heute keine F-16 geliefert worden sind. Von diesem Flugzeug gibt es über zweieinhalbtausend Stück, nach wie vor auf der Welt. Es gibt hunderte, wenn nicht tausende Piloten. Wir sagen aber, die Ukrainer können wir nicht ausbilden, weil sie kein gutes Engel sprechen. Wir haben die Situation, dass die russischen Raketen, Marschflugkörper, iranischen Drohnen immer noch ihre Ziele treffen. Sie fliegen alle mit GLONASS, also dem russischen GPS. Das könnte man stören oder zerstören. Das möchte natürlich die Partei nicht, die es könnte als solches.
Wir haben die Frage der ETH. Er redet also von den USA.
Medien auch lesen, kein Interesse daran hat, Russland zu vernichten, zu zerstören. Die USA hat kein Interesse daran, Russland zu vernichten oder zu zerstören. Ja, woran haben sie denn Interesse? Maximal zu containen, um das zu sagen. Warum? Weil natürlich die große Sorge ist, was passiert mit all diesen Nuklearwaffen, wenn dann plötzlich niemand mehr ihrer Herr ist. Und die Frage natürlich, was passiert, wenn eine kleine Entourage um den Präsidenten möglicherweise eine Entscheidung trifft, die wir alle bereuen wollen. Und das ist natürlich etwas, wo die USA
sehr moderat in ihren Maßnahmen ist und wo also natürlich die große Sorge ist, dass mit einer zunehmenden Eskalation die USA auch die Möglichkeit verliert, tatsächlich diesen Konflikt beeinflussend zu steuern. Das Dilemma ist natürlich, die USA möchte den Russen ganz klar zeigen, es bringt nichts, diesen Krieg weiterzuführen. Sie werden den Ukrainen immer das geben, was sie brauchen. Man kann diese Strategie auch als diese berühmte Boiling-the-Frog-Strategie bezeichnen. Aber das Dilemma ist, dass Russland davon überzeugt ist, einfach es aussitzen zu können und noch nicht, was sie auch hier eingelenkt hat.
Und das ist der Grund, warum die... Ja, und das ist doch ganz interessant. Das heißt, hier sehen wir doch ganz deutlich, dass die USA, wenn also jetzt das stimmt, was Oberst hier sagt, Herr Reisner, dass nämlich die USA gar kein Interesse daran hat, dass die Ukraine siegreich ist, sondern die Ukraine soll einfach nur so lange kämpfen, Bis die russischen Streitkräfte ermattet sind. Das heißt, was wir hier in Europa erzählen, nämlich die Ukraine muss siegen, ist ja auf jeden Fall nicht das, was die USA will.
Die USA will die Russen wirtschaftlich, militärisch, logistisch ausbluten lassen und benutzt dazu augenscheinlich die Fortführung der Ukraine. des ukrainischen Kampfeswillens. Die kriegen genau so viele Waffen, dass sie nicht untergehen, aber nicht genug, um siegreich zu werden. Das nenne ich ja mal eine unheimlich humanistische und soziale Strategie.
Wie gesagt, auch solange es andauert. Damit bin ich am Ende. 37 Minuten, also sehr gut in der Zeit. Ich möchte mit einem Zitat von General Mark Milley enden, der Generalstabschef, der in den letzten Monaten wesentlich auch diesen Konflikt kommentiert hat aus USA-Seite und der jetzt in Pension geht und von einem Air Force General abgelöst wird. Und Mark Milley, ich denke, wenn Sie ihm zuhören über die letzten Monate, ist immer sehr klar auch in seinen Aussagen und er hat also jetzt vor kurzem auch wieder kurz vor seinem Abgang aufwachen lassen, indem er gesagt hat, die Russen tatsächlich aus der Ukraine hinauszubringen wird also ein langwieriger Prozess werden.
Die Ukraine kann das schaffen, wenn sie die maximale Unterstützung, wenn sie die maximale Unterstützung bekommt des Westens. Und das gibt es ein klarer Indikator, wo wir uns befinden. Es gibt aus meiner Sicht für diesen Konflikt nur zwei Möglichkeiten. Das eine ist all in zu gehen mit dem Risiko einer möglichen Eskalation. Dazu müssten dann aber jede Woche mehrere Militärzüge Richtung Ukraine fahren. Und das zweite ist sich einzugestehen, dass man dazu nicht bereit ist, dass man nicht bereit ist, was in die Kriegswirtschaft überzugehen, dass man nicht bereit ist. Ja, und damit ist ja schon mal eins klar. Wir ja aus unserer Presse wissen, dass unsere Rüstungsgüter alle verbraucht sind.
Da ist ja die Variante All-In, also ganz Europa unterstützt jetzt die Ukraine, die ist ja gar nicht gangbar. Also es kann ja nur noch Variante 2 sein. Ja, der Westen muss sich eingestehen, dass dieser Krieg nicht zu gewinnen ist. Oder andersrum gesagt, die andere Formulierung ist, Russland hat den Krieg gewonnen. Also das ist die einzig logische Schlussfolgerung. Es ist so wie 1914, sich einzugestehen, dass man 1915 beginnen muss, tatsächlich die Kriegswirtschaft umzustellen. Da müsste man das aber auch kommunizieren, denn das, was wir jetzt haben, ist ein elendes Fegefeuer, wo also kein Ende abzusehen ist.
Entweder elendes Fegefeuer, für wen? Natürlich für die Ukrainer, wo die jungen Männer und dann auch die Mittelalten und die Alten, die werden dort quasi verheizt. Oder aber ganz Europa müsste sich auf Kriegswirtschaft umstellen. Ja, wie nennt man denn sowas, wenn ganz Europa im Krieg sich befindet? Den großen europäischen Krieg oder nennt man das dann Weltkrieg oder wie nennt man das? Herzlichen Dank fürs Zuhören. Das Dilemma besteht darin, dass wenn Sie historisch Konflikte betrachten, sie enden.
Ja, also jetzt kommen wir in den Bereich der Fragen. Das sind, glaube ich, zwölf Fragen, die beantwortet werden. Ich habe die Moderationsanmoderationen jeweils rausgenommen und stattdessen dann in diesem Untertitel mal das in meinen Worten formuliert, was der Sinn der Frage ist. Also wir haben jetzt gesehen aus den Ausführungen von Dr. Reisner, dass also hier ein Hin und Her ist und es eigentlich darum geht, wer hat den längeren Atem, wer hat die bessere Logistik, wer hat das meiste Geld, wer kann dafür sorgen, dass sein Volk ihn am längsten glaubt und unterstützt. Oder eben die Frage, wer ist der Frosch, der langsam gekocht wird. Also einer von beiden wird ja drauf gehen. Die Frage ist jetzt, wer.
Entweder in den ersten Wochen, Monaten entscheiden, beeinflusst werden von einer Seite im Sinne eines klaren Sieges oder wenn es nicht dieser angreifenden Seite auch gelingt, quasi eine Entscheidung herbeizuführen, oft in lange und langwierige Abnutzungskrede abgleiten. Und das ist das Dilemma. Das heißt, die russische Seite hat sich am Beginn völlig verkalkuliert, mit dem, was sie sich vorgenommen hat, mit diesem Plan A, mit diesem Eimer, Schock and All und so weiter und so fort. Man war aber in der Lage, sich anzupassen. Das erste Mal aus meiner Sicht hat man das gesehen im März letzten Jahres bereits. Warum? Weil hier Russland quasi den Raum Kiew aufgegeben hat. Das heißt, die ukrainische Armee ist nachgerückt. Es gab hier nur einige Schumützler, aber keine großen Kampfhandlungen. Und die Russen haben dann ca. 60.000 Mann über 1.000 Kilometer im Eisenbahntransport in fast 14 Tagen in den Donbass verlegt.
Und da hat man gesehen, aha, sie kommen langsam offensichtlich in die Gänge und sie sind in der Lage, sich anzupassen. Und dann natürlich der Wechsel der Taktik, denn die Ukraine war sehr gut in der Bewegungskriegsführung, da haben sie entsprechend den Russen sehr viel Schaden zugefügt, aber in dem Moment, wo die Russen die Ukraine in die Stellungen gezwungen haben, konnten sie ihre nach wie vor stärkste Waffe ausspielen und das war natürlich der Einsatz der Artillerie. Und darum war auch klar, dass die Ukraine in die Offensive gehen muss, möchte sie nicht hier völlig abgenutzt werden durch dieses Artilleriefeld der Russen, was wir dann eben wie gesagt gesehen haben bei Kharkiv und Kherson, aber nicht mehr dann im Wettererfolge bei Militopol.
