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Politikversagen | Zuwanderung ohne Kontrolle | Migrationskrise28.08.2025

MIGRATION - DE

Abschrift

Abschrift des Videos vom 28.08.202526 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Hallo liebe Zuschauer, mein Name ist Uwe Loose. Willkommen auf meinem Kanal, die Welt klar sehen. Heute möchte ich mich mal mit dem spannenden Thema fassen. Wo kommt eigentlich die Gegnerschaft gegen Migration her? Ist das tatsächlich ein Spezialbereich der AfD, die dafür verteufelt wird als rechtsradikal und nazihaft und nationalistisch? Oder hat es vielleicht ganz andere Ursprünge? Und das möchte ich mal untersuchen. Und zwar anhand von Originalzitaten deutscher Bundespolitiker. Ich verspreche Ihnen, das wird spannend. Es wird ein Potpourri in die Geschichte rückwärts. Angefangen von heute bis zu den allerersten Ursprüngen. Klar sehen, clever denken, frei handeln. Ja, im Grunde genommen sind wir immer bei dem bösen Buben, bei der finsteren nationalistischen Nazi-Partei der angeblichen, nämlich der Alternative für Deutschland, AfD. Und die hat sich ja aus dem Fenster gehängt, als jetzt im Januar diesen Jahres auf ihrem Parteitag in Riesa

Ja, den umstrittenen Begriff der Remigration offiziell ins Wahlprogramm aufgenommen hat. So einige von Ihnen werden sich bestimmt an den Spruch erinnern, dass eben Weidel erklärt hat, dass wenn es denn Remigration heißen soll, dann soll es eben so heißen. Und der Extremismusexperte Peter Neumann wertet diese Entscheidung als Radikalisierung pur. Das heißt, wer so etwas fordert, das ist ein Radikaler. Und in Wirklichkeit sei dieser Begriff ein Begriff der neuen Rechten aus den 70er Jahren. Und damit hätte man quasi nur ein schöneres Wort für Ausländer herausgefunden. Und die heutigen Rechtsextremen, die verwenden den Begriff auch noch für Deutsche, deren Herkunft oder Religion ihnen nicht passe. Also diese Interpretation ist nach meiner Meinung falsch, aber nichtsdestotrotz hat er das eben gesagt. Und dann überlegen wir mal bitte... Wer soll denn, also auf der einen Seite haben wir jetzt die böse AfD, die Remigration fordert und auf der anderen Seite haben wir dann die angeblich böse Frau Merkel, die ja die Tür für die ganzen Migranten geöffnet hat, als sie eben ihren berühmten Satz gesagt hat am 31.08., ja also quasi jetzt genau vor zehn Jahren, wir schaffen das.

So, und jetzt ist es ja zehn Jahre um. So, und Frau Merkel ist also ganz verwundert darüber, dass sie für diesen Satz kritisiert wird. Denn sie steht dazu, weil es ihr eben um die Menschenwürde geht. So hat sie justament erst vor drei Tagen beim Tagesschau live erklärt und findet das überhaupt nicht nachvollziehbar, warum sie für diesen Satz kritisiert wird. So, Tatsache ist aber, dass sie schon... seit längerer Zeit innerhalb ihrer Partei kritisiert wird, weil seit unser jetziger Bundeskanzler zum Vorsitzenden der CDU gewählt wurde, hat man eben mit dieser Merkel-Politik gebrochen und das war 2022 und die sogenannte Asylwende So gut, was wir von dieser Asylwende halten können, das sei mal noch dahingestellt, denn da gibt es ja durchaus sehr unterschiedliche Meinungen, ob unser Bundeskanzler Friedrich Merz tatsächlich ja das halten kann, was er versprechen will.

Und da ist er ja doch relativ vollmundig, denn er hat ja erst vor kurzem, nämlich im Mai diesen Jahres, sein Wahlkampfversprechen umsetzen wollen, um die Grenzen dauerhaft zu kontrollieren und wollte also die nationale Notlage ausrufen. Und dazu wollte er Artikel 72 des Vertrages der Europäischen Arbeitsweise der Europäischen Union aktivieren, was die Folge hätte, dass das Dublin-Abkommen nicht mehr gelten würde, es mehr Grenzkontrollen gäbe und Zurückweisung von Asylbewerbern wären die Folge. So, Tatsache ist aber, dass er nicht der Erste in der CDU war, der dieses gefordert hat, sondern schon im Jahr 23 war der Jens Spahn. Ja, der hatte schon erklärt, dass man doch die Migration eindämmen müsse und zwar, indem man alle illegal in die EU gelangten Flüchtlinge in Drittländer ausweisen solle.

