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Bundeskanzler weiß nicht was Zinsen sind10.02.2024

KABINETT SCHOLZ

Abschrift

Abschrift des Videos vom 10.02.20248 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Hallo liebe Zuschauer, willkommen auf meinem Kanal, die Welt klar sehen. Neulich hatte er ja erst unser Bundeswirtschaftsminister dargestellt, dass er ja keine Ahnung davon hat, was sparen ist. Jedenfalls nicht so, wie andere Menschen darüber nachdenken. Ja und nun ist Olaf Scholz vor kurzem auffällig geworden, sage ich mal in Anführungsstrichen, weil er eine ganz merkwürdige Einstellung zu Zinsen, speziell Hypothekenzinsen hat. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Ja, und worum ging es da eigentlich genau? Es ging speziell um das Thema, dass also Scholz zum Immobilienmangel der Ampel eine eigenartige Erklärung macht, so die Neopresse. Auch Spiegel schreibt Scholz über verfehlte Neubauziele. 400.000 Wohnungen eher zu wenig. Okay. Dann heißt es dann, die Ampelkoalition verfehlt ihr Ziel beim Wohnungsbau schon jetzt. Bundeskanzler Scholz macht auch ein psychologisches Problem dafür verantwortlich und sieht sogar noch einen größeren Bedarf. Ja, und dann geht es hier weiter.

Auch bei der Immobilienzeitung, das ist ja eine Fachzeitschrift aus der Branche, Olaf Scholz irritiert die Branche mit Aussagen zur Wohnungskrise. Und was haben wir noch? Die Welt erklärt auch, hohe Bauzinsen sind eher ein psychologisches Problem. Scholz' Satz sorgt für Empörung. Ja, das ist schon ein bisschen eigenartig, dass sich so viele Leute aufregen, was er gesagt hat oder wie er es gesagt hat. Und wir schauen uns das mal genauer an, was denn die Rahmenbedingungen überhaupt waren. So, denn, jetzt gucken wir mal rein. Es ging eigentlich um den Wohnungsbau. Das Ziel von 400.000 neu gebauten Wohnungen pro Jahr verfehlt die Regierung schon deutlich. Als Erklärung präsentierte Scholz bei einem Bürgerdialog eine eigenwillige Einschätzung, die deutlich der Immobilienversicherung deutliche Antwort der Immobilienbranche folgte. Wo war das? In einem kleinen Örtchen Stahnsdorf, das keiner kennt, irgendwo zwischen Teltow und Potsdam, direkt an den Bezirksteil Wannsee. Also darüber muss man jetzt nicht so viel reden.

Und Kanzler Scholz redete vor einheimischem Publikum über die Weltlage, Demokratie und Flüchtlingspolitik und über den Wohnungsneubau, dem manche Stahnsdorfer angesichts der nebenan überquellenden Hauptstadt mit Argwohn begegnen dürften. Scholz betonte, dass das bisher weit verfehlte Ziel der Bundesregierung von 400.000 Neubauten Wohnungen pro Jahr eher die untere Grenze des Notwendigen sei. Die Kommunen müssten bei der Anstrengung mithelfen, mehr Wohnungen zu bauen. Das Thema streibt mich um, sagt er, und dann fiel der entscheidende Satz. Bei manchen Immobilienprofis fiel im Nachhinein die Kinnlade nach unten. Ja, die Kinnlade, aber mal gucken. Schuld am fehlenden Neubau sei nämlich unter anderem ein psychologisches Problem durch einen schnellen Zinsanstieg in den vergangenen Jahren, so zitierten Presseagenturen den Regierungschef. Nicht etwa die tatsächlich sprunghaft verteuerten Finanzierungskosten für ein Eigenheim.

Zum Durchschnittspreis geht es um mehrere hundert Euro pro Monat bildeten die Ursache für die gekaufte Rückhaltung, sondern eher eine Form der Angststarre. Ja, soweit Olaf Scholz. Was ist denn hier eigentlich los? Also sicherlich ist ja der Punkt der, dass der Wohnungsbau ein Problem hat. 400.000 wollten sie bauen. Er sagt, das ist ja schon die Untergrenze. Ja, das würde ich auch so sehen. Also ich bin ja auch aus der Immobilienbranche als Immobilienbewerter, so mit regelmäßig auf Fachseminaren, wo eben Analytiker und Wirtschaftsinstitute und Forschungsinstitute überprüfen, was brauchen wir in Deutschland für Wohnraum. Da kann man sagen, ja, das stimmt schon. 400.000 ist die absolute Untergrenze, insbesondere wegen der der Migration, die ja auch, die Migranten ins Land kommen, müssen ja auch irgendwo wohnen. Und so weit, so gut. Aber was ist jetzt das Problem? Nämlich das Problem ist, dass er sagt, der Zinsen, das sei ja irgendwie ein psychologisches Phänomen. Was sind denn Zinsen tatsächlich? Ja, was sind Zinsen? Schauen wir doch dafür einfach mal rein in ein Buch, was das wissen sollte, nämlich das Gabler Wirtschaftslexikon online.

