Die brutale und grausame Logik des Ukraine-Krieges10.08.2024
Abschrift
Abschrift des Videos vom 10.08.202442 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Im fünften Teil des langen Gesprächs mit Elia Löwenherz haben wir uns unterhalten, was wir davon halten sollen, dass die Ukraine nun dabei ist, Russland zu besiegen. Zumindest, wenn man das einigen Pressemitteilungen glauben soll. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Russland ist ein sehr schwieriges Thema, liebe Freunde, weil aktuell da ja sehr viel gerade im Argen ist und man sehr wenig offizielle Informationen hat. Von daher, ich weiß, dass ich es euch gerade selber angekündigt habe, aber ich kann euch diesbezüglich eigentlich nur sagen, dass ich genauso wenig weiß wie alle anderen Beteiligten. Also niemand, weder die russische noch die ukrainische Seite, weder die pro-westlichen Journalisten noch die pro-russischen Journalisten, niemand weiß genau, was da unten gerade passiert.
Aber es scheint wohl in der Tat, naja, wie gesagt, es scheint so, als wenn die Ukraine da gewisse Geländegewinne gemacht hat, indem sie halt gesagt hat, sie versuchen mit 1000 mehr oder weniger Kamikaze-Ukrainern an einer Stelle gegen Russland vorzugehen, was wiederum heißt, dass diese selben 1000 Kamikaze-Ukrainern an anderer Stelle bei der Verteidigung ihres Heimatlandes fehlen. Weshalb wir in der spannenden Situation sind, dass einerseits halt jetzt hier die Weltöffentlichkeit sich konzentriert auf den kleinen, seien wir ehrlich, temporären Durchbruch der Ukrainer im Norden, während im Süden die Russen jeden Tag Zugewinne machen in derselben Dimension, wie die Ukraine das halt eben jetzt einmal geschafft hat.
Es ist ja auch kein Wunder, wenn du begrenzte Ressourcen hast und wir wissen, der Ukraine fehlen in allererster Linie halt wehrtüchtige Männer, Soldaten also, dann kannst du nicht auf einmal jetzt sagen, okay, du nimmst da eine Division, eine Garnison, was auch immer von denen raus und gehst jetzt halt eben Angriff machen im Norden, während du die im Süden für die Verteidigung brauchst. Also ja, natürlich auch Russland hat das jetzt nicht erwartet und bestimmte Geländegewinne sind da jetzt offensichtlich gemacht worden. Aber nichtsdestotrotz, die Sache ist sehr intransparent. Wir wissen auch nicht, weil wir eben keine offiziellen Bilder von irgendwo haben, wer kämpft da eigentlich gegen wen?
Sind das wirklich Russen, die sich dort irgendwo stellenweise eben ergeben haben? Manche russische Dörfer sollen wohl tatsächlich evakuiert worden sein. Aber an alle, die jetzt wirklich halt, wenn ich das mal so sagen kann, liebe Freunde, feiern, dass die Ukrainer jetzt also, wie manche schreiben, vorstoßen und maximal offensiv sind und so weiter und so fort. Man muss ja sagen, die Ukrainer versuchen jetzt hier etwas Unmögliches, was historisch gesehen noch nie jemandem gelungen ist, weil nur sehr wenige verrückt genug gewesen sind, das überhaupt jemals zu probieren, nämlich Russland zu erobern. Und ich glaube, die Welt hat darüber geschrieben, ich versuche euch das mal zu zeigen, wenn ich das hier noch habe.