So, und das hat der schon im Dezember 2023 im Deutschlandfunk kundgetan. An diese Idee, also diese Diskussion in der CDU, da hat er sich dann eben tatsächlich auch der Alexander Dobrindt dran angeschlossen, der ja von der CSU ist und der hat im Juni 24 eben gesagt, gefordert, speziell bezüglich der Ukrainer, dass diese entweder arbeiten gehen sollten oder in sichere Gebiete der Westukraine sich zurückziehen sollten. Das kann man natürlich durchaus verstehen und sagen, okay, warum sollte jemand hier bleiben, wenn er doch eigentlich aus einem Gebiet kommt, wo er persönlich gar kein körperliches oder lebensgefährliches Risiko hat. Aber das war dann eben nicht so. Nun kann man sagen, ja, okay, das ist jetzt alles CDU-intern und das ist jetzt alles aktuell und das hat was mit der Abgrenzung der neuen CDU-Politik von der Merkel-Politik zu tun. Aber das ist tatsächlich nicht in 23, 24 aufgetreten. Es war sogar noch früher.

Denn in 2018 hat der Innenminister Seehofer erklärt, dass man einen Masterplan bräuchte, der die Migranten an der deutschen Grenze zurückweist. Vorausgesetzt, dass eben Österreich mitmacht. Aber das sei ein bisschen kompliziert. Dann haben natürlich andere erklärt, dass das europäischem Recht widersprechen würde und dass man eben seinen Asylantrag eben dem EU-Ankunftsland stellen müsse und so weiter und so fort. Das heißt also, diese Diskussion ist von dem Seehofer schon viel früher gemacht worden. Und da hatte sich dann eigentlich auch gleich die CSU dran gehängt, neben Nämlich im selben Jahr hatte der Markus Söder als bayerischer Ministerpräsident sich so ein bisschen verplappert und von Asyltourismus geredet und hatte gesagt, er will das Wort nicht mehr verwenden, wenn es denn jemanden verletzt. Und wie hat er es denn gemeint?

Er meinte, in dem Asylstreit der CSU mit der CDU, also sprich die beiden Unionsparteien hatten da so in Details unterschiedliche Meinungen, hat er dieses Wort verwendet, um darauf hinzuweisen, dass es Asylbewerber gibt, die innerhalb Europas nach dem für sie besten Land suchen und sich nur aus wirtschaftlichen Gründen in ein Asylverfahren in Deutschland begeben. Also sprich, es gibt Wirtschaftsflüchtlinge und die würde eigentlich der Herr Söder am liebsten gar nicht haben wollen. Und damit sind wir immer nur in der CDU. Ist denn tatsächlich die CDU jetzt genauso rechtsradikal wie die AfD, wie man ihnen jetzt im Jahr 2025 und auch vorher schon vorgeworfen hat? Also ich habe da so meine Zweifel. Denn wir sehen ja, dass also einige CDU-Politiker mindestens in den letzten sieben Jahren ähnliche Gedanken geäußert haben nach dem Motto mit Migration, das ist mal nicht ganz so doll. Ja, noch vor Seehofers Masterplan war aber dann noch mal zwei Jahre vorher und das schon im Mai 2016. Das heißt also ungefähr, ich sage mal, knapp ein halbes Jahr nach dem

