Löst sie Deutschlands Wohnungsprobleme? | ANALYSE19.06.2025
Abschrift
Abschrift des Videos vom 19.06.202556 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Gast
Hallo Uwe. Ja, hallo Gordon. So sieht man sich schon wieder. Jetzt muss ich mal gucken, weil ich habe hier mein großes Mikro, habe ich jetzt hier nicht dran. Ich hoffe, dass man mich hört. Kannst du mich denn gut verstehen? Ich kann dich gut hören, ja. Ja, es ist nur das Laptop-Mikro. Ja, gut. Prima, ja, Freunde, die GroKo oder Mini-GroKo, wie ich sie nenne, hat ja den Turbo gezündet. Wir kennen das schon mit dem Turbo-Zünden von der letzten bunten Regierung, von der Ampel. Die haben ja auch immer den Turbo gezündet, den Job-Turbo beispielsweise. Da haben die direkt zack gezündet und so. Und da ist aber nicht viel mehr rausgekommen. Und deswegen fragen wir uns... Wird der Bauturbo, den Verena Hubertz, der neue Star der SPD, den sie jetzt angekündigt hat, wird der zünden. Wir wünschen uns das alle natürlich, weil 400.000 Wohnungen im Jahr, die sind ja Zielmarke. Und deswegen bin ich ganz froh, dass ich heute mal nicht als Experte was sagen muss, sondern Uwe ist ja aus dem Immobilienbereich und der kennt sich da gut aus. Und da würde ich gerne vom Uwe wissen, ich habe vorher schon gehört, er glaubt nicht so an den Turbo, hat er Bedenken, was davon zu halten ist. Wollen wir erstmal, wie fangen wir an, Uwe? Wollen wir mal die Verena vorstellen?
Uwe
Ja, also vielleicht stellen wir die erstmal vor und dann können wir mal zwei Worte sagen, warum ich da in dem Bereich als Experte gelten kann. Und dann können wir meins weitergehen. Das wäre jetzt so meine Idee.
Gast
Genau, dann stellen wir erstmal die Verena vor, weil viele kennen sie noch gar nicht. Sie ist natürlich der Shootingstar, so wird sie bezeichnet, der SPD-Präsidentin. Und da ist sie, die Aufsteigerin des Jahres, die neue Malu Dreyer. Sie redet auch ein bisschen wie Philipp Amthor, würde ich sagen. Also Philipp Amthor der SPD in meinen Augen. Und sie kann das Ganze natürlich sehr gut verkaufen, aber ich sage mal, viel Ahnung hat sie nicht. Sie war jetzt drin im New Economy Bereich und hat dann doch tatsächlich eine Koch-App entwickelt. Also das ist ihre große Leistung bisher gewesen. Und das wollen wir euch ja auch nicht vorenthalten, was die Dame anbelangt, dass sie so eine Kochexpertin ist. Also früher kochen und heute bauen. Ja. Und das hat uns natürlich immer inspiriert, dass man nicht nur über nicht vorhandene Lösungen sich ärgern kann oder muss, sondern diese auch finden und lösen kann. Und dann ab nach Berlin. Und long story short, die Idee hat erstmal keinen Investor überzeugt. Sie hat auch dieses moderne Denglisch drauf. Long story short. Weil du kommst da an und man fragt dich, hast du schon mal eine App entwickelt, ein Video gedreht oder ein Rezept irgendwo? Ja, und alles drei hat sie natürlich nicht. Schon mal professionell entwickeln lassen etc. Und dann sagst du dreimal nein und dann wollte auch keiner investieren. Weil in Deutschland... sucht man ja dann doch öfters mal den Grund, warum es nicht geht und nicht den, warum es geht. Naja, so ein Investor schaut halt schon mal gerne, was jemand schon gemacht hat, würde ich mal sagen. Und dann haben wir tatsächlich die Friends-Family-Fools-Runde gemacht, also Elternbekannte... Die what? Friends-Family-Food-Runde? Ich verstehe Sie nicht. Friends-Family-Food-Runde. Verwandte Autoverkauf und dann die iPad-App programmieren lassen von einem Studenten. Ah, Sie haben einen Studenten drin gehabt. Das ist natürlich super. Videos in einem Ferienhaus in Brandenburg gedreht. Und dann haben Sie Kochvideos in einem Ferienhaus gedreht. Super. Also auf die Idee musst du erst mal kommen. Das ist doch Wahnsinn. Und als wir dann das erste Mal gemerkt haben, es funktioniert, war tatsächlich, als wir die App in den App Store gestellt haben, dann Anfang 2014, mit einem sogenannten Silent Launch. Silent Launch. Wir haben dann niemandem davon erzählt, Apple hat es entdeckt, uns gefeatured, die ersten 60.000 Downloads kamen und dann die Business Angels, die vorher gesagt haben und die Venture Capital Fonds, brauchen wir doch nicht. Ne, das braucht ihr alles nicht. Also mega erfolgreich die Dame im Grunde genommen im Bereich Koch-App. Da hat man mal in dem Ferienhaus ein paar Videos gedreht und dann eine Koch-App gemacht. Und seitdem ist Verenchen natürlich der Superstar und auch eine gute Freundin natürlich von Malu Dreyer. Wer kennt sie nicht? Wo habe ich denn das Bild? Ach, jetzt habe ich das Bild nicht. Ah, da muss ich die Dings-Seite von ihr einblenden. Aber wir können hier nochmal gucken, auf ihrer Webseite, wer denn so ihre Partner sind. Also SPD natürlich, das wissen wir. Kaiserslautern, zweite Liga natürlich. Und dann natürlich auch die Atlantikbrücke. Das ist natürlich auch wichtig, dass die Atlantikbrücke dabei ist. Also eigentlich top aufgestellt. Ich versuche das mal anders hier. reinzublenden, Uwe, damit wir noch so ein bisschen Background haben über Verenchen. Und zwar ihre Website. Da können wir schon mal einen besseren Eindruck noch bekommen. Da ist er. Hubertz, der Shooting Star. Ja, hier mit der Malu, Malu Dreyer. Dann hier der Weg zur SPD. Ja, da hat sie 2009 hat sie eine Rede vom damaligen Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier hat sie sich da angehört. Der Steinmeier war mal Kanzlerkandidat, habe ich völlig verdrängt.
Uwe
Ja, manche Sachen, die muss man nicht wissen.
Gast
Aber sie ist praktisch die neue Malu, kommt noch total sympathisch rüber. Koch-App, Weinchen am Start und Wahnsinn. Warum braucht es eine weitere Koch-App? Wer das schafft, ohne Marketingbudget so etwas an den Start zu bringen, das ist natürlich ein Knaller, muss man sagen. Und sie ist auch vom Typ her so eine romantische, würde ich jetzt mal sagen. Gefällt mir richtig gut. Das kommt natürlich an bei der jungen Community, beim jungen Wähler. Und jetzt ist sie Bauministerin. Unglaublich, oder?
Uwe
Das sehe ich auch so. Gut, sie ist eine junge, dynamische Frau, zumindest will ich den Eindruck vermitteln. Sie ist Jahrgang 1987, also damit ist sie 38 Jahre alt. Das kann für die SPD durchaus einen Verjüngungsfaktor bedeuten. Aber sie hat ja auch einen akademischen Werdegang und hat ja einige Semester an der Otto Beisheim Business School, ich glaube Wirtschaftswissenschaften, studiert. Das ist eine durchaus qualifizierte, aber kleine Universität. Und insofern, sage ich jetzt mal, von der rein theoretischen Ausbildung her ist sie natürlich in einem Fokus. wo es um Geld und um Wirtschaftsobjekte wie Immobilien geht, zunächst einmal richtig. Allerdings der Habitus, so wie sie sich hier darstellt, würde ich sagen, ist ja eher so ein bisschen Teenager-Trend-mäßig und nicht das, was ich mir unter einer studierten Wirtschaftswissenschaftlerin vorstelle.
Gast
Oh, du gehst hart ins Gericht direkt mit dem Verenchen. Ja, also gut. Aber jetzt können wir ja mal gucken, was sie sagt und was du sagst zum Thema Bauen. Und da war sie ja auch schon mehrfach im Fernsehen und hat jetzt den Turbo angekündigt. Sie will den Turbo zünden. Und da schauen wir doch mal rein. Ich habe ein Video vorbereitet. Und zwar war es im Morgenmagazin auch beispielsweise. Und wir freuen uns jetzt, dass sie am heutigen Morgen zu uns gekommen ist. Und dann sind wir gespannt, was sie sagt. Was sind denn ihre Pläne zum günstigen Wohnen? Wie sie es bei Sabine Scholt in Berlin. Guten Morgen. Ja, guten Morgen und ganz herzlich willkommen, Verena Hubertz. Frau Hubertz, bauen, bauen, bauen ist das Motto. Das haben wir jetzt schon ein paar Mal gehört von Ihnen und auch vom Kanzler. Die Ampel, die Vorgängerregierung, hatte das noch in Zahlen versprochen. Sie hat gesagt, 400.000 Wohnungen pro Jahr, davon 100.000 Sozialwohnungen. Sie ist damit krachend gescheitert. Was wollen Sie besser machen als Ihre Vorgängerin, die SPD-Ministerin Geiwitz? Bauen und Wohnen, das ist die soziale Frage unserer Zeit. Und wir müssen natürlich an vielen Stellschrauben drehen. Ich habe das für mich auf drei T's runtergebrochen. Wir brauchen Tempo, wir brauchen Technologie, um auch die Baukosten runterzubringen. Und wir brauchen Toleranz, denn wir müssen... Ja, TTT, Titel, Themen, Temperamente. Ja, also, bringt es schon mal gut rüber. Was waren die drei T's nochmal? Ich habe es schon vergessen.
