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Quellenbruch? | Wie belastbar ist die Legende? | Irlmaier-Legende28.03.2026

MEDIENFRAMING

Abschrift

Abschrift des Videos vom 28.03.202639 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Uwe

Die nachfolgende Sendung ist ja ein Ausschnitt von einigen Sequenzen aus einem längeren Livestream bei ETVC. Und da ging es um das Thema Alois Irlmaier. Wir haben da mal so ein paar Grundzüge über seine Biografie besprochen und ganz allgemein ein paar Eindrücke kundgetan. Und Sie finden dann eben die Szenen, wo ich mich dazu geäußert habe. Für alles Weitere dann einfach bitte den Originalstream gucken.

Eli

Werte Zuschauer, heute machen wir hier auf dem Kanal etwas ein bisschen anders. Normalerweise geht es bei uns ja um kalte, nüchterne, harte Realität und politische Fakten. Doch heute wollen wir die Zeit mal ein bisschen zurückdrehen und uns mit Alois Irlmaier beschäftigen. Er ist laut der Aussage der Menschen, die mich angeschrieben haben über die letzten Jahre, der moderne Prophet, der unter anderem die Irrungen und Wirrungen des 21. Jahrhunderts, die wir gerade durchleben, bereits schon in den 50er Jahren im bayerischen Freilassing, glaube ich, vorausgesagt hat. Und deshalb hat dieser Mann als Seher und Zukunftsversteher, extraordinär, aktuell eine Hochkonjunktur.

Gast

Im Hochsommer irgendeines Jahres sollte Russland... Ach, irgendeines Jahres.

Eli

Na, das grenzt es ja ein, Uwe. Also insofern.

Gast

Wolltest du noch?

Uwe

Ja, das ist ja eben so, wenn man sagt, sie werden bald sterben, dann ist das sicherlich eine gute Prognose. Die Frage ist nur, zu welchem Datum.

Eli

Richtig.

Gast

Und herfallen.

Eli

Am Ende wird die Prognose definitiv eintreffen. Man weiß nur nicht wann. Also Bomben, die so explodieren. Uwe, wir halten fest, gelbe Bomben, die so explodieren, dass die Fensterscheiben nicht brechen. Wenn ich das richtig verstanden habe. Menschen sind tot, alles liegt in Trümmern, aber die Fenster sind ganz geblieben.

Uwe

Ja, deswegen wird das ja als Giftgasangriff interpretiert.

Eli

Du hast aber stattdessen sofort kritisch losgelegt und hast dich also mit Alois Irlmaier beschäftigt. Und noch einmal, damit die Leute wissen, was sie also erwartet im Bonusteil. Wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du dich weniger damit beschäftigt, ob die Prophezeiungen von Alois Irlmaier richtig stimmt sind und ob der Mann jetzt nur ein Prophet war, sondern du hast die Quellen dir angeguckt, die ja zuletzt erwähnt worden sind. um zu prüfen, ob allein diese Quellen schon belastbar sind, weil, ich denke, so muss man das formulieren, von dem Mann selbst, dem größten Propheten aller Zeiten auf europäischem Boden angeblich, nichts handschriftlich oder anderweitig eben von ihm selbst überliefert worden ist.

Uwe

Ja, das ist der normale Weg, Eli, dass man, wenn man Aussagen, die aus der Vergangenheit sind und wo dann Leute Behauptungen aufstellen, dass man guckt, woher kommen diese Behauptungen? Sind die die Originalbehauptungen? Beruhen die auf Belegen? Beruhen sie auf Vermutungen? Beruhen sie auf Interpretationen? Schreibt vielleicht einer vom anderen ab? Das sind Fragen, die man sich stellen muss. Und das stellt man sich nicht nur bei Alois Irlmaier. Das ist der ganz normale Weg beim Umgang mit Informationen aus der Vergangenheit. Das macht jeder Historiker so, das macht jeder Literaturwissenschaftler so, dass man sich fragt, was ist die Wahrheit an der Quelle? Und wie hat die Quelle sich verändert? Wie wurde sie ergänzt?