Polen. Die Situation hinsichtlich der Moral ist aus meiner Sicht immer mit Vorsicht zu genießen. Es gibt aus militärischer Sicht den Kampfwert und die Kampfkraft. Und man muss natürlich auch gar eingestehen, dass jetzt einige Wochen NATO-Ausbildung niemanden zum Captain America machen. Das muss man also ganz klar ansprechen. Und Sie sehen ja auch die Kritik, die zunehmend laut wird von ukrainischer Seite, wo man also sagt, das, was man uns beigebracht hat, auch unter anderem in Deutschland. Und wie gesagt, ich möchte hier nicht belehrend wirken, sondern ich möchte uns einfach nur den Spiegel vorhalten.
Das ist etwas, das man gelernt hat in den Counter-Insurgency-Szenarien in Afghanistan, im Irak. Ich habe das selbst gesehen dort, was man hier bei Verhalten im Hinterhalt und so weiter gemacht hat, also was die Szenarien waren. Aber das ist nicht vergleichbar mit dem, was die Ukraine quasi jetzt zu erleiden hat. Zum Beispiel dieser massive Artillerie-Einsatz. Diese VBV-Drohnen, die wie Schwärme über einen kreisen. Die Lancet-Kamekaze-Drohnen, der man kaum Herr wird. Also auch der Umstand, quasi nicht ins Minöver gehen zu können. Kleine Kampfgruppen, ein, zwei Kampfpanzer, die Feuerunterstützung geben, ein, zwei Kampfschützenpanzer, die Vorfahren, Kräfte absetzen, die dann in kleinen Kampfgruppen versuchen, so wie in der Sturmtrupp-Taktik des Ersten Weltkrieges, die man ja damals auch als Antwort der Not heraus erfunden hat, vorzugehen. Und das ist natürlich enorm abnützend.
Also man verwendet die Techniken aus dem Ersten Weltkrieg aus der Not heraus. Sie haben es erwähnt, der Herr, der mich vorgestellt hat, hat 2021 das österreichische Kontingent in Kosovo kommandiert. In meiner internationalen Funktion hatte ich 60 Ukrainer unter meinem Kommando. Ich habe sehr viel Zeit mit ihnen verbracht und mich zusammengesetzt, habe versucht zu verstehen, was ist da 2014 passiert. Es waren fünf Offiziere darunter, drei sind bereits gefallen, leider.
Zwei leben noch, einer davon war bei der 47. Milchbrigade, jene Brigade, die hier am 4. Juni begonnen hat, den Angriff zu eröffnen. wenn sie ihm zuhören, was er erzählt, dann haben wir keinerlei Vorstellung, was dort passiert. Und das Dilemma ist, und das sage ich auch immer, wir müssen beginnen, die Dinge wirklich beim Namen zu nennen, weil uns die Situation, schön zu reden, schadet aus meiner Sicht den Ukrainern mehr, als es ihnen hilft. Wir müssen ganz klar sagen, wo krankt es und wo brauchen sie Unterstützung. Zu sagen, naja, der Leopard wird den Unterschied machen oder die Attack-Hams werden den Unterschied machen
Oder jeder, der etwas Negatives sagt, ist ein Russentroll, führt uns nicht in die richtige Richtung. Das Wesen des Militärs ist geprägt von Objektivität und Sachlichkeit. Wenn ich als Stabsoffizier meinem vorgesetzten Kommandeur ein geschöntes Lagebild geben würde, würde er mich durch Sonne, Mond und Sterne werfen, weil meine Lagedarstellung ist die Basis für seine Entscheidung, die möglicherweise mit dem Tod hunderter, wenn nicht tausender Soldaten verbunden ist. Ich kann ihm die Situation nicht schön aufbereiten. Und wenn Sie die Situation der Offensive betrachten, ich zitiere quasi hier aus dem NATO-Manual für diese Art und Weise der Einsatzführung den Begriff SOSRA, der im Prinzip umschreibt alle wesentlichen Fähigkeiten, die Sie brauchen, um eine derartige Operation durchzuführen, also zum Beispiel secure, quasi einen Einbruchsraum, obscure, der Einsatz von Nebel oder andere Mittel, dass der Gegner Sie nicht sehen kann und so weiter und so fort, dann haben hier wesentliche Elemente gefehlt.
Und wir haben uns eingeredet zum Beispiel, die russische Luftwaffe fliegt keine Einsätze mehr. Jeder Wissende, der die Videos studiert hat, die verfügbar waren, wusste, das ist ein völliger Blödsinn. Und dann, wie die ukrainischen Kolonnen sich am Weg zur Ablauflinie befanden, wurden sie aus bis zu 10 Kilometer Distanz von den russischen Kampfumschaubern beschossen und ein Fahrzeug nach dem anderen ist in Flammen aufgegangen. Da hätten natürlich Kampfflugzeuge wie die F-16 einen Unterschied gemacht, weil sie zumindest geholfen hätten, temporär über diesen Raum eine lokale Lufthoheit zu erringen im Wesentlichen. Das Militär ist wie eine Uhr. Eine Uhr kann nur dann exakt die Zeit anzeigen, wenn sie alle Rädchen hat, wenn sie einen Sekunden-, einen Stunden- und einen Minutenzeiger hat. Aber wenn wesentliche Elemente fehlen, wenn der Stundenzeiger fehlt, dann haben sie keine klare Zeitanzeige. Und das ist das Dilemma, das wir haben.
Ja, wenn wesentliche Elemente fehlen, das hatte ich ja nun auch schon mehrfach gesagt, diese wesentlichen Elemente fehlen aber nicht erst gerade jetzt, sondern die fehlen ja schon von Beginn an. Das heißt, was wir hier haben, ist, dass eine Armee, nämlich die ukrainische Armee, obwohl wesentliche Elemente fehlen, in Angriffsformationen gedrückt wird und geschoben wird und dann aus acht bis zehn Kilometer Entfernung von Kampfhubschraubern der Russen niedergemäht wird.
Also ich bitte Sie, das ist doch menschenverachtend. Und das ist das, woraus resultiert aus falscher Information. Aus Information, die offensichtlich nicht nur aus dem Fernseher und den Nachrichtenblättern stammt, sondern die offensichtlich sogar innerhalb der Militärkreise kursiert. Denn ansonsten würden doch die Soldaten das gar nicht machen. Das heißt, würde man denen sagen, ihr habt gar keine Chance da mit eurem Vorstoß, weil ihr werdet aus acht bis zehn Kilometern Entfernung von Kampfhubschraubern niedergemäht. Wollt ihr das? Dann würden die sagen, nein, das wollen wir nicht.
Das heißt, hier sehen wir doch, dass quasi eine ganze Generation, ich übertreibe das jetzt mal, von ukrainischen Menschen in einem Krieg verheizt wird. Und zwar völlig sinnlos und vorhersehbar. Man muss also hier wirklich sich auf die Fakten begrenzen und ich warne davor, rein auf die Moral zu hoffen, denn 115 Tage lang hat es jetzt auch nicht gereicht und auch die ukrainischen Soldaten werden langsam über und es geht ihnen die Energie aus. Die Frage ist jetzt, haben sie quasi genug Kräfte, um sich jetzt für den Winter zu konsolidieren, denn möglicherweise ist es so, dass die Russen im Winter versuchen, selbst wieder in die Offensive zu gehen.
Ja, wo sollen denn jetzt die Kräfte herkommen, Herr Dr. Reißner? Sie haben das vorhin erzählt, die haben die 11. bis 12. Mobilisierungswelle und sie ziehen jetzt die 18- bis 60-Jährigen auch ohne medizinisches Attest ein. Das heißt, die nehmen doch schon jede Krücke, ich sage mal jeden, der nicht behindert ist oder sonst wie körperlich untauglich ist, um zu kämpfen. Wer soll denn jetzt in der 13., 14. und 15. Mobilisierungswelle gehen? Dann sollen da jetzt die schwangeren Frauen dann noch eingezogen werden Oder was soll da passieren? Das heißt, das kann doch so überhaupt gar nicht funktionieren. Sondern wenn, dann müssten doch diese All-In-Geschichte, die Sie erwähnt haben, jetzt müssten die europäischen Armeen selber Soldaten schicken. Das würde dann natürlich eine ganz andere Hausnummer sein.
