Deutsche Werte | Wie sie entstanden und wieder schwinden | Deutscher Geist30.10.2025
Abschrift
Abschrift des Videos vom 30.10.202579 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Willkommen zu der Auftaktsendung zu meiner neuen Serie Was ist Deutsch? Hat Deutschland eigene Werte? Ist Deutschland eine Kulturnation? Oder besteht Deutschland nur aus Passdeutschen? Und wenn Deutschland Werte hat, wo kommen diese her? Und wie alt sind diese? Und kann man die einfach so wegfischen? Diese Fragen möchte ich in diesem Video zunächst beantworten, bevor wir dann zu weiteren Teilen kommen. Ja, es ist ja in manchen Kulturnationen, zu denen Deutschland ja früher auch gezählt hat, doch so, dass die Werte irgendwo herkommen und die Frage ist, woher?
Ja, und die Wissenschaft geht ja heutzutage davon aus, dass die Werte ja nicht angeboren sind, sondern dass sie eben, tja, durch Kultur ja quasi eingeprägt sind, dass die Werte also bei einem Volk, einer Nation, na gut, Nation ist ja eher ein staatsbürgerlicher Begriff, aber bei einem Volk, doch eher durch ja soziale Interaktion entstehen, sprich durch gesellschaftliche Prägung. Und das Geprägte nennt man ja beim Einzelmenschen den Charakter. Das heißt, die Werte eines Volkes entsprechen im Grunde genommen dem Charakter. Und wenn die dann eben durch Prägung quasi entstehen und dann sozial weitervererbt werden, stellt sich die Frage, ja woher kommen sie denn dann?
Ja, und das kann man in Deutschland zum Beispiel bei der Frage ja zunächst einmal sich stellen und sagen, seit wann gibt es denn überhaupt Deutsche? Was ist denn das überhaupt? Deutsch? Nein. Nein. Und ich habe das mal versucht zu ergründen und bin dann mal auf diese Zeitstafel letztendlich gestoßen. Das heißt, die habe ich natürlich selber zusammengestellt, nämlich, dass wir, wenn wir mal unten mal reinschauen, dann sehen wir eben, da haben wir eben das Vereinigte Deutschland, dann gab es das Geteilte Deutschland, davor den Nationalsozialismus, Weimarer Republik,
deutsches Reich, heiliges römisches Reich, deutsches Königreich, Ostfrankenreich und das Frankenreich und davor 842. Das ist also schon mal ganz interessant, dass wir also hier jetzt feststellen, dass im Grunde genommen die Deutschen irgendwie vielleicht schon vor 842 gelebt haben, was auch immer jetzt 842 war. Also es ist einerseits in der wissenschaftlichen Forschung umstritten, ab wann genau man von Deutschland oder vom deutschen Volk reden kann.
Also es gab früher mal so die Meinung, dass die Deutschen und die Germanen irgendwie identisch seien. Aber da gibt es bestimmte Problematiken nach dem Motto, das erdenken einige. Einige, und vor allen Dingen ist die Frage, ob ein Germaner sich als Deutscher empfunden hat oder hatten die Germanen überhaupt eine eigene germanische Identität oder waren es einfach nur Volksstämme. Das heißt, im Grunde genommen versteht die Forschung heute eben eine solche Entwicklung nicht als einen biologischen Prozess, sondern als einen kulturellen Prozess.
Ja, und dass im Rahmen dieses kulturellen Prozesses sich eben die Gemeinschaft herausbildet. Also manche sagen auch, ja, es liegt an der Sprache. Sprache bildet Identität. Aber Sprache ist ja nicht unbedingt mit einer ethnischen Gemeinschaft gleichzusetzen, weil verschiedene Ethnien können sich angewöhnen, dieselbe Sprache zu sprechen. So, und dementsprechend muss man sagen, ja, also wenn man überhaupt von irgendetwas reden kann, zum Beispiel von deutschen Stämmen, von den Alemannen, wie man sie früher nannte, ja, dann ist das vielleicht irgendwo noch vor dem 8. Jahrhundert, ja, aber im Grunde genommen muss man doch eher sagen, wahrscheinlich doch erst später.
Aber das kann ich jetzt, da ich ja kein Historiker bin und kein Kulturphilosoph, würde ich sagen, ich kann das so gar nicht beurteilen, sondern wir fangen mal, ja, wie bei der Henne und mit dem Ei, mit einem von den beiden an. Und zwar, bevor es Deutschland geben konnte, musste es ja irgendetwas anderes geben, aus dem Deutschland quasi entstehen konnte. Und was wir früher hatten, das war mal das Römische Reich.
Und das Römische Reich hat lange existiert, aber es geriet dann irgendwann mal in eine Krise, so im dritten Jahrhundert nach der Zeitenwende. Es gab verschiedenste Gründe, auf die wir dafür jetzt nicht eingehen brauchen, aber man muss sagen, es gab dann so eine Art Zweiteilung, ein Oströmisches Reich und ein Weströmisches Reich. So in diesem Weströmischen Reich, da gab es ja das Gebiet, auf dem später unter anderem Deutschland ja sich bilden sollte. Und wer war denn zur Zeit des weströmischen Zerfalls, Zeitraumes im dritten Jahrhundert, wer wohnte denn da?
