Werden Putins Atomraketen Millionen Europäer töten?26.11.2024
Abschrift
Abschrift des Videos vom 26.11.202421 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Seitdem Russland seine Atomwaffen-Doktrinen geändert hat und dann auch noch die Ukrainer mit amerikanischen und britischen Marschflugkörpern auf russisches Gebiet geschossen haben, ist Russland eskaliert oder hat Russland eskaliert und jetzt seine Mittelstrecken-Rakete, diese sogenannte Haselnuss, so heißt sie wohl auf Deutsch, auf ukrainisches Gebiet abgefeuert, was jetzt zu panikartigen Reaktionen in allen Medien geführt hat. Und jetzt stellen wir uns vor, dass die ganzen Städte in Europa, London, Berlin, Paris, dass sie alle innerhalb von einer Viertelstunde im atomaren Brand ausgelöscht werden könnten. Und dass wir Bunker bauen sollen, wie die Bild-Zeitung sagt. Wie realistisch ist es, dass es dazu kommt? Meine Meinung dazu erfahren Sie in diesem Video. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Willkommen bei Die Welt klar sehen.
Ja, ich möchte dazu exemplarisch einen Bericht von Kompakt TV nehmen. Die haben einiges nach meiner Meinung sehr gut gemacht, anderes nach meiner Meinung übertrieben oder sogar falsch dargestellt. Aber es ist für mich repräsentativ, so wie die alternative Presse aktuell zu dem Fall berichtet. Und insofern schauen wir einfach mal ein bisschen genauer rein, was Compact TV dort gesagt hat. Wir denken auf, das sind Putins Raketenziele in Europa und in Deutschland. In einer dramatischen Situation nähern wir uns immer mehr dem Dritten Weltkrieg. Das ist das Thema der heutigen Sendung. Ja, das ist also wirklich schon erschreckend, aber der Clip bei Compact fing ja noch viel erschreckender an. Nämlich, man hatte doch schön gezeigt, was alles so für Möglichkeiten sind, dass Atomwaffen explodieren. Ja, das ist schon sehr beeindruckend.
Ja, ein interessanter Punkt ist eben, das referiert erstmal, was so die letzte Woche gelaufen ist und dann kommt er eben zum Höhepunkt, nämlich dem Einsatz der Haselnuss oder eben Oreschnik, wie sie auf russisch... Angriff auf russisches Kernland mit Storm Shadow aus britischer Produktion, dann am Donnerstag... Die Oreshnik, der erstmalige Einsatz einer ballistischen Rakete, einer Mittelstreckenrakete durch Russland unter Gefechtsbedingungen, sozusagen ein Game Changer in der Weltpolitik. Aber die Sache hört nicht auf. Genau, es hört nicht auf, aber es fängt da auch nicht an. Also es ist ja nicht so, als ob Russland noch nie Atomraketen gehabt hätte. Es ist doch nicht so, als ob nicht die ganze Zeit beide Parteien, also Ost und West, Atomraketen haben. Und dass die Atomraketen schnell fliegen, ist auch nichts Neues. Also zum Beispiel gab es ja schon in 2016, da hat der amerikanische Kongress da gesessen, weil da ja die Kinschal-Rakete, das ist auch eine russische Hyperschall-Rakete, ja eben...
sich so darstellte, dass sie amerikanische Städte erreichen kann und so schnell ist, dass die Amerikaner keine Abwehr dagegen haben. Das heißt, das Thema ist doch überhaupt gar nicht neu. Das Einzige, was neu ist, ist, dass tatsächlich so eine Waffe jetzt im Mittelstreckenbereich eingesetzt wurde. Aber dass die Waffentechnologie schon da war und dass gerade diese noch nicht bekannt war, ja okay, das ist vielleicht mal was Neues. Aber ansonsten ist das doch eigentlich nichts, was man nicht schon längst wusste, oder? Ja, da nun nicht nur die Amerikaner und nicht nur die Briten, auch die Franzosen nun eine Freigabe gemacht haben, wobei man sagen muss, ja, die Freigabe ist ja mal das eine, aber letztendlich muss Und können wir sagen, unter beiden Regierungen mag die noch erfolgen. Interessant und wichtig ist, finde ich, die Schlussfolgerung, die jetzt gemacht wird. Die hören wir uns da mal an. Ich habe den Eindruck, dass sich die Geschichte unheimlich beschleunigt, je näher wir dem Wahltermin, nicht dem Wahltermin, sondern dem Amtsantrittstermin von Donald Trump uns nähern. Denn dieser Mann...