Frau Merkel eben die Türe geöffnet hat, da hat sich schon jemand anders geäußert, nämlich der Innenminister Thomas de Maizière. Und der hat damals sinngemäß gesagt, dass eben man doch weniger Asylanträge machen müsse und schnellere Abschiebung. Und der Bundestag hat dann auch eine Neuregelung geschlossen mit klarer Mehrheit, wobei aber der Bundesrat zu dem Zeitpunkt noch nicht zugestimmt hatte. Und was sagt denn Herr de Maizière? Man könne mit guten Gründen sagen, dass diese Länder, und damit meint er jetzt die Maghreb-Staaten, es ging also jetzt um Herkunftsflüchtlinge aus Tunesien, Algerien und Marokko, dass man dorthin schneller abschieben könne. weil nämlich diese Länder sichere Herkunftsstaaten seien. Es gehe um, diese sollten nach dem Willen der Bundesregierung auf die Liste der sicheren Herkunftsländer draufkommen. Ja, noch ein bisschen früher hatte sich dann eben Frau Wagenknecht dazu geäußert, ja, und die wiederum hat dann sinngemäß erklärt, ja, dass es doch Migranten gibt, die das Gastrecht missbrauchen, ja, und

im Zitat, wer Gastrecht missbraucht, der hat Gastrecht eben auch verwirkt. Allerdings ist sie dann später zurückgerudert und hat zur Kenntnis genommen, dass ihre Aufsagen furchtbar negativ ausgestoßen seien und deswegen sagt sie diesen Satz nicht nochmal. Das nenne ich natürlich Tolle Charakterstärke, dass man sofort zurückrodert, wenn man das, was man für wahr hält und für richtig hält, aufgrund von Beschwerden von weniger gutgesinnten Mitmenschen und Politikern sofort gleich wieder zurückzieht. Wenn wir dann jetzt noch ein bisschen weiter zurückgehen und sagen, okay, das war jetzt alles in der Nach-Merkel-Zeit, in der Nachzeit, nachdem wir gesagt haben, oder Frau Merkel, wir schaffen das. Und vorher gab es aber diese Probleme nicht, oder? Was meinen Sie? Glauben Sie, dass wir das Problem schon mal hatten vor Merkel oder ist Merkel alleine die Verursacherin? Sie werden vielleicht das interessant finden, dass es doch schon jemanden gab, der sich dazu geäußert hat, nämlich der Innenminister Friedrich.

der sich im Grunde genommen gegen den damaligen Bundespräsidenten Wulff gewendet hat, der erklärt hatte, dass der Islam ein Teil Deutschlands sei. Und das war wann? Das war im März 2011. Das heißt also viereinhalb Jahre vor Merkels Wir schaffen das. Und der Wulff hat also erklärt, der Islam gehört inzwischen zu Deutschland. Moment. Wenn der also inzwischen zu Deutschland gehört, dann haben wir also doch schon eine Islam-Zuwanderung schon vorher gehabt, dass man überhaupt darüber öffentlich im Bundestag und sonst vorreden musste. So, und was sagte nun der neu ernannte Bundesinnenminister Friedrich? Dass der Islam zu Deutschland gehört, ist eine Tatsache, die sich auch aus der Historie nirgends erlegen lässt. Nirgends. Also sprich, der Bundespräsident Wulff hat da einfach Mist erzählt, so behauptet jedenfalls der Innenminister Friedrich. Wir sind also im Jahr 2011, also da ist ja schon Rückzugsbezug genommen wurde, dass ja

der Islam zu Deutschland gehört, in Einwanderung also schon gab, ist die Frage ja, wie lange denn schon? Wie lange gab es das denn schon? Ja, und einige Monate vor diesem Streit zwischen dem Innenminister Hans-Peter Friedrich und dem Bundespräsidenten Wulff hatte sich dann ja Angela Merkel auch zu dem Thema geäußert. Und ja, Sie werden erstaunt sein, was sie dann damals im Spiegel kundgetan hat. Und zwar war das hier nämlich am 16.10.2010. Und da heißt es, Kanzlerin Merkel stellt sich in der Integrationsdebatte hinter Horst Seehofer, der mit seinem Sieben-Punkte-Plan die Zuwanderungsdebatte anstachelt. Und was genau sagt Angie dort? Der Ansatz für Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert, sagte Kanzlerin Angela Merkel auf dem Deutschlandtag der Jungen Union in Potsdam. Man müsse die Migranten nicht nur fördern, sondern auch fordern. Dieses Fordern sei in der Vergangenheit zu kurz gekommen.