Aber die Welt hat dazu geschrieben, schaut mal hier, guckt da mal rein, liebe Freunde, weil ihr ja Russland haben wolltet. Uwe ist uns auch im Hintergrund wieder zugeschaltet. Man schreibt, ich kann nicht anders als darüber lachen. Russland beginnt den Krieg zu verlieren durch den Vormarsch auf Kursk. Um die Oberhand zu gewinnen, rückt die Ukraine verstärkt auf russisches Territorium vor. Ist ja auch nur die halbe Wahrheit, weil während sie, wie gesagt, an einer Stelle die Oberhand gewinnen, haben die Russen Geländegewinne noch und nöcher in sehr viel größeren Dimensionen im Süden davon,
weil die Ukraine natürlich jetzt im Norden gebunden ist. Selenskys Sicherheitsberater, dem ist das alles egal, ist Podoljak, der sieht da einen Wendepunkt. Insbesondere ein Faktor könnte nun entscheidend für den Kriegsverlauf einwirken. Keine Ahnung, welcher das sein soll. Man schreibt hier also, warum der Vorstoß in Richtung Kursk Putin ins Markt trifft. Und wie gesagt, dieser Headline, wer das schreibt, gut, die haben den nur zitiert. Aber man muss sich schon trauen, so einen Schwachsinn ins Internet zu stellen. Haltet euch vor Augen, liebe Freunde. Nur sehr wenige Leute waren jemals vermessen genug, zu sagen, sie wollen Russland attackieren, geschweige denn, überhaupt einzunehmen.
Was ihr hier vor euch seht, liebe Freunde, ist die Karte der Welt. Es werden 10 bis 15 Kilometer Geländegewinne gefeiert, als Russland hat begonnen, den Krieg zu verlieren. Und ohne jetzt in irgendeiner Form irgendetwas jetzt hier schlecht reden zu wollen und zu sagen, ja hier, ich heiße irgendein Angriffskrieg oder irgendetwas. Schaut mal hier Freunde, das ist Kursk. Das ist diese Stadt entlang der im Prinzip oder in der Nähe der ukrainischen Grenze, die halt hier verläuft.
Alles, was unterhalb von Kursk ist, auf ukrainischer Seite, ist längst schon seit Mitte 2022 in russischer Hand und hat sich seither auch eben nicht bewegt. Wir reden also davon, dass es hier eine Entfernung gibt von, lass es mal vielleicht 10, vielleicht 15 Kilometern sein, die die Russen vorgedrungen sind, eben bis an Kursk heran. Sie haben ja noch nicht mal Kurs eingenommen. Also in Wirklichkeit reden wir davon, dass jetzt also ein versprengter Haufen von vielleicht tausend Ukrainern, wie viele davon leben überhaupt noch, man hört in den Nachrichten ganz viel davon, dass diese Grenzregion hier angegriffen worden ist.
Die hier, die heißt Suja, das ist wirklich eine Grenzregion, liebe Freundin, das ist unmittelbar hinter der Grenze, keine 100 Meter, du bist da schon drin. Da sind in der Tat harte Kämpfe gelaufen, da sind auch viele Russen überrannt worden. Da gibt es Lastwagen voller angeblich halt toter Russen, behaupten jetzt die Medien, nichts davon ist verifiziert. Und man hat jetzt Angst, man heilt angeblich die Luft an, habe jetzt also in Kursk jetzt hier Sondermaßnahmen und den Ausnahmezustand ausgerufen, weil man meint, okay, man müsste sich vorbereiten auf den Angriff der Ukrainer, die jetzt schon sagen, Russland habe begonnen, den Krieg zu verlieren.
Jetzt machen wir mal, was ich immer wieder sage an dieser Stelle, when in doubt, zoom out, sagt der Engländer. Also wenn du Zweifel hast, dann geh einen Schritt zurück und guck dir doch mal die Situation an. Also Freunde, das hier ist die Ukraine. Das ist ein Land, das ist so, ich würde mal sagen, Uwe, was würdest du sagen, 5, 6 mal so groß wie Deutschland. Also weiß Gott, kein kleines Land. Das ist ein großes Land. Da passt Deutschland sechsmal rein. Und in diesem Land, liebe Freunde, das im Krieg herrscht, ist, da ist diese Region hier, diese Region, so dieser ganze Teil, seit zwei Jahren von Russland neu in diesem Krieg entsprechend besetzt.
Diesen ganzen Teil, der auch schon so groß ist von der Fläche, wie ganz Deutschland, hält Russland in fester Hand seit zwei Jahren. Ob das jetzt nur zu Recht ist oder nicht, das wollen wir jetzt gar nicht debattieren. Wir analysieren einfach nur die Zahlen. Das ist ein Bereich so groß wie ganz Deutschland von den Quadratkilometerzahlen her. Und jetzt wird geschrieben von den westlichen Korrespondenten, dass es einen Vorstoß gegeben hat. Ich weiß, ich mache es lang, aber es ist wirklich einfach nur zum Schreien. Der halt hier zielt auf diese Stadt Kursk von unserer Ukraine, die wir hier also gesehen haben.