Uwe
Ja, Tempo... Wir haben schon gemerkt, dass es uninteressant ist, was sie erzählt.
Gast
Wir haben ja oft die Situation in Deutschland, ja überall, aber bitte nicht in meinem Hinterhof. Aber was ist das andere? Das klingt alles klasse, das sind tolle Schlagworte, aber versuchen Sie es mal ein bisschen mit Leben zu füllen. Gerne. Wir haben jetzt vor, in den ersten 100 Tagen dieser Regierung den sogenannten Bauturbo auf den Weg zu bringen. Dort kann man sich gar nicht ausmalen, dauert es manchmal länger. den Antrag, den Bebauungsplan aufstellen, als dann nachher auch zu bauen. Und jetzt kriegen die Kommunen, die Städte, die Gemeinden eine Prechstange an die Hand, damit das alles... Eine Brechstange oder eine Prechstange? das ganz, ganz, ganz, ganz fix geht. Eine Brechstange. Richtig. Das ist ein Paragraf im Baugesetzbuch, den wir jetzt einführen und der ermöglicht, dass es eben nicht fünf Jahre dauert, sondern dass man auch direkt loslegen kann. Und das brauchen wir, denn wir müssen eben auch mehr bauen, um unsere Wohnungsziele auch zu erreichen, also mehr Wohnungen und mehr bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Da kann man dir nicht widersprechen, oder Uwe? Doch, kann man.
Uwe
Die Grundidee ist natürlich schon richtig, dass was getan werden sollte, damit die Baugenehmigungsverfahren schneller laufen. Allerdings das, was Sie jetzt machen mit Ihrem oder was sie planen mit dem Paragraph 246 E im Baugesetzbuch. Das soll eben für ein paar Jahre ausnahmebefristete Regelung sein, wonach man eben quasi schneller Bebauungspläne machen kann. So, nur man braucht gar nicht unbedingt Bebauungspläne machen, weil es jetzt schon im Baugesetzbuch eine Regelung gibt, wonach man für Investoren ganz gezielt für deren Projekte Bebauungspläne machen kann, also einzelfallbezogen. Das heißt, hier an der Stelle stellt sich schon die Frage, warum man nicht von diesem Instrument Gebrauch macht.
Gast
Jetzt haben wir vergessen, du wolltest dich ja noch vorstellen, warum du eine Expertise in dem Bereich hast, was denn eigentlich so dein Beruf ist.
Uwe
Ja, also ich sage mal so, ich komme ursprünglich aus der Immobilienmaklerei. Da habe ich mal 1990 angefangen. Das typische Geschäft, Häuser, Wohnungen, Eigentumswohnungen, Einfamilienhäuser, Baugrundstücke. So später, ein paar Jahre später, habe ich mich dann mit Investmentimmobilien beschäftigt, Bürogebäude, Einkaufszentren, Gewerbeparks und ähnliche Sachen, so Objekte bis 50 Millionen Euro etwa. als Vermittler und das bundesweit. Und daraus ergab sich dann irgendwann mal die Notwendigkeit nach Wertgutachten. Und dann bin ich dann aus bestimmten Gründen später in die Wertermittlung alleine gegangen und mache das quasi seit dem Jahr 2000, spätestens 2002, vollberuflich, exklusiv und selbstständig. Und kenne mich also in all diesen Themenbereichen, wie das mit Immobilien geht und den ganzen Gesetzen berufsbedingt gut aus, weil sonst könnte ich meinen Beruf nicht praktizieren.
Gast
Gut, dann wissen wir, dass du Ahnung vom Thema hast und jetzt nicht da irgendwie auch mal eine Koch-App oder sowas vorher schon gemacht hast, sondern du bist da seit Jahren tätig in dem Bereich.
Uwe
Genau, wer ist interessiert, der kann gerne auf meine Homepage gehen, die da heißt www.uwe-loose.de, mit Doppel-O, da kann man sich darüber informieren, was ich mache und wie ich das mache und so weiter und so fort. Aber das ist jetzt ja hier nicht weiterführendes Thema.
Gast
Ja, aber dass du eben aus dem Bereich kommst und deswegen da schon eine Expertise hast, das wollten wir den Zuschauern hier nochmal sagen. Wir haben noch den Christoph mit in der Leitung hier. Christoph, geduldest du dich noch ein bisschen? Wartest du ein bisschen ab? Komm, lass mal reinlassen. Hier, da ist der Christoph, ist auch dabei. Hallo, Christoph. Schon lange nicht mehr gesehen. Ja, genau. Wie ist es? Ja, noch gut, aber wir gucken jetzt, was die Verena sagt. Also gut, weiter geht's. Hier Verena Hubertz, die neue Baurekete im MoMA. Der Opposition scheint das alles nicht zu reichen. Sie wartet erst gar nicht, sondern sie wird schon ihrerseits aktiv. Gestern hat die Linkspartei das Mietwuchergesetz in den Bundestag eingebracht. Heute kommen die Grünen mit dem fairen Mietengesetz. Und beide haben massive, große Forderungen an Sie. Ines Schwerdtner, die Vorsitzende der Linkspartei, war vor einer Stunde hier bei uns. Und wir hören mal eben kurz da rein, was Sie... fordert, was Sie verlangen von der neuen Regierung? Wir fordern mindestens 30 Prozent gemeinnützigen Wohnungsbau, sozialen Wohnungsbau. 500 Euro, 500 Milliarden Euro Sondervermögen liegen auf dem Tisch. Und bisher konnte mir niemand in der Regierung sagen, wie viel dafür für sozialen Wohnungsbau ausgegeben wird. Und ich fordere wirklich, wenn 500 Milliarden auf dem Tisch liegen, muss es etwas geben, auch für den sozialen Wohnungsbau. Und solange die SPD, auch der Finanzminister Lars Klingbeil mir das nicht zusagen kann, werden wir auch da nicht lockerlassen. Hat sie ja nicht ganz Unrecht mit, oder? Aus ihrer Position?
Uwe
Na ja gut, als Linke ist sie natürlich grundsätzlich immer für soziale Leistungen, das ist klar. Allerdings stellt sich die Frage, haben wir denn in Deutschland wirklich eine Wohnungsnot, dass man unbedingt sozialen Wohnungsbau benötigt? Wir haben ja ungefähr 30 Millionen Wohnungen und nach meinem Wissen, bis auf die wenigen 10.000, die freiwillig auf der Straße wohnen möchten, haben alle Wohnungen. Also insofern... Wozu dann noch mehr sozialen Wohnungsbau machen?
Gast
Ja, weil viele sich die Mieten ja nicht mehr leisten können.
Uwe
Ja, das würde ich jetzt nicht so wetten. Das können wir vielleicht später nochmal klären.
Gast
Ja, zum Beispiel Sozialhilfeempfänger. Die können sich das ja dann nicht leisten.
Uwe
Sozialhilfeempfänger brauchen sich gar keine Miete zu leisten, weil sie die eh vom Staat bezahlt bekommen. Also die sind schon mal völlig außen vor.
Gast
Ja, der Staat sind ja wir, das zahlen wir ja zum Schluss auch. Das ist ja das Ding.
Uwe
Ja, aber die Sozialhilfeempfänger werden jetzt nicht hingehen und sagen, uns sind die Mieten zu teuer, weil die doch gar keine Mieten zahlen. Ja, aber die kriegen...
