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Kerkeling und das AfD-Verbot | Wozu saß er im Landtag?02.10.2026

die Linke DIE WELT KLAR SEHEN AfD-SYMPTOM

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Abschrift des Videos vom 02.10.202652 Abschnitte

Der Text hält den Kenntnisstand dieses Tages fest, nicht den von heute. Er wurde maschinell aus der Tonspur erstellt; maßgeblich bleibt das gesprochene Wort im Video.

Am Mittwochabend saß im Thüringer Landtag ein Mann, den fast jeder in Deutschland kennt, Hape Kerkeling. Entertainer, Autor, ein vertrautes Gesicht aus dem Fernsehen. Er war geladen, um Abgeordneten bei einer der schwersten Fragen zu helfen, die ein Parlament stellen kann. Soll man das Verbot einer Partei auf den Weg bringen? Über die AfD sagte Hape Kerkeling an diesem Abend, wer zu einem bestimmten Vorgang schweige, Zitat, ist man nachweislich kein Demokrat. Man bewegt sich nachweislich nicht auf den Boden unserer Verfassung. Und das ist ja keine Frage, die ein Jurist zu klären hat. Das kann eigentlich jeder verstehen. Zitat Ende.

Ende. Nachweislich sagt Hape Kerkeling und ohne Juristen. Und worauf stützt sich dieses Nachweis nicht? Und wozu saß der Entertainer überhaupt dort? Drei Fragen nehmen wir uns heute vor. Erstens, was ist eine Anhörung? Und was zählt dort die Meinung eines bekannten Mannes? Zweitens, warum lädt man ihn dann überhaupt ein? Und drittens, was wirft Hape Kerkeling der AfD vor? Und wie sieht es aus, wenn man denselben Maßstab an alle legt? Am Ende ziehe

ich Bilanz und die sage ich Ihnen offen als meine persönliche Einschätzung. Zunächst einmal, warum sollte sie das beschäftigen? Insgleich, wie sie zu dieser Partei AfD stehen. Weil hier etwas vorbereitet wird, das es in der Bundesrepublik erst zweimal gegeben hat. Das Verbot einer Partei. Das letzte liegt 70 Jahre zurück und diesmal träf es eine Partei, die in Sachsen-Anhalt schon wenige Wochen 43,79% der Zweitstimmen bekommen hat.

Stellen Sie sich ein Wahllokal in einer Dorfschule vor, in dem zehn Nachbarn nacheinander den Stimmzettel in die Urne werfen. Bei mehr als vier dieser zehn stünde das Kreuz dann bei einer Partei, die es nach dem Verbot nicht mehr gäbe. Allein in Sachsen-Anhalt waren das 575.971 Stimmen. Ob ein Verbot richtig oder falsch wäre, entscheidet dieses Wahllokal nicht. Es zeigt nur, wie viele Menschen ein Verbot unmittelbar berühren würde.

Klingt das weit weg? Die Sache ist näher, als viele glauben. Der Innenminister von Thüringen, Georg Maier von der SPD, sagte am selben Tag, Zitat, Zitat, im Bundesrat sortieren sich gerade Mehrheiten in Richtung eines möglichen Antrags auf ein AfD-Verbotsverfahren. Zitat Ende. Und weiter, so weit waren wir noch nie. Zitat Ende. Ende. Entscheiden würde am Ende allein das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe und zwar

nur, wenn sechs der acht Richter des zuständigen Senats zustimmen. Umso wichtiger ist, wer auf dem Weg dorthin was zu sagen hat. Damit zur ersten Frage. Was ist das eigentlich, eine Anhörung im Landtag? Die Linke hatte im Mai 2025 beantragt, die Thüringer Landesregierung solle sich im Bundesrat für ein Verbotsverfahren einsetzen. Einen Verbotsantrag stellen dürfen nur wer? Der

Bundestag, der Bundesrat oder die Bundesregierung. So steht es in § 43 des Gesetzes über das Bundesverfassungsgericht. Der Landtag kann also bitten, nicht beantragen. Über diesen Wesenantrag beriet der Justizausschuss und dafür lud der Ausschuss neun Leute ein. Wozu eigentlich? Das steht wiederum in der Geschäftsordnung des Landtags. Der Ausschuss darf Sachverständige anhören, Interessenvertreter und, so heißt es dort wörtlich, andere Auskunftspersonen.

