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ZDF-Arena der Täuschung | Fake-Fragesteller, dreiste Regie | Wahlframing18.02.2025

MEDIENFRAMING

Abschrift

Abschrift des Videos vom 18.02.202536 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Eli

So, du bist uns jetzt zugeschaltet. Ich freue mich, dass du es geschafft hast, weil natürlich ist auch deine Meinung für mich und die Zuschauer wertvoll. Ich spreche gerade über den Mehrwert dieser Sendung. Hast du nach dem Klartext, nach den unterschiedlichen Duellen, Quadrällen, den Interviews und der ganzen permanenten Wahlberichterstattung, hast du noch Mehrwert für dich gefunden in dem heutigen Abend? Moment, ganz kurz, Uwe, ganz kurz, merke dir die Frage, Ramona Storm hat gerade 20 Kanal-Mitgliedschaften verschenkt, ich werde hier gerade wahnsinnig. Danke, danke, danke, das sind 100 Euro, Ramona Storm, vielen herzlichen Dank, ich glaube, du bist auch eTVC-Sponsorin, danke, danke, danke. So, und jetzt Uwe, also, Mehrwert oder nicht?

Uwe

Nein, also für mich war das kein Mehrwert heute. Es war zwar irgendwie ganz witzig, aber die Fragen waren mir doch ein bisschen sehr einseitig, die Moderatoren teilweise ein bisschen sehr merkwürdig. Also ich denke mal, die Sendung ist nicht so toll gewesen. Also eine Sendung zu viel.

Eli

Ja, es ist witzig, dass du das jetzt sagst. Mittwoch kommt ja nochmal das Duell zwischen den beiden, Donnerstag kommt die Schlussrunde und Samstag machen sie nochmal ein Speed-Dating. Wollen wir uns das überhaupt noch antun? Sollten sich die Zuschauer das überhaupt noch antun oder ist eigentlich alles gesagt?

Uwe

Ja, also wir sehen ja, dass bei diesen Formaten es im Grunde genommen immer darum geht, dass jeder zwar seine Position so kundtut, aber eigentlich ist das immer dasselbe. Logisch, die können ja nur ihr Parteiprogramm vortragen. Und dann kommt gerade gegenüber der AfD natürlich immer ein spezielles Framing noch rein. Das haben wir hier auch wieder ganz deutlich gesehen. Wollen wir das machen? Ich weiß es nicht. Für uns persönlich wird es vielleicht nicht so viel Mehrwert bringen. Andererseits, das ist nun mal die Realität. Die Realität muss uns ja nicht gefallen. Die Frage ist nur, ob wir sie kommentieren wollen.

Eli

Ja, das ist richtig. Ich habe schon gesagt, lieber Uwe, dass für mich der einzige Mehrwert, das war in dem Moment, als du mit deinen Kopfhörern zu tun hattest, dass für mich der einzige Mehrwert noch daran besteht, dass man diese Personen, ja, und sie sind ja wirklich irgendwie nur Personen, so Figuren, Politfiguren, ja, die man eben aus dem Fernsehen kennt, dass die Gelegenheit haben, eben menschlich zu werden, weil man sie in Interaktion miteinander und mit anderen Menschen eben erlebt. Insofern hast du vielleicht, du bist ja immer der Experte für die Persönlichkeiten, hast du heute anhand von eben Merz, Scholz oder eben Frau Weidel noch irgendeinen neuen Aspekt an diesen Kandidaten erkannt?

Uwe

Nein, eigentlich nicht. Also das ist ja alles Schema F sozusagen. Also kennst du einen, kennst du alle, sag ich mal. Spätestens nach der dritten Sendung sollte eigentlich die Urteilsbildung oder Begriffsbildung abgeschlossen sein. Und es kann dann eigentlich kaum noch anders werden. Also man darf das schlichtweg nicht erwarten.

Eli

Gut. Was hast du denn jetzt nun mitgenommen, nichtsdestotrotz, aus dieser Sendung? Waren da irgendwelche inhaltlichen Höhepunkte? Ich weiß, du hast ja eigentlich immer einen akribischen Zettel und eine Zettelführung. Was steht denn da heute drauf, so als Highlight?

Uwe

Naja, also ich sag mal so, das wichtigste Highlight ist, dass hier unheimlich viel offensichtlich Linke waren und Leute, die auf Subventionen pochen und die alle Geld vom Staat haben wollen. Das heißt, wir haben hier im Grunde genommen so eine Melange von Bürgerfragen, die im Grunde genommen ausschließlich auf ihr egoistisches Individualwohl zielen. Nach dem Motto, was kann der Staat für mich tun? Aber die wirklich großen drängenden Fragen, die wurden hier überhaupt gar nicht wirklich beantwortet. Gut, es gab zwar auch ein, zwei Mal das Thema Migration, das hing da auch mit drin, aber das war dann auch schon wieder mit Vorurteilen behaftet nach dem Motto, müssen meine Mitarbeiter, müssen die raus, gibt es genügend Pflegekräfte und all solche Sachen. Aber dass mal irgendjemand sich mal Gedanken gemacht hat über den Standort Deutschland, nach dem Motto, wo soll unser Land eigentlich hin in der EU und weltweit? Was ist überhaupt mit dem Ukraine-Krieg? Und was ist mit der Corona-Aufarbeitung? Und was ist mit tausend anderen Sachen? Das alles ist hier überhaupt gar nicht thematisiert worden. Das heißt, ähnlich wie gestern ist größtenteils hier an der Oberfläche rumgeblubbert worden, um die wirklich wichtigen Themen eigentlich auszusparen.