Eli

Das ist richtig, Uwe, aber wie so oft, du hast ja Recht, du hast noch nicht gänzlich Unrecht und oder umgekehrt. Meine Frage ist eine andere. Wie kommt es, kommt dir das nicht ein bisschen komisch vor, dass der Mensch, der behauptet, die Zukunft sehen zu können, mit dieser sonderbaren Gabe ausgestattet, kein einziges Wort seiner Prophezeiungen jemals selbst niedergeschrieben hat? Oder anderweitig halt eben irgendetwas hinterlassen hat, irgendein Machwerk, irgendeine Art Audioaufnahme, damals gab ja schon Radio oder was auch immer, um seine ganzen Prophezeiungen, immerhin das betrifft so etwas Wichtiges wie die Zukunft, für die Nachwelt festzuhalten. Stimmt dich das nicht schon ein bisschen komisch?

Uwe

Nein, nein, das finde ich durchaus nicht, Eli, weil der Irlmaier ist ja vom Beruf Brunnenbauer gewesen, also ein Handwerker. Und insofern ist er ja kein Intellektueller gewesen, der Lust zum Schreiben hatte und irgendwas in seine Tagebücher reingeschrieben hätte oder dass er gar Bücher verfasst hätte oder ähnliches. Tatsache scheint ja zu sein, dass er zumindest mit mehreren Zeitungen in seiner Zeit, also Ende der 40er Jahre, Interviews geführt hat. Und insofern haben wir ja durchaus Informationen, wobei wir da natürlich nicht das Originalwort dann haben, sondern dann haben wir natürlich die Interpretation, so wie die Zeitung es verstanden hat und wie die Zeitung es verstanden wissen wollte. So muss man es ja vielleicht sagen.

Eli

Wobei wir ja auch gesehen haben, dieser eine, der seine Heftchen rausgebracht hat, hat ja bewusst seine Deutungen so formuliert, dass sie eben auf 1950 datiert sind, um eben den Verkaufswert zu steigern. Also nicht nur die Presse, sondern auch die anderen, die seine Bücher da rausgebracht haben. Nicht seine, sondern Bücher über ihn rausgebracht haben. haben schon teilweise eben verdreht. Lass mich dir mal eine kontroverse Frage stellen in diesem Zusammenhang. Ich meine, wir kennen jetzt ein bisschen seinen Background, dieser Brunnenbauer, der in den Krieg gegangen ist, verwundet worden ist, zurückgekommen ist, ein Mariaverehrer ist, also ein gläubiger Mann aus dem tiefsten Bayern, irgendwo dort, wo das Hinterwald beginnt oder Hinterland beginnt. Hältst du es für gänzlich ausgeschlossen, dass der Mann Analphabet war?

Uwe

Das könnte durchaus sein. Mir ist jetzt nicht bekannt, dass Analphabet wäre, aber ausschließen kann man es nicht. Aber was sollte das bedeuten?

Eli

Mir geht es einfach darum, das Profil ein bisschen dieses Mannes zu zeichnen. Viele Leute halten ja sehr viel von ihm, aber die Art und Weise, wie er gesprochen haben soll, wie er sich ausgedrückt hat, die Schwammigkeit seiner ganzen Prophezeiungen, die Art und Weise, wie er sein Leben gelebt hat, wo er es gelebt hat, wie er so durchs Leben gegangen ist. Er wirkt nicht so wie jemand, der sich im Prinzip hocharbeitet, ein professioneller Karrierist ist oder was auch immer. Da fehlt so ein bisschen die Grundlage, um zu sagen, dieser Mann ist, was der Engländer sophisticated nennt. Also wirklich jemand, der vielseitig intellektuell ist. Ich würde persönlich, wenn ich allein seine Physiognomie bewerte, sagen, ich schließe nicht mal aus, dass dieser Mann nicht vielleicht mit etwaigen Traumata aus dem Krieg zurückgekommen ist. Es soll ja auch irgendwelche Depressionen oder was gegeben haben rund um 1928. Jetzt kann man sagen, das war eine Depression und die Grundlage für seine Vision. Man kann aber auch einfach sagen, vielleicht ist der Mann mit bestimmten Schäden aus dem Krieg zurückgekommen und früher oder später hat sich das alles verselbstständigt.