Also im Grunde genommen waren das natürlich die dortigen nationalen Barbarenstämme aus Sicht der Römer. Und es waren aber ja nicht so primitive Barbaren, weil die waren ja alle erobert worden. Das heißt, haben etliche natürlich auch für die Römer gearbeitet und dann haben eben die Schritt für Schritt für ihre Arbeit ja nicht nur Geld bekommen, die wurden nicht nur entlohnt, sondern sie konnten teilweise auch Subventionen bekommen, zum Beispiel Land und Güter etc.
Und dadurch konnten sich quasi eigene, ich sag mal, germanische Stämme sozusagen selbst Schritt für Schritt ansiedeln und autark werden. Und das war dann im Grunde genommen so die Vorstufe, die ja in der Provinz, die dann in Rom Gallien hieß. Und in Gallien, das war jetzt nicht so wie bei Asterix und Obelix, dass das nur so ein kleines Dörflein irgendwo war, sondern das war eigentlich alles, was quasi so nordöstlich der Alpen sozusagen war und teilweise also nordwestlich und auch nördlich, teilweise auch westlich.
Und das hat sich dann Schritt für Schritt dann eben verselbstständigt. Und da wohnten dann die Alemannen. So, was Alemannen heißt, ist auch nicht so ganz klar, kommt wohl aus dem Lateinischen. Ob das nun bedeutet, Alemann, im Sinne von jeder, der gegen die Römer kämpfen will, der kommt zu uns, damit wir Alemann eine Kampfeinheit, ja, einen Widerstand gegen das Imperium bilden können. Oder aber, ob das was anderes bedeuten kann. Das ist so ein bisschen unklar. Klar ist aber, dass irgendwann mal hat sich aus einer Verbindung von rheinischen Stämmen, also alles was so entlang des großen Flusses Rheins wohnte, die haben angefangen sich selber zu organisieren im größeren Umfang.
Das waren die sogenannten Franken. Und diese Franken, die konnten dann 486 in einer Schlacht in Gallien, konnten die im Grunde genommen sich gegen die Römer durchsetzen und haben sich damit quasi aus dem Weströmischen Reich entfernt und haben das Erbe dort übernommen. Und das sah in etwa so aus. Wenn wir hier jetzt also mal gucken, das hier alles ist Gallien. Und da können wir jetzt also sehen, im Jahre 481, wo Gallien überall war, also das war zum Beispiel hier, gehörte das Westgotische Reich, also Frankreich und Nordspanien dazu, dann gehörte Südfrankreich dazu, ganz Frankreich im Grunde genommen.
Und dann hier, was alles südlich der Alpen ist, was nördlich der Alpen ist, es ging hoch bis nach Friesland und hier oben auch wohnten die Sachsen, das sind jetzt nicht die, die in Bundesland Sachsen wohnen, sondern die richtigen Sachsen, die historischen. Ja, und das heißt, das alles war Gallien. So, und was passiert denn nun in Gallien? Das heißt, dort fingen an, sich jetzt die ersten eigenen Reiche zu bilden, unabhängig von Rom.
Die ersten waren die sogenannten Merovinger, die haben das erste Frankenreich im 6. und 7. Jahrhundert begründet. So, das wurde, die haben sich selber im Grunde genommen auch schon wie Römer betrachtet und haben im Grunde genommen versucht, das römisch-christliche Erbe fortzuführen, aber eben unter eigener Regie. Dann im 8. und 9. Jahrhundert kam quasi die nächste Truppe, das waren die Karolinger, also angefangen mit Karl dem Großen.
Und die haben dann das Reich entsprechend ausgedehnt und dann wurde später mal der Karl zum Kaiser des Römischen Reiches gemacht und, und, und. Das hat also dann doch, ich sag mal, eine gewisse Größenordnung gehabt. Und wenn man sich jetzt mal das versucht auf der Karte vorzustellen, dann gucken wir hier mal rein, dann sehen wir, dass also dieses sogenannte Fränkische Reich eben quasi noch mehr war, als ursprünglich Gallien war.
Also natürlich im Laufe der Jahrhunderte, also es fing am Anfang hier in dem dunkelgrünen Bereich an, da sehen wir, das ist das fränkische Gebiet 481 und da haben dann verschiedene Könige und Dynastien haben dann Schritt für Schritt mehr dazu erobert. Wo das hier zum Beispiel auch quasi das, was heute Italien ist, bis nach Rom gehörte dazu, Kärnten gehörte dazu und natürlich auch Teile von Nordosten in Spanien bis eben hoch nach Dänemark.
Ja, das alles war ja das Fränkische Reich. Und das Fränkische Reich, das blieb dann aber auch nicht ewig, sondern hatte natürlich ja einen Nachfolger, aber da möchte ich jetzt nicht drauf eingehen, sondern was hier jetzt für unsere, ja ich sag mal unser Thema wichtig ist, ist ja, was hat denn das jetzt mit deutschen Werten zu tun? Also wenn man annimmt, dass eben bis zum Ende des Tränkischen Reiches doch schon die ersten Strukturen sich gebildet haben, die ersten Werte, die vielleicht auch bis heute sich übertragen haben, was war es denn da?
Oder was gab es denn da, was heute noch in der deutschen Kultur nachwirkt? Also da gibt es einmal die Bildungs- und Schriftkultur, die aus den Klöstern stammt. Das heißt, dass wir überhaupt ein Bildungswesen haben, dass wir überhaupt schreiben wollen und schreiben können, das stammt aus dieser Zeit. So dann ging es darum, dass auch die ersten Begriffe von Rechtsbewusstsein und von Fairness und Ausgleich stattfanden, dass man eben Rechtssicherheit haben wollte.
