Briefwahl Sachsen-Anhalt: Hat sie die AfD-Mehrheit gekippt?16.09.2026
Abschrift
Abschrift des Videos vom 16.09.202638 Abschnitte
Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.
Nächsten Sonntag sind in zwei Bundesländern schon wieder Landtagswahlen und manch einer fragt sich, ob es dort dann ja auch so merkwürdige Ergebnisse bei der Briefwahl geben wird. Denn an der Wahlurne holte die AfD in Sachsen-Anhalt die absolute Mehrheit. Bei der Briefwahl kam sie nicht einmal auf die Hälfte davon. Und seit dem letzten Wahlabend, also in Sachsen-Anhalt, laufen eben diese Zahlen durch alle Netzwerke und fast jeder zieht daraus den falschen Schluss. Die einen lesen eben zu viel hinein und die anderen wollen gar nicht erst richtig hinsehen.
Ich habe mir zwischenzeitlich mal die Mühe gemacht, das Ganze ja mal genau mathematisch aufzudröseln und zu verstehen, was da eigentlich gelaufen ist und habe das mal versucht nachzurechnen und zwar anhand der amtlichen Rohdaten. Wahlbezirk für Wahlbezirk. Und was dabei herauskommt, wird den einen oder anderen ja im Grunde genommen beide Seiten überraschen und vielleicht sogar auch ein bisschen wehtun.
Also schauen wir uns erstmal die Ordnung an. Das heißt die Systematik. Und dafür brauchen wir nur drei Fragen und nicht mehr. Erstens, stimmen diese Zahlen, die uns mitgeteilt wurden, überhaupt? überhaupt? Zweitens, hat die Briefwahl der AfD tatsächlich die Alleinregierung gekostet? Und drittens, die Frage, um die es wirklich geht, war da Manipulation im Spiel? Auf jede dieser drei Fragen gibt es eine Antwort mit konkreten Zahlen dahinter und eine davon wird Sie überraschen.
Kommen wir zur wichtigsten Vorfrage. Sie wohnen nicht in Sachsen-Anhalt, trotzdem geht Sie das Und zwar aus drei Gründen. Der erste, die Briefwahl ist ja längst die Normalform. Denn bei der Bundestagswahl 2025 hat jeder Dritte, jeder Dritte per Brief gewählt. In Bayern sogar mehr als die Hälfte. Und der zweite Grund, das ist natürlich, dass jetzt am 20. September ja genauso in zwei Bundesländern gewählt wird, in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin. Das heißt, wenn Sie dort wohnen, liegen Ihre Wahlunterlagen wahrscheinlich schon längst auf dem Tisch oder Sie haben sie auch schon gegeben.
geben. Und der dritte Grund ist, die Rechnung, die gleich kommt, gilt in jedem Bundesland, nicht nur in Sachsen-Anhalt. Und lassen uns das mal vergegenwärtigen. Stellen Sie sich das mal vor wie bei Währung, ein Umrechnungskurs. Das Verfahren bleibt immer gleich, nur die Zahl, die dahinter rauskommt, die wechselt immer. Bei Währung schwankt dieser Kurs natürlich einigermaßen, aber bei politischen Wahlen eher wenig.
Denn bei den letzten Wahlen lag er jedes Mal ähnlich. Und das werden wir uns gleich mal genauer angucken. Und das ist eben keine Nachricht, die nur ein Bundesland betrifft, sondern eine Rechenregel für jede Wahl, die noch kommen wird. So und damit kommen wir auch gleich zur ersten Frage. Der Beitrag, der ja unmittelbar schon nach der Wahl kursierte, behauptete, die AfD hätte an der Urne 51,2% und per Briefwahl 24,3%. Das heißt also der Briefwahlanteil sei 27% gewesen.
Ich habe das mal nachgerechnet und alle drei Zahlen stimmen auf die Nachkommastelle. Wir warten auf das Endergebnis, was dann am 22. September kommt, aber im Prinzip ist das richtig. Und jetzt die erste Überraschung. Enthüllt werden musste da eigentlich nichts, denn die Zahlen standen schlichtweg so in der amtlichen Ergebnisdatei. Warum? Ja, weil das eben wie ein reparater Raum neben dem Wahllokal ist, in dem eben gewählt wird. Nur, dass eben dort nicht gewählt, sondern gezählt wird. Und das ist dann eben meist zentral für die ganze Gemeinde.
