DWKS-Kompass-SiegelDie Welt Klar Sehen

Dt. Katholiken kritisieren das Papstinterview12.03.2024

UKRAINE - NARRATIV

Abschrift

Abschrift des Videos vom 12.03.202414 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Ich hatte gestern ja erwähnt, dass der Papst sich zu rechtfertigen scheinen muss, weil er zu Frieden aufgerufen hat. Das hat ja eben den Ukrainern und den europäischen und NATO-Ländern nicht genügt oder nicht gefallen. Aber es ist nicht nur so, dass eben Politiker damit nicht einverstanden sind, sondern sogar die deutschen Bischöfe meinen, dass sie da quer schießen wollen oder müssen. Ja, und Sie haben doch tatsächlich gestern sogar ein Statement veröffentlicht, in dem Sie den Papst quasi auffordern, er möchte doch mal seine Aussagen bitte ein bisschen genauer erläutern, weil Sie so wie es ist damit nicht einverstanden sind. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Konkret ist es also diese Stellungnahme und da wird eben das nochmal kurz wiederholt. Jetzt wird also gefragt, kann man angemessen über die Aussagen von Franziskus nachdenken und streiten? Insbesondere ist es sinnvoll, die Ukraine und nicht im gleichen Atem zu Russland zu Verhandlungen aufzurufen?

Ist eine echte Verhandlungsbereitschaft Moskaus zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt zu erkennen? Welche Bedingungen müssen gegeben sein, damit der schreckliche Krieg, ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg Russlands gegen das Nachbarland auf dem Verhandlungsweg ein Ende finden kann? Aus der Sicht der deutschen Bischöfe, die im neuen Wort Friede diesem Haus noch einmal dargestellt wurde, muss letztlich die Ukraine in kluger Abwägung selbst entscheiden, wann der Moment für Friedensverhandlungen gekommen ist. Das Papst Franziskus, die hier genannten Punkte in seinem Interview nicht aufgegriffen hat, hat bei vielen Beobachtern Irritationen ausgelöst, die wir nachvollziehen können. Es wäre gut, wenn der Heilige Stuhl in diesen Fragen eine inhaltliche Erklärung seiner Person kommuniziert. Und so weiter. So, das heißt, was wir hier im Grunde genommen haben, ist, dass die deutsche Bischofskonferenz vom Papst verlangt, dass die das Deutsche neu spreche, dass er das annehmen möge. So, und dazu gehört dann eben, dass Russland grundsätzlich als völkerrechtswidriger Aggressor zu bezeichnen ist.

Darunter steht, dass wenn man zufrieden aufruft, grundsätzlich beide zufrieden aufruft und nicht nur einen und, und, und. Das heißt, wir sehen hier, dass also die Deutsche Bischofskonferenz, ja ich sag mal, ja redet, wie unsere Politiker reden, ja, und das möchte sie, dass der Papst das auch tut. So und die Frage ist natürlich warum, wenn sie eigentlich damit nicht einverstanden. Ich hatte ja gestern im Video erklärt, dass ja eigentlich deutlich hervorgeht, dass das, was der Papst quasi als Privatperson geäußert hat, völlig in Übereinstimmung steht mit den Glaubensgrundsätzen. Und insofern bedurfte es einer solchen Klarstellung doch gar nicht. Warum muss ein Papst sich danach richten, wie Politiker sprechen wollen? Muss er doch eigentlich gar nicht. Oder vielleicht doch? Ja, und die Antwort findet sich vielleicht, wenn wir nochmal zurückgehen zu dem Katechismus, also quasi dem Text, der erzählt, was der katholische Gläubiger bitte gefälligst zu glauben hat. So, da finden wir weiter unten, nämlich, wenn es darum geht, ob jetzt ein Krieg ein Verteidigungskrieg ist, ja,

etc. Die Beurteilung, ob all diese Voraussetzungen für die sittliche Erlaubtheit eines Verteidigungskrieges vorliegen, kommt den klugen Ermessern derer zu, die mit der Wahrung des Gemeinwohls betraut sind. Und die staatlichen Behörden haben in diesem Fall das Recht und die Pflicht, den Bürgern die zur nationalen Verteidigung notwendigen Verpflichtungen aufzuerlegen. Und so weiter. Das heißt, hier sehen wir ganz klar und eindeutig, dass der Vatikan im Grunde genommen seine vormalige, frühere, universelle, moralische Autorität freiwillig abgegeben hat, nämlich an die weisen Führer des Volkes. Das heißt, er ist mit diesen Formulierungen, die 1992 unter unserem damaligen Kardinal Ratzinger publiziert wurden, hat man quasi dokumentiert, dass man vor der Macht und Deutungshoheit der Politiker eingeknickt ist. Das heißt, hier hat der Staat die Kirche als moralische Instanz ganz eindeutig besiegt. Das heißt, wir sehen also...