Und was ist eine Folge des christlichen Prinzipes? Eben die Caritas, die Fürsorge, sowohl für die Kranken und Schwachen als auch überhaupt für die Mitmenschen, wo sich das heute weiter fortgetragen hat als der Sozialstaat. Das heißt, wir sehen also hier schon, dass solche drei wichtigen Sachen, die heute noch existieren, aus der Zeit stammen, die vor dem 9. Jahrhundert sind. Und ich denke, das ist schon eine wichtige Information.
Ja, auch zum Beispiel diese Arbeitskultur der Benediktiner, Bora et Labora, bete und arbeite, ja, so dass der Staat, ja, also der, in dem Fall war es ja das Königtum, ja, die Karolinger, dass die sagten, Bildung ist Staatsaufgabe, ja, so dass sogar eine bestimmte deutsche Schrift erfunden wurde, abseits der römischen Allgemeinschrift, ja, das sind alles Dinge, die, ja, damals, ja,
bis zum 9. Jahrhundert stattfanden und die heute noch eine Auswirkung haben. Ja, dann ging es aber weiter, nämlich nach dem Tod von Karl des Großen, zerfiel sein Reich, das er hatte, das große Reich, zerfiel in mehrere Teile. Das schauen wir uns hier mal an. Und diese Teilen, die zerfiel, also er hatte ja das Frankenreich, das war das, was ihm gehörte. Und das Frankenreich ist dieses Graue, das Gelbe und das Blaue. Und das zerfiel und das kriegten jetzt seine drei Söhne. Jeder kriegte jetzt eine Scheibe davon. Und wovon wir dann reden, ist das Ostfrankenreich.
Und wenn wir sehen, Kärnten, Ostmark, Bayern, Alemannien, Worms, Mainz, Thüringen, Sachsen, Bremen, Hamburg, das sind die Gebiete, ich meine Hamburg gab es natürlich damals noch nicht, jedenfalls, das ist ja jetzt nur nachträglich drüber gelegt, da sehen wir also schon, wo das deutsche Gebiet seinen Ursprung hat, nämlich im Ostbränkischen Reich. So, und ich will jetzt nicht auf die ganzen Machtgeschichten kommen, sondern vielleicht nur kurz darstellen, dass sich das eben noch ein paar Mal geändert hat, ja, von der Gebietsaufteilung her, was da noch zukommt und was da noch wieder weg, so, und dann sehen wir also hier im Grunde genommen die letzte Aufteilung, die es ab 1880 gab, was jetzt für uns im Detail natürlich nicht so interessant ist.
Aber wichtig ist eben, dass sich dort dann eben bestimmte Gebietsaufteilungen dargestellt haben, die zu einem nicht unwesentlichen Teil in späteren Jahrhunderten quasi geblieben sind. Und was ist jetzt in dieser Zeit, als quasi das Ostfrankenreich sich anfing, aus dem fränkischen Bereich herauszulösen, bis zur nächsten Epoche, was haben sich denn dort für Werte ergeben?
Das möchte ich mal wie folgt darstellen. Das sind nämlich diese Werte, zum Beispiel Deutsch als Verwaltungssprache, Deutsch als Medium öffentlicher Kommunikation. Ja, das ist gar nicht selbstverständlich, denn früher hat man nur Latein gesprochen. So, dann, dass man überhaupt bei seinen Anweisungen sich klar und verständlich ausdrücken soll, weil man damit ja sonst missverstanden werden könnte.
Das ist von besonderer Bedeutung. Das heißt, hier sehen wir schon, dass die deutsche Sprache nicht nur in der Schrift, sondern auch in der Präzision schon angelegt ist in der Zeit ab 900 ungefähr. So, dann haben wir auch schon die ersten Anklänge von Vertragsrecht, Vertragstreue und Eid, Schwören, dass man sich tatsächlich auch vertrauen kann. Wir wissen ja, Verträge sind zu halten, sodass wir Deutschen das heute noch denken.
Das liegt unter anderem in der Wurzel dieser Zeit, als das Ostfrankenreich sich entwickelte. Dann ab 919 trat eine nächste Phase ein, nämlich es wurde ein Herzog, der Heinrich I. von Sachsen, also ein Norddeutscher, der kam aus dem Geschlecht der Otonen und wurde König von Ostfranken. könnten. Und dann
gab es dort verschiedene Nachfolger, nämlich die, deswegen nennt man sie Otonen, Otto I., Otto II. und Otto III. Da wollen wir jetzt gar nicht weiter darauf eingehen, sondern uns nur die Frage stellen, weil das ging tatsächlich ja auch nicht allzu lange mit den Otonen, aber auch dort wurden wichtige Veränderungen eingeführt, wichtige kulturelle Prägung erzeugt, die bis heute noch nachwirken und da möchte ich mal die drei wichtigsten kunden hier stammt zum
beispiel aus dieser zeit das so genannte föderale denken und der begriff ja das hat man vielleicht damals nicht so genannt der subsidiarität warum weil die macht halte sich ja auch verschiedene ja gut an auf den könig die hörzüge und auch die kirche in die damals sehr mächtig war und dementsprechend musste Da musste man ja die Macht entsprechend organisieren. Und diese Organisation der Machtkräfte, dass also quasi das Große vom Großen regiert, wenn das Kleine vom Kleinen. Und dass der eine hierfür zuständig, der andere dafür zuständig ist, ja das ist damals entstanden.