Ja, und das ist genau der Punkt. Das heißt, jetzt versetzen wir uns doch mal geostrategisch auf den Mond und gucken mal runter auf dieses kleine Erdenrund. Und was würden wir denn sagen? Würden wir jetzt sagen, dass diese Provokationen der westlichen NATO-Länder gegen Russland... Sind die jetzt dazu ernsthaft gedacht, einen dritten Weltkrieg hervorzurufen? Könnte sein, ja, theoretisch. Aber denken Sie nochmal, jetzt oben vom Mond ist Russland nicht so weit weg. Was wäre denn aus russischer Sicht? Sollte Putin, der ja gemäß der Atomwaffendoktrin ja den Finger am Drücker hat als einziger, zumindest rein juristisch gesehen, sollte der jetzt tatsächlich, bevor Donald Trump wieder ins Amt gesetzt kommt und vielleicht all das wieder rückgängig macht, was Biden jetzt gerade vormacht, sollte er da tatsächlich zu Atomschlägen sich einlassen? Das ist doch eher unwahrscheinlich. Denn wären die Russen, ich sag mal, sehr hitzköpfig, so wie manche unserer europäischen und insbesondere auch deutschen Politiker, dann hätten sie doch schon die ganze Zeit ihre Hyperschallraketen einsetzen können. Dann wären sie aber nicht ganz so heiß,
Ja, und böswillig scheinen sie doch nicht zu sein, oder? Ja, soweit erstmal die Eheleute Elsässer zum Thema. Aber was sie ganz pfiffig gemacht haben, finde ich, sie haben sich einen Bericht aus dem wichtigsten russischen Fernsehsender angeguckt und den zitieren sie hier. Und da schauen wir auch mal rein. Die Reaktion lässt sich leicht vorhersagen, falls eine kurze Pressemitteilung des Weißen Hauses wahr wird. Fast alle europäischen Hauptstädte wären bedroht, wenn unsere Raketen in Kaliningrad, Berlin, Warschau, dem Baltikum, Paris, Bukarest und Prag stationiert würden. Natürlich auch die US-Stützpunkte in Deutschland, Grafenwöhr, Wilseck, Spangdahlem und Ramstein. Besonders im Fokus steht Großbritannien. Der Feind wird stark bedroht, da ein Großteil der Nordflotte gegen ihn eingesetzt würde. Washington gefährdet nicht nur London, sondern auch Manchester, Birmingham, den Marinestützpunkt Devonport und Faslane in Schottland, wo Trident-Raketen lagern. Großbritannien ist am verwundbarsten. Im Grunde reichen drei Raketen, um diese Zivilisation zu zerstören. Sie würde zusammenbrechen.
Ja, natürlich würde das vielleicht so passieren. Aber auch das ist doch nichts Neues. Das war doch auch schon vor dem Angriff der Ukraine auf das russische Hinterland so. Das hat sich doch jetzt nicht in den letzten sieben Tagen geändert. Insofern ist doch das, was jetzt das russische Fernsehen erzählt, sind doch alte Kamellen. Und dass sich die Elsassers davon beeindrucken lassen, da muss ich sagen... Wenn Sie das jetzt für eine neue Information halten, dann sind Sie der russischen Propaganda erlegen. Das war vorher schon ganz genauso. Ja, im Folgenden wird, spricht Frau Elsässer, beschreibt das ganz gut, welche militärischen Ziele allein in Deutschland jetzt für die Russen im Falle eines Vergeltungsschlages interessant wären. Also eben da, wo Atomwaffen lagern, wo eben große Kasernen sind, also speziell eben US-amerikanische Stützpunkte etc. So und interessant jetzt für dieses Video, was ich jetzt mit Ihnen mache,
Da geht es eigentlich darum, dass es ja nicht nur um die militärischen Plätze geht, sondern eben auch, dass die Großstädte selbst bedroht sind. Aber hören Sie selbst. Natürlich kommen dann noch die europäischen Hauptstädte ins Visier, die ja auch benannt worden sind, wie Berlin, Warschau, Paris, Bukarest und London. Ja, die kommen jetzt ins Visier. Und was genau ist jetzt mit denen zu erwarten? Da zeigen wir mal ein Bild, wie schnell... die Rakete dorthin fliegt. Was wir jetzt einfach haben, aufgrund der Situation seit letzten Donnerstag, Game Changer Oreschnik. Diese Rakete ist einfach eine Hyperschallrakete. 15.000 Kilometer in der Stunde, drei Kilometer jede Sekunde. Diese Waffe kann nicht abgefangen werden und sie erreicht ihre Ziele in Deutschland, in Frankreich, in Großbritannien, eben ohne dass eine Gegenwehr möglich ist. Der Westen hat solche Systeme überhaupt nicht.