Und weil dieser Raum eben getrennt zählt, steht dann logischerweise eben auch getrennt in der Datendatei drin. Und anders als behauptet, ist das hier eben kein Daten-Lag. So hieß es ja am Anfang nach dem Motto, das ist eine ganz neue Information. Das war es nicht. Es ist schlichtweg einfach nur die Mitteilung amtlicher Daten. Nicht mehr und nicht weniger. So, aber warum habe ich trotzdem selbst gerechnet? Sie wissen ja, ich war jahrzehntelang Sachverständiger.
So, und eins habe ich dort gelernt. Eine Zahl, die man nicht selber geprüft hat, ist im Streit nichts wert. Also Vertrauen ist gut, Selbstkontrolle ist besser. So, war jetzt das Ergebnis dort mit dem Briefwahlanteil der AfD ein örtlicher Ausrutscher? Nein. In 41 von 41 Wahlkreisen liegt die AfD an der Urne vorn. Der kleinste Abstand rund 16 Punkte, der größte fast 31 Punkte. Und damit wäre die erste Frage beantwortet und zwar zugunsten der Kritiker.
Die Zahlen stimmen. Punkt aus. Basta. Aber nun zur zweiten Frage. Und hier gebe ich dem Vorwurf mehr Recht, als er selbst behauptet. Warum? Warum? Rechnen wir das Ergebnis doch einmal ohne die Briefstimmen. Was würde denn da rauskommen? So rechnen wir das mal durch mit dem selben Sitzverfahren. So, die AfD hat ja 39 Sitze. Nur mit den Urnenstimmen wären es 45 gewesen.
Und die Mehrheit im Landtag liegt bei 42. Okay, so jetzt lassen wir das mal stehen. 45 gegen 42. Das heißt, die AfD hätte also durchaus alleine regieren können. Und nun kommt es aber, wer sagt, die Briefwahl habe den Aufschlag gegeben, hat rein rechnerisch betrachtet recht. Das ist also insofern keine Unterstellung, sondern es ist eine mathematische Tatsache. Und die entspricht sogar auch meiner eigenen Nachrechnung ziemlich genau.
Aber diese Rechnung hat auch eine gewisse Grenze. und in gewisser Weise ist diese Grenze sogar wichtiger als die Rechnung selbst. Also stellen Sie sich im Vergleich mal eine Kassenabrechnung am Abend vor. Diese Kassenabrechnung sagt Ihnen sehr genau, welcher Artikel am Tag wie viel eingebracht hat, also wie oft dieser Artikel verkauft wurde und zu welchem Preis. Nur sagt Ihnen diese Kassenabrechnung nicht, dass die Kunden ohne diesen Artikel gekauft hätten.
Wie viele waren es denn? Hier bei der Wahl waren es 363.751 Menschen. Also ein Teil davon wäre sonst zur Urne gegangen, ein anderer gar nicht. Aber was genau und wie viel genau, das weiß stichweg niemand. Der Satz lautet also insofern ein wenig anders. Nämlich man muss sagen, so hat sich der Briefwahlkanal in diesem Ergebnis ausgewirkt. Aber man darf nicht sagen, so sähe eine Wahl ohne den Briefwahlkanal aus.
Und damit kommen wir auch schon zur dritten Frage der Eigentlichen. Also meine Antwort nach allem, was messbar ist, ist eben, also hat da Manipulation stattgefunden, ein klares Nein. Und das stärkste Argument dagegen ist ausgerechnet genau diese Lücke, die kritisiert wird, selbst. Denn, das ist das Interessante, diese Lücke ist überhaupt gar nicht neu. Ja, da staunen Sie, ne? Und ich werde Ihnen das auch belegen, denn ich habe dafür sechs verschiedene Erhebungen nebeneinander gelegt.
Und zwar drei Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, die Bundestagswahl 2025 auch in Sachsen-Anhalt und zwei Bundestagswahlen im Bund. Und was war das Ergebnis? 2016 holte die AfD per Brief noch rund 73% ihres Urnenwerts, aber in allen fünf Erhebungen seither, also nach 2016, liegt der Wert immer zwischen 47 und 53%. Landtagswahl wie Bundestagswahl, also Land wie Bund.