Und man hatte eben auch gesagt, verantwortlich für die Ordnung sind eben bestimmte Institute, wie eben der König, die Herzöge, die Kirche. Das heißt, Ordnung entsteht nicht von alleine, sondern Ordnung muss von irgendjemand erzeugt werden. Das heißt, hier sehen wir die Anklänge der Autoritätsgläubigkeit, die man später den Deutschen seit der preußischen Zeit vorgeworfen hat. Dann hat der Deutsche gehört, gehorcht er den Autoritäten. Das stammt schon aus der Zeit der Autonen. Und eben auch der Gemeinschaftssinn, dass man gemeinschaftlich handeln muss und nicht nur egoistisch. Und dass man auch die Gemeinschaft schützen soll, auch das stammt aus dieser Zeit.
Ja, das heißt, wir haben also eine Sicherheitskultur damals bekommen, weil man musste ja durch die Grenzen schützen, man hatte seine Marken, seine Burgen, man hatte eine Pflicht zur Landesverteidigung und man hatte auch schon eben Rechtsdokumente über den Landfrieden und das Heeresrecht. Und das alles wollte man ja machen, um den Frieden zu wahren, ohne dass es der Blutrache bedurfte. Naja, wie auch immer, jedenfalls diese ottonische Zeit ging dann auch vorbei.
Und als nächstes kam dann eben das Heilige Römische Reich. Wenn wir uns das mal anschauen, das fiel dann locker 900 Jahre oder 800 Jahre. Eher fast schon 900. Und das ist, wenn wir uns mal hier das Gebiet mal genauer angucken, dann sehen wir, das geht quasi von Norddeutschland bis an die Alpen und dann gibt es aber noch hier unten auch wieder, Italien gehört noch dazu und dann gehört hier noch Prag dazu und dann geht hier noch einiges bis in den Bereich, im polnischen Bereich rein.
Also das ist schon auch ein großes Gebiet gewesen, was natürlich nicht auf einen Schlag so groß wurde, sondern im Zuge von verschiedenen politischen Veränderungen. So, und das war im Grunde genommen so ein bisschen geteilt, dass man dann eben nördlich der Alpen hatte, was eben der erste Teil des römischen Reiches war, das Regnum Teutonicum oder Teutonicorum, das heißt das Reich der Teutonen oder das Reich der Germanen oder Reich der Deutschen.
Und dann eben das, was südlich ist, das war das Regnum Italicum, also das Reich der Italiener sozusagen. Dieses Reich hatte eben den Beinamen Heiliges Römisches Reich. Und das ist vielleicht für uns durchaus auch wichtig in diesem Kontext. Was heißt denn das? So reich war gemeint, das ist einfach eine Fortsetzung des römischen Reiches mit der karolingischen Ausprägung, sprich, dass es ein übernationaler Verband ist, aber kein Nationalstaat. Das heißt, das römische Reich war kein Staat, sondern eher ein Staatenbündnis unter einer gemeinsamen Idee.
Römisch war eben der Bezug auf das römische Kaisertum, insbesondere Bezugnahme auf die Interpretation durch Karl den Großen, weil es damit quasi die Herrschaft des Königs bzw. Kaisers rechtfertigen konnte, weil die römischen Kaiser waren ja alle von den jeweiligen Göttern eingesetzt. Und heilig ist eben gemeint, dass die Genehmigung der katholischen Kirche gegeben war, denn der Kaiser galt vor Gott quasi als der weltliche Arm des Christentums, der Christenheit.
Oder andersrum gesagt, das Heilige Römische Reich war im Grunde genommen ein Spiegelbild des göttlichen Kosmos, aber eben auf der weltlichen Ebene. Ja, quasi die christliche Ordnung in der Welt unter Kaiser und Papst gleichzeitig. Also insofern, das war dann schon von besonderer Bedeutung und hat natürlich auch seine Prägung hinterlassen. Und welche das jetzt waren, die sich bis heute weitergetragen haben, das ist einmal eben dann im Hochmittelalter der Städtebau und alles, was damit zusammenhängt, eben dass man überhaupt eine Städte hat, dass man Fünfte hat, also Handwerksbetriebe und dass man, jetzt kommen wir in den Bereich der Verlässlichkeit von Maß und Ordnung.
Man braucht Verträge, man muss sich abstimmen, die Maße müssen stimmen, es muss alles perfekt zusammengehen. Wie kann man einen Dom bauen, wenn niemand richtig rechnen kann und niemand weiß, wo die Materialien herkommen. Das heißt, da stammt auch das Norm- und Regelbewusstsein her, was wir heutzutage unter die Normen dann wieder neu aufgelegt haben. Das heißt, all das stammt aus dieser Zeit des Heiligen Römischen Reiches, sodass es überhaupt eine Marktordnung gibt, wer wo seinen Stand aufzubauen hat, wie man die Maße zu bemessen hat.
Das heißt Normmaße, sodass es eine Münzordnung gibt und nicht jeder sein Geld druckt. Aber auch, dass man akzeptiert, dass die Sitten und Gebräuche an anderen Orten eben anders sind. Man darf nicht vergessen, im Heiligen Römischen Reich, da wurden zwölf verschiedene Sprachen gesprochen. Da konnte man nicht davon ausgehen, dass alle gleich sind. So im Sinne von alle denken genauso wie man selbst. Nein, das haben die eben nicht. Da waren auch die wirtschaftlichen Verhältnisse nicht überall dieselben.