Und die Ukraine, ein letztes Mal, ist ein Land, das sechsmal so groß ist wie Deutschland. Und es wird gesagt, Russland habe angefangen, den Krieg zu verlieren. Die Ukraine ist im Begriff Russland zu erobern. Die Ukraine ist im Begriff, Russland zu erobern.
Also ich bitte euch, liebe Freunde, wisst ihr, wo Kursk ist? Wisst ihr, wo Kursk ist? Ja, 8000 Kilometer entfernt von Auschwitz. Da ist Kursk, liebe Freunde. Das ist, das hier, das ist Russland. Das ist, das ist Russland. Und die Ukraine hat jetzt begonnen. und Russland zu erobern.
Liebe Ukrainer, also ich bin bei euch. Wir brauchen Frieden, wir brauchen Frieden, wir brauchen Frieden, wir brauchen keinen Krieg. Aber bei aller Liebe. Also ihr habt nicht begonnen, Russland zu erobern. Das muss man sich wirklich mal auf der Zunge zergehen lassen. Uwe, entschuldige, jetzt du. Was wolltest du sagen? Ja, nee, da kann ich eigentlich gar nichts besser machen. Ich wollte nur erwähnen, dass ich neulich gelesen hatte, hatte das irgend so ein amerikanischer Think Tank Vordenker oder Politiker dann erklärt hatte,
dass doch jetzt Russland quasi den Krieg schon verloren hätte und Russland nur so tut, als ob sie noch irgendwie rumstrampeln würden. Und das fand ich auch ganz witzig, dass also Russland ist auf dem Vormarsch, macht einen Gebietsgewinn nach dem nächsten, aber Russland hat den Krieg verloren. Und Amerika müsste sich entsprechend darauf einstellen, Ja, dass dann Russland quasi so tut, als ob es den großen Max macht, aber in Wirklichkeit hat sie den Krieg verloren. Amerika könne dann entsprechende Forderungen stellen. Ja, also wenn ich sowas lese, muss ich genauso laut lachen, wie wenn du eben zeigst, wie groß das Russland ist. Ja, über wie viel Zeitzone geht das? Über 6.000 oder 7.000, 8.000 Kilometer von Ost nach West. Und dann reden wir davon, dass mal jemand 10 Kilometer irgendwo eingedrungen ist. Ja, und das aber auch nur vorläufig.
Also das ist ja schon wirklich der Art von albern, dass man sagen kann, also nur jemand, der noch nie einen Globus gesehen hat oder eine Landkarte von der Welt, nur der kann ein solches Märchen glauben. Alle anderen müssen sagen, willst du mich für blöd verkaufen oder was willst du mir erzählen? Ja, es ist zehn Kilometer in Russland. Es ist ein Tropfen im Ozean. Die haben jetzt alle ihre letzten Kräfte zusammengezogen, ist zumindest meine Lesart, um die wahrscheinlichste Variante, wenn das überhaupt mal alles stimmt, weil wir haben ja nur Bilder und Berichte, es ist ja niemand vor Ort.
Meine gängigste Lesart dieser ganzen neuerlichen Episode ist, dass man weiß, dass man verliert. Die Ukraine weiß, dass sie verliert. Zelensky hat ja schon angekündigt, dass er sagt, wenn das Referendum das ergibt, dass im Prinzip die Ukrainer mit Russland verhandeln wollen und Gebietszugeständnisse machen wollen, dann würde er sich auf solche Gespräche einlassen. Und dass mit diesen Gesprächen quasi am Horizont man sich in eine bessere Verhandlungsposition bringen möchte, Die vielleicht auch sehr unmittelbar eben eintreten muss, solange diese 1000 Ukrainer da diese 10 Kilometer in Russland tatsächlich noch halten. Weil wenn zum Beispiel Russland jetzt stärker zusammenzieht oder einfach nur sagt, ey, scheiß drauf, ja, also so schlimm es ist, ja, im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt, ja, die schicken einfach da irgendwie, was weiß denn ich, ein paar Raketen hin und bomben einfach diese 10 Kilometer, bomben da einfach alles kurz und klein, inklusive natürlich der Russen, die in Deutschland vielleicht evakuiert sind, aber auch der 1000 stationierten Ukrainer.