Und der Ausschuss kann mit ihnen ins Gespräch gehen. Zitat, soweit dies der Klärung des Sachverhalts erforderlich scheint. Stellen Sie sich vor, die Gemeinde, in der Sie wohnen, plant eine Umgehungsstraße. Der Bauausschuss lädt dazu drei Leute ein. Ein Verkehrsplaner, ein Bodengutachter und Herrn Krause, der schon sein halbes Leben an der Kreuzung wohnt. Der Verkehrsplaner rechnet vor, wie viele Autos kommen werden.

Der Gutachter sagt, ob der Boden die Straße aushält. Und Herr Krause erzählt, wie laut es heute Nachts und ist. Alle drei sind wertvoll. Aber ob die Straße gebaut werden darf, das kann Herr Krause nicht beantworten. Und niemand im Ausschuss würde Herrn Krause danach fragen. Nur ist Herr Krause Anwohner. Und Herr Kerkeling war als Stimme der Gesellschaft geladen.

Die Rolle aber ist dieselbe. Hape Kerkeling gibt Auskunft, ein Gutachten. Was die Geladenen sagen, ist Material für die Abgeordneten und Abgeordneten tun am Ende die Abgeordneten selbst. Und was zählt nun von dem, was Hape Kerkeling gesagt hat? Die ehrlichste Antwort hat er darauf selbst gegeben, Zitat Also, ich bediere für ein Verbotsverfahren, das sage ich nicht als Jurist selbstverständlich,

sondern sage das als jemand aus der Zivilgesellschaft. Zitat Ende. Später neues Zitat. Ich bin jetzt nicht der Experte, das habe ich ja vorausgeschickt. Zitat Ende. Das ist redlich. Aber Kerkeling sagt damit sinngemäß selbst, was seine Aussage ist. Eine juristische Einschätzung, sondern die Meinung eines Bürgers. Eine ernst gemeinte Meinung, aber eben eine Meinung.

Rechtlich bindet diese Meinung niemanden. Und als Beweis taugt eine Meinung in Karlsruhe nicht. Denken Sie einmal an einen Verkehrsunfall, der vor Gericht landet. Ein Zeuge namens Herrn Bode sagt aus, der Fahrer war viel zu schnell, das hat doch jeder gesehen. Herr Bode mag Recht haben. Aber das Gericht verurteilt niemanden, weil Herr Bode sich sicher ist. Das Gericht lässt ein Gutachter die Bremsspur vermessen und erst die Bremsspur sagt, wie schnell der Wagen wirklich war.

Ein Bodes Eindruck wird an der Bremsspur gemessen, nicht umgekehrt. Genau so steht es mit einem Nachweislich, das jeder verstehen kann. Ob ein Antrag gestellt wird, entscheidet die Politik. Ob eine Partei verboten wird, entscheiden allein Richter in Karlsruhe und die fragen nach Belegen. Darauf folgt nicht, dass Hape Kerkeling falsch liegt. Auch Herr Bode kann richtig gesehen haben.

Beweisen kann Herr Bode es trotzdem nicht. Woran misst Karlsruhe? Das Grundgesetz nennt unter anderem die Parteien verfassungswidrig, die nach ihren Zielen oder nach dem Verhalten ihrer Anhänger, ich zitiere, darauf ausgehen, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu beeinträchtigen oder zu beseitigen, Zitat Ende.

Gemeint sind damit die Grundregeln, ohne die keine Demokratie funktioniert. Die Würde jedes einzelnen Menschen, freie Wahlen und Gerichte, die niemandem gehorchen müssen Und darauf ausgehen heißt nicht bloß etwas denken, sondern planvoll darauf hinarbeiten. Herr Karpke-Kerkeling sagte über die AfD, Zitat, Allein ihre beschönigende Haltung gegenüber der NS-Diktatur macht sie in meinen Augen verfassungswidrig.

Achten Sie auf das Wort allein. Nein, im NPD-Urteil von 2017 steht dazu ein eigener Leitsatz, ich zitiere, die Wesensverwandtschaft einer Partei mit dem Nationalsozialismus rechtfertigt für sich genommen, die Anordnung eines Parteiverbots nicht. Allerdings kommt ihr erhebliche indizielle Bedeutung hinsichtlich der Verfolgung verfassungsfeindlicher Ziele zu.

Zitat Ende. Hören Sie den Unterschied? Kerkeling sagt allein und Karlsruhe sagt für sich genommen nicht. Dazu kommt, beschönigen ist noch keine Wesensverwandtschaft, damit kein Missverständnis entsteht. Bedeutungslos ist der Bezug zum Nationalsozialismus keineswegs. Dieser Bezug ist ein Hinweis und zwar ein gewichtiger. Ohne Gewicht ist allein Kerkelings Urteil als Beweismittel. Und worauf stützt sich das nachweislich vom Anfang?