Und das Heilige Römische Reich hatte aber eben auch keine ewige Geschichte, sondern da ging es eben dann weiter mit dem Reich der deutschen Nationen, ungefähr ab dem 15. Jahrhundert. Und es hatte was damit zu tun, dass es immer schon einen innenpolitischen Spannungsbruch gab zwischen dem Kaiser und seiner Autorität und dann eben die ganzen sogenannten Reichsstände, also die Regionalfürsten, die sich emanzipieren wollten.
Und letztendlich gab es da eben große Konflikte, die dann eben dazu führten, dass der Bereich Brandenburg-Preußen sich hervortat und quasi aus dem Heiligen Römischen Reich 1740 dann ausschied. Und nachdem es noch Niederlagen gegen Napoleon gab und der dann sich später in Frankreich noch zum Kaiser krönte, hatte dann letztendlich das Heilige Römische Reich seine Geschichte beendet und musste quasi unter Druck von Napoleon aufgelöst werden.
Ja, aber auch in dieser Zeit, als es eben Heiliges Römisches Reich deutscher Nation hieß, hauptsächlich deswegen, weil ab dem 15. Jahrhundert war Deutsch eben in diesem Heiligen Römischen Reich quasi die dominante Kultur der Ausprägung, da haben sich auch bestimmte Dinge ergeben, die sich bis heute erhalten haben. Und diese Werte sind einmal überhaupt das Rechtsstaatprinzip, dass man Frieden zu halten hat zwischen Ländern, sodass es ja eine Gerichtsbarkeit gibt, eine allgemeine, sodass man aber auch den Föderalismus der verschiedenen Kreise untereinander organisiert und kooperiert.
Und was jetzt hier vielleicht ganz besonders neu war, der Buchdruck war ja zwischenzeitlich erfunden worden und der Humanismus als Weltanschauung und Philosophie kam auf den Markt. Das heißt, das war eine Zeit, wo in die deutsche Volksseele, in den deutschen Geist eingeprägt wurde, die Bereitschaft für Bildung offen zu sein und auch für alle möglichen Medien. Das heißt, wenn wir heutzutage sagen, Bildung ist wichtig, dann kommt das aus dieser Zeit.
Es war aber auch so, und das ist vielleicht eine Folge des Föderalismus und der verschiedenen großen Distanzen innerhalb dieses Heiligen Römischen Reiches und auch deutscher Nation, Dass man eben sagte, ja, jeder muss nach seiner Art machen, sprich jeder richtet sich nach seinem Gewissen und er muss sich aber auch selbst beantworten. Also nicht, dass man die Verantwortung irgendwie aufs Wetter oder den lieben Gott abschiebt, nein, die Eigenverantwortung, die stammt aus dieser Zeit.
Und ja, auch diese Zeit ging aber dann letztendlich vorbei und es entstand ja ein weiteres Reich, das Deutsche Reich, hier haben wir die Gründungszeremonie von 1871, das dann eben als Kaiserreich zum ersten Mal ein Nationalstaat wurde, also anders als das Heilige Römische Reich. Und hier sehen wir also die Ausdehnung, wie groß eben das Deutsche Kaiserreich war. Und das war deutlich kleiner als das Heilige Römische Reich, also Österreich, Ungarn und Russland und Schweiz, die gehörten da alle nicht rein, auch Frankreich nicht mehr, Belgien, Niederlande, das alles war schon außen vor.
Aber es war eben jetzt ein eigener Nationalstaat und das war eine Monarchie, gut das waren die anderen Reiche vorher auch und die endete im Grunde genommen mit der Revolution 1918 und hatte dann ja eine Dominanz durch den König von Preußen, Weil die Preußen waren ja quasi das aufgestiegene Land, die sich da auch besonders für eingesetzt hatten und deswegen stellten die auch den Kaiser und Berlin war dann natürlich auch die Hauptstadt.
Auch in dieser Zeit, die relativ kurz dauerte, von 1871 bis 1918, wurden auch wieder prägende Eigenschaften verstärkt bzw. neu geprägt in das deutsche Bewusstsein hinein. Und das waren insbesondere das sozialstaatliche Denken durch den Herrn Bismarck und dann eben der gesamte Beamten- und Verwaltungsapparat. Das wurde auf einmal typisch deutsch.
Und dass man, am anderen Ende auch gehabt, aber dass man das professionell machen muss, sodass der Beamte ja auch eine ethische Geisteshaltung haben muss gegenüber seinem Staat. Das gehört da rein. Und es wurde nochmal die Qualitäts- und Normenkultur verstärkt, also das, was ich vorhin schon erwähnte, was wir heutzutage unter deutscher Industrienorm, unter technischem Überwachungsverein oder Sicherheitsdenken verstehen, was so Deutsche haben.
Aus dieser Zeit stammt auch insbesondere die Kultur der Ingenieure und des Industriebaus und natürlich die Weiterentwicklung der Lehrlingsausbildung, die duale Ausbildung und eben die Berufsformen für die verschiedenen Berufsstände. Das heißt, hier sehen wir auch ganz typisch deutsche Werte, die selbstverständlich für einen Deutschen sind, die eben bis heute weiterhin gelten.
