Taurus | Daten-Super-GAU für Deutschland?09.03.2024
Abschrift
Abschrift des Videos vom 09.03.20249 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Zum Thema Taurus-Leak gibt es eine hochspektakuläre neue These, die behauptet, dass Bundesinnenminister Boris Pistorius von A bis Z gelogen hat, als er den Vorfall runtergespielt hat. Und in Wirklichkeit sei es viel dramatischer, dass nämlich die komplette Bundeswehr-IT von den Russen gehackt worden ist. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Das ist nicht meine These, sondern vertreten wird sie von einem anonymen IT-Experten auf dem alternativen Blog TKP. Wir wollen einfach mal schauen, was so die wesentlichen Aussagen von TKP sind und wer der Autor ist. Schauen wir da einfach mal rein. Da haben wir also den Titel, warum Pistorius bezüglich des Taurus Leaks lügen muss, von IT Security Experten geschrieben und veröffentlicht am 8. März 2024. Und wenn wir mal hier in die Einleitung gucken, hierbei wird der Eindruck erweckt, dass ein in Singapur weilender Konferenzteilnehmer hätte sich über einen unsicheren Kanal eingewählt, so als hätte er schlicht ein abhörbares Telefon benutzt, auch wenn fälschlicherweise davon ausgegangen,
dass die Kommunikation mit Webex stets unverschlüsselt stattfindet. Beides ist nicht zutreffend. Ja, da müssen wir natürlich sagen, okay, das ist ja eine Sache, die in dieser Erklärung von Boris Pistorius ja wirklich ein bisschen sehr eigenartig war, nach dem Motto, wir gehen davon aus, dass es wohl so war. Dabei handelt es sich doch um einen hochrangigen Luftwaffengeneral. Da hätte ja ein einfacher Anruf schon am Freitagnachmittag gereicht, letzte Woche. um zu fragen, wie genau haben die sich denn eingewählt. Also dafür bedarf es ja nicht der Ermittlung des militärischen Abschirmdienstes, sondern ein Anruf hätte dort Klarheit verschafft. Das heißt, alleine schon diese Information, dass dort keine exakte Information gegeben wurde, musste ja eigentlich doch Fragezeichen an die Aussage von Boris Pistorius stellen. TKP interpretiert natürlich die Ausgangssituation anhand des Tonmitschnittes, den wir jetzt hier nicht mit beilegen, weil der ist ja quasi verboten. Und schreibt jetzt folgendes. Der Audio-Mitschnitt beginnt recht unspektakulär. Ein Hauptmann Irrgang ruft den in Singapur weilenden General Gräfern. Zunächst ist nicht klar, ob Gräfer sich am Telefon befinden oder per VPN, also Virtual Private Network, das heißt also eine verschlüsselte separate Datenlinie.
und Videocall am Notebook das Gespräch entgegennimmt. Das wird erst später im Smalltalk vor der eigentlichen Konferenz klarer. Dort spricht Gräfer von der guten Aussicht aus seinem Hotel und fantasiert, die Kamera seines Fernsehers, gemeint ist wohl der Monitor, auf die Aussicht zu richten, um die anderen Teilnehmer etwas zu ärgern. So, das bedeutet ja nichts anderes, was also aus dem Verlauf, wie das Gespräch überhaupt beginnt, im Grunde genommen klar wird, dass gar nicht der in Singapur sich eingewählt hat in das Netz, sondern er wurde aus dem Netz heraus kontaktiert und vermutlich zumindest theoretisch über eine sichere Datenleitung. Das wird von TKP so dargestellt. Der General meldet sich am Anfang des Gesprächs mit Hallo. Der Hauptmann Irrgang stellt sich kurz vor und leitet dann die Teilnahme an der Konferenz ein. Jetzt kommt der wesentliche Satz. Die Verbindung wurde also von einem Teilnehmer innerhalb des Bundeswehrnetzwerkes aufgebaut. Das erscheint schlicht logisch und sinnvoll, da der umgekehrte Weg aus Sicherheitsgründen wenig geeignet erscheint und mutmaßlich von den Firewalls der Bundeswehr sowieso technisch unterbunden worden wäre. Ja, und ich glaube, das ist ein ganz zentraler Satz.
Denn die Behauptung von Boris Pistorius, er hat sich über eine unsichere Datenleitung eingewählt. Ja, was wäre denn das IT-System der Bundeswehr wert, wenn sich jeder über eine sichere, unsichere Datenleitung dort einwählen könnte, wenn es keinen Schutzmechanismus gibt, der prüft, ob jemand, der sich dort einwählt, überhaupt qualifiziert ist und gesichert sich einwählt. Das heißt, dieses Argument halte ich persönlich für äußerst wichtig. Ja, und TKP fasste also jetzt seine gesamten Sätze in vier Grundprinzipien zusammen. Der General wird von innen durch Irrgang angerufen und erst dann der Konferenz hinzugefügt. Der General nimmt das Gespräch an seinem Notebook entgegen. Die Kommunikation zwischen Notebook des Generals und Netzwerk der Bundeswehr erfolgt über ein hochverschlüsseltes VPN. Die Kommunikation zwischen dem Webex-Client, also dem Notebook in Singapur und dem Webex-Server in der Bundeswehr erfolgt innerhalb des VPN. Selbst wenn Webex falsch konfiguriert worden wäre, wären die Daten des Gespräches dennoch abhörsicher. Das heißt also, im Prinzip war es so, die Interpretation von TKP war der gesamte Vorgang komplett abgesichert und damit ist die These, ich sag mal, begründet oder zumindest nachvollziehbar. Die TKP behauptet, Pistorius hat von A bis Z gelogen. Aber was folgt jetzt daraus?