Das war jetzt die Antwort auf Seehofer, der zuvor erklärt hatte, wir als Union treten für die deutsche Leitkultur und gegen Multikulti ein. Multikulti ist tot. Und dann eben seinen Sieben-Punkte-Plan. Wenn wir mal schauen, was ein Sieben-Punkte-Plan beinhalten sollte, dann kommt einem das doch irgendwie auch heutzutage noch bekannt vor. Also, Deutschland sei kein Zuwanderungsland. Integration bedeutet nicht nebeneinander, sondern miteinander, eben auf dem gemeinsamen Fundament der Werteordnung, unseres Grundgesetzes und unserer deutschen Leitkultur. Leitkultur ist das nicht ein verbotenes Wort heute, die von der christlich-jüdischen Wurzel und vom Christentum, Humanismus und Aufklärung geprägt ist. Das ist Punkt 1. Ein prognostizierter Fachkräftemangel könne kein Freibrief für ungesteuerte, Zuwanderung sein. Den Zuzug hochqualifizierter den Seehofer ausreichend geregelt. So eine Aufweichung der restriktiven Regeln des geltenden Zuwanderungsgesetzes, eine Zuwanderung nach Kontingenten oder Punktesystemen dürfte es nicht geben.

Also Integrationsbereitschaft und Integrationsfähigkeit sollen als zusätzliches Kriterium neben der Qualifikation eingeführt werden. So, nächster Punkt, das Nachzugsalter für Kinder soll von 16 auf 12 Jahre herabgesetzt werden. Je jünger die Kinder bei der Einreise sind, desto besser können sie sich entwickeln. integrieren. Und für Integrationsverweigerer fordert er eine konsequente Anwendung der Sanktionsmöglichkeiten, nämlich vom Bußgeld bis zur Leistungskürzung. Auch wer die Integration seiner Familienangehörigen behindert, soll wie bei einer eigenen Integrationsverweigerung sanktioniert werden. Wer die deutsche Sprache erwirbt, der soll auch den Nachweis der deutschen Sprache bereits im Herkunftsland erbringen sollen. Das heißt also, das war die Position, die im Grunde genommen auch Angela Merkel damals in 2010 vertreten hat. Ist doch ganz interessant, nicht wahr? Bisher hatten wir im Prinzip hauptsächlich CDU- oder CSU-Politiker, aber das war durchaus nicht auf die Partei nur beschränkt. Denn noch weitere fünf Jahre früher, im Jahr 2005, hat nämlich der Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt von der SPD, der hat sich am 11.06. wie folgt geäußert.

Wir müssen eine weitere Zuwanderung aus fremden Kulturen unterbinden. Die Zuwanderung von Menschen aus dem Osten Anatoliens oder Schwarzafrika löst das Problem nicht, sondern schaffte nur ein zusätzliches dickes Problem. Und Deutschland habe sich damit in den vergangenen 15 Jahren übernommen. Moment mal. In den vergangenen 15 Jahren, er redet jetzt von 2005, das heißt, er rekurriert jetzt zurück auf Anfang der 90er Jahre. Und was haben wir seitdem gemacht? Wir sind nicht in der Lage gewesen, diese Menschen wirklich zu integrieren. 7 Millionen Ausländer in Deutschland sind eine fehlerhafte Entwicklung für die, die Politik verantwortlich ist. Sieben Millionen Menschen in 15 Jahren, das heißt also knapp 500.000 pro Jahr. Und er schiebt die Verantwortung ganz eindeutig an die Politik und sagt, wir waren nicht in der Lage, die zu integrieren. Ja, Moment mal, Gastgeberland ist mal das eine und muss Integration ermöglichen, aber der, der kommt, der Gast, der muss sich doch auch integrieren wollen oder etwa nicht?

Es sei deshalb falsch, so sieht es jedenfalls Herr Schmidt damals, Ausländer für die Arbeitslosigkeit verantwortlich zu machen. Aber diejenigen, die sich nicht in die deutsche Gesellschaft integrieren wollen oder könnten, hätte man besser draußen gelassen. Ja, das ist doch auch mal eine Aussage, die man jetzt von einem SPD-Politiker so nicht verstanden hätte. Nun redete ja Helmut Schmidt von seit vor 15 Jahren, also Anfang der 90er Jahre. Aber die Frage ist, was genau war denn da überhaupt Anfang der 90er Jahre? So, und wenn wir da mal reinschauen, dann sagt er, er informiert uns also die Bundeszentrale für politische Bildung über die Einschränkung des Asylrechts 1993. Moment mal, 1993, da soll schon das Asylrecht eingeschränkt werden. Warum? Weil Anfang der 90er Jahre stiegen die Asylbewerberzahlen auf bis dahin ungekannte Höhen. Eine Welle rassistischer und ausländerfeindlicher Gewalttaten ging durch Deutschland. Die Politik schränkte schließlich das Asylrecht ein. Das heißt also, auch das ist im Grunde genommen ja schon ein Endergebnis einer noch früheren Entwicklung, die also noch vor den 90ern im Grunde genommen war.