So, und was man aber dazu sagen muss, was es nicht ist, ist es kein Naturgesetz und natürlich auch keine Vorhersage. Warum? Weil sechs Erhebungen eben viel zu wenig sind und vor allen Dingen der erste Wert in 2016 zeigt, dass sich der Wert auch ändern kann. Aber diese sechs Erhebungen zeigen etwas, vielleicht etwas viel Bescheideneres, das für unsere Frage aber trotzdem entscheidend ist.
Warum? Weil die Lücke von 2026 ist keine Neuerscheinung, sondern etwas, was quasi schon bekannt war. Nur, warum sieht die Lücke dann eigentlich so viel größer aus? Das Einfache ist, weil sie in Prozentpunkten gemessen wird. Und damit man sich das einfacher vorstellen kann, denken Sie mal an jemanden, der in einer Gastronomie ein Trinkgeld gibt. Wer immer 10% gibt, lässt bei einer doppelt so hohen Rechnung logischerweise doppelt so viel auf dem Tisch liegen. Das heißt, in Euro hat sich zwar der Abstand verdoppelt, aber tatsächlich ist dieser Trinkgeldgeber in keiner Weise Großführer geworden.
Ja, also er hat immer nur 10 Prozent gespendet. Und bei der Wahl ist das genauso. 2021 lag die AfD an der Urne bei 24,6 Prozent. Halbiert sind das also rund 12 Punkte Abstand. 2026 liegt sie bei 51,2 Prozent und dieselbe Halbierung ergibt fast 27 Punkte. Also gewachsen ist also nicht die Die Verzerrung, sondern was ist gewachsen? Pflichtweg die Größe der Partei, sprich die Zustimmung zur Partei.
Und dann kann man noch die Kontrollrechnung machen, die für mich letztendlich den Ausschlag gegeben hat. Und wie geht das? Ich habe das Verhältnis von 2021 genommen und damit ausgerechnet, wie groß im Vergleich die Lücke 2026 sein müsste bzw. zu erwarten wäre. 26,80 Punkte. Was wurde gemessen? 26,93 Punkte.
Also ein minimaler Unterschied. Es ist keine Vorhersage, aber diese Rechnung prüft, ob sich zwischen diesen zwei Wahlen irgendetwas verschoben hat. Und die Antwort lautet, nichts. Es hat sich nichts verschoben. Hätte 2026 am Briefkanal wirklich einer gedreht, dann müsste dort doch ein Sprung stehen, nicht wahr? Aber ein solcher Sprung ist nicht da. Ja, und man muss natürlich auch sagen, okay, was genau misst denn diese Rechnung überhaupt?
Sie misst ja lediglich die Veränderung, aber nicht den Zustand. Also man kann mit dieser Rechnung nicht zeigen, dass vielleicht schon 2021 etwas nicht gestimmt hätte. Also das kann man aus dieser Rechnung nicht sagen. Aber was spricht noch dafür? Der Effekt trifft ja nicht nur einen Gewinner, sondern alle sechs Fraktionsparteien, also quasi die Anti-AfD-Parteien, so möchte ich das mal sagen, schneiden per Brief besser ab als an der Urne. Keine einzige schlechter.
Ein manipulierter Kanal sähe doch vermutlich ganz anders aus. Und auf der Gegenseite? Was sagt denn die kritische Seite? Deren Lieblingserklärung taugt ja auch nicht wirklich viel, denn es heißt, das liege am Alter. Also gerechnet erklärt also jetzt der Alterseffekt aber nur 9% der Lücke. Und damit hat der Beitrag, der viel rumgereicht wurde, natürlich auch recht, wenn er sagt, die Demografie erklärt das eben nicht. Das stimmt. Nur, weil das stimmt, folgt daraus noch lange nicht, was dann einige daraus gemacht haben.
Denn denken Sie daran, grundsätzlich gilt, wenn eine Erklärung ausfällt, heißt das nicht, dass irgendeine andere bewiesen ist, nur dass die erste nichts taugt. Und die restlichen guten 90% der Lücke stecken sozusagen innerhalb jeder Altersgruppe, also bei den Jungen wie bei den Alten. Das heißt, nicht die Bevölkerung unterscheidet sich, sondern die Entscheidung für die Art des Wahlkanals, also ob Briefwahl oder Urnenwahl.