Gast
Ob sie 10 Euro zahlen oder 30 Euro. Nee, das ist nicht wurscht, weil das wird nur bezahlt, wenn es angemessen ist. Und in den Innenstädten findest du dann keine preisangemessene Wohnung mehr und deswegen werden immer mehr Leute auch so in die Randbezirke dann... rausgedrängt. Aber das ist nochmal ein Spezialproblem. Lassen wir mal weiter rein. Genau, das ist noch ein spezielles Thema. Also wirklich ernstzunehmende Anstrengungen für den sozialen Wohnungsbau fordert Frau Schwerdtner. Hat sie da einen Punkt? Auf jeden Fall. Und wir investieren massiv in den sozialen Wohnungsbau. Allein dieses Jahr 3,5 Milliarden. Und da muss noch mehr gehen. Und da wird auch noch mehr gehen. Wird denn der Staat da auch in die Verantwortung gehen? Werden Sie als Bundesregierung Sozialwohnungen bauen? Werden Sie selber in die Hand nehmen? Ich bin dafür, dass die Bagger rollen, aber ich werde die Bagger nicht selbst rollen lassen, weil die Wohnungen, die werden ja vor Ort gebaut, also von kommunalen Wohnungsbauunternehmen, von der Wohnungswirtschaft. Und wir als Bund geben... Also die Wohnungen werden tatsächlich sogar vor Ort gebaut. Also das ist ja Wahnsinn. Das Geld an die Länder, die legen auch nochmal jede Menge drauf, sodass aus den 3,5 nochmal viel mehr wird. Und das wird dann dort eingesetzt, wo der Wohnungsmarkt besonders angespannt ist. Neben dem Bauen haben Sie eine Expertenkommission versprochen. Die soll sich um Mietpreise, Mietwucher, Mieterhöhungen, stärkere Regulierung, unbohemäßiger Mieterhöhungen kümmern. Die wird Zeit brauchen, so eine Expertenkommission. Haben Sie die Zeit? Wenn man keine Ahnung hat, dann holt man einen Expertenrat, glaube ich. So ist das doch, oder? Wir haben auf der einen Seite Dinge, die jetzt ganz schnell kommen müssen. Meine Kollegin, die Justizministerin Stefanie Hubig, die arbeitet schon mit Hochdruck dran, dass die Mietpreisbremse wie im Koalitionsvertrag ... vereinbart verlängert wird. Das ist eben so komplex, dass nicht jede Antwort jetzt schon ausbuchstabiert fertig ist. Und deswegen auch diese Kommission. Aber es gibt auch noch ein paar Themen, die direkt angegangen werden. Und da sind wir zusammen gut im Austausch. Und das BMJ arbeitet da wirklich ganz, ganz viel. Sie kommt immer so optimistisch rüber. Hört sich ja jetzt total geil an, dass jetzt auch die Mietpreisbremse natürlich verlängert wird, erweitert wird. Was ist dazu zu sagen? Also der Staat baut jetzt die Wohnungen, keine privaten. Sind wir dann bald in der DDR bei den Summen, die sie da aufruft?
Uwe
Also sozialen Wohnungsbau hat es immer gegeben und der diente eben dazu, den finanziell Minderbemittelten preiswerten Wohnraum zu gewähren. Im Gegenzug hat man den privaten Investoren bestimmte steuerliche Vergünstigungen gegeben. Das macht aber für die Investoren eigentlich nur dann Sinn, wenn sie wirklich ein hohes Maß an Vergünstigung bekommen. Und wenn die Zinsen schon hoch sind oder später im Verlauf der Bindungszeit fallen, die ist meistens ja 25 Jahre oder 30 Jahre, dann gehen die Investoren sogar mit erheblichen Verlusten raus. Das heißt, die haben dann mit Zitronen gehandelt. Im Moment haben wir ein historisches eher Niedrigzinsniveau. Das heißt, hier ist das Risiko für die Investoren vielleicht nicht so groß. Das heißt, von der finanziellen Seite her ist das durchaus denkbar, dass die Investoren damit gelockt werden könnten. Und insofern würde ich sagen, ja, da kann ich ihr zustimmen. Wobei ich an anderer Stelle, da werden wir vielleicht später dazu kommen, andere Einwände habe.
Gast
Gut, dann hören wir mal weiter rein. Was sagen Sie den ehrlichen Haus- und Grundbesitzern, die gerade wirklich in Sorge sind und sagen, ja toll, Regierung und Opposition überbieten sich gerade in Verschärfung von Mieterrechten und die Sorge haben, dass sich Vermieten möglicherweise bald gar nicht mehr lohnt? Wir müssen beides schaffen. Ich bin selbst auch... Eigentümerin einer Wohnung, wohne aber in der Mietwohnung. Ich kenne beide Perspektiven. Und natürlich muss es möglich sein, dass man in Deutschland eine Wohnung vermietet, dass es auch sinnvoll ist zu investieren. Denn das kommt nachher dem Klima zugute und den Mieterinnen und Mietern, die dann nicht mehr mit der alten Gas- oder Ölheizung da wohnen oder den schlecht gedämmten Wänden, sondern eben auch in einer sinnvoll renovierten Wohnung. Weil die Nebenkosten sind ja auch ein ganz großes Problem, kennen wir alle noch aus diesen... Ja, das könnte man ja ganz einfach regeln, wenn man das günstige und saubere Gas aus Russland wieder importieren würde. Aber nun mal so. Preisexplosionen der letzten Jahre. Also beides muss zusammen gedacht werden. Dafür setze ich mich ein. Sagt Verena Hubertz, die neue Bundesbauministerin. Danke für Ihren ersten Besuch in dieser neuen Rolle bei uns im Morgenmagazin. Danke für Ihre Zeit. Danke Ihnen. Und damit zurück zu Euch nach Köln. Dankeschön. Sabine, liebe Grüße nach Berlin. Ich habe das nicht verstanden. Was war denn jetzt die Conclusio von Ihrem Besuch? Oder was hat sie denn jetzt eigentlich konkretes gesagt?
Uwe
Also ich bin nicht im Fach, ja? Sie hat nur Hoffnung gemacht, dass mit Ihren Maßnahmen jetzt alles besser wird. Im Grunde genommen hat sie einmal die Erleichterung in der Bebauungsplanungsgenehmigung angesprochen. Und dann hat sie angesprochen, dass man eben den Mietendeckel verlängern will. Und das war es dann auch schon. Im Grunde genommen sind das schon Maßnahmen, die allgemein üblich sind und auch bekannt sind. sind sie nicht unbedingt zielführend. Also fangen wir mit dem ersten an. Im Baugesetzbuch sollen vier neue Paragraphen eingeführt werden und drei andere werden entsprechend geändert. Der wesentliche Punkt ist, das Baugesetzbuch ist ein Bundesgesetz und dementsprechend liegt die Ausführung den Bundesländern. Genauer genommen sogar den Gemeinden. Und die Gemeinden, die haben jetzt zwar, wenn dieses Gesetz durchkommen sollte, davon wir jetzt mal ausgehen, die haben dann die Möglichkeit, erleichtert und schneller Bebauungspläne aufzustellen. Aber ob sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, ist ja noch eine ganz andere Frage. Und in den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass die Gemeinden da überhaupt gar nicht so sehr daran interessiert sind, weil nämlich sie Angst haben, wenn sie mehr Bauland ausweisen, dass sie auch mehr Migranten noch zugewiesen bekommen und soziale Unruhen in ihren Gebieten haben. Das heißt, die Gemeinden sind da überhaupt gar nicht heiß drauf. Umgekehrt sind die Investoren, die glauben da auch nicht mehr dran, weil Investoren gibt es genug. Geld ist immer flüchtig und geht dahin, wo man gute Geschäfte machen kann. So, aber aufgrund der hohen Baukosten und der sehr komplizierten Baugenehmigungsverfahren, das ist nicht nur das Bauplanungsrecht, Und auch das Bauordnungsrecht, also was genau konkret auf einem Grundstück gemacht wird, was mit den Gebäuden gemacht wird, das ist Bauordnungsrecht. Während Bauplanungsrecht gibt eben den größeren Rahmen, an welcher Art überhaupt gebaut werden darf. Und da haben wir so viele bürokratische Vorschriften, dass das für viele Bauträger schlichtweg uninteressant ist. Wenn dann eben noch eine Verschärfung des Mietrechtes reinkommt, dann wird es völlig uninteressant, weil etliche Immobilien eben vermietet werden. Und wenn man sich eben bewusst macht, dass eine Mietwohnung ist in gewisser Weise ein Wirtschaftsgut wie jedes andere auch. Nur, dass es eben einen höheren sozialen Wert hat, weil wenn man keine Mietwohnung hat, sitzt man auf der Straße, während wenn man kein Auto hat, kann man immer noch mit dem Bus fahren. So, und jetzt ist von politischer Seite her, stellt man sich ja immer vor, dass man besonders die Mieter unterstützen muss, die armen Mieter. Warum? Weil es ja viel, viel mehr Mieter und damit viel, viel mehr Wählerstimmen auf der Mieterseite gibt als auf der Vermieterseite. Also es ist immer wichtig, Mieterinteressen zu vertreten. So, nur was passiert, wenn eben keine freien Marktpreise gemacht werden? Also Marktpreise heißt, dass Angebot und Nachfrage den Mietpreis für eine Mietwohnung bestimmen. So, wenn man das jetzt dem freien Markt überlässt, dann ergeben sich bestimmte Marktverhältnisse, nämlich dass die, die das meiste Geld haben, die besten und teuersten Wohnungen kriegen. Faktum ist, dass auch Durch Einschränkungen, zum Beispiel durch unser relativ mieterfreundliches BGB, unsere Mietgesetze, die den Mieter besonders schützen und mehr schützen als den Vermieter, ist da schon ein gewisser Schutz für die Mieter. So, dann hat man aber eben... dann Mietspiegel eingeführt. Das heißt, man darf die Miete nur in bestimmten Größenordnungen erhöhen. Der Maßstab für diese Größenordnung wird durch die Gemeinde und teilweise noch durch bestimmte Institute in Zusammenarbeit dann in einer Gemeinde geregelt. und zwar bezogen auf bis zu vier Jahre alte Mieten, teilweise bis zu sieben Jahre alte Mieten. Das heißt, wir reden nicht mehr von der gegenwärtigen Marktrealität, sondern von der Marktrealität, die statistisch gesehen in der Mitte liegt, also vor zwei Jahren, vor dreieinhalb Jahren. In der Zwischenzeit hat sich die Realität meistens ja verändert. Das heißt, auch das ist ein Instrument, wo quasi die natürliche Mietenentwicklung zugunsten des Mieters gebremst wird. Und dann haben wir ja seit einigen Jahren die Notfallregelung, dass in besonders angespannten Wohngebieten die Gemeinden eben die Mietpreisbremse einführen können. Und die Mietpreisbremse heißt, dass man abweichend von dem, was man eigentlich nach Gesetz erhöhen dürfte, dann noch viel weniger erhöhen darf. Und ich erinnere mich, wir haben vor ein paar Jahren in Berlin eine besondere Mietpreisbremse gehabt. Da habe ich damals auf meinem Immobilienwirtschaftlichen Kanal ein Video zu gemacht, das ist absoluter Blödsinn, das kann nicht funktionieren. Und 2019 wurde diese Mietpreisbremse vom BGH als verfassungswidrig verborfen. Das heißt, diese Mietpreisbremsen, diese Mietgesetze, die wir haben, sind insgesamt alle sehr mieterfreundlich, aber sie führen dazu, dass es für die Vermieter immer uninteressanter wird, zu vermieten. Und wenn es für die Vermieter uninteressanter ist, dann bauen die auch nicht. Das heißt, der Mieterschutz auf der einen Seite führt zu einer verminderten Bautätigkeit auf der anderen Seite. Insofern muss man sich beobachten. Kann man nicht gleichzeitig, so wie jetzt die Frau Hubertz, sagen, ja, wir wollen das Bauen erleichtern und dann aber auch gleichzeitig das Vermieten wiederum erschweren. Also jetzt aus der Vermieterseite. Das funktioniert nicht, das ist gegenläufig.