Unmittelbar davor sprach Kerkeling über die Nähe der AfD zu Russland und sagte, Zitat, Wir hatten 50.000 nordkoreanische Soldaten, die in Europa eingefallen sind. Dazu habe ich nichts gehört von der AfD. Zitat Ende. Wer dazu schweige, sei nachweislich kein Demokrat. Stimmt das? Dass nordkoreanische Soldaten auf russischer Seite eingesetzt sind, stimmt. Die Zahl und das Wort eingefallen stimmen nicht.

Kurz vor der Anhörung schrieb der ukrainische Präsident Zelensky auf der Plattform X von mehr als 8.000 nordkoreanischen Soldaten auf russischem Gebiet und von 10.000 weiteren, die folgen sollen. Die 50.000 sind die Obergrenze einer älteren Ankündigung Zelenskys vom August und auch dort ist von russischem Gebiet die Rede. Nach all diesen Quellen stehen die Soldaten in Russland. Eingefallen sind sie nach keiner davon. Das Nachweislich ruht also neben dem allgemeinen Hinweis auf die Kooperation der AfD mit Russland auf zweierlei.

Auf etwas, das Hape Kerkeling nach eigenen Worten nicht gehört hat und auf einer Zahl, die so nicht stimmt. Jedem rutscht einmal eine falsche Zahl raus. Aber in der ganzen Fragerunde hat niemand im Saal diese Zahl korrigiert. Auch das gehört zu einer Anhörung. Was dort gesagt wird, wird nicht sofort geprüft.

Damit zur zweiten Frage. Wenn Hape Kerkeling nach eigener Aussage nicht als Jurist spricht, wozu saß er dann dort? Benannt hat ihn die Linke, die auch den Antrag gestellt hat. Ihre Abgeordnete Katharina König-Preuss hat es begründet, er sei der Linken wichtig gewesen, nicht nur Verfassungsrechtler anzuhören, sondern auch eine Stimme aus der Zivilgesellschaft.

Vorher hatte die Abgeordnete als Ziel der Anhörung genannt, Zitat, die Debatte zu versachlichen und die rechtlichen Voraussetzungen und gesellschaftlichen Folgen verantwortungsvoll zu prüfen, Zitat Ende. Deutlicher wurde Christian Schaft, der Fraktionschef der Linken. Zur Einladung sagte er, es ist eine gesellschaftspolitische Debatte, deswegen muss das auch prominent diskutiert werden. Dazu verwies er auf die deutlichen Worte, die Hape Kerkeling beim Gedenken an die Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwalds gefunden hatte.

Und Hape Kerkelings eigener Antrieb ebenfalls belegt. Sein Großvater verteilte 1933 Flugblätter gegen das Regime, saß insgesamt zwölf Jahre in Haft und ab 1942 im Konzentrationslager Buchenwald. Hape Kerkeling hat im Saal selbst davon erzählt. Und diese Geschichte gibt, so sehe ich das, jedem seiner Sätze moralisches Gewicht.

Was sich Georg Maier davon versprach, sagte der Innenminister selbst. Georg Maier sagte zu Hape Kerkeling, Zitat, Deswegen finde ich es außerordentlich gut, dass Sie heute hier sind, weil Sie eben kein Jurist sind und auch kein Politiker. Zitat Ende. Und dann fragte er, wie kann es gelingen, dass wir diese Debatte nicht ausschließlich juristisch führen, sondern dass wir auch dazu kommen, dass sich die Menschen intensiver damit beschäftigen.

Zitat Ende. Später sagte Georg Maier, Hape Kerkeling könne den Menschen aufgrund seiner Bekanntheit Orientierung geben. Und Hape Kerkeling sagte, vom heutigen Tag gehe ein sehr starker Impuls aus, der sehr viele Menschen erreiche. Die AfD-Fraktion dagegen verzichtete darauf, ihm Fragen zu stellen, mit der Begründung, er sei kein Experte und sprach von einem politischen Verfahren.

Stellen Sie sich einen Werbespot im Fernsehen vor. Ein beliebter Schauspieler hält eine Tube Zahnpasta in die Kamera und sagt, diese Zahnpasta benutze er seit Jahren. Niemand hält den Schauspieler deshalb für einen Zahnarzt. Der Schauspieler steht dort nicht wegen seines Wissens über Zähne, sondern weil das Publikum dem bekannten Gesicht zuhört. Die Bekanntheit, das ist die Botschaft.