Ja, natürlich. Die Erfolge der Ukraine sind ja spektakulär. Wenn Sie daran denken, dass es zum Beispiel gelungen ist, eine Drohne in den Kreml zu steuern. Wenn Sie daran denken, dass es immer wieder gelingt, spektakuläre Erfolge zu erzielen durch Angriffe auf zum Beispiel russische Luftwaffenbasen und so weiter und so fort. Es entsteht der Eindruck, dass die Russen völlig unfähig wären und nicht in der Lage wären, ihre Basen zu sichern. Stellen Sie sich die kritische Frage, ob wir das könnten im Gegenzug. Die Antwort ist einfach, nein. Denn auch wir haben das Dilemma, dass wir einfach über die Distanzen nicht genügend Systeme haben,
um eine lückenlose Überwachung durchzuführen. Hinzu kommt, dass Drohnen einen sehr kleinen Radar-Gwehrschnitt haben. Das heißt, Flieger bei Systemen sind grundsätzlich kalibriert auf Systeme wie zum Beispiel Hubschrauber, Kampfflugzeuge. Sie können sie zwar feiner kalibrieren, haben aber viele Fehlermeldungen. Und automatisch gehen sie natürlich wieder in die alte Kalibrierung zurück, weil sie ja nicht damit rechnen, dass sie jetzt angegriffen werden von sehr kleinen Flugobjekten, die über hunderte Kilometer fliegen im Wesentlichen oder vielleicht aus dem Nahbereich gestartet werden und unmittelbar beim Flugplatz eingesetzt werden. Das heißt, diese Erfolge sind durchaus spektakulär, aber das Dilemma ist, wenn sie nicht massiert und umfangreich passieren, dann haben sie keinen Impact im Wesentlichen.
Es ist spektakulär, eine TU-95 zu zerstören oder eine TU-160, aber sie müssten 10, 15, 20 zerstören, damit sie wirklich den Effekt sehen, dass diese Flugzeuge, die noch dazu verlegt worden sind um mehrere tausende Kilometer Richtung Osten, nicht jede Nacht aufsteigen und Marschflugkörper aus dem belarussischen Luftraum Richtung Ukraine abfeuern. Das ist das Problem. Ich vergleiche das oft ein bisschen mit der V1 und der V2 im Zweiten Weltkrieg. Natürlich ist es spektakulär, wenn die V2 in London eingeschlagen hat, aber es hat den Kriegsverlauf nicht verändert im Wesentlichen.
Und das ist das Dilemma. Das Dilemma ist, dass solche Einzelereignisse, die im Kriegsverlauf völlig bedeutungslos sind, groß hochgejubelt werden und der Eindruck erweckt wird, als ob die bösen russischen Angreifer schon auf der Flucht sind. Da muss ich sagen, diejenigen, die solche Nachrichten verbreiten, die sollten mal ernsthaft sich nach ihrem moralischen Gewissen fragen, ob sie den Ukrainern, denen wir so gerne helfen wollen,
damit wirklich hilfreich sind. Das Problem bei den Waffenlieferungen, diese Attack-Camps zum Beispiel, 30, 60 Stück möglicherweise, das muss massiert erfolgen. Es muss zu einer Saturierung kommen und dann hat es einen Impact. So ist es immer so, dass die russische Seite sich immer wieder anpassen kann und sich von diesen Effekten erholen kann. Und das ist das Dilemma, das wir hier sehen. Also die erste Frage ist absolut wichtig und auch absolut nachvollziehbar. Und das ist auch das, was sich viele stellen. Wie kann es sein, dass es hier nicht mehr unterbunden wird? Hier gibt es verschiedene Erklärungsmodelle. Das erste Erklärungsmodell, und davon bin ich überzeugt,
dass da auch was Wahres daran liegt, als jemand, der sehr viel Zeit auch in den sozialen russischen Medien verbringt und dort versucht zu studieren, wie denken die eigentlich, wie denken die auf der anderen Seite des Übens. Die Russen sind davon überzeugt, dass sie eine Demilitarisierung der Ukraine, aber auch des Westens durchführen können. Das heißt, sie sagen, wir versuchen, dass diese Systeme dorthin kommen, wo wir sie treffen können und das ist an der Front. Also da möchte ich da nochmal kurz einsteigen. Als er ganz am Anfang anfing, hat er ja immer was von dem London-Strategischen Institut
Und jetzt auf einmal verbringt er sehr viel Zeit in den russischen sozialen Medien. Warum tut er das denn? Doch offensichtlich, weil es dort Informationen gibt, die er in den westlichen sozialen Medien und auch in den nachrichtendienstlichen Auskünften so nicht findet. Das heißt, hier sagt doch Herr Dr. Reisner nichts anderes, dass in den sogenannten Propagandamedien in Russland mehr an Wahrheit über diesen Krieg zu finden ist, als in den anderen Quellen. Oder zumindest, dass Sie das ergänzen.
Und dort haben wir die Artillerie, um sie bekämpfen zu können. Das Zweite ist, das riesige Land, es ist sehr schwierig, quasi umfangreiche Waffenlieferungen, vor allem dann, wenn sie quasi aufgeteilt erfolgen, zu unterbrechen. Am Beginn war es so, dass die NATO versucht hat, was sie massiert, auch zum Teil ins Land zu liefern. Da gab es tatsächlich einige Erfolge der Russen. Vor allem gerade am Beginn, denken Sie an diese Angriffe in Ramblenberg, wo auch die eintreffenden Freiwilligen für die Internationale Legion getroffen worden sind, auch die Waffenlieferungen zum Teil getroffen worden sind. Dann hat man also das geändert. Also nicht ein ganzer Zug gleichzeitig, sondern zum Teil Einzelfahrzeuge auf Tiefladern an verschiedenen Stellen des Landes. Und erst mit zunehmendem ins Hintertreffen geraten der Russen ist man wieder dazu übergegangen, größere Züge geschlossen in das Land zu führen.
Aber auch hier war es immer wieder so, dass die Ukraine das Dilemma hat, dass je näher sie sich zur Front bewegt hat, desto mehr auch die Russen in der Lage waren, ihr eister Bild, das natürlich nicht vergleichbar ist mit dem, was der Westen hier zusammenbringt, Stichwort vor allem die USA, die macht hier den Unterschied. entsprechend zu erkennen. Und auch jetzt vor kurzem, wieder vor drei Tagen, gab es ein Video in den sozialen Netzwerken, da hat man gesehen, dass ein ukrainischer Militärzug gezielt von den Russen, wahrscheinlich mit einem Tornado-S-System angegriffen und zumindest Teile der Ladung zerstört oder beschädigt worden sind im Wesentlichen.
Das heißt, diese Waffenlieferungen aus Westen... Warum sehen wir so etwas nicht in unseren westlichen sozialen Medien? Warum gibt es das in den russischen sozialen Medien? Ich denke, dort ist alles so totalitaristisch und dort ist so eine Meinungskontrolle. Aber dort werden solche Berichte gezeigt und bei uns nicht? Aus westlicher Sicht kommen an, aber die Russen schaffen es auch immer wieder eine Abnutzung durchzuführen. Darum ist ja auch der Grund, dass Salushny gesagt hat, vor der Offensive, ich brauche diese zusätzlichen Systeme. Und auch jetzt die Ukraine sagt, wenn Sie genau hinhören, wir brauchen weitere Systeme, um wieder in die Offensive zu gehen.
Sie haben jeden Tag drei, vier, fünf neue Videos von Lancet-Drohnen oder diese VPV-Drohnen, die Panzer zerstören. Das summiert sich quasi über die Dauer im Wesentlichen und das ist das Dilemma. Interessant ist auch die Frage der Zerstörung der Brücken. Warum ist es eigentlich so, dass Russland nicht die Brücken über den Dnepr zerstört? Hier gibt es auch unterschiedliche Erklärungsmodelle. Das, was sich in der russischen Szene am hartnäckigsten immer als Argumentation findet, ist, damit kann es möglich sein, dass quasi der Westen diese Waffensysteme in die Front bringt, wo sie dann von russischer Seite zerstört werden.
Das klingt jetzt sehr, wie soll ich sagen, übertrieben im Wesentlichen, aber ich versuche Ihnen nur kurz ein bisschen ein Bild davon zu geben, wie die andere Seite denkt. Das Dilemma ist, dass wir sehr wenig Zeit auch damit aufwenden zu versuchen, wie denkt der andere eigentlich und jeder gute S2 oder J2 eines Verbandes oder eines größeren Stabes. Also wir verbringen zu wenig Zeit damit zu überlegen, wie der andere denkt. Ja, aber das ist doch dann ein grundlegender strategischer Fehler. Also schon der alte chinesische Stratege Sun Tzu hat ja schon erklärt, wie wichtig es ist, dass man weiß, wie der andere denkt. Das heißt, interessieren wir uns nach über 2000 Jahren Kriegsführung nicht mehr für die allgemeinsten militärischen Erkenntnisse, sondern wir machen einfach unser Ding und sagen, wir sind siegreich, egal was der andere macht, wir werden schon siegen, siegen, siegen. Also was ist denn das für eine Militärkonst?