Und die passendste Erklärung ist leider für beide Seiten unangenehm, denn der Wert sackte genau ab, als dann mal die Kampagne gegen die Briefwahl einsetzte, denn wer die Briefwahl für unsicher hält, der geht eben zur Urne. Und was passiert damit? Damit erzeugt diese Warnung, gehe auf keinen Fall zu Briefwahl, nur zu Urne. Genau diese Warnung erzeugt nachher die Zahl,
die hinterher als Beweis für diese Warnung dient. Bewiesen ist das natürlich nicht. Das kann man nicht. Aber zumindest ist es eine der plausibelsten Erklärungen. Dennoch bleibt ein harter Einwand. Denn aus all dem kann man objektiv eine Manipulation doch nicht ausschließen, oder? Genau. Aber was können wir machen? Wir können das einfach mal durchrechnen. Und zwar wie?
Fragen wir uns mal, wie viele Stimmen hätten denn anders lauten müssen, damit die AfD im Briefwahlkanal auf ihr Urnenniveau kommt. Sie hätte gebraucht 97.425 Stimmen. Das sind 26,9% aller Briefstimmen. Das ist nun viel oder wenig. Ohne Maßstab lässt sich das schlecht beurteilen. Also lassen Sie uns mal nachdenken oder mal in der Geschichte nachgucken.
Der größte nachgewiesene Briefwahlbetrug in der Bundesrepublik war in Dachau 2002. Worum ging es da? Um einen Stadtrat, 466 manipulierte Unterlagen, die Wahl wurde für ungültig erklärt. 466 gegen 97.425, das ist ja der Faktor 209. Gut, die Zahl alleine sagt natürlich noch wenig, weil entscheidend ist ja die Verteilung. Und jetzt wird es ja interessant. Denn die Briefstimmen Sachsen-Anhalt werden in über 500, ich glaube 511 getrennten Bezirken ausgezählt. Das heißt, rein rechnerisch kämen auf jeden Auszählungsbezirk im Schnitt 191 verfälschte Stimmen. Gleichzeitig und überall.
all. Und könnte das gehen? Wer zählt da eigentlich raus? Ja, ein Wahlvorstand. Wer ist das? Fünf bis neun Nachbarn, die ein Ehrenamt für einen Tag haben, die sich gegenseitig auf die Finger schauen. Hier müsste man sich also vorstellen, dass es 511 solcher Tische wären, an denen niemandem etwas aufgefallen wäre? Und wie klein sind die realen Fälle eigentlich dagegen? gegen. Was gab es denn noch? Denn nach 2014, worum ging es da? 300 gefälschte Vollmachten.
Was gab es dafür? Zwei Jahre und sechs Monate Haft. Seit 2002 sind insgesamt bundesweit sechs Fälle aktenkundig und jeder davon ist aufgeflogen. So, und wie ging das nun mal? Denken Sie mal zum Vergleich an einen Haustürschlüssel. Wer den hat, kommt eben ins Gebäude rein. Und in allen sechs Fällen hatte der Täter so einen Schlüssel. Der Täter war entweder Stadtrat oder Bürgermeister oder Heimbetreiber.
Aber es hat natürlich mit dem Schlüssel und den Wahlen noch einen gewissen Unterschied. In einem Einbruch ist die Geschichte mit dem Einbruch beendet, aber bei der Wahl eben nicht. Denn am Ende muss ja die Zahl der Wahlscheine zur Zahl der Stimmzettel passen. Und genau daran ist jeder Betrugsversuch bisher gescheitert. Und damit ist auch die dritte Frage beantwortet, zumindest soweit es geht. Eine Manipulation dieser Größenordnung ist nach allem Messbaren nicht geschehen.
Das ist allerdings etwas anderes, als zu sagen, eine Wahlmanipulation ist ausgeschlossen. Nur, ein Negativbeweis, dass etwas nicht passiert ist, den kann niemand führen. Nicht. Aber was ich Ihnen geben kann, ist eben die Größenordnung. So, halten wir also einfach mal fest in drei Sätzen, was wir hier jetzt gewonnen haben. Erstens, ja, der Briefkanal hat die AfD, die Alleinregierung, gekostet.