dass es gar nicht so ungewöhnlich ist, dass jetzt unsere deutschen Bischöfe reden wie die Politiker, denn schon vor 30 Jahren, 1992, hat der Vatikan das ja im Grunde genommen schon in Gang gesetzt, spätestens. Ich will jetzt gar nicht davon reden, wie zu Zeiten des Dritten Reiches eben die katholischen Kirchen mit den damaligen Herrschern zusammengearbeitet haben. Das ist alles Geschichte. Aber jetzt in der neueren Zeit sehen wir ganz eindeutig, die Kirche ist nicht mehr dazu in der Lage, sich über die Politik zu erheben. sondern überlässt solche wesentlichen Entscheidungen, die zu bewerten und zu beurteilen, alleine der Weisheit der Politiker. Insofern könnte man sagen, wenn das doch schon im Vatikan so ist, was um Himmels Willen regen sich denn dann die deutschen Bischöfe auf? Und da gibt es also einen weiteren Grund für und deswegen dieses Video, nämlich eigentlich sind die deutschen Bischöfe, ja ich sag mal, im Streit mit dem Vatikan und das hat schon ein bisschen was Krimihaftes an sich.

Angefangen hat eigentlich alles schon vor ein paar Jahren, nämlich genau genommen am 29. Juni 2019. Dort gab es einen Papstbrief. Das heißt, der Papst hat einen Brief geschrieben an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland. Dort hat er sich dann auf 19 Seiten entsprechend geäußert. ich sag mal jetzt abgesehen von den üblichen Höflichkeitsfloskeln, wie toll Deutschland ist und die Arbeit der Kirchen in Deutschland, stellt er dann unter anderem Herausforderungen des Glaubens fest, dass nämlich der Glauben erodiert und verfällt und das nicht nur spirituelle, sondern auch soziale und kulturelle Auswirkungen hat. Und dann betont er besonders den Synodalen Weg. Der Synodale Weg, was ist das jetzt? Da schauen wir mal rein. Der Synodale Weg bedeutet... Ja, eben die Zusammenkunft der obersten Kirchenvertreter und hat eine sehr, sehr lange Geschichte. Und diese lange Geschichte, das heißt, dass also jetzt ein Gremium, ich sag mal, in sozialistischer Art und Weise beschließt, was die kirchliche Wahrheit ist, ja.

Und diese Wahrheit, die gilt dann eben für alle, die in dem Glaubenssystem drin sind. Das ist eben der synodale Weg. Und dieser synodale Weg, den gibt es natürlich im Großen, also global, quasi katholisch weltweit. Und den gibt es natürlich auch in den einzelnen Ländern, weil ja die Länder so ein bisschen spezifisch sind. Und nun ist es so, dass in diesem Brief der Papst sich doch, ich sag mal, eigentlich Sorgen um den synodalen Weg in Deutschland macht. So erörtert die Bedeutung, den die deutschen Bischöfe vorgeschlagen haben für den neuen deutschen synodalen Weg und betont, wie wichtig die Synodalität ist und dass man doch durch den Heiligen Geist geführt sein möge, sodass es aber eben auch Versuchungen und Herausforderungen gebe, die vom wahren gemeinsamen Weg ablenken könnten. Und so er nennt er als Beispiel den Fokus auf strukturelle, organisatorische und funktionale Veränderung, die nicht die eigentlichen Herausforderungen des Glaubens adressieren. Das heißt, hier sehen wir schon an der Stelle, dass eben der Papst sagt, hoppla, in Deutschland wollen die Bischöfe die Struktur des Bischofstums der katholischen Kirche ändern. Und das finde ich aber jetzt nicht so gut.