Ich wollte gerade hier die Zeit nehmen, um zu versuchen, mit anderen zu denken, dass immer dann, wenn die russische Seite quasi eine symmetrische Situation zu ihren Gründen in eine asymmetrische verändert, dass die Ukraine Systeme bekommt, um hier wieder einen Ausgleich durchzuführen. Aber nie so viel, dass es selbst dazu kommt, dass die Ukraine überschießend reagieren kann. Ja, das hatte ich auch heute schon erwähnt, dass man also eigentlich von Seiten des Westens, zumindest was die Amerikaner betrifft, überhaupt gar nicht an einem Sieg der
Ukrainer interessiert ist. Beispiele, die ich Ihnen gegeben habe von verschiedenen Waffensystemen, HIMARS zum Beispiel, Attackhams, die Diskussion, F-16, die GMLS-Diskussion, GMLS-Extended Range Diskussion, JADEM-Extended Range Diskussion und so weiter und so fort. Und der Hintergrund ist einfach, und das kann man ja auch in den amerikanischen Medien ganz klar nachlesen, beziehungsweise gibt es ja auch immer Aussagen, wo man das auch sagt, man versucht halt, die Russen zwar zu containen und ihnen zu zeigen, es bringt nichts, die Ukraine wird immer das bekommen, was sie braucht, hört einfach auf, aber man möchte hier nicht überschießend reagieren, weil wie gesagt,
stellen Sie sich vor, Russland würde auseinanderbrechen, was passiert mit über 10.000 Atomwaffen, wer kontrolliert die dann im Wesentlichen? Das ist das eine Dilemma und was passiert, wenn diese kleine Entourage möglicherweise wirklich durchdreht und dann den Knopf drückt im Wesentlichen? Und Achtung, das muss also nicht bedeuten, dass jetzt sofort eine Atomwaffe in der Ukraine einschlägt, Hier gibt es eine Reihe von Möglichkeiten. Interessanterweise haben wir zur Zeit relativ viele Aktivitäten, die darauf hindeuten, dass die Russen möglicherweise eine Atomwaffenliste durchführen. Das ist eine Botschaft. Man könnte auch eine Höhen-Explosion durchführen über dem Schwarzen Meer zum Beispiel in 5000 Meter. Wir hätten ja keine nuklearen Vollautos und ähnliches. Das könnte man auch ankündigen.
Es könnte zum Beispiel Wladimir Putin Joe Biden anrufen und sagen, du lieber Joe, morgen in 5000 Meter Höhe zu Mittag gibt es einen Blitz im Schwarzen Meer und du bist jetzt dran im Wesentlichen. Stellen Sie sich vor, was das für eine Panik auslösen würde im Wesentlichen. Da gibt es jetzt noch einige Eskalationsmöglichkeiten und denken Sie daran, Russland hat auch die Möglichkeit, über hybride Methoden global zu agieren. Ich vergleiche das auch sehr oft mit dem Spiel Risiko. Sie kennen dieses Spiel, wo sich Figuren platzieren in verschiedenen Ländern und sich freuen, wenn sie über seine Kontinente erobert haben. Wir haben einige Figuren in der Ukraine platziert, haben aber völlig vergessen, dass wir in derselben Zeit nicht wenige Figuren in Afrika verloren haben.
Das soll jetzt bitte keinen kolonialistischen Anspruch haben hinsichtlich Afrika, aber man muss nun mal zugeben, dass die Sahelzone mittlerweile zunehmend in den Einfluss der russischen Seite gerät. Franzosen ziehen ab aus verschiedenen Ländern, wo es vor einigen Jahren noch undenkbar war. Jetzt mittlerweile steht im Raum sogar ein Abzug aus Niger. Und wie Sie wissen, wer die Nordküste Afrikas kontrolliert, kontrolliert natürlich auch Migrationsströme als Beispiel und so weiter. Dann natürlich denken Sie an verschiedene Ereignisse hinsichtlich der Stromversorgung,
Unterseekabel, all diese Dinge. Da gibt es also schon noch einiges, was man tun kann. Und den Cyberraum zum Beispiel. Auch hier sieht man immer wieder, dass beide Seiten sich abtasten oder sich versuchen zu zeigen, was möglich wäre. Man ist aber noch sehr vorsichtig, weil das dort mit Lichtgeschwindigkeit eskalieren kann. Also da gibt es schon noch einiges, was Russland tun kann. Sie dürfen nicht vergessen, wir sind in einem Informationskrieg. Das ist das Wesentliche. Die Ukraine tut natürlich alles dazu, um ihre Seite gut darzustellen. Das ist ja völlig logisch. Für sie gilt Machiavelli, sie kämpft ums Überleben. Sie können der Ukraine nicht vorwerfen, dass sie möglicherweise es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt im Wesentlichen.
Aber der große Unterschied ist, wenn die Ukraine diesen Krieg einstellt, dann gibt es keine Ukraine mehr. Wenn Russland diesen Krieg einstellt, dann lebt Russland weiter wie zuvor. Schauen Sie sich ein Satellitenbild an, Sie sehen ein hellerleuchtetes Moskau und Sie sehen ein halbdunkles Ukraine auf der anderen Seite, um das nur ganz drastisch vor Augen zu führen. Das ist eine ganz entscheidende Frage. Ja, also das finde ich ganz interessant, was der Dr. Reißner sagt, nämlich dass das Ganze doch eigentlich eine globale Komponente hat und es wenig Sinn macht, den Fokus nur auf die Ukraine zu legen.
Und natürlich gibt es Gründe auch dafür, die er jetzt nun nicht konkret benennt, warum Russland in Afrika ja seine Position ausdehnen kann. Und eine davon ist so nach meiner Kenntnis, dass die Russen dort Wert darauf legen, faire Handelsbeziehungen zu machen und ihre Verträge einzuhalten. Und dass sie eben nicht andere Länder mit Sanktionen bedrohen oder belasten, so wie wir das hier in Europa und in Amerika gewohnt sind, mit Ländern zu machen, die nicht so wollen, wie wir das aus unserem Wertekern und uns heraus so vorstellen.
Und das also jetzt Niger und Frankreich, das ist ja eine Sache, die hat ja was mit Kolonialismus zu tun. Wie kann ein Land, was so hochwertige Bodenschätze hat wie eben Uran, so bitterarm sein? Dafür muss es ja Gründe geben. Und man sieht eben auch, das meine ich jetzt in meiner Interpretation, dass gerade das Russland eben diesen westlichen Sanktionen und Kriegsmaßnahmen so widersteht und vielleicht sogar überlegen zu sein scheint nach derzeitigen Stand, dass das für Drittweltländer, die sich bisher beklagt haben, dass sie unter den westlichen Sanktionen zu leiden haben, auch motivierend ist.
Das heißt also, je länger Russland durchhält in dieser Konfliktsituation, desto mehr Fans werden sich an Russland anheften, weil sie sagen, Russland zeigt den Drittweltländern, dass man sich der Dominanz des Westens nicht beugen muss. So, ich sage jetzt nicht, dass ich deren Meinung vertrete, sondern ich reportiere nur das, wie ich die Weltpolitik in anderen Ländern sehe, dass also hier sich langsam der Großteil der Welt anfängt, gegen die bisherige jahrzehntelange Vorherrschaft der westlichen Kultur und insbesondere der Wirtschafts- und Militärdoktrinen zur Wehr zu setzen.
Das Wissen werden Kriege nicht von Feldherren entschieden, die quasi zur rechten Zeit das Richtige tun, schon auch, aber es ist vor allem die Truppe, die sie haben und es ist die Logistik, die dahinter diese Siege möglich macht oder auch nicht. Und hier finde ich aus meiner Sicht ist der Vergleich mit dem Ersten Weltkrieg sehr wohl angebracht. Natürlich, man kann den Ersten Weltkrieg jetzt nicht vom geschichtlichen Rahmen her eins zu eins mit der heutigen Situation vergleichen, aber ich finde, die Stimmungsbilder, die wir in diesem Kriegsjahr angesehen haben, sind sehr wohl vergleichbar mit der heutigen Situation. Ich habe das kurz schon mal angedeutet in der Präsentation. Denken Sie an das Jahr 1914, wo man überzeugt davon war, dass jede Seite, dass unsere Jungs wieder zu Weihnachten zu Hause sind und der Krieg gewonnen ist.