Eli

Ja, stattdessen hat man sich unglaublich viel, thematisch ist mir das aufgefallen, auf die Frage Rente und Pflege fokussiert. Ich habe das Gefühl, das war überdurchschnittlich oft und ich kann mir nicht vorstellen, dass das nicht platziert gewesen ist. Warum sage ich das? weil bis zuletzt dieser Wahlkampf mitnichten dominiert war, mit Zukunftstexten der Leute, die sich fragen, wie sie ihre Rente noch finanziert bekommen oder wie sie ihre Angehörigen pflegen. Das ist ein Thema, das komplett außen vor gewesen ist. Wir haben uns über Wirtschaft, Außenpolitik, Migration, Krieg, alles mögliche unterhalten, nur nicht über Renten. Niemand hat darüber geredet. genauso wenig wie Klima kein Thema gewesen ist. Und jetzt auf einmal kommt diese Sendung daher und die ist gefühlt zumindest zu mindestens 50 Prozent Redeanteil dominiert gewesen von einem Thema, ich möchte was zur Pflege sagen, ich und ich und ich auch und alle nur Rente, Pflege und hast du nicht gehört. War das organisch?

Uwe

Ja. Nein, das war mit Sicherheit nicht organisch, denn sicherlich haben wir eine Überlastung des Rentensystems, wir haben eine Überlastung der Sozialsysteme, das haben wir alles, das sind aber Konstruktionsfehler im System. Die Rente ist seit Jahrzehnten schon falsch konstruiert, da kann man auf die Schnelle nichts ändern. Das Gleiche gilt im Grunde genommen, nicht das Gleiche, aber vergleichbar ist natürlich auch die Geschichte mit den Arbeitskräften. Das hängt ja damit zusammen, die Überhaltung der Gesellschaft und, und, und. Und das jetzt durch einen Schnellschuss mit der Migration zu lösen, ist sicherlich einerseits wunderbar, Thema qualifizierte Zuwanderung, aber was zum Beispiel ja völlig außen vor ist, dass diese ganze Zuwanderungskriminalität, die war ja heute nicht ein einziges Mal so, Thema. Das heißt auch das wieder ein Fall, wo das, was tatsächlich die Leute betrifft, wir reden von irgendwelchen Attentaten, wo selbst Experten sagen, ja, das häuft sich alles vor der Wahl. Aber in dieser Wahlsendung Wurde darüber nicht ein einziges Wort verloren. Das heißt, diese Gäste, die dort eingeladen waren, die interessierte das alles nicht. Das heißt, die interessieren sich nur um ihr kleines, persönliches Leben. Und das ist nicht schlimm. Das will ich jetzt nicht abwerten. Jeder lebt sein Leben. Aber wenn es darum geht, dass man einen Kanzler wählt, dann wählt man den Kanzler doch nicht nur für sich. Dann kannst du natürlich sagen, das ist mein Lieblingskanzler. Aber der Kanzler hat von Berufs wegen, hat der und auch die Partei mit der er dann regiert, hat doch vom Berufswegen das Ziel, das Gemeinwohl des gesamten Volkes in Gang zu setzen oder hochzuhalten. Dieser Gedankengang, dass es ums Gesamte geht, das ist hier überhaupt nicht an einer einzigen Stelle behandelt worden. Das heißt, wir reden nur von Bagatellen.

Eli

Ja, das stimmt, das waren egoistisch motivierte Fragen, wo niemand gefragt hat, eine Frage, die gut wäre fürs Land, sondern alle nur aus persönlichen Gründen motiviert. Ich habe hier ein Problem, ganz persönlich, ich individuell, in meiner Branche, in meiner Lebenssituation, mit meiner Familie, mit den aktuellen im Prinzip Gesetzen und was wollen sie tun, damit es mir, ganz explizit teilweise haben sie es richtig technisch gemacht, in meiner Branche, in meinem Fall eben besser geht. Also man sieht, die Leute haben nicht sehr viel Weitsicht und gut, kann man vielleicht auch nicht erwarten, das sind einfach nur teilweise einfache Leute aus dem Volk. Was ich aber wirklich, das muss ich sagen, das war für mich ein Lowlight, wen ich wirklich verachte, ist nicht einfach nur der ganz normale Egoist, der sagt irgendwie, okay, er ist Bürger dieses Landes, er hat jetzt irgendeinen Anspruch, dass der Bundeskanzler für ihn alle seine Probleme löst. Die gibt es wie Sand am Meer, das ist schlimm genug, die ganzen Sojasöhrens, Aber die eine Malte, oder wie sie heißt, nein, entschuldige, sie hieß irgendwas fast wie Obatzda oder was auch immer. Ich spreche an, die afghanische Frau, die sich da gemeldet hat, die gesagt hat, und das muss man sich mal vor Augen halten, nach München, in Anführungszeichen an ihren Händen klebt Blöd. An den Händen von ihr und ihrer Frau. ihren Landsmännern, klebt Blut, Afghanen, sowohl in Aschaffenburg als auch in München, meldet sich doch, und jetzt muss ich wirklich mal fluchen, diese Trulla zu Wort und sagt, hör ich mal, nicht etwa für mich wäre das Beste, wenn du jetzt XYZ und mehr psychologische Hilfe für alle diese furchtbar traumatisierten Menschen liefern könntest, sondern das wäre das Beste für mich und meine Afghanen hier in Deutschland. Das heißt, der Bundeskanzler von Deutschland, der zukünftige, Soll jetzt einfach nicht nur die egoistischen Probleme der Deutschen lösen, was ja noch irgendwo nachvollziehbar wäre, sondern von irgend so einer Trulla, die eingewandert ist, die wir hier hochgezüchtet haben, die hier Deutsch gelernt hat, die hier Asyl genießt, weil wir gesagt haben, großzügig genug und barmherzig genug, wir nehmen dich auf. Ihre Landsleute schlachten uns ab, reihenweise, inzwischen schon nicht mal mehr im Wochen, sondern im 24-Stunden-Takt und die hat die Eier sich da hinzusetzen und von, ich weiß schon gar nicht mehr, wer es war, Scholz, Merz oder Weidel, zu verlangen, die müssten mehr psychische Unterstützung liefern für die Attentäter ihrer Nation in Deutschland, damit sie ihre Ausbildung nicht umsonst gemacht hat, weil sie möchte Psychologin werden. Also da muss ich ganz ehrlich sagen, Uwe, da blass mir das. Das war vielleicht bei Scholz, ja, also das war der Wahnsinn.