Und wenn wir uns da an Matscholk erinnern, was war da? verweisen wir einfach hier nochmal auf die Seite von der Bundeszentrale für politische Bildung. Dort heißt es nämlich, in der Genfer Flüchtlingskonvention aus dem Jahre 1951 verpflichteten sich die Vertragsstaaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, zur Gewährung von Asyl und zur Einhaltung eines sogenannten Mindestschutzstandards. 1953 wurde in der Bundesrepublik zum ersten Mal ein gesetzlich geregeltes Asylverfahren eingeführt. Mit dem Anwerbestopp für ausländische Arbeitskräfte in den 70er Jahren begannen die Asylbewerberzahlen zu steigen und damit auch die politischen Auseinandersetzungen um die Asylpolitik. Haben Sie das verstanden? Mit dem Anwerbestopp in den 70er Jahren begannen die Zahlen zu steigen und damit auch die politischen Auseinandersetzungen um die Asylpolitik. Das heißt, hier haben wir klipp und klar, dass dieses Problem nicht erst seit 2015 existiert, sondern es existiert quasi von Anfang an, nahezu von Anfang an, nämlich seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Und

Das führte dann eben in den 70er Jahren und noch später dazu, dass es eben rassistische Anschläge gab, unter anderem in Mölln und Rostock-Lichtenhagen. Und dann haben einige erklärt, das seien die Fehler der deutschen Flüchtlingspolitik. Und die ungewohnt hohe Zahl von Asylbewerbern. Und weil die da waren, deswegen verständigten sich die Vertreter von Union, SPD und FDP im Jahr 92 auf eine Neuregelung des Asylrechts mit dem Ziel, das Verfahren sollte beschleunigt und ein Asylmissbrauch verhindert werden. Das heißt, wir haben schon im Jahr 1992 die klare Definition eines Asylbewerbs. Und dazu sollte eben quasi der ursprüngliche schrankenlose Satz in Artikel 16 des Grundgesetzes, also das Recht auf Asyl gestrichen werden und durch einen Artikel 16a ersetzt werden und und und. Also sprich, das sollte ein wenig neu geregelt werden, aber da wollen wir jetzt im Detail nicht drauf eingehen.

Ja, und wenn Sie glauben, das sei jetzt tatsächlich schon das Ende der Erklärung. Nein, das hatte schon vorher jemand anders auch wieder angeleitet. Ja, und wer hat sich da schon in den 90er Jahren als Migrantengegner geäußert? Das war am 30. Januar 1991 Bundeskanzler Helmut Kohl. Und der hat in seiner Regierungserklärung Folgendes gesagt. Um das Problem der Flüchtlinge, Flüchtlings- und Wanderungsströme in und nach Europa zu lösen, müssen wir gemeinsam die Ursachen in den Herkunftsländern bekämpfen. Dem dient die Flüchtlingskonzeption, die die Bundesregierung im letzten Jahr vorgelegt hat. Wir müssen uns dabei im Klaren sein, dass wir nicht alle aufnehmen können, die zu uns kommen wollen. Und man merke diesen Satz, Die Bundesrepublik ist kein Einwanderungsland. Beifall von CDU, CSU und bei Abgeordneten der FDP, so heißt es hier im Protokoll. Aber die Integration derjenigen, die bei uns leben, wollen wir fördern. Dem dient das neue Ausländergesetz, das Ende letzten Jahres in Kraft getreten ist und das wir jetzt umsetzen. Es gibt den bei uns lebenden Ausländern mehr Klarheit und Sicherheit.