Nach der Novemberrevolution gab es dann die nächste staatliche Einheit, die dann noch kürzer währte, nämlich die Weimarer Republik, hier die Flagge der Weimarer Republik. Und so kurz die auch war, ich will da gar nicht auf die Gründe, warum sie entstand, eingehen, sondern nur, dass sie jetzt eben eine Republik war. Vorher war es ja ein Kaiserreich, das heißt, hier haben wir plötzlich den Parlamentarismus und beendete dann eben mit der Machtergreifung der Nazis. Aber in dieser kurzen Zeit gab es doch schon wieder neue Werte, nämlich insbesondere die parlamentarische Demokratie.
Also die Demokratie als solche, das hatten die Franzosen schon vorher erfunden, aber die Deutschen haben dann eben sich da auch angepasst, wollten auch Demokraten sein und sie wollten eben reden, parlieren und deswegen ein Parlament. So, was hier noch von besonderer Bedeutung war und auch heute immer noch ein ganz zentraler Punkt deutscher Kultur ist, nämlich die Tarifautonomie. Jeder bestimmt seine Arbeitstarife selbst und die betriebliche Mitbestimmung stammt aus der kurzen Zeit der Weimarer Republik.
Genauso die kommunale Selbstverwaltung und dass man alles quadratisch praktisch gut macht oder funktional und sachlich, so wie man es vorgezeigt bekommen hat in der Architektur durch den Bauhausstil. Das heißt, dieses Denken, sich auf das Minimum, auf das Notwendige zu begrenzen, um eine Sache zu organisieren und zu gestalten, das stammt aus dieser Zeit.
Ja, dann kam eine neue Zeit, die eben durch die Machtergreifung der Nazis entstand, nämlich der Nationalsozialismus. Hier sehen wir mal die Karte von 1937, wie groß Deutschland damals war. Also das war jetzt gar nicht so sehr verschieden von dem, was im Kaiserreich seinerzeit war. Und was aber hier jetzt erstaunlich ist, dass der Nationalsozialismus Werte eingeführt hat,
die es in der bisherigen Geschichte von über 1000 Jahren deutscher Kultur noch gar nicht gegeben hatte. Nämlich Antisemitismus, Rassismus, Ultranationalismus, pölkisches Denken, sozialdarwinistisches Denken, antidemokratisches Denken und so weiter und so fort. Das heißt, man kann schon historisch wohl feststellen, wann diese Bewegung angefangen hat. Die hat nicht erst mit Adolf Hitler angefangen, das ist schon im 19. Jahrhundert gewesen, in den 1880er Jahren.
So zwar eben im Deutschen Kaiserreich, aber soweit ich weiß, kam es eigentlich aus Österreich-Ungarn. Und dann hat es sich in Deutschland in bestimmten Kreisen festgesetzt und wurde dann später auch zu einer politischen Bewegung. Und wie es dann weiterging, haben wir ja gesehen. Aber das Interessante ist eben, dass diese Werte, wenn man die Werte der tausend Jahre vorher sieht, eigentlich gar nichts damit zu tun haben. Also aus meiner Sicht sind das eigentlich Fremdwerte.
Also die gehören eigentlich nicht zu dem damaligen oder bis damals existierenden deutschen Geist und sind völlig neue Dinge, die quasi wie von außen aufgefropft da reinkommen. Und nichtsdestotrotz ist es ja deutsche Geschichte. Und die Frage stellt sich, was hat jetzt sich an dem Charakter des deutschen Volksgeistes durch den Nationalsozialismus bis heute eingeprägt?
Und das sind einmal die Erinnerungskultur des Nie-Wieder. Und dass der Deutsche eine historische Verantwortung hat. Und dass man die Demokratie beschützen muss, dass sie eine wehrhafte Demokratie sein soll. und dass eben man die Minderheiten schützen muss und die Menschenwürde als Staatsgrundlage, dass man eben nicht auf den Menschen herumtrampeln darf, nur weil er anders ist als man selbst.
Ja, nach dem Ende des Dritten Reiches, also nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, Es kam dann eine nächste Epoche, quasi die vorletzte jetzt in unserer Betrachtungsweise, nämlich, es dauerte nicht lange, dann kam die deutsche Teilung. So, und die kennen wir ja, da haben wir eben den westdeutschen Bereich und den ostdeutschen Bereich gehabt,
das heißt die BRD und die DDR. Und beide Länder haben natürlich auch so ihre eigenen Prinzipien gehabt, aber die möchte ich jetzt mal gar nicht so genau zwischen Ost und West unterscheiden. Und ich möchte eher sagen, was haben wir denn eigentlich für Werte, die sich aus dieser Zeit ergeben. Und das sind also jetzt aus beiden Bundesländern. Es ist einmal das Grundgesetz, dass es einen Rechtsstaat gibt, der auf einer föderalen Ordnung beruht.
Dann eben die soziale Marktwirtschaft, denken wir mal an Ludwig Erhard, die Sozialpartnerschaft, dass also der Mensch nicht alleine ist, sondern eben, dass er mit anderen in sozialer Art und Weise, unternehmerisch etc. umgehen muss. Dann das Thema der Selbstbestimmung bezüglich des Datenschutzes und der Information und Umwelt und Vorsorge. Das war also damals auch schon ein Thema, was dann hauptsächlich aber aus der DDR kam. Genauso wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, nämlich die ganze Geschichte mit den Kitas, die uns ja heutzutage wie selbstverständlich erscheint.