Definition, was sind Zinsen? In der Volkswirtschaft lehre der Preis für die Überlassung von Kapital bzw. Geld. In diesem Sinne werden auch Mieten und Pachten gelegentlich als Zinsen angesehen. Dann gibt es noch Zinsen im Bankwesen als Aktiv- oder Sollzinsen. Dann gibt es noch gesetzliche und vereinbarte Zinsen im bürgerlichen Recht. Dann gibt es in der Finanzbuchhaltung noch Zinsen in der Gewinn- und Verlustrechnung und in der Kostenrechnung als Entgelt für die Inanspruchnahme des Produktionsfaktors Kapital. Und dann noch im Steuerrecht, in der Abgabenordnung gibt es auch noch Zinsen im Rahmen der Frage der Steuererstattung. Das heißt also, was uns jetzt hier interessiert, ist hauptsächlich die erste Definition, nämlich der Preis für die Überlassung von Kapital beziehungsweise Gewinn. Ja, und genau darum geht es eben. Zinsen sind ein Preis, ein Preis für die Überlassung von Kapital bzw. Geld. Das heißt, wir haben also, muss man ganz klar sagen, wie bei jedem Preis, es ist eine Sache von Angebot und Nachfrage. Und da gibt es ja nur vier wesentliche Fallgestaltungen. Nämlich entweder ist ein Angebot und Nachfrage ausgewogen.

Es wird genauso viel nachgefragt, wie eben angeboten wird, zumindest was jetzt die preisliche Situation betrifft. Oder aber die Nachfrage ist stärker oder aber das Angebot ist stärker. Es kann auch sein, dass wenn eine Seite gleich bleibt, aber die andere sich verändert, also wenn zum Beispiel die Nachfrage dieselbe ist und das Angebot aber kleiner wird, dann muss der Preis natürlich aufsteigen. Hier geht es also um das Baugeld, um das Hypothekengeld, um die Bauzinsen. Und die sind ja im letzten oder vorletzten Jahr sind sie rapide gestiegen in 2022. Und das hatte ja dann dazu geführt, dass ab Sommer 2022 die Immobilienpreise ja quasi, die Hypothekenzinsen ja sehr hoch gegangen waren schon im Frühjahr und dann gingen die Immobilienpreise entsprechend wieder runter. Allerdings waren die Preise damals schon auf ihrem Höchststand seit vielen Jahren. Und das, was hier runtergegangen ist, darüber kann man streiten, ob das jetzt viel oder wenig ist. Ich persönlich halte es für wenig. Aber das ist jetzt ein ganz anderes Thema. Moral von der Geschichte.

Warum sind die Zinsen hochgegangen? Ja, das hatte was mit der gesamtwirtschaftlichen Situation zu tun und auch mit der Zentralbankpolitik, wie eben die Zentralbank die Zinsen festsetzt. Darüber brauchen wir ins Detail nicht reinzugehen, aber deswegen ist die Aussage von Olaf Scholz, das ist ja hauptsächlich ein psychologisches Problem, zumindest wird er ja so zitiert, das kann so nicht sein. Natürlich ist etwas Psychologisches an jeder Preisbildung. Ein Gegenstand, den man erwerben will, ist dem einen viel wert und dem anderen ist er gar nichts wert. Also vereinfacht gesagt, der eine will es ja unbedingt loswerden, dem ist es quasi gar nichts wert. Der hätte statt des Dinges lieber das Geld und der andere hat zu viel Geld, das er nicht hätte haben wollen und dafür lieber das Ding. Das heißt also genau beim Kaufgeschäft, sind die völlig entgegengesetzten Interessen, die sich dann zu einem Preislevel vereinbaren. Und das gilt für den Hypothekenzins genauso. Und psychologisch ist also insofern lediglich die Preisfindung, aber die Angebotssituation, die hat damit ja nun nichts zu tun. Und hier geht es ja zum Beispiel darum, wie viel Wohnraum angeboten wird, wie viel Wohnraum nachgefragt wird. Und natürlich

Hat auch die Wohnbaupolitik was damit zu tun? Und warum wird in Deutschland so wenig gebaut? Ja, weil zum Beispiel die gesetzlichen Anforderungen so hoch sind. Warum ist denn der Bau eingebrochen? Ja, zum Beispiel wegen zu vieler Anforderungen, wegen Umweltauflagen und Energiesparen und, und, und. In Deutschland sind die Baukosten bald doppelt so teuer wie in manch anderen Ländern in Europa. Das heißt, die Politik sorgt erst mal mit viel zu hohen Preisen, hohen gesetzlichen Anforderungen dazu, dass das Bauen teurer wird. Und nachher sagt sie, es wird ja zu wenig gebaut, also müssen wir jetzt die Mieten subventionieren. nur wenn zu wenig gebaut wird und gleichzeitig immer mehr Leute ins Land kommen, ist eins klar, die Mieten müssen steigen und zwar zwangsläufig. Und diejenigen, die dann Wohnungen und Häuser vermieten, deren Immobilien werden auch steigen. Das heißt, es ist völlig klar, dass hier ist nicht nur ein psychologisches Problem, sondern dass Herr Olaf Scholz schlichtweg genauso ahnungslos ist von diesem wirtschaftlichen Prozess wie sein Kollege aus dem Wirtschaftsressort. Und da sage ich mal, Gott sei Dank haben wir so kompetente Leute in unserer Regierung, da können wir eigentlich auch gleich das Licht ausmachen und schlafen gehen. Bis zum nächsten Mal, die Welt klar sehen. Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Bundeskanzler weiß nicht was Zinsen sind“, Die Welt Klar Sehen, 10.02.2024.

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Uwe Loose analysiert die Aussage von Bundeskanzler Olaf Scholz, der hohe Bauzinsen als psychologisches Problem darstellte, und erklärt aus Sicht der Immobilienbranche, warum das Verfehlen des Ziels von 400.000 Wohnungen jährlich reale ökonomische Ursachen hat.

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