Uwe

Also er hat ja angeblich seine hellseherischen ersten Erfahrungen 1928 gemacht. Da war der Krieg ja schon lange vorbei.

Eli

Das ist ja richtig, aber so eine Depression und auch ein Traumata, das du lange Zeit über eben nicht behandeln lässt. Er hatte ja eine große Verletzung, dann ist sein Hof abgebrannt. Vielleicht hat ihn das irgendwer in eine Depression gestürzt. Das kann ja mit bewirkt haben, dass dieser Mann vielleicht dann auch mentale, sag ich mal, einfach Herausforderungen hatte. Die er natürlich überwunden hat, aber vielleicht eben mit Mitteln dessen, dass er jetzt eine neue Mission in seinem Leben gefunden hat, die da eben ist. Horchmar, ich bin nicht mehr einfach nur der Kriegsversehrte, der da irgendwie jetzt gerade auf dem Bauernhof seiner Eltern lebt, den er da hat abbrennen lassen, sondern ich bin jetzt der Sehende Alois Irlmaier und Gott wird es schon richten.

Uwe

Naja, also es gibt zumindest eine Blogseite, auf der geschrieben steht, also jetzt ein heutiger Blog, der hat einen Artikel von 2014, da heißt es, Alois Irlmaier konnte selbst nicht schreiben. So haben wir seine Prophezeiung aus zweiter Hand. Was nicht, er wollte nicht schreiben, er konnte nicht schreiben. So, jetzt wissen wir aber nicht, ob der Blogautor, woher er diese Information hat.

Eli

Uwe, ich sage es nur ungern, aber ich bin halt eben ein cleveres Kerlchen. Eins und eins ergibt immer noch zwei. Und ohne, dass du mir das jetzt irgendwie belegen musst, das wäre wirklich mein allererster Gedanke. Irgendetwas stimmt da nicht an Herrn Irlmaier. Und das ist jetzt nicht schlimm. Das gab es ja bis hin zu den 90er, erinnert euch an die Werbung. Chef, der kann doch gar nicht lesen. Sie können nicht lesen, da muss man doch was machen. Aber gut, fairerweise muss man das halt eben dazu sagen, dass wir diesen Verdacht halt eben hegen. Und dass eben an den Prophezeiungen von Irlmaier eventuell schon deshalb eben nichts dran sein kann, weil man eben die Quelle bedenken muss. Und jetzt möchte ich zu dir überleiten, du hast die Quelle bedacht, bevor du jetzt also noch einmal deine Recherchen, oder beziehungsweise bevor du deine Recherchen offenlegst, so rum soll ich fragen, auf welche Quellen hast du denn jetzt also deine Recherche gestützt, die du gleich im Kanalmitgliederbereich offenbarst? Wir hören dich nicht, du bist gemutet.

Uwe

Ich habe verschiedene KI-Recherchen gemacht, um das ganze Thema von verschiedenen Seiten aus anzugehen, weil die Literatur eben sehr groß ist. Andererseits gibt es genügend Aussagen, die frei verfügbar sind. Da haben wir natürlich eine gewisse Unschärfe drin, das muss man ganz klar sagen. Andererseits gibt es auch eine ganze Menge Schnittstellen, wo eben auf Zitate in Büchern Bezug genommen wird oder Zeitungsberichte und so weiter und so fort. Und da war eben die Frage, wie kann man die Aussagen, wie man das in der literaturwissenschaftlichen Quellenprüfung macht, kann man die in eine zeitliche Schiene bringen? Das heißt, kann man feststellen, welche Aussagen dicht an der Irlmaier Lebenszeit dran sind, sprich was er zu Lebenszeiten tatsächlich gesagt hat? Und welche Aussagen erscheinen erst viel später und sind nie vorher in irgendeiner Zeitung gewesen und erst tauchen erst später in irgendwelchen Büchern auf. Und dadurch kann man die Aussagen, die über Irlmaier und seine Prophezeiung gemacht werden, also auch über die Prophezeiung selbst, kann man sich eine gewisse Darstellung stellen, wie belastbar diese jeweils einzelne Prophezeiung ist. Das heißt, man kann hier kein Pauschalurteil abgeben, sondern man muss das eigentlich, Ja, für jede Aussage einzeln prüfen.