Die österreichische Armee, die österreichisch-ungarische Armee hat bis Weihnachten knapp die Hälfte ihres Offizierskorps verloren, weil man mit der goldenen Scherpe und gezogenen Säbel ins Gefecht gezogen ist. Die Berufssoldaten, die Elite. Ab 1915 wurde der Krieg ein Krieg der Reservisten. Der Reserveoffizier war der Träger des Gefechts mit einer Ausbildung von vier bis sechs Monaten im Wesentlichen. Und auch hier haben wir eine ähnliche Situation. Wir sind im Jahr 1915 und erkennen zunehmend, dass es sich nicht ausgeht. Wir müssen auf Kriegswirtschaft umstellen. Europa muss es massiv versuchen, diesen Munitions- und Bedarfshunger der Ukraine zu stillen, wenn man es möchte.
Ja genau, wenn man das möchte, aber man muss es ja nicht. Man könnte ja auch sagen, wir sind ja im Westen den christlichen Werten und dem Humanismus verpflichtet und wir könnten im Interesse von Menschenleben sagen, ja, dann geht eben 20 Prozent der Ukraine verloren als Staatsgebiet und das ist dann eben so. Aber es müssen nicht mehr 10.000 oder gar 100.000 Menschen mehr sterben.
Das könnte man auch sagen. Aber man kann natürlich auch anders sagen. Man kann sagen, Hauptsache das Gebiet wird erhalten, egal zu welchem Preis. Also beide Varianten sind denkbar. Und wir praktizieren ja im Moment die zweite. Diese All-in-Situation, die ich angesprochen habe. Das Ausbilden von Soldaten in zehn Wochen im Rahmen eines NATO-Kurses es reicht nicht aus, um einen Offizier, einen Vollwertigen zu erzeugen im Wesentlichen. Ich habe vier Jahre in der Militärklinik verbracht und drei Jahre im Generalstabskurs.
Dazu kommt noch meine Waffenausbildung, die ich gemacht habe als damals junger Leutnant, als Kommandant eines Jagdpanzers vom Typ Kirassier. Nur um dieses Fahrzeug zu beherrschen, hat es eine Zeit gebraucht. Da musste ich den Zug beherrschen und innerhalb der Kompanie wissen, was von mir verlangt ist und verstehen, was das Bataillon tut im Wesentlichen. Das geht nicht mit einigen Kursen und quasi mit einigen Ausbildungsbehelfen. Das heißt, der Krieg wird zunehmend zu einem Krieg der Reservisten und es kommt noch etwas anderes hinzu, dass die, die eingezogen werden, zum Teil erzogen worden sind, noch in der alten sowjetischen Doktrin. Das heißt, dieses Mission Command, diese Auftragstaktik, auf die wir so stolz waren, weil die Ukrainer es gekonnt haben,
das geht immer mehr verloren, weil natürlich die Helden der ersten Monate mittlerweile auch gefallen sind. Ein gutes Beispiel sind die ukrainischen Spezialkräfte. Das waren die, die vor allem den Russen bei dem Abschneiden der Versorgungslinie die größten Probleme gebereitet haben, Aber in den Kämpfen, in den Wäldern von Issium sind nicht wenige davon gefallen. Das ist das Dilemma im Wesentlichen, das wir haben. Das heißt, wir haben die Situation, dass im Prinzip die Ausbildung hier nachlässt. Auf der russischen Seite ist es genau ident. Auch hier haben wir das Problem, dass das Berufskader am Beginn des Krieges mit Masse schwere Verluste erlitten hat oder gefallen ist.
Das heißt, wir haben auch hier die Reservisten, die sich hier gegenüberstehen, die ukrainischen Reservisten. Und damit sind wir dort, wo wir quasi dann im Jahr 1915 ins Jahr 1916 übergehend waren. Und das Jahr 1916 war das Jahr, wo diese elenden Offensiven begonnen haben, wo um wenige hundert Meter, Kilometer, Hunderttausende gefallen sind. Ja, also wie gesagt, man muss das jetzt auch wieder auf die verschiedenen Ebenen herunterbrechen. Taktisch, operativ, strategisch und auf die unterschiedlichen Domäne und die Kräfte, die dort so aktiv sind. In der Landsdomäne, auf der taktischen und operativen Ebene ist es zurzeit nicht möglich für die Ukraine diesen Durchbruch zu erzielen.
Wir haben Einbrüche, also wir haben einen Durchbruch durch die Gefechtsvorpostenlinie. Jetzt vor Postenlinie, wir haben einen Einbruch in die erste Linie und man kommt dort Meter für Meter langsam voran. Ja, und das war ja nun doch mehrfach die große Devise von Präsident Zelensky, die Russen auch komplett aus der Ukraine, aus der Krim zu verjagen. Und hier erklärt es Dr. Reisner, dass es nicht möglich ist. Das ist auch der Zweck eines derartigen Verteidigungssystems. Die Abnutzung ist quasi der Zweck der entsprechenden Verteidiger, den Russen, den Ukrainern gegenüber. Das heißt, man kalkuliert ein, dass der Angreifer sich von einer Linie zur anderen langsam durcharbeitet, aber das Kalkül ist, dass er, bevor er die letzte Linie erreicht, liegen bleibt, weil er völlig abgenützt ist.
Es gibt hier genug Beispiele. Nehmen Sie Kurs, nehmen Sie die Platten sehr offensiv als Beispiel und so weiter und so fort. Und das sehen wir hier. Das heißt, selbst wenn die Ukraine es schafft, bis zur dritten Linie zu kommen oder bis zu Dogmark, wenn sie dann liegen bleibt, weil sie nichts mehr hat, hat sie das Ziel auch nicht erreicht. Das Narrativ ist, nur gut, das war ja gar nicht die Absicht, sondern wir brauchen nur Raum zu manövrieren für den Heimers, möglicherweise mit den Attack-Cams und da können wir im Prinzip die Nachschublinien kontrollieren. Das stimmt nur eingeschränkt, weil natürlich es einen Unterschied macht, ob sie die Linien physisch kontrollieren oder ob sie quasi aus der Distanz heraus Fahrzeuge im Einzelmarsch beschießen, weil der Konvoi wird natürlich dann von den Russen nicht mehr angewendet werden und da kann sich die Frage stellen, ob sie eine Attack-Cams verwenden, um quasi einen einzelnen Lastwagen zu treffen oder auch nicht im Wesentlichen.
Das heißt, die physische Unterbrechung wäre natürlich das Ziel aller Dinge. Dadurch, dass es in der Landsdomäne mit der Offensive nicht so läuft, versucht natürlich die Ukraine ganz gezielt zu zeigen, dass das Momentum nach wie vor bei ihr ist. Und das ist der Grund, warum wir auch diese Intensivierung der Angriffe haben. Das ist auch der Grund, warum zum Beispiel der Heimers mittlerweile auch für eher mindere Ziele eingesetzt, weil man natürlich da entsprechende Erfolge hat. Und das ist auch der Grund, warum zum Beispiel Stormshell und Skalper entsprechend diese spektakulären Einzelerfolge haben. Aber hier ist das Problem nicht die Quantität und die Qualität des Systems Storm Shadow, Scalp oder zukünftig auch Taurus. Es ist das Problem der verfügbaren Plattformen und das ist in diesem konkreten Fall die SU-24M, von denen die Ukraine zwölf Stück am Beginn des Krieges hatte, circa noch sechs bis acht fliegen und die können nur überleben, weil sie von einem Flugplatz zur nächsten Hüpfung quasi dann im Start mit zwei Maschinen drei bis vier Flugkörper abfahren können, von denen meistens ein oder zwei von den Russen abgeschossen werden.
Im Wesentlichen, weil die Russen in der Lage waren, sich auch hier anzupassen. An dieser Stelle bitte nochmal verwiesen auf den Inhalt der Discord-Leaks, die man auch nicht unterschätzen darf, also für den Militär eine absolute Fundgrube, was quasi hier in Dokumenten alles geleakt worden ist. Die Russen müssen also ein exaktes Bild haben von dem, was die Amerikaner von ihnen wissen, denken sie auch zum Beispiel an die Gliederung dieser beiden Kors im Wesentlichen. Ja, das Gute ist, dass die Ukraine begonnen hat, hier massiv die Angriffe zu eskalieren und dass diese auch Erfolg haben durch diese spektakulären Angriffe. Und ich würde sogar behaupten, die Ukraine hat es geschafft, tatsächlich die Vorherrschaft der russischen Seite im Schwarzen Meer nachhaltig zu treffen. Also kein Vergleich zu dem, was noch vor einigen Monaten der Fall war.