Die sagen so nach dem Motto, Kursk war jetzt auch kein Hauptgewinn, bauen wir neu auf, wird eh schöner, sind eh alle dort raus. Dann ist auch diese Verhandlungsposition ohnehin dahin. Von daher hat im Prinzip Ukraine, sollte das überhaupt deren Absicht gewesen sein, nur einen sehr kurzen Zeitraum, solange die Russen sich halt eben nicht so offensiv entschieden haben zu sagen, jetzt gehen sie in diese Verhandlungen rein und jetzt nutzen sie das als irgendeinen Chip, weil sie sagen können, guckt mal, wir sind ja auf eurem Territorium. Das ist eine Lesart, aber lieber Uwe, es gibt so viele Ungereimtheiten, was diese ganze Story eingeht, so viele Mysterien, so wenig verifizierte Berichte.
Ich würde mir schwer tun, in irgendeiner Form zu sagen, dass ich weiß, worum es da wirklich geht. Nein, also das können wir sicherlich nicht wissen, überhaupt bei dem gesamten Krieg. Wir haben ja nur sehr gefilterte Informationen und das, was wir bekommen, ist dann wiederum schon interpretiert von Militärstrategen oder Militärbloggern. Das ist also sehr dünne. Ich persönlich halte es, und das ist jetzt aber auch spekulativ, ich halte es einfach für eine Provokation. Man möchte einerseits natürlich den Europäern zeigen,
jawohl, wir sind angriffsfähig, wir können so eine Art Partisanen-Vorstoß-Kollando machen, wir können die Russen empfindlich treffen, wir können ins Hinterland eindringen, wobei zehn Kilometer noch kein Hinterland ist. Und dadurch kann man den Europäern sagen, siehste, unsere Armee schläft nicht, wir sind würdig, dass wir noch mehr Geld und Waffen bekommen. Das ist mal der eine Aspekt. Und der zweite Aspekt, deswegen sagte ich Provokation, ist, was lassen sich die Russen gefallen? Und wenn die sich das gefallen lassen, dann ist der nächste Vorstoß statt 10 Kilometer 100 Kilometer. Wenn sie sich das auch gefallen lassen, dann kommt der nächste Vorstoß bis nach Moskau oder wie geht es dann weiter?
Das heißt, ich glaube, dass man hier einfach die Russen zu einer Überreaktion zwingen will, auf der einen Seite und andererseits einen guten Willen gegenüber den Europäern und Amerikanern darstellt, um eben überhaupt noch als Verhandlungspartner, als Waffenempfänger sich würdig zu erweisen. Ja, ich glaube auch, das darf man wirklich auch nicht vergessen. Zelensky steht mit dem Rücken zur Wand. Immer mehr Länder fallen vom Glauben ab, dass die Ukraine das in irgendeiner Form gewinnen kann. Sie ist ohnehin schon längst bankrott. Jüngst erst haben viele der Privatgläubiger gesagt, okay, die sind bereit, auf 20 Prozent ihrer bei der Ukraine gemachten Schulden bzw. der Ukraine bei ihnen gemachten Schulden so rum zu verzichten, aber auch nur Aufschub zu geben und so weiter und so fort.