Eli

Und du hast das gemacht? Du hast einzeln alle diese Aussagen geprüft? Diese 15.000, von denen der Stephan Berndt hier spricht, der da sagt, er hat 30 Jahre seines Lebens dafür gebraucht?

Uwe

Naja, also der intelligente Mensch, der prüft ja nicht jedes einzelne Detail, sondern der macht das ja in Gruppen. Und die erste Gruppe ist ja schon mal die Art der Quelle. Das heißt, wenn eine Quelle etwas produziert, ist die Frage, auf welcher Grundlage macht diese Quelle das? Also wenn jemand sagt, ich habe meine Informationen aus dem Spiegel, Ja, dann kannst du dir selber die Frage stellen, ob du jetzt diese Quelle intensiv weiter prüfen willst, wenn sie dann zehn Bücher geschrieben hat, die alle auf der Spiegelinformation beruhen. So musst du die Sache angehen. Das heißt, bevor man sich im Detail verirrt, muss man erstmal die grobe Marschrichtung, die groben Schienen in dieser zeitlichen Entwicklung dieser Irlmaier, ich sag mal, Erzählung dieser Irlmaier, Geschichte, das meine ich jetzt nicht negativ, in diesem ganzen Komplex, der jetzt heißt, Irlmaier hat gesagt, das muss man da differenzieren. Und das kann man nach meiner Meinung hinreichend genau machen. Und wenn man dann eben weitergehen will, dann kann man in die einzelnen Aussagen reingehen und sagen, okay, wenn er die und die Aussage gemacht hat, wer hat das als erster festgestellt? Wann wurde das gesagt? Wer kann das beweisen? Wo steht das?

Eli

Okay, aber fairerweise müssen wir dann also den Leuten, die uns gleich in den Bonusteil folgen werden, sagen, du hast dich nicht damit beschäftigt, ob seine Prophezeiungen wahr sind.

Uwe

Also die Prophezeiungen sind ja teilweise so, dass sie eben noch nicht eingetreten sind. Insofern kannst du über die ja schon mal gar nicht sagen, ob sie wahr oder falsch sind. So, und bei anderen, die gemacht wurden, ja, also zum Beispiel eben die Geschichte mit den drei, Hochstehenden und wenn die dann sterben würden, da würde ich mal sagen, das ist eine klassische Fehlinterpretation. So, weil Irlmaier selber, da wird er ja an bestimmten Stellen zitiert, ja, zwei dieser Hochstehenden benannt hatten. Die waren zu seinen Lebzeiten schon tot. Ja, so, und wenn die zu seinen Lebzeiten schon tot sind...

Eli

Genau, alles gut, dann exerzieren wir es mal durch. Wir machen jetzt nur ein Beispiel. Uwe hat sich also doch mit den Prophezeiungen auseinandergesetzt. Er ist nur zu bescheiden, um das zu sagen. Ähm... Ihr habt ja gehört, da habe ich vorhin sogar das Video unterbrochen, dass also dieser ganze neue Weltkrieg, der da auf Europa zurollt, dass der beginnt nach einer Serie von Attentaten. Da gab es diesen Schnitt in dem Video, also ich weiß jetzt nicht ganz genau, was die Quelle in der Dokumentation gesagt hätte, aber Uwe hat sich damit beschäftigt und einfach nur, um euch ein Beispiel zu geben, wie Uwe also auch nachher referieren wird, hier vielleicht mal individuell ausgerollt an diesem Beispiel Uwe, die drei Heereszüge.

Uwe

Ja, aber zuerst wird der dritte Hochgestellte umgebracht. Das heißt, zu dem Zeitpunkt sind schon zwei der drei Hochgestellten umgebracht worden, nämlich Gandhi und Graf Bernadotte.

Eli

Hat er das so genau bezeichnet? Also hat er richtig Gandhi gesagt und Graf Bernadotte?

Uwe

So wird es zitiert. Also wir können uns ja nur auf die Quellen verlassen, die wir haben. Also er hat angeblich gesagt, drei Hochgestellte umgebracht und sich bezogen auf Gandhi und Graf Bernadotte. Wenn diese Aussage richtig ist, dann ist es relativ unwahrscheinlich, dass er meinte, dass der dritte Hochgestellte dann erst 80 Jahre später umgebracht wird.