Ja, der Westen hat solche Systeme nicht, aber er hat sie nicht erst seit letztem Donnerstag nicht. Er hat sie schon seit 2016 nicht, Eheleute Elsässer. Also insofern mein Kenntnisstand ist da ein anderer. Sprich, das was Sie behaupten, dass jetzt die Haselnuss, die Oreshnik, ein Gamechanger ist, die ist kein Gamechanger. Das Spiel ist ja nicht so, als ob jetzt das Thema Hyperschallraketen irgendwie was Neues wäre. Sondern es wird ja schon lange an solchen Hyperschallwaffen gearbeitet. Wenn Sie hier jetzt mal gucken, hier bei dem durchaus einseitig orientierten Informationsplattform Wikipedia wird das auch schon lange berichtet. Gucken wir hier die Geschichte, wann hat die Geschichte angefangen? Die geht bis in die 1930er Jahre zurück. Dann war es aber später eher gering und dann gibt es eben verschiedene Arten und was ist eben physikalisch besonders schwierig und hier die USA hatten in den 50er, 60er Jahren daran gearbeitet. Dann war es nicht weiter verfolgt, erst ab den 2000ern. Dann hat man das Projekt 2013 wieder eingestellt und 2021 wurden dann wieder neue Projekte aufgelegt. Das war in Russland anders. Die sind erst viel später angefangen mit der Forschung, 1980, und haben 2001 sich fleißig darum bemüht. Dann haben sie eben verschiedene Programme aufgelegt, das sehen wir hier.
Selbst die Chinesen arbeiten daran. Also insofern, Hyperschallwaffen gibt es schon lange und die haben ihre technischen Probleme und auch die von Russland vorher schon benutzten, wurden dann erstmalig im Ukraine-Krieg tatsächlich doch abgeschossen. Das heißt, hier ist also diese Werbeaussage, die Russland macht und jetzt eben auch manch andere, die da nicht genauer nachgucken, Die sagen ja, die sind unabschießbar. Das stimmt ja so nicht ganz, sondern sie können unter bestimmten Voraussetzungen sehr wohl abgeschossen werden und das sollte man auch in Betracht ziehen. Ja, also die Russen machen natürlich schon Propaganda, dass ihre Rakete angeblich unaufhaltsam sei. Aber ich sage mal, jeder, der etwas herstellt, schreibt sein Produkt natürlich gut. Und für denjenigen, der auf der anderen Seite ist, der sieht das vielleicht unter Umständen ganz anders. Und wie er das anders sieht, sehen wir dann zum Beispiel jetzt hier. Noch berückter sind die Briten, deswegen waren die auch in der russischen Fernsehsendung an erster Stelle genannt. Wir haben da eine Aussage von einem General letzte Woche im Journalismus.
Geheimdienstausschuss oder Militärausschuss des britischen Unterhauses. Mein erster Punkt. Würde man die britische Armee heute Nacht zum Kampf rufen, stünde sie bereit. Täuschen Sie sich nicht. Sollten die Russen heute in Osteuropa einmarschieren, würden wir ihnen entgegentreten. Das wäre mein erster Punkt. Ja, das ist also jetzt die Gegenkriegsrhetorik nach dem Motto, greift uns ruhig an, macht was, dann schlagen wir sofort zurück. Also solche Aussagen sind natürlich rein propagandistischer Art. Was dahinter steckt, ist ja noch eine ganz andere Angelegenheit. Ja, und diese makelige Aussage, die kann doch bei dem einen oder anderen zu einer leichten Irritation führen, wie wir jetzt an dem Statement von Jürgen Elsässer hören. Man wird wahnsinnig. Dieser McGowan sagt, wir sind in 24 Stunden kriegsbereit, aber die Rakete Oreshnik fliegt nur 11 Minuten, 12 Minuten bis London. Da ist ja schon alles verglüht, bis der aus dem Knick kommt. Die denken...