Gast
Ja, nicht nur das. Sie hat ja auch gesagt, die Nebenkosten sind jetzt so ein Problem. Das heißt, die Wohnungen, die man da bauen will, die haben hohe Standards, also Wohnungen. Wärmepumpe hast du nicht gesehen, gut gedämmt. Das macht das Bauen doch wiederum teurer. Und was hast du gesagt? Wie lange brauche ich denn, wenn ich jetzt investiere, sagen wir im Betongold? Ja, will ich ja meine Kohle? Ich will ja irgendwann zurück haben. Ich will ja eine Rendite daraus haben.
Uwe
Also zum Beispiel der soziale Wohnungsbau ist auf 25 Jahre kalkuliert. In der Regel 20, 25, 30 Jahre. Das kann unterschiedlich vereinbart werden. So, das heißt, um so ein Projekt zu machen, musst du einen Projektplan machen, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung, die dir auf 25 Jahre musst du die Mieterhöhung vorhersagen. Nach dem Motto, im Jahr so und so viel erhöhe ich die Miete und so und so viel, dann so und so viel und so und so viel. Das haben wir gehabt und ich habe etliche von diesen Immobilien bewertet, die in den 80er Jahren oder 90er Jahren solche Programme hatten und da stellte sich heraus, dass die prospektierten, gerechneten Mieterhöhungen, die ließen sich gar nicht mehr am Markt durchsetzen, weil die höher waren als das, was die Marktmiete war. Kein Mieter würde das zahlen, schon gar nicht irgendein Sozialmieter. Das heißt, da haben also schon alleine deswegen etliche der Vermieter oder der Investoren von diesen Sozialimmobilien haben im Grunde oder sozialen Wohnungsbau haben schon da Einnahmeverluste gehabt. Das rechnete sich für die gar nicht. Wir haben manche gehabt, die haben ein Haus mit 100 Wohnungen und dann habe ich denen vorgerechnet, dass sie nach 25 Jahren nicht so und so viel 100.000 Euro plus haben, sondern eine Million minus. Und da sind die natürlich hellauf von begeistert. Das heißt, diese ganzen Projekte, das ist reine Zukunftsmusik, da hat man eine Zukunftshoffnung drin, dass das schon alles in der Zukunft werden wird. Aber ob es so werden wird, wie man sich das auf dem Plan ausrechnet, das ist noch eine ganz, ganz andere Angelegenheit.
Gast
Wieso geht man denn nicht her und macht quasi Nägel mit Köpfen und anstatt, dass man privatwirtschaftlichen Unternehmen sozusagen Bedingungen abverlangt, die sie nicht einhalten können? Wieso macht man nicht direkt einen staatlichen Wohnungsbau? Wieso macht man das überhaupt in die Privatwirtschaft?
Uwe
Das ist relativ wenig verständlich, warum man das macht. Denn es gibt in Deutschland, wir haben ja durch den Krieg sehr viel Häusersubstanz verloren. also durch den Zweiten Weltkrieg. Und deswegen ist in Deutschland der Eigentumsbestand an Immobilien relativ niedrig. Wir haben immer einen Eigentumsbestand von unter 45 Prozent im Schnitt. Und das, obwohl es seit dem Kriege quasi Wohnungsbauprogramme gibt. Also wir schaffen es nicht, trotz aller Förderungen auf einen Stand zu kommen, den viele andere europäische Länder haben, von 80, 85, 90, 95 Prozent Immobilieneigentum. Die meisten sind bei uns Mieter. Und insofern sind diese Wohnungsprogramme, die wir in Deutschland hatten, im Grunde genommen sämtlich nicht funktionsfähig. Die ermöglichen einigen, gute Geschäfte zu machen, aber sie lösen das Kernproblem offensichtlich nicht. Wenn wir hier mal auf diese Grafik gucken, die habe ich heute anlässlich dieses Videos selber mal erstellt und möchte mal erläutern, was wir dort sehen. So, da haben wir ab dem Jahr 2000 bis heute, haben wir dort vier verschiedene Linien und links eben Indexwerte. So Indexwerte sind also Messzahlen, wie beim Verbraucherpreisindex zum Beispiel. So, und jetzt fangen die alle im Jahr 2000 an. Jetzt nehmen wir mal die unterste, die grüne Linie. Die grüne Linie stellt dar, wie der durchschnittliche Einkommensindex von den abhängig arbeitenden Bevölkerungsschichten ist. Das heißt also die Löhne und Gehälter. Dann sehen wir, dass die so leicht steigend sind. So weit, so gut. Die gelbe Linie. Das sind die Wohnungsmieten und die gelbe Linie, das sind die, jetzt habe ich mich verplappert, also die gelbe Linie sind die Einkommen und die grünen sind die Wohnmieten. Wenn wir nur diese beiden sehen, von Beginn an, vom Jahr 2000 bis heute, was sehen wir da? Dass die beiden identisch sind. Die laufen parallel. Das heißt, wenn irgendjemand sagt, die Mieten sind zu teuer, Dann kann das überhaupt gar nicht stimmen, weil die Löhne diesen Mieten genau entsprechen. Das wächst miteinander parallel. Das heißt, wenn irgendwo eine Wohnungsnot entsteht, muss die Ursache woanders liegen. Die kann aber nicht bei denjenigen liegen, die eben irgendwelche Löhne oder Gehälter beziehen. Denn deren Einkünfte laufen direkt parallel mit dem Wohnungsmietenindex. Das heißt, die Mieten werden genauso viel angepasst, wie die Leute an Gehältern verdienen. So, und dann sehen wir in der die blaue Linie, das ist was? Das ist der Verbraucherpreisindex. So, und der Verbraucherpreisindex lief quasi bis einschließlich dem Jahr 2020, lief der auch parallel. Das heißt, ob es Löhne waren oder Mieten oder eben die Entwertung des Geldes, eines hob immer das andere auf. Sprich, es hat sich eigentlich gar nichts verändert. Und dann ab dem Jahr 2020 sehen wir auf einmal einen Schub, der jetzt quasi ungefähr zwei Jahre hoch geht. Und dann passt er sich von der parallelen Laufart wieder den anderen beiden an. So, was haben wir im Jahr 2021, 2022 gehabt? Ja, wissen wir, da haben wir Corona-Krise gehabt. Und nach 2022 haben wir ja eben Corona. Dann Energiekrise gehabt. Das heißt, hier sehen wir, dass also die Inflation angestiegen ist. Und was bedeutet angestiegene Inflation? Es heißt nicht, dass einzelne Preise steigen, sondern dass alle Preise gleichzeitig steigen. Und das geht nur dann, wenn die Geldmenge ausgeweitet wird. Wenn also die Bundesbank oder die EZB, wenn man es auf Europa betrachtet, wenn die die Geldmenge ausweitet, sprich wenn die Staaten mehr Schulden machen, als sie einnehmen. dann wächst die Geldmenge und dann schlägt sich das nach einiger Zeit auf den normalen Wirtschaftsprozess durch. Das heißt, wir sehen also, der Staat hat schlecht gewirtschaftet. Das bedeutet aber für die gelbe Linie und die Grüne, dass obwohl sich eigentlich nichts geändert hat, die Leute aber weniger Geld in der Tasche haben. Das liegt aber nicht an den Mieten, sondern es liegt an der Inflation. Und für die Inflation ist alleine der Staat zuständig, sprich die Zentralbank, sprich die Staatsverschuldung. So, und dann... Wenn wir dann mal einen Schritt weiter gehen und gucken uns die schwarze Linie oben an, die ist ja so ein bisschen anders. So, das ist der Baupreisindex für Wohnimmobilien. Und da sehen wir, dass der ungefähr bis zum Jahr 2005 relativ stabil war und dann fing er an zu steigen. So, und was haben wir im Jahr 2005, 2006 und danach gehabt? Da ging es los mit den Energieeinsparverordnungen. Das heißt, plötzlich wurde das Bauen teurer aufgrund der ganzen energetischen Maßnahmen. So, und die anderen Linien, alle drei, liefen noch parallel, aber die Baupreise fangen jetzt auf einmal an sich abzukoppeln. Und dann gucken