Ja, und diese Datenschutzgeschichte, das ist vielleicht für den einen oder anderen irritierend, das hat was mit dem Volkszählungsurteil 1983 zu tun. Das ist aber jetzt für uns im Detail nicht so maßgeblich. Ja, und dann kam die Phase oder begann die Phase, in der wir uns jetzt befinden, nämlich die Zeit seit 1990, wo die beiden Deutschlands wieder vereinigt sind und wir 16 verschiedene Bundesländer haben, die wir ja auch alle kennen.
Und nun hat sich Deutschland seit 1990 ja auch verändert und ich möchte da auf die Veränderungen, die dann nach 1990 kommen und wann die genau kamen und durch wen und was sich daraus ergibt, das möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt separat behandeln. Das heißt hier, schauen wir mal rein, welche Türen sich geöffnet haben. Das heißt aus der Sicht von 1991, 1992, also sprich so in den 90er Jahren, was war da quasi das Wertesystem, was für die Deutschen neu auf sie zukam.
Und das war einmal natürlich alles, was jetzt mit dem größeren Rahmen zu tun hatte, Europa dann eben mit anderen Ländern sich im Rahmen der EU, der NATO und des Völkerrechts einzulassen. So, Deutschland jetzt erneut als Qualität, Technik und Exportnation hat versucht, nochmal richtig draufzulegen. So, dann kam aber auch das Thema der Nachhaltigkeit und Energiewende. Hatte sich ja schon seit den 70er Jahren vorbereitet. Aber auch das Problem mit den Staatsschulden, eben Haushaltsdisziplin und dass eben die politischen Parteien nicht so wirklich regierungsfähig waren.
weswegen man zunehmend zu einer Konsenskultur dann übergegangen ist. Und dementsprechend haben wir im Grunde genommen, ich sag mal, eine Abbrunnungsmöglichkeit. Also wenn wir sagen, es hat irgendwann mal so vor dem 8. oder 9. Jahrhundert angefangen mit dem Deutschdom und ist dann eben bis Anfang, Mitte der 90er weitergegangen.
Danach ein separates Kapitel. Ja, wie kann man jetzt diese ganzen Werte, ich habe das für mich mal gezählt, das sind, glaube ich, fast 40 verschiedene Werte, die heute noch übrig geblieben sind von all denjenigen, die es zu den jeweiligen Epochen gab, die dann aber nicht überlebt haben. Dazu habe ich jetzt gar nichts gesagt, weil wir wollen ja wissen, was Deutschsein heute bedeutet. und nicht was es bedeutete, zum Beispiel im 15. Jahrhundert, wo die römisch-katholische Kirche noch stark war
oder im 14. Jahrhundert, wo es völlig klar war, dass jeder am Sonntag in die Kirche geht. Das war damals ein deutsches Kulturgut. Heute sieht man das ein wenig anders. Also ich habe mal versucht, das ein bisschen zu sortieren. Und wenn wir da mal gucken, kann man das in sieben verschiedene Gruppen sortieren. Sortiert in Recht und Ordnung, Staat und Verwaltung, Arbeit, Wirtschaft und Sozialordnung, Gesellschaft und Gemeinschaft, Bildung, Sprache und Kultur, Natur, Umwelt und Zukunftsorientierung,
Europa und Weltverantwortung. Und ich habe mal versucht, die ganzen Werte, die in den über 1000 Jahren sich gebildet haben Und die heute noch gelten. Die zeitlich zu sortieren und diesen einzelnen Bereichen zuzuordnen, das müssen wir jetzt nicht im Detail lesen, sondern wir gucken einfach nur auf den Kern und Merksatz, der sich daraus bildet.
Wenn Sie genau wissen wollen, wo jetzt die einzelnen Werte herkommen, aus welcher Epoche, dann gucken Sie sich das Video einfach noch mal in Ruhe an und halten es einfach an der jeweiligen Stelle auf. Das heißt hier, Recht und Ordnung, das ist das Prinzip, das der Deutsche sagt, Verlässlichkeit entsteht durch Recht, Verfahren und Kontrolle. Ich glaube, das können wir gut nachvollziehen, nicht wahr? So, bei Staat und Verwaltung, da ist der Kernsatz, ein starker Staat sichert Ordnung durch Pflicht, Struktur und Föderalismus. Das heißt also, wir sehen, der Deutsche ist staatsgläubig.
Dann das Thema Arbeit, Wirtschaft, Soziales und Ordnung. Wirtschaft muss von Fleiß, Präzision und sozialer Verantwortung geprägt sein. Das ist eben soziale Marktwirtschaft und eben Qualitätsbewusstsein etc. Dann die Gesellschaft und Gemeinschaft, Gemeinsinn, Verantwortung und Toleranz halten die Gesellschaft zusammen. Gemeinsinn, nicht Spaltung, Verantwortung übernehmen und nicht Verantwortungslosigkeit, Toleranz und nicht Hass und Hetze. Das alles hält die Gesellschaft zusammen.
Und dann bei der Bildung, Sprache und Kultur, Bildung, Klarheit und Wissen formen die geistige Identität. Worüber klagen wir heutzutage? Wenige Jahre, Jahrzehnte nach 1990 über schlechte PISA-Tests und verbotene Wörter, die man nicht sagen darf und wissen, was von einigen vorgegeben wird und andere zu glauben haben. Ja, dann Natur, Umwelt und Zukunftsorientierung. Nachhaltigkeit und Verantwortung lenken das Denken für kommende Generationen. Heißt eigentlich, wenn wir Deutschen verantwortungsvoller sagen, unseren Kindern soll es später besser gehen, die Natur ist schützenswert und und und. Gut, aber man kann es vielleicht auch übertreiben.