Ja, das brauchen wir jetzt nicht weiter fortführen, weil das ist natürlich insofern ganz interessant, weil es war ja so, dass der Brite erzählte, wenn die Russen in Osteuropa angreifen würden, dann würde man mit... quasi mit Bodentruppen, dann würden die Briten sofort bereit sein. Da stand ja jetzt nichts davon, dass die Briten irgendwelche Atomraketen schießen würden und deswegen dann die Russen mit Atomraketen antworten würden. Und selbst wenn eben dort ein Grenzkonflikt wäre, wäre das ja noch gar kein Anlass, jetzt zum Beispiel eine Stadt wie London dem Erdboden gleich zu machen. Also insofern ist jetzt hier, ich sag mal, ein bisschen vorschnell interpretiert worden. Ja, dann wird noch die Aussage von Herrn Medvedev zitiert, der eben aktuell gesagt hat, die Oreschnik, also die neue Hyperschall-Mittelstreckenrakete, ist in der Lage, inakzeptable Schäden in den westlichen Hauptstädten anzurichten. Wir sprechen hier von Minuten. Bombenschutzbunker werden dagegen nicht helfen. Ja, natürlich werden die dagegen nicht helfen.
Aber wir müssen auch mal gucken, dass gerade der Medvedev in den letzten Jahren eigentlich immer extrem viele magische Sprüche gemacht hat. Also der scheint so ein bisschen der, ich sag mal, Bad Guy im Kreml zu sein. Das, was ja Putin sich nicht sagen möchte, weil er immer den Pazifisten raushängen lässt oder zumindest den Diplomaten. Das macht dann der Medvedev. Das heißt, dessen Aussage darf man ja nicht eins zu eins für wahrnehmen. Aber richtig ist natürlich, dass eben ein Raketenbeschuss mit Atombomben und Bunkern nichts zu tun hat. Denn bis der Alarm kommt und ich im Bunker bin, ist ja die Rakete schon längst da. Also insofern da an der Stelle ist es richtig. Aber die Frage ist, in welchem Kontext wurde das gesagt? Und der Kontext ist hier im Grunde genommen ein bisschen irreführend. Ja, und dann wird eben weiter zitiert aus der Ansprache von Putin, die er eben letzten Freitag gemacht hatte. Und die ist ja im Grunde genommen die öffentliche, amtliche Warnung, dass eben die neue Atomwaffendoktrin eben auch mitwirkende Länder betreffen soll.
So, und da wurde jetzt einiges zitiert und ich blende jetzt nur die Passagen ein, die für uns hier maßgeblich sind, wo Putin sagt, natürlich werden wir, wenn nötig und als Vergeltungsmaßnahme, wenn wir ein Ziel feiern, Angriff durch Systeme wie Oreschnik, ja, und dann schauen wir mal weiter rein. Also auf ukrainischen Territorium auswählen, Zivilisten im Voraus anbieten und Bürger befreundeter Länder, die sich dort aufhalten, bitten, die Gefahrenzone zu verlassen. Und an der Stelle wird es ja langsam aberwitzig. Also jetzt überlegen Sie bitte mal logisch. Wenn Sie jetzt... Wenn Putin zum Beispiel einen Militärstützpunkt mit so einer kurz-, mittel- oder langstreckenden Atomrakete angreifen wollte, sei es, dass sie mit ballistischem Material bestückt ist oder eben mit atomaren, dann erklärt er jetzt hier, dass er vorher warnt, dass bloß kein Personenschaden dort passiert. Das ist ja eine tolle Drohung. Denken Sie mal daran, dass der Krieg ja eigentlich...