Sie mal in das Jahr 2020 auf 2021, da auf einmal explodiert es ja. Was haben wir denn da gehabt? Da haben wir auf einmal Regierungswechsel gehabt und wir haben auf einmal die den Heizungshammer und, und, und. Das heißt, wir sehen die wichtigste Linie, die hier die Einkommen, das Bauen behindert und auch das Mieten insofern, das sind die Baupreise. Und für die Baupreise ist alleine der Staat verantwortlich, weil der mit seinen Baugesetzen, die so streng sind und den zusätzlichen Anforderungen, jedes Jahr kommt noch das und das und das dazu, macht das Bauen immer teurer, dass sich immer weniger Leute bauen leisten können. Es muss jedes Jahr eine bestimmte Menge gebaut werden. Und zwar wie viel? Wir haben ungefähr 30 Millionen Wohnungen. Und wenn jetzt zum Beispiel jedes Jahr ein Prozent verschrottet geht als Alter, dann sind das 300.000 Wohnungen. Und diese 300.000, die braucht man dann natürlich. Wenn wir sagen würden, okay, 300.000, die könnte man ja eigentlich kriegen in einer normalen Marktwirtschaft, wird aber schwierig, wenn das Bauen immer teurer wird, die Einkünfte aber dieselben bleiben, sowohl für die Vermieter als auch die Mieter. Und wenn dann gleichzeitig auch noch die Inflation zugelegt hat. So, wenn dann aber zusätzlich noch Wohnraumbedarf entsteht durch, ja, ich sag mal externe Zuwanderung. Dann ist eins klar, jetzt wird es dann noch kritischer werden. Das heißt, wir können aus dieser Grafik ganz eindeutig sehen, dass was das Bundesbauministerium jetzt vorlegt, ist eine schöne Luftblase. Und zwar in mehrerlei Hinsicht. Erstens ist es eine Luftblase, weil es nur die Maßgabe des Bundes ist, die quasi eine Empfehlung an die Länder und Gemeinden ist, die möchten doch jetzt tätig werden. Tatsache ist, dass die Länder und Gemeinden da kein großes Interesse daran haben. Die haben nämlich alle selber kein Geld und gerade die Gemeinden wollen auch nicht Gebiete neu ausweisen, weil sie keine zusätzlichen Migrationen haben wollen. Das heißt, das ist nach meiner Ansicht ein absoluter Schuss in den Ofen, der in den Gemeinden unten nicht ankommen wird. Der wird vielleicht bestimmte Großinvestoren, Die sagen, ich will hier 500 Wohnungen bauen oder 1000. Und dann will ich das im sozialen Wohnungsbau machen. Für die mag das vielleicht gelten. Es wird aber nichts nützen, wenn die Gemeinden keine Bauflächen ausweisen. Da haben die auch nichts von. Und der zweite Aspekt ist, das Bundesbauministerium...
Gast
Das bin ich schon gewöhnt, das macht ein bisschen so...
Uwe
Also das Bundesbauministerium unterschlägt im Grunde genommen, dass die Ursache der ganzen Problematik nicht in den Mieten liegt, nicht bei den Vermietern liegt, sondern es liegt ganz alleine an der Regierung, an dieser und den Vorgängerregierungen. Es liegt ganz konkret daran, an den zu hohen bürokratischen Anforderungen, die per Gesetz gestellt werden und insbesondere an den Anforderungen, die durch die energetischen Maßnahmen kommen. Das versucht man jetzt quasi mit Hilfsmethoden durch Mieterstärkung den Vermietern abzuknöpfen und durch Förderprogramme, sprich durch Steuererhöhung, dann auszugleichen. Aber die Ursache wird dadurch nicht bekämpft.
Gast
Uwe, darf ich mal eine Frage stellen? Was bislang nicht berücksichtigt ist, beziehungsweise ob das da überhaupt reinpasst und wie das da reinpasst, hätte ich eine Frage. Und zwar die Umverteilung von Arm nach Reich. Du sagtest, ein paar Großinvestoren freuen sich möglicherweise. Insgesamt hast du auch eben die Indizes gezeigt. Aber ich frage mich, das sind wahrscheinlich Durchschnittswerte oder nicht?
Uwe
Ja, das ist logisch. Die Indizes sind immer Durchschnittswerte. Das ist jetzt Bundesdurchschnittswerte. Das ist in den einzelnen Gebieten durchaus verschieden. Andererseits muss man sagen, Immobilienmärkte, so lokal sie sind, haben... bewegen sich und verändern sich sehr langsam. Das ist nicht wie bei Aktien, wo es heute 20 Prozent runter, am nächsten Tag 10 Prozent hoch geht, sondern es geht sehr, sehr langsam. Es ist wie bei Tankschiffen auf dem großen Meer, wenn die mal bremsen wollen, dann dauert das 20 Kilometer und beim Anfahren genauso.
Gast
Was mich jetzt noch interessieren würde, wäre, wenn dem so ist oder wenn dem nicht so ist, dann sag es, wenn das auch hier eine Form von Umverteilung von unten nach oben, von arm nach reich ist. Wer profitiert denn letzten Endes hier von diesen Entwicklungen?
Uwe
Wer davon profitiert? Also ich denke mal, es profitieren diejenigen, die vor allem in der Baustoffindustrie sind. Weil deren Preise, die wachsen ständig zügig voran. Die haben weniger Aufträge und können dafür mehr Preise abrechnen. Die ganze Zulieferindustrie, die ganzen Handwerker, die können auch ihre Preise erhöhen, weil alleine durch die allgemeine Wirtschaftskrise immer mehr Betriebe zumachen. Und du musst, selbst wenn du heute nur irgendwo eine Markise an deinem Haus anbringen willst, brauchst du schon mal vier Wochen überhaupt einen Ortstermin zu haben zum Ausmessen. Und dann brauchst du noch zwei Monate, bevor das überhaupt geliefert wird. Das heißt, durch die wirtschaftliche Ausdünnung werden diese Prozesse langsamer und teurer und da ist überhaupt nichts Turbomäßiges drin.
Gast
Hier in Deutschland eigentlich deutlich mehr. Aber aktuell ist der Wohnungsbau hierzulande stark rückläufig. Im vergangenen Jahr wurden rund 14 Prozent weniger Neubauwohnungen fertiggestellt als im Jahr zuvor. Und vor allem im sozialen Wohnungsbau gibt es ein Defizit. Ihre Verzweiflung klebt Birgit Sterli an Masten und Bücherboxen. So, da hänge ich nochmal ein paar Aushänge auf. Sie spricht bei Hausverwaltungen und Genossenschaften vor, schaltet Online-Anzeigen. Doch die Suche in Köln nach einer Wohnung für sich und ihre Tochter ist bislang erfolglos. Ja, ähm, man ist irgendwann ein bisschen mutlos. Und vor allen Dingen, wenn ich für mich selber suchen würde, dann wäre ich ja nochmal anders flexibel. Aber ich habe eine Tochter und das macht mir einfach Kummer. Wohnraum, seit Jahren bundesweit Mangelware und daher teuer. Die Grünen legten einen Gesetzentwurf vor. Sie wollen das Mietrecht deutlich verschärfen, zum Beispiel die zum Jahresende auslaufende Mietpreisbremse entfristen. Diese Situation auf dem Mietmarkt, die ist sozialer Sprengstoff und sie verhindert den Aufbruch in diesem Land, auf den wir so lange dringlich warten. Die Linke hat eine andere Idee. Sie plädiert vor allem für Investitionen in den sozialen Wohnungsbau. Die erste Forderung wäre, dass wir ein Investitionsprogramm für bezahlbaren Wohnraum haben, der sich dann wirklich an die Durchschnittsverdienerinnen und Durchschnittsverdiener richtet und nicht welche Lofts oder Wohnungen damit finanziert werden. Die Union macht die Baupolitik der Vorgängerregierung für die steigenden Mieten verantwortlich. Denn laut Statistischen Bund Bundesamt werden jährlich immer weniger gebaut. Lag ihre Zahl im Jahr 2010 bei 160.000, in Folgejahren erreichte 2020 einen Wert von rund 306.000. Seitdem geht es abwärts. Warum das so ist, hat uns der Uwe jetzt ja erklärt. 2024 wurden nur noch etwa 200.000.