Und nur deshalb steht die Ukraine, jetzt wirtschaftlich gesprochen, überhaupt noch. Viele Ratingagenturen weltweit, auf deren Wort viel Gewicht gelegt wird, haben eigentlich schon gesagt, selective default, also im Sinne von, eigentlich ist das Ding bankrott, da ist nichts mehr da, überhaupt keine Substanz mehr. worauf will ich hinaus, die sind 100% angewiesen auf fremde Gelder, es heißt dann so schön Kredite, woraus wollen die das jemals zurückbezahlen, darüber hinaus haben sie keine Soldaten mehr, sie haben natürlich nicht die Militärtechnik, die die Russen zuhauf eben nachproduzieren können und in einem Verhältnis von wahrscheinlich 100 zu 1 mehr besitzen.
und das zeichnet natürlich ein Bild von einem Selensky, der mit dem Rücken zur Wand steht. Insbesondere jetzt, da sich die Welten-Community, G7, G8, G20, wer auch immer, ja, zunehmend sagt, du, hör ich mal, wir haben unsere eigenen Probleme, uns geht's auch nicht gerade prickeln, ich meine, guckt mal gerade nach Großbritannien. So, und da muss er jetzt natürlich zeigen, wenn er jetzt irgendwie noch ein Jahr lang das verlängern will, oder wie lange auch immer er sich erhofft, da im Prinzip noch im Sattel zu bleiben, ein Newsflash, er ist ja gar nicht mal mehr demokratisch legitimiert. Ja, weil es hätte demokratische Wahlen geben müssen, aber die hat er einfach mal praktischerweise wegen dem Krieg einfach mal ausgesetzt.
So, und weil er jetzt aber mit dem Rücken zur Wand steht und all diese Punkte offensichtlich im Raum stehen, muss er irgendeinen Befreiungsschlag versuchen. Irgendwas muss er machen, anders kann ich mir das jetzt gerade nicht erklären. Das Einzige, was für mich eigentlich wirklich, ich will nicht sagen feststeht, aber das scheint den Russen nicht zu gefallen, also worauf will ich hinaus? Ich glaube nicht, dass wir jetzt hier schon wieder irgendeine Meta-Analyse-Verschwörungszieher aufmachen müssen. Weißt du noch, wie damals bei Prigozhin oder Butschak, wo wir gesagt haben, da stimmt hinten und vorne alles nicht. Ich glaube, hier stimmt in der Tat einiges, auch wenn wir nicht alles wissen. Und Russland ist nicht involviert. Russland ist wirklich meiner Meinung nach, in meiner Lesart, wirklich authentisch überrascht und auch überrannt worden.
Also es ist nicht so, als wenn Putin das alles von langer Hand geplant hätte, so wie zum Beispiel mit eben Prigozhin, Stichwort Flugzeugabsturz, haben wir ja alles besprochen. Oder weißt du noch, dieser lächerliche, die Meuterei, weißt du noch, als die Soldaten die Russischen angeblich da auf Moskau ziehen wollten, so wie dem auch sei, und dass die Ukrainer hier Geländegewinne gemacht haben. Aber ob das irgendetwas bringt, um halt die Ukraine in der Gunst ihrer Gläubiger oder Geldgeber
aber halt wirklich besser darzustellen. Das wird halt nur die Zeit zeigen. Und die Zeit, sie spielt gegen Zelensky und sie spielt nur für Putin. Weil egal, wie er sich entscheidet, ob er jetzt die Sache diplomatisch löst oder einfach nur Rakete drauf, zack, gut ist, Russland gewinnt in dieser Konstellation. Also es sieht so aus, wobei man natürlich nicht vergessen darf, dass bei dieser Art von Kriegen es immer letztendlich nur um Zeit und um Geld geht. Also wer am längsten Waffen und Soldaten produzieren kann,
Der sitzt am längeren Hebel und eigentlich hatte die NATO gedacht, dass sie am längeren Hebel sitzt. Im Moment sieht es aber nicht so aus. Und insofern braucht man natürlich, wir sehen ja unsere kriegswilligen und kriegsbereiten deutschen und europäischen Politiker, dass die Hände ringend sich darauf vorbereiten. Ab 2029, 2030 wird Russland Europa angreifen. Ich finde das ein bisschen aberwitzig. Russland braucht zwei Jahre, um, schafft noch nicht mal 20 Prozent von der Ukraine zu erobern.