Die Frage ist, kann sie das auf lange Sicht aufrechterhalten? Also gibt es genug Nachschub, um tatsächlich hier wirksam zu werden? Und hat es jetzt einen kriegsentscheidenden Effekt im Wesentlichen? Das können wir jetzt noch nicht sagen als solches. Ja, da sind wir eben wieder genau bei der logistischen Frage. Bisher mangelte es ja quasi den Ukrainern an allem, was wesentlich ist. Und jetzt haben sie dann im weitesten Sinne erst der Folge dort auf der Krim. Und wenn aber nicht mehr Unterstützung kommt, dann müssen sie sich da wieder zurückziehen bzw. werden von den Russen dort wieder rausgeworfen.
Das hängt natürlich von der Unterstützung des Westens ab. Hier gibt es zwei klare Antworten. Die erste Antwort ist, die NATO schließt es aus, mit eigenen Soldaten vor Ort am Boden aktiv zu sein, zumindest im großen Umfang. Das ist das eine. Und das ist auch der Konsens, weil ich denke, und das ist an jedem klar, dass man das den Bevölkerungen nicht zumuten möchte. Und das Zweite ist, was das andere betrifft, auch hier gibt es ja im Prinzip eine klare Aussage und die ist völkerrechtlich definiert und die bedeutet, dass das, was wir jetzt tun, das nicht bedeutet, eine Kriegspartei zu sein im Wesentlichen. Die Frage ist natürlich, wie die russische Seite das sieht im Wesentlichen und was sie dagegen tut. Aber hier muss man auch klar sagen, Russland hat immer wieder rote Linien gesetzt und diese rote Linien wurden überschritten und es wurde keine Eskalation der russischen Seite durchgeführt im Wesentlichen.
Ja, der Satz ist doch mal interessant. Also das böse, aggressive Russland lässt ständig rote Linien überschreiten und eskaliert nicht. Warum nicht? Obwohl sie doch eigentlich in verschiedenen Bereichen die Dominanz haben oder überwiegend die Dominanz haben. In zwei, drei Gegenden sind sie ein bisschen schwächer in ihrer Position. Das heißt, die könnten doch jetzt ohne weiteres eskalieren. Sie tun es aber nicht. Also hier sehen wir doch, dass das, was wir bei uns hören, reinste Propaganda ist, dass die Russen so aggressiv seien.
Ja, denn selbst dann, wenn man quasi über ihre roten Linien geht, nutzen sie das nicht als Chance, ja, dann überproportional zu eskalieren. Sie tun es einfach nicht. Das heißt, da ist doch entweder Unfähigkeit, sie tun es nicht, weil sie es nicht können, so, oder es ist, ich sag mal, vielleicht eine gewisse Form von Abgeklärtheit nach dem Motto, okay, die haben da Grenzen überschritten, Aber wir wollen hier nicht irgendwelche größeren Sachen machen. Deswegen reagieren wir darauf nicht. Sprich, das scheint mir eher in Form von militärischer Vernünftigkeit oder Weisheit zu sein. Aber mindestens von Besonnenheit, also von irrationalem, aggressiven Verhalten ist doch da nichts dran zu erkennen.
Also ich glaube, wir müssen einfach verstehen, dass wir im Prinzip eine Situation haben, wo beide Konfliktparteien wie bei einem Boxkampf sich im Klinsch liegen, zum Teil auch ermattet sind. Und während der eine versucht, den anderen zu treffen, kommt der andere immer wieder aus dem Rügelgegriff heraus und so weiter und so fort. Und während Russland versucht, die Ukraine zu würgen, versucht die USA, Russland zu würgen und die Frage ist, wen geht früher die Luft aus im Wesentlichen? Das ist das Dilemma. Das ist ja auch das Elend von derartigen Kriegen als solches. Es gibt also keine Entscheidung sofort in die eine oder in die andere Richtung.
Lassen Sie mich vielleicht eines ergänzen, was ganz wichtig ist. Viele suchen die Antwort. Es gibt diese Antwort nicht. Wir beschreiten hier absolutes Neuland. Wir erleben Geschichte. History in the making. King. Wenn wir All-In gehen und es kommt zu einer Eskalation, wird der Historiker uns erklären, warum das völlig klar war, dass es so passiert ist. Es kann aber auch sein, dass es nicht eskaliert. Auch dann wird der Historiker sagen, warum es so gekommen ist. Gehen wir nicht All-In und machen wir mit diesem Fegefeuer weiter,
gibt es vielleicht eine Situation, die erinnert an die Nord-Süd-Korea-Situation, dass ja auch immer wieder gebracht wird. Wir wissen es nicht. Es gibt nicht die Antwort. Es liegt an uns, das zu entscheiden und wir werden erst wissen, ob wir richtig stehen, wenn wir diese Entscheidung getroffen haben. Es sind aus meiner Sicht viele Vergleiche mit der Vergangenheit durchaus zulässig. Ich habe dieses Vergleich mit dem ersten Merkel gebracht. Ich finde auch, es ist der Vergleich mit München 1938 und die Zeit damals durchaus angebracht, wo man gesagt hat, naja, damals haben wir ja gelernt daraus. Man hat quasi Hitler
es zugelassen oder durchgehen gelassen, dass er sich ein Land nach dem anderen holt und man weiß ja heute historisch, dass er dann immer mehr Appetit bekommen hat im Wesentlichen. Was wäre gewesen, wenn man ihm schon früher quasi einen Riegel vorgeschrieben hat? Ja, aber dieses Argument, das zieht doch überhaupt gar nicht. Hätte Russland einen solchen Appetit, warum haben sie denn nicht von den ganzen anderen Nachbarländern, die dann da sind, sich schon was geholt? Zum Beispiel, dass sie nach Finnland gegangen wären oder nach Norwegen oder sonst wohin oder sich irgendeinen der kleinen baltischen Staaten gegriffen haben.
Also wenn Russland so aggressiv wäre und Landhunger hätte, warum haben die das noch nicht gemacht? Das wusste man damals nicht. Man konnte ja nicht wissen, dass es so sich entwickelt. Das ist das, was heute immer suggeriert wird, dass völlig klar war, dass die Situation sich so darstellt. Das stimmt ja nicht. Wer hätte 1918 gedacht, dass 20 Jahre später, 21 Jahre später, ein noch viel verheerender Krieg passiert? passiert. Dann hätten die Leute doch ja nicht die Dinge gemacht, die sie getan hätten. Die sind sicher im Café ausgesessen und haben sich gedacht, ich vergleiche das mit
Österreich, der Hans und der Franz irgendwo im Café Zentral, du, da gibt es den Hitler, was glaubst denn du? Naja, ich weiß es nicht, aber die haben alle Arbeit in Deutschland. Aber man sagt ja, der rüstet auf. Wir werden ja nicht so blöd sein, wir waren beide misant so, du hast deinen Fuß dort verloren. Das wird ja nicht der Fall sein. Und dann kam ein Konflikt, der noch viel eskalierender war als vorher. Das ist das Dilemma. Und das ist ja auch das, wo ich sage, man müsste jetzt endlich handeln, vor allem auch als Europa, und sich entscheiden, was man möchte. Weil zu glauben, dass das irgendwie vorbeigeht, das wird nicht passieren.
Dafür ist zu viel Porzellan zerbrochen worden. Und wenn nächstes Jahr in Amerika die Wahlen anders ausgehen, als wir das uns erwünschen, dann haben wir in Europa einen riesigen Scherbenhaufen und wir haben einen Gegner, der seit zwei Jahren mit uns im Krieg ist. Und Russland ist mit Europa im Krieg. Die Einzigen, die das noch nicht verstanden haben, sind wir. Die nehmen das wirklich persönlich. persönlich. Und dann ist die Frage, was tun wir dann? Und wenn wir dann beginnen, es unseren Bevölkerungen beizubringen, dann wird es eine böse Überraschung geben. Und das wird den Populisten Tür und Tor öffnen. Erstens einmal steht es mir nicht zu, diese Frage zu beantworten, weil ich es nicht bin. Und zweitens würde ich genau
das tun, was General Salouche nicht macht. Er würde versuchen, die Moral der Truppen hochzuhalten. Er würde versuchen, das verfügbare Gerät, das er bekommt, und das ist bei weitem nicht das, was ihm versprochen worden ist, so einzusetzen, dass es geht. Ich würde versuchen, Versuchen auf die Taktiken und auf die Operationsführung der Russen zu reagieren, was ich auch mache. Und ich würde ganz klar auch meinen Verbündeten ausrichten, ich bedanke mich für das, was ihr mir liefert, aber bitte erklärt mir nicht, wie ich diesen Krieg führen soll, weil meine Soldaten stehen dort im Schützengraben und erleben das jeden Tag. Nun, ich habe dieses Beispiel gebracht von dem Boxkampf.