Ja, und da stellen wir also fest, jawohl, Herr Kohl hatte also schon jetzt in den 90er Jahren auch reklamiert, dass hier etwas gemacht werden muss und hat eben ein neues Ausländergesetz befürwortet, was ja eben schon vorher vor seiner Regierungserklärung in Kraft getreten war. Ja, also Sie sehen, wir sind mittlerweile doch schon eben in den 90er Jahren gelandet. Aber was dort besprochen wurde, war ja schon wieder Folge von dem, was vorher war. Und vorher war was? Da sind wir jetzt im Frühjahr 86. Da sagt der damalige CDU-Innensenator... Heinrich Lummer, gucken sich doch die Leute aus Ghana an. Und was will er? Worum geht es ihm? Es geht darum, dass im vergangenen Jahr der Asylantenzustrom im Vergleich zu 1984 sich verdoppelt hat. Und wenn nicht ein Wunder geschieht, kommt es 1986 zu einer weiteren Steigerung. Der Handlungsbedarf ist also dringend. Also 1984 war der Handlungsbedarf schon dringend.

Und dann wird er vom Spiegel befragt, nach ihrer Darstellung sind Asylbewerber Schmarotzer, denen der deutsche Staat zum Opfer zu fallen drohe. Schmarotzer? Sagt jetzt der Herr Lummer von der CDU? Und wenn heutzutage, also Jahrzehnte später, die AfD ähnliche Begriffe verwendet, dann ist das rechtsradikal und nationalistisch und sonst nicht was? Ja, aber was sagt denn Herr Lummer auf diese Frage? Das bezog sich speziell auf bestimmte Gruppen von Asylbewerbern. Was heißt Schmarotzen? Auf Kosten anderer Leben, auf Kosten des deutschen Steuerzahlers. Sie kommen aus wirtschaftlichen Gründen und geben politische vor. Ich will verhindern, dass das Wort Asyl durch Missbrauch zu einem Schimpfwort wird. Das heißt also, auch der Herr Lummer erklärt dann, jetzt in dem Jahr 1986, dass es ihm darum geht, die Wirtschaftsmigration zu bekämpfen und wieder in ihre Länder zurückzubringen. Auch der Franz Josef Strauß von der CSU hat im selben Jahr kurz vorher Folgendes gesagt.

Strömen die Tamilen zu Tausenden herein und wenn sich die Situation in Neukaledonien zuspitzt, dann werden wir bald die Kanaken im Land haben. Moment mal, Herr Strauß redet von Kanaken? Ist denn das nicht aus heutiger Sicht in die Menschenwürde etc.? Ja, also wir sehen, da haben wir tatsächlich ein Problem. Und wenn wir dann also jetzt noch weiter zurückgehen, wir sind ja jetzt im Jahr 84, Wir hatten vorhin schon bei der Gesellschaft für die politische Bildung gesehen, das hat irgendwas mit 1973 zu tun. Das schauen wir uns mal an. Dann sehen wir eben den Anwerbestopp ausländischer Arbeitnehmer vom 23. November 1973. Und da lesen wir mal den Artikel. Nur wenige Monate nach dem wilden Streik im Kölner Ford-Werk wies der Bundesminister Walter Arendt die Auslandsdienststellen der Bundesanstalt für Arbeit an, die Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften für den deutschen Arbeitsmarkt einzustellen. So, er begründete das mit Verweis auf die im Oktober durch den Jom Kippur-Krieg ausgelöste Ölpreiskrise.

Allerdings diente die Ölpreiskrise für die Bundesregierung eher als ein willkommener Anlass, langjährig eine grundlegende Eindämmung der Arbeitsmigration in die Realität umzusetzen. Die Debatte um die Gastarbeiter drehte sich zunehmend um die Frage, wie weitere Zuwanderung und Niederlassung vor allem von zuziehenden Familienmitgliedern unterbunden werden könne. Dabei liegt es nicht zuletzt an dem Anwerbestopp, dass Deutschland sich seit Anfang der 2000er Jahre auch offiziell zu seinem Einwanderungsland bekannt hat. Denn Arendts Anweisung führte letztendlich dazu, dass viele Gastarbeiter sich entschieden zu bleiben und ihre Familien nachkommen zu lassen. Das heißt also, wir haben schon im 1973 haben wir schon ein Migrations- und Integrationsproblem und das seit mehreren Jahren. So das wurde doch erst mit dem Asylgesetz in den 50er Jahren eingesetzt. Das heißt,