darin besteht, dass man der anderen Partei androht, Schaden an der Zivilbevölkerung und den zivilen Einrichtungen zu machen. Dass die Kombatanten, die Soldaten gegeneinander kämpfen, das ist ja, ich sag mal, deren Beruf. Aber die Bedrohung besteht eigentlich darin, Schaden anzunehmen. bei den Zivilisten und im zivilen Bereich zu machen. Und nun erklärt also Putin, dass er genau das nicht will und deswegen vorher seinen Feind warnt. Er möchte doch bitte seine Zivilisten wegbringen, weil er gleich angreifen wird mit einer fürchterlich brutalen und tödlichen Waffe. Das ist nicht eigenartig. Ja, und warum will er das machen? Sagt er, wir werden dies aus humanitären Gründen tun, Offen, öffentlich, ohne Angst vor dem Widerstand des Feindes. Ja, und dann wird eben das jetzt von den Eheleuten Elsässer so interpretiert, dass eben die bloße Tatsache, dass Herr Putin das jetzt öffentlich kundtut, eben bedeutet, dass diese Art von Plänen operabel seien. Und dass es ja unverantwortlich ist, dass unsere kriegslüsternden Politiker quasi in diese schon bestehenden Operationspläne hineinwirken müssen.
Wobei mit der Operabilität meint er eben auch den Schutz der Zivilisten. Und jetzt ist aber der Haken, dass dieser Tenor, der jetzt Compact im Video und auch in der Kommentierung dort gemacht wird, ungefähr der ist, der ja auch in vielen anderen Medien kolportiert wird und der ist nach meiner Meinung falsch. Denn aus der Tatsache, dass irgendwelche Pläne existieren, feucht gar nichts. Denn Militärs machen nichts anderes, als den ganzen Tag zu planen. Das heißt, die Frage, ob man Zivilisten schonen will oder nicht, die ist eh schon durchs Kriegsvölkerrecht definiert, dass Zivilisten möglichst nicht einzubeziehen sind. Und insofern ist es ja gar kein Wunder, dass es da auch solche Pläne bei den Russen gibt. Also auch das ist ja nichts Neues. Und aus der Tatsache, dass man sagt, ja, aber die Vorwarnzeit ist zwar da, aber dann fliegen noch die Raketen so schnell und das ist alles ganz gefährlich. Ja, Moment mal, da müssen wir nochmal überlegen, wenn Herr Putin es ernst meint mit der Warnung der Zivilisten, ja, auf wen betrifft das denn? Also wenn es jetzt so eine Militäranlage ist, wie bei seinem Gegenschlag mit
Der Oreshnik in der Ukraine, was ja offensichtlich ein wichtiges militärisches Ziel war. Gut, da waren ein paar hundert Leute vielleicht, der erreichte die halbe Stunde Vorwarnzeit, die man ihm gegeben hat, dann konnten die aus der Anlage raus und dann wurde eben das Material und das Gebäude zerstört. So, aber wie ist es denn? Wenn die Ziele größer sind. Also wenn Sie zum Beispiel einen Truppenstützpunkt haben, wo 10.000 Soldaten liegen. Ja, die sind ja keine Zivilisten. Gut, aber dann sollten vielleicht die Zivilisten auch noch Freiraum haben. Das heißt, da brauchen ja schon mal ein bis zwei Stunden, bis die alle das Gelände verlassen haben. Nur wenn Sie jetzt aber an Städte denken, was glauben Sie denn? Wie lange es denn dauert, wenn man zum Beispiel sagen würde, ich will eine Atombombe aus Berlin schmeißen, wo 3,7 Millionen Leute wohnen. Und wie lange, glauben Sie, dauert es, bis die die Stadt verlassen haben? Haben Sie da eine Vorstellung? Also das Argument, die Rakete fliegt bloß 11 Minuten bis nach Berlin und 16 Minuten bis nach London. London hat 9 Millionen oder 11 Millionen Einwohner. Was glauben Sie denn, wie lange man braucht, um 9 bis 11 Millionen Einwohner zu evakuieren?
So, und da gucken wir mal rein, ob es sowas schon mal gegeben hat. Ja, gucken Sie mal hier, ich habe hier eine Tabelle. Da fangen wir mal ganz in der Vergangenheit an. 1348 wurde in Venedig, Italien, wegen der Pestepidemie, gab es eine Teilevakuierung, die hat Wochen bis Monate gedauert. 1940 wurde London eröffnet. Er wurden Kinder und gefährdete Personen wegen der Luftangriffe im Blitzkrieg evakuiert. Und zwar 1,5 Millionen Menschen. Das hat wie lange gedauert? Mehrere Monate in Etappen. Das gleiche in Dünkirchen, wobei es da nur um 330.000 Soldaten ging. Die haben immerhin neun Tage benötigt. In Warschau 1944 wurde ein Aufstand niedergeschlagen. Da wurden 700.000 Leute zwangsweise evakuiert, hat Wochen gedauert, aber der größte Teil innerhalb von 14 Tagen. 1945 in dem schon zerstörten Berlin haben die Anwohner die Flucht gesucht, und zwar mehrere Millionen, und haben dafür gebraucht Wochen bis Monate.