Sie wissen, ein Boxkampf funktioniert in der Systematik nach einem Rundensystem. Das heißt, eine Runde nach der anderen vergeht und auch ein Richter entscheidet quasi, welche Seite technisch gewonnen hat zum Beispiel, oder man sieht das quasi klassisch durch ein KKU oder Ähnliches. Das heißt, dieser Konflikt geht auch hier wie bei einem Boxkampf von einer Runde in die nächste im Wesentlichen. Und die jetzigen Sieger der Ukraine waren vor allem Punktesieger, aber sie waren kein KU. Und die Russen haben es, da gibt es diesen russischen Boxer Baluev, dieser Riese, der immer quasi, wenn er technisch vom meistens unterlegenen Amerikaner sehr unter Druck kam, den Amerikaner einfach in die Arme genommen hat, in den Clinch im Wesentlichen. Und das macht Russland. Da kommt der Schiedsrichter, löst sie auseinander und die russische Seite hat genug Luft, um quasi in die nächste Runde zu gehen im Wesentlichen.
Solange beide Seiten diese Energie aufbringen, solange die Coaches hinter ihnen stehen und ihnen Wasser, Handtuch und sonstiges reichen, solange sie noch Kraft haben, werden sie wieder in die nächste Runde übergehen. Solange keiner K.U. geht oder ähnliches. Die Geschichte hat immer gezeigt, dass Konflikte schlussendlich von einer heißen Phase in eine beruhigte Phase übergehen werden. Ob das dann mit einem Friedensschluss verbindet ist, mit einer Kapitulation oder einem Waffenstillstand, sei dahingestellt. Ich habe vorher schon dieses Beispiel von Korea genannt. Man vergisst oft, dass Nord- und Südkorea bis heute diesen Krieg nicht beendet haben.
Es gibt einen Waffenstillstand als solches. Und dieser Waffenstillstand hat dazu geführt, dass sich beide Konfliktparteien entlang einer Demarkationslinie gegenüberstehen. Man darf nicht vergessen, um diesen Waffenstillstand in Korea zu erreichen, hat es zwei Jahre und 473 Verhandlungstage gebraucht, um ein 18-seitiges Dokument zu definieren, das den Zustand beschreibt, den wir heute haben. Aber es ist zumindest ein Zustand des mehr oder weniger Friedens, wo Südkorea eine prosperierende Macht geworden ist und Nordkorea es unter anderem auch durch die Verfügbarkeit von Atomwaffenschaft immer wieder sich in Erinnerung zu rufen und das zu bekommen, dass es als Regime überleben kann. Denken Sie jetzt nur an das letzte Treffen mit Putin im Wesentlichen, was das noch einmal angeführt hat.
Das heißt, es könnte durchaus sein, dass auch hier so eine Situation kommt. Der Waffenstillstand hat einen großen Vorteil. Keiner der beiden Parteien muss sagen, wir haben verloren. Beide können sagen, wir waren dabei zu gewinnen, aber wir machen nur ein kurzes Timeout im Wesentlichen. Und das ist also nicht unwesentlich, weil beide Seiten brauchen ja etwas, was sie ihren Bevölkerungen ja auch verkaufen können müssen. Vor allem wenn man davon ausgeht, dass die russische Bevölkerung weiß eben diesen schwarzen Schwan, weil dieser Lenin im versperrten Zug noch nicht irgendwo in Sicht ist, weil diese Revolution Oktober 1917 nicht in Sicht ist, immer noch weitermacht im Wesentlichen. Und auf der anderen Seite die ukrainische Seite, die ja zunehmend auch unter Druck kommt aufgrund der Verluste zu sagen, nach diesen Opfern können wir nicht einfach aufhören im Wesentlichen. Also das ist das Dilemma, das wir haben.
Ja, also das ist ja Suchtverhalten. Das kennen wir bei allen Süchtigen, auch bei Spielern, bei Glücksspielern, die sagen, ich kann jetzt nicht aufhören, ich muss weitermachen, ich muss die Verluste, die ich schon hatte, wieder reinholen. Das ist ja selbstzerstörerisches Verhalten. Es mag sein, dass es psychologisch nachvollziehbar ist, aber autodestruktiv ist es dennoch. Das heißt also, so kann man politisch natürlich argumentieren, aber dann argumentiert man gegen das Wohl des eigenen Volkes.
Das heißt, das Ansehen, das ist dann wichtiger als das physische Leben oder Überleben der eigenen Bevölkerung. Ich glaube, dass eine derartige Nord-Süd-Korea-Situation durchaus realistisch ist. Denn die anderen beiden Optionen wären einerseits, die Ukraine bricht durch, Russland zieht sich zurück, alles geht wieder in den Urzustand, Wahrscheinlichkeit momentan eher gering. Oder Russland bricht durch, stoßt bis zum Dnepr, wird der alte Land, momentane Wahrscheinlichkeit auch gering. Kann sich aber verändern, wenn die Ukraine nicht mehr die Ressourcen hat, um sich etwas entgegenzuhalten im Wesentlichen.
Und das Dilemma ist, natürlich hat Russland diesen Krieg strategisch verloren. Das ist ja eindeutig. Von Völkerrecht und Moral rede ich gar nicht. Aber die Frage ist, was erzählt der Bandit? Natürlich hat Russland diesen Krieg verloren. Russland laufen im Moment in Afrika und in Asien die Leute zu und unterstützen das Land in gewisser Weise. Das heißt also, verloren hat Russland vielleicht aus westlicher Sicht, aus europäischer Sicht, aus NATO-Sicht.
Selbst bei der UNO konnte sich ja die Generalversammlung nicht auf eine Maßnahme gegen Russland einigen. Selbst das nicht. Also insofern, das ist doch völliger Quatsch, was Sie hier erzählen. Ist es bereit, sich einzugestehen und aufzuhören? Und das ist ganz klar momentan nicht erkennbar. Ich möchte bei Gott nicht behaupten, dass ich die Russen verstehe. Ich bin sehr geprägt durch meine Forschungsaufenthalte für ein Buch, das ich geschrieben habe über die sogenannte Wiener Operation der sowjetischen Streitkräfte.
Und da habe ich ein bisschen hinter den Vorhang blicken können und in die russische Seele hineinschauen können. Und ich muss Ihnen sagen, das ist sehr archaisch, um das auszudrücken. Der moralische Kompass ist dort ein ganz anderer als bei uns. Ganz anderer als bei uns. Nun, Sie kennen ja die Diskussion. Und wenn der Taurus kastriert wird, dann wird ein Ochse daraus. Also das ist die Frage, was dann übrig bleibt schlussendlich in der Lieferung als solches. Was macht den Taurus jetzt so besonders? Es ist eine deutsche Präzisionsentwicklung und Waffe im Wesentlichen. Das Besondere daran ist, dass er aufgrund seiner Flugeigenschaften besonders resistent ist gegen feindliche Störungen zum Beispiel.
Er bringt all die Eigenschaften eines Marschflugkörpers mit. Das heißt, er nähert sich in Bodennähe an und kann so relativ lange im Radarwinkel quasi eingesetzt werden. Er hat einen kalibrierbaren Zünder. Man kann ihn quasi so einstellen, dass er, wenn ein Haus trifft, erst im zweiten, dritten Stockwerk explodiert, um das ganz einfach darzustellen im Wesentlichen. Das ist auch der Nachteil zum Beispiel der Storm Shadow und auch der Skype, die im Prinzip bunkerbrechende Waffen sind. Die stanzen wunderbare, schöne Löcher in einer Brücke, aber die zerstören nicht die Brückenlage und Ähnliches im Wesentlichen. Ja, der große Denkfehler ist, es gibt nicht die Wunderwaffe. Das ist möglicherweise die Atombombe und das möchte ich gar nicht ansprechen, was das bedeutet, ein derartiger Einsatz. Aber das Militär, ich habe es schon erklärt, funktioniert wie eine Uhr. Sie brauchen also all diese Rädchen, Sie brauchen all diese Zeiger und zusammen ergeben Sie dann die perfekte Zeit als solches.