Er betont dann insbesondere das Zweite Vatikanische Konzil, wo eben die letzte größere, wesentliche historische Synode stattfand und die wichtigsten Reformen durchgeführt wurden, um eben den Verfall des Glaubens abzuhalten. Und er endet zum Schluss damit, dass er eben seine Hoffnung und sein Vertrauen in das Volk Gottes in Deutschland ausdrückt und bittet um Gebete für sich. Ja, so weit, so gut. Das heißt, wir sehen hier, es gibt also auch schon vor 2019 eine ganz klare Vorgeschichte dahingehend, dass die deutschen Bischöfe strukturelle Änderungen an der katholischen Kirche vornehmen wollen. die dem Papst nicht gefallen. Und dieser Streit hat dann da jetzt einen formalen Anfang genommen. Nun hätten wir ja meinen können, dass die deutschen Bischöfe jetzt auf dieses warnende Hirtenbriefwort des Papstes bescheiden reagieren und sagen, ja, wir wollten doch keine Abweichler sein, wir passen uns wieder dem heiligen katholischen vatikanischen Glauben an. Dem war aber nicht so, sondern tatsächlich ging es so weiter, dass sie dann schon im selben Jahr, nämlich schon im November, anfangen, ihren eigenen synodalen Weg eine eigene Webseite zu widmen, nämlich synodaler.weg.de.

So, und da gibt es dann schon am 25.11. gibt es eine Pressemeldung, kurz danach ist dann die Webseite da und ab 1. Dezember geht es dann auch schon los. So, und in diesem Synodalen Weg verkünden Sie verschiedene, ich sag mal, Themen, die Sie behandeln. Ja, und diese Webseite ist ja eigentlich schon eine sehr selbstbewusste Ansage, wenn wir mal gucken. Der Synodale Weg, wir sind der Synodale Weg, als ob es jetzt keinen anderen gibt. Für eine sichtbare Kirche, so viele Menschen sind dem Synodalen Weg verbunden und haben ihr Foto hochgeladen. Also jetzt ganz modern, wer mitmacht, der... macht sein Foto und lädt es hoch. Und dann gibt es natürlich entsprechende Unterseiten und wenn wir hier mal auf die Seite Beschlüsse gucken, da wird es dann ganz interessant, weil da nämlich insgesamt haben sie fünf Synodalversammlungen gemacht, die letzte März 23 und dort haben sie doch so verschiedenste Sachen beschlossen. Also wenn wir jetzt nur mal hier die Titel angucken, also die einzelnen Texte, die sind sehr lang, ich gebe Ihnen zu den verschiedenen Webseiten natürlich unten die

Links dazu, sodass Sie bei Interesse das nachlesen können. Also, hören lernen, neue Wege gehen, der Synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland. Text Nummer 1. So, dann Text Nummer 2. Auf dem Weg der Umkehr und der Erneuerung. Theologische Grundlagen des synodalen Weges der katholischen Kirche in Deutschland. So, also sprich neue theologische Grundlagen. Drittens. Macht- und Gewaltenteilung in der Kirche gemeinsam mit Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag. Viertens. Priesterliche Existenz heute. Fünftens. Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche. Sechstens, gibt es nicht. Siebtens, Einbeziehung der Gläubigen in die Bestellung des Diözesanbischofs. Achtens, lehramtliche Neubewertung von Homosexualität. Neuntens, Grundordnung des kirchlichen Dienstes. Zehntens, Synodalität nachhaltig stärken. Ein synodaler Rat für die katholische Kirche in Deutschland.

11. Der Zölibat der Priester, Bestärkung und Öffnung. Was? Öffnung des Zölibates. 12. Verkündigung des Evangeliums durch Beauftragte, Getaufte und Gefirmte in Wort und Sakrament. Wie bitte? Nicht mehr Priester verkünden das Evangelium, sondern Beauftragte? 13. Segensfeiern für Paare, die sich lieben. Also wir reden jetzt nicht nur von Ehepaaren. 14. Prävention sexualisierter Gewalt, Intervention und Umgang mit Tätern in der katholischen Kirche. 15. Umgang mit geschlechtlicher Vielfalt. 16 Frauen, Frauen in sakramentalen Ämtern, Perspektiven für das weltkirchliche Gespräch. Und dann gibt es ein Sammelband mit fast 300 Seiten, die Beschlüsse des Synodalen Weges. Das heißt, hier sehen wir klipp und klar, dass was die Bischöfe hier machen, und zwar heißt das einmal natürlich die Deutsche Bischofskonferenz, aber auch das Zentralkomitee der Bischöfe.