Uwe
Ja, ich habe angehalten, Uwe. Sie macht ja hier diesen Neidfaktor nach dem Motto, dass nur noch Loftwohnungen gebaut werden. Diese Loftwohnungen unterliegen ja überhaupt gar nicht diesem Mietpreis. Für die Neubauobjekte sind die Mieten ja frei verhandelbar. Das heißt, es trifft ja überhaupt gar keine Armen. Es betrifft diejenigen, die sich das leisten können und leisten wollen. Das heißt, da jetzt Neid zu schüren, ist völliger Quatsch, weil wir von einer ganz anderen Kategorie von Immobilien reden. Siehst du das? Lass mich noch einen Satz noch sagen, Christoph. Und der nächste Punkt ist, diese Leute, die in die Loftwohnung ziehen, die haben vielleicht vorher nicht in der Loftwohnung gewohnt, sondern in einer Klasse niedriger oder Zweiklasse niedriger. Das heißt, deren Wohnung wird ja jetzt frei. Das heißt, es ist so ein Verschiebebahnhof. Wenn Leute sich mehr leisten können, ziehen sie aus ihrer relativ schlechteren Wohnung aus und suchen sich eine relativ bessere Wohnung. Und insofern ist das überhaupt nicht wahr, was von vielen Politikern kundgetan wird, dass hier nur Luxus gemacht wird und die Armen darunter leiden müssten. Das ist mal ganz im Gegenteil. Der Verschiebebahnhof geht von ganz oben von der Luxuswohnung für ein Schweinegeld bis zu den ganz unten. Das verschiebt sich Schritt für Schritt.
Gast
Das Ziel von 400.000 Neubau... Christoph, sonst kommen wir mit dem Programm heute nicht durch. Ich lasse jetzt mal weiterlaufen. Ich habe keine Frage. ...pro Jahr deutlich verfehlt. Okay. Ein Kommentar dann, Christoph, bitte. Die Rede war von sozialem Wohnungsbau. Und dann hieß es aber, dass sie den sozialen Wohnungsbau allerdings orientieren wollen an den Normalverdienern. Ist euch das aufgefallen? Das finde ich doch auch irgendwie ein bisschen komisch, oder?
Uwe
Naja, also im Grunde genommen ist es so, dass der soziale Wohnungsbau kann ja eben nicht voll sozial sein, weil dann würden ja Der Staat müsste dann ja die voll auch finanzieren. Also ist dann quasi einkommensabhängig. Früher nannte man das Paragraph 5-Schein. Da musste das dann nachweisen, dass man nur so und so geringes Einkommen hat. Und dann kann man eben in so eine Wohnung da auch einziehen. Also das ist eine Frage der Definition, wie man, wie dicht man das an die, ich sag mal, an die normalen Wohnungen ranbringen. Sondern wenn du jetzt zum Beispiel in Hamburg bist und hast einen Neubau in einer sehr guten Lage, dann zahlst du 25 Euro netto kalt. In mittleren Gegenden zahlst du dann auch schon 10, 12 Euro. Vor ein paar Jahren waren wir dann noch bei 8 Euro. Das geht also schon rapide voran, aber man muss auch klipp und klar sagen, die Nachfrage ist da und die Kaufkraft, die Mietkraft ist da. Wenn du hier in Hamburg eine noch so schrottige Wohnung anbietest, da hast du innerhalb von 24 Stunden 100 Leute, die Schlange stehen und sagen, ich will diese Wohnung haben. Was soll denn der Vermieter machen? Soll er jetzt sich den aussuchen, der am ärmsten aussieht? Oder nimmt er den, der ihm die höchste Miete zahlt? Also die Frage ist doch offensichtlich. Und die Leute, die in der Schlange stehen und die Wohnung nicht kriegen, die wohnen nicht auf der Straße, sondern die wohnen ja schon. in einer Wohnung, wo sie sich die Miete leisten können. Und die Frage ist, warum wollen die überhaupt umziehen? Natürlich ist es Ihr Recht, umzuziehen. Aber warum wollen Sie nicht in eine Wohnung umziehen, die Ihren Preisen entspricht, sondern Sie hätten gerne eine bessere Wohnung, aber zu den Preisen, die Ihnen gefahren. Und so funktioniert die Marktwirtschaft nicht. Ich kann auch nicht sagen, ich fahre eigentlich nur einen schrottigen VW, aber mein Nachbar, der hat einen Porsche und jetzt möchte ich aber gerne eine Förderung haben, damit ich auch einen Porsche fahren kann. Nee, das kann nicht jeder am Porsche fahren. So wie es bei den Autos Porsches gibt, gibt es die bei den Wohnungen eben auch. Das heißt, ich sehe nicht objektiv das Problem der Wohnungsnot, sondern wir haben Wohnungsumzugswünsche. Ja, aber wir haben keine Wohnungsnot. Und dass die Wohnungsumzugswünsche dazu führen, dass man dann in der Regel aus älteren Wohnungen in bessere zieht und deswegen auch mehr zahlen muss, das versteht sich ja eigentlich von selbst.
Gast
Ja, aber Uwe, in meinem Beispiel zum Beispiel würde ich, also die Wohnung, die ich jetzt bewohne, hätte die ein FI zum Beispiel. Ja, ein FI, das ist jetzt hier noch kein Hightech. Ein reiner FI, dann würde die schon hier 400 Euro mehr kosten im Monat. Allein schon, weil sie dann hier Kern sanieren müssten.
Uwe
Ja, das kann durchaus sein. Also es geht nach unten hin, also in den unteren Preissegmenten, da ist ja eben der Zerfall. Deswegen muss ja regelmäßig neu gebaut werden. Aber da man mit den einfacheren Mieten, also mit den niedrigeren Mieten als Investor in Deutschland jetzt nichts mehr verdienen kann, haben die nur noch die Möglichkeit, wenn sie überhaupt... irgendwas verdienen wollen, im Luxussegment zu bauen und dann eben durch diesen Eisenbahnzug, Pyramide abwärts, eine Wohnung wird frei und der nächste niedrige zieht in die höhere Wohnung ein. Das dauert natürlich Monate und Jahre. Aber es liegt nicht an den Vermietern. Die Vermieter würden gerne auch mit einfachen Mietern Geld verdienen, tun sie auch, nämlich dann, wenn sie Sozialmieter aufnehmen und noch mehr verdienen sie, wenn sie Migranten aufnehmen.
Gast
Ja, billige Wohnungen zu bauen funktioniert aber deswegen schon nicht, weil die Baupreise so hoch geworden sind, wie du ja eben aufgezeigt hast. Und das heißt, ich kann also wirklich in diesem Niedrigsegment nicht genügend Gewinn bringen, neue Wohnungen an den Start bringen, außer vielleicht der Staat finanziert das. Das heißt, sie finanzieren das ja wieder alle. Da frage ich mich auch, der Staat muss auch mal wirtschaftlich denken, sonst passt es ja irgendwie auch nicht. Aber du kannst halt bei diesen ganzen Erfordernissen und dann eben auch noch mit Wärmepumpe, hast du nicht gesehen, kannst du keine Wohnung mehr bauen, die sich dann jemand leisten kann, der eben nicht das Geld hat. Und deswegen werden die ja auch nicht gebaut. Also jedenfalls nicht von der Privatwirtschaft, wenn ich richtig verstanden habe.
Uwe
Das ist völlig richtig. Also es gibt Untersuchungen dazu, wie teuer das Bauen sein könnte, wenn es nicht staatlich verteuert worden wäre. Und vereinfacht gesehen kann man sagen, dass etwa 40 bis 50 Prozent der heutigen Baukosten alleine durch staatliche Maßnahmen entstanden sind.