Uwe

Das ist schon sehr erstaunlich, welche Anspruchshaltung zum Ausdruck gebracht wird. Wir werden das aber nicht ändern können. Ich denke, trotz aller Einwände gegen eine fernsehtechnische Manipulation der Zuschauerauswahl und der Zuschauerfragen, ist es trotzdem in gewisser Weise doch repräsentativ. Weil man sieht eben, dass der Bürger sich für allen möglichen Scheiß interessiert, nur nicht für das, was wirklich wichtig ist. Das heißt, der Bürger ist, ich sage es mal gegendert, er ist ein Idiotender oder ein Idiot, Idiotinnen, Idioten und Idiotinnen. Und für mehr kann man das nicht sehen. Und wenn ich dann also zum Beispiel jetzt auch bei dir im Stream dann sehe, wie die Leute sagen, ja, ja, und die blauen Herzen und das müssen wir 51 Prozent haben, muss ich sagen, liebe Leute, hört einfach mal auf zu träumen. Die Realität ist doch eine andere. Wir sehen doch zum Beispiel jetzt in der Insa-Umfrage von heute oder von gestern, dass nach dieser Umfrage der ganz eindeutige Sieger des Quadrells von gestern der Herr Merz war. Wenn ich die verschiedenen Zeitungsberichte sehe, wie die die vier Kontrahenten von gestern beurteilen, dann heißt es im Grunde genommen, am meisten Fett weggekriegt hat die Weidel und die hat die schlechteste Figur gemacht. Aber der Merz, der war super. Und der Habeck, der ist ja so beliebt. Das heißt, das sind genau die Geschichten. Das sehen wir, dass eben genau das auch dahin geht. Und erinnere dich, Eli, was ich gestern noch sagte, als Gründe, warum der Merz eigentlich lieber mit den Grünen zusammenarbeiten möchte, als mit den Roten. Einmal war die Roten ihm ja die CDU geholfen. gegen Rechtsdemos angehext haben. Und das zweite ist, mit den Roten kriegt er ja kein Taurus nach Russland geliefert. Nach Ukraine geliefert. Das kann er ja nur mit den Grünen machen.

Eli

Ja, das ist richtig. Ich möchte nochmal das Meta-Thema aufgreifen. Wir sind ja beide hier Meta-Analytiker, was das angeht. Und ich glaube, das muss man in dieser Härte so aussagen. Publikumsgespräche sind für den Arsch. Publikumsgespräche sind, wenn es darum geht, Politik von nationaler Tragweite zu machen, für den Arsch. Es kommen halt Individuen hin, Gott sei Dank gibt es die noch, aber die sind halt alle so verklärt, dass sie halt eben nicht erkennen, dass so ein Bundeskanzler auf nationaler Ebene denken muss. Publikumsgespräche machen da Sinn, wo der Wirkungsraum überschaubar ist. Zum Beispiel, was spannend ist, ist wenn ein, egal welcher Politiker, sagt Bürgersprechstunde im kleinen Kreis der Leute, die in dieser Region wohnen. Dann kannst du hinkommen und dann merkst du auch, konkrete Fragen können mit konkreten, realistischen, nicht einfach nur abstrakten Antworten eben gelöst, auf jeden Fall beantwortet werden. Aber wenn es um solche Sachen geht wie, wie wollen Sie Unterstützung für X und die Industrie hier und die Pflege da und Klimawandel gleichzeitig, wie wollen Sie das auf den Weg bringen? Deshalb gibt es ja diese blöde Floskel, auf den Weg bringen. Du machst irgendwas heute, du bringst es auf den Weg und dann hoffst du, dass es in zehn Jahren den Effekt hat, den du dir vor 20 Jahren, als du es ausgeheckt hast, eben bringt oder nicht. Wie willst du es überprüfen? Bis dahin passieren noch zwölf andere Sachen, jeden einzelnen Tag, die du inkludieren musst in alle deine Überlegungen und deine Politik. Aber das kapieren die Leute, das kapiert das Publikum nicht. Von daher Publikumsfragen. für Fragen nationaler Tragweite. Ist komplett hirnrissig. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich frage mich eigentlich fast, warum die Politiker sich das überhaupt antun.

Uwe

Ja, weil das ist, was das Publikum hören will. Das ist das Fuellmich-Prinzip. Rede niemals über Details, sondern rede immer nur über das große Ganze und stelle romantische, ideale Ziele vor. Und diese Ziele sind motivierend. Das heißt, diese Art von Kommunikation dient dazu, eben die Leute ins Träumen zu bringen, ins Hoffen zu bringen. Wenn Sie mich wählen, dann wird alles besser. Aber wenn man dann genau fragt, was wird denn genau besser und was wollen Sie denn genau tun, dann wird es bei jedem dann nur noch zu einer bloßen Absichtserklärung nach dem Motto, wir müssten eigentlich das machen, wir müssten das machen, wir müssten das machen oder ich wünsche mir dieses und ich wünsche mir weniges. Ich wünsche mir auch was, wenn Weihnachten ist. Ob ich es kriege, ist noch eine ganz andere Geschichte. Das heißt, dieser ganze Format, diese Art von Format ist von A bis Z ein Gesülze und sonst ist es nichts. Es ist nichts anderes, als die Leute im Traum zu wiegen und man spricht sie also nur emotional an nach dem Motto, ich bin derjenige, der deinen Traum ernährungsweise erfüllen kann und deswegen sollst du mich wählen. Punkt. Mehr ist es nicht.