Aber wenn Teile davon fehlen, dann reicht es nicht der Minuten- und der Sekundenzeiger. Sie brauchen den Stundenzeiger, damit sie wissen, wo sie am Tag stehen im Wesentlichen. Also auch der Taurus wird zwar die Russen weiter unter Druck bringen, wird aber nicht dieser Gamechanger sein als solches. Sie dürfen sich nicht vergessen, denken Sie an die Lieferung der Leopard. Deutschland hat gesagt, wir werden keine Leopard liefern. Die Amerikaner haben gesagt, ja, wir liefern Abrams. Deutschland hat gesagt, Leopard liefern wir. Die Leopard waren die ersten in der Ukraine. Abrams kommen oder sind jetzt gerade eingetroffen im Wesentlichen. So, das sagen die Amerikaner jetzt vor kurzem, ich glaube, Sullivan hat das sogar ganz offen auch gesagt, dass das der Grund ist, warum er das so entschieden hat. So, jetzt gibt es eine begrenzte Zahl von Attackams, Druck auf Deutschland wird groß, liefern wir den Tausend im Wesentlichen.
Also Amerika nimmt ja ganz klar auch Europa in die Pflicht und natürlich hier die potenten Staaten, die hier Systeme haben, die man verwenden kann. Aber die Frage ist natürlich, macht das dann einen großen Unterschied? Ich denke, daraus ist ein Waffensystem, das sich besonders eignen würde, eine Brücke wie zum Beispiel die Straße von Kerch anzugreifen. Aber dass das möglich ist, das haben die Ukrainer schon gezeigt. Zweimal nämlich im Wesentlichen. Einmal quasi am Beginn zum Geburtstag Putins vor kurzem, also vor letztes Jahr und jetzt noch einmal quasi, da war es eigentlich gedacht in Kombination mit diesem Angriff, um die südliche Versorgungslinie abzuschneiden und zu zerstören.
Also die Ukraine hat uns immer wieder gezeigt, dass sie selbst in der Lage ist, sehr innovativ zu wirken, auch auf russischem Territorium im Wesentlichen. Und jetzt vor kurzem hat auch ein ukrainischer Sicherheitsberater gesagt, dass es nicht der Absicht ist, diese Attack Camps quasi auf russischem Territorium einzusetzen. Wobei, da kann man jetzt wieder diskutieren, aus russischer Sicht sind diese vier Oblaste ja bereits russisches Territorium und vor allem die Krim im Wesentlichen. Also, Tartarus wird natürlich einen weiteren Druck erhöhen auf die Russen, Stichwort Eskalationsspirale, aber ich bin nicht davon überzeugt, dass er quasi diese entscheidende Waffe ist, dieser Game Changer, die also den großen Unterschied macht.
Und Sie haben ja das gesehen, auch bei diesem Angriff auf die Schwarzmeerflotte, auf das Hauptquartier, wobei die Frage ist jetzt, ist der Kommandeur wirklich gefallen oder nicht? der widersetzt. Da kommt die nächste Spielfigur. Und solange es genug Figuren gibt, geht dieser Krieg weiter. Ja, soweit Dr. Markus Reißner vom österreichischen Bundesheer in seinem Vortrag und mit seinen Fragen. Also ich denke, man kann es sehen, wie man will. Er ist natürlich ein begeisterter Unterstützer der Ukraine.
Das muss er auch sein, denn Österreich ist ja quasi so ein assoziiertes NATO-Mitglied oder möchte gern Juniorpartner. Ich weiß nicht, wie der genaue Fachbegriff dort ist. Das heißt, als kleines Land kann sie sich natürlich nicht gegen die NATO-Moral und Doktrinen zur Wehr setzen. Andererseits ist ja Österreich theoretisch neutral und insofern sind also die österreichischen Strategen eigentlich gut dafür prädestiniert, eben die allgemeine Meinungspropaganda durch Wahrheiten und Fakten ein bisschen aufzulockern.
Und das macht er doch zunehmend mehr. Er hat schon in den letzten Wochen eigentlich immer wieder in seinen Montagsgesprächen bei NTV sich dahingehend geäußert. Andere äußern sich anders, manche kritischer, wieder andere sind ganz begeistert auf der Erfolge der Ukraine. Aber ich glaube, der Reisner als Dozent für Militärstrategie etc., der hat schon die richtige Kompetenz. Und nachdem er sich auch bei alternativen russischen Medien informiert und sich ein eigenes Bild verschaffen kann, ist er offensichtlich auch nicht mehr ganz so fanatisch, sondern hat einen realistischeren Blick, den er versucht uns mitzuteilen.
Und eigentlich sagt er uns ja durch die Blume, dieser Krieg wird ewig so weitergehen, weil das beabsichtigt ist. Und es wird erst dann aufhören, entweder der Westen aufhört, die Ukraine zu unterstützen. Oder aber wenn der Westen All-In macht, sprich wenn Europa und vielleicht auch Amerika, aber ich denke mal eher nur Europa, eben in die Kriegswirtschaft geht und quasi ganz Europa gegen Russland antritt, um ein Gebiet, wo überwiegend Weideland ist, zu befreien von der Vorherrschaft der bösen Russen.
Ja, die Frage ist, ob es das uns dann wert sein wird, ob wir dann auch irgendwann mal die 18- bis 60-Jährigen hier einziehen werden, weil die anderen schon verbraucht sind. Das werden wir alles sehen. Das heißt, sollte sich Europa nicht auf die Kriegswirtschaft einlassen, dann ist ja eins klar, dass am Ende Russland diesen Krieg im Prinzip jetzt schon gewonnen hat.
Denn wir haben keine genügend Rüstungsgüter, um sie den Ukrainern zu geben. Die Ukraine möchte zwar jetzt mit so und so viel Rüstungsfirmen Europas oder weltgrößter Waffenlieferant werden. Ja, aber das dauert ja auch so seine Zeit. Sprich, bis diese Fabriken alle gebaut und produktionsfähig sind und die Soldaten alle eingewiesen sind, ist der Krieg vielleicht dann doch schon vorbei. Insofern denke ich, wir sollten uns im Westen da nichts vormachen. Dieser Krieg ist effektiv verloren für die Ukraine oder für den Wertewesten.
Und wenn wir irgendwas dran ändern wollen, dann müssen wir selber Kriegspartei werden. Wir müssen unsere Industrie umstellen auf die Produktion von Rüstungsgütern. Ich weiß nicht, ob wir Deutschen das wirklich wollen. Denn nach unseren historischen Ereignissen hatten wir ja eigentlich immer gesagt, nie wieder Krieg. Ich erinnere mich noch, ein Landesverband der Grünen hatte ja noch anlässlich der Bundestagswahl erklärt, wir Frieden schaffen ohne Waffen.
Und jetzt schreien sie am lautesten nach Waffen. Also insofern, ich kann mir alles vorstellen. So, wie war das noch als Frau Wagenknecht und Frau Schwarz eine Friedensdemo machten? Da hießen die Friedensschwurbler. Also heute wird man schon diskreditiert, wenn man für Frieden ist. Ja, also wir haben eigenartige Zeiten. Ich bin gespannt, wie es wird. Aber was klar ist für mich jedenfalls, Russland hat den Krieg gewonnen. Das Einzige, was mich persönlich interessiert, ist, wann das in die Realität umgesetzt wird.
Ob Russland noch weiter diesen Abnutzungskrieg führen muss und dann mithilfe von Unterstützung von China oder Indien oder wie sie alle heißen immer mehr reingezogen werden, bis sie vielleicht doch in einem Weltkrieg drin sind. Oder aber ob die Europäer sich zusammenraffen. Ich glaube, die Amerikaner, die werden das nicht machen. Die möchten ja nicht, dass ihr Land mal angegriffen wird. Die wurden ja noch nie von jemandem angegriffen.
Ja, also insofern denke ich, die Sache ist schon erledigt. Sie ist schon eingetütet, aber es ist bei uns hier oben noch nicht ganz angekommen. Vielleicht haben Sie eine andere Meinung. Schreiben Sie es in die Kommentare. Bis zum nächsten Mal. Die Welt Klar Sehen.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Großoffensive 🚀Ukraine gegen Russland | Ein tieferer Blick auf Kriegsführung, Strategie und Erfolge“, Die Welt Klar Sehen, 03.10.2023.
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Uwe Loose analysiert und kommentiert einen Vortrag von Oberst Dr. Markus Reisner (österreichisches Bundesheer) zur ukrainischen Großoffensive 2023. Kernaussage: Der Krieg ist ein Abnutzungskrieg, den die Ukraine ohne massive westliche Kriegswirtschaft nicht gewinnen kann.