Und dann müssten sie, um Europa anzugreifen, ja, was müssten sie dann erst mal erobern? Polen, was hochgerüstet ist. Dann müssten sie dann durch Deutschland und dann alle anderen bekämpfen oder erst die baltischen Länder. Also das ist ein solcher hirnverbrannter Blödsinn, dass man sich echt nur wundern kann. Also diese Gefahr, die da hochgespielt wird, die lässt sich nach meiner Meinung durch klares Hinschauen auf die Faktenlage in keiner Weise begründen, sondern es ist reine Panikmache. Aber Russland ist auch nicht so stark, wie Russland sich selber darstellt, denn sonst hätten sie ihr Ziel schon lange erreicht und würden nicht zwei Jahre lang mit Hunderttausenden von Verlusten und Tausenden von Geräteschäden und Verlusten da quasi auf der Stelle rumtreten.
Ja, aber Uwe, da muss ich dir widersprechen, weil da hast du einen wichtigen Punkt natürlich nicht bedacht. Russland führt nicht Krieg gegen die Ukraine. Das ist natürlich nur vordergründig so. Russland kämpft hier gerade gegen den Rest der zivilisierten Welt. Ginge es wirklich nur darum, dass Russland Ukraine angreift, dann hätte Russland die Ukraine schon längst besetzt, hätte sie überrannt innerhalb von wahrscheinlich zwei Wochen und war ja auch schon auf dem Weg, eben in Kiew im Prinzip anzudocken und so weiter und so fort. Aber die internationale Solidarität und Leute, die diese Kriege haben kommen sehen, schon 2015, haben ja natürlich nicht nur den Grund, Kolomoisky haben wir ja schon alles besprochen, die Marionette Zelensky dort hingesetzt, um dieses Land hochzurüsten, weil sie wussten, irgendwann greift Russland die Ukraine eben an, weil sie mit dem Rücken zur Wand stehen.
Weil sie halt eben auch sagen, bevor auch dieses Land in die NATO kommt, müssen wir jetzt irgendwie reagieren. Also kämpft hier ein Land gegen den Rest der Welt. Wenn du jetzt wirklich behauptest, Russland sei ohne diese Unterstützung der Ukraine da, nicht in der Lage gewesen, die Ukraine zu überfallen oder hier in irgendeiner Form in die Knie zu zwingen, dann musst du ja sagen, in Russland ist nicht alles Gold, was glänzt. Aber ja, sie hatten die militärische Stärke, das zu tun, wenn sie nicht gegen den gesamten Wertewesten gleichzeitig kämpfen würde. Ja, aber das tun sie im Grunde genommen. Wir machen jetzt den Stellvertreterkrieg. Und das ist natürlich die zweite Erklärung. Also die erste Erklärung ist eben, die ich gerade genannt habe, dass sie eben nicht so stark sind, wie sie sind. Und die zweite ist, sie wollen gar nicht so stark sein. Sie spielen genauso auf Zeit wie die NATO und sagen, wir glauben, dass wir am längeren Hebel sitzen. Wir haben mehr Rüstungskapazitäten auf Dauer. Wir halten das länger durch.
Und wir sind nur ein Land unter einer Führung und können konzentriert arbeiten, während ihr seid wie viele Länder und ihr habt zumindest zwei Abweichler drin und man weiß, wie viele noch dazukommen. Das heißt, Russland könnte auch strategisch auf Zeit spielen und sagen, ich will ja gar nicht sofort die Ukraine erobern, weil dann würde sich die Situation vielleicht gar nicht so günstig für die Russen darstellen, sondern Russland will vielleicht, das ist jetzt eine Spekulation, einfach die NATO ausbluten lassen, bis die einfach nichts mehr hat.
Und dann können sie mit der Ukraine machen, was sie wollen. Und die NATO ist völlig ohne jegliche Gegenwehr. Sie könnten dann nur noch ihre Atomwaffen einsetzen, was sie aber eben nicht machen wollen, weil das will tatsächlich auch im Westen niemand. Auch wenn manche Falken das so laut propagieren. Aber ich glaube, die Vernünftigeren, diejenigen, die an den Entscheidungshebeln sitzen, die wollen das nicht. Spannend ist eine Sache und da bin ich gerade von mir selber ein bisschen wieder angetan, dass dieses Thema natürlich unfassbar eigentlich wirklich halt interessant ist. Also es ist natürlich tragisch, Kriege sind zu vermeiden, mit allen Kräften natürlich zu beenden, Frieden schaffen ohne Waffen und so weiter und so fort, bin ich bei euch.