1984 beim Chemieunfall in Indien im Bhopal sind 500.000 Menschen geflohen, das allerdings in chaotischer Weise in wenigen Tagen. 1986 bei der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl waren nur 50.000 Menschen betroffen und die konnten innerhalb von 36 Stunden evakuiert werden. 1995 beim Vulkanausbruch Auf der Insel Montserrat wurden 4.000 Menschen evakuiert. Das hat aber auch mehrere Wochen gedauert. Und 2005, jetzt kommen wir langsam in die Gegenwart, da haben wir den Hurricane Katrina gehabt mit 1,2 Millionen Menschen, die evakuiert wurden. Das hat drei bis vier Tage gedauert vor dem Hurricane, teilweise aber noch wochenlang danach. Und 2022, als Kiew angegriffen wurde von den Russen, sind Hunderttausende aus der Stadt geflohen. Insgesamt wurden 2,3 Millionen Menschen betroffen. Das hat Tage bis Wochen gedauert in mehreren Wellen. Moral von der Geschichte. Es ist eine völlig unakzeptable Panikmache, zu erklären, wie schnell die Raketen fliegen, wenn der Angreifer...
gar kein Interesse hat, die Zivilisten zu töten. Weil um die Zivilisten zu retten, müsste er Tage, Wochen, wenn nicht gar Monate den Zeit geben. Das heißt, eine Drohung, die heißt, räume mal deine Zivilisten raus und dann greife ich dich erst an. Die ist doch zahnlos, denn dann sagt die andere Partei, nö, ich mache einfach die Stadttore zu, ich lasse die Zivilisten nicht raus und damit ist sichergestellt, dass meine Stadt nicht zerstört wird. Das heißt, diese Drohung von Putin, die ist völlig wertlos. Sie kann sich gar nicht auf Großstädte beziehen, sondern sie kann sich nur, auf militärische Anlagen beziehen. Und insofern sind solche Panikberichte, wie sie Compact gemacht hat, die sind Banane. Das ist nicht richtig nachgedacht. Ich will den Menschen nichts Böses unterstellen, aber sie haben nicht logisch nachgedacht. Es kann unmöglich sein, dass solche Raketen auf zivile Ziele im größeren Umfang gesetzt werden, wenn der Angreifer ausdrücklich erklärt, dass er sich an seine eigene Regel halten will und ans Kriegsvölkerrecht, nämlich keine Zivilisten einzubeziehen. Also in diesem Sinne, bitte nicht solche unüberlegte Panik verbreiten, nach dem Motto, in elf Minuten sind wir alle tot. Das waren wir doch schon vor diesem Krieg.
Schon seit Jahrzehnten leben wir in einem Atom-Auf- und Abrüstungsaufeinander. Und ob die Raketen nun 11 Minuten fliegen oder 111 Minuten, ich bitte Sie in Ihrem Leben, was macht denn das für einen Unterschied? Wo kommen Sie denn hin in 111 Minuten, wenn alle anderen auch ins Auto springen? Da stehen Sie im Stop-and-Go-Verkehr in Ihrer Stadt. Da spielt es gar keine Rolle, wie schnell die Rakete fliegt. Also bitte einfach mal hier den Kopf einschalten und die Panik ausschalten. In diesem Sinne bis zum nächsten Mal. Die Welt klar sehen. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Die Welt klar sehen.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Werden Putins Atomraketen Millionen Europäer töten?“, Die Welt Klar Sehen, 26.11.2024.
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Uwe Loose zerlegt die mediale Panikmache um die russische Hyperschallrakete Oreschnik (Haselnuss). Sein Kernargument: Putins Warn-Doktrin lässt sich logisch gar nicht auf Großstädte anwenden, weshalb das Schreckensszenario vom atomaren Tod in elf Minuten unhaltbar ist.