Eli

Ja, und man muss fairerweise dazu sagen, das ist es ja eigentlich auch grundsätzlich sogar im Bundestag. Das muss man ja wirklich weiterdenken. Es ist ja nicht so, als wenn die jetzt im Bundestag realistische Debatten führen, wo die eben auf einen Austausch fokussiert sind, wo sie wirklich inhaltlich nach vorne kommen wollen. Es sind ja zwar keine Fensterreden, wie zum Beispiel in Brüssel, wo überhaupt keiner zuhört, aber andererseits, wir sagen ja auch, kritisieren ja ganz oft, wie viel die ja irgendwie am Handy rumscrollen oder was auch immer. Naja, ganz klar, weil echte realistische Politik, handfeste Politik, wenn man es konkret machen muss, dafür brauchst du Konzentration, dazu musst du in irgendeinem Hinterzimmer irgendwas ausgesprochen haben und so weiter und so fort. Mal durchgerechnet haben, Faktencheck, Analyse, Berater, Hilfe, hast du nicht gehört, was auch immer. Das dauert auch mal mehrere Tage, das kannst du nicht in eine 10-Minuten-Rede packen. Aber dieses ganze öffentliche Auftreten, das ist genau wie du sagst, Hopium fürs Volk. Schaut mich an, ich bin so wunderbar, ich kann dir in 15 Minuten die Vision vermitteln, dass alles besser wird. Aber in diesem begrenzten Format, nichtsdestotrotz, wer hat denn eine Vision gehabt? Wir haben uns jetzt den Habeck nicht angeguckt, aber haben Scholz, haben Merz eine Vision von Deutschland gezeichnet? Ich nehme mal meine Antwort für weg. Für mich war die einzige Visionärin da wirklich Frau Weidel. weil sie auf eine Art und Weise und über Dinge spricht, die ein Bild von Deutschland zeichnen, anstatt einfach nur Problembeschreibungen zu machen.

Uwe

Ja, also ich fange mal mit dem Scholz an, so wie gestern auch, obwohl er heute Zweiter war. Scholz hat einfach wieder nur hauptsächlich Problembeschreibungen gemacht und nach dem Motto Wunsch, Denken, was wir alles besser machen würden. Ihm kann man natürlich nach wie vor entgegenhalten, du hattest Zeit genug, was besser zu machen, wo sind die konkreten Ergebnisse. Sprich, er ist komplett unglaubwürdig. So, bei Merz, der hat natürlich schon etwas, ja, und hat dabei eben auch seine Sprachhülsen. Andererseits könnte man sagen, da ist schon ein bisschen mehr dran, ja, weil er natürlich sagt, ja, wir müssen irgendwie Gaskraftwerke noch bauen, das ist schon was Physisches. Andererseits, so ein Gaskraftwerk baut sie auch nicht über Nacht, ja, also spricht das auch ein Zukunftsprojekt. So, und zum Beispiel hat er ja auch stark rumgeeiert bei dem Thema Bildungspolitik. Nach dem Motto, Bildungspolitik ist ja eigentlich Ländersache. Ja, und wir als Bund, wir müssen das koordinieren. Ja, ich bitte dich, was will er da koordinieren? Wenn das so wäre, dann würde er genau gegen das Prinzip, wie unser Föderalismus aufgebaut ist, der ausdrücklich kundtut, dass Bildung Ländersache ist, würde er dagegen verstoßen. Sprich, er kann da gar nichts koordinieren, außer wenn die Länderchefs freiwillig mitmachen. Also sprich, das ist reines Gesülze. Und solche Unwesentlichkeiten wie ein Deutschlandticket oder ein innovativer Klimaschutz sind alles so ein Mist. Man kann sich einfach nur wundern. Sprich, der hat eigentlich auch nur Quark erzählt heute. Aber das lag zum Teil eben auch an den Fragen, Das vielleicht stärkste Argument war noch, dass er eben Steuerentlastung für den Mittelstand liefern will. Aber das wollen sie ja alle immer und am Ende kommt dann aber eigentlich nichts bei raus. Während zum Beispiel der Scholz, der hat ja wieder brilliert mit der sozialistischen Unwissenheit, wie eigentlich so... Kapitalbildungsprozesse funktionieren, wie zum Beispiel die Rente. Er hat zwar richtig erkannt, dass das Umlagesystem quasi nicht finanzierbar ist, aber das ist ja seit Jahrzehnten so und es war schon vor Jahrzehnten klar, dass es irgendwann mal in die Grütze geht, weil die geburtenstarken Jahrgänge eben deswegen so heißen, weil es eine Ausnahmesituation ist. Und wenn die in Rente gehen, dann kommt kein geburtenstarker Jahrgang mehr nach. Also das ist seit Jahrzehnten bekannt. Und seit Jahrzehnten hätte man was dagegen tun können. Zum Beispiel eben mit einer kapitalgedeckten Rente. Das hat aber unsere bundesdeutsche Politik, egal ob sie rot oder schwarz war, jahrzehntelang verhindert. So warum? Weil eine kapitalgedeckte Rente ja dazu führen würde, dass der Bürger ja auf einmal selbstständig werden würde, während eine staatliche Rente dazu führt, dass der Bürger vom Staat abhängig ist. So wie ja einige Leute hier mehrfach kritisierten, nach dem Motto, ich kann ja nicht davon leben, da sage ich mal selber Schuld. Was bist du auch drauf reingefallen, auf das Konzept? Hättest ja mal ein bisschen selber nachdenken können, sodass man eben unmöglich von einem System, wo die Rente von dem heute gezahlt wird, was gestern eingegangen ist, dass das eine äußerst riskante Investition ist und das dann über 45 Jahre. Das heißt, die Leute, die sagen, ich habe doch 45 Jahre gearbeitet und dann kriege ich nur 1300 Euro, die haben das System nicht verstanden. Man hat zwar Ansprüche erworben, aber diese Ansprüche, die müssen ja auch geleistet werden. Das heißt, Das ist eine Spekulation und zwar eine hochriskante Spekulation, die auf 45 Jahre in die Zukunft geht. Kein normaler Mensch würde so einen Vertrag abschließen. Selbst beim Häuslebauer, der nur 30-jährige Verträge maximal macht, selbst dort werden Sicherheiten verlangt. Und welche Sicherheiten bietet der Staat dem Bürger für die Rente? Ja gar nichts, außer ein hohles Versprechen, die Renten sind sicher. Das heißt, wer so blöd ist, auf das Rentenversprechen des Staates reinzufallen, der hat bei mir leider auch kein Mitleid, wenn er nachher unter Altersarmut leidet. Er hatte jahrzehntelang Zeit, sich eine bessere Kenntnis zu erwerben und er hatte es schlichtweg verdrängt. Und nun zahlt er den Preis dafür und verlangt jetzt von den Leuten, die ihn seit Jahrzehnten gelogen haben, dass die ihm jetzt eine bessere Lösung anbieten. Warum sollten die?