Sie hat nur 39 Sitze erhalten statt 45 und hätte 42 für die Mehrheit gebraucht. Zweitens, nein, Manipulation war das nach allem Messbaren nicht. Nicht dieselbe Abstandslücke gab es 2021 auch schon und eine Fälschung hätte 97.425 Stimmen an 511 Tischen gleichzeitig gebraucht. Und drittens, wenn die Stelle, wenn da wirklich etwas schief geht, sie kommt in dem ganzen Breit, ja, Pro und Contra überhaupt gar nicht vor.
Und wo liegt die? Diese Stelle heißt schlichtweg Organisation. Und was meine ich damit? Am 26. September 2021 wurde ja in Berlin gewählt. Und gut ein Jahr später hat der Verfassungsgerichtshof diese Wahl vollständig für ungültig geklärt. Das heißt, das war die einzige Landeswahl der der Bundesrepublik, in der das je passiert ist.
So, und jetzt hören Sie mal, was genau das Landesverfassungsgericht wörtlich geschrieben hat bezüglich der Wahlfehler, worin sie bestünden hätten. Zitat, nämlich, nicht in Wahlfälschungen oder anderen Manipulationen, sondern in schweren systemischen Mängeln der Wahlvorbereitung. Und was heißt systemische Mängel der Wahlvorbereitung? Falsch sortierte Stimmzettel, Warteschlangen bis nach 18 Uhr, 1795 umverteilte Wahlbriefe, betroffen bis zu 30.138 Stimmabgaben.
Das heißt, der größte Fälschungsfall der Bundesrepublik brachte es eben nur auf 466 in der Zahl und wird von diesem Organisationsmangel um mehr als das 60-fache übertroffen. Und jetzt stellen Sie sich das mal vor, wie bei einem Einbruch in einem Haus. Was kostet sie denn? Ja, der Einbrecher kostet sie das Silber, sozusagen das Geld. Mitten sie aber einen Rohrbruch, kann es das ganze Haus kosten.
Nur ist das Rohrbruch eben ein Unglück. Um was in Berlin passiert ist, war insofern eine Verantwortung mit Namen und Personen im Amt. Wer hat nun also Recht? Im Grunde keiner so ganz. Denn wer sagt, mit der Briefwahl sei noch nie etwas passiert, der widerspricht eben mehreren, ist jetzt schon fünf rechtskräftigen Urteilen. Und wer sagt, damit lasse sich eine Landtagswahl drehen, der hat einfach die Größenordnung nie richtig nachgerechnet und verstanden, wie viel man dort drehen müsste.
Andererseits, Misstrauen gegen ein Wahlverfahren ist ja kein Makel. Denn ohne Misstrauen gibt es ja überhaupt gar keine Kontrolle. Also insofern, Misstrauen ist in Ordnung. Aber Misstrauen muss auch die richtige Stelle treffen. Und vielleicht noch ein Letztes, was man ehrlicherweise sagen muss, alle Zahlen stammen bisher aus dem vorläufigen Ergebnis und das Endergebnis wird ja erst in einer Woche, heute haben wir den 16., ich glaube am 22. oder 23. September kommt das, aber an der Größenordnung ändert sich ja eigentlich nichts.
Ja, das heißt bestenfalls an der zweiten Nachkommastelle. Ja, da vielleicht schon, aber das ist ja eine Bagatelle. Was aber, das ist jetzt meine Frage an Sie, was ist für Sie eigentlich relevanter und wichtiger, dass der Briefkanal eine Alleinregierung der AfD verhindert hat oder dass es zufälligerweise genau diese Lücke bei der letzten Landtagswahl auch schon gab? Schreibt es doch einfach mal unten in die Kommentare. Bis zum nächsten Mal. Die Welt Klar Sehen. Orientierung in bewegten Zeiten.
Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Briefwahl Sachsen-Anhalt: Hat sie die AfD-Mehrheit gekippt?“, Die Welt Klar Sehen, 16.09.2026.
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Analysevideo zur Diskrepanz zwischen Urnen- und Briefwahl bei der Landtagswahl Sachsen-Anhalt am 06.09.2026. Eigene Nachrechnung der amtlichen Wahlbezirksdaten entlang drei Fragen: Stimmen die kursierenden Zahlen? Hat der Briefkanal der AfD die Alleinregierung gekostet? War das Manipulation? Ergebnis: Die Zahlen stimmen, der Briefkanal hat rechnerisch die Alleinregierung gekostet, eine Manipulation in relevanter Größenordnung ist nach allem Messbaren nicht erfolgt.