Aber es ist einfach eine objektive Tatsache, dass wenn sie passieren, ob sie jetzt nur so in die Länge gezogen werden, wie sie jetzt hier passieren oder bei einem Blitzkrieg oder was auch immer, dass das natürlich historisch betrachtet unglaublich spannende Momente in der Menschheitsgeschichte sind. Wenn auf einmal ein Riesenreich wie Russland die Ukraine angreift, innerhalb von 14 Stunden, wie man in der Chat schreibt, eigentlich schon in Kiew gewesen ist, aber nur deshalb im Prinzip zurückgehalten werden kann, weil der komplette Wertewesten des gesamten Planeten außer Russland meint, die Ukraine jetzt verteidigen zu müssen.
Das ist eine Situation, die hat es ja auch historisch gesehen, lieber Uwe, noch nie gegeben. Wann hat sich jemals ein kompletter Planet hinter die Verteidigung eines einzigen Landes am Arsch der Welt geklemmt? Ich meine, überleg mal, die Amerikaner, die jetzt hunderte Milliarden für die Ukraine schicken, das ist tausende Kilometer auf einem anderen Kontinent weit weg für die. Die meisten Amerikaner wissen außer Amerika nicht mal ein einziges Land auf dem Globus zu finden. Und die schicken da jetzt also wahrscheinlich mehr finanzielle und militärische Unterstützung als in jedem anderen Krieg, den sie für sich selbst geführt haben in den letzten zehn Jahren.
Also man hat so etwas historisch überhaupt schon mal gegeben. Das ist natürlich unfassbar spannend. Und ich muss sagen, ich habe diese Reihe damals angefangen und ich glaube auch sechs Monate durchgehalten, als ich gesagt habe, ich mache hier dieses Kriegstagebuch. Der Krieg ist nicht zu Ende gegangen, da war irgendwie meine Durchhaltevermögen war da irgendwie schneller erschöpft. Aber es ist natürlich unfassbar spannend. Es ist einfach nur historisch betrachtet spannend, die unterschiedlichen Dinge, die dort passieren in diesem Krieg. Ja, und vor allen Dingen bei aller Friedensliebe und Frieden schaffen ohne Waffen und so weiter, da muss man ja auch mal historisch gucken, dass Kriege ja eben zwei Seiten haben, wie alles überhaupt im Leben, mindestens zwei Seiten. Kriege sind zerstörend, aber da, wo Kriege sind, feucht nach dem Krieg auch irgendeine Form von Erneuerung, von Aufbau.
Und man kennt das in vielen Gegenden. Selbst in Deutschland haben wir das. Wir haben Religionskriege gehabt. Und diese Religionskriege, die haben dazu geführt, dass sich unsere europäische Kultur in eine Richtung entwickelt hat, die wir dann später als sehr lobenswert und vernünftig gesehen haben. Wir haben in anderen Gegenden, zum Beispiel im Nordosten von Indien, da gibt es Gebiete, die sind 400 Jahre lang immer von jedem besetzt gewesen. Ständig war da Krieg, Vergewaltigung, Brandschatzung. Aber dadurch haben sich die Kulturen vermischt und heutzutage sind da die spirituellsten Gebiete auf dem ganzen Planeten.
Da gehen jedes Jahr Millionen von Menschen hin und sagen, das ist ja so eine heilige Gegend, so spirituell. Und das ist aber eine Folge von jahrhundertelanger Fremdbesatzung. Man sagt, Kriege sind schlimm. So ist das natürlich richtig, dass für diejenigen, die Opfer des jeweiligen Krieges sind, deren Vermögen, deren Familie, deren Leben vernichtet wird, ist das grausam. Aber wenn wir jetzt mal zwei, drei Ebenen höher in die Adlerperspektive gehen und gucken nicht in ein einzelnes Jahr, sondern auch nicht in ein einzelnes Jahrzehnt und über Jahrhunderte oder gar Jahrtausende, dann sehen wir, dass Kriege auch eine Entwicklungsfunktion haben, dass sie eine Herausforderung für die Kulturen sind, dass sie Neues bringen, zwar erst im lange Zeit danach.