Eli

Richtig. Vor allen Dingen, weil ja rein logisch, wenn sie dich 40 Jahre lang schon während deiner Hochzeit deiner Intellektuellen belügen konnten, während du auch noch etwas dagegen hättest tun können, dass du belogen wirst und jetzt stehst du alt und schwach und gebrechlich am Ende deines Lebensabends und forderst irgendetwas, dann denken die sich, du Rauchmann, Dicker, also wir konnten dir das 45 Jahre lang verklickern. Und jetzt kannst du nichts mehr dagegen tun, dann können wir dich auch weiter belügen. Also allein dann aufzubegehren, wenn man merkt, dass es eigentlich schon gelaufen ist, ist natürlich dumm. Aber ich will, weiß Gott, heute die Leute nicht vor den Kopf stoßen. Ich weiß, auch bei uns sind viele ältere Herrschaften im Publikum. Ich will einfach nur sagen, liebe Freunde, es ist, ich weiß, du bist ja nicht im Publikum, aber ich sehe, ich weiß ja auch so ein bisschen den Altersdurchschnitt. Bei mir sind ja auch Leute teilweise dabei, die gehen auf die Rente zu. Freunde, In aller Kürze, ihr seid nicht dran schuld und ihr seid nicht dumm, um Gottes Willen, das wollte der Uwe euch jetzt vielleicht nicht unbedingt in dieser Klarheit vermitteln, aber das System war darauf angelegt, dass Leute sich in Sicherheit wehnen und wer das getan hat, der hat jetzt eben ein Risiko, dass er eventuell ausbaden wird müssen. Und in dieser Deutlichkeit muss man das euch sagen, liebe Freunde, weil wenn ihr das dann ansonsten merkt, wann auch immer, euer Lohnbescheid ankommt, also euer Rentenbescheid, ja dann wird es eventuell wirklich schon zu spät sein. Das muss man leider so klar sagen. Gut, Uwe, nichtsdestotrotz, lass uns noch einmal auf ein Thema hier zu sprechen kommen und das ist die Frage nach der Pflege. Ich habe dich schon mal danach gefragt, ob du bist irgendwie ausgewichen. Ich frage bewusst nach der Pflege, Weil ich habe das Gefühl, wir reden ja über Dinge von nationaler Tragweite. KI ist angesprochen worden, also nicht KI, aber halt Social Media, Tragweite bei den Kindern, darauf möchte ich zum Abschluss kommen. Aber dieses Rententhema, hätte das eigentlich, wenn wir über Dinge sprechen, die von nationaler Tragweite sind, hätte das in diesem Wahlkampf, wenn es wirklich darum geht, das Schicksal von Deutschland zu entscheiden, hätte das eigentlich mehr Redezeit, auch mehr Thema im Wahlkampf verdient? Was sagst du?

Uwe

Ja, natürlich. Und die bloße Tatsache, dass das eben nicht so war. Also wir haben noch in den letzten Monaten die Presse- und Rundfunkmeldungen verfolgt. Da war das Thema Rente überhaupt nirgendswo drin. Das heißt, die Frage ist, warum ist das heute hier da? Es ist sicherlich ein wichtiges Thema, das ist unbestritten. Von Schuldzuweisungen mal ganz abgesehen, das ist ein Problem, das ist eine Generationenfrage. Das kann man heute nicht mehr mit einem einfachen Gesetz lösen. Selbst wenn wir heute den absolut richtigen Weg gehen würden, würde es mindestens 30 Jahre dauern, bis das komplett durch die Bevölkerung durch ist. Das heißt, alle, die heute in Rente gehen, werden die neue Gesetzesänderung im Grunde genommen nicht mehr erleben. Das heißt, insofern brauchen die sich auch gar nicht mehr aufregen, weil deren Suche schon längst abgefahren ist. Und ich denke, das Thema Rente hat eben einen Aufregeraspekt, weil es so viele ältere Menschen in Deutschland gibt, nicht nur in unserem Publikum, sondern eben grundsätzlich. Wir haben ja eine überalterte Gesellschaft und deswegen kann man damit immer gut Stimmen gewinnen, wenn man irgendwas Tolles für die Rente verspricht. Nur für diesen Wahlkampf war das doch überhaupt gar nicht ausschlaggebend. Es war doch eigentlich ausschlaggebend, dass die Leute unzufrieden mit der Ampelregierung waren. Sie wollten nicht mehr in den Krieg investieren. Sie wollen keine Messerattacken haben. Sie wollen nicht so viel Migration haben. Das sind die Hauptthemen seit Monaten. Und diese Themen sind aber im Grunde genommen überhaupt gar nicht behandelt worden. Wir reden von Rente, von einem wichtigen Thema, was aber nicht ausschlaggebend für diesen Wahlkampf ist. Und deswegen waren diese Fragen im Grunde genommen ein Ablenkungsmanöver.