Nur verkauft Werbung ein Produkt und jeder weiß, dass es Werbung ist. Eine Anhörung hingegen soll eine Entscheidung vorbereiten und genau dort wird es heikel, wenn sie nach demselben Muster wirbt. Und was hat die Öffentlichkeit daraus gemacht? Ich habe die Überschriften rund um diese Anhörung aus der Zeit vom 28.09. bis 2.10. gezählt, die die Nachrichtensuche von Google zu drei Suchbegriffen anzeigt. Insgesamt waren das 95.

In 51 davon ging es um Hape Kerkeling, 50 nannten ihn beim Namen, 14 davon schon vor seinem Auftritt. Mit der eigentlichen Frage, ob die Belege für ein Verbot reichen, befassen sich gerade einmal zwei. Ein Abgeordneter im Saal hat das selbst angesprochen. Der Abgeordnete habe der Einladung Zwiegespalten gegenübergestanden und zutiefst bedauert, dass schon die Benennung von der Presse und von Verfahrensgegnern genutzt worden sei, um das Verfahren in Misskredit zu bringen.

Dann verteidigte der Abgeordnete die Einladung. Juristen vergessen gerne, dass es auch andere Menschen gäbe, die mit den Entscheidungen leben müssten. Das ist das stärkste Argument für diesen Auftritt. Und es verdient eine Antwort. Ja, die Betroffenen sollen gehört werden. Aber dann als das, was sie sind. Als Betroffene, nicht als Kronzeugen für ein Nachweislich.

Und was folgt daraus? Das Wort Galleonsfigur hat die Linke nicht benutzt. Muss sie das ausdrücklich sagen? Nein, die Fakten sprechen für sich. Die Linke hat den Antrag gestellt. Sie will das Verbotsverfahren. Ihr Fraktionschef wollte die Debatte ausdrücklich prominent führen und verwies dazu auf Hape Kerkelings Worte in Buchenwald. Das ZDF schrieb, am Mittwoch geht es der Linken vor allem um Öffentlichkeit.

Darum die schweelende Diskussion, um ein AfD-Verbot wieder anzufeuern. Zitat Ende. Neben einer Juristin hat die Linke Hape Kerkeling benannt. Unter den neun Geladenen der einzige, der kein Jurist ist. Ein Prominenter aus dem Fernsehen mit einer bewegenden Familiengeschichte. Der Innenminister, ein Sozialdemokrat, findet es ausdrücklich gut, dass er kein Jurist ist und setzt auf seine Bekanntheit.

Und am Ende gelten 51 von 95 Überschriften ihm. Daraus ziehe ich einen klaren Schluss. Die Linke hat Karpel-Kerkeling als Galleonsfigur benannt, als medialen Multiplikator für ihr eigenes Ziel, ein Verbotsverfahren gegen die AfD in Gang zu bringen. Das ist kein Zitat der Linken. Das ist mein Schluss aus diesen Fakten. Und Sie können ihn an jeder Einzelnen davon überprüfen.

Ich nenne das deshalb beim Namen. Das war keine Auskunft zur Sachfrage. Das war Propaganda gegen die AfD. Propaganda nicht als Schimpfwort, sondern im eigentlichen Sinn. Das gezielte Verbreiten einer Überzeugung mit dem Mittel, das am weitesten reicht. Einem bekannten Gesicht. Damit zur dritten Frage. Was hat Hape Kerkeling der AfD an diesem Abend eigentlich vorgeworfen? Vieles. Einer der Vorwürfe betrifft die Meinungsfreiheit. Zitat, die AfD pocht vor allem immer auf die eigene Meinungsfreiheit.

Wenn diese Partei von Meinungsfreiheit spricht, dann meint sie eigentlich Narrenfreiheit. Und die gewährt unser Grundgesetz nicht. Zitat Ende. Über CDU und Linke im Thüringer Landtag sagt er, sie spielen nach parlamentarischen Regeln. Sie verachten sich nicht. Zitat Ende. Und die AfD nannte eine Partei, die so wörtlich Parteien verjagen will.