hat noch nicht einmal eine ganze Generation von 30 Jahren benötigt, sondern gerade mal knapp über 20 Jahre. Und schon waren Politiker, insbesondere von der CDU und CSU, über Jahrzehnte hinweg damit beschäftigt, diesen Missstand zu beklagen. Und jetzt sind wir 50 Jahre später, über 50 Jahre später. Und haben immer noch mit demselben Problem zu tun. Und es ist immer noch nicht gelungen, da irgendetwas Ernsthaftes zu machen. Und diejenigen, die da ernsthaft was machen wollen, wo es heißt, wenn es den Remigration heißen soll, dann soll es eben so heißen, die werden als Rechtsradikale und Nazis verschrieben. Das heißt, die sind jetzt diejenigen, die etwas versprechen, was nachweislich über 50 Jahre die anderen Parteien nicht geschafft haben. Selbst der eine oder andere SPD-Politiker hat sich ja da diesbezüglich kritisch geäußert. Wobei man aber auch ganz klar sagen muss, dass aus den Textstellen, die ich hier gefunden habe, aus den Zitaten und Quellen, geht eigentlich hervor,

dass die Gegner einer übermäßigen Migration hauptsächlich bei der CDU bzw. CSU saßen. Von der SPD haben wir da so gut wie nichts gehört. Und das bedeutet, dass wir im Grunde genommen sagen müssen, die CDU und CSU konnten ihre Politik wohl nicht durchsetzen, weil sie eben keinen Widerhall bei der SPD fanden. Und später hatten wir noch eine andere Partei. Die Grünen zum Beispiel, die sind ja auch schon ein Weilchen in der Politik, Das heißt, wir sehen, dass also hier doch bestimmte Parteien wohl grundsätzlich gegen Migration, zumindest gegen ein Übermaß sind und andere wiederum, die interessieren die ganzen Nachteile überhaupt gar nicht, sondern die sind grundsätzlich immer dafür. Und in diesem Widerstreit, da befinden wir uns und ich glaube, das geht jetzt aus dieser kleinen Analyse doch sehr deutlich hervor. Und da möchte ich mal zu der Schlussfolgerung kommen und sagen, offensichtlich ist die deutsche Politik unfähig, ein fundamentales gesellschaftliches Problem zu

zu lösen und lösen zu wollen. Das heißt, es wird beklagt, geklagt, geklagt, es wird irgendetwas gemacht, aber in mehr als 50 Jahren ist der Zustrom an Migration nicht weniger geworden im Endeffekt, sondern mehr geworden. Und das bringt uns doch eigentlich zu der logischen Schlussfolgerung, Wenn also die Parteien es in 50 Jahren nicht geschafft haben, dann werden sie es auch im 51., 52. und 53. Jahr nicht schaffen, außer aber, wenn sie etwas grundlegend anders machen. Und die Frage ist, wer von den amtierenden Bundespolitikern ist dazu in der Lage, etwas grundlegend anders zu machen, wenn es doch immer an irgendetwas scheitert, an der Zustimmung von Österreich, an dem Grundgesetz, an den EU-Regelungen, an irgendetwas scheitert es immer.

Also könnte man noch fast sagen, es wird mit dem Zustrom der Migration weitergehen. Außer aber, wenn irgendjemand, wer auch immer das sein mag, mal richtig Tabula Rasa macht. Schreiben Sie doch mal in die Kommentare, an wen Sie vielleicht denken und was so ein Tabula Rasa tatsächlich bedeuten könnte. Ja, bis zum nächsten Mal. Die Welt klar sehen. Klar sehen, clever denken, frei handeln.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Politikversagen | Zuwanderung ohne Kontrolle | Migrationskrise“, Die Welt Klar Sehen, 28.08.2025.

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Uwe Loose verfolgt die deutsche Migrations- und Asyldebatte rückwärts durch die Zeit und belegt mit Originalzitaten, dass migrationskritische Positionen nicht erst mit der AfD oder 2015 auftauchten, sondern seit den 1970er Jahren von Politikern aller etablierten Parteien vertreten wurden.

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