Eli

Ja, es ist aber nichtsdestotrotz symptomatisch, dass eigentlich die Fragen, die für Deutschland wirklich schicksalsträchtig wären, nur am Rande vorkommen und wir uns eigentlich schon fast überrascht zeigen müssen, dass sie überhaupt zur Sprache kommen, weil richtigerweise eben der Wahlkampf und damit die Zukunft von Deutschland entschieden wird, über Fragen, die nur die Gegenwart betreffen, aber nicht die Zukunft. Also insofern, das ist natürlich ein wenig tragisch, das zu sehen, dass wir auf nationaler Ebene diese Kurve da offensichtlich nicht kriegen, aber weiß Gott, wir können nur darauf hinweisen, wir können die Leute nicht alle einzeln am Schopf packen und dann entsprechend belehren. Stattdessen wird die Zeit das tun und Uwe, während wir hier reden, sind die neuesten Umfragen reingekommen. Na Moment, Moment, die Umfragen mache ich vielleicht noch nachher, das löse ich nachher auf, weil da gab es nämlich spannende Bewegungen. Lass uns auf eine spannende Frage nochmal eingehen und das war wirklich ja mein Highlight heute. Mein Lowlight habe ich schon gesagt, das war diese Afghanin, die gesagt hat, wir müssen mehr psychologische Unterstützung für die Mörder aus Afghanistan hier liefern. Aber mein Highlight ist doch tatsächlich gewesen, diese junge Frau, die von diesem Film gesprochen hat, das Social Dilemma, die das aufgemacht hat, nicht mal die Bäckerin, die die Wirtschaftsthemen besprochen hat, das war in Anführungszeichen solide, das war stabil, aber wirklich halt ein neuer Impuls und für mich auch wirklich ein zukunftsweisender, war die Frage, Uwe, du weißt, das ist ein Streitthema zwischen uns beiden. Das ist die Rolle von KI und Social Media. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, Gott sei Dank gibt es diese junge Frau, Gott sei Dank hat sie diesen Impuls gegeben, Das wird jetzt natürlich nicht mitgenommen werden und es wird weiß Gott auch diesen Wahlkampf nicht mehr dominieren, aber die Leute sollten das als Gedankenanstoß nehmen, weil was die dort debattieren, die digitale Unmündigkeit unserer Kinder, der paar wenigen, die ja überhaupt noch in Deutschland geboren werden, ist ein kolossales Problem, das wir anfangen müssen jetzt anzugehen, damit wir nicht in diesem Film der Idiocracy landen. In ein, zwei Generationen.

Uwe

Hast du das auch empfunden, dass das wichtig ist? Ja, das ist mit Sicherheit richtig. Da erinnere ich an das Thema mit diesen ganzen Helikoptermüttern, was ja auch schon seit fast 20 Jahren rumgeistert. Und wo dann mal herausgefunden wurde, dass es eigentlich darin liegt, dass das Smartphone erfunden wurde. Ich will das mal nur ganz kurz ausholen, um zu zeigen, dass das eben kein neues Thema ist, sondern ein altes Thema, schon lange bevor es KI gab. Das ist eigentlich was mit den Social Media zu tun hat. Das ist nämlich in dem Moment, wo man früher ja nur den Fernseher hatte, da hatte man sein Wissen und seine Erkenntnis ja aus den Nachrichten von den Privaten oder Öffentlich-Rechtlichen geholt und hatte ein klares Weltbild gehabt. Aber in dem Moment, wo man jetzt die Welt über sein Smartphone in der Hand hat, und das haben ja auch bei YouTube 80% unserer Follower, die gucken ja auch die Videos übers Handy und nicht über Tablet, über TV oder PC, da hat man auf einmal so viele verschiedene Meinungen, so viele verschiedene Ansichten, dass das eigene Wertesystem auf einmal ins Erodieren kommt und man nicht mehr weiß, was richtig und falsch ist. Und die Folge davon ist, dass man anfängt, seine Kinder in Wetter einzupacken, damit die bloß nichts falsch machen. Das heißt, wir haben schon eine Generation von Eltern, die mindestens seit 2008 schon völlig verwirrt im Kopf sind und dementsprechend die Kindererziehung natürlich hapert, weil die nicht mehr wissen, was sie ihren Kindern beibringen sollen. Und jetzt sind wir mit der KI, du hast recht, da sind wir in einem Dissens, wobei der Dissens gar nicht so wirklich groß ist, denn ich persönlich bin der Meinung, dass die KI die größte Zukunftsgefahr ist, die wir in der menschlichen Zivilisation bisher hatten und die auf uns zukommt. Ich bin nur der Ansicht, dass man vor der Gefahr nicht die Augen verschließen sollte, weil um der Gefahr zu begegnen, muss man das alte kriegerische Prinzip kenne deinen Feind wie dich selbst und dann kannst du ihn besiegen. Also zu sagen, ich mache die Augen zu, ich will damit nichts zu tun haben. Das ist keine adäquate professionelle Lösung. Man muss gucken, wie kann man die KI für sich nutzbar machen, um die Missbräuche, die andere Leute mit KI betreiben, zu neutralisieren. Das ist meine Position dazu. Aber es ist mit Sicherheit ein Kultur-Changer, ein Kultur... Risiko von unheimlich enormem Ausmaße und von einem unheimlich hohen Tempo. Und deswegen ist dieser Beitrag von dieser jungen Frau da richtig, weil die Kinder, die heutzutage dann eben, so wie Weidel ja quasi auch schon reklamierte, den ganzen Tag aufs Handy gucken, du kommentiertest das ja ähnlich, So, die sind schon mit einer Aufmerksamkeitsstörung schon zu Hause. Das heißt, denen fehlt schon die Konzentrationsschwäche, denen wird durch die vielen Bilder, die sie bekommen, wird das Denken fast verunmöglicht, das Selbstständige, weil sie ständig über Sachen nachdenken, die aus tausend Seiten herkommen, aber um etwas zu lernen und etwas zu können. muss man seine Gedankenkraft konzentrieren. Ich muss, wenn ich Geige spielen will, acht Stunden lang am Tag Geige spielen und zwar nur Geige und nicht alle fünf Minuten was anderes machen. Wenn ich ständig meine Aufmerksamkeit wechsle, erreiche ich gar nichts, außer dass ich aufgeregt und nervös bin. Und diese Nervosität, das kennen wir auch. Da können wir uns alle jetzt hier auch als Kanalfreunde von Eli, können wir uns fragen, Sind wir informationssüchtig? Wie oft gucken wir am Tag auf irgendwelche YouTube-Kanäle und Telegram-Kanäle, um zu schauen, wer gerade irgendwann was gesagt hat? Ist das wirklich notwendig? Da müssen wir uns mal ernster fragen. Ob wir, wenn wir kritisieren, dass die KI und Social Media ein Risiko sind...