Gast
Ja, aber sie hat doch die drei T's gebracht. Technik, Tralala, kann ich mich noch gar nicht erinnern. Tempo und Toleranz. Ja, aber Tempo kann ich mir nicht erinnern. Toleranz an den Preisen erinnert. Leute, wir müssen weiter durchgehen, sonst schaffen wir es zeitlich nicht. Ja, dann machen wir weiter. Ursachen für den Rückgang gestiegene Zinsen und Baukosten. Die Bundesregierung will nun ans Baugesetz, plant bürokratische Hürden zu reduzieren, um schneller und günstiger zu bauen. Sie setzt auf eine Zitat Brechstange, um die Wohnungsnot von Mieterinnen wie Birgit Sterli zügig zu bekämpfen. Wie soll also künftig mehr gebaut werden? Das hat mein Kollege Ingo Zamperoni gestern in den Tagesthemen die Bundesbauministerin Verena Hubertz gefragt. Ihre Vorgängerin, und die war ja auch von der SPD, hatte das Ziel 400.000 neue Wohnungen im Jahr und blieb weit davon entfernt. Warum sollte Ihnen das jetzt auf einmal besser gelingen beim Wohnungsbau? Auf der einen Seite waren die letzten Jahre natürlich auch geprägt von Krieg, von Krise, von Preisexplosionen. Aber wir müssen natürlich noch vieles anders machen. Wir brauchen Tempo, wir brauchen Technologie und Toleranz, denn wir bauen in Deutschland zu wenig. Für mich sind das alles leere Worthülsen. Also, sorry, wenn ich das jetzt so sage. Ja, was meint ihr denn mit Technologie, wenn Sie mal sagen würden, was Sie meinen? Sie sprechen dabei von... Ja, es ist so schöne Reederei irgendwie, aber gut. Wollen wir mal weiter? Von einer Brechstange, das klingt martialisch, aber wie genau sieht das konkret aus? In den ersten 100 Tagen lege ich eine neue Version des Baugesetzbuches vor. Da führen wir den sogenannten Wohnungsbau Turbo ein. Ui, der Turbo wird gezündet. Ui, jetzt hier der Turbo. Manchmal dauert es länger, die Baugenehmigung zu beantragen, als dann später zu bauen. Und das kann nicht sein. Es ist immer Ihr Argument, die Baugenehmigungen, die werden schneller. Das macht dann den Unterschied. Deswegen legen wir die Regeln ein bisschen auf Seite. Die Kommunen bekommen eine Prechstange. Und da, wo sie bauen wollen, da dürfen sie dann auch einfach mehr und viel schneller bauen.
Uwe
Wenn Sie sagen, wir legen die Regeln jetzt... Ich muss hier noch mal kurz einbrechen. Was sie erzählt, ist nach meiner Meinung Unsinn. Denn die Kommunen, die haben alleine das Recht zu bestimmen, wo sie im Gemeindegebiet Bebauungspläne etc. ausweisen. Ich hatte vorhin was von den Vorhaben bezogen über Bebauungspläne gesagt. Das ist eh noch ein anderes Thema. Das heißt, die Gemeinde braucht sich nur hinsetzen und sagen, okay, das und das Gebiet wollen wir zum Bauland entwickeln. Dann dauert das zwar ein Weilchen, weil früher, es ist ja vielleicht erst mal Acker. Und das Baugesetzbuch hat natürlich schon bestimmte Stufen, die auch durchlaufen werden müssen. Das geht nicht einfach so holterdiepolter. So in Großstädten mag es ein bisschen anders sein, wenn das Gebiet schon nicht mehr Landwirtschaft sein sollte. Aber es braucht eben schon ein paar Jahre. Es kann nicht einfach so zack, zack, heute machen wir daraus Bauland. So funktioniert das nicht. Ja, weil an der Immobilie, an der ganzen Schließung der Gebiete. Es müssen jede Menge Prüfungen gemacht werden, Umweltverträglichkeitsprüfungen, die Behörden, die Behörden, die Behörden, die Behörden. Das muss mit den übergreifenden Plänen der Länder übereinstimmen und übergreifenden Plänen des Bundes übereinstimmen. Das ist ein äußerst komplexes Verfahren, wo auch zweimal auch die Bürger daran beteiligt werden. Das ist ein 13-stufiges Verfahren. Wenn Sie das jetzt runterbrechen, wenn Sie sagen, anstatt dass wir das jetzt in fünf Jahren machen, machen wir das in einem Jahr, dann kommt mir das so vor wie bei unserer Turbo-Prüfung von den Corona-Impfungen, wo man eigentlich auch mal 10 bis 20 Jahre braucht, aber dann schaffen wir es auf einmal in drei Monaten. Und was daraus geworden ist, haben wir ja gesehen.
Gast
Vor allen Dingen tut sie nur so, als wäre das das einzige Problem. Aber die Kosten sind ja eigentlich das Problem, nicht die Bürokratie. Christoph, Entschuldigung. Dafür gibt es jetzt die Toleranz. Dafür gibt es dann jetzt die Toleranz. Das ist dann Messtoleranz, das ist Bautoleranz, das ist Toleranz in den Behörden, weil wenn du denen da schon mal was über den Tisch schiebst, dann werden die auch sehr tolerant. Und vor allen Dingen, was man ja sagen muss, sie ist wirklich wahnsinnig gut gelaunt. Also sie präsentiert die Brechstange mit einem Lächeln und so einer Begeisterung. Und das macht den Zuschauer ganz vergessen, dass sie total nur Blödsinn ist.
Uwe
Ja, das zeigt aber, dass sie eben wirklich nicht weiß, wovon sie redet. Wenn sie also Wirtschaftswissenschaften studiert hat und mit einem hochwertigen Abschluss abgeschlossen hat, dann weiß sie, dass sie Unfug redet. Und insofern denke ich mal... Ja, von der guten Frau, so nett sie lächelt, werden wir nicht viel erwarten können, außer eine Luftblase nach der nächsten.
Gast
Jetzt auch mal beiseite. Heißt das Umweltschutzregelungen, Denkmalschutzregelungen, Energievorgaben, Lärmschutzregelungen, all sowas, das wird jetzt alles untergeordnet, Hauptsache schnell? Schnell muss es gehen, aber es heißt natürlich nicht, dass die Interessen jetzt alle auf die Seite gelegt werden. Aber wir dürfen auch nicht in Schönheit sterben. Deswegen muss man diese Konflikte auch schnell klären. Gerade beim Lärmschutz haben wir im Baugesetzbuch vor, dass man da auch mal die sehr steifen Regeln ein wenig lockert. Möchte ich zum Beispiel neben eine Firma oder ein Volk festbauen, dann geht das auch mit entsprechendem Schallschutz. Und da muss nicht ganz so viel Abstand dazwischen sein, wenn sich alle darauf einlassen und das auch wissen. Aber mehr Tempo wollte Ihre Vorgängerin wie gesagt ja auch und ist dann eben daran gescheitert. Nur wenn Sie jetzt sagen, wir müssen es schneller machen, das reicht ja alleine nicht. Einfach eine Paragraf ändern im Baugesetz wird das ja auch nicht so beschleunigen. Deswegen werden wir auch investieren. Seht ihr immer dieses, habt ihr das gehört? Und wir werden auch anders bauen müssen. Man kann die Baukosten zum Beispiel runterbekommen. Ach, guck mal, Uwe, sie bringt die Baukosten runter. Da bin ich ja gespannt. Indem man nicht Stein auf Stein baut, das muss nicht mehr sein, sondern indem man vorfertigt. Das nennt sich serieller Wohnungsbau oder modular Wohnungsbau. Und dann geht das schon mal von 5000 auf 2000 oder 3000 Euro Baukosten runter. Und, glaubst du das, Uwe?
Uwe
Ja, also Fertigbauweisen, die waren ja früher, galten ja als verschrien, so bis in die 70er, vielleicht sogar noch in die 80er Jahre. Und seitdem gibt es die heute auch und gar nicht so selten. Und die haben natürlich dieselbe Qualität wie Fertigbauweisen. Steine auf Stein gebaute Häuser, also insofern ist das ja nichts Neues. Und wenn das jetzt der große Kostenbrecher wäre, dann stellt sich doch die Frage, warum hat das bisher nicht dazu geführt, dass die Baukosten gesunken sind, sondern dass sie weiter rapide steil steigen und zwar schneller als die anderen Indizes.
Gast
Ich habe jetzt gedacht, die will jetzt den Plattenbau wieder, die Platte, dass sie die Platte wieder aktivieren will. Aber nochmal ganz konkret. Das heißt, Sie haben einen Maßnahmenkatalog von 50 Regeln, wo Sie sagen, da darf es nicht länger als zwei Monate dauern oder da muss es irgendwie schneller gehen. Sonst greifen die Regeln nicht, die bisher galten? Absolut und das ist natürlich auch eine Aufgabe für uns als gesamte Bundesregierung. Wir sterben in Deutschland in Bürokratie, in Vorschriften, in Formularen und da muss jetzt jeder ganz schnell liefern, weil das erträgt man nicht mehr und deswegen müssen wir das klären. Aber das ist natürlich nur eine Seite der Medaille. Neben der Bürokratie und der Beschleunigung müssen wir auch massiv investieren. Wir haben es gerade im Beitrag gesehen. Bezahlbarer Wohnraum für ganz normale Menschen in diesem Land ist viel zu knapp. Deswegen investieren wir auch in den sozialen Wohnungsbau. 3,5 Milliarden allein dieses Jahr und da wollen wir auch noch eine Schippe drauflegen. Wunderbar, oder?