katholischen Kirche, so heißt es glaube ich. Und die wollen im Grunde genommen das ganze Katholikentum in Deutschland ich sag mal resetten, neu starten. Ja, und zwar in welcher Richtung? Zölibat öffnen, Eheschließung von nicht-ehegegengeschlechtlichen Partnern und noch manch anderes. Also dass das jetzt dem konservativen Heiligen Stuhl nicht so ganz genehm ist, glaube ich, das kann man verstehen. Man muss ja auch, wenn man sich jetzt mal versetzt in die Position im Vatikan, da gibt es die ganze Welt. Da gibt es ja nicht nur Deutschland, wo wir alle ganz grün und bunt sein möchten, sondern da gibt es ja auch so Länder, die noch an Männer und Frauen glauben, die glauben, dass vielleicht Homosexualität eine Krankheit ist oder ähnliches. Und was wäre, würde das für einen Eindruck machen, wenn man jetzt von vatikanischer Seite aus solche

freiheitlichen, liberalen, woken Gedanken zulassen würde. Da sehen wir ganz deutlich, dass die deutschen Bischöfe gar nicht einmal nur so staatsgläubig sind wie der Papst, Sondern sie gehen noch viel weiter. Was die vertreten, ist offensichtlich, ja, ich sag mal, eine grün-linke Ideologie. Das kann man auch, wenn man die Texte immer ein bisschen genauer reinguckt, kann man merken, das ist, ich weiß nicht, ob die unterwandert sind von irgendwelchen grünen Marsmännchen. Aber auf jeden Fall sehe ich hier, dass das, was man sich ursprünglich unter Katholizismus vorgestellt hat, mit dieser Erneuerung der deutschen Kirche nicht mehr viel zu tun hat. Das heißt, hier ist dann tatsächlich natürlich die Frage, In diesem Machtkampf, den können die deutschen Bischöfe natürlich nicht bestehen, weil sie nur eines von vielen Ländern sind. Das heißt, wenn die nicht klein beigeben, dann werden die im Grunde genommen aus der katholischen Kirche ausscheiden müssen. Dann ist das eben ein Schisma. Dann machen sie ihren eigenen synodalen Weg in Deutschland und sagen, wir treten jetzt aus dem heiligen römischen katholischen Reich.

fahrt mit Sitz in Rom und Vatikan aus und wir machen jetzt unseren deutschen Katholizismus und das finde ich ganz interessant und wenn man das eben im Hintergrund hat dann kann man auch verstehen warum eben die katholischen Priester so kritisch gegenüber dem Papst sind, weil das eben für die ein Mittel ist, ihre Position wieder in den Vordergrund zu setzen und zu sagen, du bist doch gar nicht unfehlbar Papst, du redest ja noch nicht mal so, wie man heutzutage redet und insofern möchten wir jetzt unsere Verhandlungsposition verbessern. Ja, so weit, so gut. Sie finden alle Dokumente, die zu diesem doch recht komplexen Thema führen, unten in der Beschreibungsbox zum Video. Kommentieren Sie es gerne, wenn Sie eine andere Interpretation haben als ich oder auch wenn Sie die selber haben. Und bis zum nächsten Mal. Die Welt klar sehen.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Dt. Katholiken kritisieren das Papstinterview“, Die Welt Klar Sehen, 12.03.2024.

iWas dabei übertragen wird

Erst der Klick startet das Video und baut dabei eine Verbindung zu YouTube auf. Bis dahin wird nichts von dort geladen — auch dieses Vorschaubild liegt auf dem Server von dieweltklarsehen.de. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung

Auch als Podcast: Spotify · Apple Podcasts · Amazon Music · Deezer · podcast.de · Podcast Index

Deutsche Bischöfe attackieren Papst wegen Friedens-Aufruf zur Ukraine. Analyse zeigt: Konflikt zwischen Vatikan und dt. Bischofskonferenz geht tiefer – es geht um theologische Modernisierung und Struktur.

Alle Videos aus 2024 · Zum Videoportal