Eli

Uwe, ich habe dir jetzt Minuten gegeben, aber inzwischen bist du komplett vom Thema abgefreift. Wir waren bei der Wahlarena, die wir eigentlich kommentieren wollten und jetzt kommentierst du KI und Zukunftsängste. Ich wollte ja eigentlich nur eine Einschätzung im Rahmen, sage ich mal, des Kontextes der Wahlarena, nicht grundsätzlich auf einer metaphysischen Ebene. Ich stimme dir, wie gesagt, in vielen Punkten zu, aber sieh es mir bitte nach, dass ich so despektierlich dir jetzt über den Mund fahren musste.

Uwe

Ja, alles in Ordnung.

Eli

Du wärst jetzt sonst noch abgehoben in was weiß ich für Sphären. Okay, gut, also wir sind uns einig, das ist ein zukunftsweisendes Thema und ich glaube, wir sind beide sehr dankbar, dass es ein paar leichte Momente gegeben hat in diesem Wahl-Arenen-Format, die eben diese Gedankenanstöße zumindest gesetzt haben. Gut, ich bin im Übrigen auch dankbar, dass dieses Format vorbei ist und Stichwort vorbei, inzwischen hat auch der Habeck im Hintergrund zu Ende geredet, die machen inzwischen schon die Nachrichten und so weiter und so fort. Ich glaube, wir haben nichts Großes verpasst. Keine Ahnung, was da eben sein soll, aber wie gesagt, wir üben uns in der Anwendung dessen, was du gerade predigst. Man muss nicht alles wissen. Was auch immer da gerade passiert ist bei Habeck, gehört zu überleben, wenn wir es nicht wissen. Im Gegenteil, man könnte sogar argumentieren, dass unser Leben dadurch vielleicht sogar noch besser wird. So und jetzt abschließend, ich hatte es angekündigt, während wir geredet haben, sind drei neue Umfragen reingekommen. Die, die ist von vorgestern, das war der in Anführungszeichen aktuelle Stand, das war Insa für Bild am Sonntag, 21% AfD, CDU, also Union, wie es ja genannt wird, noch bei 30%. Merkt euch das. Und jetzt kommen die neuen Umfragen, die gerade reingekommen sind, während wir gesprochen haben. Auf Basis vielleicht auch jetzt dem Einfluss von eben dieses Klartextformat und was auch immer wir sonst uns eben reingezogen haben. Und wir sehen hier erst einmal Insa für Bild. Die AfD ist jetzt stabil bei 22 Prozent oder 21 Prozent. Spannend ist an dieser Stelle jetzt vielleicht nur wirklich halt, dass 22% wirklich eine realistische Größe sind. Ansonsten noch relativ überschaubar von den Neuerungen her. Die wirkliche Neuerung, die kam jetzt bei YouGov. Wirklich in den letzten Minuten gerade reingekommen. Guck dir das mal an. Da gibt es eine Größe, die ist für mich eine Kennzahl. Die halte ich für wichtiger als alle anderen sogar. Dass die Linken dummerweise ins Parlament kommen werden, das habe ich eigentlich, glaube ich, schon bei irgendeiner Bonus-Sendung neulich mal gesehen. Zusammengefasst, darauf habe ich mich innerlich schon eingestellt, man wird nicht überall Glück haben. Es wird nicht die FDP, das BSW und die Linken alle drei rausfliegen. Also so viel Glück kann man auf einem Haufen gar nicht haben und die werden gerade massiv gepusht und die Leute sind so indoktriniert, dass sie diesen Schwung jetzt gerade mitnehmen und wahrscheinlich dann also doppelt so stark wie das letzte Mal. Da sieht man mal, wie blöd die Deutschen sind. Aber nichtsdestotrotz, dass die also die Linken mit plus drei Prozentpunkten in dieses Parlament wählen werden. Aber viel wichtiger, Uwe, ist eine andere Zahl.

Uwe

Ja, dass die CDU zwei Punkte verloren hat, das ist schon interessant. Und das zeigt eben, dass man die Worthülsen dem Merz ebenso auch nicht abnimmt. Also sein Gesichtstrainer ist mal das eine, ja, das ist ein bisschen freundlicher. versucht zu gucken. Aber man merkt eben, dass es ja auch nur Worthülsen von sich gibt, die nicht wirklich, ich sag mal, Hoffnung machen können. Und würde man jetzt hier zum Beispiel in dieser Arena noch das Thema Krieg und Waffenlieferung angesprochen haben, dann wäre es vielleicht noch eine ganz andere Geschichte. Oder gestern. Aber das war ja im Grunde genommen kaum der Fall. Und insofern, ja, ich denke, die CDU ist am oberen Punkt angelangt. Das wird nicht mehr werden, sondern eher weniger.

Eli

Ich glaube auch, die Leute haben, nachdem sie sich, weißt du, Friedrich Merz war immer nur so eine abstrakte Figur. Keiner hat sich jemals mit dem Friedrich auseinandergesetzt. Der war irgendwie immer im Hintergrund da, aber war ja nie an der Macht. Er war nie irgendwo Ministerpräsident, er war nie in irgendeiner Form irgendein leitender Minister, nicht, dass ich wüsste zumindest. Er war irgendwie nur immer im Hintergrund da, in Anführungszeichen, die rechte Hand von Frau Merkel. Man hatte sich daran gewöhnt, dass er irgendwie da ist, aber irgendwie kannte man den nicht. Und jetzt, nach sechs Wochen intensiven Wahlkampf, kennt man ihn. Und man hat gemerkt, dass er keine Alternative ist. Also insofern ist das Duell, das jetzt noch kommt, und es kommt ja tatsächlich noch eins zwischen diesen beiden, das wird jetzt vielleicht noch das Spannendste werden. Bei Welt wird es übertragen diesen Mittwoch. Das wird vielleicht endgültig sein politischer Todesstoß sein. Weil wenn der Mann wirklich bei 25% landet, hat ja auch jemand anderes wiederum hinzugewonnen. Dann ist der Abstand nicht mehr ganz so dominant von irgendwie 10 Prozentpunkten, wie die CDU sich jetzt immer wieder bemüht zu unterstreichen. Und ich glaube, wenn dieser Wahlkampf also etwas Gutes hervorgebracht haben wird, dann, dass die Leute einen guten Blick auf Friedrich Merz bekommen haben und zu Recht verstehen, warum der die letzten 40 Jahre in der Politik nie irgendwas dominiert oder beeinflusst hat.