Weil, legen wir diesen Maßstab einmal an alle an. Was Hape Kerkeling mit verjagen meint, sagt er nicht. Was er selbst will, sagt er sehr deutlich. Über die AfD sagt er im selben Atemzug, dieser Verein, lassen Sie mich das so formulieren, nichts im deutschen Parlamentarismus verloren hat. Zitat Ende. Und H.P. Kerkeling plädiert für ein Verbotsverfahren. Auf die Frage des Innenministers, ob man die AfD mit Argumenten bekämpfen könne oder der Schritt vors Verfassungsgericht nötig sei, sagte er,

Zitat, eine Partei, die sich ganz offensichtlich zum Ziel gesetzt hat, das parlamentarische System von innen heraus zu zerstören, ist, glaube ich, mit Argumenten nicht mehr wirklich beizukommen. Zitat Ende. Der Unterschied ist erheblich. Hier entscheidet ein Gericht nach dem Grundgesetz. Und das Grundgesetz sieht ein solches Verbot ausdrücklich vor.

Das Ziel aber, das Hape Kerkeling selbst ausspricht, heißt, diese Partei soll aus dem Parlament verschwinden, denn mit Argumenten sei ihr, so glaubt er, nicht mehr beizukommen. Und wie steht es mit den Spielregeln? Im Vorstand des Thüringer Landtags sind laut Landtag seit dem 10. September drei von fünf Posten besetzt. Der Präsident und zwei Vizepräsidenten von der Linken und von der SPD.

Drei sind der Platz der AfD und seit dem 9. September der Platz der aufgelösten BSW-Fraktion, deren Vizepräsident nach Angaben der AfD-Fraktion zurück trat. Die Kandidaten der AfD für ihren Platz sind bisher gescheitert. Im Frühjahr war er schon über ein Jahr leer. Im Bundestag war es von 2017 an dasselbe. Obwohl die damalige Geschäftsordnung sagte, Zitat,

Jede Fraktion des Deutschen Bundestages ist durch mindestens einen Vizepräsidenten oder eine Vizepräsidentin im Präsidium fit vertreten. Zitat Ende. Im März 2025 bekam ihr Kandidat Gerald Otten in drei Wahlgängen zwischen 184 und 190 Stimmen. In den ersten beiden wären 316 nötig gewesen. Nach Zählung des ZDF war das seit 2017 der 27. erfolglose Versuch.

Die heute geltende Geschäftsordnung sagt nur noch, jede Fraktion sei, Zitat, mindestens für ein Amt zu berücksichtigen. Zitat Ende. Ist das rechtswidrig? Für den Bundestag hat Karlsruhe entschieden, weil vor dem Bundesverfassungsgericht blieb die AfD damit ohne Erfolg. Dort heißt es im Zitat, der mit einer Wahl einhergehende legitimatorische Mehrwert könnte nicht erreicht werden.

Zitat Ende, wenn man einen bestimmten Bewerber wählen müsste, einfach gesagt, eine Wahl ist frei und wer frei wählen darf, darf auch Nein sagen. Nur ist es eben eine Ausgrenzung nach den Regeln. Davon sagt Hape Kerkeling nichts. Vielleicht stellen Sie sich einen Kleingartenverein vor, in dessen Vorstand laut Satzung jede der sechs Gruppen vertreten sein soll.

Fünf davon wählen sich seit Jahren gegenseitig ohne Murren auf die Posten. Der sechste stellt jedes Jahr einen Kandidaten auf und jedes Jahr fällt dieser Kandidat durch, geheim und satzungsgemäß. Dann steht ein Gast bei der Versammlung auf, lobt wie respektvoll die fünf miteinander umgehen. und wirft der Sechsten vor, sie halte sich nicht an die Regeln. Über das Verhältnis der Fünf untereinander mag das Lob stimmen.

Wie die Fünf mit der Sechsten umgehen, lässt der Gast weg. Ob die sechste Gruppe ihr Schicksal verdient hat, ist eine andere Frage. Damit es fair bleibt, gehört die andere Seite dazu. Im September 2024 leitete in Thüringen ein AfD-Abgeordneter, Jürgen Treutler, als Alterspräsident die erste Sitzung des neuen Landtags.

Der Thüringer Verfassungsgerichtshof stellte danach fest, dass der Alterspräsident dabei die Rechte der Abgeordneten verletzt hatte. Regeln verletzen kann also jede Seite. Und auch die AfD nutzt die Regeln für sich. Aus Sicht der anderen Fraktionen verhinderte die AfD-Fraktion im Thüringer Landtag mit mehr als einem Drittel der Stimmen die Besetzung von zwei Gremien, die Richter und Staatsanwälte wählen.