Das ist keine Rechtfertigung für Kriege, das sage ich damit nicht, sondern das ist schlichtweg eine historische Feststellung, dass Kriege eben auch Dinge mit sich bringen, die erst lange, lange Zeit danach sich als Auswirkung zeigen, die dann von den dann lebenden Leuten als positiv betrachtet wird. Ja, so, also gucken wir zum Beispiel in Deutschland, ja, so, was wäre denn gewesen, wenn Deutschland nicht so zerbombt worden wäre im Zweiten Weltkrieg? Dann hätten wir heute noch irgendwelche, ja, großflächigen Gebiete, wo Häuser aus dem Anfang des Jahrhunderts gestanden hätten, ja.
Wir hätten einen alten Städtebestand, stattdessen haben wir überwiegend einen neueren, moderneren Städtebestand. Ich sage nicht, dass das gut ist, ich stelle nur fest, das ist so. Das Land wurde niedergebombt, also musste es architektonisch wieder aufgebaut werden. Die Städteplaner, die Architekten konnten sich Gedanken machen, was machen wir mit neuen Städten, wie bauen wir sie auf. Man konnte Experimente machen, man konnte lernen, wie man neue soziale Räume erschaffen kann. Man hat Experimente gemacht, die erfolgreich waren und man hat Experimente gemacht, die gescheitert sind.
Das alles konnte man aber nur machen, weil vorher alles in Schutt und Asche lag. Nicht, dass man gesagt hat, wir verbomben das Land, damit wir architektonische Experimente machen. So war es ja nicht. Das war eine Folgewirkung. Das darf man eben nicht vergessen. Man muss auch mal ein bisschen größer denken. Das Leben ist so kurz, dass die meisten Leute noch keine 100 Jahre alt werden und dann ist ihre Zeit vorbei. Und in Anbetracht der Lebensdauer, wie ganze Kulturen leben, Jahrtausende und die Menschheit Jahrzehntausende, Jahrhunderttausende, ist es relativ unwichtig, ob mal ein Land vernichtet wird oder aufgebaut wird oder gar ob eine Kultur untergeht oder ob sie nicht untergeht.
Am Ende interessiert das niemanden mehr. Niemanden interessiert, wo die ganzen Reichtümer herkommen, die in China im Palast stehen, durch welche Kriege und welche Unterdrückungen die zustande gekommen sind. Niemand interessiert, wo der Reichtum der schönen Stadt Paris herkommt, aus welchen Kolonien wer da unterdrückt wurde, unterjocht wurde. Oder niemand interessiert die Besonderheiten, Schönheiten der Museen und Paläste in London, wie die durch den Kolonialismus ausgeraubt oder durch Räuberei und Erpressung zustande gekommen sind. Das interessiert niemand mehr. Und das sind aber die Kulturgüter, auf die wir heute stolz sind, wo wir als Touristen hinfahren und Fotos machen, Selfies.
Guck, ich stehe vor Buckingham Palace, guck mal, ich stehe hier bei der Champs-Élysées, ich stehe vor dem Präsidentenpalast, ich stehe vor dem Kolosseum. Ja, da sind wir ganz stolz drauf, dass es alles mit Blut und Schweiß und Mord und Totschlag zu tun hatte. Das haben wir alles vergessen und das interessiert auch niemanden mehr. Eine Sache ist klar, liebe Freunde, sind unsere Fakten zu stark, dann seid ihr zu schwach, weil wir haben heute hier nichts anderes getan, als einfach mal Tacheles zu reden. Klar sehen, clever denken, bei handeln.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Die brutale und grausame Logik des Ukraine-Krieges“, Die Welt Klar Sehen, 10.08.2024.
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Fünfter Teil eines Livestream-Gesprächs zwischen Uwe Loose und Elijah Löwenherz über den ukrainischen Vorstoß bei Kursk im August 2024. Die beiden ordnen die westliche Berichterstattung als Framing ein und analysieren die strategische Gesamtlage des Krieges.