Uwe

Ja, dem stimme ich zu, Eli. Und deswegen, du warst ja gestern so kritisch nach dem Motto, das ist alles so langweilig, muss man sich das antun, ist so ätzend. Und wo ist der Nutzen für die Zuschauer? Ja, der Nutzen für die Zuschauer ist, dass er sich endlich mal um seine Kandidaten kümmern kann, weil er sonst dazu keine Zeit hat. Und auch wenn der Zuschauer immer nur an seinem eigenen egoistischen Lebensziel interessiert ist, was ja verständlich ist und in einer gewissen Weise auch sogar sehr vernünftig ist, Aber fürs große Ganze sollen eben die wichtigen Kandidaten zuständig sein. Und wenn die jetzt durch solche Shows hier tingeln, dann kriegt man ein Gefühl, was das für Menschen sind, wie die reden, wie die denken. Wir haben ja auch in dieser Sendung, sowohl beim Scholz als auch beim Merz, ein-, zweimal Fragende gehabt, oder sagen wir mal Fragendinnen.

Eli

Ich wollte gerade sagen, Uwe, pass bloß auf.

Uwe

Ja, ich frage doch nur.

Eli

Fragende. Himmel, Herrgott. Leute, die Fragen hatten. Fragensteller. Sag doch das gute alte generische Maskulinum. Fragensteller.

Uwe

Das habe ich ja schon fast vergessen. Ich bin ja schon so indoktriniert.

Eli

Ah ja, so fängt es an. Mach mal weiter.

Uwe

Ich sage ja auch mal, man sollte sich auf seine Stühle und Stühle nun setzen. Ja, ja.

Eli

Gut, entschuldige, ich habe dich rausgebracht, aber du wolltest wahrscheinlich sagen, dass Merz tatsächlich jetzt der Mehrwert gewesen ist, dass die Leute jetzt begriffen haben, was Merz für einen Charakter kommt.

Uwe

Nein, nein, nein, das nicht, sondern das bei beiden, bei Scholz und bei Merz, die Fragenden, ich sage schon wieder Fragenden, mich dann bescheuert, also die Fragensteller. Die Fragesteller nachgehakt haben nach dem Motto, bitte jetzt nicht mit Worthülsen antworten. Also sprich, selbst bei dem ausgewählten Publikum ist es schon so weit durchgedrungen, dass es quasi nicht mehr akzeptabel ist. Wenn das schon bei denen so ist, dann ist es doch beim Normalbürger erst recht so. Das heißt, wir können davon ausgehen, dass der Bürger so wenig interessiert, der eigentlich an Politik ist. Er will ja nur Ergebnisse sehen und das am besten schnell und kostenlos. Er macht sich jetzt doch einen Eindruck, was das für Menschen sind. Und er kennt doch selber, er weiß doch, wie sein eigenes Leben funktioniert. Und sein eigenes Leben würde mit solchen Spruchhülsen überhaupt nicht funktionieren. Das heißt, er wird sich immer mehr Bewusstsein verschaffen, der durchschnittliche Wähler, was ist hier eigentlich los, was sind denn meine Alternativen. Und es wird den Leuten, wenn sie nicht zu sehr, ich sag mal schon, einen... ja, ein Brandzeichen im Hirn haben, ja, Anti-AfD, dann werden die auch merken, dass insbesondere bei der Weidel immer noch ein besonderes Register gezogen wird, ja, so, dass man sie in irgendeiner Weise versucht, da anzufassen, ja. So, haben wir ja heute auch wieder gehabt, ja. So, also was... Ich verstehe es, warum die Sender das machen. Ich verstehe, warum die Politik es macht. Aber dem normalen Bürger wird das irgendwann mal auch auffallen. Und das Erstaunliche ist, von der menschlichen Psyche her, die Menschen haben ja immer mehr Mitleid mit denjenigen, die angegriffen werden, als mit den Angreifern. Das heißt, man hat Mitleid mit dem Opfer. Und wenn sich der Eindruck verfestigen sollte, dass die Frau doch vielleicht gar nicht so schlimm ist, denn woran will man das jetzt festmachen, dass sie so schlimm ist? Weil sie einer Partei vorsteht, die Familien befürwortet und Vater, Mutter, Kinder. Und dann stellt man überhaupt so eine Frage. Also wie blöd muss man sein, um so eine Frage zu stellen, wenn die Parteivorsitzende selber eine Frage stellt. eine Lesbe ist, dann muss man auch sagen, irgendwo scheint das ja doch zu passen, denn sonst wären die ja nicht Parteivorsitzende. Also sprich, alleine diese Frage zu stellen, zeigt schon, dass der Fragesteller einfach nicht richtig aufgepasst hat.

Eli

Ja, das ist richtig. Gut. Lieber Uwe, dabei wollen wir es heute belassen. Wir machen heute nur eine Kurzanalyse. Ohnehin haben wir ja gestern schon mal sehr viele Gedanken mit den Leuten geteilt. Wer das sehen möchte, gerne im Kanalmitglieder-exklusiven Bereich, in den ihr kommt, wenn ihr entweder euch sponsern lasst, dazu braucht ihr Glück, oder aber wenn ihr 4,99 Euro in die Hand nehmt, um eben entsprechend in den Genuss unserer zusätzlichen Sendungen zu kommen. Ich werde auch gleich eine anschließen, aber vorher will ich meinen Gast verabschieden. Lieber Uwe, vielen herzlichen Dank. Das waren also deine Gedanken zur Wahlarena, Wahlkampf bis zum Erbrechen. Und es geht ja weiter. Mittwoch sehen wir uns nach dem großen Duell von Scholz und Merz wieder. Bis dann, mein Guter.

Uwe

Alles klar, Rolf. Tschüssi. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Die Welt klar sehen.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „ZDF-Arena der Täuschung | Fake-Fragesteller, dreiste Regie | Wahlframing“, Die Welt Klar Sehen, 18.02.2025.

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