Ja, und Deutschland im Verhältnis zu Europa und zur Welt. Deutschland steht für Kooperation, Frieden und Verlässlichkeit in Europa und der Welt. Ja, das war 1990 noch so. Heute ist Deutschland nicht für Kooperation, sondern für Krieg. Nicht für Frieden, sondern für Angriff. Nicht für Verlässlichkeit, doch für Verlässlichkeit schon.
In Europa und der Welt, hauptsächlich in Europa, in der Welt ja nicht. Denn in der Welt möchten wir ja hauptsächlich anderen sagen, was sie zu tun haben. Und wir wollen ja gar nicht mit denen kooperieren. Und wer nicht mit uns kooperiert, der wird mit Sanktionen, ja, ich sag mal, Mürbe gemacht. Wenn man sich fragt, diese sieben Wertebereiche Deutschlands, kann man die noch kürzer zusammenfassen?
Wenn man jemanden fragt, was würde ein Deutscher oder ein Deutschdenkender in einem Satz vielleicht sagen, ich glaube, das kann man. Ich habe das mal versucht und komme zu dem Ergebnis, Recht, Beantwortung und Maß formen Deutschlands verlässliche gemeinschaftliche Zukunft. Das bedeutet, wir brauchen ein vernünftiges Rechtssystem, wo jeder gleich ist vor dem Gesetz, wo die Gerichte ihre gewaltenteilende Funktion ausüben.
Verantwortung heißt, dass Politiker, Manager und wer alles ist, für seine Taten gerade steht und nicht sich ist oder irgendwo hin in einen höheren Posten weggelobt wird. Und Maß. Das heißt, man muss auch rechnen können, was kann man sich leisten und was ist sinnvoll. Kann man sich leisten, Gasnetze komplett zurückzubauen, ohne dass man vorher eine alternative Lösung sicher gemacht hat?
Ja, und wenn das nicht ist, wie kann man dann verlässlich sein? Und wie kann es gemeinschaftlich sein, wenn man nicht auf den Willen des Volkes hört, wenn man den Parlamentarismus mit den Füßen tritt, indem man gewählte Parteien gar nicht auf ihre Posten kommen lässt, indem man sie bekämpft und beschimpft. Das alles scheint mir bedenklich zu sein. Aber 1990, da war das alles noch ganz sicher.
Und insofern können wir sagen, 1990 können wir diesen Satz noch für wahr halten. Und danach wurde es dann langsam eigenartig. Aber wie schon gesagt, dazu später mehr. Ja, soweit mein kleiner, ein bisschen doch komplexer Exkurs in Was ist Deutsch? Ich glaube, jetzt können wir besser verstehen, was Deutsch ist und dass Deutsch nichts damit zu tun hat, ob irgendwie mal ein Reich in Grenzen von 1937 oder 1871 oder wann auch immer gelebt hat, das hat mit Deutsch rein gar nichts zu tun.
Und mit Deutschtum hat auch nichts zu tun, ob jemand in Deutschland seit 500 Jahren deutsche genetische Vorfahren hat und blond und blauäugig ist. Das hat auch nichts mit Deutsch zu tun. Denn Sie haben ja gesehen, in der Vergangenheit, wie die verschiedenen Reiche, wie groß die waren. Da glauben Sie doch nicht im Ernst, dass es irgendwelche genetisch reinen Deutschen gegeben hätte. Also sprich, dieser genetische Ansatz, der ist deutsch.
Der ist ja sowas von unhistorisch, sowas von sachlich falsch, dass es eigentlich erstaunlich ist, dass es überhaupt Leute gibt heute noch, die meinen, das wäre richtig. Und da denke ich, da mangelt es vielleicht so ein bisschen an der Bewusstseinskultur. Ja, und vor allen Dingen eben auch an der richtigen Verwendung von Sprache. Und das wird das nächste Thema in dieser Serie sein, in der nächsten oder übernächsten Woche, nämlich wer wir sind in dem Blog.
Da sind wir jetzt hier in dieser kleinen Playlist. Macht uns die Sprache so genau, also so pingelig, die deutsche Sprache, deutscher Sprache, schwerer Sprache. Liegt das an der Sprache? Warum ist deutsche Sprache oder deutsches Denken so präzise, so direkt und so geregelt? Was bedeutet das?
Das möchte ich mal untersuchen, ob wir genau sind oder ob wir pingelig sind. Also schalten Sie einfach ein, wenn Sie das mit mir gemeinsam ergründen wollen. Und wenn Ihnen dieses Video gefallen hat, dann wissen Sie, was Sie zu tun haben. Daumen hoch, Glocke, Leuten weiterempfehlen und man denkt, Die Welt Klar Sehen. Und Tschüss, bis zum nächsten Mal.
den clever denken, frei handeln, Die Welt Klar Sehen.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Deutsche Werte | Wie sie entstanden und wieder schwinden | Deutscher Geist“, Die Welt Klar Sehen, 30.10.2025.
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Auftakt einer Serie über deutsche Werte: Reise durch rund 1.200 Jahre Geschichte vom Frankenreich bis zur Wiedervereinigung und die Frage, woher deutsche Werte stammen und warum sie heute unter Druck geraten.