Uwe
Ja, es hört sich ja gut an, aber wie schon gesagt, die kann es doch gar nicht in der Hand. Das muss ja von den Ländern, den Kommunen und Gemeinden gemacht werden. Und insofern kann sie doch gar nicht für die sprechen. Sie spricht ja von oben herab nach dem Motto, ich wünsche mir gerne, dass meine Untergebenen, die unteren Abteilungen der Politik, dass die jetzt das Händeringen gerne aufreißen. Super, was die Frau sagt. Hubertz da gemacht hat, da sind wir hellauf von begeistert. Genauso machen wir es gleich morgen, fangen wir an. Und das sehe ich aber nicht, schon alleine deswegen, weil sie vertritt ja jetzt SPD-Politik. Und wenn wir jetzt mal schauen, also selbst wenn sie es dann mit der CDU durchkriegt, wovon wir mal ausgehen, in den Gemeinden sind doch die politischen Parteien oder die politischen Regierungen, sag ich jetzt mal, die sind doch völlig anders gemixt. Da gibt es mal CDU, dann gibt es auch mal vielleicht AfD und dann gibt es mal dieses und jenes. Das heißt, damit das flächendeckend funktioniert, müssten die doch jetzt alle sagen, Frau Hubertz hat das Goldene Ei gelegt und wir löffeln das jetzt aus. Aber wie viele Leute werden schon aus parteipolitischen Gründen sagen, ja, die ist ja SPD, was die sagt, machen wir schon mal gar nicht. Und insofern ist das, was Sie erzählen, ist doch reinste Märchenstunde. Das ist Wunschdenken, das ist fühl mich aus dem Bundesbauministerium.
Gast
Also ich habe so den Eindruck, die privatwirtschaftlichen Investitionen lässt sie außen vor, die Kosten, und sagt dann, ja, aber wir geben Milliarden jetzt, das sind ja auch wieder Schulden, die man da macht, ne? Und ich habe das Gefühl, die Politiker, die denken immer, man könnte unbegrenzt, dann machen wir halt wieder ein Sondervermögen und mit Schulden und dies und das, das aufzubauen. Aber es ist alles zum Schluss nicht wirtschaftlich. Und dann haben wir halt das, was wir ja schon in der DDR damals erlebt haben. Ich war einmal in der DDR und ich habe da die Wohnungen gesehen, wie das ausgesehen hat, wenn das alles in staatlicher Hand ist. Und es war grausam, Freunde. Also es war furchtbar. Wenn es denn mal in staatlicher Hand wäre, aber das ist es ja de facto nicht, sondern Sie machen der Privatwirtschaft Vorschriften, die sie unmöglich einhalten kann. Das ist ja eigentlich noch viel dämlicher.
Uwe
Ja, also das ist auf jeden Fall so. Ich meine, andererseits, wenn du guckst, ein Bruttosozialprodukt hat, glaube ich, mittlerweile der Staat schon 52 Prozent. Das heißt, mehr als die Hälfte von dem, was Deutschland überhaupt an Wirtschaftsleistung produziert, wird durch Beratung und die Regierung in Auftrag gegeben. Das heißt, wir sind ja schon in einem sozialistischen, halb sozialistischen Staatswesen drin, wo eben das Unternehmertum gar nicht mehr so funktioniert. Jemand sagte vorhin, ja, es sind ja nicht nur die Mieten, die so teuer sind, auch die Grundstückspreise. Ja, hier gilt es ja noch viel mehr. Wer kauft denn die Grundstücke? Die Leute, die das Geld haben und die investieren wollen, sei es, weil sie selber drin wohnen oder vermieten wollen. Das heißt, die haben doch das Geld. Die zahlen doch die Preise. Es ist doch nicht so, dass der Bettler dorthin geht und sagt, ich will jetzt ein Grundstück für eine Million haben, aber ich habe nur 10 Euro in der Hand. Könnt ihr das nicht billiger machen? Nein, das machen doch die Leute unter sich aus, die das Geld haben. Denen ist es das wert. Wenn ich nur sehe, in der Erbengeneration hier in Hamburg, da kommen Leute, die sind 30, 35 Jahre alt, haben ein Kind in der Hand, eins im Bauch und sagen, Ja, wir sind Angestellte bei der Versicherung und bei der Bank. Oder die Frau arbeitet vielleicht bei Aldi an der Kasse und der Mann hat einen vernünftigen Angestelltenjob. So, und dann wollen die sich ein Haus angucken in gehobener Wohngegend, soll aber nicht mehr als 150 Quadratmeter haben, nicht mehr als 800.000 Euro kosten, kann aber auch sanierungsbedürftig sein, aber bitte nicht mehr als 150.000 Euro. So, und inklusive Kaufnebenkosten sollten nicht mehr als 1,2 Millionen sein. So, und wenn man nach deren nach deren Einkommen gehen würde, was die verdienen, dann könnten die sich eine Drei-Zimmer-Wohnung in der mittleren Wohngegend leisten. Und die würde vielleicht 300.000 Euro kosten. Was sie aber haben wollen, ist ein Haus, was roundabout mit allem Drum und Dran 1,2 Millionen kostet. Und wie geht das? Weil dadurch, dass die Immobilienpreise nach der Lehman Brothers-Pleite im Schnitt um über 100 Prozent gestiegen sind, haben deren Eltern doppelt so viel Vermögen, wie sie vorher haben und können jetzt die Hälfte ihres Vermögens vorzeitig an ihre Kinder schenken. An jedes Kind 400.000, dann habe ich schon mal 400.000 extra, zusätzlich zu dem Geld, was wir in Eigenkapital haben. Und dann als Doppelverdiener können sich dann natürlich ein Haus leisten. Wenn man dann noch schaut, was an Erbenmasse kommt, und jeder zweite Auftrag, den ich habe, sind Erbengeschichten, da erbt man nicht nur mal 1.000 Euro. Selbst die kleinste Immobilie in Hamburg ist ja schon 100.000 Euro. Und wenn da mal jemand ein bisschen mehr hat, dann kann auch das Erbe mal 50 Millionen Euro sein. Da glaubt dann irgendjemand, dass jemand, der sagt, ich habe 10 Millionen Erbe und jetzt muss ich aber 2 Millionen Ratschaftsfeuer zahlen, das ist ein armer Mensch, das ist ein armer Mensch. Mein Mitleid ist nicht auf Ihrer Seite. Verkloppen Sie eine von Ihren fünf Immobilien, dann haben Sie die Erste Steuer bezahlt, das Thema ist durch, fertig. Und wie viele Leute machen das? Ja, jeder Zweite, denn jeder Zweite hat ja Eigentum in Deutschland. 45 Prozent. Das heißt, wir haben 45 Prozent der Menschen, die genügend Geld haben, sich Immobilien zu jedem x-beliebigen Zeitpunkt zu leisten, weil sie das entweder schon früher gemacht haben, Oder weil sie es jetzt machen. Oder weil sie was erben, obwohl sie vorher nichts hatten. Oder weil sie vorzeitig etwas geschenkt bekommen von ihren Eltern. Das heißt, diese Frage mit den Grundstücken, die ist völlig daneben, weil das wirklich dem reinen Markt entspricht. Da hat auch der Staat keine Aktien drin in der Regel. Bei den Mieten kann man darüber streiten, aber bei den Grundstücken, nein, das trifft niemanden, der darunter leidet, sondern wer sich am Markt mitmischen will, der muss die Bonität haben. Wenn er sie nicht hat, dann ist er eben raus und muss sich was Kleineres kaufen. Dann kauft er sich statt einem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern ein Reihenhaus mit 90 Quadratmetern und dann ist er auch zufrieden.
Gast
Gut, ich werfe heute durch, weil wir haben gesagt, wir machen auch nicht so lange, weil Uwe und ich müssen zumindest morgen auf Reise gehen. Christoph glaube ich nicht. Deswegen, Christoph, hast du noch eine Frage an Uwe? Sonst wollten wir es heute relativ kurz halten.
Uwe
Klar sehen, clever denken, frei handeln. Die Welt klar sehen.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Löst sie Deutschlands Wohnungsprobleme? | ANALYSE“, Die Welt Klar Sehen, 19.06.2025.
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Uwe Loose analysiert als Immobilien-Sachverständiger im Livestream bei Gordon Pankalla den Bauturbo von Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD). Sein Befund: Das geplante Gesetz löst das Wohnungsproblem nicht, weil die eigentliche Ursache die staatlich verteuerten Baupreise sind, nicht die Mieten oder die Vermieter.