Eli

Ja, das ist das in der Tat. Das würde ich auch so sehen. Der zeitliche Kontext ist da nicht mehr gegeben.

Uwe

Das heißt also, weil der zeitliche Kontext dann nicht mehr da ist, ist jeglicher Bezug, dass man sagt, er meint jetzt, dass jetzt drei Hochgestellte umgebracht werden. Zum Beispiel der oberste... Was weiß ich nicht, war es im Iran und der oberste in Israel und dann kommt der dritte und dann geht der Weltkrieg los. Diese Interpretation, es überhaupt auf die Gegenwart zu beziehen, entfällt dann komplett. Das heißt, man muss dann sagen, wenn es so gesagt wurde, dann bezog er sich nicht auf einen Zeitraum, der Jahrzehnte in der Zukunft lag, sondern der ganz kurz in der Zukunft lag. Er hat das 1948 gesagt, ist 1949, glaube ich, verstanden. Naja, 1949 nicht, da hat er ja die Prozessgeschichte gehabt. Das heißt, er bezog sich dann auf etwas, was in dem Zeitraum Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre lag, aber nicht was im Jahr 2025 oder 2030 liegt.

Eli

Das bedeutet, alle Leute, die meinen, Alois Irlmaier habe beschrieben eine Zukunft, die also jetzt bei uns passiert, Stichwort 2026, sind fehlgeleitet, weil weder hat er gemeint, dass ein Attentat auf Donald Trump 2019 passiert, noch wann es tatsächlich passiert ist, nämlich 2024, sondern er hat laut deiner Interpretation mutmaßlich gemeint, irgendeine Zeit, die mehr so in den 50ern zu verorten ist. Korrekt?

Uwe

Genau, genau. Und dann ist ja auch etwas, das habe ich dir vorhin auch noch rübergegeben, zu dem Thema mit der Gerichtsverhandlung. Das rote Kleid. Ja gut, aber was genau davon ist es? Ich habe da noch ein zweites Dokument mit gelben Unterstreichungen. Nimm mal das. Ja, genau, das ist es. Und dieses, was jetzt hier steht, steht in einem Buch von wem? Von dem Stephan Berndt, also demjenigen, der in dem Video auch erwähnt wurde, der 30 Jahre lang den Alois Irlmaier studiert hat. Und dieser Stephan Berndt beschreibt in seinem Buch etwas über den Konrad Adlmeier. Das war quasi der erste Buchautor, der die Zeitungsberichte zusammengefasst hat und sie kommentiert hat und der vermutlich auch in persönlichen Kontakt mit dem Alois Irlmaier stand. So, und was schreibt der Stephan Berndt? Fünf Jahre später streicht Konrad Adlmeier die Geschichte mit dem Kleid aus seinem Heftchen. War also alles nur eine Erfindung der Anhänger Irlmaiers? So im Mai 1950 schreibt die Süddeutsche Sonntagspost in dieselbe Kerbe zielend, Irlmaier wurde auf Kosten der Staatskasse damals freigesprochen. Richter Lehle lieferte zwar noch ein erbittertes Nachzugsgefecht, erwies also der Richter später die Öffentlichkeit darauf hin, dass Irlmaier während der Verhandlung bei dem Experiment klar versagt habe zu bestimmen, was sich während der Sitzung anderswo abspielte. Irlmaier hatte zu Lehle taktisch nicht unklug die Mentalität einer Kleinstadt erfassend gesagt, »Deine Frau zu Hause hat ein rotes Kleid an, im Moment ist ein fremder Mann bei ihr.« Was gar nicht stimmte. So, blätter mal weiter. Was nun? Hatte das Experiment überhaupt nicht stattgefunden, so wie Richter L. schrieb? Hatte das Experiment zwar stattgefunden, aber Irlmaier versagt? Oder hatte es stattgefunden und Irlmaier recht behalten? Welche der drei Versionen stimmen? Diese Frage stellt jetzt der Autor Stephan Berndt, die oberste Korrifäe oder selbsternannte Korrifäe zu Irlmaier. Und was ist seine Antwort? Solche Ungereimtheiten begegnen einem im Falle Alois Irlmaier haufenweise. Solche Ungereimtheiten begegnen einem im Falle Alois Irlmaier haufenweise. Also, wenn wir nur diesen Satz nehmen, stellen wir schon mal fest, Es gibt eine ganze Menge Ungereimtheiten, die selbst der größte Irlmaier-Interpret feststellt. Und jetzt kommt natürlich die Wollte, allerdings, und ich kann sagen, Gott sei Dank, betrifft dies nicht Irlmaiers große oder weltpolitische Prophezeiung. Woher weiß er das jetzt, der Herr Stephan Berndt?