Ja, die besondere Besanntheit ist, dass wenn also die gesamte Verbindung ja doch sicherheitsverschlüsselt war, dann bedeutet es, dass also das System der Bundeswehr IT schon komplett infiltriert war. Da muss es also Spionagesoftware schon drin gegeben haben. Und der Autor, dieser IT-Experte von TKP, der weist darauf hin, dass er schon mal etwas Ähnliches berichtet hat. verweist darauf, ich habe ausgeführt, wie in vielen Netzwerkkomponenten Hintertürchen für spätere Zweitinfektionen installiert werden. Deshalb besteht für betroffene Unternehmer oft die einzige Lösung darin, die komplette Hardware im Unternehmen auszutauschen, das heißt Rechner, Server, Switcher, Access Points, Router, Drucker etc. Das heißt, wovon wir reden, ist, dass jetzt TKP vermutet, dass also das gesamte Bundeswehr-IT-Netz mit Hintertüren der Russen versorgt ist oder versehen ist und dass man im Grunde genommen dieses Problem gar nicht lösen kann, nicht wirklich, außer wenn man die komplette Hardware auseinander nimmt bzw. komplett ersetzt. Das ist eigentlich nach TKP-Interpretation der absolute Super-GAU.
Wie finden Sie das? Mal eine Frage an die IT-Experten unter Ihnen. Ist das, was TKP sagt, nach Ihrer Meinung nachvollziehbar oder sehen Sie das anders? Mit diesen Grundvoraussetzungen der Annahmen oder Spekulationen kommt TKP dann eben dazu, was denn eigentlich das plausible Szenario und Interpretation dann sein könnte. Nämlich erstens dem GRU, also dem russischen Auslandsgeheimdienst, gelingt es unbemerkt einen Rechner im Bundeswehrnetz zu infiltrieren. Zweitens, diesem Geheimdienst gelingt es in Folge viele weitere Rechner und Server zu infiltrieren und es gelingt eine erhebliche Anzahl von Hintertürchen in Servern und Netzwerkgeräten zu installieren. Man greift danach unbemerkt massivweise Daten ab. Fünftens, Russland entscheidet sich, jetzt diese Daten zur Erpressung der deutschen Regierung zu benutzen. Und als Beweis für diese Erpressung stellt Russland den Taurus-Leak zur Verfügung. Und das finde ich eine äußerst runde Argumentation, denn wir haben uns ja alle gefragt, warum
Geben die jetzt so eine Information bekannt? Denn normalerweise wäre es doch für jemanden, der einen anderen abhört, von Vorteil, dem anderen nicht mitzuteilen, dass er ihn abhört. Aber hier wäre es ja dann, wenn es nur so wäre wie Pistorius sagt, ein Zufallstreffer, dann wäre es eigentlich nicht viel wert. Aber mit dieser Interpretation... Nämlich, dass es eigentlich ein Erpressungsversuch ist, quasi ein direkter Einflussnahme auf die bundesdeutsche Politik nach dem Motto, siehe hier, nur als Beispiel für unser Wissen und für unsere Infiltration eurer Bundeswehr-IT-Systeme zeigen wir jetzt mal der Welt den Taurus-Leak. Und wenn ihr nicht so wollt, wie wir wollen, dann zeigen wir noch einige andere Sachen. Also entscheidet euch, was ihr wollt. Also ich finde, das ist doch eine äußerst interessante Spekulation. Ja, und TKP kommt zu der Schlussfolgerung. Dieser Leak zeigt, in welchen Tiefen der GAU das deutsche Bundeswehrnetz bereits infiltriert hat. Das Abgreifen verschlüsselter Kommunikation direkt an den Servern der Bundeswehr ist eine Machtdemonstration ohne Vergleich. So, und hier noch weiter. Die Möglichkeiten, alle Hintertürchen zu finden und zu eliminieren, sind marginal. Denn es reicht ein einziges übersehenes Hintertürchen für eine Zweitinfektion aus.
Darum ist die einzig sichere Lösung der Verzicht auf jede Art von IT, bis alles komplett durch saubere Systeme ersetzt wurde. So eine Niederlage vor einer Bundestagswahl einzugestehen, erscheint parteipolitisch selbstmörderisch, zumal es ein Jahrzehnt dauern kann, bis diese Probleme alle gelöst sind. Bis dahin ist der russische Vorrat an weiteren ungünstigen Leaks erheblich und die Angst vor der Veröffentlichung in Regierungskreisen enorm. Daher besteht nachvollziehbar die einzige Möglichkeit für Pistorius darin, die Unwahrheit zu berichten und im Gegenzug dafür, die Regierung zu schützen. Ja, soweit der IT-Sicherheitsexperte von TKP, also wie ich finde, eine äußerst interessante, bedenkenswerte Theorie. Ich würde mal gerne Sie bitten, sich mal Gedanken zu machen, für wie wahrscheinlich Sie diese Theorie halten. Und auch die IT-Experten, wenn es denn welche unter uns gibt, unter den 4.500 oder wie viele es sind, äußern Sie sich doch bitte mal dazu, ob Sie zu derselben Schlussfolgerung kommen, was die Sicherheit betrifft, oder ob Sie das für Quatsch halten. Schreiben Sie bitte alles unten in die Kommentare. Bis zum nächsten Mal. Die Welt klar sehen.
Klar sehen, clever denken, frei handeln.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Taurus | Daten-Super-GAU für Deutschland?“, Die Welt Klar Sehen, 09.03.2024.
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Analyse eines Leak-Skandals: Ein IT-Experte behauptet, dass die gesamte Bundeswehr-IT von Russland infiltriert wurde und Pistorius darüber gelogen hat.