So trieb es die Volksstimme im März. Der CDU-Fraktionschef Andreas Brühl sagte damals dazu, es gibt eine Verbindung zwischen den verschiedenen Wahlen. Die Tatende und die Meinungsfreiheit? Hape Kerkeling nahm sie an diesem Abend selbstverständlich für sich in Anspruch. Und das zu Recht.

Er durfte anderen das Demokratsein absprechen, gestützt unter anderem auf eine Zahl, die niemand prüfte. Wenn Narrenfreiheit heißen soll, etwas sagen zu dürfen, ohne dass es geprüft wird, dann lag sie an diesem Abend nicht bei der AfD. Auch das ist meine Einschätzung. Gegen Hape Kerkeling hat übrigens ein einzelner AfD-Politiker nach eigenen Angaben

Strafanzeige wegen Volksverhetzung erstattet. Eine Anzeige ist kein Urteil. Polemik ist erlaubt. Auf beiden Seiten. Eine Strafanzeige gegen eine Meinung ist etwas anderes. Mein Maßstab lautet, eine Meinung beantwortet man mit Argumenten, nicht mit dem Staatsanwalt. Was bleibt also von diesem Abend? Ich fasse es in drei Punkten zusammen.

Erstens, Hape Kerkelings Urteil über die AfD ist eine Laienmeinung, das hat er sinngemäß selbst gesagt. Rechtlich ist diese Meinung ohne Gewicht. Eine Laienmeinung bindet weder den Landtag noch den Bundesrat. Vor dem Bundesverfassungsgericht ist eine Laienmeinung kein Beweismittel. Zweitens. Das heißt nicht, dass das Thema bedeutungslos wäre.

Ob eine Partei dem Nationalsozialismuswesen verwandt ist, zählt in Karlsruhe als ein gewichtiger Hinweis. Nur wird das dort an Belegen geprüft, Aussage für Aussage und nicht an eine Einschätzung, so ernst sie gemeint ist. Drittens, der Auftritt war für die Rechtsfrage wertlos und für die Aufmerksamkeit wirksam. 51 von 95 Überschriften galten Hape Kerkeling. Zwei befassten sich mit der Sachfrage.

Genau das leistet eine Galleonsfigur. Hans-Georg Maaßen, von der AfD benannt, sagte in derselben Anhörung, er könne vieles teilen, was er von Hape Kerkeling gehört habe. Dann brachte er es auf diese Formel, Zitat, man braucht Fakten, keine Emotionen. Das darf man von beiden Seiten verlangen. Denken Sie noch einmal an Herrn Bode und die Bremsspur. Herr Bode durfte vor Gericht sagen, was er gesehen hat.

Und das war richtig so. Niemand hat Herrn Bode den Mund verboten. Verurteilt aber wurde nach der Bremsspur. Und nur nach der Bremsspur. Zurück zum Anfang. Habe Kerkeling sagte, das sei keine Frage, die ein Jurist zu klären hat. Für sein Urteil, wer ein Demokrat ist, mag er das so sehen. Ob eine Partei verfassungswidrig ist, klären am Ende Richter. Und genau das fordert Hape Kerkelings selbst. Dort entscheiden acht Richter. Und die fragen nicht, wer am bekanntesten ist, sondern was sich beweisen lässt. Und was sie daraus mitnehmen können?

Wenn Ihnen das nächste Mal ein bekanntes Gesicht in einer ernsten Sache eine Meinung sagt, fragen Sie zuerst, spricht hier ein Zeuge, ein Fachmann oder ein Meinungsträger? Und kann diese Aussage die Frage überhaupt entscheiden? Und damit meine Frage an Sie. Gehört eine prominente Stimme ohne Fachkenntnis in eine Anhörung über ein Parteiverbot? Oder macht sie aus einer Prüfung eine Bühne? Schreiben Sie es mir in die Kommentare. Und wenn Sie solche Einordnung schätzen, abonnieren Sie den Kanal Die Welt Klar Sehen. Orientierung in bewegten Zeiten.

Zitate aus dieser Abschrift bitte mit Quellenangabe: „Kerkeling und das AfD-Verbot | Wozu saß er im Landtag?“, Die Welt Klar Sehen, 02.10.2026.

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Hape Kerkeling sitzt als Sachverständiger in der ersten Anhörung eines deutschen Parlaments zu einem AfD-Verbotsverfahren. Der Vortrag ordnet ein, was eine Anhörung ist, was die Meinung eines bekannten Gesichts dort zählt, wozu die Linke ihn benannt hat und wie seine Vorwürfe aussehen, wenn man denselben Maßstab an alle anlegt.

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