Eli

Weiß ich auch nicht. Tanja aus Gelsenkirchen schickt mir gerade diese Stelle in dem Video von Stephan Berndt. Das ist ja diese Koryphäe, von der du gerade sprichst. Ich spiel's mal ab.

Gast

...kulturell ausstrahlt und so ein Inspirationsraum wird für andere Europäer. Das heißt also, Deutschland scheint da irgendwie sich auf einem kulturellen Niveau wiederzufinden, wie sagen wir, Mitte des 18. Jahrhunderts.

Eli

Rechts Flavio von Wildsleben. Links der Herr Berndt. Und ich hab keine Ahnung, was der Kontext ist. Es wurde mir genau mit diesem Timestamp geschickt, mit den Worten, Nahostsache. Die Nahostsache. Das würde ja passen in puncto, dass es irgendeine Aussage gibt zum Nahen Osten, wie geostrategisch irgendjemand etwas ... Oder Irlmaier hat das eben einordnet. Das erkenn ich jetzt hier an dieser Stelle nicht. Die Stelle ist unerheblich, wird mir grade geschrieben. Ich hätt's vielleicht grade ganz relevant gefunden. Lassen wir das. Ich denke, man kann festhalten, der Stephan Berndt auf der linken Seite macht weiter Werbung für seine Interpretation der angeblichen geopolitischen, geostrategischen Meta-Aussagen von Irlmaier. Aber du sagst, dem sollte man nicht trauen, schon allein, weil man nicht wissen kann, ob der jemals richtig gelegen hat mit dem roten Kleid. Ist das korrekt, Uwe?

Uwe

Ich sage nur, wenn wir dem Herrn Stephan Berndt glauben, und das tun wir jetzt erstmal ganz unbefangen, dann ist schon mal eins klar, der selbst sagt ja, dass die Geschichte mit dem Kleid nicht ganz rund ist, so wie viele andere Sachen auch. Und das sollte uns doch dann schon mal grundsätzlich so ein bisschen vorsichtig und kritisch stimmen, wenn also der größte Interpret selber sagt, solche Ungereimtheiten begegnen einem im Falle Alois Irlmaier haufenweise. Also das bedeutet, was ist denn die Ungereimtheit? Die Ungereimtheit ist, dass etwas behauptet wurde, nämlich dass es in einem Gerichtssaal etwas gesagt und getan wurde und nachher heißt es, das ist doch nicht so gewesen. Also sind die Ungereimtheiten so zu verstehen, dass es auch noch andere Dinge gibt, die angeblich der Herr Irlmaier gesagt oder getan hat, die er aber nicht gesagt oder getan hat. Das ist das, was ungereimt ist. Also wenn das die Erkenntnis eines 30-jährigen Forschers ist, dann müssen wir doch schlichtweg vorsichtig sein und dürfen nicht blind glauben, wenn irgendjemand sagt, das hat er bei Irlmaier gesagt.

Eli

Okay, wobei, wenn das ein 30-jähriger Forscher ist, dann bin ich der Kaiser von China. Also man sieht schon, wie wissenschaftlich der arbeitet. Gut, lieber Uwe, wir wollten ja eigentlich nur ein Beispiel machen. Stattdessen hast du uns drei mit auf den Weg gegeben. Den Rest lagern wir jetzt in den Bonusteil aus.

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Quellenkritische Einordnung der Alois-Irlmaier-Überlieferung: Im Gespräch zwischen Eli und Uwe Loose geht es nicht um Glauben, sondern um die Frage, was von den überlieferten Prophezeiungen methodisch überhaupt belastbar ist.

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